DE3020068C2 - Chemisch empfindliche Meßzelle - Google Patents
Chemisch empfindliche MeßzelleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine chemisch empfindliche Meßzelle gemäß dem Oberbegriff von Patentan
sprach 1 zur Bestimmung der Konzentration eines ii: einer zu untersuchenden Lösung, wie Blutserum.
enthaltenden bestimmten Ions oder einer anderen darin enthaltenen bestimmten Substanz.
Eine solche chemisch empfindliche Meßzeiie bzw. c:r.
solcher lonenmeßfühler mit einer selektiv ionensensitiven
Elektrode für die Bestimmung der Konzentration eines Ions in einer Elektrolytlösung ist, z.B. al,
Glaselektrode, die in pH-Meßgeräten verwendet wire1.
bekannt. Ein Ionenm-jßfühler mit selektiv ionensensiti
ver Elektrode ermöglicht die kontinuierliche Bestimmung der Konzentration eines bestimmten Ions in einer
Elektrolytlösung auf sehr einfache Weise, nämlich durch einfaches Eintauchen des Meßfühlers in die Lösung, um
das elektrische Potential festzustellen.
Mit zunehmend erforderlicher Miniaturisierung der artiger Meßfühler ist bereits eine Vielzahl chemisch
empfindlicher Elemente vorgeschlagen worden, die eine
chemisch empfindliche Schicht der einen oder anderen Art auf dem Gate eines Isolierschicht-Feldeffekttransistors
(IG FET) aufweisen, (siehe IEEE Transactions on Bicmedical Engineering, Bd. BME-19. Nr. 5. September
1972, ein Beitrag von P. Bergveld au' Seite 342). tin
chemisch empfindliches Element bzw. eine Meßzelle, die auf dem Prinzip eines solchen IG FET beruht, wird
allgemein als ionenempfindlicher Feldeffekttransistor (ISFET) bezeichnet. Es gibt schon verschiedene
chemisch empfindliche Meßzellen, mit denen das Vorhandensein verschiedener Ionen und anderer
Substanzen je nach der Art des auf das Tor bzw. Gate aufgetragenen chemisch empfindlichen Films festgestellt
werden kann.
Als Beispiel ist in der veröffentlichten japanischen Patentanmeldung 26 292/1977 ein pH-Meßfühler offenbart,
der SiO2-SiN aufgetragen auf das Gate eines
MOS-Transistors (Metalloxid-Halbleiteraufbau) aufweist.
Da der pH-Meßfühler in Anwendung eines herkömmlichen Herstellungsverfahrens für Halbleiterbauelemente
hergestellt werden kann, läßt er sich leicht produzieren. Seine Funktionsfähigkeit und Dauerhaftigkeit
sind ausgezeichnet. Es sind bereits verschiedene lonenmeßfühler vorgeschlagen worden, die einen
pH-Meßfühler aufweisen, bei dem eine SiO2-SiN-Schicht auf das Gate aufgetragen isi und auf dieser
Schicht ein ionenempfindlicher Film gebildet ist. der auf ein bestimmtes Ion anspricht.
Eine normalerweise auf dem Gebiet ionenselektiver Elektroden verwendete ionenempfindliche Schicht
weist eine Glasschicht mit hohem Schmelzpunkt auf. Es ist jedoch sehr schwierig, einen solchen Überzug auf
dem Gate eines IS FET aufzubringen, auf dem bereits eine SiOrSiN-Schicht gebildet worden ist. Ein Überzug.
der gegenüber Na+ empfindlich ist weist z. B. Natrium-Aluminium-Silikat-GIas
auf (11% NaO2-18% Al2Oj-71
% SiO2) und hat nicht nur eine hohe Viskosität sondern auch eine hohe Glasschmelztemperatur, die bei
13000C und noch darüber liegt. Das zeigt, daß es
außerordentlich schwer ist, einen solchen ionenempfindlichen Überzug unmittelbar auf dem Tor eines
MOS-Transistors durch ein chemisches Aufdampfverfahren oder Aufsprühen zu erzeugen, ohne dabei die
Funktion des Transistors zu zerstören. Um diese !0 Schwierigkeit zu umgehen, wird Metallalkoholat zur
Schaffung einer Lösung verwendet, die einen gegebenen Anteil an Glaskomponenten enthält, und diese
Lösung wird dann gleichmäßig auf die Oberfläche der SiO^SiN-Schicht auf dem Gate des IS FET entweder ]5
durch Aufsprühen, Beschiditen, Eintauchen oder ein ähnliches Verfahren aufgebracht Anschließend erfolgt
eine Wärmebehandlung bei niedriger Temperatur von 5000C oder weniger zur Erzeugung eines ionenempfindlichen
Überzugs. Der bei diesem Verfahren entstehende Überzug ist jedoch in seiner Dauerhaftigkeit der als
Na'■-empfindlichen Schicht aus Natrium-Alurr-'nium-Silikat-Glas
oder der als K+-empfindlichen Schicht aus Natrium-AIuminium-Silikat-Glas (27% NaO2-
5% AbOj-68% SiO2) weit unterlegen. Aus diesen
Gründen besteht für einen ionenmeßfühler, bei dem ein ionenempfindlicher Überzug auf dem Gate eines
IS FET geschaffen ist, welches bereits eine SiO2-SiN-Schicht
aufweist, eine Beschränkung hinsichtlich der Wahl des Materials für den ionenempfindiichen
Überzug. Außerdem lassen die Dauerhaftigkeit und lonenselektivität zu wünschen übrig.
Der Erfindung hegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Meßzelle dahingehend fortzuentwikkeln,
daß deren Herstellung vereinfacht ist.
Eine diese Aufgabe lösende Meßzelle ist im Patentanspruch I gekennzeichnet. Ausgestaltungen ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung ermöglicht die getrennte Herstellung der selektiv ionenempfindiichen Schicht und des
pH-Meßfühlers, da sie erst später durch ein Bindeglied miteinander verbunden werden. Dieses Bindeslied kann
eine Elektrolytlösung oder ein Elektrolytgel, das das bestimmte Ion enthält und auf einen bestimmten
pH-Wert eingestellt ist, oder, wenn die Gefahr der Austrocknuiig besteht, ein leitfähiges Harz sein.
Hierdurch wird die Wahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des pH-Meßfühlers
infolge des direkten Aufbringens der ionenempfindiichen Schicht auf denselben ausgeschaltet. Die für die ">o
Herstellung von pH-Meßfühlern in Form von MOS-Transistoren bestehenden Einschränkungen werden so
vermieden, so daß auch eine große Vielfalt an ionenempfindiichen Schichten verwendet werden kann.
Die ionenempfindliche Schicht 3 ist also nicht unmittelbar auf dem isolierten Gate des pH-Meßfühlers
angebracht und unterliegt folglich keinerlei Einschränkungen in der Herstellung. Deshalb kann jeder beliebige
bekannte ionenempfindliche Überzug unmittelbar als ionenempfindliche Schicht verwendet werden. Zum
Beispiel kann Natrium-AIuminium-Silikat-Glas der obengenannten Zusammensetzung als ^+-empfindliche
Schicht und Natrium-AIuminium-Silikat-Glas der oben erwähnten Zusammensetzung als K+ -empfindliche
Schicht verwenJe· werden. Eine feste Schicht, die ein Gemisch aus Silberchlorid AgCI und Silbersulfid
Ag2S aufweist, kann al>
Ch-empfindliche Schicht verwendet werden. Als Alternative kann auch eine feste
Schicht, die Lanthanumfluorid LaF3 aufweist, als
F--empfindliche Schicht verwendet werden. Es ist klar, daß zur Schaffung der ionenempfindiichen Schicht auch
ein feines Pulver der oben beschriebenen Stoffe in einem Träger dispergiert sein kann, der Silikonkautschuk,
Polyvinylchlorid oder dgl. aufweist
Außer den schon genannten ionenempfindiichen Schichten kann auch eine poröse Schicht aus synthetischen
Fasern benutzt werden, die mit einer Lösung verschiedener Ionenaustauscherstoffe in einem geeigneten
Lösungsmittel imprägniert, mit Polyvinylchlorid gemischt und anschließend getrocknet ist, um eine
ionenempfindliche dünne Schicht zu bilden, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Erfindung wirksam einsetzbar
ist Es kann z. B. eine Lösung aus Tetrahydrofuran (THF) und eine kleine Menge Dioctyladipat (DOA) als
Weichmacher mit einem Polyvinylchlorid-Pulver vereinigt werden, um ein flüssiges Material zu bilden, in
welchem Valinomycin als K+ -Austauschermaterial lösbar ist. Die dabei entstehende Lösur·-; eignet sich zum
Imprägnieren einer dünnen porösen Schicht aus synthetischen Fasern mit einer Porengröße von
0,1— 3,0 μπι, deren eine Oberfläche mit einem leitfähigen
Harz beschichtet ist Nach dem Trocknen wird sine K+-empfindliche Schicht erhalten.
Die ionenempfindliche Schicht kann einen herkömmlichen Glasüberzug, eine feste oder eine flüssige Schicht
sein, ohne daß hieran irgendwelche Änderungen vorgenommen werden müssen, so daß die Herstellung
der chemisch empfindlichen Meßzelle vereinfacht ist. Außerdem sind die Dauerhaftigkeit und die lonenselektivität
der Meßzelle verbessert
Im Vergleich zum unmittelbaren Aufbringen der ionenempfindiichen Schicht auf das isolierte Gate des
pH-Meßfühlers kann der Oberflächenbereich der ionenempfindiichen Schicht vergrößert werden, was
einen geringeren Überzugswiderstand und weniger Rauschen hervorruft Folglich erhält man eine chemische
empfindliche Meßzelle, die eine hohe Meßgenauigkeit gewährleistet.
Di' Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispieien anhand einer Zeichnung näher erläutert, in der zeigt
F i g. 1 einen Schnitt durch eine als Ionenmeßfühler aufgebaute chemisch empfindliche Meßzelle,
F i g. 2 einen Schnitt durch den in der Mcßzelle gemäß
F i g. 1 verwendeten pH-Meßfühler,
Fig. 3 und 4 Schnitte durch Meßzellen, die als Ionenmeßfühler wirken,
Fig. 5 eine Meßschaltung zur Bestimmung der Konzentration eines bestimmten in einer zu untersuchenden
Lösung enthaltenen Ions mit Hilfe einer erfindungsgemäßen Meßzelle nach Fig. 1. und
Fig 6 und 7 Schnitte durch eine weitere Ausführungsform
einer als Ionenmeßfühler wirkenden chemisch empfindlichen Meßzelle.
Gemäß einem in F i g. 1 gezeigten Acsführungsbeispiel
der Erfindung weist die chemisch empfindliche Meßzelle 1 eine äußere Hülse 2 aus stark isolierendem
Werkstoff, beispiels -veise eine Glasrohre, auf, an deren
unterer Stirrfläche eine ionenempfindliche Schicht 3 vorgesehen ist, die die untere Öffnung der Hülse
verschließt. An der oberen Stirnfläche der Hülse 2 ist ein Deckel 4 fest versiegelt, an dessen Unterseite ein
pH-Meßfühler 5, der als Isolierschicht-Feldeffekttransistor (IS FET) mit einem Gate 5a aufgebaut ist, in die
Hülse 2 hineinreichend fest angebracht ist. In der Hülse 2 ist als Bindeglied zwischen der ionenempfindiichen
Schicht 3 und dem Gate 5a eine Elektrolytlösung 6
enthalten, in die der pH-Meßfühler 5 mit seinem isolierten Gate 5a eintaucht. Die ionenempfindliche
Schicht 3 und der Deckel 4 sind jeweils mit der Hülse 2 durch Isolierharz 7 verbunden. Durch Öffnungen im
Deckel 4 sind zwei Zuführungsleitungen 8a, 86, die mit
dem Emitter oder Source bzw. Kollektor oder Drain des pH-Meßfühlers 5 verbunden sind, aus der Hülse 2
herausgeführt.
Gemäß Fig. 2, die den pH-Meßfühler 5 im Querschnitt
zeigt, weist dieser ein Siliziumsubstrat 11 des P-Typs auf, in welchem Source- und Draindiffusionsbereiche
13 bzw. 14 des N-Typs unter Schaffung eines Gates 12 zwischen beiden ausgebildet sind, so daß sich
die Struktur eines MOS-Transistors ergibt. Mindestens auf dem Gate 12 des Transistors ist eine Isolierschicht 15
gebildet, die Silizium-SiO2 aufweist. Auf die Oberseite
der Isolierschicht 15 ist beispielsweise durch Aufdampfen eine H*-empfindliche Schicht 16 aufgebracht, die
SiN oder AI2O) aufweist. Beim Schaffen der Isolierschicht
15 und der H4 -empfindlichen Schicht 16 auf dem
Gate 12 werden gleichzeitig Schutzschichten 17, 18 ;ius dem gleichen Material wie die Schichten 15, 16 so
gebildet, daß sie das ganze Siliziumsubstrat 11 bedecken. In Berührung mit den Source- und Draindiffusionsbereichen
13, 14 werden Elektrodenschichten 19, 20 beispielsweise in einem bekannten Verdampfungsverfahren
unter Vakuum oder durch Photoätzen aufgebracht.
Die eingeschlossene Elektrolytlösung 6 enthält Ionen, gegenüber denen die ionenempfindliche Schicht 3
selektiv empfindlich ist. Vorzugsweise ist der pH-Wert der Elektrolytlösung 6 durch Verwendung eines
Tris-Puffergemisches oder dgl. eingestellt.
Als Isolierharz 7 sollte ein Harz verwendet werden,
welches beim Eintauchen in eine zu untersuchende Lösung über iange Zeit hinweg eine gute Isolierung
beibehält. Geeignet ist z. B. Silikon-RTV-K^utschuk oder Picen(C_v>Hi4).
Wenn im Gebrauch die ionenempfindliche Schicht 3 mit einer zu untersuchenden Lösung in Berührung
gebracnt wird, entsteht über die Lösung und die ionenempfindliche Schicht 3 hinweg gemäß der
Konzentration eines bestimmten in der Lösung enthaltenen Ions eine Potentialdifferenz. Außerdem
entsteht ein Kontaktpotential über die Schicht 3 und die Elektrolytlösung 6 ebenso wie über die Elektrolytlösung
6 und das isolierte Gate 5a des pH-Meßfühlers 5. welches jedoch konstant bleibt. Die an die Grenzfläche
zwischen der zu untersuchenden Lösung und der ionenempfindlichen Schicht 3 entsprechend der lonenkonzentration
entwickelte Potentialdifferenz liegt am isolierten Gate 5a des pH-Meßfühlers 5 über die
eingeschlossene Elektrolytlösung 6 hinweg an. Wenn in die zu untersuchende Lösung eine Bezugselektrode
eingetaucht und an dieselbe eine geeignete Vorspannung angelegt wird, liefert die Messung des Emitter-Kollektorstroms
bzw. des Source-Drainstroms des pH-Meßfühlers 5 eine Anzeige der Konzentration des in
der zu untersuchenden Lösung enthaltenen bestimmten Ions.
Das in Fig.3 gezeigte weitere Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Meßzelle 21 ist zur Bestimmung der Konzentration eines bestimmten Ions
während des Hindurchströmens einer zu untersuchenden Lösung durch die Meßzelle ausgelegt Die Meßzelle
weist ein stark isolierendes Gehäuse 22 mit einem Einlaß 22a und einem Auslaß 226 auf, durch die die zu
untersuchende Lösung eingeführt bzw. abgegeben wird.
An der Innenwand des Gehäuses 22 ist mit dem Einlaß 22.7 und dem Auslaß 226 fluchtend eine kapillare
ionenempfindliche Schicht 23 mit ihren beiden Enden befestigt. An der oberen Stirnfläche des Gehäuses 22 ist
ein stark isolierender Deckel 24 fest versiegelt. Im Deckel 24 ist ein pH-Meßfühler 5 so fest angebracht,
daß sein isoliertes Gate 5a in das Gehäuse 5 hineinragt. Das Gehäuse 22 ist mit Elektrolytlösung 6 erfüllt. Die
ionenempfindliche Schicht 23 und der Deckel 24 sind mit
ίο dem Gehäuse 22 durch Isolierharz 7 verbunden. Mit der
Source bzw. dem Drain des pH-Meßfühlers 5 verbundene Zuführungsleitungen 8a, 86 sind aus den Gehäuse 22
herausgeführt.
Die ionenempfindliche Schicht 23 ist in der gleichen Weise wie die ionenenipfindliche Schicht 3 gcmiiß
Fig. 1 aus einem beliebigen bekannten ionenempfindlichen
Material hergestellt.
im Gebrauch wuü die /ti uric-rsuchcridc Los;:ng
durch den Einlaß 22a eingeleitet und fließt durch das Innere der ionenempfindlichen Schicht 23, um aus dem
Auslaß 226 wieder abgegeben zu werden. Während des Zirkulierens der Lösung kann die Konzentration eines
bestimmten Ions in der Lösung bestimmt werden.
Fig.4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispie! der
2ϊ Erfindung, bei dem eine Meßzelle 31 eine ionenempfindliche
Schicht in Form einer Flüssigkeitsschicht aufweist. Die Meßi,:)ie 31 hat eine äußere Hülse 32. einen auf das
untere Ende der Hülse 32 aufgepaßten zylindrischen Membranfilter 33, eine Kontaktschicht 34, die einen
Membranfilter mit gleichbleibender Porengröße aufweist und an die untere Stirnfläche des Membranfilters
33 angeschweißt ist, um dessen untere öffnung zu verschließen. An der äußeren Hülse 32 ist mittels
Klebstoff 35 eine innere, nach unten reichende Hülse 36 befestigt, deren unteres Ende mit einer porösen
Membran. 37 fest angebracht verschlossen ist. Mit der oberen Stirnfläche der äußeren Hülse 32 ist ein Deckel
38 fest verbunden, der das obere Ende der HuIs1:
verschließt. Am Deckel 38 ist mittels Klebstoff 39 ein pH-Meßfühler 5, der als Transistor mit isoliertem Tor
aufgebaut ist. so befestigt, daß er in die innere Hülse 36 hineinragt. Die innere Hülse 36 ist mit einer
eingeschlossenen Menge einer Elektrolytlösung 6 teilweise angefüllt, so daß das isolierte Gate 5a des
pH-Meßfühlers 5 in diese Lösung eintaucht. In dem Raum im Inneren des Membranfilters 33 und der
äußeren Hülse 32 ist eine Ionenaustauscherflüssigkeit 40 enthalten, in die die poröse Membran 37 eintaucht. Mit
dem pH-Meßfühler 5 sind zwei Zuführungsleitungen 8a.
86 verbunden.
Die lonenaustauscherflüssigkeit 40 kann einen ionenaktiven Stoff wie Monactin, Vaünomycin oder Crown-Verbindung
gelöst in einem Lösungsmittel wie Nitrobenzol (C6H5NO2) oder Diphenylether (C6H5OC6H5)
aufweisen, wenn z. B. die Konzentration an K^-Ionen bestimmt werden soll. Die Meßzelle 31 läßt sich in
ähnlicher Weise wie die Meßzellen 1, 21 gemäß Fi g. 1 bzw. 3 zur Bestimmung der Konzentration des
bestimmten Ions in einer zu untersuchenden Lösung verwenden.
Fig.5 zeigt eine Meßschaltung, die zum Bestimmen
der Konzentration des in einer zu untersuchenden Lösung enthaltenen bestimmten Ions unter Verwendung
einer erfindungsgemäßen chemisch empfindlichen Meßzelle verwendet werden kann. Als Beispiel ist hier
die Meßzelle 1 gemäß F i g. 1 gezeigt Insbesondere ist die ionenempfindliche Schicht 3 der Meßzelle 1 in eine
Menge einer zu untersuchenden Lösung 41 eingetaucht
in die auch eine Bezugselektrode 42 eingetaucht ist. Die
mit der Source des pH-Meßfühlers 5 verbundene Zuführungsleitung 8a ist über einen Strommesser 43 an
den negativen Anschluß einer Konstantspannungsquelle 44 und außerdem an den positiven Anschluß einer
Vorspannungsquelle 45 angeschlossen. Der negative Anschluß der Vorspannungsquelle 45 ist mit der
Bezugselektrode 42 verbunden. Die andere Zuführungsleitung
Sb, die mit dem Drain des pH-Meßfühlers 5 verbunden ist, ist an den positiven Anschluß der
Konstanispannungsquelle 14 angeschlossen. Die Spannung
der Vorspannungsquelle 45 legt den Betriebspunkt des pH-Meßfühlers 5 fest. Gemäß Fig.5 ist die zu
untersuchende Lösung 41 in einem Gefäß 46 enthalten.
Im Betrieb entsteht eine Potentialdifferenz über die
Phasengrenzfläche zwischen der ionenempfindlichen Schicht 3 und der Lösung 41 gemäß der Konzentration
eines bestimmten Ions in der Lösung 41. Dieses Potential wird einem konstanten Potential, weiches über
die Grenzfläche zwischen der ionenempfindlichen Schicht 3 und der Elektrolytlösung 6 entsteht, sowie der
Spannung der Vorspannungsquelle 45 überlagert, um an das isolierte Gate 5a des pH-Meßfühlers 5 angelegt zu
werden. Dementsprechend ändert sich der Source-Drainstrom durch den pH· Meßfühler 5. Durch Feststellen
der Änderung des Source-Drainstroms mit Hilfe des Strommessers 43 kann die Konzentration des bestimmten
Ions in der Lösung 41 bestimmt werden.
Bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 1,3 und 4
ist das im Inneren vorgesehene Bindeglied zwischen der ionenempfindlichen Schichi: 3 bzw. 23 und dem Gate 5a
die eingeschlossene Elektrolytlösung 6. Es kann jedoch auch ein Elektrolytglied sein, also eine gelartige Masse,
wie Polyacrylamidgel, Gelatine, Polyvinylalkohol oder Agar-Agar, welche eine wäßrige Elektrolytlösung
enthält, in der das lon enthalten ist, gegenüber dem die iorienetüpfindüche Schicht selektiv empfindlich ist und
welche einen festgelegten pH· Wert hat.
F i g. 6 zeigt eine chemisch empfindliche Meßzelle in Form eines Verbundelements gemäß einem Ausführungsbeispiel,
bei dem die ionenempfindliche Schicht und das isolierte Gate 5a des pH-Meßfühlers 5 durch ein
leitfähiges Harz miteinander verbunden sind und dadurch Einschränkungen in der räumlichen Anordnung
entfaJlen. Im einzelnen weist die ionenempfindliche Meßzelle 51 eine äußere stark isolierende Hülse 52 und
eine an der unteren Stirnfläche der Hülse 52 mittels eines Isolierharzes 57 angebrachte ionenempfindliche
Schicht 53 auf, die die untere Öffnung verschließt. An der Innenseite der Hülse 52 ist mittels eines Isolierharzes
54 ein pH-Meßfühler 5 fest angebracht, dessen isoliertes Gate 5a nach unten gerichtet ist. Der Raum
innerhalb der Hülse 52 zwischen der ionenempfindlichen Schicht 53 und dem Isolierharz 54 ist mit einem
leitfähigen Harz 56 ausgefüllt, welches mit dem isolierten Gate 5a in Berührung steht. Mit dem
pH-Meßfühler 5 sind ferner zwei Zuführungsleitungen 8a, Bb verbunden.
Aufgabe des leitfähigen Harzes 56 ist es, eine elektrische und physische Verbindung zwischen der
ionenempfindlichen Schicht 53 und dem isolierten Gate 5a des pH-Meßfühlers 5 zu schaffen. Vorzugsweise
weist das Harz als die Leitfähigkeit erzeugendes Material sehr feine Silberteilchen auf.
ίο Die ionenempfindliche Schicht 53 kann ebenso wie
die ionenempfindliche Schicht 3 gemäß Fig. 1 aus einem beliebigen bekannten Material gebildet sein. Im
Gebrauch erfüllt das leitfähige Harz 56 die gleiche Aufgabe wie die eingeschlossene Elektrolytlösung 6 der
Meßzelle 1 gemäß Fig. 1 und ermöglicht die Bestimmung
der Konzentration eines bestimmten Ions, welches in der zu untersuchenden Lösung enthalten ist,
wie bereits beschrieben.
in der ivieSzeiie Si weist das Tviaicnni, weiches
zwischen der ionenempfindlichen Schicht 53 und dem isolierten Gate 5a des pH-Meßfühlers 5 eine elektrische
Verbindung herstellt, ein leitfähiges Harz 56 auf, welches nicht flüchtig und nicht fluid ist, wodurch
Wartung und Überprüfung erleichtert sind. Außerdem kann die räumliche Ausrichtung, in der die Meßzellc 51
benutzt wird, frei gewählt werden, was von großem Vorteil ist, da es die Handhabung erleichtert.
F i g. 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel dieser Ausführungsform einer chemisch empfindlichen Meßzelle,
in der ein leitfähiges Harz eine elektrische Verbindung zwischen der ionenempfindlichen Schicht
und dem isolierten Gate des pH-Meßfühlers herstellt, die aber so aufgebaut ist, daß eine zu untersuchende
Lösung in der gleichen Weise wie beim Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 3 durch die Meßzelle fließen kann. Die
gezeigte Meßzelle 61 weist ein stark isolierendes Gehäuse 62, eine innerhalb des Gehäuses 62 angeordnete
rohrförmige ionenempfindliche Schicht 63, einen am Gehäuse 62 fest angebrachten pH-Meßfühler 5, dessen
isoliertes Gate 5a dem Außenumfang der ionenempfindlichen Schicht 63 gegenüberliegend angeordnet ist, ein
leitfähiges Harz 56 zwischen dem Gehäuse 62 und der ionenempfindlichen Schicht 63 in Berührung mit dem
isolierten Gate 5a sowie zwei Zuführungsleitungen 8a, Sb auf, die mit dem pH-Meßfühler 5 verbunden sind.
Die Meßzelle 61 arbeitet ebenso wie die Meßzelle gemäß F i g. 3, denn es wird eine zu untersuchende
Lösung in einen von einem Ende der ionenempfindlichen Schicht 63 gebildeten Einlaß 63a eingeführt und
durch einen vom anderen Ende der ionenempfindlichen Schic! t begrenzten Auslaß 636 abgegeben, wobei die
Konzentration eines bestimmten Ions in der Lösung festgestellt werden kann, während die Lösung durch die
Meßzelle fließt.
Claims (11)
1. Chemisch empfindliche Meßzelle, bei der eine Potentialdifferenz, die an der GrenzPäche zwischen
einer zu untersuchenden Lösung und einer selektiv ionenempfindlichen Schicht entsprechend der Konzentration
eines in der Lösung enthaltenen bestimmten Ions entsteht an ein isoliertes Gate eines
pH-Meßfühlers anlegbar ist der als Isolierschicht-Feldeffekttransistor vom P- oder N-Typ aufgebaut
ist und bei der eine Änderung des Zwischenpotentials bzw. Source-Drain-Stroms des pH-Meßfühlers
zur Bestimmung der Konzentration des bestimmten Ions in der Lösung feststellbar ist dadurch
gekennzeichnet, daß ein Paar beabstandeter
Oberflächenbereiche (13, 14) mit der anderen (N-bzw. P-)Leitfähigkeit auf dem Halbleitersubstrat
vorgesehen ist. das isolierte Gate (5a) aus wenigstens einer Schid t auf einer oberen Fläche eines
Zwischenbereichs zwischen den beiden beabstandeten Oberflächenbereichen (13, 14) angeordnet und
durch einen Zwischenraum von der ionenempfindlichen Schicht (3,23,24,33,34,37,40) zur Erzeugung
des Zwischenpotentials getrennt ist und in diesen ein flüssiges oder gelartiges Material (6), welches das
bestimmte Ion enthält, gefüllt ist.
2. Meßzelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das flüssige Material (6) eine Elektrolytlösung mit dem bestimmten Ion ist, die
mittels einer Pufferlösung auf einen bestimmten pH-Wert eingestellt ist
3. Meßzeile nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das gelartige Material (6) Polyacrylamidgel, Gelatine, Polyvinylalkob. I oder Agar-Agar
sein kann und auf einen bestimmten pH-Wert eingestellt ist.
4. Meßzelle nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die ionenempfindliche Schicht
von einer zwischen zwei Membranen (33 und 34,37) angeordneten lonenaustauscherlösung (40) gebildet
ist. die in Nitrobenzol oder Diphenylether gelöstes Monactin, Valinomycin oder Crown-Verbindung
enthält (F ig. 4).
5. Meßzelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die ionenempfindliche Schicht (53; 63) und das isolierte Gate (5a) des pH-Meßfühlers (5)
durch ein leitfähiges Harz (56) miteinander verbunden sind (F ig. 6).
6. Meßzelle nach einem der Ansprüche I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die ionenempfindliche
Schicht (3; 23; 53; 63) eine Schicht aus Natrium-Aluminium-Silikat-Glas aufweist.
7. Meßzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 5. dadurch gekennzeichnet, daß die ionenempfindlicbe
Schicht (3; 23; 53; 63) eine feste Schicht aus einer Mischung aus Silberchlorid und Silbersulfid aufweist.
8. Meß/clle nach einem der Ansprüche 1 bis >.
dadurch gekennzeichnet, daß die ionenempfindliche Schicht (3; 23; 53; 63) eine feste Schicht aus
Lanthanfluorid aufweist. Wl
9. Meßzelle nach einem der Ansprüche 1 bis dadurch gekennzeichnet, daß die ionenempfindliche
Schicht (3; 23; 53; 63) eine poröse Schicht aus synthetischen Fasern aufweist, die mit gelöstem
Polyvinylchlorid, das mit lonenaustauschermateria! b5
vermischt ist. imprägniert ist.
10. Meßzelle nach einem der Ansprüche 1 bis dadurch gekennzeichnet, daß die ionenempfindliche
Schicht (23; 63) rohrförmige Gestalt hat und von der
zu untersuchenden Lösung durchslrömbar ist
11. Meßzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Meßfühler (5) einen MOS-Transistor aufweist, der eine Torisolierschicht
(15) in Form einer Siliziumdioxidschicht hat. auf der eine H+-empfindliche Schicht (16) gebildet
ist, die eine selektive, gegenüber Wasserstoffionen empfindliche Siliziumnitrid- oder Aluminiumoxidschicht
aufweist
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19803050094 DE3050094C2 (de) | 1979-05-30 | 1980-05-27 | Chemisch empfindliche Messzelle |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP6609279A JPS55158553A (en) | 1979-05-30 | 1979-05-30 | Ion sensor |
| JP10132179A JPS5626250A (en) | 1979-08-10 | 1979-08-10 | Composite chemical sensor |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3020068A1 DE3020068A1 (de) | 1980-12-04 |
| DE3020068C2 true DE3020068C2 (de) | 1983-11-03 |
Family
ID=26407273
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19803020068 Expired DE3020068C2 (de) | 1979-05-30 | 1980-05-27 | Chemisch empfindliche Meßzelle |
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-
1980
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Also Published As
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