DE197819C - - Google Patents
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- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04R—LOUDSPEAKERS, MICROPHONES, GRAMOPHONE PICK-UPS OR LIKE ACOUSTIC ELECTROMECHANICAL TRANSDUCERS; ELECTRIC HEARING AIDS; PUBLIC ADDRESS SYSTEMS
- H04R5/00—Stereophonic arrangements
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- Physics & Mathematics (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Acoustics & Sound (AREA)
- Signal Processing (AREA)
- Electrolytic Production Of Non-Metals, Compounds, Apparatuses Therefor (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
.- M 197819 - '■ KLASSE 21 a. GRUPPE
Dr. MAX HORNEMANN in HALLE a. S.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 14. April 1907 ab.
Der nachstehend beschriebene Fernsprecher zeigt keinerlei magnetische Spulen, sondern
beruht auf Wirkungen, welche der des Mikrophons in gewisser Weise analog sind. Es
ist nämlich bereits beobachtet worden, daß unvollkommene Kontakte Töne wiederzugeben
imstande sind; man war indessen bisher nicht imstande, die Tonwiedergabe so weit zu vervollkommnen,
daß auch Gespräche u. dgl.
ίο ebensogut wiedergegeben werden konnten wie
beim gewöhnlichen Magnettelephon. Hierzu sind vielmehr ganz bestimmte Bedingungen
erforderlich. In erster Linie ist es notwendig, daß der Kontakt durch eine möglichst
feine Spitze aus hartem Metall oder Metallverbindungen bewirkt wird. Bei aller Ähnlichkeit,
welche der sprechende Kontakt, wie er im folgenden genannt werden soll, mit dem Mikrophon hat, besteht ein grundsätzlicher
Gegensatz, so daß man die Behauptung aufstellen kann, das Mikrophon eigne
sich nur zur Aufnahme der Schallwellen, der Metallkontakt dagegen zur akustischen Wiedergabe
der Stromwellen. Je mehr bewegliche Berührungspunkte zwischen den Kohlen des Mikrophons vorhanden sind, um so größer
sind die Stromschwankungen, die man durch Schallwellen erzeugen kann, desto lauter wird
also der übertragene Ton und auf desto größere Entfernungen wird man sprechen
können. Die Wiedergabe der Stromwellen durch den unvollkommenen Kontakt gelingt
dagegen um so besser, je weniger Berührungspunkte vorhanden sind und je kleiner die
Berührungsstelle der Kontaktteile, je größer mithin die Stromdichte. Wurde beispielshalber
eine Kugel, welche eine Membran berührt, benutzt, so ergab sich kein günstiges Resultat, da die Berührungsfläche zu groß
wird.
Zweitens ist auch die Beschaffenheit der schlechten Leiter, zwischen welchen Kontakt ,
stattfindet, von großem Einfluß. Kohle beispielshalber ist zu weich und läßt sich deshalb
nicht gut verwenden. Vielmehr zeigen schlechtleitende Metallverbindungen, wie Eisenoxydul
o. dgl., sich vorteihafter, besonders wertvoll aber hat sich die Verwendung von Schwefeleisen gezeigt. Dieses wird auf der
Oberfläche bearbeitet und möglichst gut poliert, als Spitze eine Stahlnadel benutzt.
Eine· dritte wesentliche Bedingung ist die richtige Gewichtsverteilung. Damit nämlich
die Tonübertragung möglichst vollständig zustande kommt, muß derjenige Teil, welcher
akustisch wirken soll, möglichst leicht im Verhältnis zu dem unwirksamen gewählt wer- .;
den. Denn ähnlich, wie bei einem Geschoß um so mehr Energie dem Geschoß und um s.o weniger dem Geschütz übertragen wird,
je leichter das Geschoß und je schwerer das Geschütz ist, verhält es sich im vorliegenden
Falle. Es ist also die Eisenspitze an der Schallmembran zu befestigen, dem Schwefeleisenstück
dagegen eine gewisse Schwere zu geben.
Viertens endlich, ist auch die Befestigung der Spitze von Einfluß. Als vorteilhaft hat
sich eine sogenannte Spinne, wie sie bei Phonographen üblich ist, bewährt, d. h. eine
Befestigung der Spitze nicht an einem Punkt der Membran, sondern durch eine Reihe von
der Spitze aus radial ausgehenden Armen, deren Enden ungefähr in einem Kreise auf
der Membran konzentrisch zur Spitze enden. In Fig. ι ist eine dem Fernhörer entsprechende Vorrichtung gezeichnet, in Fig. 2 ein
Lautsprecher.
Die Einrichtung wird aus der Zeichnung leicht klar werden. A ist ein Gehäuse aus
Holz, Hartgummi oder Metall, B der zentral durchbohrte abschraubbare Deckel, welcher die
Membran C aus Eisen (oder auch aus Glimmer oder anderem Material) einspannt. Auf
der Membran ist konzentrisch eine der beim Phonographen gebräuchlichen Vorrichtungen,
also z.B. die sogenannte SpinneD befestigt,
die im Zentrum eine kleine Hülse nebst Schraube E zur Aufnahme der leicht auswechselbaren
Stahlnadel F hat. (Die Nadel kann natürlich auch fest mit der Spinne verbunden
sein.) Der Strom wird der Stahlnadel durch einen feinen elastischen Draht
zugeführt, der durch die Klemme L mit der Leitungsschnur N in Verbindung steht. Gegen
: " die Spitze, die den einen Kontaktteil bildet,
drückt als zweiter · Kontaktteil ein Stück kristallinischen' Schwefeleisens G, welches bearbeitet'
und an der Berührungsstelle gut poliert ist. Diese steht mit der Klemme K
und der zweiten Leitungsschnur M in leitender Verbindung. Uni das Schwefeleisenstück
in richtiger Lage zu halten, um den Einfluß der Schwerkraft in verschiedenen Lagen, die
der Hörer haben kann, zu beseitigen, und um einen geeigneten Berührungsdruck zu erzielen,
ist das Schwefeleisen auf ein rundes Stück Kartonpapier (auch Glimmer, Blech u.dgl.) HH aufgeleimt und mit diesem
zweckmäßig in Watte oder Filz oder Haare / eingebettet; in der Skizze wird hierdurch der
ganze punktierte Raum zu beiden Seiten des Kartons ausgefüllt. Natürlich sind auch
andere Federungen bzw. sogenannte feste Einstellung des II. Kontaktteils möglich. Der
Hörer wird mit Mikrophon und Batterie gewöhnlich hintereinander in eine Leitung geschaltet,
so- daß die Stromwellen den Weg N-L-F-G-K-M, gehen.· v
Fig. 2 ist ein Durchschnitt durch einen fest- ' stehenden, laut sprechenden Kontakt.
Die elektromotorische Kraft muß in diesem 'Falle, wenn der Apparat laut sprechen soll,
größer als für den Hörer genommen werden. Das Metallgehäuse A ist mit dem abschraub-
-; baren Deckel B verbunden, der zur Befestigung
der Schalldose mit der Glimmermembran C dient. D ist eine Spinne mit Hülse E
zur Aufnahme der auswechselbaren Grammophonnadel F. Dieselbe kann natürlich auch
fest angebracht sein. Das polierte Stück Schwefeleisen G ist auf die Glimmerfeder H
aufgeleimt, deren anderes Ende mittels des Blockes J1 auf dem zweiarmigen Metallhebel
K1 befestigt ist. Dieser um die Achse L1 drehbare Hebel wird durch die straffe Spiralfeder
M[ in seiner Lage festgehalten und kann durch die Schraube N1 gehoben und
gesenkt werden, bis der geeignete Berührungsdruck zwischen den Kontaktteilen F
und G, die wiederum mit Mikrophon und Elementen in leitender Verbindung stehen, erzielt
ist. Auf das Mundstück der Schalldose wird der Schalltrichter gesetzt und der ganze
Apparat auf einem Holzgestell zweckmäßig gelagert.
Es sei noch erwähnt, daß sich an Stelle der Stahlnadel natürlich auch andere harte
Materialien, etwa Iridium u. dgl., verwenden lassen, und daß natürlich auch das Schwefeleisen
durch ähnliche Verbindungen, z. B. Metalloxydate, Metallsulfate, Metallselenate
usw., oder Verbindungen der Metalle mit Sauerstoff, Schwefel, Selen usw., ersetzt werden
kann. Kupferkies, Schwefelkies, Eisenkies, namentlich das letzte zeigte häufig recht
schöne und wirkungsvolle Klangwirkungen, nur wirkt nicht jede beliebige Stelle gleich
gut, da die Kiese verunreinigte Körper sind. Wünschenswert ist, daß der Körper eine gewisse
Härte hat, und daß sich nicht durch den Strom die Verbindung zersetzt, wenngleich
unter Umständen auch elektrolysierbare Elektrodenkörper verwendet werden können.
Ein besonderer Vorteil der Vorrichtung ist, daß sie nicht nur verhältnismäßig hohen
Widerstand, etwa 30 bis 200 Ohm hat, sondern daß sie durch Abwesenheit aller magnetisehen
Wirkungen auch keine wesentliche Phasenverschiebung bedingt. Deshalb eignet sich dieses Telephon auch ganz besonders als
Empfänger für elektrische Wellen.
Claims (5)
1. Elektrischer Hörer, welcher beim Durchgang des elektrischen Stromes durch
eine Kontaktstelle an einer Membran ertönt, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kontaktstelle zu einem Teile als eine den Schwingungen gegenüber möglichst dauernd
widerstandsfähige, mithin keiner nennenswerten Abnutzung unterworfene
Spitze (also z. B. aus Stahl, Eisen, hartem Metall oder aus Metallverbindungen), zum
anderen Teile als ein Stück schlechtleitender Metallverbindung ausgebildet ist.
2. Elektrischer Hörer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Material
der Kontaktstelle eine Spitze aus hartem Metall und. ein eine glatte Oberfläche
bietendes hartes Stück einer Metallverbindung, insbesondere Schwefeleisen, benutzt
wird.
3. Ein elektrischer Hörer nach Anspruch ι oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß behufs richtiger Gewichtsverteilung die Spitze mit einer leichten Membran (aus Eisen, Glimmer o. dgl.) verbunden
wird, während dem Stück der Metallverbindung eine im Verhältnis zur Spitze
und Membran beträchtliche Schwere gegeben wird, zum Zwecke, die beim Durchgang des Stromes entwickelte Energie
möglichst vollständig auf die Membran zu übertragen.
4. Ein Hörer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spitze mit
einer Membran durch eine leichte Kugelschale oder durch eine durch von der Spitze ausgehende Arme, deren Enden in
einem Kreise auf der Membran liegen, gebildete sogenannte Spinne verbunden wird.
5. Ein Hörer nach Anspruch i, dadurch
gekennzeichnet, daß das Stück der Metallverbindung auf eine leichte Platte
(Karton, Glimmer usw.) befestigt (geleimt) ist und mit diesen in ein weiches, elastisches
Material (Watte, Filz usw.) eingebettet ist. .
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE197819C true DE197819C (de) |
Family
ID=460673
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT197819D Active DE197819C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE197819C (de) |
-
0
- DE DENDAT197819D patent/DE197819C/de active Active
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