DD289994A5 - Einrichtung zur vermeidung von schlaffseilbildung bei auslegerkranen mit einem hubseilsystem - Google Patents
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Abstract
Einrichtung zur Vermeidung von Schlaffseilbildung bei Auslegerkranen mit einem Hubseilsystem. Die Anwendung ist bei Hubseilsystemen zweckmaeszig, bei denen auf Grund einer geringen Hakenmasse und hoher Seilgeschwindigkeiten beim Senken die Gefahr eines unkontrollierten Seilablaufes verbunden mit Schlaufenbildung, insbesondere beim Leerhakenbetrieb, besteht. Erfindungsgemaesz wird dies dadurch erreicht, dasz unmittelbar vor einer Umlenkrolle an der Auslegerspitze eine Einrichtung mit einem Linearmotor angeordnet ist und bei eingeschaltetem Linearmotor auf das Hubseil eine Zugkraft direkt oder indirekt wirkt. Fig. 1{Kran; Ausleger; Hubseilsystem; Schlaffseil; Linearmotor; Antriebsrolle; Antrieb, direkt, indirekt; Andrueckrolle}
Description
Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Vermeidung von Schlaffseilbildung bei Auslegerkranen mit einem Hubseilsystem. Die Anwendung ist bei Hubseilsystemen zweckmäßig, bei denen auf Grund einer geringen Hakenmasse und hoher Seilgeschwindigkeiten beim Senken die Gefahr eines unkontrollierten Seilablaufes verbunden mit Schlaufenbildung, insbesondere beim Leerhakenbetrieb und beim Aufsetzen der Lasten, besteht.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Einrichtungen zur Schlaffseilsicherung sind in einer Mehrzahl von Ausführungen bekannt.
So wird bei einer Ausführung ein bewegliches Teil durch das gespannte Seil gegen eine Federkraft im Betätigungsbereich eines Initiators gehalten. Ein Nachlassen der Seilspannung führt zu einer Lageveränderung des beweglichen Teiles, und der Antrieb wird abgeschaltet.
Bei einer weiteren Ausführung sind parallel zum Seil Dauermagnete angeordnet, und bei einem Nachlassen der Seilspannung wird durch die Querkraft der Dauermagnete das Seil in den Betätigungsbereich eines Schalters zur Abschaltung des Antriebes gezogen.
Des weiteren sind Ausführungen bekannt, wie durch Sensoren überwachte Drehzahl der letzten Umlenkrolle vor dem Lasthaken, federbelastete Rollensysteme zwischen zwei fixierten Seilablaufpunkten zur Betätigung eines Schlaffseilschalters oder die mechanische Betätigung eines Schalters durch das durchhängende Seil.
Allen Ausführungen ist gemeinsam, daß sie keinen wirksamen Schutz zur Verhinderung von Schlaffseilbtldung in einem Seilsystem darstellen.
Durch die bekannten Ausführungen werden lediglich während eines Arbeitszyklus entstandenes Schlaffseil angezeigt und über Betätigungseinrichtungen der Antrieb abgeschaltet. Es tritt eine Unterbrechung des Arbeitszyklus ein, und die Ursachen der Schlaffseilbildung sind zu beseitigen, bevor der Arbeitsprozeß fortgesetzt werden kann.
Schäden am Seilsystem sowie die Gefährdung von Personen und Umschlagsgut lassen sich auf Grund der in der Praxis üblichen hohen Seilgeschwindigkeiten nicht in jedem Fall ausschließen, da erst nach der erfolgten Schlaffseilbildung ein Signal zur Abschaltung des Antriebes gegeben wird.
Dadurch werden die Einsatzmöglichkeiten derartiger Einrichtungen für einen wirksamen Schutz von Auslegerkranen gegen Schlaffseil eingeschränkt.
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, eine Einrichtung zur Vermeidung von Schlaffseilbildung bei Auslegerkranen mit einem Hubseilsystem zu schaffen, die bei einer kostengünstigen und funktionssicheren Ausführung eine Unterbrechung des Arbeitszyklus auf Grund von Schlaffseil verhindert sowie Schäden am Seilsystem und die Gefährdung von Personen und des Umschlagsgutes vermeidet.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Erfindung hat die Aufgabe, abzusichern, daß die am Lasthakenende des Hubseiles wirkende Kraft während des gesamten Umschlagszyklus größer ist, als die Reibungs- und Massenkräfte des Hubseilsystems. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß unmittelbar vor einer Umlenkrollel an der Spitze des Auslegers eine Einrichtung mit einem Linearmotor angeordnet ist und bei eingeschaltetem Linearmotor auf das Hubseil eine Zugkraft direkt oder indirekt wirkt. Bei einer direkten Ausführung ist der Linearmotor über ein Stativ am Ausleger befestigt, wobei das Hubseil zwischen den Statoren des Linearmotors läuft und zwischen paarweisen Rollen vor und hinter dem Linearmotor geführt wird. Bei einer indirekten Ausführung ist am Ausleger in einem Fundament eine Antriebsrolle mit einer Planscheibe, auf einer Achse drehbar, angeordnet. Die Antriebsrolle ist mit der Planscheibe verdrehfest verbunden, und beidseits der Planscheibe sind die am Ausleger befestigten Statoren des Linearmotors angeordnet. Bei dieser Ausführung wird über eine Andrückrolle, an einem Hebel, der in einem Lager schwenkbar ist, durch die Kraft einer Feder das Hubseil bei unbelastetem bzw. wenig belastetem Lasthaken abgelenkt.
Der Schalter des Linearmotors kann über einen Kontakt im Steuerschalter des Hubwerkes sowie bei indirekter Ausführung und/oder in Abhängigkeit der Stellung des federbelasteten Hebels betätigt werden.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. In der zugehörigen Zeichnung zeigen
Fig. 1: Gesamtdarstellung eines Auslegerkranes mit einer Einrichtung zur Vermeidung von Schlaffseilbildung Fig. 2: eine Ansicht der Einrichtung mit direktem Seilantrieb Fig.3: eine Ansicht der Einrichtung mit direktem Seilantrieb Fig.4: eine Ansicht der Einrichtung mit indirektem Seilantrieb Fig.5: Schnitt A-A nach Figur 4.
In Figur 1 ist das Grundsystem der Hubseilführung bei einem Auslegerkran dargestellt. Von der in der Kransäule 1 gelagerten Hubseiltrommel 2 wird das Hubseil 3 über Umlenkrollen 4,5 zum Lasthaken 6 geführt. Vor der letzten Umlenkrolle 5 auf dem Ausleger 7 ist eine Einrichtung 8 zur Vermeidung von Schlaffseilbildung angeordnet. Dabei wird von einem Linearmotor 9 eine Zugkraft erzeugt, die direkt oder indirekt auf das Hubseil 3 wirken kann. In Figur 2 und 3 ist die Anordnung einer Einrichtung mit einem direkt auf das Hubseil 3 wirkenden Linearmotor 9 dargestellt. Auf dem Ausleger 71st ein Stativ 10 mit dem Linearmotor 9 angeordnet. Das Hubseil 3 läuft zwischen den Statoren 11 des Linearmotors 9 und wird zwischen den Rollen 12 geführt. Wird die Hubseiltrommel 2 im Hubsinn betrieben, bleibt der Linearmotor 9 ausgeschaltet, da bei diesem Betriebszustand die auf das Hubseil 3 in Bewegungsrichtung wirkenden Kräfte größer als die Reibungs- und Massenkräfte des Hubseilsystems sind, so daß keine Seillose auftreten kann. Im Senkbetrieb der Hubseiltrommel 2 wird über einen Schaltkontakt im Steuerschalter des Hubwerkes der Linearmotor 9 zugeschaltet. Die in dem Linearmotor 9 erzeugte Zugkraft wird berührungslos auf das Hubseil 3 übertragen und bewirkt, daß es auch bei hohen Seilgeschwindigkeiten und leerem Lasthaken durch die Trägheit des Seil- und Rollensystemes nicht zu nachteiligen Schlaffseilbildungen kommt.
In Figur 4 und 5 ist die Anordnung einer Einrichtung 8 mit einem indirekt auf das Hubseil 3 wirkenden Linearmotor 9 dargestellt. Die Einrichtung 8 wird stets dann in Senkenrichtung auf das Hubseil 3 wirksam, wenn die Reibungs- und Massenkräfte des Hubseilsystems größer als die am Lasthaken 6 wirkenden Kärfte sind und damit die Gefahr der Schlaffseilbildung verbunden mit einer unkontrollierten Führung des Hubseiles 3 zwischen den Umlenkrollen 4 und 5 gegeben ist. Die Einrichtung 8 ist in einem Fundament 13, das mit dem Ausleger 7 fest verbunden ist, unmittelbar vor der Umlenkrolle 5 angeordnet. Das Hubseil 3 wird zwischen den Umlenkrollen 4 und 5 durch eine mit einer Feder 14 beaufschlagte Andrückrolle 15 abgelenkt und gegen eine Antriebsrolle 16 gepreßt. Die Andrückrolle 15 ist auf einem Hebel 17, der um ein auf dem Fundament 13 befestigtes Lager 18 schwenkbar ist, befestigt. Der Hebel 17 ist im dargestellten Beispiel mit einem Schalter 19 wirkverbunden. Mit der Antriebsrolle 16 ist eine Planscheibe 20 verdrehfest verbunden, und beide sind auf einer Achse 21 drehbar angeordnet. Die Achse 21 ist im Fundament befestigt. Beidseits der Planscheibe 20, die aus elektrisch leitfähigem Material, beispielsweise Kupfer oder Aluminium, gefertigt ist, ist in Linearmotor 9, mit den Statoren 11, der mit dem Fundament 13 fest verbunden ist, angeordnet. Im dargestellten Betriebszustand nach Figur 4, der beispielsweise beim Senken des leeren Lasthakens 6 auftritt, ist über den Schalter 19 der Linearmotor 9 eingeschaltet, und die an der Planscheibe 20 erzeugte Umfangskraft wird über die Antriebsrolle 16 im Senksinn auf das Hubseil 3 wirksam. Damit wird abgesichert, daß im Hubseil 3 stets eine Zugkraft wirkt und somit eine Schlaffseilbildung zwischen der Hubseiltrommel 2 und der an der Spitze des Auslegers 7 angeordneten Einrichtung 8 verhindert wird. Eine Schlaffseilbildung zwischen der Einrichtung 8 und dem Lasthaken 6 ist auf Grund der Kräfteverhältnisse, Eigengewicht des Lasthakens 6 und des Hubseiles 3, nicht möglich. Befindet sich am Lasthaken 6 eine entsprechend große Last, wird durch die Längskraft im Hubseil 3 die durch die Feder 14 auf das Hubseil 3 wirkende Querkraft überwunden, und über den Hebel 17 wird der Linearmotor 9 ausgeschaltet. Es ist auch möglich, den Schalter 19 so anzuordnen, daß er unabhängig von der Stellung des Hebels 17 betätigt wird. In diesem Fall ist der Schalter 19 mit dem Steuerschalter des Hubwerkes wirkverbunden und wird stets bei Betätigung des Hubwerkes in Senkenrichtung der Last eingeschaltet. Mit den vorstehend beschriebenen Ausführungen werden Lösungen vorgestellt, die die Vermeidung von Schlaffseilbildung bei allen Belastungsverhältnissen am Lasthaken 6 absichern. Die Anwendung ist insbesondere beim Koppelbetrieb von zwei Kranen, bei Sonderkranen mit zulässigem Schrägzug sowie beim Umschlag von Gütern auf hoher See ohne Seegangsfolgeeinrichtungen zweckmäßig.
Claims (6)
1. Einrichtung zur Vermeidung von Schlaffsetibildung bei Auslegerkranen mit einem Hubseilsystem und einer an der Kransäule angeordneten Hubseiltrommel, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar vor einer Umlenkrolle (5) an der Spitze des Auslegers (7) eine Einrichtung (8) mit einem Linearmotor (9) angeordnet ist und bei eingeschaltetem Linearmotor (9) auf das Hubseil (3) eine Zugkraft direkt oder indirekt wirkt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Linearmotor (9) über ein Stativ (10) am Ausleger (7) befestigt ist, das Hubseil (3) zwischen Rollen (12) geführt ist und zwischen Statoren (11) des Linearmotors (9) läuft.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Ausleger (7) in einem Fundament (13) eine Antriebsrolle (16) mit einer Planscheibe (20), auf einer Achse (21) drehbar, angeordnet ist, die Antriebsrolle (16) mit der Planscheibe (20) verdrehfest verbunden ist und beidseits der Planscheibe (20) die am Ausleger (7) befestigten Statoren (12) des Linearmotors (9) angeordnet sind.
4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Andrückrolle (15), an einem Hebel (17), der in einem Lager (18) schwenkbar ist, durch die Kraft einer Feder (14) das Hubseil (13) bei unbelastetem Lasthaken (6) ablenkt.
5. Einrichtung nach den Ansprüchen 1,3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (17) mit einem Schalter (19) in Wirkverbindung steht.
6. Einrichtung nach den Ansprüchen 1,2,3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalter (19) des Linearmotors (9) über einen Kontakt im Steuerschalter des Hubwerkes nur beim Senkbetrieb des Linearmotors (9) betätigt wird.
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1989
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