DE3515532C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer gerollten Waffeltüte - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer gerollten WaffeltüteInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die Herstellung von gerollten, vorzugsweise kegelförmigen, Hohlwaffeln aus einzel
nen aus zuckerhältigem Teig gebackenen Waffelfladen. Gerollte Hohlwaffeln sind als Waffeltü
ten, Zuckertüten und Waffelröllchen bekannt, welche jeweils durch Rollen eines gebackenen
Waffelblattes oder Waffelfladens zu einer kegelförmigen oder zylindrischen Gestalt herge
stellt werden. Diese Waffelprodukte sind ein Teil der aus der Nahrungs- und Genußmittelindu
strie bekannten, maschinell hergestellten Waffelprodukte, die gefüllt oder ungefüllt in den
Handel kommen und allgemein als Genußmittel bekannt sind. Zu diesen Produkten der Waffelindu
strie zählen neben den bereits genannten Waffeltüten, Zuckertüten und Waffelröllchen, auch
andere Waffelprodukte, wie z. B. gegossene Waffeltüten, Waffelbecher, Waffelteller, flache
Waffelscheiben, niedere Hohlwaffeln, Hohlhippen, Eistüten, gefüllte Waffeln, Eiswaffeln,
kleine gefüllte Waffelstangen, Waffelschnitten u. dgl. mehr.
Bei diesen Waffelprodukten handelt es sich um aus Waffelteig hergestellte Backprodukte von
knuspriger, spröder, rescher und leicht zerbrechlicher Konsistenz, welche so trocken wie
möglich gebacken werden und einen sehr niedrigen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Der dabei
verwendete Waffelteig kann für die Herstellung süßer Waffelprodukte einen relativ hohen
Zuckergehalt aufweisen. Solche Waffelteige ergeben Waffelprodukte, die in backwarmem Zustand
noch formbar sind. Diese Eigenschaft wird bei der Herstellung von Hohlhippen, Zuckereistüten,
Zuckerwaffelröllchen u. dgl. ausgenützt, wobei jeweils zuerst einzelne Waffelblätter oder ein
endloses Waffelband gebacken und im noch backweichen Zustand in die endgültige Gestalt ge
formt werden.
Andere Waffelprodukte werden bereits in ihrer endgültigen Gestalt gebacken, wie dies z. B.
für gegossene Waffeltüten, Waffelbecher, Waffelscheiben, niedere Hohlwaffel u. dgl. zutrifft.
Je nach Art des Waffelproduktes können diese mit verschiedenen Überzügen, z. B. aus Zucker
oder Schokolade, versehen sein und/oder verschiedene Füllungen, wie z. B. Speiseeis, verschie
dene Cremes, Schokoladen u. dgl. aufweisen.
Von diesen eben beschriebenen Waffelprodukten sind jene Waffel zu unterscheiden, die, übli
cherweise von der Hausfrau im Waffeleisen gebacken, ein weiches semmel- oder pfannkuchenähnli
ches Backprodukt darstellen. Diese von der Hausfrau hergestellten Waffeln besitzen hinsicht
lich ihrer Konsistenz und Verwendbarkeit keinerlei Ähnlichkeit mit den weiter oben beschriebe
nen Waffelprodukten der Waffelindustrie.
Bei der Herstellung von gerollten Hohlwaffeln ist es bekannt, die aus einem Waffelbackautoma
ten austretenden aus einem hochzuckerhältigen Waffelteig erbackenen Waffelfladen in Wickelfor
men um einen Wickeldorn herum in ihre endgültige Gestalt, z. B. eine kegelförmige Tüte, einzu
rollen. Dabei wird der jeweils aus dem Waffelbackofen austretende zumeist mit einem Muster
versehene Waffelfladen entweder direkt von den Waffelbackplatten abgenommen, in die Wickel
form eingeführt und in dieser durch Drehen des Wickeldorns eingerollt oder mittels einer
eigenen Abnahmevorrichtung von den Waffelbackplatten abgenommen und der Wickelform zum Einrol
len zugeführt. Nach dem Einrollen bleibt der Wickeldorn vorzugsweise stehen oder dreht sich
mit geringer Geschwindigkeit und der eingerollte Waffelfladen wird nach einer gewissen Abkühl
zeit, in der er eine stabilere Konsistenz annimmt, vorzugsweise mit dem Wickeldorn aus der
Wickelform ausgeformt.
Da die Gestalt der so hergestellten Hohlwaffeln, davon abhängt, wie der jeweilige Waffelfla
den eingerollt wird bzw. wie gleichmäßig aufeinanderfolgende Waffelfladen eingerollt werden,
weisen diese Hohlwaffeln Schwankungsbreiten hinsichtlich ihrer Formgenauigkeit, insbesondere
bezüglich Länge, Durchmesser u. dgl. , auf. Dies ist darauf zurückzuführen, daß bei der Abnah
me des Waffelfladens von der Backplatte und dem Einführen derselben in die Wickelform schon
geringe Unterschiede in der Fladenform bzw. -größe zu einem leichten Verdrehen des Fladens
beim Einziehen in die Wickelform führen, wodurch die Höhe des gerollten Wickelkörpers unter
schiedlich ist und es dadurch auch zu einem stufigen Versatz im oberen Rand des Wickelkörpers
kommen kann. Bei kegelförmig gerollten Waffeltüten (Zuckertüten), die aus der Kegelform ange
paßten Waffelfladen gerollt werden, führen diese, auch bei sehr präzisem Einrollen unvermeid
baren Schwankungen zu Tüten mit variierendem Öffnungsdurchmesser und variierender Höhe und
damit auch zu unterschiedlichen Stapelmaßen und Fassungsvermögen für Eis u. dgl.
Dies gilt beispielsweise auch für die gemäß der US-PS 3 157 134 hergestellten Waffeltüten
mit nach außen vorstehenden Tütenrändern, welche durch Einrollen von Waffelfladen in speziel
len Wickelformen hergestellt werden, in denen der Tütenrand jeweils durch plastisches Verfor
men des oberen Fladenrandes erzeugt wird, während der Waffelfladen von einem rotierenden
Wickeldorn in der betreffenden Wickelform zur Waffeltüte eingerollt wird. Dabei werden die
Waffelfladen jeweils am oberen Fladenrand einseitig abgebremst und innerhalb der jeweiligen
Wickelform geringfügig verdreht bzw. verzogen, wodurch sich auch die Ausbildung des spitzen
Tütenendes entsprechend geringfügig verändert. Die eingerollten Waffeltüten haben zwar kor
rekt geformte, nach außen vorstehende Tütenränder aber vom Einziehen und Verdrehen des jewei
ligen Waffelfladens innerhalb der jeweiligen Wickelform abhängige, von Waffeltüte zu Waffeltü
te geringfügig unterschiedliche Höhen.
Diese Unterschiede in der Gestalt der Tüten führen zu großen Problemen bei der weiteren
maschinellen Verarbeitung der Tüten, wie Konfektionieren, Füllen u. dgl.
Um in Hochleistungsmaschinen weiterverarbeitet werden zu können, werden die Tüten zu langen
Stapeln ineinandergesteckt, wobei das Stapelmaß - d. i. jene Länge einer Tüte, die über die
Tüte, in deren Öffnung sie hineingesteckt ist, hinausragt - innerhalb möglichst enger Toleran
zen liegen soll. Diese oben genannten Schwankungen in der Gestalt der Tüten führt nun dazu,
daß das Stapelmaß sehr großen Schwankungen unterliegt, wodurch es beim Vereinzeln der Tüten
zu Problemen mit den Abzieh- und Halteorganen und zum Abziehen zweier Tüten auf einmal bzw.
zur Zerstörung der abzuziehenden Tüte kommt.
Neben den gerollten Waffeltüten sind seit langem die gegossenen Waffeltüten bekannt. Bei der
Herstellung der gegossenen Waffeltüten wird eine Gußform verwendet, die die gewünschten Maße
der Waffeltüte und die gewünschten Oberflächenstrukturen für die Tütenaußenseite aufweist. In
diese Gußform wird flüssiger Waffelteig eingegossen, zur fertigen Tüte ausgebacken und als
fertige Tüte herausgenommen. Der dabei verwendete Waffelteig hat bei der Herstellung sogenann
ter Strohtüten keinen bzw. nur einen sehr geringen Zuckergehalt (max. 5%), um ein möglichst
unbeschädigtes Herauslösen der Tüte aus der Gußform zu erreichen. Es werden auch schon gegos
sene Waffeltüten mit einem Zuckergehalt von bis zu 30% hergestellt, jedoch erfordert deren
Herstellung besondere Maßnahmen, wie spezielle Zugaben zum Teig, eine besondere Behandlung
der Gußformen usw., um beim Ausbacken das starke Anhaften der Tüten an den Gußformen zu ver
meiden und ein sicheres unbeschädigtes Herauslösen der Tüten zu gewährleisten. Waffeltüten
aus hoch zuckerhältigem Waffelteig, mit einem Zuckergehalt von über 35%, das sind die soge
nannten Zuckertüten, werden in der Praxis als gerollte Zuckertüten hergestellt.
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, hochzuckerhältigen Waffelteig in einer der Gestalt
der gewünschten Waffeltüte nur ungefähr ähnlichen, mit glatten Wänden versehenen Gußform zu
einer sehr lockeren Grobform der Tüte zu backen. Diese Grobform-Tüte wird aus der Gußform
herausgenommen in eine mit den genauen Abmessungen und der gewünschten Oberflächenstruktur
(Muster) versehene Neugestaltungsform eingebracht und in dieser erst zur gewünschten fertigen
Tüte zusammengedrückt. Dabei wird die Wandstärke der Grobform-Tüte stark reduziert und die
Gestalt der Grobform-Tüte in die der fertigen Tüte umgewandelt. In der Praxis ist dieses
bekannte Verfahren zur Herstellung einer gegossenen Tüte im industriellen Maßstab nicht durch
führbar, weil ein rasches weitgehend unbeschädigtes Ausformen der sehr lockeren, infolge des
hochzuckerhältigen Waffelteiges an der Gußform stark haftenden Grobform-Tüte aus der Gußform
nicht möglich ist und die beim Ausformen auftretenden, bisher noch ungelösten Probleme keine
hohen Taktzahlen bei der Tütenherstellung erlauben.
Aufgabe der Erfindung ist es, die aufgezeigten Nachteile bei gerollten Tüten zu beseitigen
und die Herstellung gerollter Waffeltüten hoher Formgenauigkeit zu ermöglichen.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von gerollten
Waffeltüten aus einzelnen, aus zuckerhältigem Waffelteig gebackenen Waffelfladen vor, bei
welchem die Waffelfladen zuerst im backweichen, formbaren Zustand zur vorbestimmten Gestalt
einer Tüte eingerollt und dann in dieser Gestalt erstarren gelassen werden. Dieses Verfahren
ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß jeder Waffelfladen zuerst zur vorbestimmten
Gestalt einer Tüte frei eingerollt wird, daß dann die fertig eingerollte Waffeltüte durch
plastisches Verformen von Randbereichen auf eine vorbestimmte Längserstreckung der Waffeltüte
kalibriert wird und daß dann die kalibrierte Waffeltüte erstarren gelassen wird.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird der Waffelfladen völlig unbehindert zu einer Tüte frei
eingerollt, deren Längserstreckung sich aus dem freien Einrollen des Waffelfladens ergibt,
und die Tüte im noch verformbaren Zustand durch plastisches Verformen von Randbereichen auf
eine vorbestimmte Längserstreckung verkürzt bzw. kalibriert bevor sie erstarren gelassen
wird. Beim erfindungsgemäßen Kalibrieren bzw. Verkürzen wird der eingerollte Waffelfladen nur
an einem Tütenende bzw. nur an einem Ende der Wickelform oder an beiden Tütenenden bzw. an
beiden Enden der Wickelform plastisch verformt, wobei vom freien Einrollen des Waffelfladens
herrührende Unregelmäßigkeiten im jeweiligen Randbereich der Waffeltüte ausgeglichen und
gleichzeitig die Längserstreckung der Waffeltüte definiert wird. Dabei wird der Öffnungsrand
der Waffeltüte plastisch verformt, sodaß er einen genau senkrecht zur Wickelachse bzw. Tüten
achse angeordneten Kreis bildet. Das spitze Ende der Waffeltüte wird in einem genau definier
ten und vom freien Einrollen des Waffelfladens unbeeinflußten Abstand vom Öffnungsrand der
Waffeltüte geformt.
Erfindungsgemäß kann die fertig eingerollte Waffeltüte während des Kalibrierens weiterge
dreht werden.
Alternativ dazu kann die fertig eingerollte Waffeltüte im Stillstand kalibriert werden.
Erfindungsgemäß kann die fertig eingerollte Waffeltüte nur im Randbereich von einem ihrer
Enden kalibriert werden.
Weiters schlägt die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung dieser Verfahren vor, bei
welcher auf einem Drehgestell zum Einrollen der Waffelfladen Wickelvorrichtungen angeordnet
sind, die jeweils einen, am Ende einer gegenüber dem Drehgestell verschiebbaren Wickelwelle
befestigten, in eine am Drehgestell angebrachte Wickelform einbringbaren Wickeldorn aufweisen
und durch Verdrehen des Drehgestelles von einer Aufnahmestation für die einzurollenden Waffel
fladen über eine Ausformstation für die erstarrten Waffeltüten zu einer Ausgabestation für
die fertigen Waffeltüten bewegbar sind. Diese Vorrichtung ist erfindungsgemäß dadurch gekenn
zeichnet, daß jede Wickelvorrichtung mit zumindest einer, einem Ende der Wickelform zugeordne
ten Kalibriervorrichtung versehen ist, die zumindest einen in die Wickelform, vorzugsweise
zwischen Wickelform und Wickeldorn einbringbaren Kalibrierfinger aufweist. Mit Hilfe des
Kalibrierfingers wird der jeweilige Rand der fertig eingerollten Waffeltüte plastisch ver
formt.
Erfindungsgemäß kann die Kalibriervorrichtung auf der Wickelwelle verschiebbar angeordnet
sein.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Kalibriervorrich
tung einen auf der Wickelwelle gelagerten Träger für die Kalibrierfinger und einen mit der
Wickelform in Eingriff bringbaren und auf der Wickelwelle gelagerten Stützteller aufweist,
der mit Schlitzen für den Durchtritt der Kalibrierfinger versehen ist, wobei der Träger über
eine an ihm angebrachte, mit stationär angeordneten Führungen zusammenwirkende Rolle gegen
den Stützteller entlang der Wickelwelle verschiebbar ist. Diese Ausbildung ermöglicht eine
präzise Bewegung der Kalibrierfinger, weil sowohl der Kalibrierfingerträger als auch der
Stützteller auf der Wickelwelle gelagert sind.
Erfindungsgemäß kann der Stützteller eine der Wickelform zugewandte konische Zentrierfläche
aufweisen, die auf eine konische Zentrierfläche der Wickelform aufsetzbar ist. Dadurch ist
eine Zentrierung und Ausrichtung von Wickelform, Kalibriervorrichtung und Wickeldorn er
reicht, wobei die Kalibriervorrichtung eine zusätzliche Lagerung der Wickelwelle bei in die
Wickelform eingeführtem Wickeldorn vorsieht.
Erfindungsgemäß kann die auf der Wickelwelle verschiebbar angeordnete Kalibriervorrichtung
zwischen Wickelform und Wickeldorn einführbare Kalibrierfinger aufweisen, die entlang einer
Kegelfläche verschiebbar sind.
Erfindungsgemäß kann die auf der Wickelwelle verschiebbar angeordnete Kalibriervorrichtung
zwischen Wickelform und Wickeldorn einführbare, entlang einer zur Wickelwelle konzentrischen
Zylinderfläche verschiebbare Kalibrierfinger aufweisen.
Für das Kalibrieren der fertig eingerollten Waffeltüte im Stillstand wird erfindungsgemäß
eine Kalibriervorrichtung bevorzugt, bei der die in den Spalt zwischen Wickelform und Wickel
dorn einführbaren Kalibrierfinger zumindest in Kalibrierstellung mit ihren Enden einen ge
schlossenen Kreis bilden.
Wird die fertig eingerollte Waffeltüte während des Kalibrierens weitergedreht, so kann erfin
dungsgemäß zumindest das in den Spalt zwischen Wickelform und Wickeldorn einführbare Ende
eines Kalibrierfingers eine in Drehrichtung der Wickelwelle abfallende Schrägfläche aufwei
sen.
Erfindungsgemäß kann die Kalibriervorrichtung am Drehgestell befestigt sein und zumindest
einen parallel zur Wickelwelle verschiebbaren, in die Wickelform ragenden Kalibrierfinger
aufweisen.
Erfindungsgemäß kann bei kegelförmig ausgebildeter Wickelvorrichtung das spitze Ende der
Wickelform eine mit der Wickelwelle koaxiale Bohrung aufweisen, in der der Kalibrierfinger
der Kalibriervorrichtung verschiebbar angeordnet ist.
Erfindungsgemäß kann die Kalibriervorrichtung zum Verschieben der Kalibrierfinger eine am
Kalibrierfingerträger angebrachte und mit stationär angeordneten Führungen zusammenwirkende
Rolle aufweisen.
Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung werden nachstehend anhand der in den Zeich
nungen dargestellten Ausführungsbeispielen der erfindungsgemäßen Vorrichtung näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 schematisch einen Waffelbackofen mit angeschlossenem mit
konischen Wickelvorrichtungen versehenen Rollwerk,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch den unte
ren Teil einer konischen Wickelvorrichtung in Arbeitsstellung,
Fig. 3 einen Längsschnitt
durch eine andere Ausführungsform einer konischen Wickelvorrichtung,
Fig. 4 einen Längs
schnitt durch eine weitere Ausführungsform einer Wickelvorrichtung und
Fig. 5 einen Quer
schnitt der Fig. 4 entlang der Linie 4-4.
In einem Waffelbackofen 1 mit umlaufenden Backzangen werden aus hochzuckerhältigem Teig
einzelne Waffelfladen gebacken und an der Ausgabestation des Waffelbackofens 1 an ein Roll
werk 2 übergeben, das mit seinen Wickelformen 3 die Waffelfladen im backweichen, formbaren
Zustand einzeln von den geöffneten Backzangen abnimmt, zur vorbestimmten Gestalt der Waffeltü
te einrollt und als erstarrte Waffeltüte ausgibt.
Erfindungsgemäß wird jede Waffelflade im backweichen, formbaren Zustand zu einer Tüte, frei
eingerollt, wobei sich die Ränder der Waffelflade während des Einrollens ohne Behinderung
frei bewegen. Nach dem Einrollen der Waffelflade zu einer Tüte, wird diese Waffeltüte auf
eine vorbestimmte Längserstreckung verkürzt, in dem die Randbereiche der Waffeltüte, am offe
nen Tütenende gegebenenfalls auch am spitzen Tütenende plastisch verformt werden, sodaß beim
Einrollen entstandene Unregelmäßigkeiten ausgeglichen und der Waffeltüte eine genau definier
te Längserstreckung erteilt wird. Danach wird die Hohlwaffel erstarren gelassen.
Beim Verkürzen einer Waffeltüte wird das offene Tütenende zu einem senkrecht zur Wickelachse
angeordneten Kreis plastisch verformt.
Bei der in den Zeichnungen dargestellten Vorrichtung handelt es sich um ein mit konischen
Wickelformen 3 ausgerüstetes Rollwerk 2. Das Rollwerk 2 weist ein um eine lotrechte Achse 4
drehbares Gestell auf, das an seinem Umfang die entlang einer Kreisbahn angeordneten Wickel
vorrichtungen 5 trägt. Beim Verdrehen des Gestelles werden die Wickelvorrichtungen 5 nachein
ander von der, der Ausgabestation des Waffelbackofens 1 zugekehrten, Aufnahmestation für die
einzurollenden Waffelfladen über eine Ausformstation für die erstarrten Waffeltüten zu einer
Ausgabestation für die fertigen Waffeltüten bewegt.
Die Gestellachse 4 trägt eine untere kreisförmige Platte 6, auf deren Umfangsbereich die
Wickelformen 3 der Wickelvorrichtungen 5 befestigt sind. Die Wickelvorrichtungen besitzen
jeweils einen, am Ende einer gegenüber dem Drehgestell verschiebbaren Wickelwelle 7 befestig
ten, in eine am Drehgestell angebrachte Wickelform 3 einbringbaren Wickeldorn 8. Auf der
Wickelwelle 7 ist eine Kalibriervorrichtung 9 verschiebbar angeordnet.
Die Kalibriervorrichtung 9 ist einerseits auf der Wickelwelle 7 gelagert und anderseits auf
einer zur Wickelwelle 7 parallelen Säule 10 geführt. Die Kalibriervorrichtung 9 besteht aus
einem auf der Wickelwelle 7 gelagerten mit einem oder mehreren Kalibrierfingern 12 versehenen
Träger 13 und einem mit der Wickelform 3 in Eingriff bringbaren auf der Wickelwelle 7 gelager
ten Stützteller 14, der mit Schlitzen 15 für den Durchtritt der Kalibrierfinger 12 versehen
ist. Der Träger 13 ist über eine an ihm angebrachte, mit stationär angeordneten Führungen
(nicht dargestellt) zusammenwirkende Rolle 16 gegen den Stützteller 14 entlang der Wickelwel
le 7 verschiebbar. Der Stützteller 14 weist eine der Wickelform 3 zugewandte konische Zen
trierfläche 17 auf, welche mit einer konischen Zentrierfläche 18 der Wickelform 3 zusammen
wirkt. Bei in die Wickelform 3 eingeführten Wickeldorn 8 und auf die Wickelform 3 aufgesetz
ter Kalibriervorrichtung 9, wird durch die beiden Zentrierflächen 17, 18 einerseits die Kali
briervorrichtung 9 gegenüber der Wickelform 3 zentriert und anderseits über die Kalibriervor
richtung 9 eine zusätzliche Lagerung der Wickelwelle 7 unmittelbar oberhalb der Wickelform 3
erreicht.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die am Träger 13 der Kalibriervor
richtung 9 befestigten Kalibrierfinger 12 entlang einer, der Kegelform des Wickeldornes 8
entsprechenden Kegelfläche verschiebbar. Zum plastisch Verformen des Tütenrandes wird der
Träger 13 auf der Wickelwelle 7 zur Wickelform 3 hin, entgegen der Kraft der Rückstellfeder
19 verschoben, wobei die Kalibrierfinger 12, in dem zum Einrollen der Waffelfladen vorgesehe
nen Spalt zwischen Wickelform 3 und Wickeldorn 8 bis zu einer durch die Bewegung des Trägers
13 bestimmte Endstellung vorgeschoben werden. Die unteren Enden 20 der Kalibrierfinger 12
weisen in Drehrichtung der Wickelwelle 7 abfallende Schrägflächen auf.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der konische Wickeldorn 8 mit einem
zylindrischen Abschnitt 8' versehen, der sich an dessen kegelförmigen Wickelabschnitt an
schließt. Die zugeordnete Kalibriervorrichtung 9 unterscheidet sich von jener der Fig. 2 nur
dadurch, daß die Kalibrierfinger 12 auf einer zur Wickelwelle 7 koaxialen Zylinderfläche
angeordnet sind und entlang dieser bis zum Beginn des kegeligen Abschnitts des Wickeldorns 8
vorgeschoben werden.
Die Kalibrierfinger 12 können mit ihren Enden 20 einen geschlossenen Kreis bilden, wenn das
plastische Verformen des Tütenrandes bei stillstehendem Wickeldorn 8 vorgenommen werden soll.
Wird der Tütenrand während der Drehbewegung des Wickeldorns plastisch verformt, so brauchen
die Kalibrierfingerenden keinen geschlossenen Kreis zu bilden.
In den Fig. 4 und 5 ist eine Wickelvorrichtung ähnlich der Fig. 2 dargestellt, bei der die
Kalibriervorrichtung 9 drei zwischen Wickelform 3 und Wickeldorn 8 einführbare Kalibrierfin
ger 12 vorgesehen sind. Einer der Kalibrierfinger 12 ist in einer Nut 30 auf der Innenseite
der Wickelform 3 verschiebbar angeordnet. Diese Nut 30 verläuft in der Wickelform 3 bis unter
halb des Tütenrandes. Der Kalibrierfinger 12 ist breiter als die Tütenwandstärke, sodaß beim
plastischen Verformen des Tütenrandes durch dessen Kalibrierfinger 12 die Oberseite des Tüten
randes präzise geformt wird.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine zweite, dem spitzen Ende der
kegelförmigen Wickelform 3 zugeordnete Kalibriervorrichtung 21 vorgesehen. Diese ist am Dreh
gestell befestigt und mit einem auf Führungssäulen 22, 22' verschiebbaren Kalibierfingerträger
23 ausgestattet, der an einem Ende einen Kalibrierfinger und am anderen Ende eine Rolle 24
trägt. Das spitze Ende der Wickelform 3 ist mit einer zur Wickelwelle 7 koaxialen Bohrung 25
versehen, in der der Kalibrierfinger 24 verschiebbar angeordnet ist. Zum Verschieben des
Kalibrierfingers 24 wirkt die am Kalibrierfingerträger 23 angebrachte Rolle 24 mit stationär
angeordneten Führungen (nicht dargestellt) zusammen.
Claims (15)
1. Verfahren zur Herstellung von gerollten Waffeltüten aus einzelnen, aus zuckerhältigem
Waffelteig gebackenen Waffelfladen, bei welchem die Waffelfladen zuerst im backweichen, form
baren Zustand zur vorbestimmten Gestalt einer Tüte eingerollt und dann in dieser Gestalt
erstarren gelassen werden, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Waffelfladen zuerst zur vorbe
stimmten Gestalt einer Tüte frei eingerollt wird, daß dann die fertig eingerollte Waffeltüte
durch plastisches Verformen von Randbereichen auf eine vorbestimmte Längserstreckung der
Waffeltüte kalibriert wird und daß dann die kalibrierte Waffeltüte erstarren gelassen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die fertig eingerollte Waffeltüte
während des Kalibrierens weitergedreht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die fertig eingerollte Waffeltüte
im Stillstand kalibriert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die fertig einge
rollte Waffeltüte nur im Randbereich von einem ihrer Enden kalibriert wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1-4, bei welcher
auf einem Drehgestell zum Einrollen der Waffelfladen Wickelvorrichtungen angeordnet sind, die
jeweils einen, am Ende einer gegenüber dem Drehgestell verschiebbaren Wickelwelle befestig
ten, in eine am Drehgestell angebrachte Wickelform einbringbaren Wickeldorn aufweisen und
durch Verdrehen des Drehgestelles von einer Aufnahmestation für die einzurollenden Waffelfla
den über eine Ausformstation für die erstarrten Waffeltüten zu einer Ausgabestation für die
fertigen Waffeltüten bewegbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß jede Wickelvorrichtung mit
zumindest einer, einem Ende der Wickelform zugeordneten Kalibriervorrichtung versehen ist,
die zumindest einen in die Wickelform, vorzugsweise zwischen Wickelform und Wickeldorn ein
bringbaren Kalibrierfinger aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalibriervorrichtung (9) auf
der Wickelwelle (7) verschiebbar angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalibriervorrichtung (9)
einen auf der Wickelwelle (7) gelagerten Träger (13) für die Kalibrierfinger (12) und einen
mit der Wickelform (3) in Eingriff bringbaren und auf der Wickelwelle (7) gelagerten Stütztel
ler (14) aufweist, der mit Schlitzen (15) für den Durchtritt der Kalibrierfinger (12) verse
hen ist, wobei der Träger (13) über eine an ihm angebrachte, mit stationär angeordneten Füh
rungen zusammenwirkende Rolle (16) gegen den Stützteller (14) entlang der Wickelwelle (7)
verschiebbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützteller (14) eine der
Wickelform (3) zugewandte konische Zentrierfläche (17) aufweist, die auf eine konische Zen
trierfläche (18) der Wickelform (3) aufsetzbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der
Wickelwelle (7) verschiebbar angeordnete Kalibriervorrichtung (9) zwischen Wickelform (3) und
Wickeldorn (8) einführbare Kalibrierfinger (12) aufweist, die entlang einer Kegelfläche ver
schiebbar sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der
Wickelwelle (7) verschiebbar angeordnete Kalibriervorrichtung (9) zwischen Wickelform (3) und
Wickeldorn (8) einführbare, entlang einer zur Wickelwelle (3) konzentrischen Zylinderfläche
verschiebbare Kalibrierfinger (12) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, insbesonders zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die in den Spalt zwischen Wickelform (3) und Wickel
dorn (8) einführbaren Kalibrierfinger (12) zumindest in Kalibrierstellung mit ihren Enden
(20) einen geschlossenen Kreis bilden.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, insbesonders zur Durchführung des Verfah
rens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest das in den Spalt zwischen Wickel
form (3) und Wickeldorn (8) einführbare Ende (20) eines Kalibrierfingers (12) eine in Dreh
richtung der Wickelwelle (7) abfallende Schrägfläche aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalibriervorrichtung (9) am
Drehgestell befestigt ist und zumindest einen parallel zur Wickelwelle (7) verschiebbaren, in
die Wickelform (3) ragenden Kalibrierfinger (24) aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß bei kegelförmig ausgebildeter
Wickelvorrichtung (3) das spitze Ende der Wickelform (3) eine mit der Wickelwelle (7) koaxia
le Bohrung (26) aufweist, in der der Kalibrierfinger (24) der Kalibriervorrichtung (21) ver
schiebbar angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalibriervorrich
tung (21) zum Verschieben der Kalibrierfinger (24) eine am Kalibrierfingerträger (23) ange
brachte und mit stationär angeordneten Führungen zusammenwirkende Rolle (25) aufweist.
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