DE1903584C3 - Verfahren zur Herstellung von Oxalsäure - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Oxalsäure

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Description

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Die Oxydation von Kohlehydraten, beispielsweise Glucose, Rohrzucker, Stärke, Dextrin und Zellulose, mit Salpetersäure unter Bildung von Oxalsäure, ist ein seit langem bekanntes Verfahren, das jedoch nur zu geringen Ausbeuten führt und zudem schwer zu steuern ist und bei dem die Verwertung der bei der Umsetzung gebildeten Stickoxyde schwierig isL Wesentliche Verbesserungen des grundlegenden Verfahrens sind in den US-PS 20 57 119 und 23 22 915 beschrieben. Gemäß der erwähnten US-PS 20 57 119 werden Kohlehydrate, beispielsweise Glucose, in Gegenwart von Schwefelsäure und einem Vanadiumsalz als Katalysator bei einer Temperatur zwischen 65,5°C und 71°C mit Salpetersäure umgesetzt, wobei das Kohlehydrat im Überschuß über die Salpetersäure anwesend ist Dieses Verfahren ist leicht zu steuern und führt zu guten Ausbeuten an Oxalsäure. Noch bessere Ausbeuten werden erzielt, wenn man gemäß der erwähnten US-PS 23 22 915 unter sonst gleichen Bedingungen jedoch unter Verwendung eines Gemisches von Vanadium und Eisen(111)-verbindungen als Katalysator arbeitet.
Auch bei diesem verbesserten Verfahren war jedoch die Rückgewinnung der bei der Umsetzung frei werdenden niedrigen Stickoxyde schwierig, und es kam zu einer Korrosion der Reaktionsgefäße. Das Abblasen der Stickoxyde an die Luft bedeutet nicht nur einen Verlust an Salpetersäure, sondern zudem eine Verunreinigung der Luft. Man hat daher versucht, die Stickoxyde in bekannter Weise bei Atmosphärendruck in Gegenwart von freiem Sauerstoff in Wasser oder verdünnter Salpetersäure aufzufangen, so daß sich wieder Salpetersäure bildet. Hierfür ist jedoch eine Anlage beträchtlichen Ausmaßes mit Absorptionstürmen erforderlich.
Zur Lösung dieses Problems hat man auch schon versucht, die Menge an frei werdenden Stickoxyden dadurch zu verringern, daß man direkt in die Reaktionsmasse Luft oder Sauerstoff unter einem Druck von etwa 035 bis 1,75 atü einleitete, so daß direkt in der der Oxydation unterworfenen, Kohlenhydrat und Salpetersäure enthaltenden Reaktionsmasse eine Regenerierung eines großen Teiles der Salpetersäure erfolgt, die dann wieder mit Kohlehydrat zu reagieren vermag. Bei diesem Verfahren ist jedoch die Temperatur in der Reaktionsmasse schwer zu steuern und außerdem kommt es, insbesondere an der Grenzfläche Flüssigkeit/Gas zu einer beträchtlichen Korrosion der Reaktiousgefäße.
In der erwähnten US-PS 20 57 119 ist angegeben, daß bei dem dort beschriebenen Verfahren optimale Ausbeuten an Oxalsäure nur erzielt werden, wenn die Reaktionstemperatur innerhalb enger Grenzen gehalten wird, so daß unerwünschte Nebenreaktionen vermieden werden. Die Oxydation von Kohlehydraten mit Salpetersäure ist insbesondere in ihren ersten Stadien stark exotherm, und die erzeugte Wärme muß abgeführt werden, damit die Temperatur nicht zu hoch steigt Schon ein kurzfristiger Verlust der Temperaturkontrolle führt, insbesondere in diesen ersten Stadien der Umsetzung, zu einem plötzlichen Temperaturanstieg, der von einer heftigen Gasentwicklung begleitet ist Da auch die Oxydation der niedrigen Stickoxyde zu höheren eine exotherme Umsetzung isi, wird die Temperaturüberwachung durch die direkte Regenerierung der Salpetersäure in der Reaktionsmasse weiterhin erschwert.
Bekanntlich wird die Absorption von Stickoxyden in Wasser oder verdünnter Salpetersäure unter Bildung von Salpetersäure durch Anwendung von Druck begünstigt da das zur Absorption einer bestimmten Menge an Stickoxyden erforderliche Absorbervolumen mit zunehmendem Druck abnimmt und außerdem eine höher konzentrierte Säure erhalten werden kann. Es wurde jedoch angenommen, daß die Ausbeute an Oxalsäure um so besser ist, je niedriger der Druck ist. Außerdem ist es kaum möglich, die während der Umsetzung gebildeten Stickoxyde unter einen beträchtlichen Druck von Beispielsweise über 3,5 atü zu setzen, um sie durch Absorption als Salpetersäure zurückgewinnen zu können, hauptsächlich weil korrodierende Gase und insbesondere solche, die saure Bestandteile und Feuchtigkeit enthalten, wie die bei der in Frage stehenden Oxydation entstehenden, in Kompressoren kaum bis zu diesem Ausmaß verdichtet werden können.
Aufgabe der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung von Oxalsäure in guter Ausbeute durch Umsetzen von Kohlehydraten mit Salpetersäure, bei dem die während der Umsetzung gebildeten Stickoxyde als Salpetersäure wiedergewonnen werden können.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß man bei einem Verfahren zur Herstellung von Oxalsäure durch katalytische Umsetzung von Monosacchariden mit Salpetersäure in flüssiger Phase unter Rückgewinnung der Stickoxyde als Salpetersäure einen stöchiometrischen Überschuß an Monosaccharid bei einer Temperatur von 63 bis 85° C und einem Druck von 3,5 bis 14 atü unter Ausschluß von Sauerstoff umsetzt, die sich bildenden Stickoxyde unter einem Druck von wenigstens 3,5 atü in einem wäßrigen Medium in Gegenwart von Sauerstoff absorbiert und die Oxalsäure aus dem Reaktionsgemisch durch Kristallisation gewinnt.
Es ist außerordentlich überraschend, daß unter den angegebenen Bedingungen die Oxydation von Kohlehydraten mit Salpetersäure unter überatmosphärischem Druck durchgeführt wcien kann, ohne daß damit die
Ausbeute an Oxalsäure verringert wird, da ja lange Zeit angenommen wurde, daß die Anwendung von erhöhtem Druck die Ausbeute an Oxalsäure verringern müßte. In der GB-PS 5 10 057 wird angegeben, daß die Ausbeute an Oxalsäure durch die Anwesenheit von Stickoxyd in der Reaktionsmasse verringert und durch Abtrennen von Stickoxyden von der Reaktionsmasse, beispielsweise durch Durchführen des Verfahrens unter verringertem Druck, erhöht wird. Bei der Oxydation von Kohlehydraten mit Salpetersäure in einem flüssigen !0 Reaktionsmedium bleibt ein Teil der frei werdenden Stickoxyde in dem Reaktionsmedium gelöst Nach dem Henrychen Gesetz ist die Löslichkeit eines Gases in einer Flüssigkeit dem Partialdruck des Gases über der Flüssigkeit proportional Je höher der Druck ist, unter dem die Oxydation von Kohlehydraten mit Salpetersäure erfolgt, desto größer muß also auch die Menge an Stickoxyden, die in dem Reaktionsmedium gelöst bleibt, sein und desto geringer müßte die Aurbeute an Oxalsäure sein.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens der Erfindung liegt darin, daß die Korrosion der Reaktionsgefäße weitgehend verringert wird. Das ist insbesondere darum wichtig, weil die Korrosion der Reaktionsgefäße bei einer solchen unter Druck durchgeführten Umsetzung explosionsartigen Charakter annehmen kann. Es wurde gefunden, daß die Korrosion der Reaktionsgefäße bei der in Frage stehenden Umsetzung weitgehend oarauf zurückzuführen ist, daß die Reaktorinnenwand abwechselnd der heißen korridierenden Gasphase und der verhältnismäßig kühlen flüssigen Phase ausgesetzt wirü. Wenn die Oxydation der Kohlehydrate mit Salpetersäure in Anwesenheit von freiem Sauerstoff unter Atmosphärendruck oder überatmosphärischem Druck durchgeführt wird, werden von der Reaktionsmasse abgegebene niedrige Stickoxyde in der Gasphase über der Masse zu höheren Oxyden oxydiert. Das hat zur Folge, daß die Temperatur der Gasphase beträchtlich über derjenigen der flüssigen Reaktionsmasse liegt. Wenn die Umsetzung von Kohlehydraten mit Salpetersäure bei etwa Atmosphärendruck durchgeführt wird und die entstehenden niedrigen Stickoxyde in der Gasphase über der flüssigen Reaktionsmasse durch Einleiten von Luft in diese Phase oxydiert werden, so entsteht ein Temperaturunterschied zwischen flüssiger und Gasphase in der Größenordnung von etwa 83° C. Wenn bei Anwesenheit von freiem Sauerstoff unter überatmosphäriscb.em Druck gearbeitet wird, so ist dieser Temperaturunterschied und damit das Korrosionsproblem noch größer. Wenn dagegen freier Sauerstoff von der Reaktionsmasse und der darüber befindlichen Gasphase ausgeschlossen wird, bleiben flüssige und Gasphase bei praktisch gleicher Temperatur, und die Korrosion der Innenwand des Reaktors wird weitgehend verhindert.
Weiterhin wurde gefunden, daß bei Ausschluß von freiem Sauerstoff von der Reaktionsmasse derart, daß die fgebildeten niedrigen Stickstoffoxyde niclit direkt in der Reaktionsmasse zu höheren Stickoxyden regeneriert werden können, die Steuerung der Temperatur der Reaktionsmasse sehr erleichtert und somit die mit einem plötzlichen Anstieg der Temperatur der Reaktionsmasse verbundene Gefahr weitgehend herabgesetztwird.
Die Oxydation von Kohlenhydraten mit Salpetersäu- 6s re gemäß der Erfindung kann in irgendeinem korrosionsfesten Druckreaktor aus beispielsweise rostfreiem Stahl durchgeführt werden. Vorzugsweise ist der Reaktor mit Mitteln zum gründlichen Vermischen der Reaktionsteilnehmer sowie mit Mitteln zur gesteuerten Zufuhr von Salpetersäure sowie zum erhitzen bzw. Kühlen des Reaktorinhalts ausgestattet. Für die Absorbtion der Stickoxyde unter überatmosphärischem Druck unter Bildung von Salpetersäure kann eine Vorrichtung verwendet werden, wie sie beispielsweise in den US-PS 17 08 685, 17 35 342 und 18 40 063 beschrieben ist
Bei der Durchführung des Verfahrens der Erfindung setzen die bei der Oxydation in Freiheit gesetzten Gase den Reaktor und die damit verbundenen Absorptionsvorrichtung unter Druck und strömen unter diesem Druck durch den Absorber. Der Druck in der ganzen Anlage kann dadurch reguliert werden, daß man Gas vom Austrittsende des Absorbers abläßt
Sowohl die Oxydation der Kohlehydrate als auch die Absorbtion der dabei gebildeten Stickoxyde erfolgen unter einem Druck von etwa 3,5 atü, zweckmäßig zwischen etwa 3,5 und etwa 14 atü, beispielsweise bei etwa 3,5 bis 10,5 atü und vorzugsweise zwischen etwa 4,25 und etwa 10,5 atü. Bei Anwendung von Drücken unter etwa 3,5 atü muß ein unerwünscht ausgedehntes Absorptionssystem verwendet werden während bei Anwendung von Drücken über etwa 14 atü die Errichtung eirer entsprechend druckfesten Anlage zu aufwendig wird.
Das Kohlehydrat ist vorzugsweise ein Monosaccharid, beispielsweise Glucose oder Fructose, kann aber auch beispielsweise Rohrzucker, Stärke, Dextrin oder Zellulose sein. Wenn ein Kohlehydrat von höherem Molekulargewicht: als dem eines Monosaccharids verwendet wird, so wird es vorzugsweise vor der Oxydation mit Salpetersäure mit einer geeigneten Säure, beispielsweise Oxalsäure oder Schwefelsäure oder der Mutterlauge des Verfahrens, zu Monosacchariden hydrolysiert.
Die Konzentration der verwendeten Salpetersäure kann beispielsweise zwischen etwa 60% und etwa 99% HNO3 variieren, wobei die höheren Konzentrationen bevorzugt sind, damit die Reaktionsmasse nicht unnötig stark verdünnt wird.
Die Oxydation erfolgt in Anwesenheit von Schwefelsäure. Die Konzentration an Schwefelsäure kann etwas variieren. Vorzugsweise wird sie jedoch so eingestellt, daß die Mutterlauge vor Zugabe des Kohlehydrats wenigstens etwa 50% Schwefelsäure enthält, da die Oxalsäure leicht zu Kohlendioxyd oxydiert und damit die Ausbeute verringert wird, wenn die Schwefeisäurekonzentration beträchtlich unter diesen Wert absinkt.
Der Katalysator kann ein Vanadium- oder Vanadium/ Eisen-Katalysator sein. Der Vanadiumkatalysator kann in die Reaktionsmasse eingebracht werden, indem man eine Vanadiumverbindung darin löst. Ein Vanadium/ Eisen-Katalysator kann gebildet werden, indem man Vanadium- und Eisenverbindungen in dem sauren Reaktionsgemisch löst Das Vanadium stammt vorzugsweise aus Vanadiumpentoxyd, während das Eisen durch Auflösen von Eisen, Eisenoxyd oder einer anderen löslichen Eisenverbindung in dem sauren Medium in das Reaktionsgemisch eingebracht werden kann.
Für die Erzielung optimaler Ausbeuten an Oxalsäure ist die Katalysatorkonzentration von wesentlicher Bedeutung Die Konzentration an Vanadium, ausgedrückt als V2O5, liegt un ibhängig davon, ob Vanadium allein oder im Gemisch mit Ferrieisen verwendet wird, vorzugsweise zwischen etwa 0,001% und etwa 0,05% und insbesondere zwischen etwa 0,001 und etwa 0,002
Gew.-%. Bessere Ausbeuten werden erzielt, wenn ein Vanadium/Ferrieisenkatalysator verwendet wird. In diesem Fall wird die Menge an Ferrieisen in dem Reaktionsgemisch vorzugsweise zwischen etwa 0,1 Gew.-°/o und einer Menge, die nicht größer ist als diejenige, die zur Erzeugung einer gesättigten Lösung von Eisensalzen in der Oxydationsmasse bei Zimmertemperatur erforderlich ist, insbesondere zwischen etwa 0,3 und 0,8% gehalten.
Die Temperatur der Reaktionsmasse während der Oxydation ist von außerordentlicher Bedeutung und muß innerhalb enger Grenzen, nämlich zwischen etwa 63 und 85°C, vorzugsweise zwischen etwa 68,5 und etwa 80° C und insbesondere zwischen etwa 71 und etwa 8O0C gehalten werden. Bei Temperaturen unter etwa 630C wird die Umsetzung zu langsam und damit unwirtschaftlich. Bei Temperaturen über etwa 85° C sinkt die Ausbeute an Oxalsäure sehr rasch. Unabhängig von der Wahl der Reaktionstemperatur wird aber die Masse in dem Reaktor vor der Zugabe der Salpetersäure vorzugsweise auf eine Temperatur von nicht unter etwa 65,5° C erhitzt.
Die Zeichnung ist ein Fließschema einer bevorzugten Durchführungsform des Verfahrens der Erfindung:
Oxalsäuremutterlauge aus dem Verfahren selbst, von der Oxalsäurekristalle abgetrennt sind, und die etwa 50Gew.-% Schwefelsäure enthält, wird durch Leitung 11 in den Tank 1, der unter überatmosphärischem Druck gehalten wird, geleitet. Mit dem Tank 1 ist der Druckabsorber 5 zur Rückgewinnung von Stickoxyden in der Form von Salpetersäure unter überatmosphärischem Druck, in den durch Leitung 17 Wasser geleitet wird, verbunden. Die Mutterlauge soll den Vanadiumoder Vanadium/Eisen-Katalysator in den obengenannten Konzentrationen gelöst enthalten. Erforderlichenfalls kann eine ausreichende Menge an Eisen und bzw. oder Vanadium in der Form von Vanadiumpentoxyd in der Mutterlauge gelöst werden, und Schwefelsäure kann durch Leitung 15 zugesetzt werden, um einen Verlust an Schwefelsäure in einen vorhergehenden Ansatz auszugleichen. Durch Leitung 13 wird dem Tank 1 außerdem eine Lösung des Kohlehydrats beispielsweise Glukose, in Mutterlauge (hergestellt durch Einführen des Kohlehydrats über Leitung 12 in Mutterlauge in dem Mischtank 7) zugeführt Der Tank wird verschlossen, und die Masse wird auf zwischen etwa 65,5 und etwa 74°C erhitzt Dann wird durch Leitung 14 Salpetersäure eingeleitet während die Temperatur in dem oben angegebenen Bereich gehalten wird. Durch die bei der Umsetzung durch Reduktion der Salpetersäure gebildeten Stickoxyde wird die Reaktionsmasse im Tank 1 und der mit diesem verbundene Absorber 5 unter Druck gesetzt Dieser Druck wird durch Abblasen von Gasen aus dem Absorber 5 durch das Ventil 6 einreguliert Luft oder Sauerstoff wird in der Menge, die für die Oxydation der von der Reaktionsmasse abgegebenen niedrigeren Stickoxyde zu höheren, als Salpetersäure rückgewinnbaren Stickoxyden erforderlich ist entweder durch Leitung 16, wie gezeigt direkt in den Absorber 5 oder an einer Stelle zwischen dem Tank 1 und dem Absorber 5, jedoch nicht in den Tank 1 eingeleitet Nach Beendigung der Oxydation, die daran erkennbar ist daß die Salpetersäurekonzentration in der Reaktionsmasse ansteigt, können gewünschtenfalls in der Reaktionsmasse verbliebene Stickoxyde durch kurzzeitiges Durchleiten von Luft daraus ausgetrieben werden. Wenn die Umsetzung beendet ist wird die Reaktionsmasse in das Kristallisationsgefäß 2 übergeführt und dort abkühlen gelassen. Die beim Abkühlen aus der Reaktionsmasse auskristallisierende Oxalsäure wird mittels des Filters 3 abfiltriert und durch Leitung 18 abgezogen. Das Filtra wird erforderlichenfalls durch Abdampfen von Wasser im Eindampfer 4 konzentriert und dann durch Leitung 19 als Mutterlauge, wie oben beschrieben, zurückge führt.
Gewünschtenfalls kann die so erhaltene Oxalsäure durch Umkristallisieren aus einem wäßrigen Medium
ίο weiter gereinigt werden, und die bei der Umkristallisa tion anfallende Mutterlauge, die geringe Mengen Oxalsäure sowie Schwefelsäure und andere Verunreini gungen enthält, kann gewünschtenfalls durch Abdamp fen von Wasser konzentriert und der in der Oxydations stufe des Verfahrens verwendeten Mutterlauge züge setzt werden.
Bei der Inbetriebnahme des Verfahrens kann anstell« von rückgeführter Mutterlauge ein Gemisch aus Wasser, Schwefelsäure und Vanadium- bzw. Vanadium und Eisenverbindungen in den erforderlichen Menger verwendet werden.
Das folgende Beispiel veranschaulicht die Erfindung Angaben in Teilen und Prozent beziehen sich auf das Gewicht.
Beispiel
Ansatz 1
220 Teile Rohstärke (mit einem Stärkegehalt von etwa 85,6%) wurden zu 1840 Teilen Oxalsäuremutterlaugen von einem vorhergehenden Verfahren, die etwa 49,5% Schwefelsäure, 4,4% Oxalsäure, 0,4% Ferrieisen und 0,00112% Vanadium, ausgedrückt als V2O5, enthielt zugesetzt. Dieses Gemisch wurde auf etwa 65,50C erhitzt und etwa 1 Stunde gerührt, bis eine einheitliche flüssige Masse erhalten war. Diese flüssige Masse wurde in einem Druckreaktor aus rostfreiem Stahl mit Rührer und Thermometer sowie Heiz- und Kühlmitteln überführt. Der Reaktor wurde verschlossen, und die darin befindliche flüssige Masse wurde auf 710C erhitzt Dann wurden allmählich innerhalb 4·/2 Stunden 775 Teile 63%ige Salpetersäure zugesetzt Während dieser Zeit wurde die flüssige Masse in dem Reaktor bei einer Temperatur zwischen 65,5 und 74"C gehalten. Der Druck in dem Reaktor wurde auf 103 atü ansteigen gelassen und während der Zugabe der Salpetersäure durch Abblasen von bei der Oxydation in dem Reaktor gebildeten Gasen auf diesem Wert gehalten. Nach Beendigung der Umsetzung wurde die flüssige Masse aus dem Reaktor abgezogen und auf Zimmertemperatur (etwa 2O0C) abkühlen gelassen, und die dabei gebildeten Oxalsäurekristalle wurden von der Mutterlauge abgetrennt Die Ausbeute an Oxalsäure betrug 1,615 Teile je Teil Stärke.
Ansatz IA
In diesem Vergleichsansatz wurden 200 Teile Rohstärke mit einem Stärkegehalt von etwa 85,6% zu 1630 Teilen Oxalsäuremutterlauge von einem vorhergehenden Ansatz, die etwa 49% Schwefelsäure, 7,4% Oxalsäure, 0,4% Ferrieisen und 0,0012% Vanadium, ausgedrückt als V2O5, enthielt, zugesetzt Dieses Gemisch wurde auf etwa 65,5° C erhitzt und etwa eine Stunde gerührt, bis eine einheitliche flüssige Masse erhalten war. Die flüssige Masse wurde in den auch für den Ansatz 1 verwendeten Reaktor eingebracht und auf 683° C erhitzt 845 Teile 63%ige Salpetersäure wurden innerhalb 4'/2 Stunden allmählich zugesetzt Die
Temperatur der flüssigen Masse stieg auf 74°C und wurde während der gesamten Dauer des Salpetersäurezusatzes auf diesem Wert gehalten. Die gesamte Oxydation erfolgte unter Atmosphärendruck. Nach Beendigung der Umsetzung wurde die flüssige Masse von dem Reaktor abgezogen und auf Zimmertempera-
tür (etwa 20°C) abkühlen gelassen, und die dabei gebildeten Oxalsäurekristalle wurden von der Mutterlauge abgetrennt. Die Ausbeute an Oxalsäure betrug 1,625 Teile Oxalsäure je Teil Stärke.
Die Ansätze 1 und IA wurden wiederholt mit den folgenden Ergebnissen:
Tabelle
Ausbeute an Oxalsäure Atmosphärendruck Ansatz 10.5 atü
(Teile Oxalsäure je Teil Stärke) 1,625 2 1,615
Ansatz i,600 l;605
2 A 1,650 4 1,618
3 A - 5 1,650
4A 1,625 1,622
5A
Mittlere
Ausbeute
Diese Werte zeigen, daß unter den beanspruchten Verfahrensbedingungen die Oxydation von Kohlehydraten mit Salpetersäure zu Oxalsäure unter überatmosphärischem Druck durchgeführt werden kann, ohne daß die Ausbeute an Oxalsäure beträchtlich sinkt, während die von der Reaktionsmasse frei werdenden Stickoxyde unter so hohem überatmosphärischem Druck anfallen, daß sie in einem Absorber unter Bildung von Salpetersäure zurückgewonnen werden können Damit können die Vorteile einer Absorption vor Stickoxyden unter Druck ausgenutzt werden, ohne daC Kompressoren verwendet werden müssen und ohne daC die Ausbeute an Oxalsäure sinkt. Bei Verwendung anderer Kohlehydrate in dem Verfahren der Erfindung werden entsprechende Ergebnisse erzielt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Oxalsäure durch katalytische Umsetzung von Monosacchariden mit Salpetersäure in flüssiger Phase unter Rückgewinnung der Stickoxyde als Salpetersäure, dadurch gekennzeichnet, daß man einen stöchiometrischen Überschuß an Monosaccharid bei einer Temperatur von 63 bis 85° C und einem Druck von 3,5 bis 14 atü unter Ausschluß von Sauerstoff umsetzt, die sich bildenden Stickoxyde unter einem Druck von wenigstens 3,5 atü in einem wäßrigen Medium in Gegenwart von Sauerstoff absorbiert und die Oxalsäure aus dem Reaktionsgemisch durch Kristallisation gewinnt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung des Kohlehydrats mit Salpetersäure und die Absorption von Stickoxyden unter einem Druck von 4,25 bis 10,5 atü durchführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Kohlehydrat, Schwefelsäure und Katalysator enthaltende flüssige Reaktionsmedium auf eine Temperatur von wenigstens etwa 65,5° C erhitzt und dann die Salpetersäure zusetzt.
DE1903584A 1968-01-24 1969-01-24 Verfahren zur Herstellung von Oxalsäure Expired DE1903584C3 (de)

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