DE2805106A1 - Mikrokapseln aus polyvinylalkohol mit fluessigem, wasserunloeslichem fuellgut und verfahren zu deren herstellung - Google Patents
Mikrokapseln aus polyvinylalkohol mit fluessigem, wasserunloeslichem fuellgut und verfahren zu deren herstellungInfo
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Description
mm c
HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT HOE 78/F 021 /GM
Mikrokapseln aus Polyvinylalkohol mit flüssigem, wasserunlöslichem Füllgut und Verfahren zu deren Herstellung
Gegenstand der Erfindung sind flüssiges, wasserunlösliches
Füllgut enthaltende Mikrokapseln mit Kapselhüllen aus wasserlöslichem Polyvinylalkohol und Verfahren zu deren Herstellung,
5
Die Technik der Mikroverkapselung gewann in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung, da es diese Methode ermöglicht,
Stoffe unterschiedlicher Aggregatzustände in eine nichtreaktive Kapsel einzuschließen. Zahlreiche mechanische
und chemische Verfahren zur Kapselherstellung wurden bereits beschrieben und angewandt (vgl. I.E. Vandegaer
"Microencapsulation", Plenum Press, New York-London, 1974).
Hinsichtlich der Verwendung der Mikrokapseln als Träger für vielerlei verschiedene Stoffe, wie z.B. Tinten und Farbstoffe,
pharmazeutische Produkte, chemische Reagenzien usw., wurde auch schon mehrfach versucht, Pflanzenschutzmittel
in Mikrokapseln einzusetzen.
Von besonderer Bedeutung ist die Verkapselung z.B. für toxische Pflanzenschutzmittel bzw. Schädlingsbekämpfungsmittel
vom Standpunkt der Handhabungssicherheit.
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Ein weiterer, besonderer Vorteil der Wirkstoff-Verkapselung
liegt in der dadurch möglichen Kombinierbarkeit von miteinander nicht mischbaren oder sich gegenseitig beeinträchtigenden
Wirkstoffen. So können verschiedene Wirkstoffe, die sich gegenseitig oder auch durch äußere Einflüsse, .wie z.B. infolge
Hydrolyse oder Oxydation verändern würden, getrennt verkapselt und dann miteinander gemischt werden. Häufig mußten
bisher Kombinationen von untereinander unverträglichen Wirkstoffen entweder ganz unterbleiben oder nach getrennter
Lagerung erst unmittelbar vor der Applikation, bei Pflanzenschutzmitteln z.B. durch Mischen im Sprühtank erzeugt werden.
Ein Vorteil der Verkapselung kann andererseits auch darin bestehen, daß man dadurch auch eine verzögerte Freisetzung
des Wirkstoffs zum Zweck depotartiger Wirkung erzielen kann. In vielen Fällen ist es jedoch erwünscht bzw. erforderlich,
daß die verkapselten Wirkstoffe bzw. Substanzen bei der Applikation in möglichst einfacher Weise, am besten durch
Wasser, schnell und vollständig freisetzbar sind. Somit lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
geeignete Lösung für dieses Problem zu finden.
Es ist bereits bekannt, hydrophobe, ölige Flüssigkeiten mit einem Hüllmaterial aus Gelatine-Gummi arabicum/Carboxymethylzellulose
zu verkapseln (vgl. DOS 20 27 819) . Die dabei entstehenden Mikrokapseln sind jedoch in Wasser
stabil und geben ihr Füllgut nur langsam ab.
Weiterhin ist in der DOS 21 03 528 die Herstellung von kleinen Kapseln beschrieben, deren Wand aus mehreren
Schichten, z.B. innen aus Polyvinylalkohol und außen aus Gelatine besteht. Auch diese Körper lassen sich erst durch
mehrstündige Behandlung mit Wasser genügend aufschließen.
Ferner ist in der ÜS-PS 3 016 308 die Herstellung von
pulverartigen Mikrokapselformulierungen beschrieben, welche eine ölige Flüssigkeit enthalten können und durch Sprüh-
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trocknung eines fumbildenden Polymeren in Gegenwart des
fein zerteilten Füllgutes erhalten werden. Als wandbildende Polymere werden u.a. Polyacrylate, Polyester- und Furanharze,
Polyurethane, Polyharnstoffe, Polyamide, Vinylacetatpolymere sowie Zellulosederivate vorgeschlagen. Mit Ausnahme der
aus verschiedenen Zellulosederivaten erhaltbaren Produkte sind alle in kaltem Wasser schwer löslich oder gar unlöslich.
Aber auch die aus Hydroxymethyl-, Hydroxyäthyl-, Carboxymethyl- oder Methylzellulosederivaten erhältlichen Mikrokapseln
zeigen beim Dispergieren in Wasser sehr lange Quell- und Lösezeiten. Außerdem führt die Quellung der
Zellulosepartikel z.B. bei der Sprühapplikation in vielen Fällen zu Düsenverstopfungen an den Ausbringgeräten.
Es bestand daher die Aufgabe, hydrophobe, wasserunlösliche
Substanzen, wie z.B. Pflanzenschutzmittel, insbesondere
solche, die sich in Gegenwart anderer Mittel oder auch durch äußere Einflüsse verändern würden, durch geeignete
Maskierung unter Überwindung der bekannten Schwierigkeiten und Nachteile*,daß sich z.B. die Wirkstoffe der pflanzen-Schutzmittel
erst zum Zeitpunkt der Feldapplikation durch Wasser innerhalb sehr kurzer Zeit in anwendungsgeeigneter
Form freisetzen lassen. Voraussetzung hierfür war somit eine Umhüllung der Wirkstoffe mit einer weitgehend
indifferenten, fumbildenden und genügend schnell
wasserlöslichen Substanz. Es zeigte sich, daß in dieser Hinsicht wasserlösliche Zellulose- und Stärkederivate zu in
Wasser nur langsam löslichen und dabei aufquellenden Produkten führen, während dagegen verschiedene Polyvinylalkoholtypen
überraschenderweise den gestellten Anforderungen entsprachen. Es galt daher, unter den bekannten Polyvinylalkoholtypen
solche auszuwählen, die in Bezug auf Filmbildungsvermögen und Wasserlöslichkeit optimale Eigenschaften aufweisen und
andererseits bei der Umhüllung der Wirkstoffe keine Störungen beispielsweise durch Agglomeratbildung zwischen den
so zuzubereiten
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einzelnen Kapselteilchen verursachen.
Gegenstand der Erfindung sind daher flüssiges, wasserunlösliches Füllgut enthaltende Mikrokapseln, die dadurch gekennzeichnet
sind, daß die Kapselhüllen aus wasserlöslichem Polyvinylalkohol bestehen.
Gegenstand der Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln durch Umhüllung von flüssigen,
wasserunlöslichen Substanzen, Substanzgemischen und Substanzlösungen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die flüssige,
wasserunlösliche Phase in einer wässrigen Polyvinylalkohollösung dispergiert und die Dispersion anschließend durch
Wasserentzug in ein pulverförmiges Kapselprodukt überführt.
Die Dispergierung erfolgt dabei vorzugsweise bei Temperaturen von 10 bis 800C, insbesondere bei 20 bis 600C.
Der Wasserentzug erfolgt vorzugsweise durch Sprühtrockung der Dispersion,
insbesondere bei Lufteintrittstemperaturen von 120 bis 1500C.
fis können aber auch andere geeignete YJasserentzugsmethoden angewandt werden.
Die resultierenden trockenen, pulverförmigen und gut rieselfähigen Mikrokapselprodukte lassen sich erfindungsgemäß in
Wasser gut redispergieren, wobei das eingekapselte Füllgut in dispergierter Form freigesetzt wird und sehr beständige
Dispersionen bzw. Emulsionen bildet, die opakes Aussehen besitzen können.
Als einzukapselndes Füllgut kommen generell alle flüssigen, wasserunlöslichen Substanzen , Substanzgemische oder Substanzlösungen
infrage. Als solche seien beispielsweise u.a. genannt: Pestizide Wirkstoffe oder Wirkstoffgemische oder deren
Lösungen in inerten organischen Lösungsmitteln, pharmazeutische Produkte bzw. Zubereitungen, Farbstoffe, Tinten, chemische
Reagenzien, Mineralölprodukte, Metallbearbeitungshilfsmittel, Korrosionsschutzmittel. Bevorzugt als Füllgut sind pestizide
Wirkstoffe, Wirkstoffgemische oder deren Lösungen, wie
sie z.B. im Pflanzenschutz, in der Schädlingsbekämpfung oder
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auf dem chemisch-technischen Sektor eingesetzt werden.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzende
flüssige, wasserunlösliche Phase besteht aus den einzukapselnden, wasserunlöslichen Substanzen, wie z.B. einem
Wirkstoff bzw. einem Wirkstoffgemisch oder einer mit
Wasser nicht mischbaren Lösung derselben in einem inerten Lösungsmittel in Konzentrationen von 1 bis 90, vorzugsweise
von 20 bis 80, insbesondere von 40 bis 70 Gew.-%. Als Lösungsmittel kommen mit Wasser nicht mischbare Verbindungen,
wie z.B. aromatische, aliphatische oder cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Ester, Äther oder Ketone
in Frage, insbesondere solche, deren Siedepunkte zweckmäßigerweise über dem des Wassers liegen, was z.B. bei der
Sprühtrocknung der Dispersion von Bedeutung ist, wie z.B.
Xylole, Methy!naphthaline, Dimethy!naphthaline, Paraffinöle,
Cyclohexanon, 4-Methylcyclohexanon, Cyclohexanol, i-Octanol,
Essigsäureheptylester, Äthylglykolacetat, Butyldiglykolacetat, Isophoron oder Rapsöl. Bei Wirkstoffgemischen können z.B.
auch flüssige Wirkstoffe ggf. als Lösungsmittel für andere Wirkstoffe dienen. Die flüssige, mit Wasser nicht mischbare
Phase kann darüber hinaus ggf. auch noch feste Bestandteile in feindispergierter Form, wie z.B. Wirkstoffe oder Farbstoffe
oder Pigmente enthalten.
Die wässrige Phase besteht erfindungsgemäß aus einer PoIyvinylalkohollösung, insbesondere mit Gehalten ναι 2 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-% eines durch Teilverseifung von Polyvinylacetat hergestellten Polyvinylalkohole (PVA) mit einem Hydrolysegrad von 72 bis 99 Mol-% und einer Viskosität von 2 bis 18 cP (gemessen in 4%iger wässriger Lösung bei 200C, entspr. DlN 53 015). Vorzugsweise verwendet man teilverseifte Polyvinylalkohole mit einem Hydrolysegrad von 83 bis 88 Mol-% und niedriger Viskosität, insbesondere von 3 bis 5 cP. Es können aber auch höher-
Die wässrige Phase besteht erfindungsgemäß aus einer PoIyvinylalkohollösung, insbesondere mit Gehalten ναι 2 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-% eines durch Teilverseifung von Polyvinylacetat hergestellten Polyvinylalkohole (PVA) mit einem Hydrolysegrad von 72 bis 99 Mol-% und einer Viskosität von 2 bis 18 cP (gemessen in 4%iger wässriger Lösung bei 200C, entspr. DlN 53 015). Vorzugsweise verwendet man teilverseifte Polyvinylalkohole mit einem Hydrolysegrad von 83 bis 88 Mol-% und niedriger Viskosität, insbesondere von 3 bis 5 cP. Es können aber auch höher-
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viskose PVA-Typen eingesetzt werden, wobei sich allerdings die daraus hergestellten Kapselwände ggf. schwerer bzw.
langsamer in Wasser lösen können als die Kapselwände aus niedriger viskosen PVA-Typen. Vor allem bei Verwendung
höherviskoser PVA-Typen kann die Zugabe zusätzlicher Komponenten, welche die Eigenschaften von PVA-Filmen
modifizieren können, wie z.B. Polyäthylenglykole, Glyzerin
oder Trimethylolpropan in Mengen von 2 bis 50, vorzugsweise 5 bis 10 Gew.-%; bezogen auf PVA,vorteilhaft sein.
Menge und Art des eingesetzten PVA-Typs sowie ggf. zugesetzte Modifizierungsmittel bestimmen Wanddicke, Zähigkeit
und Wiederauflösevermögen der erhaltenen Kapselwände. Dabei ist auch zu beachten, daß eine Beeinträchtigung der
Löslichkeit der Polyvinylalkoholkapseln durch zusätzliche Faktoren, wie z.B. Wärmebehandlung oder die Einwirkung z.B.
von bestimmten Säuren, Salzen oder von Aldehyden bedingt sein kann. So kann z.B. durch die Einwirkung von Ammoniumchlorid,
Natrium- oder Ammoniumdichromat, Borverbindungen oder Aldehyden, wie z.B. Formaldehyd oder Glyoxal, die
Wasserlöslichkeit von PVA deutlich herabgesetzt werden.
Zur Herstellung der Polyvinylalkohol-Lösungen wird z.B. das feste, körnige Polyvinylalkoholpulver unter Rühren in
Wasser eingestreut und bis zur vollständigen Lösung, gegebenenfalls bis auf 80 - 95°C erwärmt, da mit steigender
Temperatur die Geschwindigkeit des Lösevorgangs zunimmt.
Die praktische Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
erfolgt z.B. in der Weise, daß man die flüssige, wasserunlösliche Phase mit der wässrigen Polyvinylalkohollösung, die ggf.
weitere Zusatzstoffe enthalten kann, zunächst vormischt.
Der Anteil der wasserunlöslichen Phase kann dabei 20 - 80,
vorzugsweise 40 - 70 Vol.-% der gesamten Mischung betragen. zur Herstellung einer Dispersion wird diese Mischung dann in
Zone hob^r Turbulenz gebracht. Zur Bildung einer Zone
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hoher Turbulenz kann man sich der allgemein gebräuchlichen technischen Vorrichtungen bedienen. Dazu gehören z.B. Rührkessel
mit Intensivrührer oder auch röhrenförmige Reaktoren
mit den dafür geeigneten Rühreinheiten * Die Zugabe kann diskontinuierlich oder, bei Verwendung entsprechender
Aggregate, auch kontinuierlich erfolgen. Die Temperatur während des Dispergierens kann konstant gehalten, aber auch
nach bestimmten Zeitabschnitten verändert werden. Sie sollte zweckmäßig im Bereich von 10° bis 800C, vorzugsweise von
20° bis 600C liegen. Durch eine solche Verfahrensweise
kann eine Dispersion der wasserunlöslichen Phase in der wässrigen Polyvinylalkohollösung erzeugt werden, in der die
entstandenen Tröpfchen, je nach Rühr- bzw. Dispergierintensität, einen Durchmesser von 1 bis 50, vorzugsweise
5 bis 10 μΐη besitzen.
Beim Rühren der Dispersion kann es gelegentlich zu störender Schaumbildung kommen. Diese läßt sich jedoch
durch Zugabe eines geeigneten Antischaummittels, wie z.B. Triisobutylphosphat weitgehend unterdrücken.
Ergibt es sich als wünschenswert und zweckmäßig, einen bestimmten pH-Wert einzustellen, so kann dies vor, während
oder auch noch nach dem Dispergiervorgang erfolgen. In
den meisten Fällen kann jedoch auf eine solche zusätzliche Maßnahme verzichtet werden.
Die Isolierung der erfindungsgemäßen Mikrokapseln erfolgt
nun in der Weise, daß man der Dispersion in geeigneter Weise das Wasser entzieht, wobei sich das Hüllmaterial
auf der Oberfläche der einzuschließenden flüssigen, wasserunlöslichen Substanzpartikel in Form eines gleichmäßig
ausgebildeten Polyvinylalkoholfilms abscheidet. Hierzu
eignet sich besonders das Eindüsen der Dispersion in einen erwärmten Luftstrom nach der Verfahrensweise der Sprühtrocknung.
Dabei muß allerdings berücksichtigt werden, daß
* und/oder ggf. geeigneten Homogenisiereinheiten.
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die Wiederauflösbarkeit des PVA-Films durch zu starke
Wärmebehandlung deutlich herabgesetzt werden kann. Man arbeitet daher vorzugsweise mit Eingangstemperaturen von
120° bis 150°C und Ausgangstemperaturen von 40° bis 600C
und sorgt dafür, daß sich das getrocknete, fertige Mikrokapselprodukt möglichst vollständig in Zyklonen abscheidet
und nicht an den Wänden des Trockenaggregats längere Zeit thermisch belastet wird. Zur Vermeidung von Agglomeratbildung
kann die Zudosierung kleiner Mengen hochdisperser Kieselsäure bei der Sprühtrocknung vorteilhaft sein. Durch
den vorgenannten Trocknungsprozeß läßt sich dem PVA-Hüllmaterial das Wasser bis zu einem Restfeuchtegehalt von
weniger als 0,5 Gew.-% entziehen. Es war überraschend und keinesfalls zu erwarten, daß bei dem erfindungsgemäßen
Wasserentzug durch Sprühtrocknung ausschließlich kapseiförmige Produkte erhalten werden und sich dabei
keinerlei zusammenhängende Koagulate des PVA bilden, welche zu Verlusten führen würden.
Das so erhaltene pulverförmige Produkt besteht; je nach
HerstTellungsbedingungen, aus flüssiges, wasserunlösliches
Füllgut enthaltenden Mikrokapseln mit Teilchendurchmessern von etwa 1 bis 20 μΐη. Es ist gut rieselfähig und der Füllgutanteil
in den Mikrokapseln beträgt bevorzugt 10 bis 90 Gew.-%ir
insbesondere 40 bis 80 Gew.-%. Es läßt sich zeigen, daß die Eigenschaften der erfindungsgemäßen Mikrokapselprodukte
nach 3-monatiger Lagerung bei Raumtemperatur bzw. bei 5O0C im wesentlichen unverändert sind.
Überraschenderweise lassen sich nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren insbesondere auch solche Wirkstoffe, die sich nach
bekannten Methoden nur schwer oder gar nicht zu stabilen Emulsionskonzentraten formulieren lassen, in gut handhabbare
pulverförmige Kapselformulierungen überführen, die für die praktische Anwendung des Wirkstoffs durch einfaches
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Dispergieren in Wasser innerhalb weniger Minuten solvatisier- bar sind und dabei sowohl sehr stabile Emulsionskonzentrate
als auch sehr stabile anwendungsfertige Emulsionen bilden können, wobei überraschenderweise das gelöste Hüllmaterial gleichzeitig
als Netz- und Dispergier- bzw. Emulgiermittel wirkt und keine zusätzlichen Emulgiermittel benötigt werden.
Es ist aber auch möglich, die erfindungsgemäßen Mikrokapselprodukte
von Fall zu Fall durch Zusatz weiterer Netzmittel, Dispergiermittel und/oder Emulgiermittel noch anwendungsspezifischer zu formulieren.
Damit eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren in besonderer
Weise zur Verkapselung von Wirkstoffen für den Einsatz auf eiern Gebiet des Pflanzenschutzes und der Schädlingsbekämpfung
sowie auch für den chemisch-technischen Sektor.
Erfindungsgemäß kommen somit für eine Verkapselung z.B.
insbesondere alle flüssigen oder in einem organischen Lösungsmittel löslichen Pestizidwirkstoffe infrage, die oder deren
Lösungen mit Wasser nicht mischbar sind und deren Siedepunkte über dem des Wassers liegen.
Als fungizide Wirkstoffe sind beispielsweise zu nennen: 25
Benomyl, Binapacryl, Captafol, Carbendazim, Dicloran,
Fentinacetat, Folpet, Methomyl, Pyracarbolid, Quintozene,
Thiabendazol, Triadimefon, Tridemorph.
Als herbizide Wirkstoffe sind beispielsweise zu nennen: Alachlor, Atrazin, Desmetryn, Dichlorprop, Dinosebacetat,
Diuron, Ioxynil, Linuron, Monolinuron, Monuron, Quironamid.
Als insektizide Wirkstoffe sind beispielsweise zu nennen: Carbaryl, Chlorpyrifos, Diazinon, Dichlorvos, Dimethoat,
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Endosulfan, Heptenophos, Malathion, Methylparathion,
Pirimicarb, Pyrazophos, Triazophos.
Das Verfahren wird durch die nachfolgenden Beispiele erläutert.
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140 g eines durch Teilverseifung von Polyvinylacetat hergestellten
Polyvinylalkohols mit einer Viskosität von 3 cP (gemessen in 4 %iger wässriger Lösung bei 200C, entspr.
DIN 53015) und einem Hydrolysegrad von 83 Mol.-%
werden in 420 g Wasser gelöst und unter kräftigem Rühren eine Lösung von 225 g Pyrazophos +^ in 85 g Methylnaphthalin zugegeben.
Die Mischung wird 2 Minuten in einem Intensivrührgerät des TypsrUltra-Turrax T 45 bei ca. 5000 Upm
dispergiert und danach zum Wasserentzug in einen Labor-Zerstäubungstrockner
mit einer Verdampfungsleistung von 3 kg/h über eine Zerstäuberdüse eingebracht. Die Zerstäubung
erfolgt bei einem Druck von 3 atü. Die Lufteingangstemperatur liegt zwischen 145° und 148°C, die Ablufttemperatur
vor dem Zyklon bei 50° - 550C. Der Luftverbrauch beträgt
ca. 30 m3/h.
Im Zyklon sammeln sich 405 g eines trockenen, gut rieselfähigen Mikrokapselpulvers mit einem Partikeldurchmesser
von 1 - 20 um und einem Schutt- bzw. Rüttelgewicht von
33 bzw. 38 g/100 ml. Der Pyrazophosgehalt in dem Mikrokapselprodukt
beträgt 45 Gew.-%, die Restfeuchte
^0,5 Gew.-%.
25
25
*)Pyrazophos = 2-(0,0-Diäthylthiono-phosphoryl)-5-methyl-6-carbäthoxy-pyrazolo-/_
1 ,5a_/-pyrimidin
Beispiel 2
30
30
140 g eines Polyvinylalkohols des in dem Beispiel 1 genannten Typs werden in 420 g Wasser gelöst und in dieser
Lösung unter den im Beispiel 1 beschriebenen Bedingungen die auf 500C erwärmte Lösung von 200 g Endosulfan in
120 g Methylnaphthalin dispergiert. Nach der Zerstäubungstrocknung der Dispersion analog Beispiel 1 werden 410 g
eines trockenen, gut rieselfähigen Mikrokapselpulvers
mit einer Partikel größe von 1 - 20 μπι und einem Schütt-
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bzw. Rüttelgewicht von 29 bzw. 35 g/100 ml erhalten. Der Endosulfangehalt in dem Mikrokapselprodukt beträgt
42 Gew.-%, die Restfeuchte ^0,5 Gew.-%.
^ Endosulfan = 6,7,8,9,10,IO-Hexachlor-1,5,5a,9a-tetrahydro-6,9-methano-2,4,3-benzo-dioxathiepin-3-oxid
240 g eines Polyvinylalkohols mit einer Viskosität von 4 cP (gemessen in 4%iger wässriger Lösung bei 200C,
entspr. DIN 53015) und einem Hydrolysegrad von 88 Mol.-% werden in 960 g Wasser gelöst und in dieser Lösung unter
den in Beispiel 1 angegebenen Bedingungen die Lösunq· von +)
280 g Dinosebacetat in 200 g 4-Methylcyclohexanon
dispergiert. Nach der Zerstäubungstrocknung der Dispersion analog Beispiel 1 werden 655 g eines trockenen, gut rieselfähigen
Mikrokapselpulvers mit einem Schutt- bzw. Rüttelgewicht
von 39 bzw. 44 g/100 ml erhalten. Der Dinosebacetatanteil in dem Mikrokapselprodukt beträgt 36 Gew.-%, die
Restfeuchte ^0,5 Gew.-%.
Dinosebacetat = 2-sec.-Butyl-4,6-dinitro-phenylacetat
210 g eines Polyvinylalkohols des in dem Beispiel 3 genannten Typs werden in 800 g Wasser gelöst und in dieser
Lösung unter den im Beispiel 1 angegebenen Bedingungen die Lösung von 300 g Triazophos in 100 g Methylnaphthalin
dispergiert. Nach der Zerstäubungstrocknung der Dispersion analog Beispiel 1 werden 550 g eines trockenen, gut
rieselfähigen Pulvers mit einem Schutt- bzw. Rüttelgewicht von 32 bis 37 g/100 ml erhalten. Der Triazophosanteil in
dem Mikrokapselprodukt beträgt 48 Gew.-%, die Restfeuchte ^ 0,5 Gew.-%.
+ 'Triazophos = 0,0-Diäthyl-(1-t4ienyl-1,2,4-triazol-3-yl)-thionophosphat
+ 'Triazophos = 0,0-Diäthyl-(1-t4ienyl-1,2,4-triazol-3-yl)-thionophosphat
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Claims (20)
1. Flüssiges, wasserunlösliches Füllgut enthaltende Mikrokapseln, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapselhüllen
aus wasserlöslichem Polyvinylalkohol bestehen.
2. Mikrokapseln nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapselhüllen aus einem durch Teilverseifung
von Polyvinylacetat erhaltenen Polyvinylalkohol mit einem Hydrolysegrad von 72 bis 99 Mol.-% und einer Viskosität
von 2 bis 18 cP (gemessen in 4 %iger wässriger Lösung
bei 200C)bestehen.
3. Mikrokapseln nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kapselhüllen aus Polyvinylalkohol mit einem Hydrolysegrad von 83 bis 88 ΜοΙ,-% und einer Viskosität
von 3 bis 5 cP (gemessen in 4 %iger wässriger Lösung bei 200C) bestehen.
4. Mikrokapseln nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß sie, bezogen auf Polyvinylalkohol, zusätzlich 2 bis 50 Gew.~%, vorzugsweise 5 bis 10 Gew.-% Polyäthylen
glykol, Glycerin oder Trimethylolpropan enthalten.
5. Mikrokapseln nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kapseldurchmesser 1 bxs 20 um beträgt.
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rv^lNAL INSPECTED
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6. Mikrokapseln nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie als flüssiges Füllgut wasserunlösliche
Substanzen, Substanzgemische oder Substanzlösungen enthalten.
7. Mikrokapseln nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich Emulgiermittel, Netzmittel
und/oder Dispergiermittel enthalten.
8. Mikrokapseln nach Ansprüchen 1 bis η t dadurch gekennzeichnet,
daß der Anteil an Füllgut 10 bis 90 Gew.-%, vorzugsweise 40 bis 80 Gew.-% beträgt.
9. Mikrokapseln nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß sie als Füllgut einen oder mehrere pestizide Wirkstoffe sowie gegebenenfalls Lösungsmittel enthalten.
10. Verwendung von Mikrokapseln nach Anspruch 9 als Schädlingsbekämpfungsmittel
.
11. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln gemäß Ansprüchen
1 bis 9 durch Umhüllung von flüssigen, wasserunlöslichen Substanzen, Substanzgemischen oder Substanzlösungen,
dadurch gekennzeichnet, daß man die flüssige, wasserunlösliche Phase in einer wässrigen Polyvinylalkohollösung
dispergiert und die Dispersion anschließend durch Wasserentzug in ein pulverförmiges Kapselprodukt
überführt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die wässrige Polyvinylalkohollösung 2 bis 50 Gew.-%,
vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-% eines durch Teilverseifung von Polyvinylacetat erhaltenen Polyvinylalkohole mit einem
Hydrolysegrad von 72 bis 99 Mol.-% und einer Viskosität von' 2 bis 18 cP (gemessen in 4%iger wässriger Lösung bei
200C) enthält.
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13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Polyvinylalkohol einen Hydrolysegrad von 83
bis 88 Mol.-% und eine Viskosität von 3 bis 5 cP (gemessen
in 4%iger wässriger Lösung bei 200C) besitzt.
14. Verfahren nach Ansprüchen 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die wässrige Polyvinylalkoholesung zusätzlich,
bezogen auf Polyvinylalkohol, 2 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 10 Gew.-% Polyäthylenglykol, Glycerin oder
Trimethylolpropan enthält.
15. Verfahren nach Ansprüchen 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß die wasserunlösliche Phase und/oder die wässrige Polyvinylalkohollösung zusätzlich Netzmittel, Dispergiermittel
und/oder Emulgiermittel enthalten.
16. Verfahren nach Ansprüchen 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die wasserunlösliche Phase einen oder mehrere pestizide Wirkstoffe sowie gegebenenfalls Lösungsmittel
enthält.
17. Verfahren nach Ansprüchen 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Dispersion der Anteil der wasserunlöslichen Phase 20 bis 80 Vol.-%, vorzugsweise 40 bis 70 Vol.-%
beträgt.
18. Verfahren nach Ansprüchen 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Dispergierung bei Temperaturen von 10 bis 800C, vorzugsweise von 20 bis 600C durchführt.
19. Verfahren nach Ansprüchen 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß die Siedetemperatur der wasserunlöslichen Phase über der des Wassers liegt und der Wasserentzug durch Sprühtrocknung
erfolgt.
909833/0053
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprühtrocknung bei Lufteintrittstemperaturen von 120 bis
1500C, gegebenenfalls unter Zustaz von hochdisperser Kieselsäure
erfolgt.
909833/0053
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