DD287402A5 - Verfahren zur wirkungsverstaerkung antiphytoviraler pflanzenschutzmittel - Google Patents

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DD287402A5
DD287402A5 DD30438187A DD30438187A DD287402A5 DD 287402 A5 DD287402 A5 DD 287402A5 DD 30438187 A DD30438187 A DD 30438187A DD 30438187 A DD30438187 A DD 30438187A DD 287402 A5 DD287402 A5 DD 287402A5
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DD30438187A
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Hans-Joachim Zschiegner
Gottfried Schuster
Siegfried Kluge
Juergen Kroell
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Veb Arzneimittelwerk Dresden,De
Karl-Marx-Universitaet Leipzig,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verstaerkung der Wirkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel, z. B. von Kataboliten bzw. Anaboliten von Basenanaloga, wie 2,4-Dioxohexahydrotriazin bzw. Ribavirin, ferner von Guanidinen und Alkanmonosulfonaten. Die Wirkungssteigerung wird dadurch erreicht, dasz den antiphytoviralen Pflanzenschutzmitteln Lignosulfonsaeuren bzw. Lignosulfonate zugesetzt werden, die vorzugsweise aus Sulfitablaugen isoliert werden. Durch den Zusatz der erfindungsgemaeszen Lignosulfonsaeuren kommt es zu einer synergistischen Erhoehung der Hemmwirkung der antiphytoviralen Pflanzenschutzmittel, beispielsweise gegenueber dem Tabakmosaik-Virus, dem Ruebenmosaik-Virus, dem Kartoffel-X-Virus und dem Rotkleescheckungs-Virus. Hierdurch kann eine spuerbare Zurueckdraengung des Virusbefalls und damit eine staerkere Verminderung virusbedingter Ertragsdepressionen erreicht werden. Das Spektrum der beeinfluszbaren Viren wird erweitert.{Lignosulfonsaeuren; antiphytovirale Wirkungsverstaerker; antiphytovirale Verbindungen; Koergismen; Synergismen; Solanaceenviren; Ruebenviren; Leguminosenviren; 2,4-Dioxohexahydrotriazin; Ribavirin; Cyanoguanidin; Alkanmonosulfonate}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Angesichts der großen Ertragsverluste, die durch eine Vielzahl von Viren bei landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen, z.B. bei Kartoffel, Tabak, Rüb", Futterleguminosen und als Nahrungs- und Gemüsepflanzen angebauten Leguminosen sowie weiteren Kulturen hervorgerufen werden, ist es dringend erforderlich, die sog. klassischen, zumeist indirekten Maßnahmen der Virusbekämpfung, wozu u. a. die Bekämpfung der Virusüberträger und negative Selektion von virusinfizierten Pflanzen gehören, durch Verfahren zu ergänzen, die es mit Hilfe von Chemikalien ermöglichen, Virusbefall auf ein ökonomisch vertretbares Maß zurückzudrängen. Dabei ist u. a. von Bedeutung, die Wirkung der antiphytoviralen Chemotherapie weiter zu 6ffektivieren und besonders bei sehr teuren antiphytoviralen Präparaten den Präparateaufwand zu minimieren.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
In den letzten Jahren ist eine größere Anzahl von Präparaten aufgefunden bzw. entwickelt worden, die die Vermehrung von Pflanzenviren hemmen. Zu diesen gehören Analoga von Purin und Pyrimidinbasen bzw. von entsprechenden Nucleosiden und Nucleotiden, Antibiotika aus Mikroorganismen oder Inhaltsstoffe aus höheren Pflanzen, substituierte Triazine bzw. hydrierte Triazine, Harnstoffe und Carbamate, Thioharnstoffe, Guanidine, bestimmte Verbindungen mit Azinstruktur, Thiodiazole und Oxazole. Eine Übersicht hierüber ist u.a. in der Patentschrift DD-WP 157662 gegeben.
Weiterhin ist ein Verfahren zur Virusseinschränkung mit Ölen bzw. Öl/Insekthid-Kombinationen bekannt (Zschiegner H. J. Diss.
Halle 1973, Patentschrift DD 100135).
Darüber hinaus wurden in letzter Zeit α-Benzylthio-carbonyl-iminoverbindungen (DD-WP 221911), Alkansulfonate (DD-WP 216610), synthetische Lysotecithine (DD 222491) sowie Fraktionen biogener Lipide (DD 225325A1 und DD 225224A1) und extrazelluläre Biolipide, z. B. Rhamnoiipid, als Mittel zur antiphytoviralen Chemotherapie beschrieben. Auch antiphytovirale Lignonsulfonsäurepräparate können mit Vorteil eingesetzt werden (DD 244908A1).
Noch immer bedarf die antiphytovirale Chemotherapie jedoch dringend der Weiterentwicklung. Einerseits sind noch wirksamere Präparate wünschenswert, andererseits wirkt jede antiphytovirale Verbindung nur gegen eine begrenzte Anzahl von Viren, wie das ähnlich bei Fungiziden und Insektiziden bezüglich ihrer Wirkung gegen Schadpilze und Schadinsekten seit langem bekannt ist. Zudem werden bestimmte Problemviren noch immer kaum chemotherapeutisch erfaßt. Schließlich ist infolge der starken Mutabilität einer großen Zahl von Pflanzenviren zu befürchten, daß gegenüber den antiviralen Präparaten resistente Virusformen entstehen.
Einen Weg zur Steigerung der Wirksamkeit antiphytoviraler Präparationen sowie zur Erhöhung der Anzahl der erfaßten Viren bei gleichzeitiger Verminderung der Gefahr für die Entstehung von resistenten Viren stellt die Erzeugung eines synergistischen Effektes durch Kombination von zwei und mehr antiphytoviralen Verbindungen dar. Beispielsweise für synergistische ,Steigerung antiphytoviraler Aktivitäten durch Kombination verschiedener antiphytoviraler Präparationen mit 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin sind in den Patentschriften DD 153953 und DD 160762 angefühlt.
Auch Alkylglycero-3-phosphocholine können mit gutem Erfolg zur Wirkungsverstärkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden (DD 241187 A1). Die entsprechenden Möglichkeiten der Wirkungsverstärkung antiphytoviraler Präparationen sind jedoch bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung bosteht darin, die Wirksamkeit der antiphytoviralen Chemotherapie weiter zu verbessern und gleichzeitig die Ausbildung von präparatenresistenten Virusstämmen, wie sie aufgrund der insbesondere bei multikomponenten Viren hohen Mutationorato zu befürchten ist, zu erschweren, indem geeignete antiphytovirale Präparate in Kombination zur Anwendung kommen. Um die Wirkungsverstärkung unter ökonomisch günstigen Bedingungen durchzuführen, soll der Wirkungsvarstärkor aus Abprodukten gewonnen werden, die hierdurch einerseits einer hocheffektiven Verwendung zugeführt werden können und darüber hinaus möglicherweise eine Verringerung der Abwasserbelastung bedeuten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, billige möglichst aus Abprodukten gewinnbare Stoffe zu finden, die aufgrund ihrer chemischen Struktur in der Lage sind, die Wirksamkeit hochaktiver antiphytoviraler Präparate, z. B. von Analoga von Kataboliten von Pyrlmidinbasen, wie 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin, von Analoga von Anaboliten von Purinbasen, wie 1-ß-D-Ribofuranosyl-1,2,4-triazol-3-carboxamid (Ribavirin), von Guanidinen oder von Aikansulfonaten wesentlich zu verstärken und hierdurch
- die Zahl der natürlichen Neuinfektionen, z. B. durch virusübertragende Insekten, weiter zu vermindern und auf diese Weise bei der Kartoffel sowie anderen vegetativ vermehrten Pflanzen die Anzahl virusinfizierter Knollen bzw. anderweitiger Fortpflanzungsorgane zu verringern, um den Gesundheitszustand des Pflanzengutes und damit die Voraussetzungen für gute Ernten im folgenden Jahr wesentlich zu verbessern;
- die Virusvermehrung weiter zu verlangsamen und hierdurch die virusbedingten Ertragsdepressionen des Erntegutes zu verringern;
- die Zahl der mit einer Präparation chemotherapeutisch erfaßbaren Viren und damit die Effektivität der antiphytoviralen Chemotherapie zu erhöhen;
- die Aufwandmengen für antiphytovirale Präparate zu verringern, was insbesondere im Hinblick auf teure Präparate, z. B. Ribavirin, von Bedeutung ist.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zur Wirkungsverstärkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel Lignosulfonsäuren bzw. Lignosulfonate verwendet werden, die aus Sulfitablaugen, einem Abfallprodukt des Holzaufschlusses zur Zellulosegewinnung, vor oder nach deren Verhofung gewonnen werden. Die Lignosulfonsäuren werden dabei aus der Sulfitablauge in bekannter Weise durch physikalische Verfahren, wie Dialyse, Verteilungschromatographie oder Membranfiltration sowie durch chemische Methoden, wie Fällung mit Ca(OH)2, Aussalzung oder Komplexierung mit Aminen, isoliert. Es werden Lignosulfonsäurekonzentrate erhalten, die weitgehend von anderweitigen niedermolekularen Anteilen befreit sind. Sie fallen in Gemischen an, deren Zusammensetzung je nach der für den Aufschluß eingesetzten Holzart Schwankungen unterworfen ist, die jedoch die Wirkungsverstärkung nicht beeinträchtigen.
Die erfindungsgemäßen Mittel, die sich durch sehr gute Pflanzenverträglichkeit sowie Umweltfreundlichkeit auszeichnen und auch bei alleiniger Applikation die Konzentration verschiedener Viren zu verringern vermöpen (DD 244 908 A1), vorstärken die antiphytovirale Wirkung bedeutsamer antiphytoviraler Präparate, wie z. B. 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin, 1 -ß-D-Ribofuranosyl-1,2,4-triazol-3-carboxamid {Ribavirin), Cyanoguanidin oder Aikansulfonaten, koerglstisch, und zwar in der Regel synergistisch, wenn sie mit diesen kombiniert zur Anwendung gebracht werden.
Dabei können die erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker mit inerten Verdünnungsmitteln sowie mit geeigneten Formulierungshilfsmitteln versetzt und zu Spritzpulvern, Pasten, Emulsionskonzentraten usw. verarbeitet werden. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, daß der erfindungsgemäße, die antiphytovirale Wirkung verstärkende Wirkstoff 10 bis 95% des Kombinationspräparates ausmacht, das kurz vor der Anwendung mit Wasser zu Spritzbrühen bzw. -lösungen dispergiert wird. Das Gewichtsverhältnis, in dem der erfindungsgemäße Wirkungsverstärker (Synergist) zu dem in seiner Wirkung zu verstärkenden antiphytoviralen Präparat steht, kann je nach dem antiphytoviralen Mittel und der zu behandelnden Virus-Wirt-Kombination zwischen 1:3 und 120:1 variieren. Ebenso variiert die auf den Hektar Feldfläche bezogene Aufwandmenge des Synergisten je nach Virus-Wirt-Kombination zwischen 0,2 und 2kg.
Die erfindungsgemäßen S^ nergisten können mit dem jeweiligen antiphytoviralen Pflanzenschutzmittel in einer gemeinsamen Präparation kombiniert sein, die darüber hinaus Tenside, Haftmittel und/oder weitere Formulio.ungsmittel, beispielsweise solche, die die Bildung von Granulaten ermöglichen, enthalten kann. Der erfindungsgemäße Synergist kann jedoch ebenso wie das jeweilige antiphytovirale Pflanzenschutzmittel auch getrennt zu Präparationen verarbeitet werden, die jeweils Tenside, Haftmittel und/oder weitere Formulierungsmittel enthalten können. In diesen Fällen können die beiden Präparationen so gestaltet sein, daß sie vor der Ausbringung auf die Pflanzen in Tank.nischungen vereinigt und dann rationell gemeinsam ausgebracht werden. Dabei wird bei Herstellung der Tankmischung das therapeutisch erforderliche Gewichtsverhältnis eingestellt. Die erfindungsgemäßen Synergisten (Lignosulfonsäuren/Lignosulfonate) vermindern auch in kombinierter Anwendung mit anderen antiphytoviralen Pflanzenschutzmitteln deren Phytoviralität.
Ausfuhrungsbelsptele Die Erfindung soll nachstehend an fünf Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Zur Kennzeichnung der erfindungsgemäßen Wirkungsverstärkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel wurden vor allem Ganzpflanzentests an Solanaceen und Leguminosen, besonders an Nicotiana tabacum L. 'Samsun' und Nicotiana glutinöse (Tabak) sowie an Phaseolus vulgaris 'Esto' (Bohne) herangezogen. Darüber hinaus wurden Zuckerrüben der Sorte Panemo in die Untersuchungen einbezogen. Als Testviren fanden häufig und z.T. stark schädigend auftretende Pflanzenviren Verwendung, und zwar das Kartoffel-X-Virus (= potato virus X = PVX; Potexvirusgruppe), dessen Reaktion auf antiphytovirale Chemikalien auch auf andere Kartoffelviren, z.B. das Kartoffel-Y-, -S- und -M-Virus schließen läßt, ferner das Tabakmosaik-Virus
(= tobacco mosaic virus - TMV; Tobamovirusgruppe), das multikornponente Rotkleescheckungs-Virus (= red clover mottle virus '=> RCMV Comovirusgroppe), dessen Genom auf mehrere Vin ispartikeln verteilt ist, wodurch sich Erschwernisse bei der antiphytoviralen Chemotherapie ergeben können, sowie das Rübenmosaik-Virus (beet mosaic virus = BMV; Potyvirusgruppe). Die Viren wurden unter Verwendung eines Abrasivums (Karborundpuder, Korngröße 500) inokuliert. Der erfindungsgemäße Wirkungsverstärker wurde ebenso wie die antiphytoviralen Pflanzenschutzmittel mehrfach unter Zusatz von 0,2% Fekama-Haftmittel auf die zu behandelnden Pflanzen aufgetragen. Die Behandlungszeiten und die Konzentrationen der erfindungsgemäßen Wirkstoffe sowie der in ihrer Wirkung zu verstärkenden Wirkstoffe sind in den Ergebnistabellen angeführt. Die aus diesen ersichtlichen Wirkstoffkonzentrationen und das angewendete, jeweils optimierte Verhältnis der Wirkstoffe '.ueinander sind in Vorversuchen ermittelt worden. Die Kontrollpflanzen wurden mit Wasser unter Zusatz von 0,2% Fekama-Haftmittel besprüht.
Die Konzentration der Präparate überstieg, wenn diese allein angewendet wurden, die bei der Kombinationsbehandlung angewendete Konzentration um das Doppelte, In dieser Versuchsanordnung können Koergismen ebenso wie Antagonismen besonders übersichtlich erkannt werden. Ist die Hemmwirkung der Kombinationsbehandlung geringer als diejenige der einzelnen Präparate, so läßt dies erkennen, daß keine Koergismen auftreten. Bei starker Verringerung der Hemmwirkung ist vielmehr mit Antagonismen,zu rechnen. Entspricht die Hemmwirkung etwa derjenigen des Einzelpräparates mit der stärksten Hemmung, so weist dies einen Koergismus, und zwar eine additive Wirkung aus. Übertrifft die Hemmwirkung der kombinierten Behandlung diejenige der Behandlung mit den verglichenen Einzelpräparaten, so ist hieraus abzulesen, daß sich der Koergismus in Form einer synergistischen Erhöhung der Hemmwirkung äußert. Je stärker die Hemmwirkung der Kombinationsbehandlung diejenige der Einzelbehandlung übertrifft, desto stärker ausgeprägt sind der Synergismus bezüglich der antiphytoviralen Wirkung und damit auch die Wirkungsverstärkung durch die angeführten Präparate.
Die Viruskonzentration wurde in den in den Ergebnistabellen angeführten zeitlichen Abständen zur Inokulation bestimmt. Die Konzentration des Kartoffel-X-Virus wurde serologisch im Präzipitationstropfentest unter Anwendung der Verdünnungsendpunktbestimmung ermittelt. Alle erforderlichen Testmanipulationen sind bei G. SCHUSTER (Archiv Phytopath. u. Pflanzenschutz 13,1977,231-241) beschrieben. Die Konzentration des Rübenmosaik-Virus wurde im biologischen Test auf Blättern von Chenopodium foetidum festgestellt. Innerhalb des in Vorversuchen zu ermittelnden Proportionalitätsbereichs ist die Zahl der sich nach Auftragen von virushaltigen Preßsäften aus Blättern der Wirtspflanze (Zuckerrübe, Sorte Ponemo) auf Blätter von Chenopodium foetidum dort ausbildenden Lokalläsionen der Viruskonzentration in dem auf den Virusgehalt zu testenden Preßsaft proportional.
Die Wirkung des erfindungsgemäßen Wirkungsverstärkers zur Bekämpfung des Tabakmosaik-Virus bzw. des Rotkleescheckungs-Virus wurde ermittelt, indem Blätter von Nicotfana glutinosa bzw. Phaseolus vulgaris 'Esto' mit TMV bzw. Rotkleescheckungs-Virus inokuliert wurden. Die Pflanzen der verschiedenen Versuchsglieder wurden zu den angegebenen Zeiten vor oder nach der Inokulation mit den zu prüfenden Präparationer. bzw. bei den Kontrollen mit Wasser, das mit 0,2 % Fekama-Haftmittel versetzt war, behandelt. Die Verminderung der Zahl der sich bildenden Lokalläsionen, die in Beziehung zur jeweiligen Kontrolle gesetzt wurde, war in diesen Fällen Maßstab für die antiphytovirale Wirkung. Jedes Versuchsglied umfaßte mindestens 10 Einzelpflanzen, bei denen die Viruskonzentration bzw. Lokalläsionenzahlen jeweils getrennt ermittelt wurden. Aus den Einzelergebnissen wurde für jedes Versuchsglied der Mittelwert gebildet. Diese mittleren Viruskonzentrationen bzw. Lokalläsionenzahlen sind in den Beispielen relativ zur Kontrolle in Form von Htmmprozenten (H) angegeben. Dabei wurde der Virusgehalt der Kontrollen gleich 100 % gesetzt, die Hemmung dementsprechend gleich 0%. Hat beispielsweise eine Behandlung die Viruskonzentration (VK) auf 10% derjenigen der Kontrollen verringert, ergibt sich eine Hemmung von 90%. Dementsprechend flilt:
H = 100 - VK.
Die Signifikanz der zwischen Kontrolle bzw. anderweitigem Bezugswert und Versuchsgliedern vorgefundenen, in Relativwerten zum Ausdruck gebrachten Differenzen wurde im t-Test geprüft. Das Prüfergebnis wurde neben den in Prozentsätzen zum Ausdruck gebrachten Differenzen in den bekannten Symbolen angegeben.
•: ρ > 5% + : 5% S ρ > 1 % ++ : 1 % δ ρ > 0,1 % +++:0,1%äp
ρ = Überschreitungswahrscheinlichkeit
Belsplelreihe 1 zeigt,daß die Wirkung von DHT, P.ibavirin und Cyanoguanidin gegenüberTMVbereitsdurch geringe Mengen des erfindungsgemäßen Wirkungsverstärkers (0,05%) in einem Maße synergistisch orhöht wird, daß die Hemmwirkung, die bei Kombination halber Mengen von Wirkungsverstärker (Lignosulfonsäure) und antiphytoviralem Präparat bezüglich der Bildung von Lokaüäsionen des Tabakmosaik-Virus auf Nicotiana glutinosa erzielt wird, die Hemmwirkung der doppelt so hoch konzentrierten einzelnen Präparate bei weitem übertrifft, daß also die Wirkung synergistisch verstärkt wird. Besonders beeindruckend ist, daß durch Zusatz von 0,3kg des preisgünstig zu gewinnenden erfindungsgemäßen Wirkungsverstärkors 15g Ribavirinje ha ausreichen.umdieZahlder Lokalläsionendes TMVummehra!s90%zuvermindern,alsoeine Hemmung von 90% zu erzielen. Dasistumsowichtiger.alsderPreisfürRibavirinsehrhoch ist. Dementsprechend kann mitdem erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker ein sowohl aus phytopathologischen als auch ökonomischen Aspekten günstiger Effekt erzielt werden. Aus Beispielreihe 2 ist ersichtlich, daß durch den erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker nunmehr auch eine hochwirksame Chemotherapie gegen das Rübenmosaik-Virus unter ökonomisch günstigen Bedingungen ermöglicht wird. Durch Kombination des erfindungsgemäßen Lignosultonsäurepräparates mit geringen DHT-Mengen, und zwar mit 0,005%, was bei Behandlung eines Hektars Rübenfläche 15g DHT entspricht, wird zusammen mit dem im entsprechenden Konzentrationsbereich bei alleiniger Anwendung unwirksamen DHT eine beachtliche Hemmung von über 70% erzielt.
In Kombination mit Ribavirin ergibt sich gegenüber dom Rübenmosaik-Virus nur eine schwache synergistische Wirkung, in Kombination mit Alkanmonosulfonat (Präparat Emulgator E30) eine additive Wirkungssteigerung.
In Belspieireihe 3 wird nachgewiesen, daß in Gegenwart des erfindungsgemäßen Wirkungsverstärkers bereits geringe Mengen von DHT LiTW. Ribavirin, wiederum 15g/ha, ausreichen, um einen 100%igen Bekämpfungserfolg zu erzielen, d. h. um die Konzentration ctas Kartoffel-X-Virus in Nicotiana tabacum 'Samsun' unter die im Präzipitationstropfentest nachweisbare Konzentration abzusenken. Im Hinblick auf das kostengünstige Ribavirin ist der nachgewiesene Synergismus wiederum, ökonomisch besonders beachtenswert.
in Beispielreihe 4 wird gezeigt, daß auch die Wirksamkeit antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel gegenüber dem multikomponenten Rotkleescheckungs-Virus, gemessen an der Verminderung der Zahl der Lokalläsionen auf Phaseolus vulgaris 'Esto', durch den erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker beträchtlich erhöht wird. Lignosulfonsäure, die bereits bei alleiniger Anwendung die Lokalläsionen des Rotkleescheckungs-Virus im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle um 72% vermindert hat, erhöht die Hemmwirkung des DHT von 2 auf 87%. Dieser ausgeprägte Synergismus dürfte darauf zurückzuführen sein, daß u. a. die Aufnahme des D-Ii, das die kutinisierte Epidermis der Bohnenpflanzen nur schwer durchdringt, durch den erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker beträchtlich erhöht wird.
Auch die Wirksamkeit von Cyanoguanidin wird synergistisch gesteigert. Dio Wirkung von Alkanmonosulfonat, das bereits bei alleiniger Anwendung die Bildung von Lokalläsionen des Rotkleesiheckungs-Virus vollständig verhindert, kam dementsprechend durch Zusatz von Lignosulfonsäure nur additiv verstärkt werden, das heißt durch im Vergleich zur Einzelanwendung halbkonzentrierte Lösungen, die ohne die erfindungsgemäßen Lignolulfonsäuren nur eine geringe Verminderung der Zahl der Lokalläsionen bewirken, wird in Gegenwart von Lignosulfonsäuren eine vollständige Hemmung erreicht.
Beieplelrelhe 1 Steigerung der Wirkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel (DHT = 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin; Rb = Ribavirin Virazol; CG = Cyanoguanidin) gegenüber dem Tabakmosalk-Vlrus (TMV) durch den erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker (Lignosulfonsäurepräparation). Dem Test wurde die Verminderung der Zahl der Lokalläsionen des TMV auf Nicotiana glutinöse zugrunde gelegt. Das Testergebnis ist in Form von Relativwerten (Hemmprozenten = H; Wasserkontrolle
0% Hemmung) wiedergegeben. Behandlungen 2 d. a. i. (= Tage vor der Inokulation) und 2 d. p. i. (= Tage nach der Inokulation).
1 Lignosulfonsäure
Konz. Hemmung
antiphytovjrales Pflanzenschutzmittel Präp./Konz. Hemmung
Kombination
Konz. 1 Konz. 2
Hemmung
19'
DHT 0,1 Rb 0,005 CG 0,15
14'
24·
0,05
0,0025
0,075
38**
90,5**
38**
Belsplelreihe 2
Steigerung der Wirkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel (DHT, Rb entspr. Bsp.1; AMS = Alkanmonosulfonat als Präparation Emulgator E30) gegenüber dem Rübenmosaik-Virus auf Zuckerrüber (Beta vulgaris 'Panemo') durch den erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker (Lignosulfonsäurepräparation). Behandlung mit Präparaten 2 u. 1 d. a. i. sowie 7 d. p. i Viruskonzentrationsbestimmung 18 d.p. i. in den inokulierten Blättern folgenden Blättern (sekundär infizierten Blättern) biologisch (im Lokalläsionentest) auf Chenopodium foetidum. Das Testergebnis ist in Form von Relativwerten (Hemmprozenten = H; Wasserkontrolle 0% Hemmung) wiedergegeben.
1 Lignosulfonsäure
Konz. Hemmung
antiphyrovirales Pflanzenschutzmittel Präp./Konz. Hemmung
Kombination
Konz. 1 Konz. 2
Hemmung
52,3**
BHT 0,005 Rb 0,005 AMS 0,5
77,9** 84,4**
0,0025 0,0025 0,25
71,7**
80,1***
83,3**
Belsplelreihe 3 Steigerung der Wirkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel (DHT, Rb vgl. Bsp. 1 u. 2) gegenüber dem KBrIoHeI-X-VIrUs (PVX) In Nicotiana tabacum 'Samsun' durch den erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker (Lignosulfonsäurepräparation). Testung
serologisch im Präzipitationstropfentest 13 d. p. i. in sekundär infizierten Blättern. Das Testergebnis wurde in Form von
Relativwerten (Hemmprozenten = H; Wasserkontrolle = 0% Hemmung) wiedergegeben. Behandlungen: 2d.a.i. und 2 u. 7
d.p.i.
1 2 3
Lignosulfonsäure Konz. Hemmung antiphytovirales Pflanzenschutzmittel Präp./Konz. Hemmung Kombinaten Konz. 1 Konz. 2 Hemmung
0,5 3 DHT 0,005 Rb 0,005 79*** 46*** 0,25 0,25 0,0025 0,0025 100*** 94***
Beispielreihe 4
Steigerung dor Wirkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel (DHT, CG, AMS; vgl. Tab.1 u. 2) gegenüber dem Rotkleetcheckungn-Vlru« durch den erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker (Lignosulfonsäurepräparation). Behandlung mit Präparaten 1 d.a. i. und 1 d. p. i. Dem Test wurde die Verminderung der Zahl der Lokalläsionen des Rotkleescheckungs-Virus auf Blättern von Phaseolus vulgaris 'Esto' (Bohne) zugrunde gelegt. Das Testergebnis ist in Form von Relativwerten (Hemmprozenten = H) wiedergegeben.
1 2 · 3
Lignosulfonsäure antiphytovirales Kombination
Pflanzenschutzmittel Konz. Hemmung Präp./Konz. Hemmung Konz. 1 Konz. 2 Hemmung
0,5 72++ DHT 0,1 Z 0,25 0,05 87*++
CG 0,15 57t+ 0,25 0,075 83+++
AMS 0,5 100+++ 0,25 0,25 100+++

Claims (4)

1. Verfahren zur Wi. Jxungsverstärkung antiphytoviraler Pflanzenschutzmittel, dadurch gekennzeichnet, daß letzteren Reparationen zugesetzt werden, die als Wirkstoff Lignosulfonsäuren bzw. Lignosulfonate in reiner Form oder als Gemische, wie sie aus Sulfitabiaugen der Zelluloseherstellung isoliert werden können, enthalten, wobei die Mengenverhältnisse zwischen dem erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker und dem zu verstärkenden antiphytoviralen Pflanzenschutzmittel je nach der Virus-Wirt-Kombination und dem in seiner Wirkung zu verstärkenden antiphytoviralen Pflanzenschutzmittel zwischen 1:3 und 120:1 variieren können.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kombinationspartner in einer Präparation vereinigt sind oder daß getrennte Präparationen vor dem Ausbringen auf dio Pflanzen in Tankmischungen vereinigt werden, wobei die jeweiligen Präparationen neben den erfindungsgemäßen Wirkstoffen auch antiviral wirkende Öle, Tenside, Haftmittel und/oder weitere Formulierungshilfsmittel und gegebenenfalls Hilfsstoffe zur Bildung von Granulaten enthalten können.
3. Antiphytovirale Pflanzenschutzmittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Lignonsulfonsäuren bzw. Ligncsulfonaten in reiner Form oder als Gemisch als Wirkungsverstärker.
4. Antiphytovirale Pflanzenschutzmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mengenverhältnis von Wirkungsverstärker zu dem antiphytoviralen Pflanzenschutzmittel zwischen 1:3 und 120:1 beträgt.
DD30438187A 1987-07-01 1987-07-01 Verfahren zur wirkungsverstaerkung antiphytoviraler pflanzenschutzmittel DD287402A5 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4404860A1 (de) * 1994-02-18 1995-08-31 Zschiegner Hans Joachim Dr Verfahren zur Entwicklung und zum Einsatz des Pflanzenstärkungsmittels PHYTO-VITAL

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