DD293341A5 - Verfahren zur erhoehung der mgso[exp-][ind4]-prozessvertraeglichkeit bei der flotativen aufbereitung polymineralischer hartsalze - Google Patents

Verfahren zur erhoehung der mgso[exp-][ind4]-prozessvertraeglichkeit bei der flotativen aufbereitung polymineralischer hartsalze Download PDF

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Klaus Behme
Guenter Doering
Heinz Scherzberg
Helmut Winkler
Rainer Mueller
Klaus Kaeseberg
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Veb Kalibetrieb Suedharz,De
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erhoehung der MgSO4-Prozeszvertraeglichkeit bei der flotativen Aufbereitung polymineralischer Hartsalze zu Kaliduengemitteln. Ziel und Aufgabe der Erfindung besteht in der Vermeidung spontan eintretender Prozeszstoerungen infolge unkontrollierter Doppelsalzkristallisation aus der Traglauge. Erfindungsgemaesz wird die Aufgabe dadurch geloest, dasz parallel zum Flotationsprozesz die Traglauge einen kontinuierlichen Mineralaufloesungs- und Kristallisationsprozesz unterworfen wird.{Flotation; MgSO4-Prozeszvertraeglichkeit; Kaliduengemittel; polymineralische Hartsalze; Doppelsalzkristallisation; Prozeszstoerungen}

Description

Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der MgSO4-Prozeßverträglichkeit bei der flotativen Aufbereitung polymineralischer Hartsalze zu Kalidüngemitteln. Das Verfahren ist anwendbar für polymineralische Kalirohsalze komplizierter Zusammensetzung mit wechselnden Mengenverhältnissen der mineralischen Bestandteile bestehend aus Sylvin (KCI), Halit (NaCI), Anhydrit (CaSO4), Kieserit (MgSO4 · H2O), Langbeinit (K2SO4 · 2MgSO4), Polyhalit (K2SO4 · MgSO4 2CaSO4 2H2O), Kainit (KCI · MgSO4 2,75H2O), Carnallit (KCI MgCI2 6H2O) und geringen Anteilen unlöslicher Bestandteile (Tone), die durch Flotation in einer MgCI2-, MgSO4-, KCI- und NaCI-haltigen Flotationslaugo zu KCI-haltigen Düngemitteln aufbereitet werden.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Polymineralische Hartsalze gehören zu den am schwierigsten aufzubereitenden Kalirohsalztypen. Eins bevorzugtes Verfahren ist deren flotative Aufbereitung zu einem Mg-haltigen Kalidüngemittel mit 38 bis42% K2O sowie ä 3,5% MgO als MgSO4 (KAMEX). Das im Grubenbetrieb gewonnene polymineralische Rohsalz wird auf Flotationsfreiheit zerkleinert und in einer MgCI2-, MgSO4-, KCI- und NaCI-haltigen Flotationslauge im mehrstufig ausgelegten Flotationsprozeß mit N-Alkylaminen als Sammler flotiert und dabei ein KCI-Flotationskonzentrat gewonnen, welches filtriert und getrocknet wird, während der Flotationsrückstand nach zwischengeschalteter Kalikieserit-Gewinwung zur Halde gelangt und dort deponiert wird. Der Flotationsprozeß wird in einer Flotationstraglauge durchgeführt, welche größtenteils im Kreis geführt wird. Nur die mit Konzentrat und Rückstand verlustig gehenden Haftlaugen werden durch Wasserzusatz ergänzt. Nach Auflösung von Sylvin und Halit sowie von magnesiumhaltigen Mineralsalzen stellen sich in der Flotationstraglauge Lösungskonzentrationon von etwa 120 bis 150g/l MgCI2 und 85 bis 95g/l MgSO4 ein, die entsprechend der Flotationstemperatur an Alkalichloriden (KCI, NaCI) gesättigt sind.
Von Bedeutung ist die MgCI2-Konzentration der Flotationslauge, diese ist über die Steuerung des Carnallitgehaltes im Rohsalz so beeinflußbar, daß der MgCI2-Gehalt im genannten Bereich ohne größere Schwankungen beibehalten wird, um einerseits die praktischen Anforderungen des Flotationsprozesses in Hinblick auf möglichst hohe Selektivität und K2O-Wertstoffausbeute zu erfüllen, andererseits um die im Zusammenhang stehende Auflösung der Sulfatmineralien des Kalirohsalzes und die Sekundärkristallisation woiterer und neuer Sulfatmineralion zu begrenzen.
Auch bei konsequenter Ausnutzung dieser Steuerungsmöglichkeiten unter den Bedingungen der Gesetzmäßigkeiten der Lösungsgleichgewichte hält sich das MgS04-Konzentrationsniveau der Flotationslauge infolge unvermeidbarer Auflösung von Kieserit und Kainit ständig oberhalb von 80g/l MgSO4 und liegt damit in der Höhe der prozeßgefährdenden Kristallisation von sogenannten sekundären Sulfatmineralien. Da im Temperaturbereich von 20°C bis 250C und bei etwa 85g/l MgSO4 die
unkontrollierte spontane Kristallisation des Doppelsalzes Schönit (K2SO4 · MgSO4 · 6H2O) beginnen und zu Wertstoffverlusten, unselektiver Flotation sowie Verkrustung wichtiger Apparate führen würde, wird zur Abwendung dieser Gefahr die Flotationstemperatur durch Aufheizung der Flotationslösung auf +280C erhöht und danach der Flotationsprozeß bei +28°C bis +35°C durchgeführt. Somit kann der Grenzbereich des möglichen Einsetzens der Schönitkristallisation auf 95 bis 100 g/l MgSO4 angehoben werden. Trotz dieser erheblichen Steigerung der oberen MgSO4-Konzentrationsgrenze durch Temperaturerhöhung darf der Anteil auflösbarer Sulfatmineralien im Rohsalz nur im Bereich enger Obergrenzen schwanken. So führt jedes unkontrollierte Ansteigen des Kainit- und Kieseritgehaltes sowie die meist verfahrensbedinf jte Erhöhung der Auslösegrade dieser Minerale zur Gefahr der Überschreitung der Löslichkeit weiterer sulfathaltiger Mineralsalze, so daß damit die MgSO4-Prozeßverträglichkeit erneut überschritten wird. Bei Temperaturen oberhalb 320C tritt zusätzlich neben der Gefahr der unkontrollierten Ausscheidung von Schönit die der spontanen Kristallisation von Leonit (K2SO4 · MgSO4 4H2O) auf. Diese Leonit-Kristallisation führt infolge des unkontrollierten Eintretens zu weitaus größeren Schwierigkeiten im Flotationsprozeß, da Leonit unter diesen Bedingungen in Form feinster Blättchen spontan auskristallisiert. Infolgedessen verschlammen Flotationskonzentrate und -rückstände, und es bilden sich stabile und danach verhärtende Mineralsalzschlämme. Diese folgenschwere unkontrollierte Leonitkristallisation oberhalb 100g/l MgSO4 tritt immer dann verstärkt ein, wenn im
der obengenannten hohen MgSO4-Konzentrationen in der Flotationstraglauge verursachen.
Nach DDWP119388 ist ein Verfahren vorgeschlagen worden, durch welches nach Tiefkühlung eines Teilstromes der Hartsalz-Flotationslauge auf etwa O0C aus dieser neben KCI aus Schönit ausgesalzen und auf diese Weise die MgS04-Konzentration der Flotationslauge etwas erniedrigt wird. Ziel dieses Verfahrens nach DDWP119388 ist jedoch vor allem eine Voraussetzung dafür zu schaffen, um eine zusätzliche Wertstoffgewinnung, wie Auslaugen von Kaliumsalzen aus Flotationsrückständen sowie eine Stabilisierung der Flotationstemperatur vornehmen zu können. Eine Beeinflussung des Sulfatgehaltes der Flotationstraglauge erfolgt nur im geringen Umfang, da sowohl ein Teilstrom der Flotationslauge durch Tiefkühlung behandelt wird, als auch danach, infolge der somit erhöhten KCI- und MgSO4-Lösespanne (in Kontakt mit den auszulaugenden Rückständen), MgSO4-haltige Minerale verstärkt aufgelöst und das ursprüngliche Konzentrationsniveau an MgSO4 bereits wieder erreicht wird, bevor die so behandelte Lauge mit dem Hauptstrom vereinigt wird.
Ebenfalls zum Stand der Technik gehört das in der DEAS1567984 beschriebene Verfahren zur Verarbeitung kieseritischer Hartsalze durch einen KCI-Heißlöseprozeß mit anschließender fraktionierter Kristallisation der beim Heißlösen erhaltenen an MgSO4 übersättigten Hartsalzlösung. Dabei wird durch heißes Auslösen des Rohsalzes eine KCI-NaCI-gesättigte Lösung erzeugt und abgekühlt, wobei ohne besonders Vorkehrungen es zur Kristallisation von Schönit und Leonit im kalten Teil des Vakuumkühlprozesses kommt und durch unkontrolliertes Leonitkristallisat erhebliche Störungen im gesamten kalten Teil des Prozesses einschließlich der Wiedererwärmung der Löselauge hervorgerufen werden.
Nach DE AS 1567984 lassen sich diese Erscheinungen dadurch vermeiden, daß die übersättigte Mutterlauge mit etwa 150 bis 300g/l Leonit geimpft und die Übersättigung in einem Ausrührprozeß in einem Rührbehälter mit nachgeschaltetem Eindicker abgebaut und die Mutterlauge in den auf KCI/NaCI-Sättigung bezogenen stabilen Zustand überführt wird, bevor sie wiedererwärmt wird. Das beschriebene Verfahren kann nur im Anschluß an einen KCI-Heißlöseprozeß durchgeführt werden und ist für Flotationsprozesse ungeeignet.
Die Korrektur der chemischen Zusammensetzung der Flotationstraglauge kann bisher nur durch Beeinflussung der mineralischen Zusammensetzung des Rohsalzes beziehungsweise in begrenztem Maße durch Laugenaitstausch erfolgen. Bei Überschreitung der MgSO4-Prozeßverträglichkeit, welche auch bereits durch kurzfristige Abweichungen der Rohsalzzusammensetzung bezüglich der Obergrenze auflösbarer Sulfatmineralien verursacht werden kann, treten die Doppelsalzbildungen unkontrolliert ein und müssen bisher trotz aller nachteiligen Folgen für den Verarbeitungsprozeß in bezug auf Prozeßstörungen, Prozeßausbeute und Qualität e'er Finalprodukte in Kauf genommen werden.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung ist die Vermeidung von Prozeßstörungen, Wertstoffverlusten und Qualitätseinbußen der Finalprodukte bei der flotativen Hartsalzverarbeitung und deren negative Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Herstellungsprozesses der Kalidüngemittel.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Erhöhung der MgSO4-Prozeßverträglichkeit des Flotationsprozesses polymineralischer Hartsalze bei Vermeidung spontan eintretender Prozeßstörungen infolge unkontrollierter Doppelsalz-Kristallisation aus der Flotations-Traglauge während des eigentlichen Flotationsvorganges. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die im Störungsfall spontan auftretende und unkontrolliert ablaufende Auskristallisation von feinkörnigen Doppelsulfaten (Schönit: K2SO4 MgSO4 · 6H2O und Leonit: K2SO4 · MgSO4 4H2O) aus der Flotations-Traglauge durch eine kontinuierliche, gesteuerte und damit kontrollierte Kristallisation von grobkörnigem Leonit außerhalb der Flotationsapparate ersetzt wird, wobei der kristallisierte Leonit bei der Kalidüngemittelherstellung mitverwendet werden kann. Es wurde überraschenderweise gefunden, daß die an den Bodenkörpern Schönit und Leonit labil übersättigte Flotationstraglauge unter Ausnutzung der Kristallisationsverzögerung des Doppelsalzes Leonit außerhalb der Flotationsmaschinen und vor ihrer Wiederverwendung zum erneuten Anmaischen des zerkleinerten Kalirohsalzes zur Flotationstrübe durch einen kontinuierlichen und steuerbaren Kristallisationsvorgang von Leonit in einem Leonitkristallbett in eine solche Zusammensetzung überführt werden kann, daß sie auch im Kontakt mit dem SO4-haltigen Rohsalz in der Flotationszelle, keinen so stark übersättigten Zustand erreicht, damit keine unkontrollierte Leonitbildung eintreten kann. Weiterhin wurde gefunden, daß sich aus der Lösung das Sulfat bei kontinuierlicher Vermeidung der MgSO4-Konzentration bis auf etwa 80g/l MgSO4 bei der üblichen Temperatur des Flotationsprozesses als Leonit ohne Zuführung der Abführung von
Wärme isotherm auskristallisieren läßt. Überraschend ist, daß trotz des Vorhandenseins von Flotationsmitteln der Leonit dabei in Form grober Kristalle von bis zu 0,8mm Kantenlänge gebildet wird, welche sich stark von den feinsten plattenförmigen Leonit-Kristallen unterscheiden, die bei spontaner Kristallisation gebildet werden, schlecht oder nicht sedimentieren und Mineralschlämme hoher Stabilität ausbilden. ' .
Die aufgefundenen Kristallisationsbedingungen zur Erzeugung von grobkörnigem Leonit aus Lösungen des Flotationskreislaufes bei praktisch vollständigem Abbau der auf KCI/NaCI-Sättigung (temperaturabhängig) bezogenen Leonitübersättigung sind:
- kontinuierliches Durchleiten der übersättigten Flotationslauge durch ein durch Rühren oder anderweitig bewegtes Kristallbett
hoher Dichte in einem in Suspendier- und Klärzone unterteilten Reaktionsgefäß
- Feststoffgehalte im Kristallbett von 350 bis 550g/L Leonit bei größer als 80% Leonitanteil im Feststoff
- Kristallisationstemperatur von 28-380C, vorzugsweise bei 35-360C
- Verweilzeiten der Lösungsphase im Kristallisationsprozoß von 1,5 bis 4,5 Stunden
- Verweilzeiten der Feststoff phase im Kristallbett von 40-70 Stunden
- Sättigung an KCI und NaCI entsprechend der Umsetzungstemperatur und MgCI2/MgS04-Konzentration im stabilen Leonitfeld des quinären ozeanischen Lösungssystem (K+, Na+, Mg++/SO4 , Cl~ — H2O).
Dieser Kristallisationsprozeß unterscheidet sich von einem einfachen Impf- oder Ausrührprozeß wesentlich. Der Leonit-Kristallisationsprozeß verläuft erfindungsgemäß kontinuierlich, indem die leonitübersättigto Flotationslauge nach inrer Abtrennung aus einer geeigneten Prozeßstufe des Flotationsprozesses, Vorreaktions- und Kainitlösestufe oder einer Flotationsstufe, oder vom Flotationskonzentrat beziehungsweise Flotationsrückstand) nach partieller Auflösung sulfatischer Mineralien des polymineralischen Rohsalzes durch Reaktionskristallisatoren geleitet wird, die in bekannter Weise durch Einbauten in eine Zone hohen Feststoffgehaltes (Kristallisationszone) und eine Zone ohne nennenswerten Feststoffgehaltes (Klärzone) unterteilt sind, wobei der Lösungsdurchsatz in Relation zum Gefäßvolumen so zu wählen ist, daß die Verweilzeit von 1,5 bis 4,5 Stunden eingehalten wird.
Die zugeführte mit der MgSO4-Konzentration Ci tritt mit der MgSO4-Konzentration C2 als kristallfreie klare Lösung aus. Die Differenz c MgSO4 = Ct - C2 kristallisiert als grobkörniger Leonit gemäß der chemischen Umsetzungsgleichung
2MgSO4 + 2KCI + 4H2O = K2SO4 · MgSo4 · 4H2O + MgCI2
aus und vermehrt die Masse des Leonits im Kristallbett.
Das erforderliche KCI entstammt dem gelösten und suspendierten KCI der Flotationslösung. Zur Gewährleistung der KCI-Sättigung kann im Bedarfsfall weiteres festes KCI zugeführt werden. Die durch Kristallisation vermehrte Kristallmasse wird kontinuierlich oder periodisch entfernt, indem ein Teil des Kristallbettes aus dem Reaktor abgelassen wird. Nach Filtration kann der gewonnene Leonit dem Flotationskonzentrat beigemischt oder in anderer Weise verwendet werden. Eino Verwendungsmöglichkeit, bei welcher die chemische Qualität des Kristallisationsproduktes (Chloridfreiheit, Mg-Gehalt) genutzt wird, ist die Einführung in einen Kaliumsulfatprozeß; zur Umsetzung zu Kaliumsulfat sind bekannte Verfahren anwendbar. Wegen der hohen Qualität des erzeugten Leonits ist aber auch ein Verschneiden mit Kaliumsulfat von 53% K2O einer vorhandenen Kaliumsulfatanlage zu Kaliumsulfat mit ä 50% K2O möglich. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit, weiche durch die beim erfindungsgemäßen Verfahren resultierende Grobkörnigkeit des Leonits ermöglicht wird, ist dessen Trocknung mittels Heißluft und dessen Verwendung als chloridarmes oder -freies Kalium-Magnesium-Düngemittel bestehend aus 1 mol Kaliumsulfat und 1 mol Magnesiumsulfat. Die bezüglich des MgSO4-Gehaltes auf die Konzentration C2 abgesicherte Flotationslauge kann für einen erneuten Flotationsprozeß wiederverwendet werden und erreicht nach Durchlauf durch den mehrstufigen Flotationsprozeß infolge Auflösung sulfatischer Mineralsalze schrittweise die MgSO4-Konzentration C2, ohne daß es im Verarbeitungsprozeß zur prozeßstörenden sekundären Doppelsalzkristallisation kommt. Es ist auch möglich, insbesondere bei Vorhandensein von großen Anteilen relativ schnell in Lösung gehenden Kainits (KCI MgSO4 2,75H2O), das zerkleinerte Rohsalz mit der sulfatärmeren frischen Flotationslauge der MgSO4-Konzentration C2 umzusetzen, worauf durch Auflösung des Kainits die MgS04-Konzentration auf C| ansteigt, danach feste und flüssige Phase wieder voneinander zu trennen und das nunmehr an Kainit verarmte Rohsalz in herkömmlicher Weise und ohne Störungen zu Notieren, und die abgetrennte flüssige Phase, wie dargestellt, durch Leonit-Kristallisation von der MgSO4-Konzentration Cj auf die der Konzentration C2 abzureichern und erneut zu verwenden. Die Erfindung wird durch Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Ausführungsbeispiel 1 Hierzu Figur 1
100m3 Flotationstraglauge der Zusammensetzung 113g/l MgCI2,100g/l MgSO4,113g/l KCI, 114g/l NaCI und 860g/l H2O mit einer Temperatur von +360C werden in einen 300 m3 Rührreaktor 2 mit durch ringförmige Einbauten 2 a und 2 b voneinander getrennter Kristallisations- und Klärzone eingeleitet. Als Rührreaktor 2 kann vorteilhaft die in DDWP261479 beschriebene Vorrichtung verwendet werden. In der Kristallisationszone des Peaktors 2 befindet sich ein gerührtes Kristallbett aus etwa 80 bis 85% Leonit, 3 bis 8% KCI und 5 bis 12% NaCI, dessen Zusammensetzung kontrolliert und durch Zufuhr von Flotationskonzentrat im Bedarfsfall korrigiert wird. Fast immer sind in der Flotationstrag lauge bereits genügende Mengen Feststoff enthalten, so daß etwas überschüssiges KCI und NaCI in den Reaktor 2 zwangsweise eingeführt wird. Im Reaktor 2 beträgt der Feststoffgehalt 390 bis 450g/l Suspension und wird durch Abzug der der Krista"isatneubildung entsprechenden Kristallisatmenge etwa bei diesem Wert gehalten, wobei 350g/l als unterer und 550g/l als oberer Grenzwert möglichst nicht unter- bzw. überschritten werden sollen.
Das abgezogene Leonitkristallisat wird einem separaten Filter 1 zugeführt und durch Filtration gewonnen und dem Flotationskonzentrat beigemischt oder auf andere Weise weiterverwendet. Es ist auch durchführbar, die abgezogene Leonit-Kristallisat-Suspension direkt in den Filtertrog des ohnehin vorhandenen Konzentratfilters einzuführen, wobei dessen Filtration in diesem Fall vorteilhafter zusammen mit dem Flotationskonzentrat erfolgt. Am Lösungsüberlauf des Rührgefäßes 2 fließt eine Lösung der Zusammensetzung von etwa 122g/l MgCI2,81 g/l MgSO4,109g/l KCI, 108g/l NaCI und 855g/l H2O ab, die in einem Lösungsstapeltank 3 zwischengespeichert, bevor diese erneut ais Flotationstraglauge des Flotationsprozeß zugeführt wird.
- 4 - 293 341 Ausführungsbeispiel 2
Hierzu Figur 2
In einer Maische 1 werden ungefähr 27OmVh KCI- und NaCI-gesättigte Lauge mit etwa 130g/l MgCI2 und mehr als 84g/l MgSO4
aus dem Stapeltank 4 entnommen und mit 10Ot polymineralischem Hartsalz der mineralischen Zusammensetzung 14,8% Sylvin, 1,5% Langbeinit,48,3% Halit, e.eroKainit.O.yyoAnhydritj^BroCarnalliXy^yoKieserit.i.yyoTonja.OyoPolyhalitJObis 20 Minuten bei 34-360C zu einer Suspension angerührt. Aus dem K*>lnit- und Kieseritanteil des Rohsalzes lösen sich 4,8t MgSO4 auf, wodurch die MgS04-Konzentration der Lösung auf etwa 101 g/l MgSO4 erhöht wird.
Alle übrigen Minarale bleiben ungelöst. Die Suspension wird einem Eindicker 2 zugeführt, der diese auf den für den Flotationsprozeß notwendigen Feststoffgehalt von 450-500 g/l eingedickt. Diese eingedickte Suspension geht in den Flotationsprozeß und wird nach üblichem Verfahren zu einem Kalidüngemittel flotativ aufbereitet. Die aus dem Eindicker abfließende Lauge gelangt in den Reaktionskristallisator 3, ebenso die rückgeführte Traglauge des Flotationsprozesses beziehungsweise ein Anteil davon. Beide Laugen werden bei einer mittleren Verweilzeit von 1,8 Stunden zur Kristallisation gebracht. Die Kristallisationsbedingungen entsprechend Beispiel 1. Durch diese Behandlung wird der MgSO4-GeHaIt auf 84g/l MgSO4 abgebaut. Diese so regenerierte Mutterlauge gelangt in den Stapeltank 4.
Aus dem Reaktor 3 werden aus etwa 100 nrVh Lauge vom Überlauf des Eindickers 2 sowie etwa 160 bis 170 m3/h rückgeführter Flotationstraglauge mit einem Gehalt an MgSO4 von etwa 103g/l 7,5t/h Leonit gebildet. Der gebildete Leonit wird aus dem Reaktionskristallisator 3 als Suspension abgezogen und filtriert. Das Leonit-Filtrat wird in den Tank 4 zurückgeführt und Leonit dem Kalidüngemittel vor der Trocknung beigemischt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren entsteht der Vorteil, daß selbst große Mengen von löslichen SO4-haltigen Mineralen, insbesondere Kainit, nicht mehr zu unkontrollierten Aussalzungsvorgängen im Laugenkreislauf der Flotation führen können und damit insbesondere stabile Mineralschlämme nicht mehr auftreten.

Claims (6)

1. Verfahren zur Erhöhung der MgSCVProzeßverträglichkeit bei der flotativen Aufbereitung polymineralischer Hartsalze, bestehend aus den Mineralbestandteilen Sylvin, HaNt, Anhydrit, Kieserit, Langbeinit, Polyhalit, Kainit, Carnallit und Ton in wechselnden Mengenverhältnissen, zu Kalidüngemitteln durch an sich bekannte Leonitkristallisation, gekennzeichnet dadurch, daß die durch Mineralauflösung sulfatischer Minerale, wie Kainit und Kieserit, in Lösung gegangene
Sulfatmenge aus der Traglauge des FlotationsprozesE~.s durch einen kontinuierlichen
Kristallisationsprozeß in Reaktionskristallisatoren mit voneinander getrennter Suspendier- und Klärzone bei Temperaturen von 28-380C, Feststoffgehalten im Kristallbett von 350-550g/l, Verweilzeiten der Lösungen von 1,5-4,5 Stunden, Verweilzeiten der Feststoffphase von 40-70 Stunden auskristallisiert, der Leonit von der im Sulfatgehalt verringerten Traglauge vor deren Wiederverwendung im Flotationsprozeß abgetrennt und entweder dieser dem Flotationskonzentrat zugemischt oder einem anderen Verwendungszweck zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der gewonnene Leonit einem Kaliumsulfatherstellungsprozeß zugeführt und zu Kaliumsulfat umgesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der gewonnene Leonit getrocknet und als chloridarmes K-Mg-Düngemittel verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 3, gekennzeichnet dadurch, daß der getrocknete Leonit zum Verschneiden von Kaliumsulfat auf die Handelsqualität ^ 50% K2O verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, daß die Kristallisation des Leonits aus den vom Konzentrat oder Rückstand des Flotationsprozesses abgetrennten Flotationslaugen vor ihrer Wiederverwendung im Flotationsprozeß erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß die Kristallisation des Leonits aus einem Lösungsgemisch erfolgt, welches aus einem Teil des beim Anmaischen des zerkleinerten Rohsalzes vor dem Flotationsprozeß anfallender Traglauge vor deren Wiederverwendung zum Anmaischen des Rohsalzes erfolgt.
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