DE3141165A1 - Einschlusskomplexe von cyclodextrinen und starken, anorganischen, sauerstoff enthaltenden saeuren sowie verfahren zu deren herstellung - Google Patents

Einschlusskomplexe von cyclodextrinen und starken, anorganischen, sauerstoff enthaltenden saeuren sowie verfahren zu deren herstellung

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DE3141165A1 DE19813141165 DE3141165A DE3141165A1 DE 3141165 A1 DE3141165 A1 DE 3141165A1 DE 19813141165 DE19813141165 DE 19813141165 DE 3141165 A DE3141165 A DE 3141165A DE 3141165 A1 DE3141165 A1 DE 3141165A1
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Zsuzsanna Dipl.-Ing.-Chem. Dr. Budai
András 1113 Budapest Kerekes
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József Dipl.-Ing.-Chem. Dr. Szejtli
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Chinoin Gyogyszer es Vegyeszeti Termekek Gyara Zrt
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Description

Einschlußkomplexe von Cyclodextrinen und starken, anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren sowie Verfahren zu deren Herstellung.
Du: Erfindung betrifft Einschlußkornplexe von Cyclodextrinen mit starken, anorganischen, sauerstoff enthaltenden Säuren, die stabile, kristalline Verbindungen darstellen, die sich durch eine gute Lagerfähigkeit auszeichnen.
Die starken, Sauerstoff enthaltenden Mineralsäuren sind bekanntlich bei Raumtemperatur gleich, ob sie kristallin sind, wie die verschiedenen Phosphorsäuren, oder ob sie flüssig sind, wie die Schwefelsäure oder die Salpetersäure, in reinem Zustand sehr hygroskopisch bzw. leicht zersetzbar. Daher werden sie fast immer in Form ihrer wäßrigen Lösungen gelagert und verwendet.
In der Praxis besteht aber ein Bedarf an Sauerstoff enthaltenden Mineralsäuren, die in fester und nicht-hygroskopischer Form vorliegen, die sich allein oder zusammen mit Stoffen, die sogar mit den Säuren unverträglich sein können, lagern lassen und aus denen durch Einwirkung von Wasser oder durch stärkeres Erwärmen die anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren freigesetzt werden können.
Die Komplexe von anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren und Cyclodextrinen der Erfindung entsprechen den oben aufgestellten Anforderungen an die Stabilität und die Lagerstabilität. Außerdem können die in diesen Komplexen eingeschlossenen, Sauerstoff enthaltenden Mineralsäuren in Gegenwart einer zur Dissoziation der Komplexe erforderlichen Menge an Wasser oder - bei Abwesenheit von Wasser - bei einer zur Zersetzung der Cyclodextrinstruktur notwendigen Temperatur zur vollen Wirkung gebracht werden.
Da? Herstellung von Einschlußkomplexen aus Halogenwasserstoffsäuren und Cyclodextrine ist in di.-r HU-Pb 172 936 beschrieben. Ndch dem Verfahren dieser Patentschrift wird die wäßrige Lösung der Halogenwasserstoffsäure in die wäßrige lösung des Cyclodextrins unter Kühlung eingemischt, da-
nach der gebildete Einschlußkomplex von Halogenwasserstoffsäure und Cyclodextrin durch Kühlen zur Kristallisation gebracht und isoliert. Auf. diese Weise lassen sich aber die Komplexe des Cyclodextrins mit einer anderen Säure - wie z.B. einer Sauerstoff enthaltenden Mineralsäure - nicht oder höchstens nur in sehr geringer Ausbeute herstellen.
Die Glykosidbindungen der Cyclodextrine hydrolysieren in wäßrigen Lösungen unter der Einwirkung starker Säuren mit geringer Geschwindigkeit (Ac.ua Chim.Hung., 94, 375, (1977)). infolgedessen werden die Cyclodextrine je nach Konzentration und Art .der Säure in wäßrigen Lösungen durch die anorganische, Sauerstoff enthaltende Säure entweder hydrolysiert (das ist in verhältnismäßig verdünnten Lösungen der Fall) oder - wenn das System wenig Wasser enthält, d.h. wenn die Säurekonzentration hoch ist - zersetzt. Da die anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren allemal die Wasserlöslichkeit der Cyclodextrine erhöhen, fallen aus derartigen Lösungen keine Komplexe aus.
lid der Erfindung war ;»orn i L die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von kristallinen, stabilen Einschlußkomplexen (Cyclodextrinkomplexen) von anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren, bei dem die aggressive hydrolytische bzw. zersetzende Wirkung der anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren auf die Cyclodextrine praktisch ausgeschaltet wird.
Dieses Ziel wird gemäß Erfindung dadurch erreicht, daß man bei der Herstellung der Einschlußkomplexe von Cyclodextrinen und Sauerstoff enthaltenden Minerdlsäuren vermeidet, daß die gewöhnlich in lester, kristalliner Form vorliegenden Cyclodextrine bei der Umsetzung mit den anorganischen Säuren in Lösung gehen.
Es wurde überraschender Weise gefunden, daß sich die Einschlußkomplexe von Cyclodextrinen und anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren bei richtiger Wahl der Säurekonzentration und der Reaktionstemperatur auch dann bilden, wenn die feste, kristalline Phase des Cyclodextrins bei der eigentlichen Umsetzung erhalten b'eibt.
Die Kristall struktur der Einschlußkomplexe von starken", Sauerstoff enthaltenden Mineralsäuren und Cyclodextrinen ist von der Struktur des Cyclodextrins verschieden. Treten bei der Umsetzung mit den Mineralsäuren die oberen Molekül schichten der Cyclodextrinkristalle in Reaktion und bilden den Komplex, scheiden sich von den Cyclodextrinkristallen ab, und es beginnt die Ausbildung einer neuen Kristallstruktur. So verschwindet die für das Cyclodextrin charakteristische Kristallstruktur - auch ohne daß sie im wäßrigen Medium in Lösung geht - beim Rühren innerhalb kurzer Zeit und statt dessen tritt eine neue Kristallstruktur auf, die für den Einschlußkomplex von Cyclodextrin mit der jeweiligen anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säure charakteristisch ist.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von Einschlußkomplexen aus Cyclodextrinen und starken, anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren, wonach festes 'L-, ß- oder «^Cyclodextrin oder ein Gemisch dieser Cyclodextrine mit linearen Dextrinen, mit einem Cyclodextringehalt von mindestens 60 Gew.% mit 0,25 bis 4 ml 30 bis 85 Gew.Xiger wäßriger Phosphorsäure oder 30 bis 75 Gew.%iger wäßriger Schwefelsäure oder 20 bis 65 Gew.%iger wäßriger Salpetersäure
pro 1 g Cyclodextrin bei einer Temperatur von -5 bis 25°C unter Rühren umgesetzt und der ausgefallene Komplex durch Filtrieren und/cder Trocknen vom Wasser befreit wird.
Als Cyclodextrin kann auch ein rohes Konversionsgemisch, das mindestens 60 Gew.% Cyclodextrin enthält, verwendet werden.
..ird in dem Verfuhren der Erfindung die Menge der Säure - bezogen auf die Cyclodextrinmenge - erhöht, erhöht sich auch der effektive Säuregehalt des gebildeten Einschlußkomplexes, d.h. das Verhältnis des Säureeinbaus in das Cyclodextrin, jedoch die Ausbeute - bezogen auf das Cyclodextrin - nimmt nach einer gewissen Konzentration des Säureüberschusses ab. Die gemäß Erfindung hergestellten Säurekomplexe können für analytische Zwecke, für die innere Pufferung, für die Einführung von Säuren in wasserfreie Medien, für den Austausch oder die Einführung von verschiedenen Radikalen, sowie als Katalysatoren angewandt werden. Die Löschfähicjkeit von Löschpul vorn kann auf das Mehrfache erhöht werden, wenn
5 bis 10 % eines Cyclodextrin-Säure-Komplexes in dia gewöhnlichen Löschpulvergemische eingemischt werden. Man erhält so wirksamere Löschpulver, kann die Menge des angewandten Pulvers herabsetzen, mit der gleichen
Füllmenge mehr Standard-Feuer löschen.
Die Erfindung soll durch die folgenden Beispiele naher erläutert werden, ohne daß hieraus eine Beschränkung herzuleiten ist.
Beispiel 1
50 g kristallines ß-Cyclodextrin wird in einem Mörser durch intensives Verreiben mit 50 ml 40 6ew.%iger wäßriger Phosphorsäurelösung, die zuvor auf 00C abgekühlt worden war, in eine homogene Paste übergeführt, die noch gießbar ist und sich gut filtrieren läßt. Die erhaltenen Kristalle werden durch ein Glasfilter Nr. G3 filtriert und danach in einem Trockenschrank bei 600C getrocknet.
Mein erhält, so 43 g ß-Cyclodextriri-Phosphorsäure-Einschlußkomplex in Form ρ ine; wo j Ren knsUiI I inon Ma tori a Is, dessen Phosp'horsriuri'nehalt nach alkalimetrischer Bestimmung 7,1 g beträgt.
Der erhaltene Komplex ist nach dem Pulverdiagramm der Röntgendiffraktionsuntersuchung kristallin und weist nach den thermoanalytisehen Untersuchungen Komplexstruktur auf. Das Einbauverhältnis beträgt 1 Mol Phosphorsäure / 1 Mol ß-Cyclodextrin.
Der Komplex kann bei Raumtemperatur mehr als 6 Monate, bei 400C mehr, als 1 Monat und bei 600C 3 Wochen ohne Verfärbung und Zersetzung gelagert werden. Bei 800C weist der Komplex nach 2 Wochen eine leichte Verfärbung auf. . ■
Beispiel 2
40 g kristallines ß-Cyclodextrin wird in einem Mörser durch intensives Verreiben mit 10 mPGew.Xiger Phosphorsäure, die zuvor auf 00C augekühlt worden war, 5 Minuten homogenisiert und danach in einem Trockenschrank bei 600C getrocknet.
Man erhält 44 g ß-Cyclodextrin-Phosphorsäure-Einschlußkomplex, dessen Phosphorsäuregehalt 10 Gew.% beträgt und der ein Einbauverhältnis von 1,4 Mol Phosphorsäure / Mol ß-Cyclodextrin aufweist.
Beispiel 3
10 g y-Cyclodextrin wird in einem Mörser durch intensives Verreiben mit 10 ml 70 Gew.Xiger Phosphorsäure bei einer Temperatur von 00C homogenisiert, filtriert und danach in einem Trockenschrank bei 500C getrocknet. Man erhält 1,5 g ^Cyclodextrin-Phosphorsäure-Einschlußkomplex, dessen Säuregehalt 9,5 % beträgt und,der ein Einbauverhältnis von 1,4 Mol Phosphorsäure / Mol ^-Cyclodextrin aufweist.
.:.·-.- .:.--:*:..:."V 3U1165 — 7 —
Beispiel 4
10 g .-oCyclodextrin wird in einem Mörser mit 2,5 ml 30 Gew.%iger Phosphorsäure bei einer Temperatur von 00C homogenisiert und danach in einem Trockenschrank bei 600C getrocknet.
Man erhält 10,8 g iX-Cyclodextrin-Phosphorsäure-Einschlußkomplex, dessen Phosphorsäuregehalt 7,5 % und dessen Einbauverhältnis 0,83 Mol Phosphorsäure 7 Mol oC-Cyclodextrin beträgt.
Beispiel 5
Es wird wie in Beispiel 1 verfahren, aber anstelle von Phosphorsäure 33 Gew.%ige Schwefelsäure verwendet.
Man erhält 47,5 g ß-Cyclodextrin-Schwefelsäure-Einschlußkomplex in Form, von weißen Kristallen. Der Schwefelsäuregehalt des Komplexes beträgt 8,2 % nach alkalimetrischer Bestimmung (mit Kaliumhydroxid). Das Einbauverhältnis beträgt 1,1 Mol Schwefelsäure / Mol ß-Cyclodextrin. DiS erhaltene Produkt ist nach dem Pulverdiagramm kristallin und stellt nach der Thermoanalyse einen stabilen Komplex dar.
Beispiel 6
10 g Ji-Cyclodextrin wird in einem Mörser mit 2,6 ml 60 Gew.Xiger Schwefelsäure, die zuvor auf -5°C abgekühlt wurde, homogenisiert und danach das erhaltene Produkt in einem Vakuumtrockner bei 500C getrocknet. ^ Man erhält 11,8 g ^-Cyclodextrin-Schwefelsäure-Einschlußkomplex, dessen Säuregehalt 15 % beträgt und der ein Einbauverhältnis von 2,5 Mol Schwefelsäure / Mol ^-Cyclodextrin aufweist.
Beispiel 7
10 g <a -Cyclodextrin wird mit 10 ml 32 6ew.%iger Schwefelsäure bei einer Temperatur von -5°C homogenisiert, das erhaltene Produkt filtriert und danach in einem Vakuumexsikkator bei Raumtemperatur getrocknet. Man erhält 6,5 g .^-Cyclodextrin-Schwefelsäure-Einschlußkomplex, dessen Schwefelsäuregehalt 4,5 % beträgt und der ein Einbauverhältnis von 0,5 Mol Schwefelsäure / Mol ,^-Cyclodextrin aufweist.
Beispiel 8
10 g -χ.-Cyclodextrin wird mit 3 ml 65 Gew.%iger Salpetersäure bei einer Temperatur von -50C homogenisiert und das erhaltene Produkt in einem Vakuumexsikkator bei Raumtemperatur getrocknet. Man erhält 10,8 g ^ -Cyclodextrin-Salpetersäure-Einschlußkomplex, dessen Salpetersäuregehalt 4,1 % beträgt und der ein Einbauverhältnis-von 0,7 Mol Salpetersäure / Mol ^-Cyclodextrin aufweist.
Beispiel 9
Es wird wie in Beispiel 1 verfahren, aber anstelle von Phosphorsäure 65 Gew.%ige Salpetersäure verwendet. Man erhält 35 g ß-Cyclodextrin-Salpetersäure-Einschlußkomplex in Form weißer Kristalle. Der Salpetersäuregehalt des Komplexes beträgt 5,7 %, das Einbauverhältnis 1,2 Mol Salpetersäure / Mol ß-Cyclodextrin.
Stabilität: die Verminderung des Salpetersäuregehaltes beträgt nach 2 Wochen bei Raumtemperatur oder nach 4 Tagen bei 400C im Vakuum weniger als 10 %.
Beispiel 10
20 g ß-Cyclodextrin und 10 ml 20 Gew.%ige Salpetersäure werden bei einer Temperatur von 00C schnell miteinander vermischt, kalt filtriert und in einem Vakuumexsikkator bei Raumtemperatur über festem Kaliumhydroxtd getrocknet.
Man erhält 12 g ß-Cyclodextrin-Salpetersäure-Einschlußkomplex, dessen Salpetersäuregehalt 2,8 % beträgt und der ein Einbauverhältnis von 0,55 Mol Salpetersäure / Mol ß-Cyclodextrin aufweist.

Claims (6)

LiCHTENSTElNSTRASSE 3 FERNSPRECHER: (0611) S55061 TELEGRAMME: LOMOSAPATENT LANDESZENTRALBANK 50007149 POSTSCHECK-KONTO FFM. 1667-6 Chinoin Gyogyszer es Vegyeszeti Termekek Gyära RT., H 1045 Budapest, T6 utca 1-5, Ungarn Patentansprüche
1)lEinschlußkomplexe von Cyclodextrinen und starken, anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren.
2) Einschlußkomplexe von <x-, ß- oder ^-Cyclodextrin und Phosphorsäure.
3) Einschlußkomplexe von <λ.-, ß- oder J^-Cyclodextrin und Schwefelsäure.
4) Einschlußkomplexe von <=t-, ß- oder
iη und Salpetersäure.
5) Verfahren zur Herstellung der Einschlußkomplexe von Cyclodextrinen und starke, anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säuren, dadurch gekennzeichnet, daß man festes oL-, ß- oder ^-Cyclodextrin oder ein Gemisch dieser Cyclodextrine mit linearen Dextrinen mit einem Cyclodextringehalt von mindestens 60 Gew.% mit 0,25 bis 4 ml 30 bis 85 Gew.%iger wäßriger Phosphorsäure oder 30 bis 75 Gew.%iger wäßriger Schwefelsäure oder 20 bis 65 Gew.%iger wäßriger Salpetersäure,
bezogen auf 1 g Cyclodextrin bei einer Temperatur von -5 bis +250C unter
Rühren umsetzt.
6) Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man als Cyclodextrin ein rohes Konversionsgemisch, das mindestens 60 Gew.% Cyclodextrin enthält, verwendet.
DE19813141165 1980-10-17 1981-10-16 Einschlusskomplexe von cyclodextrinen und starken, anorganischen, sauerstoff enthaltenden saeuren sowie verfahren zu deren herstellung Withdrawn DE3141165A1 (de)

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