-
Hakenschließer für Knüpferapparate Gegenstand der Erfindung ist ein
Hakenschließer für einen Knüpferapparat nach System Deering, wie er für Ballenpressen,
Mähbinder, Pflanzenbündelmaschinen oder dergl.
-
gebraucht wird, der es zuläßt bei Störungen im Bindemechanismus oder
in der Maschine, in der er eingebaut ist, die Drehrichtung entgegengesetzt dem Arbeitssinn
zu verändern. Es ist be- rnt, daß bei den Bauarten von Knüpf erapparaten, wie die
Systeme Cormick, Plano usw. die Möglichkeit zur Veränderung der Drehrichtung entgegengesetzt
dem Arbeitssinn bestehe Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Knüpf erapparat
System Deering in beide Drehrichtungen betriebsfähig zu machen. Erfindungsgemäß
wird das errecht durch entsprechende Gestaltung des Hakenschließers.
-
Der Hakenschließer hat die Aufgabe, beim Drehen des Knüpferhakens
an einer bestimmten Stelle durch Druck auf die Knüpferzungenrolle das Knüpfermaul,
das aus der Knüpferzunge und dem Knüpferhaken gebildet wird, zu schließen. Um dieses
zu verdeutlichen sei im folgenden ein vollständiger Knüpfvorgang beschrieben.
-
Die Ausführungen beziehen sich auf einen Knüpfvorgang, wie er in Ballenpressen
vor sich geht.
-
Setzt man vorraus, daß ein Fadenende im Schnurhalter des Apparates
geklemmt ist, und das Garn drei Seiten des Ballens umschlingt, so wird nach erfolgter
Auslösung der Bindewellenkupplung durch die Pressennadel die vierte Seite des fertig
gepreßten Ballens anmsehlungen und der Faden
wird weiter über die
Knüpferzunge in eine offene Nut des Mitnehmers eingelegt. In dem Augenblick, in
dem Nadel und Kolben der Presse ihre Totlagen erreicht haben, werden beide Fäden
in der Nut des Mitnehmers, durch seine Drehung, unter dem Schnurhalter her, festgeklemmt.
Nach Klemmung beider Fadenenden dreht sich der Knüpferhaken und legt dabei eine
aus zwei Fäden bestehende Schlinge um sich selbst, und nach etwa 180 Grad Drehung
läuft die Zungenrolle auf einen Nocken des Knüpferrahmens auf. Hierdurch wird das
Knüpfermaul, daß von Knüpferzunge und Knüpferhaken gebildet wird, geöffnet. Inzwischen
hat sich der Mitnehmer soweit gedreht, daß bei etwa 270 Grad Knüpferhakendrehung
die beiden im Mitnehmer geklemmten Fäden die richtige Höhenlage haben und sicher
in das Knüpfermaul hineingleiten.
-
Nach etwa 540 Grad Knüpferhakendrehung endet der die Knüpfersuagenrolle
führende Nocken. Das Knüpfermaul, wird durch den federbelasteten Hakenschließer
geschlossen, und die beiden Fäden darin festgehalten. Nach )60 Grad Drehung befindet
sich der Knüpferhaken wieder in Ruhelage. Auch der Mitnehmer hat seine Drehung um
90 Grad beendet. Der nun vor.
-
schwingende Messerhebel schneidet mit seiner Schnurklinge die beiden
im Knüpfermaul und im Mitnehmer geklemmten Fäden durch. Der auf dem Messerhebel
sitzende Abstreifkamm streift ferner die im Knüpfermaul liegenden Schlingen über
die im Knüpfermaul geklemmten Fadenenden, hierdurch entsteht der eigentliche Knoten,
der durch weiterschwenken des Messerhebels vom Knüpferhaken abgestreift wird. Die
geklemmten Fadenenden werden durch den Weitertransport des Ballens im Preßkanal
aus dem Knüpfermaul herausgezogen.
-
Sollten nun wXhrend des oben beschriebenen Knüpfvorganges Störungen
im Preßkanal auftreten, durch die der Preßkolben in irgend einer weise beschädigt
werden könnte, so sorgte bei den bisher bekannten PressenausfUhrungen ein sogenannter
Kolbenstopp für den Stillstand des Preßkolbens, und zwar an einer Stelle, von der
aus ein noch ausreichender
Sicherheitsabstand bis zu den evtl.
noch im Preßraum stehenden Preßnadeln vorhanden ist. Der Bewegungsstillstand des
Kolbens wurde durch abscheren eines Scherstiftes in der Hauptantriebsscheibe der
Ballenpresse bewirkt. Nach Ersetzen des Scherstiftes wurde üblicherweise der Kolben
vom Schwungrad her von Hand zurUckgedreht, weil dann auch der Kolbenstopp in seine
Ausgangsstellung zurückkehrt. Evtl. Störungen im Preßkanal konnte nun nachgeforscht
werden.
-
Durch die nur in einer Richtung wirkende Bindewellenkupplung blieb
dg Antrieb für die Knüpferapparate und Pressennadeln beim ZurUckdrehen des Schwungrades
ausgerückt. Erst beim Drehen in normaler Antriebsrichtung wird dann die Bewegung
des Pressenkolbens mit der Drehung der Bindewelle ab einer bestimmten Stelle wieder
synchronisiert.
-
Die in jüngster Zeit angestellten Überlegungen gehen davon aus, den
Antrieb des Preßkolbens und der Bindewelle durch entsprechende Verbindungsglieder
so miteinander zu verbinden, daß bei einer Rückwärtsbewegung des Preßkolbens ohne
vorherige Erreichung einer Tot lage dieBindewelle gleichzeitig in entgegengesetzter
Richtung dreht.
-
Dies erfordert eine Bindewellenkupplung die in beiden Drehrichtungen
anspricht, und einen Knüpferapparat der beide Drehrichtungen zuläßt. Hier tritt
der Erfindungsgedanke in Erscheinung.
-
Die bisher bekannten Schließerkonstruktionen zum System Deering gestatten
jedoch lediglich den Durchlauf der Zungenrolle in einer Richtung. Bei Rückwärtsbetrieb
wurde der Knüpferhaken blockiert. Durch entsprechende FormGnderung und Anbringung
einer zusätzlichen Gleitbahn an den Hakensehließer ist es gelungen, die Knüpferrolle
beim Drehen in entgegengesetzter Richtung des Arbeitssinnes unter dem Hakenschließer
herzuführen hierdurch
wird auch sichergestellt, xdaß das KnUpfermaul
nach Beendtgung des Knüpferhakenrundlaufs geschlossen ist, was fUr das Neueinfädeln
des Knüpfergarnes unbedingt erforderlich ist.
-
Die Zeichnungen zeigen in: Fig. 1 einen Knüpferapparat, gesehen aus
der Richtung, der hier nicht eingezeichneten Knüpferscheibe.
-
Fig. 2 einen Knüpferapparat wie Fig.l, jedoch der Blickpunkt um 700
verdreht.
-
Fig. 3 zeigt einen Hakenschließer in der bisherigen Ausführung.
-
Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch den Hakenschließer nach Fig. 5, auf
der Linie A - B.
-
Fig. 5 zeigt einen Hakenschließer wie er Gegenstand der Anmeldung
ist.
-
Fig. 6 zeigt einan Schnitt durch den Hakenschließer nach Fig. 5, auf
der Linie C - P.
-
Der Knüpferrahmen 1, ist der Hauptträger des ganzen Mechanismus. In
und an ihm befinden sich alle Bohrungen und Wellen bzw. Schrauben für die beweglichen
Teile. Mit 2, bezeichnet wurde der Messerhebel, an welchem wiederrum die Schnurklinge
3 angeschraubt ist, der durch die Rolle 14 mit der hier nicht gezeichneten Knüpferscheibe
gesteuert wird. Das Knüpferrad (Zahnrad) 4, sitzt auf der Welle des Knüpferhakens
5, dessen Zunge 15, durch die Rolle 11 und den Hakenschließer 6,beim Knotvorgang
gesteuert wird.
-
lO,ist der Mitnehmer, 9 der dazugehörige Schnurhalter, welche je nach
Art zwei - oder auch dreifach ausgebildet sind, und über das Antriebsrad 8, und
die Schnecke 16, angetrieben werden. Der Hakenschließer 6 steht unter dem
Druck
der Feder 7, und steuert mit seinen Kurven 11 für die Arbeitsrichtung und 12 (Erfindungsgedanke)
für die entgegengesetzte Drehrichtung, oder in der früheren Ausführung 15, die Knüpferrolle
11.