DE2631448C2 - Verfahren zur Herstellung von mehrfachgetönten Preßtabletten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von mehrfachgetönten PreßtablettenInfo
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- A61K9/2072—Pills, tablets, discs, rods characterised by shape, structure or size; Tablets with holes, special break lines or identification marks; Partially coated tablets; Disintegrating flat shaped forms
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Description
Zur Vermeidung der Verwechslung von Arzneimitteln werden von den pharmazeutischen Herstellern die
verschiedensten Tablettenformen, -größen und -farben angewendet. Hierzu ist es bekannt, Tabletten zur besseren
Identiflzlerbarkeit mehrfarbig, gefleckt herzustellen (vgl. z. B. US-PS 29 96 431 und 30 44 938). Zur Herstellung
dieser mehrfarbigen, gefleckten Tabletten müssen für jede gewünschte Farbstoffvarlante getrennt gefärbte
Granulate oder Teilchen zubereitet und anschließend zur Erzielung der gewünschten gefleckten Wirkung
vermischt werden. Der bunte Farbeffekt der herkömmlichen Tabletten wird somit nur mit Hilfe einer Vielzahl
von zeltraubenden und kostspieligen Verfahrensstufen erreicht.
Zur Herstellung von Preßtabletten 1st es bekannt, eine
therapeutisch wirksame Menge eines oral verabreichbaren Arzneistoffs mit einem Blndemltielgernlsch, z. B. aus
mikrokristalliner Cellulose und dem Stärkeprodukt Ultraamylopektin, zu einer trockenen Granuliermasse zu
vermischen, die trockene Gr?uuliermasse unter ständigem
Mischen so lange mit Uner Granulierlösung zu versetzen, bis die angefeuchtete Masse die richtige
Konsistenz für die Granulierung angenommen hat, die angefeuchtete Granuliermasse zu trocknen, die getrocknete
Granuliermasse bis zur gewünschten Teilchengröße zu vermählen und das getrocknete Granulat zu Tabletten
mit der gewünschten Form und Größe zu pressen (vgl. z. B. DE-OS 22 51 250).
Es 1st Aufgabe der Erfindung, mehrfachgetönte Preßtabletten mit charakteristischer, gefleckter Färbung nach
einem geregelten und leicht reproduzierbaren Verfahren herzustellen, welches nur eine einzige Granulier- und
Färbestufe beinhaltet und mit Hilfe herkömmlicher Tablettierungsvorrichtungen durchführbar ist. Der zur
Beschreibung der erfindungsgemäß hergestellten Tabletten verwendete Ausdruck »mehrfachgetönt« bedeutet,
daß die den Tabletten verliehene gefleckte Färbung durch Abstufen einer einzigen Grundfarbe erzielt wird.
Die auf diese Weise erzeugten Tabletten sind daher mehrfachgetönt und nicht im üblichen Sinne mehrfarbig.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man
(a) eine therapeutisch wirksame Menge eines oral verabreichbaren Arzneistoffs mit einem Btndemittelgemisch
aus mikrokristalliner Cellulose und modifizierter Stärke mit einem Anteil von in kaltem
Wasser Iösiichen Stoffen von mehr als 'J^A einheitlich
zu einer trockenen Granuliermasse vermischt,
(b) die trockene Granuliermasse unter ständigem Mischen so lange mit einer Granulierlösung versetzt,
bis die angefeuchtete Masse die richtige Konsistenz für die Granulierung angenommen hat,
(c) die angefeuchtete Granuliermasse trocknet,
(d) die getrocknete Granuliermasse bis zu einer Teilchengröße von etwa 44 bis etwa 595 μΐη mahlt und
(e) das getrocknete Granulat zu Tabletten mit der gewünschten Form und Größe preßt.
wobei man in Stufe (b) eine Granulierlösung verwendet, die einen wasserlöslichen, pharmakologisch verträglichen
Farbstoff enthält.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Farbstofflösung von der modifizierten Stärke stärker angezogen
als von der Cellulose. Man erhält durch Pressen (gewöhnlich in Gegenwart eines geeigneten Gleitmittels)
des fertigen Granuiats zu einer beliebigen Form und Größe mehrfarbige Tabletten mit ansprechendem und
charakteristischem Aussehen, wobei der gefleckte Farbeffekt durch unterschiedliche Abstufungen der
einzigen Grundfarbe erzielt wird.
Die als Bindemittelkomponente dienende mikrokristalline Cellulose ist ein bekanntes, im Handel erhältliches
Material. Als modifizierte Stärken sind modifizierte Malsstärkearten, welche einen in kaltem Wasser löslichen
Anteil von mehr als 10 Gew.-% aufweisen, geeignet.
Man kann die mikrokristalline Cellulose und die modifizierte
Stärke zur Herstellung der zum Granulieren und anschließendem Pressen geeigneten Blndemlttelgemlsche
in unterschiedlichen Anteilen veunlschen. Zufriedenstellende Resultate werden In der Regel erzielt, wenn
mau ein Gewichtsverhältnis mikrokristalline CeIIulose/modiflzlerte
Maisstärke von 1 : 3 bis 3 : 1 anwendet. Bevorzugte Granuliermischungen enthalten gleiche Teile
aus Cellulose und Stärke. Die erzielte Farbintensität der fertigen Tabletten hängt hauptsächlich von der Teilchengröße
der granulierten Körner ab, wobei größere Körner eine höhere Farbintensität ergeben. Das getrocknete und
klassierte Granulat wird dann mit etwa 0,1 bis etwa 5
Gew.-% eines herkömmlichen Tablettierungs-Gleitmittels, wie Calcium- oder Magneslumstearat, vermischt.
Die erhaltene Masse wird In üblichen Tablettierungsmaschinen
zu Tabletten mit beliebiger Form und Größe yerpreßt.
Die für pharmazeutische Zwecke verwendeten Färbemittel stellen vorzugsweise anerkannte wasserlösliche
Lebensmittelfarbstoffe dar. Man kann jedoch beliebige wasserlösliche, nichttoxische und pharmakologisch zugelassene
Färbemittel einsetzen. Typische Beispiele für
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geeignete anerkannte wasserlösliche Farbstoffe sind: (6) die trockene Granuliermasse bis zur gewünschten
F. D. & C. Rot Nr. 2, F. D. & C. Rot Nr. 40, F. D. & C. Teilchengröße gemahlen,
Blau Nr. 1, F. D. & C. Blau Nr. 2, F. D. & C. Gelb Nr. 5, (7) das gemahlene und klassierte Granulat mit einem
F. D. & C. Gelb Nr. 6, F. D. & C. Grün Nr. 3, F. D. & C. herkömmlichen Tablettierungs-Gleitmittel gleitfä-
OrangeNr. 4 und Mischungen davon. Der jeweilige Färb- 5 hig gemacht und
stoff wird, gewöhnlich In einem Anteil von etwa 0,5 bis 2 (8) das gleltfähiggemachte Granulat zu Tabletten in
Gew.-Teilen, In einer herkömmlichen Granulierlösung beliebiger Form und Größe gepreßt,
(typischerweise wird eine wäßrige Alkohollösung mit
einem Mengenverhältnis Alkohol/Wasser von etwa 1 : 3 bis 1:1 verwendet) gelöst. Die gefärbte Granulierlösung
wird dann In üblicher Welse zur Anfeuchtung des trockenen
Granullergemlsches verwendet.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auf die verschiedensten pharmazeutischen Wirkstoffe anwenden.
Praktisch alle Arten yon tablettierbaren (sowohl
wasserlöslichen als auch wasserunlöslichen) Arzneistoffen können herangezogen werden. Typische Beispiele für
geeignete Arzneistoffe sind: Adrenergika (Adrenomimetika), wie EphedriD, Desoxyephedrin, Phenylephrln oder
Epinephrin; Choh:ierglka, wie Physostlgmln oder
Neostigmin; Antispasmodlka, wie Atropin, Methanthelin
oder Papaverin; curareartige Wirkstoffe, wie Chlorisondamin; Tranquilizer und Muskelrelaxantlen, wie Fluphenazin,
Chlorpromazin, Triflupromazin, Mephenesin oder Meprobamat; Antihistaminika, wie Diphenhydramin,
Dimenhydrinat, Tripelennamin, Perphenozin, Chlorprophenozin oder Chlorprophenpyridamin; Antlhypertonlka,
wie Rauwolfia oder Reserpin; Carioaktiva, wie Benzyldrofluanthlazid, Slumethiazid, Chlorothiazid oder
Aminotrat; Steroide wie Testosteron, Fludrocortlson,
Triamcinolon, Cortison oder Prednisolon; antibakterielle Mittel, z. B. Sulfonamide, wie 'julfadi^in, Sulfamerazin
oder Sulfisoxazol; Antimaiarlanilttel, wie Chloroquln;
Antibiotika, wie Tetracycline, Nystatin. Streptomycin, Penicillin oder Grlsofulvin; Sedaiiva, wie Chloralhydrat,
Phenobarbitol und andere Barbiturate oder Gluthethimid; Tuberkulostatika, wie Isoniazid; Analgetika, wie
Aspirin oder Meperidln; Insulin, Polypeptide, Vitamine und Enzyme sowie Blutprodukte. Der jeweilige Arzneistoffoder
das jeweilige Arzneistoffgemisch wird mit dem Bindemittelgemisch aus mikrokristalliner Cellulose und
modifizierter Stärke vor der Anfeuchtung mit der Granulierlösung vermengt. Die Wirkstoffe können in Konzentrationen
bis zu etwa 30 Gew.-%, bezogen auf die fertige
Tablette, eingesetzt werden. Gewöhnlich beträgt der Wirkstoffanteil jedoch etwa 1 bis etwa 5 Gew.-% der
fertigen Tablette.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
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(1) gleiche Teile von mikrokristalliner Cellulose und modifizierter Malsstärke zu einem homogenen
Gemisch vermengt,
(2) wird dem Bindemittelgemisch eine zur Erzielung der
gewünschten Wirkstoffkonzentration in der fertigen Tablette ausreichende Wirkstoffmenge einverleibt
und der Wirkstoff und das Bindemittel zu einem einheitlichen Gemisch vermengt,
(3) der ausgewählte wasserlösliche Farbstoff (etwa 1 Gew.-Teil In einer wäßrlg-alkohollschen (Mengenverhältnis
Alkohol/Wasser 1 : 1) Granulierlösung gelöst,
(4) die gefärbte Granulierlösung dem trockenen Granuliergemisch
unter ständigem Mischen so lange zugesetzt, bis die Masse die für die Granulierung geelgnete
Konsistenz angenommen hat,
(5) die Granullcrmasse (zweckmäßigerweise über Nacht
In einem Ofen bei 40 bis 50° C) getrocknet,
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von mehrfachgetönten Preßtabletten, wobei man
(a) eine therapeutisch wirksame Menge eines oral verabreichbaren Arzneistoffs mit einem Bindemittelgemisch
aus mikrokristalliner Cellulose und modifizierter Stärke mit einem Anteil von in
kaltem "wasser iösiichen Stoffen von mehr als 10& einheitlich zu einer trockenen Granuliermasse
vermischt,
(b) die trockene Granuliermasse unter ständigem Mischen so lange mit einer Granulierlösung
versetzt, bis die angefeuchtete Masse die richtige Konsistenz für die Granulierung angenommen
bat,
(c) die angefeuchtete Granuliermasse trocknet,
(d) die getrocknete Granuliermasse bis zu einer Tel!-
chengröße von etwa 44 bis 595 μΐη mahlt und
(e) das getrocknete Granulat zu Tabletten mit der gewünschten Form und Größe preßt,
dadurch gekennzeichnet, daD man in Stufe (b) eine Granulierlösung verwendet, die einen wasserlöslichen,
pharmakologisch verträglichen Farbstoff enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man im Bindemittelgemisch ein Ge-Wichtsverhältnis
mikrokristalline Cellulose/modiflzierte Maisstärke von 3 :1 bis 1 : 3, insbesondere von
4:1, anwendet.
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