DE1006C - Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trockenen Chlorkalks - Google Patents
Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trockenen ChlorkalksInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
1S77.
Klasse 12.
EMILE MALETRA in PARIS. Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trocknen Chlorkalks.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. October 1877 ab.
Der trockene Chlorkalk wird jetzt von allen chemischen Fabriken in gemauerten, in bleiernen
oder in gufseisernen Behältern fabricirt. Nur die Dimensionen der Behälter wechseln, die
Methode ist überall dieselbe.
Man breitet auf dem Boden des Behälters eine Schicht von ungefähr ojisin pulverisirten
Kalk; dann schliefst man die Thüreh so luftdicht
als möglich und läfst das Chlorgas in das
Innere eintreten.
In sehr geräumigen Behältern, z. B. in englischen Fabriken, giebt man der Kalklage keine
gröfsere Dicke als 5 bis 7 cm; in anderen
Fabriken sind die Behälter in Fächer getheilt, welche gestatten, den Kalk in dickere Schichten
zu breiten, immer in der Absicht, die Oberfläche zvi vermehren und die Absorption des
Chlors zu erleichtern, das Gas aber begegnet der Schwierigkeit, eine gewisse Dicke von Kalk
durchdringen zu müssen, was immer eine sehr lange Zeit erheischt.
Dieses Verfahren ist ganz und gar primitiv. Es sucht zu bewirken, dafs das Gas langsam
durch den Kalk absorbirt wird, um Zersetzung zu vermeiden und hat bedeutende Nachtheile;
die in der Hauptsache nachstehend angegeben sind. .
Das Gas, sobald es in dem Behälter anlangt, wird sogleich durch die Oberfläche des Kalkes
absorbirt, dann schwieriger durch die zweite Schicht und so fort bis zu den untersten Theilen.
Beim Herausnehmen wird alles gemischt und giebt. einen Durchschnittsgehalt von 1 ro0;· aber
obgleich die Masse einen gleichen Gehalt an Chlor hat, ist sie doch nicht gleichartig, weil
sie aus übersättigten Kalktheilen und aus anderen Kalktheilen zusammengesetzt ist, die sehr wenig
Chlor enthalten, was oft Zersetzung unter den Einflüssen des Klimas, besonders im Sommer,
zur Folge hat.
Die Absorption von Chlor durch Kalk entwickelt eine Hitze, die das Wasser in den verschiedenen
Partien des Kalkes austreibt und durch die Mischung mit dem Chlorkalk ruft
diese Feuchtigkeit eine Temperaturerhöhung hervor, deren Resultat immer eine theilweise, bisweilen
eine gänzliche Zersetzung des Products ist; es genügt dazu, dafs die Temperatur 46
bis 48 ° C. erreicht.
Die so präparirte Chlorverbindung wird, nachdem sie die Feuchtigkeit absorbirt hat, klumpig;
man mufs sie deshalb aussieben und die zu grofsen "Klumpen entfernen; daraus resulti-rt ein
Verlust von ca. 6 pCt., da man aus den Klumpen nur ein sehr geringes Product erhält.
Im Gegensatz zu diesem alten Verfahren basirt das meinige auf einer sehr schnellen Absorption
des Chlors durch den Kalk.
Zur Ausführung desselben nehme ich z. B. einen 4 m langen Cylinder von 1,80 m Durchmesser
aus Blech von 5 bis 7 mm Stärke, der an beiden Enden geschlossen und an jeder Seite und an der. Mitte der Unterseite mit je
einer Thür versehen ist. Ein unter diese Thür geschobener Wagen empfängt die fertige
Chlorverbindung, die durch die Endthüren hineingeschoben wird.
Ich construire meinen Cylinder damit eine eiserne Welle angebracht werden kann, die mit
Stangen oder Armen versehen ist, an denen Blechschaufeln sitzen, aus zwei halbcylindrischen
Theilen, die mittelst Winkeleisen in den Längenseiten zusammen befestigt werden und welche
halbcylindrische Theile an den Köpfen mit halbkreisförmigen Böden versehen sind.
Diese Stangen oder Arme mit Blechschaufeln sind auf der Welle in solcher Entfernung von
einander angebracht, dafs man auf diese Weise eine Art Spirale erhält, die beständig auf die
in dem Cylinder eingeschlossenen Materien wirkt.
Die Welle wird durch mechanische Triebe, Räder oder Riemen, in Bewegung gesetzt und
macht 12 bis 20 Umdrehungen in der Minute.
Jede Schaufel von 0,25 χ ο,is m Fläche
hebt bei der Umdrehung den Kalk und führt ihn nach dem oberen Theile des Cylinders.
Es vollzieht sich eine innige und vollständige Mischung durch die unbegrenzte Vervielfältigung
der Oberflächen. Es können übrigens alle anderen Mischungsvorrichtungen oder Rührbewegungen
der Materialien, durch die man den-
selben Zweck erreicht, gleichfalls angewendet werden.
Das Chlorgas langt an der oberen Partie des Cylinders an, z. B. durch mit den Gaserzeugern
in Verbindung gesetzte Röhren.
Ein Thermometer, oben auf dem Cylinder zeigt die Temperatur im Cylinder an; es ist
der Maafsstab für den Gang der Operation. Indem die Absorption von Chlor durch den Kalk
eine Temperaturerhöhung bewirkt, zeigt das Thermometer an, ob das Gas in zu grofsem
Ueberflufs anlangt oder nicht.
Ein Hahn, auf der Hauptleitungsröhre des Chlorgases angebracht, gestattet, dessen Eintreten
zu reguliren. Mittelst Kautschuk eingesetzte Glasröhren lassen das Gas sehen, das
sich durch seine grüne Farbe kundgiebt.
An der oberen Parthie des Cylinders sind zwei Oeffnungen von 0,30 m und 0,15 m Gröfse
angebracht, die sich von selbst durch einfache eiserne Deckel schliefsen, indem sie der Hitze
und Feuchtigkeit Austritt gewähren. Die Absorption des Gases ist so schnell und vollständig,
dafs die Operation stattfinden kann, fast ohne dafs sich diese Oeffnungen je schliefsen.
Im Sommer, wenn eine grofse Erhöhung der äufseren Temperatur dem Eisen des Apparates
nicht gestattet, sich gehörig abzukühlen, kann man dieser Unbequemlichkeit durch einen
Wasserlauf, der sich ohne Aufhören in einer doppelten Umhüllung erneuert oder durch irgend
ein anderes ähnliches Mittel begegnen.
Um dieser Fabrikation einen regelmäfsigen Gang zu geben, mufs man immer zum mindesten
zwei Apparate derartig in Verbindung setzen, dafs man stets im Stande ist, das Chlor
von einem in den anderen überzuführen.
Auf diese Art kann man 100 kg Chlorkalk in 12 Stunden per Cubikmeter erzeugen.
Der hier oben beschriebene Cylinder von 10 cbm Inhalt kann demnach 660 kg pulverisirten
Kalk enthalten.
Die Operation bewerkstelligt sich mit einer aufserordentlichen Leichtigkeit und ohne den
mindesten Verlust von Chlor.
Man kann den Gang beständig verfolgen, wenn man bei dem Apparat bleibt, von dem
auch nicht der . geringste unbequeme Geruch entweicht.
Mit meinem mechanischen System kann man Apparate construiren, die weit weniger kostspielig
sind, als die jetzt gebrauchten und man wird nur einen Platz nöthig haben, der den
sechsten Theil der Oberfläche einnimmt, die heute gebraucht wird.
Durch Anwendung offener Gefäfse kann man die Fabrikation vollkommen regeln, weil man
jeden Augenblick Probe nehmen kann.
Der so hergestellte Chlorkalk, gleichmäfsig in allen seinen Theilen, bietet nicht mehr die
Möglichkeit der Zersetzung, wie die durch mehr oder minder dicke, aber unbewegliche Lagen
hergestellte Chlorverbindung; man vermeidet also einen beträchtlichen Verlust in der Fabrikation
dieses Erzeugnisses, das gegen klimatische und andere Einflüsse sehr empfindlich ist.
Die Schnelligkeit der Production, die Ersparnisse in der Aufstellung der Apparate und in
der Handarbeit, die Leichtigkeit derselben, die dem Arbeiter keine Unbequemlichkeit bietet,
sind andere sehr ins Gewicht fallende Vortheile, die man nicht verkennen darf.
Die beiliegende Zeichnung zeigt in Fig. 1 im Querschnitt, in Fig. 2 im Längenschnitt die
eigenthümlichen Dispositionen des Apparates.
A Cylinder in Eisenblech;
B innere Welle, welche die Schaufeln trägt;
CD feste und lose Scheibe, auf das eine
Ende der Welle B montirt;
E F Lagerstopfbüchsen, in denen die Welle B
lagert;
GGG Schaufeln, an der Welle befestigt, um sich mit dieser zu drehen;
HH Oeffnimg für die Einführung des Kalkes in den Cylinder;
// seitliche Mannlöcher;
J Oeffnung, bestimmt, den Chlorkalk in.die
Wagen K fallen zu lassen;
LLLL Träger (von Gufseisen) des Cylinders A.
MMM Eintrittsröhre für das Chlorgas.
NNN Röhren von Glas, die gestatten, das Eintreten des Chlors zu erkennen.
O Thermometer, das die innere Temperatur des Cylinders anzeigt.
Claims (2)
1. Die neue Art, Chlorkalk schnell zu fabriciren durch Anwendung mechanischer Mittel, die
ein Umschaufeln, ein Bewegen oder Mischen des pulverisirten Kalkes und des Chlorkalkes
in dem Mafse, als er entsteht, bezwecken, um auf diese Weise nach und nach alle Molecule der fortgesetzten Wirkung des
Chlorgases auszusetzen, das ich unter zweckentsprechenden Bedingungen eintreten lasse,
damit es sich mit dem Kalk verbinde.
Ich behalte mir Abänderungen der mechanischen Mittel zur Bewirkung des unausgesetzten
Umschaufeins oder Mischens vor.
2. Das besondere System meines festen Cylinders mit Schaufel welle, die sich im Innern
dreht, welcher Cylinder die nöthigen Mannlöcher hat für die Einführung des Kalkpulvers
und die Herausnahme des fabricirten Chlorkalkes, sowie die Röhrenverbihdung
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zur Einführung des Chlorgases und ein Thermometer, das jeden Augenblick die
innere Temperatur des besagten Cylinders angiebt, so dafs man den Eintritt des Chlorgases
mittelst eines bequem angebrachten Hahnes reguliren kann; das ganze zu dem Zweck, um das neue Verfahren der schnellen
Fabrikation, welche den hauptsächlichsten Theil meiner Erfindung ausmacht, zur praktischen
Ausführung zu bringen.
Ferner behalte ich mir vor, die Formen, Dimensionen, Proportionen und angewendeten
Materialien für die Construction des Apparates wie für die Nebentheile zu verändern.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1006T | 1877-10-08 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1006C true DE1006C (de) |
Family
ID=70976405
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1006DA Expired - Lifetime DE1006C (de) | 1877-10-08 | 1877-10-08 | Apparat mit Rührwerk zur Herstellung trockenen Chlorkalks |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1006C (de) |
-
1877
- 1877-10-08 DE DE1006DA patent/DE1006C/de not_active Expired - Lifetime
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