DD296827A5 - Formulierung von thiocyanaten als pflanzenschutzmittel - Google Patents

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DD296827A5
DD296827A5 DD30553487A DD30553487A DD296827A5 DD 296827 A5 DD296827 A5 DD 296827A5 DD 30553487 A DD30553487 A DD 30553487A DD 30553487 A DD30553487 A DD 30553487A DD 296827 A5 DD296827 A5 DD 296827A5
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Ulrich Burth
Guenter Motte
Bernd Goetzmann
Rainer Mueller
Thomas Strumpf
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Biologische Zentralanstalt Berlin,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue Formulierungen von dissoziierenden Thiocyanaten als Pflanzenschutzmittel, die Thiocyanate allein oder in Kombination mit Fungiziden und im Bedarfsfall mit Bakteriziden enthalten und eine kontinuierliche Versorung der Kulturpflanzen im Konzentrationsbereich zwischen 0,1 und 50 g/ml ermoeglichen.{dissoziierende Thiocyanate; Natrium-, Kalium- und Ammoniumthiocyanat; Formulierung; kontinuierliche Versorgung der Pflanze; Kombination; Fungizide; Bakterizide}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Formulierungen von Thiocyanaten als Pflanzenschutzmittel und deren Anwendung in der Land- und Forstwirtschaft, im Obst· und Gartenbau sowie im Zierpflanzenbau.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Von Thiocyanaten, vorzugsweise dissoziierenden Thiocyanaten wie Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze sind verschiedenartige Effekte auf die Kulturpflanze bekannt. So können z. B. die Wundheilung gefördert, das Resistenzniveau gegenüber Phytopathogenen erhöht, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Streßsituationen und Umweltnoxen verbessert und die Verluste durch Lagerfäulen an Kartoffeln gesenkt werden. Ein Problem bei der Anwendung von Thiocyanaten stellen phytotoxische Effekte bedingt durch unphysiologische Konzentration dar, die sich zwangsläufig ergeben, wenn durch erhöhte Wirkstoffmengen die Kulturpflanzen über einen längeren Zeitraum versorgt werden sollen. Erfolgt die Anwendung in physiologisch günstigen Konzentrationen, dann befriedigt häufig die Wirkungsdauer nicht.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, die Nachteile bekannter Formulierungen von Thiocyanaten für den Einsatz als Pflanzenschutzmittel zu beseitigen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, geeignete Formulierungen von Thiocyanaten zu suchen, die beim Einsatz als Pflanzenschutzmittel phytotoxisch unbedenklich sind, eine bessere Wirkung und längere Wirkungsdauer aufweisen. Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, daß Formulierungen von bekannten Thiocyanaten, vorzugsweise dissoziierenden Thiocyanaten wie Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze, allein oder in Kombination mit verschiedenartigen Fungiziden und im Bedarfsfall mit Bakteriziden als Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die eine Depotwirkung besitzen und die Kulturpflanzen kontinuierlich mit dissoziierten Thiocyanaten in einem Konzentrationsbereich zwischen 0,1 und GQ\ig/m\, vorzugsweise zwischen 1 und 30ug/ml, versorgen.
Die erfindungsgemäßen neuen Formulierungen können die üblichen Hilfs-, Verdünnungs-, Modifizierungs- oder Konditionierungsmittel, die hierunter der Bezeichnung „geeignete Trägersubstanzen" zusammengefaßt werden, zur Schaffung von Präparaten in Form von Lösungen, Emulsionen, Dispersionen, Pulvern, Stäuben, Granulaten, Mikrokapseln, zur Erzeugung von Aerosolen usw. umfassen. Die geeignete Trägersubstanz kann fest oder flüssig, sie kann anorganischer oder organischer Natur und synthetischer oder natürlicher Herkunft sein. Somit können die Präparate flüssig oder fest sein. Typische flüssige Trägersubstanzen sind u.a. Ketone, z.B. Methylcyclohexanon, aromatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Toluol und Methylnaphthalen, Erdölfraktionen und Leichtmineralöle, chlorierte Kohlenwasserstoffe, z. B. Tetra. Auch Mischungen der flüssigen Trägersubstanzen sind gebräuchlich.
Typische feste Trägersubstanzen umfassen natürliche oder synthetische Keramik oder Silikate, z. B. natürliche Silikate wie Diatomeenerde und Aluminiumsilikate, z. B. Kaoline, Montmorillonite und Glimmer. Die erfindungsgemäßen festen Formulierungen in Form von Pulver, Staub oder Granulaten können auch unter Verwendung von Talkum, natürlichem Ton, Pyrophyllit, Walnußschalen, Maiskolben oder Zucker u.a. m. hergestellt werden und schließen deren einzelne oder gemeinsame Verwendung zur Herstellung von festen Formulierungen mit ein.
Die erfindungsgemäßen neuen Schädlingsbekämpfungsmittel können ein oder mehrere oberflächenaktive Mittel und/oder Haftmittel als Konditionierungsmittel enthalten, um das Präparat leicht in Wasser dispergierbar zu machen. Ein oberflächenaktives Agens kann ein Emulgator oder ein Dispergator oder ein Netzmittel sein, es kann ionisch oder nicht ionisch sein. Beispiele für brauchbare oberflächenaktive Stoffe sind die Na- und Ca-Salze der Polyacrylsäure und Ugninsulfonsäure, die Kondensationsprodukte von Fettsäuren, von aliphatischen Aminen und Amiden, die wenigstens 12 C-Atome im Molekül enthalten, mit Ethylenoxid und/oder Propylenoxid, Fettsäureester vom Glycerin, Sorbit, Sucrose oder Pentaerythrit, Kondensationsprodukte dieser Stoffe mit Ethylenoxid und/oder Propylenoxid, Kondensationsprodukte von Fettalkoholen oder Alkylphenolen, z. B. p-Octylphenol oder p-Octylkresol mit Ethylenoxid und/oder Propylenoxid, Sulfaten oder Sulfonated dieser Kondensationsprodukte, Alkali- oder Erdalkalisalze, bevorzugt Na-Salze der Sulfin- oder Sulfonsäureester, die mindestens 10 C-Atome enthalten, z. B. Na-Laurylsulfat, Na-Salze der sekundären Alkylsulfate und Na-Alkylarylsulfonate, wie z. B. Na-Dodecylbenzensulfonat und Polymere von Ethylenoxid und Kopolymere von Ethylenoxid und Propylenoxid. Als Haftmittel können z. B. Polyvinylalkohol, Polyvinylazetat, Latex, Dextrine usw. zur Anwendung kommen. Die Menge an aktivem Bestandteil in den erfindungsgemäßen Präparaten variiert in Abhängigkeit von der Aufbringungsweise des Präparates und liegt gewöhnlich zwischen etwa 0,5 bis 95 Ma.-% des gesamten Präparates. Die hier verwendete Bezeichnung „aktiver Bestandteil" bedeutet mindestens ein dissoziierendes Thiocyanat allein oder in Kombination mit Fungiziden und im Bedarfsfall mit Insektiziden.
Der vorteilhafte Effekt dieser erfindungsgemäßen Formulierungen kann dann erreicht werden, wenn die Anwendung dissoziierender Thiocyanate allein oder dissoziierender Thiocyanate mit einem Fungizid und im Bedarfsfall zusätzlich mit einem Bakterizid im Verhältnis 100:1 bis 1:250, vorzugsweise im Verhältnis 50:1 bis 1:20 erfolgt Die Mischungsverhältnisse von Fungiziden zu Bakteriziden betrugen in den erfindungsgemäßen Formulierungen 100:1 bis 5:1.
Die Zusammensetzung kann erfindungsgemäß beispielsweise als Spritzpulver, als Mikrokapsel, als Staub, als Granulat, als Lösung, als emulgierbares Konzentrat, als Emulsion, als Suspensionskonzentrat oder als Aerosol formuliert werden. Die Zusammensetzung kann definierte „Release'-Eigenschaften besitzen.
Spritzpulver enthalten gewöhnlich 1S bis 75Ma.-% Aktivsubstanz und können zusätzlich zu einer inerten, festen Trägersubstanz 3 bis 10 Ma.-% eines Dispersionsmittels und, wenn erforderlich, 0 bis 10 Ma.-% eines Stabilisators, eines Penetrationsmittels und/oder eines Haftmittels enthalten.
Ein Stäubemittel wird gewöhnlich als Staubkonzentrat mit einer dem Spritzpulver ähnlichen Zusammensetzung aber ohne Dispersionsmittel formuliert und wird für die Feldanwendung mit weiteren festen Trägerstoffen vermischt, um eine Zusammensetzung zu erhalten, die 5 bis 25 Ma.-% an Aktivsubstanz enthält. Granulate besitzen gewöhnlich eine Größe von 10 bis 100Bs mesh (1,676-0,152mm) und können durch Imprägnierungs- oder Agglomerisationstechnik hergestellt werden. Grundsätzlich enthalten Granulate 5 bis 24Ma.-% der Aktivsubstanz und 0 bis 10Ma.-% Zusatzstoffe, z. B. Stabilisatoren, .slow release" Stoffe und/oder bindende Agentien. Emulgierbare Konzentrate enthalten gewöhnlich zusätzlich zu einem Lösungsmittel und, wenn erforderlich, einen Lösungsvermittler, 10 bis 50Ma.-% an Aktivsubstanz, 2 bis 20Ma.-% eines Emulgators und 0 bis 20Ma.-% anderer Zusätze, z. B. Stabilisatoren, Penetrationsmittel, Haftmittel und/oder Korrosionshemmer. Ein Suspensionskonzentrat ist ein stabiles, nicht sedimentierendes flüssiges Produkt und enthält gewöhnlich 10 bis 75 Ma.-% an Aktivsubstanz, 0,5 bis 10Ma.-% eines Dispersionsmittels, 0,1 bis 15Ma.-% eines Suspensionsmittels, z.B. ein Schutzkolloid und/oder ein thixotropes Agens, 0 bis 10 Ma.-% anderer Zusätze, z. B. ein Entschäumungsmittel, einen Korrosionshemmer, einen Stabilisator, ein Penetrationsmittel, ein Haftmittel und als Dispersionsmittel Wasser oder ein organisches Lösungsmittel. Gegebenenfalls können organische Zusätze und/oder anorganische Salze diesem Suspensionskonzentrat zugefügt werden, um Sedimentation zu verhindern oder als Frostschutzmittel zu fungieren.
Die Herstellung wäßriger Dispersionen oder Emulsionen durch Auflösung eines Spritzpulvers oder eines emulgierbaren Konzentrats der Erfindung mit Wasser liegt ebenfalls im Bereich der vorliegenden Erfindung.
Ausfuhrungsbeispiele Die ausgewählten Ausführungsbeispiele sollen die Erfindung erläutern ohne sie einzuschränken Beispiel 1 Fließfähige, wasserenthaltende Formulierung
Gew.-%
KSCN 20,0
Polyvinylalkohol 5,0
Methylcellulose 1,5
Ethylenglykol 8,0
nichtionisches, oberflächenaktives Mittel 7,0
Entschäumer 0,05
Wasserauf 100,0
Beispiel 2 Fließfähige, wasserenthaltende Formulierung als Kombination
Gew.-%
KSCN Beispiel 3 Beispiel 4 Beispiel5 5,0
Carbendazim Spritzpulverformulierungen Befeuchtbares Pulver Formulierung mit filmbildenden Eigenschaften 40,0
Bronopol 4,0
Polyvinylalkohol NaSCN NaSCN NaSCN 3,0
Methylcellulose Mancozeb Carbendazim Urethanpräpolymer 1,0
Ethylenglykol äthoxyliertes Nonylphenol Chloramphenicol Polyoxyethylennonylether 6,0
nichtionisches, oberflächenaktives Mittel Natriumdioctylsulfosuccinat Dextrin Alkylethersulfat 7,0
Entschäumer Natriumligninsulfonat Natriumlaurylsulfat Wasser auf 0,05
Wasser auf hydriertes Natriumsilicoaluminat sulfoniertes Lignin 100,0
Kaolin auf Diatomeenerde auf
Gew.-%
10,0
60,0
2.0
2,0
3,0
7,5
100,0
Gew.-%
0,6
36,1
0,8
10,0
3.0
2,0
100,0
Gew.-%
5,0
50,0
2,5
5,0
100,0
Beispiel 6 Effekte der kontinuierlichen Versorgung von Kartoffelpflanzen mit Kaliumthiocyanat Kartoffelknollen der Sorte 'Adretta' wurden mit Kaliumthiocyanat in wäßriger Lösung und in einer Formulierung, die eine
kontinuierliche Versorgung der Pflanzen ermöglicht, behandelt und in Töpfe ausgepflanzt. Zur Beurteilung der Effekte von
Kaliumthiocyanat wurden die Stengellängen nach dem Auf lauf zu mehreren Terminen im Abstand von 10 Tagen gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt. Der Tabelle 1 ist zu entnehmen, daß eine diskontinuierliche Versorgung der Kartoffelpflanzen zu einer Hemmung des Wachstums führt. Erst die Verwendung einer geeigneten Formulierung, die eine kontinuierliche Versorgung der Kartoffelpflanze mit Kaliumthiocyanat garantiert, führt zu einer deutlichen Verbesserung des Wachstums.
Tabelle 1: Ergebnisse der Anwendung von Kaliumthiocyanat bei diskontinuierlicher und kontinuierlicher Versorgung der Kartoffelpflanzen
Variante
bereitgestellte Menge
Kaliumthiocyanat
Mg/ml
Stengellänge1'% T, T2
T3
T6
1. diskontinuierliche 100
Versorgung 10
1.1. wäßrige Lösung
1.2. wäßrige Lösung
2. kontinuierliche 5
Versorgung 1
2.1. Formulierung
2.2. Formulierung
67 56 69 85 91 92
86 74 82 87 89 88
108 108 108 109 121 121
107 108 108 109 110 110
1 bezüglich unbehandelter Kontrolle

Claims (5)

1. Formulierungen von Thiocyanaten als Pflanzenschutzmittel, dadurch gekennzeichnet, daß sie Thiocyanate, vorzugsweise dissoziierende Thiocyanate, allein oder in Kombination mit verschiedenartigen Fungiziden und im Bedarfsfall mit Bakteriziden und Formulierungsmitteln enthalten.
2. Formulierungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie vorrangig Natrium, Kalium- und/oder Ammoniumthiocyanat enthalten.
3. Formulierungen nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie filmbildende Substanzen und/oder Haftmittel enthalten.
4. Formulierungen nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie in Form von Lösungen, Emulsionen, Dispersionen, Pulvern, Stäuben, Granulaten und Mikrokapseln erzeugt werden können.
5. Verfahren zur kontinuierlichen Versorgung der Kulturpflanzen mit Thiocyanaten als Pflanzenschutzmittel, dadurch gekennzeichnet, daß Formulierungen nach Anspruch 1 bis 4zur Erzeugung eines Konzentrationsbereichs mit Thiocyanaten zwischen 0,1 und 50 ppm, vorzugsweise zwischen 1 und 30 ppm zur Anwendung kommen.
DD30553487A 1987-07-30 1987-07-30 Formulierung von thiocyanaten als pflanzenschutzmittel DD296827A5 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN117320884A (zh) * 2021-05-31 2023-12-29 阪田油墨株式会社 清洗液

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