DE1006C - Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trockenen Chlorkalks - Google Patents

Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trockenen Chlorkalks

Info

Publication number
DE1006C
DE1006C DE1006DA DE1006DA DE1006C DE 1006 C DE1006 C DE 1006C DE 1006D A DE1006D A DE 1006DA DE 1006D A DE1006D A DE 1006DA DE 1006 C DE1006 C DE 1006C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
lime
cylinder
chlorine gas
chlorinated lime
chlorinated
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DE1006DA
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
E Maletra
Original Assignee
E Maletra
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication of DE1006C publication Critical patent/DE1006C/de
Application filed by E Maletra filed Critical E Maletra
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B11/00—Oxides or oxyacids of halogens; Salts thereof
    • C01B11/04—Hypochlorous acid
    • C01B11/06—Hypochlorites
    • C01B11/064—Hypochlorites of alkaline-earth metals

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

1S77.
Klasse 12.
EMILE MALETRA in PARIS. Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trocknen Chlorkalks.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. October 1877 ab.
Der trockene Chlorkalk wird jetzt von allen chemischen Fabriken in gemauerten, in bleiernen oder in gufseisernen Behältern fabricirt. Nur die Dimensionen der Behälter wechseln, die Methode ist überall dieselbe.
Man breitet auf dem Boden des Behälters eine Schicht von ungefähr ojisin pulverisirten Kalk; dann schliefst man die Thüreh so luftdicht als möglich und läfst das Chlorgas in das Innere eintreten.
In sehr geräumigen Behältern, z. B. in englischen Fabriken, giebt man der Kalklage keine gröfsere Dicke als 5 bis 7 cm; in anderen Fabriken sind die Behälter in Fächer getheilt, welche gestatten, den Kalk in dickere Schichten zu breiten, immer in der Absicht, die Oberfläche zvi vermehren und die Absorption des Chlors zu erleichtern, das Gas aber begegnet der Schwierigkeit, eine gewisse Dicke von Kalk durchdringen zu müssen, was immer eine sehr lange Zeit erheischt.
Dieses Verfahren ist ganz und gar primitiv. Es sucht zu bewirken, dafs das Gas langsam durch den Kalk absorbirt wird, um Zersetzung zu vermeiden und hat bedeutende Nachtheile; die in der Hauptsache nachstehend angegeben sind. .
Das Gas, sobald es in dem Behälter anlangt, wird sogleich durch die Oberfläche des Kalkes absorbirt, dann schwieriger durch die zweite Schicht und so fort bis zu den untersten Theilen.
Beim Herausnehmen wird alles gemischt und giebt. einen Durchschnittsgehalt von 1 ro0;· aber obgleich die Masse einen gleichen Gehalt an Chlor hat, ist sie doch nicht gleichartig, weil sie aus übersättigten Kalktheilen und aus anderen Kalktheilen zusammengesetzt ist, die sehr wenig Chlor enthalten, was oft Zersetzung unter den Einflüssen des Klimas, besonders im Sommer, zur Folge hat.
Die Absorption von Chlor durch Kalk entwickelt eine Hitze, die das Wasser in den verschiedenen Partien des Kalkes austreibt und durch die Mischung mit dem Chlorkalk ruft diese Feuchtigkeit eine Temperaturerhöhung hervor, deren Resultat immer eine theilweise, bisweilen eine gänzliche Zersetzung des Products ist; es genügt dazu, dafs die Temperatur 46 bis 48 ° C. erreicht.
Die so präparirte Chlorverbindung wird, nachdem sie die Feuchtigkeit absorbirt hat, klumpig; man mufs sie deshalb aussieben und die zu grofsen "Klumpen entfernen; daraus resulti-rt ein Verlust von ca. 6 pCt., da man aus den Klumpen nur ein sehr geringes Product erhält.
Im Gegensatz zu diesem alten Verfahren basirt das meinige auf einer sehr schnellen Absorption des Chlors durch den Kalk.
Zur Ausführung desselben nehme ich z. B. einen 4 m langen Cylinder von 1,80 m Durchmesser aus Blech von 5 bis 7 mm Stärke, der an beiden Enden geschlossen und an jeder Seite und an der. Mitte der Unterseite mit je einer Thür versehen ist. Ein unter diese Thür geschobener Wagen empfängt die fertige Chlorverbindung, die durch die Endthüren hineingeschoben wird.
Ich construire meinen Cylinder damit eine eiserne Welle angebracht werden kann, die mit Stangen oder Armen versehen ist, an denen Blechschaufeln sitzen, aus zwei halbcylindrischen Theilen, die mittelst Winkeleisen in den Längenseiten zusammen befestigt werden und welche halbcylindrische Theile an den Köpfen mit halbkreisförmigen Böden versehen sind.
Diese Stangen oder Arme mit Blechschaufeln sind auf der Welle in solcher Entfernung von einander angebracht, dafs man auf diese Weise eine Art Spirale erhält, die beständig auf die in dem Cylinder eingeschlossenen Materien wirkt.
Die Welle wird durch mechanische Triebe, Räder oder Riemen, in Bewegung gesetzt und macht 12 bis 20 Umdrehungen in der Minute.
Jede Schaufel von 0,25 χ ο,is m Fläche hebt bei der Umdrehung den Kalk und führt ihn nach dem oberen Theile des Cylinders.
Es vollzieht sich eine innige und vollständige Mischung durch die unbegrenzte Vervielfältigung der Oberflächen. Es können übrigens alle anderen Mischungsvorrichtungen oder Rührbewegungen der Materialien, durch die man den-
selben Zweck erreicht, gleichfalls angewendet werden.
Das Chlorgas langt an der oberen Partie des Cylinders an, z. B. durch mit den Gaserzeugern in Verbindung gesetzte Röhren.
Ein Thermometer, oben auf dem Cylinder zeigt die Temperatur im Cylinder an; es ist der Maafsstab für den Gang der Operation. Indem die Absorption von Chlor durch den Kalk eine Temperaturerhöhung bewirkt, zeigt das Thermometer an, ob das Gas in zu grofsem Ueberflufs anlangt oder nicht.
Ein Hahn, auf der Hauptleitungsröhre des Chlorgases angebracht, gestattet, dessen Eintreten zu reguliren. Mittelst Kautschuk eingesetzte Glasröhren lassen das Gas sehen, das sich durch seine grüne Farbe kundgiebt.
An der oberen Parthie des Cylinders sind zwei Oeffnungen von 0,30 m und 0,15 m Gröfse angebracht, die sich von selbst durch einfache eiserne Deckel schliefsen, indem sie der Hitze und Feuchtigkeit Austritt gewähren. Die Absorption des Gases ist so schnell und vollständig, dafs die Operation stattfinden kann, fast ohne dafs sich diese Oeffnungen je schliefsen.
Im Sommer, wenn eine grofse Erhöhung der äufseren Temperatur dem Eisen des Apparates nicht gestattet, sich gehörig abzukühlen, kann man dieser Unbequemlichkeit durch einen Wasserlauf, der sich ohne Aufhören in einer doppelten Umhüllung erneuert oder durch irgend ein anderes ähnliches Mittel begegnen.
Um dieser Fabrikation einen regelmäfsigen Gang zu geben, mufs man immer zum mindesten zwei Apparate derartig in Verbindung setzen, dafs man stets im Stande ist, das Chlor von einem in den anderen überzuführen.
Auf diese Art kann man 100 kg Chlorkalk in 12 Stunden per Cubikmeter erzeugen.
Der hier oben beschriebene Cylinder von 10 cbm Inhalt kann demnach 660 kg pulverisirten Kalk enthalten.
Die Operation bewerkstelligt sich mit einer aufserordentlichen Leichtigkeit und ohne den mindesten Verlust von Chlor.
Man kann den Gang beständig verfolgen, wenn man bei dem Apparat bleibt, von dem auch nicht der . geringste unbequeme Geruch entweicht.
Mit meinem mechanischen System kann man Apparate construiren, die weit weniger kostspielig sind, als die jetzt gebrauchten und man wird nur einen Platz nöthig haben, der den sechsten Theil der Oberfläche einnimmt, die heute gebraucht wird.
Durch Anwendung offener Gefäfse kann man die Fabrikation vollkommen regeln, weil man jeden Augenblick Probe nehmen kann.
Der so hergestellte Chlorkalk, gleichmäfsig in allen seinen Theilen, bietet nicht mehr die Möglichkeit der Zersetzung, wie die durch mehr oder minder dicke, aber unbewegliche Lagen hergestellte Chlorverbindung; man vermeidet also einen beträchtlichen Verlust in der Fabrikation dieses Erzeugnisses, das gegen klimatische und andere Einflüsse sehr empfindlich ist.
Die Schnelligkeit der Production, die Ersparnisse in der Aufstellung der Apparate und in der Handarbeit, die Leichtigkeit derselben, die dem Arbeiter keine Unbequemlichkeit bietet, sind andere sehr ins Gewicht fallende Vortheile, die man nicht verkennen darf.
Die beiliegende Zeichnung zeigt in Fig. 1 im Querschnitt, in Fig. 2 im Längenschnitt die eigenthümlichen Dispositionen des Apparates.
A Cylinder in Eisenblech;
B innere Welle, welche die Schaufeln trägt;
CD feste und lose Scheibe, auf das eine Ende der Welle B montirt;
E F Lagerstopfbüchsen, in denen die Welle B lagert;
GGG Schaufeln, an der Welle befestigt, um sich mit dieser zu drehen;
HH Oeffnimg für die Einführung des Kalkes in den Cylinder;
// seitliche Mannlöcher;
J Oeffnung, bestimmt, den Chlorkalk in.die Wagen K fallen zu lassen;
LLLL Träger (von Gufseisen) des Cylinders A.
MMM Eintrittsröhre für das Chlorgas.
NNN Röhren von Glas, die gestatten, das Eintreten des Chlors zu erkennen.
O Thermometer, das die innere Temperatur des Cylinders anzeigt.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Die neue Art, Chlorkalk schnell zu fabriciren durch Anwendung mechanischer Mittel, die ein Umschaufeln, ein Bewegen oder Mischen des pulverisirten Kalkes und des Chlorkalkes in dem Mafse, als er entsteht, bezwecken, um auf diese Weise nach und nach alle Molecule der fortgesetzten Wirkung des Chlorgases auszusetzen, das ich unter zweckentsprechenden Bedingungen eintreten lasse, damit es sich mit dem Kalk verbinde.
Ich behalte mir Abänderungen der mechanischen Mittel zur Bewirkung des unausgesetzten Umschaufeins oder Mischens vor.
2. Das besondere System meines festen Cylinders mit Schaufel welle, die sich im Innern dreht, welcher Cylinder die nöthigen Mannlöcher hat für die Einführung des Kalkpulvers und die Herausnahme des fabricirten Chlorkalkes, sowie die Röhrenverbihdung
#> Αι
'■! J1 J
zur Einführung des Chlorgases und ein Thermometer, das jeden Augenblick die innere Temperatur des besagten Cylinders angiebt, so dafs man den Eintritt des Chlorgases mittelst eines bequem angebrachten Hahnes reguliren kann; das ganze zu dem Zweck, um das neue Verfahren der schnellen Fabrikation, welche den hauptsächlichsten Theil meiner Erfindung ausmacht, zur praktischen Ausführung zu bringen.
Ferner behalte ich mir vor, die Formen, Dimensionen, Proportionen und angewendeten Materialien für die Construction des Apparates wie für die Nebentheile zu verändern.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
DE1006DA 1877-10-08 1877-10-08 Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trockenen Chlorkalks Expired - Lifetime DE1006C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE1006T 1877-10-08

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1006C true DE1006C (de)

Family

ID=70976405

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1006DA Expired - Lifetime DE1006C (de) 1877-10-08 1877-10-08 Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trockenen Chlorkalks

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1006C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1923542A1 (de) Vorrichtung zur Polymerisation und Mischpolymerisation von Olefinen
DE2048226C3 (de) Drehrohrofen zur Gewinnung von Fluorwasserstoffsäure
DE68904933T2 (de) Methode und anlage zur herstellung von bituminoesem mischgut fuer decken.
DE2010589C2 (de) Entspannungsverdampfer
EP3479041B1 (de) Kontinuierlicher mehrkammerprozess
DE580037C (de) Vorrichtung zum Mischen von pulverfoermigem, fein- und grobkoernigem Gut
DE937276C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Brennen von Gips
DE380760C (de) Verfahren zur Herstellung eines Duengemittels aus Meeresschlick
DE1152875B (de) Mischvorrichtung
DE58983C (de) Malztrommel
DE1051C (de) Gasmesser
DE515405C (de) Verfahren zur Desinfektion von Massenguetern, wie Lumpen u. dgl.
DE2037973C3 (de) Autoklavenanlage für stückiges Aufgabegut
DE452954C (de) Eisenbahn-Trichterwagen
DE435019C (de) Herstellung von Chlorkalk in Etagenapparaten
CH350672A (de) Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Schüttgütern
DE639680C (de) Lichtbogen-Trommelofen
DE1850674U (de) Kesselfoermige vorrichtung zum mischen von kunststoff-granulat.
DE509245C (de) Selbsttaetige Regelvorrichtung zur Veraenderung der Arbeitsbedingungen an Stromrinnenwaeschen
DE387052C (de) Einrichtung an Zuckerschleudern zum selbsttaetigen OEffnen und Schliessen der Wasserzuleitung sowie zum selbsttaetigen Umschalten der Siruptrennvorrichtung
AT128833B (de) Verfahren zur Herstellung von Chlorkalk.
DE1190013B (de) Verfahren zum Schutz waermeempfindlicher Granalien aus Erz, Ton, Zementrohmehl und aehnlichen Stoffen gegenueber Erhitzungsvorgaengen
AT101677B (de) Einrichtung zur Durchführung der Außenbeheizung von drehbaren Retorten.
DE7845C (de) Neuerungen, betreffend die Selbstregulirung der Einführung der Substanzen und Bearbeitung zäher Massen im Analysator - Apparat
AT134984B (de) Umlaufender Apparat für die Herstellung von Celluloseacetat.