DE3147311C2 - - Google Patents

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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbesserung in der Schweinehaltung und insbesondere eine dafür bestimmte Verwendung einer oder mehrerer Verbindung(en) der allgemeinen Formel
worin R¹ für =O oder
und R² und R³ entweder für Wasserstoff oder von einer Carbonsäure abgeleitetes Acyl stehen, gemeinsam mit einem physiologisch annehmbaren Verdünnungsmittel zur Prophylaxe oder Behandlung der durch Treponema hyodysenteriae hervorgerufenen Schweinedysenterie.
Die Schweinedysenterie ist eine epidemische Darmerkrankung bei Schweinen, die durch Treponema hyodysenteriae verursacht wird und deren Hauptsymptom eine blutig-schleimige Diarrhöe ist. Die hohe Häufigkeit dieser Krankheit wurde in fast allen Ländern beobachtet, in denen Schweinezucht betrieben wird. Wenn diese Krankheit an einer Stelle ausbricht, greift sie um sich und ist äußerst schwierig unter Kontrolle zu bringen; bei großen Herden wird die Futterverwertung so stark verringert, daß schwerwiegende wirtschaftliche Verluste entstehen.
Bisher wurden verschiedene Medikamente für die Prophylaxe und Behandlung der Schweinedysenterie eingesetzt, keines davon erwies sich als zufriedenstellend, da einige davon nicht genügend wirksam sind, während andere schwerwiegende Neben-Effekte zeigen oder gesundheitsgefährdend, insbesondere karzinogen, sind.
Im Verlauf umfangreicher Untersuchungen wurde überraschend gefunden, daß die Verbindung der Formel (I) eine ausgeprägte prophylaktische und therapeutische Wirkung gegenüber Schweinedysenterie zeigt, die mit den bisher bekannten Medikamenten nicht erzielt werden konnte und daß die Verbindung der Formel (I) weiters das Wachstum der Schweine fördert und deren Futterverwertung verbessert, so daß die Produktivität in der Schweinezucht gesteigert wird. Die Verbindung der Formel (I) kann bei der Schweinehaltung gefahrlos eingesetzt werden und ist daher für die Viehhaltung sehr nützlich.
Die Verbindung der Formel (I) umfaßt antibiotische Substanzen, welche die T-2636-Gruppe der Antibiotika bilden, aus Kulturen von Streptomyces rochei var. volubilis gewonnen und mit dem Sammelbegriff "Lankacidine" bezeichnet werden, sowie deren Derivate. Die Lankacidine A (R¹: =O, R²: H, R³: COCH₃), Lankacidin C (R¹: =O, R²: H, R³: H), Lankacidinol A
und Lankacidinol
sowie andere und die Organismen, aus denen sie gewonnen werden können, die Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre physikochemischen und biologischen Eigenschaften sind z. B. im Journal of Antibiotics, 24, 1-41 (1971) beschrieben. Lankacidin A 8-propionat (R¹: =O, R²: COCH₂CH₃, R³: COCH₃), Lankacidin C 8-acetat (R¹: =O, R²: COCH₃, R³: H), Lankacidin C 8-propionat (R¹: =O, R²: COCH₂CH₃, R³: H), Lankacidin C 14-propionat (R¹: =O, R²: H, R³: COCH₂CH₃), Lankacidin C 8,14-diacetat (R¹: =O, R², R³: COCH₃), Lankacidin C 8,14-dipropionat (R¹: =O, R², R³: COCH₂CH₃), Lankacidin C 8-benzoat (R¹: =O, R²: COPh, R³: H), Lankacidin C 14-benzoat (R¹: =O, R²: H, R³: COPh), Lankacidin C 14-phenylpropionat (R¹: =O, R²: H, R³: COCH₂CH₂Ph) und Lankacidin C 14-nicotinat (R¹: =O, R²: H, R³: Nicotinoyl), u. a., Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre physikochemischen und biologischen Eigenschaften sind z. B. im Journal of Antibiotics, 26, 647-657 (1973) beschrieben. Lankacidin C 14-formiat (R¹: =O, R²: H, R³: COH), ein Verfahren zu seiner Herstellung und seine physikochemischen Eigenschaften sind z. B. in der US-PS 36 26 055 beschrieben.
Der Organismus Streptomyces rochei var. volubilis, welcher Lankacidin A, Lankacidin C, Lankacidinol A und Lankacidinol produziert, ist im Institut for Fermentation in Osaka, Japan, unter der Akzessionsnummer IFO 12 507 und in der American Type Culture Collection unter der Akzessionsnummer ATCC 21 250 hinterlegt.
Die von der Carboxylsäure abgeleitete Acylgruppe (R² und R³ in der vorstehenden allgemeinen Formel (I)) ist vorzugsweise ein niedriger Fettsäure-Rest (insbesondere ein solcher mit 1-7 C-Atomen, wie z. B. Formyl, Acetyl, Propionyl, Butyryl, Isobutyryl, Valeryl, Hexanoyl) oder ein aromatischer Carbonsäure-Rest, wie z. B. ein Arylcarbonsäure-Rest, wie Benzoyl, oder ein heteroaromatischer Carbonsäure-Rest wie Nicotinoyl. Der Fettsäure-Rest kann am endständigen Kohlenstoffatom durch eine Phenylgruppe substituiert sein, z. B. Phenylacetyl, Phenylpropionyl, oder dergleichen.
Besonders bevorzugte Beispiele für Verbindungen der Formel (I), die erfindungsgemäß eingesetzt werden können, sind Verbindungen, in welchen R² und R³ entweder Wasserstoff oder einen Fettsäure-Rest mit 2-4 C-Atomen bedeuten. Unter anderem werden Lankacidin A, Lankacidin C, Lankacidin C 14-propionat, Lankacidin C 8-acetat, Lankacidin C 8-propionat, Lankacidinol A, Lankacidinol und Mischungen dieser Verbindungen bevorzugt eingesetzt. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von Lankacidin A und/oder Lankacidin C.
Die erfindungsgemäße Verwendung zur Behandlung von Schweinen kann eine Verbindung der Formel (I) oder gleichzeitig zwei oder mehr Verbindungen der Formel (I) enthalten, so z. B. eine Mischung mit einem vorwiegenden Gehalt von Lankacidin A mit Lankacidin C. Zusätzlich können Fermentationsmedien, die bei der Züchtung des vorstehend angeführten Organismus Streptomyces rochei var. volubilis erhalten werden, in Form von getrockneten Produkten oder Extrakten eingesetzt werden.
Die erfindungsgemäß verwendete Zusammensetzung zur Vorbeugung der oder zur Behandlung von Schweinedysenterie kann durch Formulierung der Verbindung der Formel (I) in Dosierungsformen wie Pulver, Granulate, Tabletten, Flüssigkeiten, Pasten, Kapseln, Injektionen, Lösungen, und dergleichen entweder zusammen mit einem festen oder flüssigen Verdünnungsmittel, ohne Verdünnungsmittel, oder nach Stabilisierung mittels Überziehens oder durch Versetzen des Futters oder Trinkwassers direkt oder als Vormischung in einem Verdünnungsmittel, dispergiert eingesetzt werden. Als Verdünnungsmittel sind die üblichen Träger, Vehikel und Verdünnungsmittel geeignet.
Das Verdünnungsmittel kann ein an sich bekanntes, physiologisch verträgliches Mittel sein, günstigerweise ein solches, das selbst als Futtermittel oder als Futtermittel- Bestandteil dient. Im allgemeinen wird die Verbindung der Formel (I) zu einem Futtermittel formuliert oder in eine Vormischung übergeführt, die dann dem zu verabreichenden Futtermittel einverleibt wird. Feste Verdünnungsmittel sind z. B. Basis-Futtermittel für Schweine, wie z. B. Gersten-, Weizen-, Roggen-, Mais- oder Sojabohnenmehl, Sojabohnenschrotmehl, Rapsschrotmehl, Spreu, Reiskleie, entfettete Reiskleie, Süßkartoffelpulver, Weißkartoffelpulver, Sojabohnenflockenkuchen, Stärke, Lactose, Sucrose, Glucose, Fructose, Hefe, Abfallhefe, Fischmehl und dergleichen, und anorganische Materialien wie z. B. Talk, Weißton und Ton. Als flüssige Verdünnungsmittel sind z. B. Wasser, physiologische Salzlösungen oder physiologisch verträgliche organische Lösungsmittel geeignet.
Geeignete Hilfsmittel wie z. B. Emulgatoren, Dispergiermittel, Suspensionsmittel, Netzmittel, Verdickungsmittel, Geliermittel, Solubilisierungsmittel und Stabilisatoren können in geeigneten Mengen zugegeben werden. Weiters kann ein antiseptisches, fungizides, antibiotisches Mittel, ein Hefepräparat und/oder ein Lactobacilluspräparat in die Formulierung eingebracht werden. Die Komposition kann weiters Vitamine, Mineralien und Aminosäuren enthalten. Als Mineralien sind z. B. Mangan, z. B. Mangankarbonat, Mangansulfat, Eisen, z. B. Ferrofumarat, Ferrosulfat, Kobalt, z. B. Kobalt(o)sulfat, Kobalt(o)chlorid, Kupfer, z. B. Cuprisulfat, Cupriphosphat, Cuprichlorid, Zink, z. B. Zinkcarbonat, Zinkchlorid, Jod, z. B. Calciumjodat, Calciumjodid, Natriumjodid, zu nennen. Als Vitamine sind wasserunlösliche Vitamine, wie z. B. Vitamin A und Vitamin D₃ und wasserlösliche Vitamine, wie z. B. Vitamin B₁ und Vitamin C, zu nennen. Beispiele für geeignete Aminosäuren sind essentielle Aminosäuren, wie z. B. D,L-methionin und Lysin.
Die erfindungsgemäß verwendete Komposition in Form eines Futtermittels enthält vorteilhaft Maisschrotmehl und/oder Sojabohnenschrotmehl als Verdünnungsmittel, in Form eines Vorgemisches enthält sie vorteilhaft weiters ein Mineral oder mehrere der in Futtermitteln üblicherweise enthaltenen Mineralien.
Die erfindungsgemäß verwendete Verbindung der Formel (I) kann vorteilhaft zu einer Vormischung formuliert und dann den Schweinen in Form eines Gemisches aus Vormischung und Verdünnungsmitteln verabreicht werden. Eine solche Vormischung enthält vorteilhaft die Verbindung der Formel (I) in einer Konzentration von etwa 0,5 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise etwa 1 bis 50 Gew.-%.
Die die erfindungsgemäß verwendete Verbindung der Formel (I) enthaltende Komposition kann z. B. durch Mischen der Verbindung der Formel (I) mit den oben angeführten Verdünnungsmitteln hergestellt werden. Wenn von der Vormischung gemäß der Erfindung ausgegangen wird, kann die Komposition durch weiteres Mischen mit einem oder mehreren Mineral(ien) hergestellt werden.
Die Komposition kann im Hinblick auf ihre praktische Anwendung, d. h. Stabilisierung der Verbindung I, Verteilung und Verabreichung, vorzugsweise in den festen Zustand gebracht werden.
Die richtige Dosierungsmenge der Verbindung der Formel (I) für die Prophylaxe oder die Behandlung von Schweinedysenterie hängt von Alter und Zustand der Schweine, der Art der Verabreichung und dergleichen ab.
Im allgemeinen wird die Verbindung der Formel (I) den Schweinen peroral in Dosierungsmengen von etwa 0,025 bis etwa 25 mg/kg Körpergewicht verabreicht, in der Praxis kann ein Futtermittel, das eine Verbindung der Formel (I) in einer Konzentration von etwa 0,5 bis etwa 500 ppm (bezogen auf Gewicht) enthält, den Schweinen nach Belieben verabreicht werden.
Genauer ausgedrückt, ist es bei der Prophylaxe gegen Schweinedysenterie bevorzugt, die Verbindung der Formel (I) in Dosierungsmengen von etwa 0,05 bis etwa 25 mg/kg/Tag zu verabreichen, geeigneterweise durch Einbringen einer Verbindung der Formel (I) in ein Futtermittel in einer Konzentration von etwa 1 bis etwa 500 ppm, vorzugsweise von 2 bis 200 ppm. Bei der Behandlung von Schweinedysenterie wird die Verbindung der Formel (I) vorzugsweise in Dosierungsmengen von etwa 1 bis etwa 25 mg/kg/Tag, geeigneterweise durch Einbringen der Verbindung der Formel (I) in ein Futtermittel in einer Konzentration von etwa 2 bis etwa 500 ppm, vorzugsweise von etwa 2,5 bis etwa 200 ppm, verabreicht. Für die Erhöhung der Schweine-Produktivität wird die Verbindung der Formel (I) in Dosierungsmengen von etwa 0,025 bis etwa 10 mg/kg/Tag, geeigneterweise durch Einbringen in ein Futtermittel in einer Konzentration von etwa 0,5 bis etwa 200 ppm, vorzugsweise von etwa 1 bis etwa 100 ppm, verabreicht.
Die Toxizität der Verbindung der Formel (I) gegenüber Tieren ist sehr gering. So z. B. betrug bei akuten Toxizitätsversuchen mit Mäusen der perorale LD₅₀-Wert mehr als 10 000 mg/kg jeweils für Lankacidin C, Lankacidin C 14-propionat und Lankacidin A und der intraperitoneale LD₅₀-Wert betrug 8000 bis 10 000 mg/kg für Lankacidin A, mehr als 10 000 mg/kg für Lankacidin C 14-propionat und 4500 mg/kg für Lankacidin C.
Aus dieser Tatsache geht nicht nur die hohe Sicherheit für den Menschen bei der Herstellung und Verteilung, sondern auch eine größere Toleranzbreite gegenüber den Tieren hervor. Daher ist bei der Verabreichung der Verbindung der Formel (I), wenn sie in ein Futtermittel einverleibt ist, auch ein gewisser Grad von Inhomogenität beim Mischen für die betreffenden Tiere nicht gefährlich.
Die Erfindung wird anhand der nachstehenden, keineswegs einschränkenden Versuchs-Beispiele und Dosierungsform-Beispiele näher erläutert.
Test-Beispiel 1
Mehrere Mittel wurden bezüglich ihrer antibakteriellen Wirkung in vitro gegen Treponema hyodysenteriae, die pathogenen Bakterien, die Schweinedysenterie verursachen, nach dem Verfahren der Prüfung der Empfindlichkeit des Treponema hyodysenteriae gegen Medikamente geprüft, siehe Kashiwazaki et al. enthalten in der Abstracta der Arbeiten, die auf der 82. Tagung der Japanese Society of Veterinary Science vorgelegt wurden (S. 101, 1976). Die erzielten Ergebnisse sind aus Tabelle 1 ersichtlich. Lankacidin C wies starke antibakterielle Wirkung auf, zu Vergleichszwecken eingesetzte andere Antibiotika waren wirkungslos.
Tabelle 1
(1) Stämme: Die Stämme gehören zu Treponema hyodysenteriae, die aus den blutig-schleimigen Faeces von von Dysenterie befallenen Schweinen in Japan stammen.
(2) Versuch auf antimikrobielle Wirkung: Agar-Verdünnungs- Methode.
(3) Größe des Inoculums: 1 Schleife mit Bakteriensuspension (10⁶ CFU/ml).
(4) Kulturbedingungen: Anaerobes System (GasPak, BBL), 37°C, 2 Tage.
Test-Beispiel 2
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurden typische der Verbindungen der Formel (I) in bezug auf ihre antibakterielle Wirkung in vitro untersucht. Die Ergebnisse sind aus Tabelle 2 ersichtlich. Alle geprüften Mittel wiesen starke antibakterielle Wirkung gegenüber Treponema hyodysenteriae auf, obgleich sich unterschiedliche MIC-Werte zeigten.
Tabelle 2
Test-Beispiel 3
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurden die Verbindung der Formel (I) enthaltende Mittel bezüglich ihrer antibakteriellen Wirkung in vitro untersucht. Die Ergebnisse sind aus Tabelle 3 ersichtlich. Alle untersuchten Mittel wiesen starke antibakterielle Wirkung gegenüber Treponema hyodysenteriae auf.
Tabelle 3
Test-Beispiel 4
Lankacidin A, Lankacidin C, Lankacidin C 8-acetat, Lankacidin C 14-propionat, Lankacidinol A und Lankacidinol wurden bezüglich ihrer Wirkung gegen Schweinedysenterie durch experimentelle Infektion von Mäusen mit Schweinedysenterie geprüft.
Es wurde ein experimentelles Infektionsmodell von Schweinedysenterie bei Mäusen ähnlich dem von Joens et al. in Infection and Immunity, 25, 757-760 (1979), American Journal of Veterinary Research, 41, 1225-1226 (1980) and Veterinary Record, 107, 527-529 (1980) beschriebenen verwendet. Demgemäß wurde ein Feld-Isolat von Treponema hyodysenteriae, das durch anaerobe Kultur auf mit 5% defibriertem Pferdeblut versetzten Soja-Agar-Platten (Trypticase, BBL) erhalten worden war, mit dem Kulturmedium zusammen zerdrückt und mit Trypticase (BBL)-Sojakulturbrühe doppelt verdünnt. Mit dieser Infektions-Verdünnung wurden Mäuse intragastrisch beimpft. Jedes zu prüfende Mittel wurde in einer 5%igen Gummi arabicum-Lösung suspendiert und peroral von Tag 1 bis Tag 4 nach der Infektion zwangsläufig verabreicht. Sieben Tage nach der Infektion wurde das Cöcum (der Blinddarm) auf Läsionen hin überprüft, es wurde samt seinem Inhalt zerquetscht und der Analyse hinsichtlich Befalles mit Treponema hyodysenteriae unterworfen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefaßt. Die erfindungsgemäßen Mittel zeigten bei jeder der Gruppen, an die sie verabreicht wurden, ausgezeichnete Wirkung.
Tabelle 4
Test-Beispiel 5
Lankacidin C wurde unter experimentellen Infektionsbedingungen auf seine Wirkung gegen Schweinedysenterie untersucht. 12 sechs Wochen alte Landrace-Schweine (4 pro Gruppe) wurden untersucht. Das Testmittel wurde in einer Konzentration von 100 ppm mit dem üblich formulierten Startfuttermittel für Jungschweine ohne Antibiotika vermischt. Den Tieren wurde uneingeschränkter Zutritt zum Futtermittel gewährt. Die Infektion der SPF-Schweine erfolgte durch direkte intragastrische Verabreichung eines Inoculums, das in anaerober Kultur des Stammes Treponema hyodysenteriae 78/A auf einer mit 5% Pferdeblut versetzten Agar-Platte, Zerdrücken der Kultur zusammen mit dem Kulturmedium und Vermischen mit mit 5% Mucin versetztem Phosphatpuffer erhalten worden war. Der Inhalt des Dickdarms und die Schleimhäute der Schweine, bei welchen typische Symptome der Schweinedysenterie auftraten, wurde gesammelt und mit mit 5% Mucin versetztem Phosphatpuffer doppelt verdünnt. Die Verdünnung wurde als endgültiges Inoculum verwendet, 100 ml davon wurden direkt in die Mägen von sieben Wochen alten Testschweinen, die 24 Stunden vor der Infektion nüchtern gehalten worden waren, injiziert. Die Schweine wurden nach der Infektion 21 Tage lang gefüttert. Die erzielten Ergebnisse sind in Tabelle 5 zusammengefaßt. Während sich Maridomycin als wirkungslos erwies, zeigte Lankacidin C ausgezeichnete Wirkung gegen Schweinedysenterie.
Tabelle 5
Test-Beispiel 6
Lankacidin C wurde bei Konzentrationen in Futtermitteln von 100 ppm und weniger nach dem in Beispiel 5 beschriebenen Verfahren untersucht. Zum Vergleich wurde ein unter dem Handelsnamen Carbadox vertriebenes, bekanntes Mittel gegen Schweinedysenterie verwendet. Auch aus den Fütterungsergebnissen geht hervor, daß Lankacidin C dem handelsüblichen Mittel Carbadox als Mittel gegen Schweinedysenterie weit überlegen ist, siehe dazu Tabelle 6.
Tabelle 6
Test-Beispiel 7
Nach dem in Beispiel 6 beschriebenen Verfahren wurde die Wirkung von je 10 ppm Lankacidin A und Lankacidin C 14-propionat als Mittel gegen Schweinedysenterie untersucht. Die erzielten Ergebnisse sind in Tabelle 7 zusammengefaßt. Lankacidin A und Lankacidin C 14-propionat erweisen sich als sehr wirksam gegen Schweinedysenterie.
Tabelle 7
Test-Beispiel 8
Diese Untersuchung wurde unter den Bedingungen der sogenannten therapeutischen Verabreichung durchgeführt. Mit der Verabreichung wurde sofort begonnen, wenn sich bei den Schweinen klinische Symptome der Schweinedysenterie zeigten. Die Infektionsmethode war die in Beispiel 5 beschriebene. Es wurden fünf Schweine untersucht, bei welchen am gleichen Tag, d. h. dem 6. Tag, nach der Infektion Krankheitssymptome auftraten. Gleichzeitig mit dem Auftreten der Symptome wurden die Schweine mit einem Futtermittel versorgt, das 50 ppm Lankacidin C enthielt. Die erzielten Ergebnisse sind in Tabelle 8 zusammengefaßt. In allen Fällen wurde ab dem auf die Verabreichung folgenden Tag keine blutig-schleimige Diarrhöe mehr beobachtet, die ausgeschiedenen Fäkalien waren lose oder normal. Nach 2 Tagen war die Anzahl der lebensfähigen pathogenen Bakterien in den Faeces unter die Nachweis-Grenze abgesunken (10² CFU/g). Die 15 Tage nach Auftreten der Symptome (9 Tage nach Abbruch der Verabreichung) durchgeführte Autopsie zeigte keine Dickdarmläsionen, es konnten auch keine pathogenen Bakterien festgestellt werden.
Tabelle 8
Test-Beispiel 9
Auf die in Beispiel 8 beschriebene Weise wurde die therapeutische Wirkung der Lankacidine bei Schweinedysenterie unter therapeutischen Bedingungen untersucht. Die Wirkung wurde auf Grund des Zustandes der Faeces bewertet. Die erzielten Ergebnisse sind aus Tabelle 9 ersichtlich, sie zeigen, daß Lankacidin A, Lankacidin C und Lankacidin C 14-propionat bei einer Dosierungsmenge von 50 ppm therapeutisch wirksam sind.
Tabelle 9
Aus den Ergebnissen der vorstehenden Versuchsbeispiele 1-9 geht hervor, daß die Verbindung der Formel (I) ausgezeichnete Ergebnisse in bezug auf ihre Wirkung als Mittel für die Vorbeugung gegen und Behandlung von Schweinedysenterie liefert und ähnlichen, handelsüblichen, antibiotischen Mitteln gegen Schweinedysenterie überlegen und daher für die Viehzucht sehr nützlich ist.
Beispiel 1
Durch Einbringen der Verbindung der Formel (I) in folgende Grund-Futtermittel oder in einen Teil der dafür bestimmten Materialien in einer beliebigen Konzentration können Futtermittel für die Vorbeugung der oder Behandlung von Schweinedysenterie hergestellt werden.
Beispiel 2
Durch Einbringen der Verbindung der Formel (I) in das nachstehend mit a) oder b) bezeichnete Vitamin-Mineral-Gemisch und ein Grund-Futtermittel (z. B. entfettete Reiskleie) zusammen mit einer Aminosäure (z. B. D,L-methionin, Lysin · Hydrochlorid) in beliebiger Konzentration können erfindungsgemäße Vormischungen hergestellt werden.
Zusammensetzung des Grund-Futtermittels in %

Claims (5)

1. Verwendung einer oder mehrerer Verbindung(en) der allgemeinen Formel worin R¹ für =O oder und R² und R³ jeweils für Wasserstoff oder ein von einer Carbonsäure abgeleitetes Acyl steht, gemeinsam mit einem physiologisch annehmbaren Verdünnungsmittel zur Prophylaxe oder Behandlung der durch Treponema hyodysenteriae hervorgerufenen Schweinedysenterie.
2. Verwendung der Verbindungen nach Anspruch 1, wobei R¹ für =O und R² und R³ jeweils für Wasserstoff oder einen niedrigen Fettsäure-Rest steht.
3. Verwendung der Verbindungen nach Anspruch 2, wobei R² für Wasserstoff und R³ für einen Fettsäure-Rest mit 2 bis 4 C-Atomen steht.
4. Verwendung von Lankacidin A oder einer Mischung aus einer vorherrschenden Menge Lankacidin A mit Lankacidin C nach Anspruch 1.
5. Verwendung der Zusammensetzung nach den Ansprüchen 1 bis 4 in Form einer Vormischung, die den Wirkstoff in einer Konzentration von 0,5 bis 80 Gew.-% enthält.
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