DE2951906C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Masse, die einen Tetrahydro
phthalat-Weichmacher im Gemisch mit PVC-Harz
enthält. Sie betrifft weiterhin ein Verfahren zur
Verbesserung der Flammverzögerung von PVC-Harz
durch Verwendung von Tetrahydrophthalat-Weichmachern.
Obgleich Polyoxyalkylen-Tetrahalogenphthalate bereits als
Mittel zur Erzielung einer Flammfestigkeit bekannt sind,
wurde die Verwendung dieses Materials als Weichmacher oder
flammverzögerndes Mittel für PVC-Harz,
noch nicht beschrieben. In der US-PS
40 98 704 wird die Verwendung von Polyoxyalkylen-Tetrahalo
genphthalaten als flammverzögerndes Appreturmittel für Flä
chengebilde aus 100% Polyester beschrieben. Hierbei handelt
es sich um eine vollständig verschiedene Anwendungsart als
beim Gegenstand der vorliegenden Erfindung, die sich auf die
Weichmachung von PVC-Harz bezieht. Die erfindungs
gemäßen Massen werden so hergestellt, daß ein geeigneter Aus
gleich zwischen den flammverzögernden und den Weichmachungs
eigenschaften erhalten wird und daß niedrigere Rauchwerte
bei der Verbrennung erhalten werden. In den US-PS'en
40 94 850 und 25 25 961 und der GB-PS 15 05 450 wird die Ver
wendung von Halogenalkylestern von Phthalaten als flammver
zögernde Weichmacher für Harze, einschließlich PVC, beschrie
ben. Diese Massen haben den Nachteil, daß sie labile alipha
tische Bromgruppen enthalten, die dazu neigen, bei der Wärme
behandlung leicht verfärbte Harze zu ergeben. Diese Massen
sind auch teurer, da sie die Anwendung von nicht ohne weite
res verfügbaren Bromalkoholen zur Bildung der Diester erfor
dern.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde festgestellt,
daß Polyoxyalkylen-tetrahalogenphthalate in Verbindung
mit PVC-Harz eine Eigenschaft entwickeln, die sich weder
aus der US-Patentschrift 40 98 704 noch aus der britischen
Patentschrift 15 05 450 ableiten läßt. Es kommt zu einer
unerwartet niedrigen Rauchentwicklung. Im Rahmen der briti
schen Patentschrift ist dies nicht der Fall. Dort wird auf
Seite 4 in Tabelle I gezeigt, daß die Verbindung Bis-(4-
brombutyl)-phthalat mit 22% Transmission eine höhere Rauch
entwicklung ergibt (siehe Probe 5) als die Vergleichsprobe
mit 29% Transmission (siehe Probe 1) (zur Definition
%-Transmission siehe Seite 3, Zeilen 26-28 der britischen
Patentschrift). Die britische Patentschrift zeigt darüber
hinaus, daß mit den dort beschriebenen Verbindungen im Ver
gleich zu Alkylphthalaten (gemischte Heptyl-, Nonyl- und
Undecylphthalaten) eine höhere Rauchentwicklung verbunden
ist. Es ist deshalb als überraschend anzusehen, daß die er
findungsgemäß einzusetzenden Verbindungen bei PVC-Harz eine
erhebliche Rauchverminderung im Vergleich zu Alkylphthalaten
(Dioctylphthalat) bewirken.
Gegenstand der Erfindung ist eine flammverzögerte Masse, die
dadurch gekennzeichnet ist, daß sie PVC-Harz
und eine flammverzögernde Menge eines Weichmachers der
folgenden allgemeinen Formel enthält.
in der
- a) der Ring alle möglichen Isomeranordnungen haben kann,
- b) R für Wasserstoff, Alkyl mit 1 bis 10 Kohlenstoffato men, Hydroxyalkyl mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen und Polyhydroxyalkyl mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen und
- c) R¹ für Wasserstoff, Alkyl oder substituiertes Alkyl mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen oder steht,
- d) R² für H und CH₃- steht,
- e) p eine ganze Zahl von 0 bis 50 ist,
- f) x für O oder NH steht und
- g) A für Cl oder Br steht.
Durch die Erfindung wird auch ein Verfahren zur Verbesserung
der flammverzögernden Eigenschaften von PVC-Harz
zur Verfügung gestellt, bei dem man dem Harz einen Tetrahalo
genphthalat-Weichmacher, wie hier beschrieben, zusetzt.
Die erfindungsgemäß verwendeten Tetrahalogenphthalate werden
zu dem PVC-Harz entweder allein oder in Kombination
mit Dioctylphthalat (DOP) als Co-Weichmacher zugesetzt. Das
Tetrahalogenphthalat wird zu dem PVC-Harz in je
der beliebigen Weise, beispielsweise durch Mischen oder Ver
mahlen, zugesetzt, um eine gleichförmige Zusammensetzung zu
erhalten. Weitere Bestandteile, wie Weichmacher, Füllstoffe,
flammverzögernde Mittel, Antimonoxid, Stabilisatoren oder
Rauchunterdrückungsmittel können gleichfalls vorhanden sein.
Folgende Verbindungsgruppen gemäß der obigen allgemeinen
Formeln werden bevorzugt:
- a) A steht für Br, R für X für Sauerstoff und R² für H, p hat einen mittleren Wert von 7 und R¹ steht für CH₃.
- b) A steht für Br, R für CH₂CH₃, X für Sauerstoff und R² für H, p hat einen mittleren Wert von 7 und R¹ steht für CH₃.
- c) A steht für Br, R für X für NH und R² für H, p hat einen mittleren Wert von 7 und R¹ steht für CH₃.
- d) A steht für Br, R für X für Sauerstoff und R² für H, p hat den Wert 2 und R¹ steht für H.
- e) Bei der Verbindungsgruppe gemäß a) hat der flammverzögernde Weichmacher vorzugsweise die isomere Phthalatstruktur für die aromatischen Ringe.
- f) Bei der Verbindungsgruppe gemäß d) steht R¹ vorzugsweise für den Rest und p hat den Wert 14.
- g) Bei der Verbindungsgruppe gemäß e) hat p vorzugsweise den Wert 10.
- h) Bei der Verbindungsgruppe gemäß e) steht R vorzugsweise für C₂H₅.
Repräsentative Beispiele für erfindungsgemäß verwendete Ver
bindungen sind:
Die Gruppe R in den obigen Formeln ist
und A steht für Br oder Cl.
Die erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen sind klare, fast
farblose und geruchlose Flüssigkeiten. Sie können mit allen
Bestandteilen verwendet werden, die typischerweise mit weich
gemachtem PVC verwendet werden (d. h. Stabilisatoren, Füll
stoffen, Antimonoxid und üblichen Weichmachern). Sie können
in Mengen von 1 bis 100 Teilen pro 100 Teile Harz verwendet
werden.
Die Erfindung wird in den Beispielen erläutert. Die Flammver
zögerung der neuen halogenierten Harzmassen wurde anhand der
ASTM-Norm D2863-74 bestimmt, wobei die Sauerstoffindexwerte
erhalten wurden. Die Rauchdichtewerte wurden in der Weise be
stimmt, daß Probekörper mit den Abmessungen 7,6×7,6×0,076 cm
(6,8 g) in einer NBS-Rauchkammer nach der speziellen techni
schen ASTM-Veröffentlichung 422 (1969) und NFPA 258-T "Smoke
Generated by Solid Materials", Mai 1974 verbrannt wurden. Der
Mittelwert von zwei Werten wird angegeben.
Zu 1392 g (3,0 Mol) Tetrabromphthalsäureanhydrid wurden 1050 g
(3,0 Mol) der Verbindung (CH₃O(CH₂CH₂O)nH (n etwa 7, MG etwa
350) in Gegenwart von 22,0 g Natrium
acetat gegeben. Das Gemisch wurde 8 Stunden in einer Stick
stoffatmosphäre auf 90°C erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde
filtriert, um das Natriumacetat zu entfernen. Die Analysen
werte standen mit der zugeschriebenen Struktur
in Einklang.
Zu der Verbindung des Beispiels 1 wurden 348,0 g (6,0 Mol)
Propylenoxid und 2,0 l Toluol gegeben. Das Gemisch wurde auf
60 bis 100°C erhitzt. Das Lösungsmittel und das restliche
Propylenoxid wurden entfernt, wodurch das Produkt in fast
quantitativer Ausbeute erhalten wurde. Die Analysenwerte
standen mit der zugeschriebenen Struktur
in Einklang.
Zu einem PVC-Harz wurden verschiedene Mengen der Verbindung
des Beispiels 2, vermischt mit Dioctylphthalat (DOP), in fol
gender Formulierung gegeben:
Die einzelnen Bestandteile wurden in einem Waring-Mischer
vermischt und sodann 2 min nach dem Schmelzen bei 127 bis
138°C heißgewalzt. Die gewalzten Platten wurden sodann bei
182°C und 138 bar 30 sec lang gepreßt. In Tabelle A sind
die erhaltenen Ergebnisse zusammengestellt:
Diese Ergebnisse zeigen, daß 60 Teile der Verbindung des Herstellungs
beispiels 2 (vgl. Beispiel 7) beim Verbrennen weniger Rauch
geben als eine gleiche Menge von Dioctylphthalat allein (vgl.
Beispiel 1) oder eine gleiche Menge eines handelsüblichen
Weichmachers (Beispiel 14).
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz der Beispiele 1 bis 14
wurden 30 Teile
und 30 Teile DOP
zugegeben. Hierdurch wurden Werte der Flammverzögerung und
des Rauches erhalten, die ähnlich waren wie diejenigen in
Beispiel 5.
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz der Beispiele 1 bis 14
wurden 30 Teile
und 30 Teile DOP
zugegeben. Hierdurch wurden Werte der Flammverzögerung und
des Rauches erhalten, die ähnlich waren wie diejenigen in
Beispiel 5.
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz der Beispiele 1 bis 14
wurden 30 Teile
und 30 Teile DOP
zugegeben. Hierdurch wurden Werte der Flammverzögerung und
des Rauches erhalten, die ähnlich waren wie diejenigen in
Beispiel 5.
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz der Beispiele 1 bis 14
wurden 30 Teile
und 30 Teile DOP
zugegeben. Hierdurch wurden Werte der Flammverzögerung und
des Rauches erhalten, die ähnlich waren wie diejenigen in
Beispiel 5.
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz der Beispiele 1 bis 14
wurden 30 Teile
und 30 Teile DOP zugegeben. Hierdurch wurden Werte der Flamm
verzögerung und des Rauches erhalten, die ähnlich waren wie
diejenigen in Beispiel 5.
Nach der Arbeitsweise der Beispiele 1 bis 14 wurden 30 Teile
der Masse des Herstellungsbeispiels 2 zu einem Ansatz ge
gegeben, der 100 Teile chloriertes Polyäthylenharz enthielt. Das
Endharz hatte erhöhte flammverzögernde Eigenschaften.
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz der Beispiele 1 bis 14
wurden 30 Teile
und 30 Teile DOP zugegeben. Hierdurch wurden Werte der Flamm
verzögerung und des Rauches erhalten, die ähnlich waren wie
diejenigen in Beispiel 5.
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz der Beispiele 1 bis 14
wurden 30 Teile
und 30 Teile DOP zugegeben. Hierdurch wurden Werte der Flamm
verzögerung und des Rauches erhalten, die ähnlich waren wie
diejenigen in Beispiel 5.
Es wurde wie in den Beispielen 1 bis 14 verfahren, mit der
Ausnahme, daß die Proben 3 min bei 149 bis 171°C gewalzt
und 1 min bei 185°C gepreßt wurden. Es wurde folgender An
satz verwendet:
Als Weichmacherkomponente wurden 28 Teile Dioctylphthalat
und 12 Teile
zugegeben. Hierdurch wurde ein LOI-Wert (Entflammbarkeit)
von 30,4 und ein NBS-Rauchwert (Dmc) von 469 erhalten.
Nach der Arbeitsweise und dem Ansatz von Beispiel 23 wurden
28 Teile Dioctylphthalat und 12 Teile
zugegeben. Hierdurch wurde ein LOI-Wert (Entflammbarkeit)
und ein NBS-Rauchwert (Dmc) ähnlich wie in Beispiel 23 er
halten.
Die nachfolgend in der Tabelle angegebenen Formulierungen
"A" und "B" wurden in einem Becher mit Hand vermischt und
dann 3,5 Minuten bei 180°C in einer Walzenmühle bei einem
Walzenspalt von 1 mm vermahlen. Im Druckgußverfahren wurden
dann in einer Carver-Presse bei 360°C und einem Druck von
1655 bar zweckentsprechende Teststäbe hergestellt.
Die Teststäbe wurden dem in der Beschreibung erwähnten LOI-
Test gemäß ASTM D2863 unterzogen, wobei für die Formulierung
"A" ein Wert von 49,8 und für die Formulierung "B" ein Wert
von 23,8 ermittelt wurde.
Claims (3)
1. Flammverzögerte Masse, dadurch gekennzeich
net, daß sie ein PVC-Harz und eine flammverzö
gernde Menge eines Weichmachers der allgemeinen Formel
in der
- a) der Ring alle möglichen Isomeranordnungen haben kann,
- b) R für Wasserstoff, Alkyl mit 1 bis 10 Kohlenstoffato men, Hydroxyalkyl mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen und Polyhydroxyalkyl mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen steht,
- c) R¹ für Wasserstoff, Alkyl oder substituiertes Alkyl mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen oder steht,
- d) R² für H und CH₃- steht,
- e) p eine ganze Zahl von 0 bis 50 ist,
- f) x für O oder NH steht und
- g) A für Cl oder Br steht.
2. Masse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die flammverzögernde Menge des Weichmachers 1 bis 100 Teile
pro 100 Teile PVC-Harz beträgt.
3. Verfahren zur Flammverzögerung und Weichmachung von
PVC-Harz, dadurch gekennzeichnet, daß man das PVC-Harz mit
1 bis 100 Teilen einer Verbindung nach Anspruch 1 pro
100 Teile Harz vermischt, daß man das Gemisch 1 bis 4 min
nach dem Schmelzen auf 127 bis 177°C heißwalzt und daß man
die gewalzten Platten 20 bis 60 sec bei 127 bis 188°C und
138 bis 207 bar heißpreßt.
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