DE1017323B - Verfahren zur Herstellung von insulinhaltigen Praeparaten mit protrahierter Wirkung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von insulinhaltigen Praeparaten mit protrahierter WirkungInfo
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- C07K—PEPTIDES
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- C07K14/435—Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof from animals; from humans
- C07K14/575—Hormones
- C07K14/62—Insulins
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Description
- Verfahren zur Herstellung von insulinhaltigen Präparaten mit protrahierter Wirkung a Verschiedene Methoden zur Herstellung insulinhaltiger Präparate mit im Verhältnis zu den reinen Insulinpräparaten protrahierter Wirkung sind bekannt. Man kennt z. B. Protamin-Insulin-Suspensionen mit oder ohne einen Gehalt von Zink sowie zinkhaltiges Insulin in Kombination mit einem alkalischen Protein bzw. Proteinspaltungsprodukten. Ferner kennt man Produkte, die aus Insulin mit mit Methyl- bzw. Äthylverbindungen veresterter Gelatine hergestellt sind. Auch ist bekannt, Insulin mit Insulinestern oder basischen Estern der Steroidreihe unter gewissen Bedingungen umzusetzen.
- In der deutschen Patentschrift 838893 wird die Herstellung eines Insulinmethylesters beschrieben, der eine verzögerte Insulinwirkung zeigt. In der deutschen Patentschrift 860798 wird beschrieben, daß dieser Insulinmethylester auch zur Herstellung von schwerlöslichen Verbindungen mit Insulin verwendet werden kann.
- Alle bekannten Insulinprodukte neigen jedoch stark zu einer Spaltung, wobei das Insulin für sich allein kristallisiert und dadurch die Präparate inhomogen und für den Gebrauch ungeeignet werden.
- Es wurde nun gefunden, daß man eine besonders günstige Wirkung dadurch erreichen kann, daß man an das Insulin in wäßriger Lösung ein animalisches, verestertes Albumin bindet, in dem die Säuregruppen ganz oder teilweise durch Veresterung inaktiviert sind. Je nach Wahl des Mengenverhältnisses der einzelnen Komponenten erhält das Produkt eine bestimmte Wirkungsbreite, d. h., bei steigendem Gehalt an verestertem Albumin erreicht man eine entsprechend größere protrahierte Wirkung.
- Besonders vorteilhaft ist die Verwendung humaner Albumine, die beispielsweise aus Blutserum hergestellt sind, weil bei ihrer Verwendung in zuverlässiger Weise die Bildung von Antistoffen und diejenigen Übelstände, die der Verwendung nicht humaner Albumine anhaften, vermieden werden. Die hergestellten Produkte sind oft wasserunlöslich und lassen sich leicht abschleudern.
- Es ist im allgemeinen vorteilhaft, die Veresterung möglichst weitgehend durchzuführen, derart, daß eine möglichst große Anzahl der Säuregruppen in den Proteinen zur Reaktion gebracht und dadurch inaktiviert wird.
- Zweckmäßigerweise gibt man während oder nach der Reaktion noch Zink in ionogener Form oder ein Phenol bzw. mehrere Phenole hinzu. Vorteilhaft lassen sich z. B. Kresole, gegebenenfalls eine Mischung von o-, m- und p-Kresolen, im folgenden Trikresol genannt, verwenden.
- Man kann die Veresterung zweckmäßig in an sich bekannter Weise mit Diazoverbindungen sowohl der aliphatischen wie gegebenenfalls der aromatischen Reihe durchführen. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von Diazomethan. Die Veresterung kann auch mit Alkoholen in Gegenwart von Katalysatoren oder mit Methylestern starker Säuren, z. B. Methylester von Schwefelsäure und Halogenwasserstoffsäuren, durchgeführt werden.
- Die erfindungsgemäß hergestellten Präparate sind im Gegensatz zu bekannten Produkten definierte Verbindungen, deren Zusammensetzung unverändert bleibt. Sie haben nicht den schleimigen Charakter der bekannten Insulin-Gelatine-Produkte und sind deshalb leichter in der Injektionsspritze zu handhaben. Der protrahierte Effekt der erfindungsgemäßen Insulin-Albumin-Präparate ist länger als bei Insulin-Gelatine-Präparaten. Darüber hinaus ruft das erfindungsgemäße Produkt mit Sicherheit keine allergischen Reaktionen hervor. Die Insulinwirkung hält sich über längere Zeit konstant.
- Beispiel 1 43,5 mg kristallisiertes Insulin - entsprechend 23 int. Einheiten pro mg - werden in 10 ml 0,01 n-Salzsäure gelöst, der man 2 mg Zinkionen in Form von Zinkchlorid zugibt. Zu dieser Lösung setzt man 220 mg in 10 m1 0,01 n-Salzsäure gelöstes Methylalbumin. Mit Natriumhydroxyd wird die Mischung auf einen p,1-Wert von 7,2 eingestellt und bis auf 25 ml verdünnt.
- Man erhält eine Aufschlämmung, die 40 Einheiten pro ml enthält und direkt für Injektionszwecke verwendbar ist, wenn sie, wie in den Beispielen 5 bis 7 beschrieben, sterilisiert wird.
- Beispiel 2 Methyliertes Ochsalbumin wird in Wasser, das durch Zusatz von Säure bis auf einen pH-Wert von 4 gebracht worden ist, gelöst. Die Lösung wird durch Fitrierpapier filtriert. Die erhaltene Lösung wird getrocknet, um die lösbare Menge haltbar zu machen und um sie genau abwiegen zu können. Das so gewonnene Präparat wird in gleicher Weise, wie im Beispiel 1 angegeben, gelöst und dem Insulin in einem entsprechenden Mengenverhältnis zugesetzt.
- Beispiel 3 Zur Herstellung einer Lösung, die 20 i. E./ml Zinkinsulin enthält, werden 0,914 g kristallinisches Insulin von einer Stärke von etwa 23 i. E./mg in 35 ml 0,1 n-HCL gelöst und mit 0,914 g in 35 ml H20 gelöstem Methylalbumin gemischt. Der Mischung setzt man 16 g Glycerin, 42 mg Zn++, 1,5 g Trikresol und 0,6 g Phenol hinzu. Die Lösung wird steril filtriert. Das Filter wird hierauf mit Wasser gespült, bis als Filtrat etwa 900 ccm vorliegen. Unter sterilen Kautelen setzt man etwa 59 ml 0,1 n-NaOH hinzu. Der pH-Wert der Mischung wird kontrolliert und auf etwa 7,1 eingestellt und die Mischung auf 1000 ml aufgefüllt.
- Beispiel 4 Zur Herstellung einer Lösung, die 40 i. E./mg Zinkinsulin enthält, werden 1,828 g kristallinisches Insulin von einer Stärke von etwa 23. i. E./mg in 40 ml 0,1 n-H Cl gelöst und mit 1,828 g in 40 ml Wasser gelöstem Methylalbumin gemischt. Der Mischung setzt man 16 g Glycerin, 84 mg Zn++, 1,5 g Trikresol und 0,6 g Phenol hinzu. Die Lösung wird steril filtriert und das Filter unter sterilen Bedingungen mit destilliertem Wasser gespült, bis etwa 900 ml Filtrat vorliegen. Unter sterilen Bedingungen werden 74 ml 0,1 n-Natriumhydroxyd zugesetzt. Der pxWert der Mischung wird kontrolliert und auf einen pH-Wert von etwa 7,1 eingestellt und die Mischung auf 1000 ml aufgefüllt.
- Beispiel 5 Zur Herstellung einer Lösung, die 80 i. E./ml Zinkinsulin enthält, werden 3,656 g kristallinisches Insulin von einer Stärke von etwa 23 i. E./mg in 50 ml 0,1 n-HCl gelöst und mit 3,656 g Methylalbumin, in 50 ml H20 gelöst, gemischt. Der Mischung setzt man 16 g Glycerin, 160 mg Zn++ in Form von Zn C12, 1,5 g Trikresol und 0,6 g Phenol hinzu. Die Lösung wird steril filtriert und das Filter mit Wasser gespült, bis etwa 850 ml Filtrat vorliegen. Unter sterilen Bedingungen setzt man etwa 104 ml 0,1 n-Natriumhydroxy d hinzu. Der pH-Wert der Mischung wird kontrolliert und auf einen PH-Wert von etwa 7,1 eingestellt und die Mischung auf 1000 ml aufgefüllt.
- Beispiel 6 Zur Herstellung einer Lösung, die 40 i. E./ml Zinkinsulin enthält, werden 1,828 g kristallinisches Insulin von einer Stärke von etwa 23 i. E./mg in 40 ml 0,1 n-H Cl gelöst und mit 0,366 g Äthylalbumin, in 40 ml Wasser gelöst, gemischt. Der Mischung setzt man. 16 g Glycerin, 84 mg Zn-+, 1,5 g Kresol und 0,6 g Phenol hinzu. Die Lösung wird steril filtriert und das Filter mit destilliertem Wasser gespült, bis etwa 900 ml Filtrat vorliegen. Unter sterilen Bedingungen setzt man etwa 61 tnl 0,1 n-NaOH hinzu, bis zu einem PH-Wert von 7,1. Der Inhalt wird auf 1000 ml aufgefüllt.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von insulinhaltigen Präparaten mit protrahierter Wirkung, dadurch gekennzeichnet, daß man an Insulin in wäßriger Lösung ein animalisches, verestertes Albumin bindet.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Veresterung in an sich bekannter Weise mit Diazoverbindungen, mit Alkoholen in Gegenwart von Katalysatoren oder mit Methylestern starker Säuren durchführt.
- 3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man ein humanes Albumin verwendet.
- 4. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß während oder nach der Reaktion Zinkionen zugesetzt werden.
- 5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß während oder nach der Reaktion Phenole zugesetzt werden. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 860 798, 838 893; USA.-Patentschrift Nr. 2 574 889.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DK1017323X | 1952-08-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1017323B true DE1017323B (de) | 1957-10-10 |
Family
ID=8157231
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER12336A Pending DE1017323B (de) | 1952-08-14 | 1953-08-12 | Verfahren zur Herstellung von insulinhaltigen Praeparaten mit protrahierter Wirkung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1017323B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3210194A1 (de) * | 1981-07-14 | 1983-02-03 | Vsesojuznyj Kardiologičeskij naučnyj centr Akademii Medicinskich Nauk SSSR, Moskva | Arzneimittel zur behandlung von diabetes mellitus |
| DE3443877A1 (de) * | 1984-06-09 | 1985-12-12 | Hoechst Ag | Insulinzubereitungen, verfahren zu deren herstellung und deren verwendung |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2574889A (en) * | 1947-10-06 | 1951-11-13 | Leo Ab | Methylated gelatin-insulin preparation |
| DE838893C (de) * | 1949-12-10 | 1952-05-12 | Schering Ag | Verfahren zur Herstellung von Insulinmethylester |
| DE860798C (de) * | 1949-12-10 | 1952-12-22 | Schering Ag | Verfahren zur Herstellung eines Insulinmethylesterinsulinates |
-
1953
- 1953-08-12 DE DER12336A patent/DE1017323B/de active Pending
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US2574889A (en) * | 1947-10-06 | 1951-11-13 | Leo Ab | Methylated gelatin-insulin preparation |
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