DE19627780C2 - Werkstoff für Supermagnetwiderstands-Sensoren - Google Patents
Werkstoff für Supermagnetwiderstands-SensorenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Werkstoff für
Supermagnetwiderstands(GMR/Giant Magnetoresistance)-Sensoren.
Der Werkstoff kann für verschiedenartige magnetische Sensoren
verwendet werden, und zwar insbesondere für Feldstärkesensoren,
Feldrichtungssensoren, Positionssensoren oder Leseköpfe. Der
Werkstoff ist in Form massiver Körper einsetzbar,
beispielsweise in Form von Blechen, Platten oder Scheiben.
Es sind bereits Materialien bekannt, bei denen beim Anlegen
eines äußeren Magnetfeldes eine extrem große Änderung ihres
elektrischen Widerstands bewirkt wird. Dieser, auch als
Supermagnetwiderstand(GMR/Giant Magnetoresistance)-Phänomen be
zeichnete Effekt wird in der Praxis ausgenutzt, indem derartige
Materialien als Werkstoffe für Leseköpfe in der
Datenverarbeitung und für Geschwindigkeits- oder
Positionierungssensoren eingesetzt werden.
So ist beispielsweise ein Magnetfeldsensor bekannt, bei dem in
einer Cu-, Au- oder Ag-Matrix magnetische Partikel aus einer
NiCo- oder NiFe-Legierung eingebettet sind (US 5 422 621).
Zur Ausnutzung des GMR-Effekts ist es auch bekannt, magnetische
Werkstoffe zusammen mit nichtmagnetischen Werkstoffen in einer
dünnen Schicht abzuscheiden (US 5 462 809). Als magnetischer
Werkstoff werden hierbei Co oder andere ferromagnetische
Materialien und als nichtmagnetischer Werkstoff Cu oder Ag
verwendet.
Für Leseköpfe für die Datenverarbeitung sind auch Multi
schichtsysteme bekannt, die in wechselnder Folge aus etwa 1 bis
5 nm dicken nichtmagnetischen Schichten, meist aus Cu oder Cr,
und etwa 2 bis 5 nm dicken magnetischen Schichten, meist aus Co
oder NiCo-, FeNi- oder FeNiCo-Legierungen bestehen. Diese
Schichten sind in wechselnder Folge bis zu einer Gesamtdicke
von etwa 300 nm aufeinandergeschichtet (EP 0 600 794 A1,
US 5 442 508). Die Schichtsysteme sind speziell für
Datenverarbeitungsleseköpfe im Magnetfeldbereich von einigen
10 Oe vorgesehen.
Ein wesentlicher Nachteil der schichtförmigen GMR-Materialien
besteht in der relativ aufwendigen Schichtherstellung durch
Sputtern oder Aufdampfen. Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus
der starken Anisotropie des GMR-Effekts, wodurch die Einsatz
richtung der Schicht bestimmt und so eine universelle Anwendung
verhindert wird. Hinzu kommt, daß der Temperatureinsatzbereich
mit einer oberen Grenze von etwa 330°C nicht überschritten
werden darf, um Alterungserscheinungen zu vermeiden. Nachteilig
ist auch die Tatsache, daß die Materialien mechanisch nur wenig
belastbar sind.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, für
die eingangs genannten Einsatzfälle einen GMR-Werkstoff zur
Verfügung zu stellen, der sowohl isotrop als auch anisotrop
herstellbar ist, sich auch für Temperatureinsatzbereiche
oberhalb 330°C eignet und auch mechanisch belastbar ist.
Diese Aufgabe wird mit der in den Patentansprüchen angegebenen
Erfindung gelöst.
Der erfindungsgemäße Werkstoff ist hergestellt aus einer Eisen-
Nickel-Kobalt-Aluminium-Basis-Legierung mit
15 bis 85 Masse-% Fe
15 bis 30 Masse-% Ni
5 bis 40 Masse-% Co
7 bis 15 Masse-% Al
0 bis 6 Masse-% Cu
0 bis 8 Masse-% Ti
und gegebenenfalls enthaltenen geringen herstellungstechnisch bedingten Zusätzen und Verunreinigungen,
wobei der Werkstoff ein räumlich entmischtes Gefüge besitzt, derart, daß eine mit den ferromagnetischen Elementen Fe und Co angereicherte Phase M und eine mit den übrigen Elementen der Legierung angereicherte Phase N vorliegen, wobei die Phase M in Form von Ausscheidungen überwiegend innerhalb von Bereichen der Phase N angeordnet ist.
15 bis 85 Masse-% Fe
15 bis 30 Masse-% Ni
5 bis 40 Masse-% Co
7 bis 15 Masse-% Al
0 bis 6 Masse-% Cu
0 bis 8 Masse-% Ti
und gegebenenfalls enthaltenen geringen herstellungstechnisch bedingten Zusätzen und Verunreinigungen,
wobei der Werkstoff ein räumlich entmischtes Gefüge besitzt, derart, daß eine mit den ferromagnetischen Elementen Fe und Co angereicherte Phase M und eine mit den übrigen Elementen der Legierung angereicherte Phase N vorliegen, wobei die Phase M in Form von Ausscheidungen überwiegend innerhalb von Bereichen der Phase N angeordnet ist.
Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung können
alle Bereiche, in denen die Phase M und die Phase N
konzentriert sind, teilweise oder vollständig nanostrukturiert
sein.
Vorteilhaft ist es, wenn die Phase N mit einem Anteil von 0,5
bis 30 Masse-% in kleinen räumlichen Bereichen von weniger als
50 nm Durchmesser in einer homogenen polykristallinen Matrix
angeordnet ist, die aus der Phase M besteht.
Eine zweckmäßige Legierung besteht erfindungsgemäß aus
49,5 Masse-% Fe, 15 Masse-% Ni, 24 Masse-% Co, 8 Masse-% Al,
3 Masse-% Cu und 0,5 Masse-% herstellungstechnisch bedingten
Zusätzen und Verunreinigungen.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Werkstoffs
besteht darin, daß dieser mit relativ einfachen herkömmlichen
technologischen Verfahren zu massiven Körpern verarbeitet
werden kann und damit vielseitig verwendbar ist. Der Werkstoff
weist zudem in vorteilhafter Weise eine gute mechanische
Festigkeit auf. Die Legierung hat auch den Vorteil, daß sie je
nach thermomagnetischer Behandlung sowohl mit isotroper als
auch mit anisotroper Eigenschaft herstellbar ist. Damit
bestehen keine Beschränkungen bezüglich der Einsatzrichtung des
GMR-Materials. Außerdem zeichnet sich das verwendete Material
gegenüber den bekannten GMR-Materialien dadurch aus, daß es für
wesentlich höhere Temperaturen einsetzbar ist, da erst bei
Temperaturen von ≧ 600°C Alterungserscheinungen eintreten.
Nachstehend ist die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert, wobei das Beispiel 1, basierend auf den
Merkmalen der Patentansprüche 1 und 4 sowie 5 und 6, als
besonders vorteilhaft anzusehen ist. In den zu den Beispielen
gehörenden Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen Feldionenmikrograph vom Gefüge des
Werkstoffs gemäß Beispiel 1,
Fig. 2 ein Diagramm mit der Abhängigkeit der prozentualen
Widerstandsänderungen Δρ/ρ vom magnetischen Feld µ0H
für den Werkstoff gemäß Beispiel 1, aufgenommen in
einem Magnetfeld mit -1,0 < T < 1,0,
Fig. 3 ein Diagramm mit der Abhängigkeit der prozentualen
Widerstandsänderungen Δρ/ρ vom magnetischen Feld µ0H
für den Werkstoff gemäß Beispiel 1, aufgenommen in
einem Magnetfeld mit 1,0 < T < 16.
Zur Herstellung eines Werkstoffs wird eine AlNiCo 5-Legierung,
die 49,5 Masse-% Fe, 15 Masse-% Ni, 24 Masse-% Co, 8 Masse-%
Al, 3 Masse-% Cu und 0,5 Masse-% herstellungstechnisch
bedingter Zusätze und Verunreinigungen enthält, in Formen
abgegossen und mit 4 K/s auf 900°C abgekühlt. Anschließend
wird kontinuierlich langsam mit etwa 20 K/min unter Einfluß
eines äußeren Magnetfeldes der Stärke H = 80 bis 600 kA/m in
die Mischungslücke hinein auf etwa 600°C und dann ohne
Magnetfeldeinfluß auf Raumtemperatur abgekühlt. Abschließend
wird durch mehrstufiges Tempern bei Temperaturen um 600°C das
Gefüge noch kontrolliert vergröbert.
Aus dem so erhaltenen Material werden Plättchen der Abmessungen
20 mm × 5 mm × 1 mm herausgeschnitten. Diese besitzen ein
spinodal entmischtes makroskopisch anisotropes feindisperses
Gefüge gemäß dem in Fig. 1 gezeigten Gefügebild. Das Gefüge
weist eine Fe- und Co-reiche, ferromagnetische Phase M und eine
Al- und Ni-reiche Phase N auf. Dabei liegt die Phase M als
Ausscheidung innerhalb der Phase N vor. Mit 110, 200 und 011
sind in Fig. 1 die vorliegenden kristallographischen Richtungen
gekennzeichnet.
Die Plättchen weisen unter der Einwirkung eines externen
Magnetfeldes bei unterschiedlichen Feldstärken µ0Hext(T) die
aus dem Diagramm gemäß Fig. 2 ersichtlichen relativen
Widerstandsänderungen
Δρ/ρ(%) = [ρ(H) - ρ(0)]/ρ(0)
auf, wobei µ0 die magnetische Feldkonstante, Hext die externe
magnetische Feldstärke, ρ der spezifische Widerstand, ρ(H) der
im Feld H gemessene spezifische Widerstand und ρ(0) der im
Nullfeld (H = 0) gemessene spezifische Widerstand der Plättchen
sind.
Das Diagramm ergibt sich aus den Meßdaten im Falle der
Einwirkung des Magnetfeldes senkrecht zur Längsachse der M-
Phasen-Ausscheidungen und wurde bei statischer Anordnung der
Plättchen im Magnetfeld und bei Raumtemperatur gemessen. Aus
der Kurve gemäß Fig. 2 ist beispielsweise entnehmbar, daß die
Plättchen unter senkrechter Einwirkung eines Magnetfeldes bei
1,0 T eine relative Widerstandsänderung Δρ/ρ von 1,6% und bei
0,5 T von 1,4% aufweisen.
Im Falle einer drehbaren Anordnung der Plättchen, bei der sich
das Sensorplättchen frei im einwirkenden Magnetfeld in die
leichte Richtung drehen kann, wird der GMR-Effekt erhöht. So
erhöht sich der GMR-Effekt um den Faktor 3 bei Raumtemperatur
und bei einer Temperatur von nur 10 K sogar um den Faktor 50.
Für hohe Magnetfelder im Bereich von 1 bis 16 T besitzen die
Plättchen die aus dem Diagramm gemäß Fig. 3 ersichtlichen Δρ/ρ-
Werte. Das Diagramm zeigt, daß das Material bei Raumtemperatur
im Feldbereich zwischen 1 und 16 Tesla unter senkrechter
Einwirkung eines Magnetfeldes eine relative Widerstandsänderung
Δρ/ρ mit Werten zwischen 1,2 und 4,2% aufweist.
Beim Einsatz dieses Materials ist zu beachten, daß es eine
Sättigungspolarisation JS von etwa 0,7 T besitzt. Deshalb ist
das während der Messung im Material wirksame Feld H auf Grund
von Entmagnetisierungseffekten etwas kleiner als das äußere
Feld He, und zwar mit H = He - µ0 -1DJS, worin D der
Entmagnetisierungsfaktor des jeweiligen Plättchens ist. Diese
Gegebenheiten lassen sich bei der Eichung des zu bauenden
Hochfeldmagnetsensors leicht berücksichtigen.
Dieses Beispiel betrifft eine Legierung, die aus
28,5 Masse-% Fe, 14 Masse-% Ni, 38 Masse-% Co, 8 Masse-% Al,
3 Masse-% Cu, 8 Masse-% Ti und 0,5 Masse-%
herstellungstechnisch bedingter Zusätze und Verunreinigungen
besteht. Diese Legierung wird in der gleichen Weise wie in
Beispiel 1 beschrieben hergestellt und verarbeitet.
Die erhaltenen Plättchen weisen ein entmischtes feindisperses
Gefüge auf, in dem eine Fe- und Co-reiche, ferromagnetische
Phase M und eine Al- und Ni-reiche, nicht magnetische Phase N
vorliegen. Die GMR-Eigenschaften entsprechen den in Beispiel 1
beschriebenen. Die Plättchen sind beispielsweise verwendbar für
magnetische Feldstärkesensoren, magnetische Feldrichtungs
sensoren oder magnetische Positionssensoren.
Claims (3)
1. Werkstoff für Supermagnetwiderstands-Sensoren, hergestellt
aus einer Eisen-Nickel-Kobalt-Aluminium-Basis-Legierung,
bestehend aus (in Gew.-%)
15 bis 85 Fe
15 bis 30 Ni
5 bis 40 Co
7 bis 15 Al
0 bis 6 Cu
0 bis 8 Ti
und gegebenenfalls enthaltenen geringen herstellungstechnisch bedingten Zusätzen und Verunreinigungen,
mit einem räumlich entmischten Gefüge, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit den ferromagnetischen Elementen Fe und Co angereicherte, teilweise oder vollständig nanostrukturierte Phase M und eine mit den übrigen Elementen der Legierung angereicherte, teilweise oder vollständig nanostrukturierte Phase N vorliegen, wobei die Phase M in Form von Ausscheidungen überwiegend innerhalb von Bereichen der Phase N angeordnet ist.
15 bis 85 Fe
15 bis 30 Ni
5 bis 40 Co
7 bis 15 Al
0 bis 6 Cu
0 bis 8 Ti
und gegebenenfalls enthaltenen geringen herstellungstechnisch bedingten Zusätzen und Verunreinigungen,
mit einem räumlich entmischten Gefüge, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit den ferromagnetischen Elementen Fe und Co angereicherte, teilweise oder vollständig nanostrukturierte Phase M und eine mit den übrigen Elementen der Legierung angereicherte, teilweise oder vollständig nanostrukturierte Phase N vorliegen, wobei die Phase M in Form von Ausscheidungen überwiegend innerhalb von Bereichen der Phase N angeordnet ist.
2. Werkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Phase N mit einem Anteil von 0,5 bis 30 Gew.-% in kleinen
räumlichen Bereichen von weniger als 50 nm Durchmesser in einer
homogenen polykristallinen Matrix angeordnet ist, die aus der
Phase M besteht.
3. Werkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Legierung aus 49,5 Gew.-% Fe, 15 Gew.-% Ni, 24 Gew.-% Co,
8 Gew.-% Al, 3 Gew.-% Cu und 0,5 Gew.-% herstellungstechnisch
bedingter Zusätze und Verunreinigungen besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19627780A DE19627780C2 (de) | 1996-03-22 | 1996-07-10 | Werkstoff für Supermagnetwiderstands-Sensoren |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19627780A1 DE19627780A1 (de) | 1997-09-25 |
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| DE19627780A Expired - Fee Related DE19627780C2 (de) | 1996-03-22 | 1996-07-10 | Werkstoff für Supermagnetwiderstands-Sensoren |
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- 1996-07-10 DE DE19627780A patent/DE19627780C2/de not_active Expired - Fee Related
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Non-Patent Citations (1)
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|---|
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Also Published As
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