DD280450A3 - Verfahren zur herstellung papiergedeckter saugfaehiger pappen - Google Patents

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DD280450A3
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Dieter Richter
Max Schoenherr
Rainer Funk
Hans-Juergen Arnold
Christoph Lorenz
Franz Raschke
Christine Schulze
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Ver Pappen Und Kartonagenwerke
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    • D21FPAPER-MAKING MACHINES; METHODS OF PRODUCING PAPER THEREON
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung papiergedeckter saugfaehiger Pappen, welche insbesondere zu Untersetzern fuer die Getraenke- und Lebensmittelindustrie weiterverarbeitet werden. Dabei wird ein lufttrockenes Papier mit einer Masse pro Flaecheneinheit von 20 g/m2 bis 60 g/m2 auf eine schwach entwaesserte, aus 70% bis 100% Holzschliff und 0% bis 30% Altpapier bestehende, sich bildende Pappenbahn aufgelegt und im Verbund mit dieser bei einer Geschwindigkeit von 6 m/min bis 12 m/min durch die Gautschpartie, Presspartie und Trockenpartie gefuehrt. Anschliessend werden die papiergedeckten Pappen auf Format geschnitten, ggf. geglaettet und ggf. bedruckt.

Description

Charakteristik des bekannten Standes der Technik Pappen für saugfähige Untersetzer, wie Bierglasuntersetzer, Tortenscheiben und dergleichen, werden üblicherweise aus einem
groben, mechanisch erzeugten Holzstoff, dem sogenannten Weißschliff, hergestellt.
Weitere Hiifsstoffe sind in der Regel nicht enthalten. Die Oberfläche derart erzeugter Pappen ist aufgrund der groben Faserstruktur des Weißschliffs rauh und uneben. Ein darauf aufgebrachter Druck fällt meist ungleichmäßig durch eine Vielzahl
fehlender Rasterpunkte aus.
Es hat deshalb nicht an Versuchen gefehlt, diese Nachteile zu beheben. In DE 2360295 wird eine saugfähige Pappe beschrieben,
die zur Verbesserung der Bedruckbarkeit eine aus Holzschliff bestehende, einen Anteil von etwa 15% Papiermasse zur
Verfestigung enthaltende Einlage aufweist, aufweiche ein- oder beidseitig Deckschichten aus Papiermasse mit einem Anteil
gebleichter Cellulose sowie einem Stärkezusatz aufgebracht werden. Nachteilig ist hierbei, daß zum Aufbringen der
Deckschichten auf die Einlage direkt nach deren Blattbildung auf einem Langsieb und teilweisen Entwässerung spezielle Rundsieb-Blattbildungsvorrichtungen nötig sind. Eine weitere Möglichkeit, qualitativ höherwertige Deckschichten auf minderwertige Einlagen aufzubringen, besteht
bekanntermaßen darin, die Deckschichten) auf einem bzw. mehreren zusätzlichen Langsieben zu bilden und mit der Einlage :uvergautschen.
Der Trockengehalt der Einlage im Moment des Vergautschens mit der oder den Deckschichten liegt sowohl bei der Bildung auf Rundsieb- als auch auf Langsiebvorrichtungen im Bereich von etwa 20% bis 25%. In DE 2654603 wird ein Bierglasuntersetzer beschrieben, dessen Zwischenschicht aus Wellkarton besteht, auf den beidseitig Deckschichten aus relativ glattem, ungeleimtem Papier aufgeklebt sind. Auch hier sind spezielle Anlagen zur Herstellung des Erzeugnisses nötig. Außerdem wird der Untersetzer durch Belastung,
besonders bei Befeuchtung, deformiert.
Ein Verfahren zur Herstellung von Pappe wird in DE 2604728 offenbart, boi dem abwechselnd jeweils eine aus einer Suspension
von Fasern in Wasser gebildete Faserschicht und eine aus einer Suspension von trockenen Fasern in Luft gebildete Faserschichtübereinander angeordnet vorliegen und die so erhaltene Faserbahn auf übliche Weise entwässert und verpaßt wird. Es wirdauch die Möglichkeit vorgesehen, die trockenen Fasern als Deckschicht auf einer aus einer wäßrigen Suspension gebildeton
Unterschicht anzuordr 3n. Das Zial besteht darin, Pappen mit einor verbesserten und dauerhaften Oberfläche zu verschen. Nachteilig wirkt sich jedoch die Tatsache aus, daß die so erzeugte Pappe eine niedrigere Absorptionsfähigkeit aufweist. Hinzu
kommt, daß zur Realisierung des Verfahrens ein relativ hoher, den herkömmlichen Pappeerzeugungsprozeß auf einem Langsiebbei weitem übersteigender apparativer Aufwand notwendig ist.
Als weitere bekannte Variante des Verbindens mehrerer Schichten sei die Kaschierung genannt, bei der die Schichten mittels
wasserlöslicher natürlicher Klebstoffe, Dispersionskleber, Klebelacke oder Klebeschmelzen fest verbunden werden. Durch die
Kaschiermittel wird jedoch eine Sperrschicht erzeugt, wodurch die Saugfähigkeit wesentlich reduziert wird. Eine Anwendbarkeit
für saugfähige Pappen isi daher nur bedingt gegeben.
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, papiergedeckte saugfähige Pappen mit verbesserter Bedruckbarkeit und ausreichender Spaltfestigkeit ohne hohen zusätzlichen apparativen Aufwand herzustellen und die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Bedruckbarkeit und den ästhetischen Eindruck saugfähiger Pappen zu verbessern, ohne die Material- und Herstellungskosten wesentlich zu steigern.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß unmittelbar nach dem Stoffauflauf ein lufttrockenes, saugfähiges, ungeleimtes oder schwach geleimtes, holzfreies oder holzhaltiges, weißos oder farbiges Papier mit einer Masse pro Flächeneinheit von 20g/mJ bis 60g/m* von der Rolle auf die schwach entwässerte, aus 70% bis 130% Holzschliff und 0% bis 30%
Altpapier bestehende, sich bildende Pappenbahn aufgelegt, im Verbund mit dieser mit einer Geschwindigkeit von 6m/min bis 12 m/min durch die Gautschpartie, Pressenpartie und Trockenpartie weitergeführt, anschließend auf Format geschnitten, ggf.
geglättet und ggf. bedruckt wird.
Die aufgelegte Papierbahn verbindet sich dabei durch Vergautschen mit der Pappenbahn, wobei eine den durch den Gebrauch bestimmten Ansprüchen genügende Spaltfestigkeit erreicht wird.
Die Verbesserung der Oberflächenbeschaf fonheit und damit verbunden der Bedruckbarkeit der saugfähigen Pappen eröffnet die Möglichkeit, die aus Holzschliff und ggf. A papier bestehende Unterbahn weniger zu verdichten.
Als Werkstoffe für die Oberbahn werden üblicherweise weiße Papiere mit einem Weißgrad von 60% bis 90% verwendet. Für höhere Ansprüche und zur Erzielung besonderer Effekte kommen auch farbige Papiere zum Einsatz.
Durch die Auflage der Papieroberbahn auf die Pappeunterbahn wird die Druckfarbenaufnahme beim Offsetdruck positiv beeinflußt. Zur Erzielung einer gleichen Farbbrillanz wird durch das verringerte Wegschlagen weniger Druckfarbe benötigt.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Ein Serviettenrohpapier mit einer Masse pro Flächeneinheit von 23g/m2 und einem Weißgrt 1 von 75% wird unmittelbar nach dem Stoffauflauf einer Pappenmaschine über eine Abrollvorrichtung auf die schwach entwässerte Pappenbahn aus 100% Holzschliff aufgelegt, synchron mit dieser bei einer Maschinengeschwindigkeit von 12 m/min durch die Gautsch-, Preß- und Trockenpartie geführt, anschließend auf Format geschnitten, geglättet und im Offsetdruckverfahren bedruckt. Die Spal'.festigkeit dieser 1,8mm dicken Pappe betrug 38...45N, der Weißgrad des Materialverbundes nahm einen Wert von 66,7% auf der papiergedeckten Oberseite ein. Es wurdo eine Saugfähigkeit von 30s auf der Oberseite nach der betrieblichen Methode erreicht.
Betriebliche Methode zur Bestimmung der Saugfähigkeit von Pappen:
0,5cm3 destilliertes Wasser mit einer Temperatur von 20°C werden bei Normalklima (Temperatur 20°C, relative Luftfeuchtigkeit 65%) aus einer Pipette mit einem Mal auf die zu prüfende Seite der Pappe aufgebracht. Die Zeit vom Aufgeben des Wassers bis zu dessen vollständigem Wegschlagen in das Innere der Pappe ist das Maß für die Saugfähigkeit.
Beispiel 2
Ein Filtrierpapier mit einer Masse pro Flächeneinheit von 60g/m2 und einem Weißgrad von 75,2% wird wie im Beispiel 1 auf die schwach entwässerte Pappenbahn aus 100% Holzschliff aufgelegt, mit einer Geschwindigkeit von 8m/min durch die Pappenmaschine geführt, auf Format geschnitten, geglättet und bedruckt. Die Spaltfestigkeit der so hergestellten 2,0 mm dicken Pappe betrug 24 ...31 N, der Weißgrad auf der papiergedeckten Oberseite 69,4%. Es wurde eine Saugfähigkeit von 26s auf der Oberseite nach der betrieblichen Methode ermittelt.
Beispiel 3
Ein Filtrierpapier mit einer Masse pro Flächeneinheit von 60g/m2 und einem Weißgrad von 75,5% wird wie im Beispiel 1 auf die schwach entwässerte Pappenbahn aus 70% Holzschliff und 30% Altpapier aufgelegt, mit einer Geschwindigkeit von 6m/min durch die Pappenmaschine geführt, auf Format geschnitten, geglättet und bedruckt.
Es wurde eine Spaltfestigkeit der so hergestellten 2,0mm dicken Pappe von 23...31N ermittelt.
Der Weißgrad auf der papiergedeckten Oberseite betrug 69,8%. Die nach der betrieblichen Methode bestimmte Saugfähigkeit nahm einen Wert von 32 s an.
Beispiel 4
Ein grün eingefärbtes Durchschlagpapier aus 100% Altpapier mit einer Masse pro Flächeneinheit von <10g/m7 wird analog Beispiel 1 auf die schwach entwässerte Pappenbahn aus 80% Holzschliff und 20% Altpapier aufgelegt, mit einer Geschwindigkeit von 7 m/min durch die Pappenmaschine geführt, auf Format geschnitten und bedruckt.
Die Spaltfestigkeit der so hergestellten 1,8mm dicken Pappe betrug 30.„42 N. Es wurde nach der betrieblichen Methode eine Saugfähigkeit von 34 s ermittelt.
Beispiel 5 (Vergleich)
Nach herkömmlichem Verfahren wurde eine Pappenbahn aus 100% Holzschliff, welcher auf einen Mahlgrad von 500SR ausgemahlen wurde, hergestellt. Die Geschwindigkeit der Pappenmaschine betrug dabei 10m/min. Diese Pappe wurde anschließend auf Format geschnitten, geglättet und bedruckt.
Die Spaltfesrtigkeit dieser 2,3mm dicken Pappe betrug 72...80N. Es wurde ein Weißgrad von 61,4% erzielt. Die Saugfähigkeit, bestimmt nach der betrieblichen Methode, nach einen Wert von 23s an.

Claims (1)

  1. Verfahren zur Herstellung papiergedeckter saugfähiger Pappen im Geschwindigkeitsbereich von 6 m/min bis 12 m/min, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar nach deir. Stoffauflauf einer Pappenmaschine ein lufttrockenes, saugfähiges, ungeleimtes oder schwach geleimtes, holzfreies oder holzhaltiges, weißes oder farbiges Papier mit einer Masse pro Flächeneinheit von 20g/m2 bis60g/m2 von der Rolle auf die schwach entwässerte, aus 70% bis 100% Holzschliff und 0% bis 30% Altpapier bestehende, sich bildende Pappenbahi- cuifgelagt und im Verbund mit dieser durch die Gautschpartie, Preßpartie und Trockenpartie geführt wird.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung papiergedeckter saugfähiger Pappen, welche insbesondere zu Untersetzern für die Getränke- und Lebensmittelindustrie weiterverarbeitet werden.
DD31180387A 1987-12-30 1987-12-30 Verfahren zur herstellung papiergedeckter saugfaehiger pappen DD280450A3 (de)

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