DE1027883B - Gesinterte Hartlegierungen und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents

Gesinterte Hartlegierungen und Verfahren zu deren Herstellung

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DE1027883B
DE1027883B DED12531A DED0012531A DE1027883B DE 1027883 B DE1027883 B DE 1027883B DE D12531 A DED12531 A DE D12531A DE D0012531 A DED0012531 A DE D0012531A DE 1027883 B DE1027883 B DE 1027883B
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Description

  • Gesinterte Hartlegierungen und Verfahren zu deren Herstellung Karbide von Bor zeichnen sich bekanntlich durch große Härte aus, besitzen aber nur eine geringe Festigkeit, so daß sie sich nicht für die Herstellung von Gegenständen, die hohen Beanspruchungen ausgesetzt sind, z. B. von Werkzeugen, eignen. Man hat deshalb vorgeschlagen, zu Bonkarbid zwecks Erhöhung der mechanischen Festigkeit geeignete Metalle, wie Titan, Tantal, Molybdän, Vanadin, Niob, Zirkonium, Hafnium, Wolfram u. dgl., zuzusetzen. Dabei wurde in solcher Weise vorgegangen, daß beim Sintern das zugesetzte Metall entweder als solches in der Hauptsache erhalten blieb oder sich in ein Karbid verwandelte, also ein Doppelkarbid aus Bor und dem Zusatzmetall entstand. Da von möglichst reinen Stoffen ausgegangen wurde, war die Herstellung der Hartkörper sehr kostspielig.
  • Es ist nun festgestellt worden, daß man auf verhältnismäßig billige Weise zu sehr günstigen Ergebnissen gelangen kann, wenn man die Ausgangsstoffe so wählt, daß nicht ein Gemisch von Bonkarbid und Metall oder ein Doppelkarbid, sondern ein Gemisch von Bonkarbid und Metallborid entsteht. Dabei kann von einem einen Borüberschuß und unter Umständen kleine Mengen freien Kohlenstoffs aufweisenden Bonkarbid, wie es bei der Herstellung von reinem Bonkarbid B,C als Nebenerzeugnis erhalten. wird und dessen Gesamtgehalt an gebundenem und freiem Bor mindestens dem Bongehalt von B, C entspricht, sowie von im Handel verhältnismäßig preiswert erhältlichem unreinem Metallpulver ausgegangen werden. Bei Innehaltung passender Betriebsbedingungen erhält man ein Borkarbid-Metallborid-Gemisch, das zwar auch etwas Metallkarbid enthält, dessen Anteil aber nur geringfügig ist und auf höchstens 40/, des Körpergewichts begrenzt werden kann.
  • Das Erzeugnis zeichnet sich durch hohe Zug- und Verschleißfestigkeit bei einem über 9 nach Mohs liegenden Härtewert sowie durch sehr feine Kristallstruktur aus. Es eignet sich daher insbesondere für Ziehdüsen, Lehrenspitzen, Meßblöcke, Mörser, Sandstrahldüsen, Abrichtgeräte u. dgl. und läßt sich auf Hochglanz polieren.
  • Als Beispiel wird nachstehend das Herstellungsverfahren mit Titan beschrieben.
  • Es wird Titanpulver von der Korngrößenordnung 200 genommen, das im Handel zu haben ist und beispielsweise folgende typische Zusammensetzung hat
    Tafel I
    Analyse auf Trockenbasis nach Gewichtsprozent
    Ti.................. 99,00
    C .................. 0,16
    Fe ................. 0,04
    Si ................. 0,08
    Zr ................. 0,09
    H ................. Spur
    Titansuboxyde ...... Spur
    Dieses Pulver wird mit etwa 150/, Wasser gemischt, weil Titanpulver, wenn es der Luft ausgesetzt wird, mit heißer Flamme explodiert.
  • Es wird ferner bonreiches Bonkarbid in Pulverform genommen. Dies ist eine feste Lösung von Bor in Bonkarbid und kann wie folgt erzeugt werden Bei der bekannten Herstellung von Bonkarbid B, C in einem elektrischen Widerstandsofen aus einem um den Widerstand herumgepackten stöchiometrischen Gemisch von Kohlenstoff und Borsäure erhält man einen Block, der im Kern aus reinem B, C besteht und nach außen neben freiem Bor auch freien Kohlenstoff enthält. Das verhältnismäßig dunkle, mehr oder weniger reine B,C kann nach dem Zerkleinern des Blockes durch Sortieren von Hand abgeschieden werden. Der Rest, d. h. ein Gemisch von kohlenstoffhaltigem und bonreichem Bonkarbid, wurde bisher z. B. als Läppmittel und als metallurgischer Zusatz verkauft. Jedoch verbleibt ein den Bedarf für solche Zwecke übersteigender Überschuß, für den es bisher keine rechte Verwendung gab.
  • Durch Analyse können leicht die Blöcke herausgefunden werden, die neben dem im wesentlichen reinen Bonkarbid B,C als Nebenerzeugnis ein möglichst bonreiches Bonkarbid aufweisen. Durch Auswahl einer erheblichen Anzahl Posten dieses Materials erlangt man ein bonreiches Bonkarbid mit verschiedenem Bongehalt. Aus diesen Posten kann man ein Mischpulver mit einem Durchschnittsgehalt an Bor erhalten, der gleich dem Bongehalt von B4 C oder höher ist.
  • Völlig reines B4 C enthält
    Tafel II
    Gewichts-
    prozent
    B ................................ 78,30
    C ................................. 21,70
    100,00
    In jahrelangen Bemühungen, bei der Herstellung von Borkarbid möglichst viel reines B,C zu gewinnen, ergab das borreichste Borkarbid etwa folgende Analyse:
    Tafel III
    Gewichts-
    prozent
    B ................................ 83,00
    C ................................. 15,50
    nicht festgestellt, aber wahrscheinlich
    überwiegend Sauerstoff ........... 1,50
    100,00
    Es ist hieraus ersichtlich, daß man bei dem angegebenen Vorgehen einen Borgehalt etwa zwischen 78,3 und 84,2"/, der Gesamtmenge von Bor und Kohlenstoff (bei Nichtberücksichtigung der Verunreinigungen) erzielen kann. Mit einem besonderen Verfahren hat man jedoch einen Borgehalt bis zu 88 "/a erreicht. Benutzt man dieses letztere Material und mischt es mit der Menge Titan, die theoretisch notwendig ist, um alles Bor in die Reaktion gehen zu lassen, so kann man ein Gemisch von Borkarbid und Titanborid erzeugen wie folgt
    Tafel IV
    Volum- Gewichts-
    prozent Prozent
    B4C .................... 40 28
    TiB2 .................... 60 72
    Um jedoch die gewünschten physikalischen Eigenschaften zu erhalten, soll das TiB2 auf 50 Volumprozent begrenzt werden, wodurch die obere Grenze gemäß der Erfindung 50: 50 Volumprozent B4C und TiB2 (bei vorläufiger Nichtberücksichtigung anderer Stoffe) beträgt.
  • Im andern Grenzfall sollte das Gemisch wenigstens 10 Volumprozent Titanborid TiB2, d. h. 16,7 Gewichtsprozent, haben, damit es die gewünschten Eigenschaften bis zu einem gewissen Grade besitzt. Das beste bisher erzeugte Material ergab folgende Analyse:
    Tafel V
    Gewichts-
    prozent
    TiB2 .............................. 23,20
    B4C .............................. 66,50
    Borüberschuß ...................... 7,60
    Fe ................................ 0,16
    nicht bestimmt, überwiegendSauerstoff 2,54
    100,00
    B ................................ 66,83
    C ................................. 14,47
    Ti................................. 15,94
    Fe ................................ 0,16
    nicht bestimmt, überwiegendSauerstoff 2,60
    100,00
    In der Praxis wird das Material mit 10 bis 50 Volumprozent, d. h. mit 16,7 bis 64 Gewichtsprozent TiB2 bevorzugt.
  • Beispiel 1 Als typisches Beispiel der Herstellung dieses Gemisches von Borkarbid und Titanborid und speziell für die Herstellung des Erzeugnisses gemäß Tafel V wurde ein borreiches Borkarbid folgender Zusammensetzung verwendet:
    Tafel VI
    Gewichts-
    prozent
    B ................................ 81,71
    C ................................. 17,54
    Fe ................................ 0,39
    nicht bestimmter Rest .............. 0,36
    100,00
    Dieses Borkarbid wurde gebrochen und in der Kugelmühle fein zerkleinert mit folgendem Ergebnis
    Tafel VII
    Gewichts-
    prozent
    Kleiner als 1 Mikron .............. 4
    1 bis 2 Mikron .............. 7
    2 bis 3 Mikron .............. 14
    3 bis 5 Mikron .............. 24
    5 bis 8 Mikron .............. 45
    8 bis 11 Mikron .............. 6
    100
    Es wurde ferner Titanpulver der in Tafel I angegebenen Sorte verwendet.
  • Es wurden 951 g des borreichen Borkarbids nach Tafel VI und VII und 351 g feuchtes Titanpulver nach Tafel I mit 15 °% Wassergehalt in einer Mischmaschine eine Stunde lang gemischt. Das Gemisch wurde dann in eine Graphitform mit 22 Formbohrungen von je 12,7 mm Durchmesser geschüttet, deren jede mit zwei gegenläufigen Graphit-Preßkolben ausgestattet war, und in einem Ofen bei einer Temperatur von 2200°C eine halbe Stunde lang mit einem Druck von 175 kg/cm2 gepreßt. Nach dem Abkühlen wurde die Form aus dem Ofen herausgenommen und von den 22 Stücken abgebrochen, von denen festgestellt wurde, daß sie eine durchschnittliche Biegefestigkeit von 5250 kg/cm2 hatten. Sie hatten ungefähr dieselbe Härte wie geformtes Borkarbid, jedoch eine viel größere Biegefestigkeit, die bei Borkarbid selten über 2800 kg/cm2 liegt.
  • Das vorstehend beschriebene Verfahren kann in vielen Einzelheiten abgeändert werden. Man kann jeden Ofen verwenden, der mit einer Preßvorrichtung ausgestattet ist und eine Mindesttemperatur von etwa 1900°C liefert. Die Formkolben rücken vor, sobald bei annähernder Vollendung des Prozesses die erweichte Masse dem Kolbendruck nachgibt; dann muß die Heizung ohne Rücksicht auf die erreichte Temperatur abgestellt werden. Der Preßdruck könnte an und für sich beliebig hoch gewählt werden, doch ist zu beachten, daß Graphitformen keinen viel höheren Druck als 175 kg/cm2 aushalten. Andererseits beträgt der Mindestdruck zur Erzeugung guter Werkstücke 70 kg/cm2.
  • Beispiel 2 Bei einem anderen Arbeitsgang wurde borreiches Borkarbid der folgenden Zusammensetzung verwendet:
    Tafel VIII
    Gewichts-
    Prozent
    B ................................ 82,00
    C ................................. 17,31
    Fe ................................ 0,32
    99,63
    1020 g dieses borreichen Borkarbids wurden mit 206 g des Titanpulvers nach Tafel 1 (Trockengewicht) gemischt. Sodann wurde dieses Gemisch wie beim Beispiel 1 behandelt. Die sich ergebenden Stücke von Borkarbid und Titanborid gaben folgende Analyse:
    Tafel IX
    Gewichts-
    prozent
    TiB2 .............................. 16,80
    B,C .............................. 72,00
    Borüberschuß ...................... 10,50
    Fe ................................ 0,60
    nicht bestimmt, überwiegend Sauerstoff 0,10
    100,00
    B ................................ 72,14
    C ................................. 15,64
    Ti................................. 11,59
    Fe ............................... 0,60
    nicht bestimmt, überwiegend Sauerstoff 0,03
    100,00
    Beispiel 3 Bei einem weiteren Arbeitsgang wurde ein borreiches Borkarbid folgender Zusammensetzung verwendet:
    Tafel X
    Gewichts-
    prozent
    B ..........:..................... 81,71
    C ................................. 17,54
    Fe ................................ 0,39
    99,64
    1000 g dieses borreichen Borkarbids wurden mit 600 g Titanpulver nach Tafel I (Trockengewicht) gemischt, und dieses Gemisch wurde wie beim Beispiel 1 behandelt. Die sich ergebenden Stücke aus Borkarbid und Titanborid ergaben folgende Analyse
    Tafel XI
    Gewichts-
    prozent
    TiB2 .............................. 48,10
    BIC .............................. 50,10
    Borüberschuß ...................... 0,00
    nicht bestimmt, vorwiegend Fe
    und Sauerstoff ................... 1,80
    100,00
    B ................................ 54,30
    Ti................................. 33,10
    C ................................. 11,00
    nicht bestimmt, überwiegend Fe und O 1,60
    100.00
    Beispiel 4 Bei einem weiteren Arbeitsgang wurde dasselbe borreiche Borkarbid wie beim Beispiel 2 (s. Tafel VIII) verwendet.
  • 1105 g dieses borreichen Borkarbids wurden mit 495 g des Titanpulvers nach Tafel I (Trockengewicht) gemischt, und dann wurde dieses Gemisch ebenso behandelt wie im Beispiel 1. Die sich ergebenden Stücke aus Borkarbid und Titanborid ergaben folgende Analyse:
    Tafel XII
    Gewichts-
    prozent
    TiB2 .............................. 35,90
    B,C .............................. 58,30
    Borüberschuß ...................... 4,10
    Fe ................................ 0,40
    nicht bestimmbar, zumeist Sauerstoff . . 1,30
    100,00
    B ................................. 60,94
    Ti ................................ 24,70
    C ................................. 12,68
    Fe ................................ 0,38
    nicht bestimmt, überwiegend Sauerstoff 1,30
    100,00
    Beispiel s Bei einem weiteren Arbeitsgang wurden zwei Posten borreichen Borkarbids - nachstehend als A und B bezeichnet - verwendet.
    Tafel XIII
    A B
    Gewichts- Gewichts-
    prozent prozent
    B ...................... 86,07 77,89
    C ...................... 11,84 21,62
    Fe ..................... 0,08 0,02
    97,99 99,53
    Die Posten A und B wurden im Verhältnis von 4 Teilen A zu 6 Teilen B gemischt, und 1000 g dieses Gemisches wurden mit 525 g des oben angegebenen Titanpulvers (Trockengewicht) gemischt, worauf dieses Gemisch wie beim Beispiel 1 behandelt wurde. Die erhaltenen Stücke gaben folgende Analyse:
    Tafel XIV
    Gewichts-
    prozent
    TiB2 .............................. 43,30
    B4C .............................. 52,50
    Überschuß von C ................... 1,70
    Fe ................................ 0,20
    nicht bestimmt, vorwiegend Sauerstoff . 2,30
    100,00
    B ................................. 55,44
    C ................................. 12,17
    Ti ................................ 29,82
    Fe ................................ 0,24
    nicht bestimmt, vorwiegend Sauerstoff . 2,33
    100,00
    Die Teilchen des boneichen Borkarbidpulvers, das in den Beispielen 2 bis 5 verwendet wurde, waren von derselben Größenordnung wie im Falle des Beispiels 1. Die erhaltenen Stäbe hatten folgende Biegefestigkeiten:
    Tafel XV
    Stücke aus Beispiel Biegefestigkeit
    kg/cm
    2 4175
    3 4490
    4 5375
    5 4825
    Bei Verwendung eines der anderen aufgeführten Metalle wird die Erzielung derselben Größenordnung der Volumprozente angestrebt, nämlich 10 bis 50 Volumprozent Metallborid bei im wesentlichen den ganzen Rest ausmachendem Borkarbid. Es kann borreiches Borkarbid verwendet werden, wie es in Tafel III oder in Tafel VI angegeben ist. Boride der Elemente Ti, V, Cr, Zr, Nb, Mo, Hf, Ta und W, die in dieser Reaktion hergestellt werden können, umfassen: Ti B" V B2, Cr B" Zr B" NbB2, Mo2B., HfB2, TaB2, W,B5.
  • Jedes dieser Boride kann aus borreichem Borkarbid durch Zusatz einer solchen Menge des betreffenden Metalls gewonnen werden, daß nur wenig oder kein Metallüberschuß verbleibt und daß das über den Bedarf für die Bildung von B,C hinaus im borreichen Karbid vorhandene Bor ganz oder fast ganz durch das zugegebene Metall gebunden wird.
  • Es gibt andere bekannte Boride der genannten Elemente, z. B. CrB, MoB, Mo2B, WB und W2B, aber es wird angenommen, daß sie in der vorliegenden Synthese nicht gebildet werden, weil die Metalle eine solche Affinität für Bor haben, daß sie von ihm alles aufnehmen, was nicht in B,C gebunden ist, und sogar auch der Verbindung B4 C Bor entziehen unter Hinterlassung eines Kohlenstoffüberschusses, der jedoch gewöhnlich nicht als Graphit in Erscheinung tritt, sondern in Lösung vorhanden sein kann.
  • Zur Herstellung irgendeines dieser Borkarbid-Metallborid-Gemische mit 10 bis 50 Volumprozent Metallborid führt man Berechnungen auf Grund des spezifischen Gewichts durch und wählt ein borreiches Karbid mit einem solchen Borüberschuß aus, daß bei der Vereinigung einer zur Erzeugung des Metallborids ausreichenden Metallmenge der gewünschte Gewichtsprozentsatz erhalten wird. Hat man sich z. B. entschlossen, ein Borkarbid-Molybdänborid-Gemisch mit 30 Volumprozent Molybdänborid herzustellen, so nimmt man zuerst die spezifischen Gewichte von Molybdänborid Mo2B5 und Borkarbid B,C, aus denen man die Gewichtsprozente von jedem ausrechnen kann, die 30 bzw. 70 Volumprozent ergeben. Nachdem nun die Gewichtsprozente bekannt sind, kann man die Mengen von Molybdän und Bor berechnen, die notwendig sind, um die Mo, B.- Menge für 100 g der Kombination zu erhalten. Aus vorstehendem ist leicht zu bestimmen, wie hoch der Prozentsatz von überschüssigem Bor in dem zu verwendenden borreichen Borkarbid sein muß. Hierauf wird nach bereits angegebenem Verfahren ein Gemisch von borreichem Borkarbid hergestellt, das genau diesen Prozentsatz von überschüssigem Bor enthält. Der Rest ist lediglich eine Sache des Zusatzes des errechneten Betrages von Molybdän unter sorgfältigem Mischen, des Einfüllens in die Graphitform und des Formens im Preßofen, wie im Beispiel 1 beschrieben.
  • Wie jedoch bereits hervorgehoben wurde, hat jedes der neun aufgeführten Metalle eine so starke Affinität zu Bor, daß es dem Borkarbid B,C etwas Bor entzieht, so daß sich natürlich ein gewisser Kohlenstoffüberschuß ergibt, der indessen nicht als Graphit in Erscheinung tritt, wenn er nicht mehr als 201, des Gesamtgewichtes von B, C -E- C beträgt. Da also brauchbare Formstücke aus Mischungen von Borkarbid mit dem Borid irgendeines der angegebenen Metalle mit nicht mehr als 2 Gewichtsprozent überschüssigem Kohlenstoff, auf die Gesamtmenge von Kohlenstoff und B,C berechnet, hergestellt werden können, kann man diese Verbindungen mit einem beschränkten Kohlenstoffüberschuß herstellen. Überschüssiges Bor wird nie in Erscheinung treten, wenn genügend Metall zum Verbinden mit ihm vorhanden ist, und es wird vorzugsweise in diesem Sinne vorgegangen. Jedoch können 5 Gewichtsprozent Borüberschuß geduldet werden, ohne daß dadurch die Festigkeit des Erzeugnisses wesentlich herabgesetzt wird.
  • Irgendwelche zwei oder mehr der angegebenen Metalle können in dem Verfahren mit Porkarbid B.C mit oder ohne Borüberschuß zur Erzeugung von Verbindungen von Borkarbid und Metallboriden Verwendung finden. In jedem Falle sollte die Gesamtmenge des Metallborids zwischen 10 und 50 V olumprozent des Erzeugnisses liegen.
  • Sämtliche Metallboride der angegebenen neun Metalle vertragen sich miteinander. In einigen Fällen können sich ternäre oder quaternäre Borverbindungen und in anderen Fällen lediglich Gemische von Boriden ergeben. Berechnungen für die Herstellung von Stücken unter Verwendung von mehr als einem Metall bedingen, daß man sich zunächst über die Volumprozente sämtlicher Boride schlüssig wird, diese in Gewichtsprozente umwandelt, den gesamten gewünschten Borüberschuß errechnet, ein diesen enthaltendes Gemisch bereitet, sodann ein Gemisch von Metallen herstellt, bei dem jedes Metall in der gewünschten Gewichtsmenge vorhanden ist.
  • Für die Durchführung irgendeiner der oben angegebenen Berechnungen, ganz gleich, wie kompliziert sie ist, besteht die einzige notwendige Angabe, neben den bereits gegebenen und den bekannten Atomgewichten, in der Feststellung der spezifischen Gewichte der verschiedenen einbezogenen Boride, die die folgenden sind:
    Tafel XVI
    Spezifisches
    Gewicht
    B4C .............................. 2,52
    TiB2 .............................. 4,50
    VB2 .............................. 5,10
    CrB2.............................. 5,15
    ZrB2 .......................... . ... 6,08
    Nb B2 .................... . ........ 6,97
    Mo2B5 ............................ 7,12
    HfB2 in ZrB2 inbegriffen
    TaB2 ............................. 12,38
    W,B5 ...... ...................... 12,75
    Die neun verschiedenen Metallboride und auch das Borkarbid sind sämtlich valenzlose Verbindungen, jedoch geben sie sämtlich unterschiedliche Röntgenbilder.
  • Die Analyse verschiedener verfügbarer, außer Titan-Pulver verwendbarer Metallpulver auf Trockenbasis ergibt folgendes
    Tafel XVII
    W olframpulver
    Gewichts-
    prozent
    ............................ 99,32
    C ................................. 0,26
    nicht bestimmt ...................... 0,42
    100,00
    Chrompulver
    Gewichts-
    prozent
    Cr ................................ 98,78
    C ................................. 0,04
    Fe ................................ 0,28
    Ni ................................ 0,63
    nicht bestimmt ...................... 0,27
    100;00
    Vanadinpulver
    Höherer Noch
    Reinheits- brauchbarer
    grad Reinheits-
    grad
    V ...................... 95,18 91,45
    A1 ..................... 1,00 1,00
    Si ..................... 0,27 0,90
    Fe ..................... 0,35 2,05
    C ...................... 0,40 0,10
    S ...................... 0,005 0,08
    P ...................... 0,00 0,02
    Mn .................... 0,01 0,04
    Rest, vorwiegend 0 ...... 2,785 4,36
    100,00 100,00
    Zirkoniumpulver
    Gewichts-
    prozent
    Zr ................................ 99,50
    nicht bestimmt ..................... 0,50
    100,00
    In vorstehendem ist das als Zirkonium bezeichnete Metall wahrscheinlich tatsächlich ein Gemisch von Zirkonium und Hafnium in unbestimmten Verhältnissen, aber überwiegend Zirkonium.
  • Selbstverständlich kann man reinere Metallpulver verwenden, soweit solche zur Verfügung stehen. Es können auch Metallpulver verwendet werden, die stärker verunreinigt sind, jedoch werden sich sehr viele und unter Umständen sämtliche Verunreinigungen im Enderzeugnis wiederfinden. Die nicht in Tafel XVII enthaltenen Metalle mit Ausnahme von Hafnium, nämlich Niob, Molybdän und Tantal, sind auch sämtlich in Pulverform erhältlich, jedoch liegen keine Analysen von ihnen vor. Hafnium ist bezüglich der chemischen Eigenschaften dem Zirkonium verwandt und gewöhnlich in Zirkonium des Handels und seinen Verbindungen vorhanden und wird tatsächlich in der Regel als Zirkonium aufgeführt, weil es schwer von ihm zu unterscheiden ist. Demgemäß ist das aus -Zirkonium,.-Pulver gebildete Borid wahrscheinlich xZrB2 + yHf B2, und auch dieses Mischpulver fällt in den Rahmen der Erfindung.
  • In den Fällen, in denen das Borkarbid-Metallborid-Gemisch borreiches Borkarbid mit 88 Gewichtsprozent oder weniger Bor enthält, kann es mit 50 Volumprozent Metallborid hergestellt werden, wobei der Rest im wesentlichen ganz aus Borkarbid B,C besteht. Im übrigen ist in allen Fällen ein Metallboridgehalt von mindestens 10 Volumprozent erwünscht. Bei allen Ausführungsarten der Erfindung liegen die Grenzen des Metallborids zwischen 10 und 50 Volumprozent, und in den physikalischen Eigenschaften führen vergleichbare Volumprozente zu vergleichbaren Ergebnissen bei allen Stoffen, bei denen vergleichbare Gewichtsprozente vielfach zu verschiedenen Ergebnissen führen.
  • Der Erfindung entsprechende Gemische folgender Systeme wurden hergestellt
    TiB2 -i- B,C
    CrB2 + B,C
    ZrB2 + B,C oder xZrB2 -f- yHfB2 -j- B,C
    Mo, B., + B' C
    TaB2 + B,C
    W,B5 + B,C
    und in keinem Falle konnten durch Röntgenuntersuchung an Metallkarbid mehr als 4°%o des Gesamtgewichtes nachgewiesen werden. Zwar hat Kohlenstoff eine starke Affinität zu vielen Metallen einschließlich der hier aufgeführten, doch scheint Bor eine noch größere Affinität zu ihnen zu haben. Man kann daher voraussagen, daß in den Fällen der Systeme VB2 + B4C Nb B2 -E- B, C kein sehr großer Prozentsatz Metallkarbid gebildet wird, wenn das Material des Systems in Übereinstimmung hiermit hergestellt wird.
  • In einem Vorgehen gemäß Beispiel 1 wurden Wolframborid-Borkarbid-Stücke folgender Zusammensetzung herzestellt
    Tafel XVIII
    Gewichts- Volum- ,
    Prozent Prozent
    W,B5 .................. 68,30 34,00
    B4C ................... 24,80 63,50
    W C .................... 6,50 2,50
    nicht bestimmt .......... 0,40
    100,00 100,00
    B ...................... 28,00
    C ...................... 5,80
    W ..................... 65,80
    nicht bestimmt .......... 0,40
    100,00
    Ebenfalls nach dem Verfahren des Beispiels 1 wurden Molybdänborid-Borkarbid-Stücke folgender Zusammensetzung hergestellt.
    Tafel XIX
    Gewichts- Volum-
    Prozent Prozent
    Mo2B5 ................. 39,00 20,20
    BIC ................... 54,60 79,80
    nicht bestimmt .......... 5,90
    C frei .................. 0,50
    100,00 100,00
    Mo ............................... 30,50
    B ................................. 51,24
    C ................................. 12,43
    Fe ................................ Spur
    nicht bestimmt ..................... 5,83
    100,00
    Zur Herstellung guter Stücke gemäß der Erfindung muß das Gemisch aus 10 bis 50 Volumprozent Metallborid bestehen und darf neben B,C, ungebundenem Bor und Kohlenstoff in fester Lösung höchstens 6 Gewichtsprozent von anderen Stoffen enthalten, wobei mindestens 80 Gewichtsprozent dieses Restes Borkarbid B, C sein müssen. Das Molybdänborid-Borkarbid der Tafel XIX enthielt außer Molybdänborid, Borkarbid, ungebundenem Bor und Kohlenstoff in fester Lösung weniger als 6 Gewichtsprozent anderer Stoffe.

Claims (2)

  1. PATFNTANSPRIICHF 1. Gesinterte Hartlegierungen auf der Grundlage von Borkarbid, dadurch gekennzeichnet, daß sie 10 bis 50 Volumprozent Ti B" V B2, Cr B" Zr B" NbB2, M02 1351 Hf B2, TaB2 oder W2 B5 oder eines Gemisches von zwei oder mehreren von ihnen enthalten und daß der Rest mindestens bis zu 80 Gewichtsprozent aus BIC, höchstens bis zu 6 Gewichtsprozent aus freiem Bor und nicht an 134C gebundenem Kohlenstoff besteht, dessen freier Anteil aber nicht mehr als 2 Gewichtsprozent beträgt, wobei der dann noch verbleibende Rest aus nicht absichtlich zugesetzten Elementen aus den unreinen Ausgangsstoffen gebildet wird, und daB die Metaliboride in einer Menge bis zu 4 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtlegierung, durch die entsprechenden Karbide ersetzt sein können.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von Hartlegierungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daB ein Gemisch von Borkarbid, dessen Borgehalt mindestens B4C entspricht, und einem oder mehreren der Metalle Titan, Vanadin, Chrom, Zirkonium, Niob, Molybdän, Hafnium. Tantalund Wolfram in einem solchen Mengenverhältnis unter einem mechanischen Druck von mindestens 70 kg icm2 auf eine Temperatur von mindestens 1900.°C erhitzt wird, daß sich das Metall oder Metallgemisch mit dem Bor des B,C zu wenigstens 10 und höchstens 50 Volumprozent Metallborid vereinigt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 588911, 679402; österreichische Patentschriften Nr. 162 373, 151279.
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