DE2509782A1 - Antibiotikum 67-121 und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Antibiotikum 67-121 und verfahren zu seiner herstellungInfo
- Publication number
- DE2509782A1 DE2509782A1 DE19752509782 DE2509782A DE2509782A1 DE 2509782 A1 DE2509782 A1 DE 2509782A1 DE 19752509782 DE19752509782 DE 19752509782 DE 2509782 A DE2509782 A DE 2509782A DE 2509782 A1 DE2509782 A1 DE 2509782A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- antibiotic
- complex
- polyene
- antibiotics
- free form
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Pending
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07H—SUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
- C07H17/00—Compounds containing heterocyclic radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
- C07H17/04—Heterocyclic radicals containing only oxygen as ring hetero atoms
- C07H17/08—Hetero rings containing eight or more ring members, e.g. erythromycins
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07G—COMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
- C07G11/00—Antibiotics
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Pharmacology & Pharmacy (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- Biotechnology (AREA)
- Genetics & Genomics (AREA)
- Molecular Biology (AREA)
- Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
- Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)
- Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
Description
DR.-SNG. VON KREISLER DR.-iNG, SCKUNWALD
DR.-ING. TH. MEYER DR. FUES DIPL.-CHEM. ALEK VON KREISLER
DIPL-CHEM. CAROLA KELLER DR.-ING. KLÖPSCH DIPL.-ING. SELTING
5 KÖLN 1, DEICHMANNHAUS
AvK/Ax
SCHERICO LTD., Töpferstraße
5,
Luzern (Schweiz).
Antibiotikum 67-121 und Verfahren zu seiner Herstellung
Die Erfindung betrifft neue antibiotisch wirksame Substanzen, ihre Herstellung und pharmazeutische Zubereitungen,
die diese Substanzen enthalten: Die Erfindung ist insbesondere auf einen neuen Polyen-Antibiotikum-Komplex und die
als Komponenten darin enthaltenen Antibiotika gerichtet, die durch Kultivierung eines bisher nicht beschriebenen
Mikroorganismus der Gattung Actinoplanes aus der Familie Actinoplanceae hergestellt werden können.
Eine allgemeine Abhandlung über ■ Makrolid-Antibiotika
findet sich in Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology, 2.Auflage, Bd. 12, S. 6^2 ff. Wie dort festgestellt
wird, werden Antibiotika, die das gemeinsame Merkmal eines makrocyclischen Lactonringes aufweisen,
allgemein als gesonderte Gruppe von Antibiotika eingestuft, die allgemein als Makrolid-Antibiotika bezeichnet
werden. Außer durch den Lactonring sind die Antibiotika
der Makrolid-Gruppe dadurch gekennzeichnet, daß sie verschiedene Keto- und HydroxyIfunktionen und glykosidisch
gebundene Desoxyzucker aufweisen. Eine Untergruppe bilden die als antibakteriell bezeichneten Antibiotika. Eine
weitere Untergruppe, für die eine antimykotische oder
fungizide Wirkung typisch ist, bilden-die sog. Polyen-Makrolid-Antibiotika
oder, kürzer ausgedrückt, die Polyen-
509838/0862
Antibiotika. Diese Untergruppe ist dadurch gekennzeichnet, daß sie ein System von konjugierten Doppelbindungen
mit 3 bis 7 konjugierten Bindungen aufweist. Die Identifizierung
eines Antibiotikums als Polyen-Antibiotikum wirddurch das charakteristische UV-Absorptionsspektrum
erleichtert. Als repräsentative Polyen-Antibiotika sind Amphotericin A, Amphotericin B, Candicidin, Nystatin,
Perimycin, Pimaricin und Trichomycin zu nennen. Eine
allgemeine Beschreibung der Polyen-Antibiotika findet sich in Kirk-Othmer~, Encyclopedia of Chemical Technology.
2.Auflage, Bd. 16, S. 1^3 ff. , während Daten über die
UV-Absorptionsmaxima für die vorstehend genannten und
andere Polyen-Antibiotika von H. Umezawa u.Mitarb, in
"Index of Antibiotics from Actinomycetes", University of Tokyo Press 196?, S. 879-885, gegeben werden.·
Gegenstand der Erfindung sind gemäß einem Aspekt ein als Antibiotlkum-67-121-Komplex bezeichneter neuer Polyen-Antibiotikum-Komplex
und die als Komponenten in diesem Komplex enthaltenen Antibiotika, die hier als Antibiotikum
67-121A, 67-121B, 67-121C und 67-121D bezeichnet werden. Es wurde gefunden, daß diese Antibiotika eine wertvolle
fungizide Wirkung und, wie spezielle Tests ergeben haben, gegen eine Vielzahl von Stämmen von Candida albicans
eine gegenüber dem bekannten Polyen-Antibiotikum Candicidin gesteigerte Wirksamkeit aufweisen. Der neue
Antibiotikum-67-121-Komplex und die als Komponenten darin enthaltenen Antibiotika sind durch Kultivierung eines
bisher nicht beschriebenen Mikroorganismus der Gattung Actinoplanes herstellbar.
Gemäß einem weiteren Merkmal ist die Erfindung auf die Herstellung eines als Antibiotikum-67-121-Komplex bezeichneten
Antibiotkumkomplexes oder einer als Antibiotikum 67-121A, 67-121B, 67-121C und 67-121D bezeichneten
Antibiotikumkomponente dieses Komplexes nach einem Verfahren gerichtet, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
509838/0862
einen den Antibiotikum-67-121-Komplex oder dessen Komponenten
bildenden Mikroorganismus der Gattung Aetinoplanes in einem Nährmedium unter aeroben Bedingungen kultiviert,
bis dem Medium eine hohe antibiotische Wirksamkeit verliehen worden ist. Von der Anmelderin wird speziell ein
Mikroorganismus einer neuen Spezies verwendet, die hier als Aetinoplanes caeruleus bezeichnet wird. :
Der Mikroorganismus ;
Der erfindungsgemäß verwendete spezielle Mikroorganismus
xtfurde von einer Bodenprobe aus einem Salbeibuschbereich
im Bristol Cone Park, California, isoliert und als Mitglied der Familie Actinoplanaceae, Gattung Aetinoplanes
und speziell als Mitglied einer als Aetinoplanes caeruleus bezeichneten neuen Spezies identifiziert. Eine repräsentative
Kultur des als Aetinoplanes caeruleus bezeichneten Mikroorganismus wurde bei der Northern Utilisation \
Research and Development Division,United States Department
of Agriculture, Peoria, Illinois, U.S.A., hinterlegt, wo er die Hinterlegungs-Nr. NRRL 5325 erhielt. Diese Kultur
ist nun Teil der ständigen Sammlung dieses Instituts. Subkulturen von Aetinoplanes caeruleus NRRL 5325 sind
auf Anforderung vom genannten Institut erhältlich.
Der erfindungsgemäß verwendete Mikroorganismus wurde auf Grund der Tatsache, daß er kein Luftmycel bildet und
globose (kugelförmige) bis digitale (fingerförmige) Sporangien bildet, die bei Dehiszenz kugelförmige bewegliche
Sporen mit einem Büschel von polaren Plagella freigeben, als zur Gattung Aetinoplanes eingestuft. Der Mikroorganismus
zeigte Charakteristiken, die, wie nachstehend dargelegt werden wird, von bekannten Spezies von Actinoplanes
genügend verschieden sind, um die Bezeichnung als neue Spezies zu rechtfertigen. Die Spezies wurde auf
Grund der Bildung von tiefblauen bis blaugrünen Kolonien bei Züchtung auf verschiedenen Medien als Aetinoplanes
50983P/0862
caeruleus bezeichnet. Ein überraschendes, vorteilhaftes
und unterscheidendes Merkmal von Actinoplanes caeruleus ist die Fähigkeit, den neuen Polyen-Antibiotikum-Komplex
und die als Komponenten darin enthaltenen, nachstehend als 67-121 bezeichneten Antibiotika zu produzieren.
Actinop-lanes caeruleus ist aerob und wächst gut auf den
verschiedensten Nährmedien bei 26° bis 37°C. Bei 45°C. und darüber ist praktisch kein Wachstum festzustellen.
Zur Herstellung von Antibiotika wird die Kultivierung vorzugsweise unter submersen aeroben Bedingungen bei einem
pH-Wert von 6,5 bis 8,0 durchgeführt. Actinoplanes caeruleus ist empfindlich gegen Natriumchlorid und wächst
sehr schlecht in Medien, die 1,5$ Natriumchlorid enthalten.
. Er reduziert Nitrat zu Nitrit, verflüssigt Gelatine teilweise, zersetzt Cellulose sehr langsam und hydrolysiert
Stärke nur gering.
Andere taxonomische Daten für Actinoplanes caeruleus sind in den folgenden Tabellen I bis Vl genannt:
Tabelle I: Merkmale der Kolonie auf verschiedenen Medien
Tabelle II: Verwertung von Kohlenhydraten
Tabelle III: Verwertung von Stickstoff \
Tabelle IV: Vergleich der Wachstumseigenschaften von A. caeruleus mit anderen Spezies von
Actinoplanes
Tabelle V: Vergleich der physiologischen Eigenschaften von A. caeruleus mit anderen Spezies von
Actinoplanes
Tabelle VI: Vergleich der Kohlenhydratverwertung von A. caeruleus mit anderen Spezies von
Actinoplanes.
Die in den Tabellen I und III genannten Farbbeschreibungen bestehen aus zwei Bezeichnungen. Die erste ist ein
Farbname, entnommen aus dem Buch "Descriptive Color Name Dictionary" von Taylor, Knoche und Granville, herausgegeben
von Container Corporation of America, 1950 (U.S.A.),
509838/0862
mit einer dem Farbnamen entsprechenden Farbkennziffer, die dem "Color Harmony Manual", 4. Auflage 1958, herausgegeben
von Container Corporation of America, entnommen worden ist. Die zweite Färb"bezeichnung ist ein Synonym
oder annäherndes Synonym der ersten Bezeichnung und dem Circular 553 des National Bureau of Standards (USA) vom
November 1955 entnommen.
Im Falle von Tabelle II bestand das verwendete Medium
aus Yjo des angegebenen Kohlenhydrats, 0,5$ Hefeextrakt,
1»5$ Agar, Rest Wasser, während im Falle von Tabelle III
das verwendete Medium aus der angegebenen Menge der Stickstoffquelle, 1$ Glucose, 1,5$ Agar, Rest Wasser,
bestand.
Die in den Vergleichstabellen IY bis VI gemachten Angaben
über andere Spezies von Actinoplanes als Actinoplanes caeruleus wurden den folgenden Quellen entnommen:
a) für A. philippinensis, A. brasiliensis, A. missouriensis,
A. utahensis aus J.E. Thieman u.Mitarb.,
Journal of Antibiotics 22 (1969) 119-125; ;
b) für A. sp. NRRL 3884 aus DOS 2 252 937 und
c) für A. italacus aus G. Beretta, International Journal Systematic Bacteriology 23 (1973) 37-42.
509838/0862
Tabelle I Beobachtungen der Kolonien auf verschiedenen Medien
| Medium | Beobachtungen |
| Glücose- Asparagin- Ag ar |
Wachstum: gut, faltig, kein Luftmycel^ kein diffundierbares Pigment Farbe: g41c stumpf orange (dusty orange) mittel orange 53 (moderate orange) |
| NZ-Amin*- Glucose-Agar |
Wachstum: gut, faltig, kein Luftmycel, kein diffundierbares Pigment Farbe: g5pa hell orange (bright orange), leuchtend orange 48 (vivid orange) |
| Milch | Wachstum: gut, kein Luftmycel·, kein diffun dierbares Pigment, keine Hydro- l·yse (oder bei einigen Kulturen Hydrolyse nur unter den Kolonien) Farbe: g4na hell orange (bright orange), leuchtend orange 48 (vivid orange), faltig |
| Bennett's Agar |
Wachstum: gut, faltig, kein Luftmycel, kein diffundierbares Pigment Farbe: gj5ne Topas (topaz), stark gelb lich braun 74 (strong yellowish brown) und einige dunklere gesprenkelte Bereiche eines dunkelgrünlichen Schwarz |
|
Emerson*s
Agar |
Wachstum: gut, faltig, kein Luftmycel, kein diffundierbares Pigment Farbe: g3ne Topas, stark gelblich braun 74 |
|
Tomatenmark
Hafermehl- agar |
Wachstum: ziemlich gut bis gut, faltig, kein Luftmycel, kein diffundier bares Pigment Farbe: Gemisch von g3ea heil melonen gelb (light melon yellow), blaß orangegelb 73 (pale orange yellow] und gl3 1/2 Ie mittelblau, mäßig blau 182 (moderate blue) |
509838/0862
Medium
Tabelle I (Forts.)
I ' Beobachtungen
I ' Beobachtungen
Glueose-Hefeextrakt-
Wachstum:, gut, faltig, kein Luftmycel, kein diffundierbares Pigment
Farbe: g3nc bernsteinfarben, tief orangegelb 69 (deep orange
yellow)
Kartoffelscbeibe
Wachstum: gut in Gegenwart von GaCO^,
ziemlich gut in Abwesenheit von CaCO-z
Saccharose-Nitrat -Ag ar (Czapek1s
Agar)
Wachstum: ziemlich gut bis schlecht, körnig kein Luftmycel, kein diffundierbares
Pigment
Farbe: g41a orange, kräftig orange 50
Tyrosin-Agar
a) Tyrosin-Hefeextrakt
b) Tyrosin-Rindfleisch- extrakt
Beobachtungen nach 2, 7 und 14 Tagen (gemäß
Gordon & Smith J. Bact.69, 147)
Wachstum: gut, Kristalle schlecht gelöst, kein diffundierbares Pigment
" : ziemlich gut, Kristalle
schlecht gelöst, Bildung von schwachbraunem diffundierbarem Pigment
Pepton-Eisen-Agar
Beobachtungen nach 2j 7 und 14 Tagen
Wachstum: ziemlich gut bis schlecht, ke i η e Re akt ion
Bromkresol-Purpurmilch
Milch nicht peptonisiert, pH-Wert unverändert
*NZ-Amin: Ein bei der enzymatischen Digestion von Kasein
gebildetes und als Stickstoffquelle dienendes Pepton.
509838/0862
Tabelle II Yerwertung von Kohlenhydraten
L-Arabinose Cellulose D-Glucöse
D-Galactose
ß-Lactose D-Lävulose
D-Mannose D-Raffinose 1-Rhamnose
Stärke Saccharose D-Xylose Inosit D-Mannit
Sorbit Kontrolle
0,5$ "Hefeextrakt
schlechtes Wachstum schlechtes Wachstum gutes Wachstum gutes Wachstum
ziemlich gutes Wachstum gutes Wachstum gutes Wachstum schlechtes Wachstum gutes Wachstum
ziemlich gutes Wachstum gutes Wachstum schlechtes Wachstum gutes Wachstum gutes Wachstum
schlechtes Wachstum schlechtes Wachstum
509838/0862
Tabelle III Stickstoffverwertung
| Stickstoff- quelle |
Beobachtung |
| 0,5$ Hefeextrakt (Difco *) |
Wachstum: gut, erhöht, gefurcht, kein Luftmycel, kein diffundier- bares Pigment Farbe: g31c "bernsteinfarben, tief orangegelb 69 (deep orange yellow) |
| 1,0$ NZ-Amin ** Typ A |
Wachstum: gut, kein Luftmycel, dunkel braunes diffundierbares Pigment zuweilen gebildet Farbe: g4pe orangerostfarben (orange rust), tieforange 51 |
| 1$ Asparagin | Wachstum: schlecht, flach, kein luft mycel, kein diffundierbares Pigment ; Farbe:- g18pn dark teal blue, dunkel grünlichblau 174 (dark greenish blue) ; |
| 1$ Glutaminsäure | Wachstum: schlecht, flach, kein Luft mycel, kein diffundierbares Pigment Farbe: g18pn dark teal blue, dunkel grünlichblau 174 |
| 1$ Natrium nitrat |
Wachstum: sehr schlecht, nicht nennenswert |
| 15έ Ammonium nitrat |
Wachstum: sehr schlecht, nicht nennens wert |
* "Difco" ist ein eingetragenes Warenzeichen (Difco Laboratories Inc., Detroit, Michigan, U.S.A.).
** NZ-Amin: Ein bei der enzymatischen Digestion von
Kasein gebildetes und als Stickstoffquelle dienendes Pepton.
609838/0862
IY
Medium A.caeruleus A.philippinensis NRRl· 5325 ATCC 12427
A.brasiliensis ATCC 25844
A.missouriensis
CBS 188.64
CBS 188.64
Bennett's
Agar W
Agar W
gut
faltig
faltig
kräftig gelbbraun, Bezirke mit dunkel grünlichem Schwarz
gut
leicht runzlig
ockergelb
stark
dick und
runzlig
runzlig
tief orange
stark
glatt
glatt
blaß orange
Glucose-Asparagin
Agar W
Agar W
gut
faltig
faltig
mäßig orange
gut
glatt
orange
gut
dünn und glatt
blaß rosa
gut
glatt
glatt
tief orange
Czapek-Doz1 ¥
Agar
Agar
zieml.gut gut bis schlecht
körnig
kräftig orange
leicht runzlig ockergelb
mäßig
dünn, runzlig tief orange
mäßig
glatt
strohfarben
strohfarben
A.utahensis
CBS 367.66
CBS 367.66
gut
runzlig und
glänzend
glänzend
orange
gutglatt und
glänzend
glänzend
tief orange
mäßig
glatt
strohfarben
strohfarben
| Medium | W | T a b e | Actinoplanes sp. NRRL 3884 |
lie IY (Forts.) | |
| Bennett's Agar |
0 | gut | A. italacus ATCC 27366 |
||
| P | nicht bestimmt | sehr stark | |||
| ¥ | orange | runzlig | |||
| Glucose- Asparagin-Agar |
0 | sehr stark | hellbernstein-braun | ||
| F | nicht bestimmt | spärlich | |||
| W | blaß orangefarben | ||||
| )9838/ | Czapek-Dox' Agar |
0 | sehr stark | hellkirschfarben | |
| 0862 | nicht bestimmt mittel orange |
nicht bestimmt | |||
CJl O CD -4 OO NJ
| i | W 0 P |
A. caer'uleus MRL 5325 |
Tabelle | IY (Ports.) | A.misaouriensis CBS 188.64 |
I | |
| Medium | W 0 P |
ziemlich gut körnig tief orangegelb mit dunkelgrünlich- blau gesprenkelt |
A.philippinensis ATCC 12427 |
A.brasiliensis ATCC 25844 |
gut dick und runzlig tief orange |
ro I |
|
| Nähragar | W 0 P |
zieml. gut "bis mäßig flach, membranförmig tief orangegelb |
mäßig glatt und dünn blaß orange |
mäßig dünn und glatt blaß orange- rosa |
mäßig dünn und runzlig blaß orange |
2509782 | |
| S09838/ | Kartoffel- agar |
sehr schlecht nicht charakteri sierbar nicht charakteri sierbar |
mäßig glatt gelbbraun |
gut glatt rosa-orange |
mäßig dünn und runzlig blaß-orange |
||
| 0862 | CaIcium- maleat |
mäßig glatt gelbbraun |
gut glatt rosa-orange |
||||
| • | |||||||
Tabelle IV (Ports.)
| Medium | W | A.utahensia | Actinoplanes | A.italacus |
| O | CBS 367.66 | sp. NRRL 3884 | ATCC 27366 | |
| Nähragar | Έ | gut | gering | sehr stark |
| glatt | glatt | |||
| orange | blaß orange | tief bernsteinfarben | ||
Kartoffel-Agar W
mäßig
glatt und dünn
blaß orangefarben
nicht bestimmt
Zeichenerklärung:
W = Wachstum
O = Oberflächenbeschaffenheit
Έ = Farbe der Kolonie
sehr stark glatt
hellkirschfarben mit bernsteinfarbenem Rand
| Calciummaleat | W | mittelmäßig | sehr schwach | spärlich |
| O | glatt und dünn | |||
| P | blaß orangefarben | blaß orangefarben |
Test
Hydrolyse von Stärke
Tabelle V Physiologische Eigenschaften
• ATCC25844
NRRL 5325
ATCC 12427
A„missouriensis
CBS 188.64
-Bildung
ο co co u> co
Melanin
Hydrolyse von Tyrosin
Hydrolyse von Xanthin
Hydrolyse von Kasein
n.ta.
Hydrolyse von Calciummaleat
Nitratreduktion
Lackmusmilch
Verflüssigung von Gelatine
k.K. k.P. k.K.
k.P.
k.K. k.P,
| K. | CJl | |
| k. | P. | O |
| k. | CO | |
| -J | ||
| OO | ||
| K) | ||
Tabelle V (Ports.)
| Test | A.caeruleus A.utahensis NRRL 5325 CBS 367.66 |
+ | Actinoplanes sp.NRRL 3884 |
η | Reaktion k | A.italacus A.armeniacus ATCC 27366 ATCC 15676 |
NJ | |
| Hydrolyse von Stärke |
++ | n.'b. | Reaktion zweifelhaft k | +/- ++ | OI O |
|||
| H2S-Bildung Melanin |
+ | +/- | n.'b· | schwache positive | starke positive Reaktion | + + | CD 1 |
|
| Hydrolyse von Tyrosin |
+ · | n.'b. | positive Reaktion | + ++ | OO NJ |
|||
| cn | Hydrolyse von Xanthin |
n.b. | + | n.'b. | η .Td. n.'b. | |||
| 098 | Hydrolyse von Kasein |
+ | + | ,n.'b. | + +++ | |||
| co CD |
Hydrolyse von Calciummaleat |
+ | n.'b. | - +/- | ||||
| O | Nitratreduktion | + | k.K. k.P. |
+ | +/- + | |||
| CD ro i |
Lackmusmilch | k.K. k.P. |
V- | k.K. k.P. |
k.K. k.K. peptonisiert peptonisiert |
|||
| i j |
Verflüssigung von Gelatine |
+ | negative Reaktion | + | + | |||
| i | Zeichenerklärung | : - "- | .Td. = nicht bestimmt | |||||
| +/- - | .K. = keine Koagulierung | |||||||
| j | + ' a | .P. β keine Peptonisierung | ||||||
| ++ ■· | ||||||||
| +++ = | ||||||||
Tabelle VI
Vergleich der Verwertung von Kohlenhydraten von A. caeruleus mit'
anderen Spezies von Actinoplanes
co co co
Kohlenhydrat
Inosit .
Fructose
Rhamnose
Mannit'
Xylose
Raffinose
Arabinose
Cellulose
Saccharose
Glucose
Kontrolle
A.caeruleus NRRL 5325
A.philippinensis ATCC 12427 A.brasiliensis
ATCC 25844
ATCC 25844
A .missouriensis
CBS 188.64
CBS 188.64
V-
-H-
Tabelle VI (Forts.)
cn ο co oo co oo *»>
Kohlenhydrat
Inosit
Fructose
Rhamnose
Mannit
Xylose Raffinose
Arabinose
Cellulose
Saccharose
Glucose
Kontrolle
A.caeruleus A.Utahensis, A.Actinoplanes, A.italacus
NRRL 5325 CBS 367.66 sp.NRRL 3884 ATCC 27366
A.armeniacus
ATCC 15676
ATCC 15676
ν-
■H- -H-
-H-
V-
V-
V-
+4·
n.b.
-H-
n.b.
- = keine Verwertung
+/- = etwas besser als Kontrolle
+ = ziemlich gute bis mäßige Verwertung
++ = starke Verwertung
n.b. = nicht bestimmt
CJl O CD
Die Fermentation oder Kultivierung des Mikroorganismus wird gewöhnlich in zwei Stufen durchgeführt: Die erste
Stufe ist eine Impfmaterial-Produktionsstufe und die zweite die Antibiotikum-Produktionsstufe.
Das Impfmaterial oder Inoculum wird im allgemeinen durch Kultivierung einer von einer Agar-Schrägkultur gewonnenen
Kultur von Actinoplanes caeruleus in einem geeigneten Nährmedium hergestellt.
Die Erzeugung von Antibiotika erfolgt im allgemeinen durch Kultivierung einer Probe des Impfmaterials in einem
wäßrigen Nährmedium unter submeraen aeroben Bedingungen bei einer Temperatur von etwa 23° bis 400C, vorzugsweise
"bei 28°C, und bei einem pH-Wert von etwa 6,5 bis 8,0
unter Bewegung oder Rühren, bis dem Medium eine erhebliche antibiotische Wirksamkeit verliehen worden ist. Eine
Ferment.ationsdauer von etwa 3 bis 7 Tagen kann zweckmäßig angewandt werden. Um festzustellen, wann Spitzenproduktion
des Antibiotikums erreicht ist, können Proben des Mediums periodisch auf ihren Gehalt an Antibiotikum in
der nachstehend beschriebenen Weise ausgetestet werden. In dieser Weise wurde von der Anmelderin in bestimmten
Fällen gefunden, daß etwa 4 Tage eine bevorzugte Kultivierungsdauer
sind.
Als Nährmedium können beliebige geeignete Medien verwendet werden, die eine Kohlenstoffquelle, z.B. ein assimilierbares
Kohlenhydrat, und eine Stickstoffquelle, z.B.
ein assimilierbares stickstoffhaltiges oder proteinhaltiges Material enthalten.
Zu den bevorzugten Kohlenstoffquellen gehören beispielsweise Glucose, brauner Zucker, Saccharose, Glycerin,
Stärke, Maisstärke, Lactose, Dextrin und Melassen, während als Stickstoffquelleη beispielsweise Maisquell-
509838/0862
v/asser, autolysierte Bierhefe, Sojabohnenmehl, Baumwollsaatmehl,
Maismehl, Trockenmilch, pankreatisch digeriertes Kasein, Feststoffe von Brennereirüclcständen, tierisches
Peptonwasser und Fleisch- und Knochenabfälle "bevorzugt werden. Vorteilhaft können Kombinationen dieser
Kohlenstoff- und Stickstoffquellen verwendet werden,
Spurenmetalle, z.B. Zink, Magnesium, Mangan, Kobalt, Eisen u.dgl. "brauchen den Fermentationsmedien gewöhnlich
nicht zugesetzt zu werden, weil Leitungswasser und die als Komponenten des Mediums verwendeten ungereinigten
Bestandteile diese Metalle im allgemeinen enthalten.
Wenn nur geringe Mengen des Antibiotikums erforderlich sind, kann anstelle der Kultivierung in Submerskultur
die Oberflächenkultivierung angewandt werden.
Bei einer im Rahmen der Erfindung angewandten Methode zur Bestimmung, wann Spitzenproduktion des Antibiotikums
stattfindet, wird eine Probe des Fermentationsmediums mit einem bestimmten Volumen genommen und das Antibiotikum
daraus extrahiert und dann nach einer Standard-Zylindermethode getestet. Die Extraktion des Antibiotikums
aus der Probe kann unter Verwendung eines mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittels, z.B. Chloroform,
Toluol, Benzol, Diäthylenglykol und Mäthyläther, erfolgen. Es ist auch möglich, ein in Wasser schwer lösliches
organisches Lösungsmittel, z.B. n-Butanol, zu verwenden. Eine Probe des Fermentationsmediums kann
typischerweise auf Basis von Gewicht/Volumeη 175 bis
1000 Mikrogramm/ml rohes Antibiotikum enthalten, jedoch können bei Fermentationen, die mit hoher Ausbeute durchgeführt
werden, Konzentrationen, die um ein Mehrfaches höher sind als die genannte obere Grenze, erhalten werden.
Die erhaltene Lösung wird unter vermindertem Druck zur Trockene eingedampft und der Rückstand gewogen und
in Dimethylformamid gelöst, wobei eine Lösung erhalten wird, die eine geschätzte Konzentration an Antibiotikum
509838/0862
67-121 von etwa 1000 Mg/ml hat. Ein aliquoter Teil dieser
Lösung wird dann entnommen und mit 0,1-molarem Phosphatpuffer von pH 8,0 so verdünnt, daß eine lösung mit einer
geschätzten Konzentration an Antibiotikum 67-121 von etwa 3 Wg/ml erhalten wird. Die genaue Konzentration von
Antibiotikum 67-121 in der letztgenannten Lösung wird dann mit Hilfe eines Standard-Zylindertests mit
Saccharoinyces cervisiae ATCG 9763 als Testmikroorganismus
und unter Verwendung einer reinen Probe von Antibiotikum-67-121-Komplex als Standard, der eine
Wirksamkeit von 1000 «g/mg zugeschrieben wird, bestimmt.
Das als Standard verwendete Antibiotikum 67-121 hat eine Wirksamkeit von 4000 jag/mg, ausgedrückt als Candicidin,
bei der in Title 21 von Code of Federal Regulation, Section 148v, beschriebenen Candicidin-Testung.
Nach der Spitzenproduktion wird das gebildete Polyen Antibiotikum nach Methoden, die für Polyen-Antibiotika
an sich bekannt sind, aus dem Kulturmedium isoliert. Beispielsweise kann nach einer Methode, die aus den
nachstehenden aufeinanderfolgenden Stufen besteht, gearbeitet werden:
a) Das gesamte Kulturmedium wird auf pH 2,5 bis 4,0 angesäuert.
b) Das Mycel wird vom angesäuerten Kulturmedium abfiltriert.
c) Das Mycel wird einmal oder mehrmals mit einem geeigneten organischen Lösungsmittel, das mit Wasser nicht
oder schlecht mischbar ist, extrahiert.
d) Die Extrakte im organischen Lösungsmittel werden vereinigt und auf einen Rückstand eingedampft.
e) Der Rückstand wird mit einem nicht-polaren organischen Lösungsmittel, z.B. einem gesättigten oder
509838/0862
ungesättigten Kohlenwasserstoff oder einem Alkyläther, vorzugsweise Diäthyläther, verrieben.
f) Die erhaltene Suspension, die den rohen Antibiotikum-67-121-Komplex
enthält, wird filtriert.
Es ist auch möglich, nach einer Methode zu arbeiten, bei der man das Polyen-Antibiotikum durch Ansäuern des gesamten
Kulturmediums auf pH 2,5 bis 4,0 isoliert, das angesäuerte Kulturmedium mit einem geeigneten, mit Wasser
nicht oder schwer mischbaren organischen Lösungsmittel direkt extrahiert und die vereinigten Extrakte dann den
vorstehend beschriebenen Stufen (d) bis (f) unterwirft.
In der Praxis wurde von der Anmelderin gefunden, daß nach den vorstehend genannten Methoden ein roher Antibiotikum-67-121-Komplex,
dessen Testung nach dem vorstehend beschriebenen Zylindertest .eine Konzentration von 250 Mg/mg
ergibt, erhalten werden kann.
Die Reinigung des rohen Polyen-Antibiotikum-Komplexes kann nach bekannten Verfahren, z.B. durch fraktionierte
Kristallisation, Auflösung und anschließende erneute Ausfällung, Gegenstromextraktion u.dgl., erfolgen.
Beispielsweise kann ein rohes Antibiotikum-67-121-Produkt,
dessen Testung 250 Mg/mg ergab, wie folgt gereinigt werden: Dieses Produkt wird in der unteren
Phase eines Gemisches von Chloroform, Methanol und Wasser im Volumenverhältnis von 2:2:1 gelöst. Die erhaltene
Lösung wird zur Entfernung von unlöslichem Material filtriert. Das Filtrat wird zu Diäthyläther gegeben
(10 Raumteile Diäthyläther zu 1 Raumteil Filtrat) und die gebildete gelbe Fällung abfiltriert. Die Fällung
wird dann in einer ausreichenden Menge der oberen Phase des vorstehend genannten Chloroform-Methanol-Waaser-Gemisches
gelöst. Die Lösung wird filtriert und das Filtrat unter vermindertem Druck stehen gelassen, "bis
soviel Lösungsmittel abgedampft ist, daß Ausfällung des gereinigten Antibiotikum-Komplexes die Folge ist. Der
509838/0862
ausgefällte gereinigte -Antibiotikum-Komplex wird abfiltriert,
mit Diäthyläther gewaschen und dann unter vermindertem Druck getrocknet. Die Testung des in dieser Weise
erhaltenen gereinigten Antibiotikum-67-12l-Komplexes ergibt 1000 ug/mg als Antibiotikum-67-l2l-Komplex (oder
4000 ug/mg, gerechnet als Candicidin).
Der Antibiotikum-67-12!-Komplex kann nach chromatographischen
Methoden, z.B. durch Säulenchromatographie, in seine Komponenten zerlegt werden. Bei Anwendung der Säulenchromatographie
kann speziell Kieselgel als Säulenmaterial und die untere Phase eines Chloroform-Methanol-Wasser-Gemisches
(Vol.-Verhältnis 2:2:1) als Elutionsmittel verwendet werden.
Falls gewünscht, kann vor der vorstehend genannten chroraatographischen
Trennung eine teilweise Trennung vorgenommen werden, indem der 67-121-Komplex in der unteren Phase
eines Chloroform-Methanol-Wasser-Gemisches (Volumenverhältnis 2:2:1) gelöst und das gelöste Material dann durch
Zusatz von Methanol teilweise ausgefällt wird.
Die chromatographische Trennung des Antibiotikum-67-121-Komplexes
durch Säulenchromatographie hat ergeben, daß der Komplex vier Antibiotikum-Komponenten enthält, die
hier als Antibiotika 67-121A, 67-121B, 67-121C und 67-I2ID bezeichnet werden. Diese Bezeichnung entspricht
der Reihenfolge, in der die Antibiotika aus der Säule austreten. Bei Anwendung des vorstehend genannten Systems
aus Kieselgelsäule und Lösungsmittel wurden die folgenden R^-Werte für die einzelnen Komponenten bestimmt:
Antibiotikum 67-121A = 0,17,, 67-121B = 0,14,
67-I2IC = 0,11 und 67-I2ID = 0,07. Die Elution der Antibiotikum-Komponenten
von der Säule läßt sich leicht auf Kieselgel-Dünnschichtplatten unter Verwendung des bei
der Trennung durch Säulenchromatographie verwendeten Lösungsmittelgemisches überwachen. Die Anwesenheit von
antibiotischem Material auf der Platte wird in belie-
509838/0862
biger zweckmäßiger Weise, z.B. durch Bioautographie oder
auch durch Besprühen der Platte mit einem Schwefelsäure-Methanol-Gemisch und anschließendes Erhitzen der Platte
festgestellt» wobei vorhandenes antibiotisches Matei'ial
sichtbar wird.
Das Mengenverhältnis der Antibiotikum-Komponenten kann von einer Fermentation zur. anderen sehr unterschiedlich
sein, jedoch kann allgemein gesagt werden, daß das Antibiotikum 67-121C gewöhnlich die größere Komponente
und 67-121D eine Spurenkomponente ist. Um dies zu veranschaulichen,
sei bemerkt, daß bei einem speziellen Beispiel die Komponenten in den folgenden Mengen vorlagen:
67-121A 12 Gew.-$, 67-121B 12 Gew.-^, 67-121C
76^ iGew.-% und 67-121D in einer Spur&nmenge. ;
Die als Produkte erhaltenen Antibiotika '
Wie bereits erwähnt, enthält der Antibiotikum-67-121-Komplex
als Komponenten die Antibiotika 67-121A, 67-121B, 67-121C und 67-121D. Diese Antibiotika wurden
als Polyen-Makrolid-Antibiotika eingestuft. Ferner wurden die Antibiotika nach ihren charakteristischen UV-
und IR-Absorbtionsspektren als Heptaen-Makrolid-Antibiotika
eingestuft. Die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Antibiotikum-67-121-Komplexes und
seiner Komponenten werden nachstehend angegeben.
Chemische und physikalische Eigenschaften des Antibiokum-67-121-Komplexes
In der folgenden Tabelle 1 sind die Daten des UV-Absorbtionsspektrums
für eine Probe des Antibiotikum-67-121-Komplexes und für Vergleichszwecke die aus der Literatur entnommenen entsprechenden Daten für eine Anzahl
anderer Heptaen-Antibiotika genannt. In Tabelle 2 sind entsprechend die Elementaranalysenwerte, die Werte der
optischen Drehung, die Schmelzpunkte sowie die R^-Werte genannt. Diese R^-Werte wurden mit einem Lösungsmittel-
5Π9838/0862
system bestimmt, das aus einem Gemisch von n-Butanol
(6 Teile), Essigsäure (2 Teile), Wasser (2 Teile) und Dioxan (1 Teil) bestand. Der Nachweis erfolgte entweder
durch Bioautographie gegen Candida albicans oder durch Besprühen der chromatographischen Platte mit Schwefelsäure
und Methanol.
In Tabelle 3 sind gewisse Stabilitätsdaten für den Antibiotikum-67-121-Komplex genannt. Zur Ermittlung
dieser Werte wurde das Antibiotikum mit dem geeigneten 0,1-molaren Puffer während der angegebenen Zeit auf dem
siedenden Wasserbad erhitzt. Speziell wurde für pH-Werte von 9,0 bis 10,0 ein Boratpuffer verwendet, während für
den Bereich von 2,2 bis 8,0 Puffer der Handelsbezeichnung Mcllvaines-Puffer verwendet wurden. Die Stabilität
wurde durch Bestimmung der fungiziden Wirkung nach Erhitzen während der genannten Zeit mit Hilfe einer
Scheiben-Testmethode (6,25 mm-Scheiben) mit Candida albicans als Testmikroorganismus ermittelt. Die Ergebnisse
sind als Durchmesser der Hemmhöfe in mm ausgedrückt. Die Werte in Tabelle 3 zeigen, daß der Antibiotikum-67-1
21 -Komplex bei 1000C im pH-Bereich von 7,0
bis 9,0 ziemlich stabil ist. Bei pH 10 ist er etwas weniger stabil, wobei die Aktivität nach 15 Minuten bei
10O0C schnell abnimmt. Unterhalb von pH 5,0 ist das Antibiotikum verhältηismäßig instabil.
Wie die Werte in Tabelle 2 zeigen, läßt sich der Antibiotikum-67-1
21-Komplex chromatographisch von den anderen genannten Antibiotika mit Ausnahme von Candidin
unterscheiden. Das Antibiotikum 67-121 läßt sich jedoch auf der Grundlage seiner Elementaranalyse und optischen
Drehung von Candidin unterscheiden (bezüglich der optischen Drehung wird auf die nachstehend für die Komponenten
B, C und D genannten Werte verwiesen).
Zur weiteren Charakterisierung des Antibiotikums-67-121-Komplexes
wurde eine Standardmethode der Klassifizierung
. 509838/0862
für Heptaen-Antibiotika angewandt (siehe Tetrahedron
25., Seite 2229-2232). Me saure Hydrolyse ergab eine Aminozuckerkomponente, und zusätzlich ergab die Behandlung
mit Kaliumhydroxyd eine aromatische Ketonkomponente.
Das Antibiotikum-Produkt wurde demgemäß in der Klassifizierung der Heptaen-Untergruppe II zugeordnet. Die
Heptaen-Untergruppe II umfaßt bekannte Antibiotika wie Candicidin, Trichomycin B und Perimycin.
• Tabelle
10 UY-Absorptionsdaten
Maxima und in Klammern E^^^
Antibiotikum-67-121-Komplex
Ascosin "A" Ascosin "B" Candicidin Candidin
Candimycin Fungimycin Hamycin
Trichomycin "A"
Trichomycin
in MeOH
in EtOPI
342(340)., 363(475), 344(385) 362(490), 382(667), 403(605) 382(690) 404(625)
• . 340, 358, 377, 399
363(1000), 382(1650)
406(1860)
362, 382,
, 358i 376, 398
360, 380, 403 · -
364(985), 385(1730), 407(1910)
358, 376, 399
230, 285, 345,
383(962), 406(918)
361.5(625), 382(863) 286, 3^6, 364, 384, 405
404(750) (Trichomycin-Komplex)
358, 377,
509838/0862
Antibiotikum
Elementaranalyse Optische ScHrnelzp.
Drehung C
Drehung C
Antibiotikum-
67-121-Komplex 56.Ϊ4 7.53 1.79
Ascosin "A"
plus Ascosin "B" 175
Candicidin Candidin Candimycin Fungimycin
Hamycin
Trichomycin
MA"
o*
63.29 '7.16 2.33
60.06 9.65 1.65 +363
57.17 8.81 1.70 o**
180
230
59.5 8.3 2.2 +216
0.43 0.53
0.54 0.45 0.53 0.54 0.52
60.06 .7.62 2.28 160
(kein
scharfer
Schmelzpunkt )
(kein
scharfer
Schmelzpunkt )
- 320 0.55
ι i(Zers.)
Trichomycin
59.49 8.09 2.16
* in Dimethylformamid; Literatur gibt keine Konzentration an.
** 0.3 % in Dimethylformamid. * ** 0.1 % in Pyridin
509838/0862
Wärme- und pH-Beständigkeit von Antrbiotikum-67-121-Komplex
(Ausgedrückt als fungizide Wirkung)
Die Ergebnisse sind als Durchmesser des Hemmhofes in mm ausgedrückt»
pH O Min. ■ 5 Min. 15 Min. 30 Min,
| 2.2 | O | O | O | O |
| 3.0 | O | O | O | O |
| 4.0 | 12 | 9 | O | O |
| 5.0 | 14 | 14 . | 13 | .11 |
| 6.0 | 15 | 15 | 15 | 11 |
| 7.0 | 15 | 14 | 14 | 14 |
| 8.0 | 17 | 16 | 15 | 13 |
| 9.0 | 17 | 16 | . 13 * |
12 |
| 10.0 | 16 | 15 | 11 | O |
509838/0862
Chemische und physikalische Eigenschaften der Komponenten von Antibiotikum 67-121 „
Antibiotikum 67-121A
Farbe und Form: gelbe Nadeln Schmelzpunkt 185 bis 19O0C (Zers„)
Elementaranalyse: C = 59,
H = 7,90$ N = 2,60$
Molekulargewicht: 1218 (Osmometrie) ^6= + 161,6° (0,396 in Dimethylformamid)
pka = 6,0 (COO")
9,0 (NH, ) (66$ige wässriges Dimethylformamid)
UV-Daten (in Tetrahydrofuran-Wasser, Verhältnis 4:1)
* max 408 *P <Elcm = 95O>
384 mu (ε]% = 1100)
363 ΐημ (E?"% = 680)
IR-Daten (in Nujol)
1) max 3350, 1725 und 1665 cm"1
S 2,73 ppm (3H, Singlett, aromatisches-N-CI^)
NMR-Daten (in Hexadeuterodimethylsulfoxyd)
2,73 ppm (3H, Singlett, aromatisi 6,55 ppm (2H, Dublett,. J=8,5 Hz,aromatisches H)
7,64 ppm (2 H,Dublett,J=8,5 Hz,aromatisches H)
509838/0862
Farbe und Form: Schmelzpunkt:
Elementaranalyse:
gelbe ladein
175 bis 1820C (Zers.)
G = 59>70$ H= 7,65/*
N = 2,1796
Molekulargewicht 1218 (Osmometrie) /ä_7^6 - + 199,7° *(0,396 in Dimethylformamid)
pka = 6,3 (COO")
9,0 (NH3 +) (66$iges wässriges Dimethylformamid)
UV-Daten (in Tetrahydrofuran-Wasser, Verhältnis 4:1)
max
408 τψ 383 ταμ
362 mp
lcm
lcm
E -lent
= 620)
= 750)
= 490)
IR-Daten (in Nujol)
3350, 1725 und 1665 cm
""1
NMR-Daten (in Hexadeuterodimethylsulfoxyd)
6 6,58 ppm (2H, Dublett, J=8,5 Hz,aromatisches H)
7,60 ppm (2H, Dublett, J=8,5 Hz,aromatisches H)
509838/0862
-30- 2509732
Parte und Form: gelbe.Nadeln
Schmelzpunkt: 175-18O0C (Zers.)
Elementaranalysa: C = 57,06$
H= 7,30$ N = 2,07$
Molekulargewicht = 1266 (Osmometrie)
J^ ■ = +143,8° (0,3$ in Dimethylformamid)
pka =6,0 (COO")
9,0 (NH3 +) (66$iges wässriges Dimethyl
formamid )
UV-Daten (in letrahydrofuran-Wasser, Verhältnis 4i1)
383 ψ (E^m = 910)
362 H9I (E^m = 600)
IR-Daten (in Nujol)
V mQV 3350, 1725 und 1665 cm"1
V mQV 3350, 1725 und 1665 cm"1
NMR-Daten (in Hexadeuterodimethylsulfoxyd)
D 2,76 ppm (3H, Singlett, aromatisches N-CH5)
6,57 ppm (2H, DulDlatt, J=8,5 Hz,aromatisches H)
7,65 ppm (2H, Dublett, J=8,5 Hz,aromatisches H)
509838/0862
Ebenso wie der Antibiotikum-67-121-Komplex werden die
einzelnen Antibiotikum-Komponenten nach ihren charakteristischen UV- und IR-Absorptionsspektren als Heptaen-Makrolid-Antibiotika,
in denen zahlreiche Hydroxylgruppen an den Makrolidring gebunden sind, eingestuft. Ferner
werden die einzelnen Komponenten als Antibiotika der Heptaen-Untergruppe II eingestuft (siehe die oben angegebene
Klassifizierung). Untersuchungen über den Abbau sowie die Daten des kernmagnetischen Resonanzspektruras
und Massenspektrums zeigen, daß die Einzelkomponenten die aromatische Ketonkomponente
RHNV '/IiCH
enthalten, in der R bei den Antibiotika 67-121A und G
ein Methylrest und beim Antibiotikum 67-121B Wasserstoff
ist.
Durch Acetolyse der Antibiotika 67-121A und 67-121B
wird die Anwesenheit einer D-Mycosaminzuckereinheit festgestellt, die glykosidisch an eine allylisehe
Hydroxylgruppe des Aglycons gebunden ist.
Die Acetolyse des Antibiotikums C ergibt die Anwesenheit
einer neuen Disaccharideinheit, die an eine allylisehe Hydroxylgruppe des Aglycons gebunden ist, wobei das
Disaccharid sich als /O-ß-D-Mannopyranosyl (1 —>
4)-D-mycosamin7
der Formel
CH2OH
erweist. In dieser Formel bedeutet die Wellenlinie, daß 509838/0862
die Stereochemie der glykosidischen Bindung des Disaocharids zum Aglycon noch nicht aufgeklärt worden ist.
Die Antibiotikum-Komponenten enthalten eine Carbonsäuregruppe, die der Salz- und Esterbildung nach an sich bekannten
Verfahren zugänglich ist. Beispielsweise wurden von der"Anmelderin entsprechende Ester über das Diazomethan
hergestellt. Diese Ester haben ebenfalls antimykotische
oder fungizide Wirkung. Das Antibiotikum und seine Ester bilden mit den geeigneten Säuren, z.B. Hinsralsäuren
wie Salzsäure, Schwefelsäure und Phosphorsäure oder organischen Säuren wie Essigsäure, Citronensäure, Weinsäure
u.dgl. Säureadditionssalze.
Biologische Aktivität der Antibiotikum-Produkte A) Fungizide Wirkung in vitro
Die Werte der fungiziden In-vitro-Aktivität des Antibiotikums-67-121-Komplexes
sind in Tabellefgenannt. Zum Vergleich sind außerdem die Werte für Candicidin angegeben.
Die genannten hemmenden Mindestkonzentrationen wurden mit Hilfe üblicher Röhrchen-Verdünnungstests unter
Verwendung von Sabouraud1 Dextrose-Agar ermittelt.;
Als repräsentativ für die Antibiotikum-Komponenten wurden das Antibiotikum 67-121A und das Antibiotikum
67-121C in der gleichen Weise wie der Komplex getestet. Für das Antibiotikum 67-121A betrugen die hemmenden
Mindestkonzentrationen weniger als 0,01 bis 0,03yUg/ml
gegen 18 Stämme von Candida albicans, während für das Antibiotikum 67-121C Werte von 0,08 bis 0,3 /Ug/ml gegen
9 Stämme von Candida albicans nach einer Bebrütungsdauer von 48 Stunden ermittelt wurden. Die weitere Testung von
Antibiotikum 67-1210 unter den gleichen Bedingungen ergab eine hemmende Mindestkonzentration von 0,3 «g/ml
gegen 2 Stämme von Torulopsis und einen einzelnen Stamm von Cryptococcus. Stämme von Aspergillus und Dermato-
phytes waren im allgemeinen weniger empfindlich. Hier
509838/0 862
"betrugen die hemmenden Mindestkonzentrationen für das
Antibiotikum 67-121C 3 bis 25 /Ug/ral.
| Tabelle 4 | - fungizide In-vitro- | 67-121-Komplex | 48 Std. | Candicidin | 48 Std | |
| Antibiotikum-67-1 | 21-Komplex | 24 Std. | 0.3 | ο.οδ | ||
| Aktivität | Hemmende Mindestkonzentration inyUg/ml | O.O3 | 0.3 | 24 Std. | 0.08 | |
| Mikroorganismus | O.O3 | 3.O | O.O3 | 7.5 | ||
| 3.0 | 3.O | O.O3 | 3.0 | |||
| Candida albicans 4o6 | 0.8 | O.3 | 3.0 | ο.οδ | ||
| 402 | 0.03 | 0.8 . | 0.8 | 3.0 | ||
| 420 | 0>.8 | 0.3 | 0.03 | |||
| 4o4 | 0.3 | 0.3 | 0.8 | |||
| 403 | 0-3 . - | 0.3 | - | |||
| 401 | 0.3 | 0.8 | ||||
| 1 | 0.3 | 0.3 | ||||
| 12031 | 0.3 | 0.8 | 0.3 | |||
| PIo | 0.3 | 0.8 | J 0.08 | |||
| 404a | 0.3 | 0.8 | 0.03 | 0.08 | ||
| 402A | 0.3 | 0.8 | 0.03 | |||
| Torulopsis glabrata 1 | 0.8 | 0.8 | 0.03 | 0.3 | ||
| 2 | 0.3 | 0.3 | 0.08 | |||
| 3 | 0.3 | 0.8 | 0.03 | |||
| 12 | 0.8 | 3.0 | 0.03 | |||
| . 16 | 0.8 | 0.3 | ||||
| - 17 | 0.3 | 0.3 | ||||
| 24 | 0.3 | 0.3 | ||||
| 27 | 0.3 | |||||
| 34 | ||||||
| 76 | ||||||
| 46 |
509838/0862
67-121-Komplex ' Candicidin
72 Std.
Aspergillus niger - 7.5 7.5
Trichophyton rnentagrophytes 17 7.5 25
Triehophyton rnentagrophytes IA 3.O ■ 17.5
Trichophyton Soudanese 2 7.5 · 25.
Trichophyton - 16 Stämme
(12 Spezies) 5.O
Micrösporum - 6 Stämme
Micrösporum - 6 Stämme
(6 Spezies) 5.O
Micrösporum distortum 5.0
Phialophora (2 Stämme)' .5.0
Phialophora (2 Stämme)' .5.0
Die In-vivo-Schutzwirkung der Antibiotikum-Produkte "bei
Mäusen (Carworth farm CF 1-Mäuse, Gewicht je etwa 20 gj
gegen Candida albicans wurde bestimmt. Das Antibiotikum wurde auf dem genannten Weg in einem wässrigen Träger,
der 0,5$ Carboxymethylcellulose enthielt, in zwei Dosen
verabreicht. Eine Dosis wurde kurz vor der intravenösen Infizierung mit einer letalen Dosis von Candida albicans
und die andere Dosis 4 Stunden nach der Infizierung verabreicht. Die meisten ungeschützten Yergleichstiere
starben innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Infizierung. Die Überlebendrate wurde nach Ablauf von 24 und
48 Stunden bestimmt, und hieraus wurden nach Standardmethoden die SD50-Werte (schützende Dosis 50) bestimmt.
Die für den Antibiotikum-67-121-Komplex ermittelten Werte
sind in Tabelle 5 zusammen mit den Werten für Candicidin (für Vergleichszwecke) genannt. Die SD^Q-Werte
wurden an den überlebenden Tiere 48 Stunden nach der Infizierung bestimmt.
509838/0862
| 1 | Verab reichung |
Tabelle 5 | (mg/kg) | Kontrollen lebende) 24 Std. |
(fo Über- | |
| Test | 2 | subkutan oral |
SD50 | Candi- cidin |
20 | 48 Std. |
| - | 3 | subkutan oral |
Antibio- tikum- 67-121- Komplex |
5 25. |
50 | 20 |
| 4 | subkutan | 2,5 2,5 |
■l | 0 | 16 | |
| subkutan oral |
5,0 2,5 |
25 | 20 | 0 | ||
| 15 | 2,5 40 |
20 | ||||
| 1,5 1,5 |
Die SDcn-Werte für die Antibiotika 67-121A, 67-121B und
67-121C unter Verwendung von Mäusen CF 1 -wurden im
wesentlichen nach der vorstehend beschriebenen Methode bestimmt, jedoch mit dem Unterschied, daß das Antibiotikum
als Einzeldosis eine Stunde nach der Infizierung mit Candida albicans verabreicht wurde. λ
Die SDr-n-Werte wurden an den überlebenden Tieren 72 Stunden
nach der Infizierung bestimmt. Von den unbehandelten
infizierten Vergleichstieren starben 80$ innerhalb von
24 Stunden und 100$ innerhalb von 48 Stunden. Die Ergebnisse sind in Tabelle 6 genannt.
| Fungizide In-vivo-Aktivität | 15,0 18,0 |
Antibiotikum 67-121C |
|
| Verab reichung |
2,1 1,5 |
||
| subkutan oral |
SD50 (mg/kg) | ||
| Antibiotikum Antibiotikum 67-121A 67-121B |
|||
| 2,5 1,5 |
509838/0862
Die akute Toxizität des AntiMotikums-67-121 -Komplexes
bei Mäusen wurde mit intraperitonealer (i.p,) und subkutaner
(s.c.) Verabreichung bestimmt. Zum Vergleich wurden die Werte für Candicidin bestimmt. Die Ergebnisse
sind nachstehend in Tabelle 7 genannt.
| Tabelle 7 | Candicidin | |
| LD50 (mg/kg) | 8-22 300 |
|
| Verabreichung | Antibiotikum 67-121-Komplex |
|
| i.p. s.c. |
5-15 300 |
|
In der gleichen Weise wurde in einer weiteren Versuchsreihe die akute Toxizität der Antibiotika 67-121A,
67-121B und 67-121C bei männlichen CF 1-Mäusen bestimmt.
Die Ergebnisse sind nachstehend in Tabelle 8 genannt.
Tabelle 8 /
LD50 (mg/kg)
| Verabreichung | Antibiotikum | Antibiotikum | Antibiotikum |
| 67-121A | 67-121B | 67-121C | |
| i.p. | 2,4 | 6,0 | 6,0 |
| s.c. | >50 | >50 | — |
| oral | >50 | >50 |
Die neuen Antibiotika können im allgemeinen örtlich, oral oder parenteral in freier Form oder in Form eines
geeigneten Derivats verabreicht werden. Vorzugsweise werden sie in Mischung mit einem pharmazeutisch unbedenklichen
Träger oder Hilfsstoff verabreicht.
Die bei jeder besonderen Dosierungsform zu verabreichende genaue Dosis hängt von Faktoren wie der Phase und Schwere
der Infektion, der Empfindlichkeit des infizierenden Organismus gegenüber dem Antibiotikum und den
503838/0862
individuellen Eigenschaften der zu "behandelnden Spezies
ab. Ea kann jedoch gesagt werden, daß für die intravenöse Verabreichung der Antibiotika gemäß der Erfindung
eine Menge von etwa 0,25 bis 1,5 mg/kg Körpergewicht pro Dosis angezeigt ist. Für die orale Verabreichung
würde eine Dosis im Bereich von 5 bis 50 mg angezeigt sein. Bei diesen Behandlungen würde die Einzeldosis einmal
bis viermal täglich verabreicht. Örtlich anzuwendende Zubereitungen würden gewöhnlich in Form von Cremes,'
Salben, Pulvern oder Vaginalsuppositorien verabreicht. Als orale Zubereitungen kommen Elixiere, Tabletten,
Kapseln u.dgl. in Frage.
Die Erfindung wird in den folgenden Beispielen weiter erläutert. Beispiel 1 beschreibt die Kultivierung von
Actinoplanes caeruleus (speziell wurde der Stamm NRRL 5325 verwendet) und die Herstellung des Antibiotikums-67-121-Komplexes.
Die Beispiele 2 bis 5 beschreiben die Isolierung und Reinigung des 67-121-Komplexes. Beispiel 6
beschreibt die Trennung des 67-121-Komplexes in die ihn
bildenden Antibiotika, und die Beispiele 7 und 8 veranschaulichen die Herstellung bestimmter Derivate vom
Antibiotikum 67-121C, und die restlichen Beispiele beschreiben
Zubereitungen, die bestimmte antibiotiache Produkte enthalten.
Kultivierung von Actinoplanes caeruleus und Herstellung
des Antibiotikum-67-121-Komplexes
Man gibt je eine Impfnadelmenge (z.B. etwa 0,5 ml) einer Kultur von Actinoplanes caeruleus aus einem Schrägagar-Röhrchen
in eine Reihe von 300 ml-Erlenmeyerkolben, die
100 ml eines sterilen Mediums der folgenden Zusammensetzung enthalten:
509838/0862
| 2509782 | g | |
| 3,0 | g | |
| 5,0 | g | |
| 5,0 | g | |
| 24,0 | g | |
| 1,0 | g | |
| 2,0 | 1000 ml |
Rindfleischextrakt
Hefeextrakt
Tryptose
Lösliche Stärke
Dextrose
Calciumcarbonat
Leitungswasser
Man "bebrütet den Inhalt der Kolben unter Bewegung auf
einer rotierenden Schüttelvorrichtung bei 250 bis 300 UpM etwa 48 Stunden bei etwa 35°C.
Man überführt unter aseptischen Bedingungen je 5 ml des in der Stufe (A) gewonnenen Impfmaterials in eine Reihe
von 500 ml-Erlenmeyerkolben, die 100 ml eines sterilen
Mediums der folgenden Zusammensetzung enthalten:
Sojabohnenmehl 30 g
Dextrose 40 g
Calciumcarbonat 10 g
Leitungswasser 1000 ml
Man kultiviert aerob unter submersen Bedingungen durch Fermentation des Inhalts der Kolben für 3 bis 4 Tage bei
etwa 28 C unter drehender Bewegung bei etwa 300 UpM.
Ungefähr nach den ersten 2 4 Stunden werden Proben periodisch von den fermentierten Medien genommen und auf ihre
antibiotische Aktivität getestet, so daß die Spitzenprodukten, d.h. die Phase, bei der die antibiotische
Aktivität der fermentierten Medien einen Spitzenwert erreicht, festgestellt werden kann. Wenn die Fermentation
effektiv beendet ist, was durch die Spitzenproduktion angezeigt wird, kann der Inhalt für die anschliesaende
Isolierung des antibiotisch aktiven Produkts zweckmäßig vereinigt werden.
509838/0862
Die vorstehend beschriebene Fermentation kann auch unter Verwendung anderer geeigneter Medien, z.B. der folgenden
Medien durchgeführt werden:
a) Hefeextrakt 5g . Caseinhydrl^lysat 5 g
Dextrose 10 g Lösliche- Stärke 20 g Calciumcarbonat 4 g
Leitungswasser 1000 ml
b) Sojabohnenmehl 30 g
Getrocknete Feststoffe
von Maisquellwasser 5 g
Stärke 20 g
Dextrose , 10 g
Calciumcarbonat 7 g
Leitungswasser 1000 ml
Beispiel 2
Isolierung des Antibiotikum-67-121-Komplexes
Man säuert das bei dem in Beispiel 1 beschriebenen Versuch erhaltene Kulturmedium mit einer Mineralsäure, z.B.
Salzsäure, bis zu einem pH-Wert von 2,5 bis 4,0 an. Man gibt ein geeignetes Filterhilfsmittel zu (von der Anmelderin
wurde speziell das Produkt der Handelsbezeichnung "Hyflo-supercel", eine rieselfähige Diatomeenerde der
Firma Johns Manville Co., USA, verwendet) und extrahiert den erhaltenen Filterkuchen wiederholt mit n-Butanol,
bis der Filterkuchen im wesentlichen frei von antibiotischem Material ist. Man vereinigt die n-Butanolextrakte
und dampft unter vermindertem Druck auf einen Rückstand ein. Man verreibt den Rückstand mit einem Gemisch aus
gleichen Raumteilen Diäthyläther und Aceton, filtriert, verreibt den Rückstand erneut mit Diäthyläther, filtriert
erneut und trocknet dann den erhaltenen Rückstand unter vermindertem Druck. Der erhaltene Antibiotikum-121-Kom-
509838/0862
plex ist im allgemeinen ein grüngelbes Pulver, dessen
Testung bei dem oben genannten Zylindertest 1000 ng/mg als Candicidin oder 200 lig/mg als Antibiotikum~67-121-Komplex
ergibt.
Alternative Isolierungsmethode für den Antibiotikum-67-121-Komplex
Man behandelt das Kulturmedium auf die in Beispiel 2 beschriebene Weise, bis ein Filterkuchen erhalten wird,
und wäscht diesen Kuchen zur Entfernung des größten Teils des Wassers mit Aceton<, Man extrahiert den Filterkuchen
mit einem Gemisch, das aus beiden Phasen eines Gemisches von Chloroform, Methanol und V/asser im VoIumenverhältnis
von 18:16:1 besteht, bis der Filterkuchen im wesentlichen frei von Antibiotikum ist. Man vereinigt
die Extrakte, trennt die flüssigen Phasen ab, verwirft die wässrige Phase und dampft dann die organische Phase
auf einen Rückstand ein, der aus rohem Antibiotikum-67-121-Komplex
besteht, dessen Testung etwa 250 /Ug/mg ergibt.
Weiteres Verfahren zur Isolierung des Antibiotikum-67-121-Komplexes
Man säuert 1 1 des bei dem in Beispiel 1 beschriebenen Versuch erhaltenen Kulturmediums mit einer Mineralsäure,
z.B. Salzsäure, auf einen pH-Wert von etwa 3,5 an. Man extrahiert das angesäuerte Kulturmedium zweimal mit je
2 1 Butanol, das mit Wasser gesätf.t ist. Man dampft die vereinigten Extrakte auf einen Rückstand ein und
löst dann den Rückstand in der unteren Phase eines Gemisches von Chloroform, Methanol und Wasser im Volumenverhältnis
von 2:2:1. Man trocknet die Lösung über wasserfreiem Natriumsulfat und filtriert. Man gießt die
getrocknete lösung in ein Gemisch von Diäthyläther und
509 8 38/0 862
Hexan im Voluraenverhältnis von 6:4, während man das
Gemisch kräftig rührt. Man filtriert und trocknet die erhaltene gelbbraune Fällung, die aus dem rohen Antibiotikum-67-121-komplex
besteht (Ergebnis der Testung etwa 250 >ug/mg). Von der Anmelderin wurde eine Ausbeute
von 940 mg Produkt erhalten.
Beispiel 5 Reinigung des Antibiotikum-Komplexes
Man löst 3,9 g des auf die in Beispiel 2 beschriebene Weise erhaltenen Antibiotikum-Komplexes in der unteren
Phase eines Cbloroform-Methanol-Wasser-Gemisches (2:2:1).
Man filtriert die unlöslichen Bestandteile ab und gibt das Filtrat zu wasserfreiem Diäthyläther. Man filtriert
die gebildete gelbe Fällung ab, wäscht mehrmals mit Diäthyläther und löst erneut in der oberen Phase des
gleichen Systems. Man filtriert die unlöslichen Bestandteile unter vermindertem Druck ab. Während der Filtration
bildet sich im Filtrat eine Fällung, die abfiltriert, dreimal bis viermal mit Diäthyläther gewaschen und unter
vermindertem Druck getrocknet wird. Eine Ausbeute von 410 Dig wird erhalten. Die Testung des Materials ergibt
eine Wirksamkeit von etwa 1000 /Ug/mg, gerechnet als Antibiotikum 67-121.
Beispiel 6
Trennung des Antibiotikum-Komplexes in seine Komponenten
In eine Säule von 5 cm Durchmesser gibt man 800 g chromatographisches
Kieselgel, worauf man unter Verwendung der unteren Phase eines frisch hergestellten Gemisches
von Chloroform, Methanol und Wasser (Volumenverhältnis 2:2:1) als Elutionsmittel 4,6 g des beispielsweise nach
dem Verfahren von Beispiel 3 erhaltenen Antibiotikum-67-121-Komplexes
eluiert.
Man überwacht das Erscheinen der Komponenten des Antibiotikums, indem man Proben von den aufgefangenen Frak-
509838/0862
tionen nimmt und die Proben der Dünnschichtchromatographie unterwirft oder nach einer anderen geeigneten
Methode analysiert. Man vereinigt die Eluatfraktionen, die jede Antibiotikumfraktion enthält, und engt ein,
wobei man die einzelnen Antibiotikumfraktionen erhält. Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten:
Antibiotikum- Rf . Gewicht Schmels- ßijjw (0,3*
Komponente g punkt,0C ' Dimetnylforina_
__ mid
67-121A 0,17 0,262 185-190* +161,6
67-121B 0,14 0,260 175-182* +199,7
67-1210 0,11 1,640 175-180* +143,8
67-121D 0,07 Spur
* = Zers.
Beispiel 7
Herstellung des Methylesters von Antibiotikum 67-1210
Man löst 5 g Antibiotikum 67-1210 in 150 ml Dimethylsulfoxyd
und 15 ml Methanol. Man kühlt die Lösung auf etwa 50C und gibt 0,5 g Diazomethan in 30 ml Tetrahydrofuran
zu. Man läßt die Reaktion 10 Minuten vonstatten gehen und gießt die Lösung dann in 10 Raumteile Diäthyläther,
der kräftig gerührt wird. Man isoliert das Produkt durch Filtration oder Zentrifugieren und wäscht
mit frischem Diäthyläther. Man löst die Fällung in der
unteren Phase eines Gemisches von Chloroform, Methanol und Wasser (Volumenverhältnis 2:2:1) und chromatographiert
an 500 g Kieselgel· unter Verwendung des gleichen Lösungsmittelgemisches, wobei man 1,1 g der gewünschten
Verbindung mit foigenden Kennzahlen erhält:
Schmelzpunkt 180-183°C
Elementaranalyse: 0 = 56,30*, H = 7,21*, N = 1,84* ^•η,ο,τ (3-n Tetrahydrofuran-Wasser-Gemisch, Volumenver- ·
hältnis 4:1): 409 m-'u (%]fcm = 650) 385
509838/0862
S (Hexadeuterodimetbylsulfoxyd) 3,4 ppm (3H, Singlett,
COOOiU ).
3'
Wenn bei dem im vorstehenden Beispiel beschriebenen Versuch
eine äquivalente Menge von Antibiotikum 67-121A oder Antibiotikum 67-121B an Stelle von Antibiotikum
67-1210 verwendet und in der gleichen Weise gearbeitet wird, können die Methylester der jeweiligen Antibiotika
hergestellt werden. Ebenso können andere Veresterungsmittel verwendet werden, um andere niedere Alkylester,
z.B. den Äthylester, Propylester, Isopropylester oder Butylester, herzustellen.
Herstellung des Methylesterhydrochlorids von Antibiotikuffl 67-1210
Man löst 1,3 g Methylester von Antibiotikum 67-1210
(hergestellt auf die in Beispiel 7 beschriebene Weise) in einem Gemisch von Tetrahydrofuran und Wasser (Volumenverhältnis
4:1) und kühlt auf etwa 100C. Man gibt 10 ml 0,1n-Salzsäure zur Lösung, engt auf einen Rückstand
ein, löst erneut in Wasser und unterwirft der Gefriertrocknung, wobei man 1,1 g Antibiotikum-67-1210-Methylesterhydrochlorid
mit folgenden Kennzahlen erhält :
Schmelzpunkt 170-1800O (Zers.)
\no-v (in Tetrahydrofuran-Wasser-Gemisch, Volumenver-
\no-v (in Tetrahydrofuran-Wasser-Gemisch, Volumenver-
JilcäX λ c-f
hältnis 4:1): 408 mu (E''° = 750), 384 mn
I I CuI /
(E^cm = 970), 363 nm (~&]^Gm = 580).
Ein Chlorgehalt von 2,20 Gew.-^ wurde gefunden.
Wenn bei dem vorstehend beschriebenen Versuch die Salzsäure durch eine äquivalente Menge anderer Säuren, vorzugsweise
Mineralsäuren, ersetzt wird, können die jeweiligen Säureadditionssalze hergestellt werden. Als
Beispiele solcher Säuren sind Schwefelsäure, Phosphor-
509838/0 862
säure, Salpetersäure, Bromwasserstoffsäure, Essigsäure, Propionsäure Isobuttersäu^re, Maleinsäure, Oxalsäure,
Phenylessigsäure und Methansulfonsäure zu nennen.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen einige Dosierungsformen, in denen die antibiotischen Produkte gemäß
der Erfindung und ihre Derivate verwendet werden können.
Beispiel 9 Tabletten
Antibiotikum-^-121-Komplex
Lactose U.S.P.
Maisstärke
Polyvinylpyrrolidon Natriumlaurylsulfat
Magnesiumstearat
Wasser nach Bedarf (verdampft)
250,00 250,00
Verfahren (Trockengranulierverfahren):
Man mischt den Antibiotikum-67-121-Komplex mit der gleichen Menge Lactose, rührt den Rest der Lactose und
anschließend die übrigen Bestandteile ein und preßt dann zu Tabletten.
Beispiel 10
Kapseln ( 5 mg-Kapseln)
mg/Kapsel
Antibiotikum-67-121-Komplex 5,00
Lactose U.S.P. Ι8θ,75
Magnesiumstearat 1,25
Maisstärke 46,00
Natriumlaurylsulfat 12,00
Wasser nach Bedarf (verdampft) 5,00
250,00
509838/0862
| mg/Tablette | mg/Tablette |
| 5,00 | 25,00 |
| 164,25 | 144,25 |
| 50,00 | 50,00 |
| 12,50 | 12,50 |
| 12,00 | 12,00 |
| 1,25 | 1,25 |
| 5,00 | 5,00 |
Verfahren (Trockengranulierverfahren):
Man mischt das Antibiotikum 67-121 mit der gleichen Menge
Lactose, rührt den Rest der Lactose und anschließend die übrigen Bestandteile ein und füllt dann in Kapseln.
Lösung für intravenöse Injektion (als steriles gefriergetrocknetes Pulver geliefert)
mg/Ampulle
Antibiotikum-67-121-Komplex 2K),0 - 60,0
Natriumdesoxycholat 70,0
Zweibasisches Na.triumphosphat 16,0
(wasserfrei)
Einbasisches Natriumphosphat 9,0
(wasserfrei)
Verfahren ' . -
Man stellt ein steriles gefriergetrocknetes Pulver unter Verwendung der vorstehend genannten Bestandteile her.
Zur Verwendung als Injektionslösung wird mit sterilem
Wasser gelöst und zur Verwendung für Infusionen mit einer 5#igen Dextrose-Injektionslösung (U.S.P.) mit einem
pH-Wert von mehr als 4-,5 weiter verdünnt.
Beispiel 12 Salbe für örtliche Anwendung
Antibiotikum-67-l21-Komplex 30 g
Petrolatum 970 g
1000 g
Verfahren
1) Man schmilzt das Petrolatum.
2) Man schlämmt den Antibiotikum-67-121-Komplex mit etwa 10^ des Petrolatums auf und gibt durch eine
Kolloidmühle.
509838/0862
Man mischt die gemahlene Aufschlämmung'mit dem Rest
des geschmolzenen Petrolatums und läßt abkühlen.
509838/0862
Claims (1)
- Patentansprüche1. Als Antibiotikum-67-121 -Komplex "bezeichneter Polyen-Äntibiotikum-Komplex in freier Form oder in Form eines pharmazeutisch unbedenklichen Derivats.2. Als Antibiotikuni-67-121-Komplex bezeichneter, in freier Form oder in Form eines pharmazeutisch unbedenklichen Derivats vorliegender Polyen-Antibiotikum-Komplex, der in freier Form im wesentlichen die folgenden Kennzeichen hat: UV-Absorptionsmaxima in Methanol "bei 342, 363, 382 und 403 mu mit entsprechenden έΛ-/ , I CIuWerten von 340, 475, 667 und 605, IR-Absorptionsmaxima in Mineralöl bei 3350, 1725 und 1665 cm und kernmagnetischen Resonanzspektren in Ilexadeuterodimethyl— sulfoxyd mit Maxima bei 2,75, 6,56 und 7,64 ppm.3. Polyen-Antibiotikum, das eine Komponente des Komplexesistnach Anspruch 1 oder 2 /und aus der aus Polyen-Antibiotika mit der Bezeichnung Antibiotikum 67-121A, 67-121B, 67-121C und 67-121D bestehenden Gruppe ausgewählt ist, in freier Form oder in Form eines pharmazeutisch unbedenklichen Derivats. :4. Polyen-Antibiotikum, das die Bezeichnung 67-121A und in freier Form im wesentlichen die folgenden Kennzeichen hat: UV-Absorptionsmaxima in einem 4i1-Gemisch von Tetrahydrofuran und Wasser bei 408, 384 und 363 mu mit entsprechenden E./ -Werten von 950, 1100 und 680,I GHlIR-Absorptionsmaxima in Mineralöl bei 3350, 1725 und 1665 cm~ und ein kernmagnetisches Resonanzspektrum in Hexadeuteroäimethylsulfoxyd mit Maxima bei 2,73, 6,55 und 7,64 ppm, wobei das Antibiotikum 67-121A in freier Form oder in Form eines pharmazeutisch unbedenlichen Derivats vorliegt.509838/08625. Polyen-Antibiotikum mit der Bezeichnung 67-12133 und im wesentlichen den folgenden Kennzeichen in freier Form: UV-Absorptionsmaxima in einem 4:1-Gemiseh von Tetrahydrofuran und Wasser bei 4o8, 383 und 362 mu mit entsprechen-1 oi /den Ej£m-Werten von 620, 750 und 490, IR-Absorptions-maxima in Mineralöl bei 3350, 1725 und I665 cm" und ein kernmagnetisches Resonanzspektrum in Hexadeuterodimethylsulfoxyd mit Maxima bei 6,58 und 7*60 ppm, wobei das Antibiotikum 67-121B in freier Form oder in Form eines pharmazeutisch unbedenklichen Derivats vorliegt.6. Polyen-Antibiotikum mit der Bezeichnung 67-121C undim wesentlichen den folgenden Kennzeichen in freier Form: UV-Absorptionsmaxima in einem 4:1-Gemisch von Tetrahydrofuran und Wasser bei 4o8, 383 und 362 mu mit entsprechen-den E^ -Werten von 800, 910 und 600, IR-Absorptions-maxima in Mineralöl bei 3350, I725 und I665 cm" und ein kernmagnetisches Resonanzspektrum in Hexadeuter-odimethylsulfoxyd mit Maxima bei 2,76, 6,57 und 7*65 ppm, wobei das Antibiotikum 67-121C in freier Form oder in Form eines pharmazeutisch unbedenklichen Derivats vorliegt.7· Polyen-Antibiotika nach Anspruch 4 bis 6, weiter gekennzeichnet als Antibiotikum der Heptaen-Untergruppe II gemäß der hier gegebenen Definition und durch eine aromatische Komponente der FormelRHN-^V \\ C-CH2- CHin der R bei den Antibiotika 67-121A und C ein Methylrest und beim Antibiotikum 67-121B Wasserstoff ist.509838/08628. Polyen-Antibiotikum nach Anspruch 7, weiter dadurch gekennzeichnet, daß in den Antibiotika 67-121A und 67-121B eine D-Mycosaminzuckereinheit, die glykosidisch an eine allylische Hydroxylgruppe der Aglyconstruktur gebunden ist, und im Antibiotikum 67-12IC die Disaccharideinheit i/Ö-ß-D-Mannopyranosyl(l,4)-D-mycosami>n7i die glykosidisch an eine allylische Hydroxylgruppe der Aglyconstruktur gebunden ist, vorhanden ist.9. Polyen-Antibiotika nach Anspruch 1 bis 8 in Form von pharmazeutisch unbedenklichen Derivaten.10. Polyen-Antibiotika nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das pharmazeutisch unbedenkliche Derivat ein Ester ist.11. Polyen-Antibiotika nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Ester ein niederer Alkylester ist.12. Polyen-Antibiotika nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Ester ein Methylester ist.IJ. Polyen-Antibiotika nach Anspruch 9 bis 12 in Form von Säureadditionssalzen.14. Verwendung eines Mikroorganismus der Gattung Actinoplanes für die Produktion eines als Antibiotikum-67-121-Komplex bezeichneten Polyen-Antibiotikum-Komplexes oder der als Komponenten darin enthaltenen Antibiotika.15· .Verfahren' zur Herstellung eines als Antibiotikum-67-121-Komplex bezeichneten Polyen-Antibiotikum-Komplexes oder der als Komponenten darin enthaltenen Antibiotika, dadurch gekennzeichnet, daß man einen den Antibiotikum-67-121-Komplex oder dessen Komponenten bildenden Mikroorganismus der Gattung Actinoplanes in einem Nährmedium unter aeroben Bedingungen kultiviert, bis dem Medium eine hohe antibiotische Aktivität verliehen worden ist.509838/086216. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß man einen zur Spezies Actinoplanes caeruleus gehörenden Mikroorganismus verwendet.17. Verfahren nach Anspruch 15 und 16, dadurch gekennzeichnet, daß man als Mikroorganismus den als NRRL 5325 bezeichneten Stamm verwendet.18. Verfahren nach Anspruch 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kultivierung unter submersen aerobenBedingungen durchführt.19. Verfahren nach Anspruch 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kultivierung bei einer über 25°C, aber unter 45 C liegenden Temperatur, vorzugsweise bei einer Temperatur von 26° bis J57PC durchführt ■.20. Verfahren nach Anspruch 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kultivierung bei einem pH-Wert von 6,5 bis 8,0 durchführt.21. Verfahren nach Anspruch 15 bis 20, weiter dadurch gekennzeichnet, daß/aus dem Kulturmedium den gebildeten Antibiotikum-67-121-Komplex oder eine Komponente dieses Komplexes in freier Form eines pharmazeutisch unbedenklichen Derivats isoliert.22. Verfahren nach Anspruch 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß man die Isolierung durch Einstellung des pH-Werts des Kulturmediums auf 2,5 bis 4,0 und anschließende Extraktion des antibiotisch aktiven Produkts aus dem Mycel mit Hilfe von Lösungsmittelextraktionsverfahren vornimmt.25. Verfahren nach Anspruch 15 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß man die Extraktion mit einem mit Wasser nicht oder schlecht mischbaren organischen Lösungsmittel durchführt.509838/086224. Verfahren nach Anspruch 15 bis 23> dadurch gekennzeichnet, daß man als organisches Lösungsmittel n-Butanol verwendet.25· Verfahren nach Anspruch 21 bis 24, gekennzeichnet durch die weitere Maßnahme der Trennung des gebildeten Anribiotikum-67-121-Komplexes in die als Komponenten darin enthaltenen Antibiotika.26. Verfahren nach Anspruch 22 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß man die Trennung auf chromatographischem Wege durchführt.27· Verfahren nach Anspruch 21 bis 2.6, dadurch gekennzeichnet, daß man das antibiotisch aktive Produkt in freier Form isoliert.28. Verfahren nach Anspruch 21 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß man das antibiotisch aktive Produkt vor oder nach der Isolierung in ein pharmazeutisch unbedenkliches Derivat umwandelt.29. Arzneimittelzubereitungen, enthaltend als aktives Ingrediens eine antibiotische Substanz nach Anspruch 1 bis 13 in Verbindung mit einem pharmazeutisch unbedenklichen Träger.509838/0882
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US45004074A | 1974-03-11 | 1974-03-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2509782A1 true DE2509782A1 (de) | 1975-09-18 |
Family
ID=23786522
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19752509782 Pending DE2509782A1 (de) | 1974-03-11 | 1975-03-06 | Antibiotikum 67-121 und verfahren zu seiner herstellung |
Country Status (9)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS50121496A (de) |
| BG (1) | BG26542A3 (de) |
| DE (1) | DE2509782A1 (de) |
| FR (1) | FR2263782B1 (de) |
| GB (1) | GB1474879A (de) |
| HU (1) | HU175177B (de) |
| IE (1) | IE40821B1 (de) |
| NL (1) | NL7502666A (de) |
| SE (1) | SE7502535L (de) |
-
1975
- 1975-03-06 JP JP50027580A patent/JPS50121496A/ja active Pending
- 1975-03-06 FR FR7507083A patent/FR2263782B1/fr not_active Expired
- 1975-03-06 IE IE491/75A patent/IE40821B1/xx unknown
- 1975-03-06 GB GB939275A patent/GB1474879A/en not_active Expired
- 1975-03-06 DE DE19752509782 patent/DE2509782A1/de active Pending
- 1975-03-06 NL NL7502666A patent/NL7502666A/xx not_active Application Discontinuation
- 1975-03-10 HU HU75SCHE512A patent/HU175177B/hu unknown
- 1975-03-11 BG BG029225A patent/BG26542A3/xx unknown
- 1975-06-06 SE SE7502535*[A patent/SE7502535L/xx unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| IE40821L (en) | 1975-09-11 |
| FR2263782A1 (de) | 1975-10-10 |
| IE40821B1 (en) | 1979-08-29 |
| SE7502535L (sv) | 1975-10-03 |
| JPS50121496A (de) | 1975-09-23 |
| NL7502666A (nl) | 1975-09-15 |
| HU175177B (hu) | 1980-05-28 |
| FR2263782B1 (de) | 1978-12-01 |
| BG26542A3 (bg) | 1979-04-12 |
| GB1474879A (en) | 1977-05-25 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2743654C3 (de) | ||
| DE2716836C2 (de) | Als Musettamycin und Marcellomycin bezeichnete Anthracyclinglycoside, ein Verfahren zu deren Herstellung und diese Verbindungen enthaltende Arzneimittel | |
| DE3836675A1 (de) | Glykosidase-inhibitor salbostatin, verfahren zu seiner herstellung und seine verwendung | |
| DE68928606T2 (de) | Antiparasitäre Makrolid-Antibiotika | |
| DE2537902C2 (de) | Als Rifamycin P, Q, R und U bezeichnete Antibiotika und Verfahren zu deren Herstellung | |
| DE2623227C2 (de) | Antibiotikum Lucknomycin, Verfahren zu dessen Herstellung und dieses enthaltende Arzneimittel | |
| US3773925A (en) | Partricin | |
| DE2028403C3 (de) | Pepstatin | |
| DE2839668A1 (de) | Als antibiotika wirksame saframycine a, b, c, d und e und verfahren zu ihrer herstellung | |
| DE3247175A1 (de) | Dihydro- und tetrahydromonacolin l, ihre metallsalze und alkylester sowie verfahren zu ihrer herstellung und sie enthaltende arzneimittel | |
| DE2900315A1 (de) | Aminoglykosid-antibiotika, verfahren zu ihrer herstellung sowie ihre verwendung | |
| US4027015A (en) | Antibiotic 67-121, a polyene antifungal antibiotic produced by actinoplanes caeruleus | |
| DE69206858T2 (de) | Verbindung UCA1064-B | |
| US4359462A (en) | Antibiotic 67-121, a new polyene antifungal antibiotic produced by Actinoplanes caeruleus | |
| AT246923B (de) | Verfahren zur Herstellung des neuen Antibioticums R-451 und seiner Komponenten R-451 A bis R-451 E sowie der O-Acylderivate, Äther und Salze mit Basen des Antibioticums und der Komponenten | |
| DE2510868C3 (de) | Nanaomycin A und Verfahren zur Herstellung der Antibiorica Nanaomycin A und Nanaomycin B | |
| DE1929107C3 (de) | Antibiotika Axenomycin A und B, Verfahren zu deren Herstellung und ein die Antibiotika enthaltendes Arzneimittel | |
| DE2039990C2 (de) | Neue Antibiotika B-5050 A bis F (Maridomycin I bis VI), Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre pharmazeutische Zubereitung | |
| DE2738656C2 (de) | ||
| DE1116864B (de) | Herstellung und Gewinnung des Antibiotikums Avilamycin | |
| DE2261832C3 (de) | 5-Dihydrocoriolin C und Verfahren zu seiner Gewinnung | |
| AT200258B (de) | Verfahren zur Herstellung neuer Antibiotika | |
| DE2825618A1 (de) | Neue antibiotika, ihre herstellung und verwendung | |
| DE2200377A1 (de) | Verfahren zur Herstellung eines neuen Antibioticums | |
| DE2831535A1 (de) | Neues anthracyclinantibiotikum, verfahren zu seiner herstellung und arzneimittel |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OHJ | Non-payment of the annual fee |