DE2042829A1 - Reagens zur Bestimmung der gamma-Glutamyltranspeptidase - Google Patents
Reagens zur Bestimmung der gamma-GlutamyltranspeptidaseInfo
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Description
Patentanwälte Dipl.-Ing. F. "Weickmann,
Dipl.-Ing. H. Weιckmaνn, Dipl.-Phys. Dr. K. Fincke
Dipl.-Ing. F. A.Weickmann, Dipl.-Chem. B. Huber
> 8 MÜNCHEN 86, DEN
POSTFACH 860 820 HCK ' . MÖHLSTRASSE 22, RUFNUMMER 4S 39 21/22
Boehringer Mannheim GmbH, 68 Mannheim
Reagens zur Bestimmung der γ-Glutamyltranspeptida.se
Die Erfindung betrifft ein Reagens zur Bestimmung der y-Glutamyltranspeptidase
unter Verwendung von γ-Glutamyl-p-Nltranilin
und Glycylglycin als Substrat in Gegenwart'eines geeigneten
Puffers.
der
In zunehmendem Maße wird die Bestimmung/γ-Glutamyltranspeptidase
(γ-GT) im klinisch-chemischen Labor zur Erkennung von
leberkrankheiten durchgeführt. Diese Bestimmung erfolgt nach
einem bekannten Verfahren nach der Reaktion:
Y-Glutamyl-p-Hitranilin + Glycylglyein^====^p-I!itra~
nilin + GIutamylglycylglycin" ■
Diei Gefjchwindiglceit der Preisetaung des gelbgefärbten p-Eitranilins
kajin optisch verfolgt v/erden und ist ein Maß für die
vorhandene Aktivität an γ-GT.
Pur eine routinemäßige Anwendung dieses Verfahrens ist die Instabilität
und schlechte Löslichkeit des Substrates y-Glutamyl-
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p-Nitranilin ein schwerer Nachteil. Diese Verbindung läßt sich
nur schwer in .Lösung bringen und lösungen sind nur sehr kurze Zeit haltbar. Es war daher erforderlich, Abfüllungen jeweils
nur für relativ wenige innerhalb kurzer Zeit durchzuführende Bestimmungen herzustellen. Eine Aufbewahrung der Reagenslösungen
war nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Reagens zu schaffen,
welches die obigen Nachteile nicht aufweist.
Die Erfindung beruht auf der überraschenden Auffindung der Tatsache,
daß die kombinierte Anwendung von Polyvinylpyrrolidon zusammen mit einem oberflächenaktivem Mittel die Löslichkeitseigenschaften
und. die Beständigkeit von γ-Glutamyl-p-Nitranilin
entscheidend verbessert.
Das erfindungsgemäße Reagens zur Bestimmung der γ-Glutamyltranspeptidase
unter Verwendung von γ-Glutamyl-p-Nitranilin, Glycylglycin und Puffer ist daher gekennzeichnet durch einen Gehalt
an Polyvinylpyrrolidon in Kombination mit einem oberflächenaktivem Mittel. Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße
Reagens zusätzlich ein Azid, insbesondere ein Alkaliazid wie z. B. Natriumazid.
Als oberflächenaktive Mittel können im erfindungsgemäßen Reagens solche verwendet werden, welche keinen hemmenden oder inaktivierenden
Einfluß auf die γ-Glutamyltranspeptidase ausüben.
Als besonders geeignet erwiesen sich die Oxypolyäthoxyalkane, insbesondere ein Oxypolyäthoxydodecan.
Das erfindungsgemäße Mittel enthält das γ-Glutamyl-p-Nitranilin
in gefriergetrockneter Form. Dieses kann zusammen mit den übrigen Bestandteilen des Mittels in fester Form vorliegen. Vorzugsweise
besteht das erfindungsgemäße Reagens jedoch aus zwei Mischungen, von denen die eine γ-Glutamyl-p-Nitranilin und
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Glycylglycin in gefriergetrockneter Form enthält und die andere aus einer wässrigen Lösung besteht, welche den Puffer,
Polyvinylpyrrolidon, das oberflächenaktive Mittel und gegebenenfalls
das Azid enthält. Die beiden Mischungen sind je für sich sehr lange haltbar und durch einfaches Mischen unter
gelindem Erwärmen läßt sich rasch eine relativ stabile Lösung herstellen, die längere Zeit gebrauchsfähig bleibt.
In der bevorzugten Ausführungsform enthält die wässrige Lösung
0,05 bis 0,2 M Trispuffer, pH 7,8 bis 8,2,
20 bis 100 g/l Polyvinylpyrrolidon, 0,75 bis 5 g/l oberflächenaktives Mittel
und gegebenenfalls t.
0,5 bis 4 g/l Azid.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht die wässrige Lösung aus
0,1 M Irispuffer, pH 8,0,
30 g/l Polyvinylpyrrolidon,
1 g/l Oxypolyäthoxyalkan und 1 g/l Natriumazid.
30 g/l Polyvinylpyrrolidon,
1 g/l Oxypolyäthoxyalkan und 1 g/l Natriumazid.
Der zweite Bestandteil des erfindungsgemäßen Reagens, die feste Mischung von γ-Glutamyl-p-Nitranilin und G-lycylglycin,
enthält
1,0 bis 1,25 g γ-Glutamyl-p-Nitranilin und
5,0 bis 6,2 g Glycylglycin ./....."J
je 1 der flüssigen Reagenskomponente.
Das erfindungsgeiaäße Reagens ermöglicht die Herstellung von gebrauchsfertigen
Lösungen zur Bestimmung der γ-Glutamyltranspeptidase,
die längere Zeit gebrauchsfähig bleiben, im Gegensatz zu den bisher bekannten Lösungen von γ-Glutamyl-p-lTitranilin,
die einerseits sehr schwer herstellbar waren und aus
20-9812/0485-
■-■.■■ - 4 -
- 4 denen diese Verbindung nach der Herstellung nach, kurzer Zeit
wieder auskristallisierte. Das erfindungsgemäße Reagens 'schafft damit erstmalig die Möglichkeit, die γ-G-lutamyl trans
Bestimmung . , , „.., . _ . . .
peptidase- routinemäßig durchzuführen, beispielsweise m auto
matischen Analysegeräten,
Das folgende Beispiel erläutert die. Erfindung weiter,
Herstellung des Reagens *
6,84 g y-G-lutamyl-p-Kitranilin und 33»8 g G-lycylglycin v/erden
unter .Erwärmen auf 70 bis 80° C in 6 1 bidestilliertem Wasser gelöst. Die v/arme Lösung wird in Portionen zu je 3>0 ml in
200 kleine Flaschen abgefüllt, darin eingefroren und in üblicher Weise gefriergetrocknet. Die so erhaltenen Zubereitungen
sind mindestens 12 Monate bei Raumtemperatur stabil.
193»5 g Tris (Hydr^iethyl)-Aminomethan, 240 g Polyvinylpyrro-
ψ lidon, 8 g Polyäthoxydodecan (im Handel unter der Bezeichnung
The sit erhältlich) und 8 g ITatriumazid werden in 8 1 bidest.illiertem
Wasser gelöst. Die Lösung wird mit verdünnter Salzsäure auf pH 8,0 eingestellt: Die so'erhaltene Lösung.ist^bei
Raumtemperatur unbegrenzt haltbar.
Das wie unter a) beschrieben hergestellte Lyophilisat wird in 3 ml der nach b) hergestellten Lösung suspendiert und durch
kurzes Erwärmen auf ca. 30 bis 40° C vollständig in Lösung
gebracht. Dann läßt man die Lösung auf Zimmertemperatur ab-
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kühlen. Dem so erhaltenen, gebrauchsfertigen Reagens v/erden
0,2 ml einer Probelösung (z. B. Serum) zugesetzt und durch,
mehrmalige Messung der Extinktion die Freisetzung des gelb gefärbten p~Nitranilins verfolgt, deren Geschwindigkeit ein
Maß für die γ-G-lutamyltranspeptidaseaktivität ist.
d) Einfluß von Polyvinylpyrolidon (PVP) und Oxypolyäthoxydedecan
(OPD) auf die löslichkeit von y-G-lutamyl-p-lTitra-
11,4- g γ-G-lutamyl-p-Nitranilid und 56,4 g G-lycyl-G-lycin vmrden
unter Erwärmen auf 70 bis 80.° C in 10 1 bidestilliertem Wasser
gelöst. Die warme Lösung wurde in Portionen zu je 3,0 ml in
kleine flaschen abgefüllt, eingefroren und gefriergetroclcnet.
Mit den so erhaltenen Zubereitungen (Lyophilisate) vmrden Lösungsversuche
angestellt. Die Lyophilisate wurden bei 50 bis 70° C in 0,2 M Tris-Puffer der a) keinen Zusatz, b) PVP und
OPD in einem bestimmten Konzentrationsverhältnis enthielt, gelöst, die Lösung auf 25° G abgekühlt und die Lösungsvermittelnden
Eigenschaften von PVP und OPD durch Messung der Trübung
(^-Lichtdurchlässigkeit) bzw. Beobachtung des Kristallisations—
Zeitpunktes festgestellt.
| % PVP | 0 | 3 |
| fo OPD | 0 | \ |
| Anfang | 85 f \ | 84 % |
| nach 3 Std* | 60 $ | 85 fo |
| nach 6 Std. | 50\ io | 84- fo |
| nach 24 Std. | 20 $ | 84 f> |
| nach 2 Tagen | Kristallis. | 82 fo- |
| nach 6 Tagen | It | 78 fo |
209812/0485
Claims (5)
1.) Reagens zur Bestimmung der γ-G-lutamyltranspeptidase unter
Verwendung von γ-Glutamyl-p-ITitranilin, Glycylglycin und
Puffer, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Polyvinylpyrrolidon in Kombination mit einem oberflächenaktivem
Mittel.
2.) Reagens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es
zusätzlich ein Azid enthält.
3,) Reagens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als oberflächenaktives Mittel ein Oxypolyäthoxyalkan
enthält.
4.) Reagens nach Anspruch 2 oder 3, bestehend aus
A) 0,05 bis 0,2 M Trispuffer, pH 7,8 bis 8,2,
20 bis 100 g/l Polyvinylpyrrolidon,
0,75 bis 5 g/l oberflächenaktives Mittel, 0,5 bis 4 g/l Azid
: in Form einer wässrigen Lösung und
B) einer gefriergetrockneten Mischung von
" 1 bis 1,25 g/l γ-Glutainyl-p-Nitranilin und
5 bis 6,2 g/l Glycylglycin
in vor Gebrauch unvermischbarem Zustand.
5.) Reagens nach Anspruch 4, bestehend aus
A) 0,2 M Trispuffer, pH 8,0,
30 g/l Polyvinylpyrrolidon,
1 g/l Oxypolyäthoxyalkan,
1 g/i Natriumazid
30 g/l Polyvinylpyrrolidon,
1 g/l Oxypolyäthoxyalkan,
1 g/i Natriumazid
in Porin einer wässrigen Lösung und
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B) 1,13g y-G-lutamyl-p-Mtranilin und
5,6 g Glycylglycin je 1 der Lösung A).
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Priority Applications (11)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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| AT563371A AT308050B (de) | 1970-08-28 | 1971-06-29 | Reagens zur Bestimmung der γ-Glutamyltranspeptidase |
| IL37325A IL37325A (en) | 1970-08-28 | 1971-07-16 | A reagent for the determination of gamma-glutamyl-transpeptidase |
| CA119,470A CA939597A (en) | 1970-08-28 | 1971-07-29 | REAGENT COMPOSITION AND PROCESS FOR DETERMINING .gamma.-GLUTAMYLTRANSPEPTIDASE |
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| IT27437/71A IT961512B (it) | 1970-08-28 | 1971-08-11 | Reagente per la determinazione della gamma glutamiltranspeptidasi |
| GB1288699D GB1288699A (de) | 1970-08-28 | 1971-08-24 | |
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| NLAANVRAGE7111669,A NL174373C (nl) | 1970-08-28 | 1971-08-25 | Werkwijze ter bereiding van een reagens voor het bepalen van gamma-glutamyltranspeptidase. |
| FR7131227A FR2106163A5 (de) | 1970-08-28 | 1971-08-27 | |
| FI712406A FI51639C (fi) | 1970-08-28 | 1971-08-27 | Reagenssi gamma-glutamyylitranspeptidaasin määrittämiseksi |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702042829 DE2042829C (de) | 1970-08-28 | Reagens zur Bestimmung der gamma Glutamyltranspeptidase |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2042829A1 true DE2042829A1 (de) | 1972-03-16 |
| DE2042829B2 DE2042829B2 (de) | 1972-11-09 |
| DE2042829C DE2042829C (de) | 1973-05-30 |
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2823342A1 (de) * | 1977-05-30 | 1978-12-21 | Wako Pure Chem Ind Ltd | Gamma-glutamyl-p-aminoanilid-derivate, verfahren zu deren herstellung und deren verwendung |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2823342A1 (de) * | 1977-05-30 | 1978-12-21 | Wako Pure Chem Ind Ltd | Gamma-glutamyl-p-aminoanilid-derivate, verfahren zu deren herstellung und deren verwendung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2042829B2 (de) | 1972-11-09 |
| NL174373C (nl) | 1984-06-01 |
| GB1288699A (de) | 1972-09-13 |
| NL7111669A (de) | 1972-03-01 |
| FI51639C (fi) | 1977-02-10 |
| NL174373B (nl) | 1984-01-02 |
| IL37325A0 (en) | 1971-10-20 |
| FI51639B (de) | 1976-11-01 |
| AT308050B (de) | 1973-06-25 |
| FR2106163A5 (de) | 1972-04-28 |
| SE386277B (sv) | 1976-08-02 |
| US3773626A (en) | 1973-11-20 |
| IT961512B (it) | 1973-12-10 |
| IL37325A (en) | 1975-02-10 |
| CA939597A (en) | 1974-01-08 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 |