DE36155C - Tiefbohrverfahren unter Anwendung elektrischer Kraftübertragung und Fortfall des Bohrgestänges - Google Patents

Tiefbohrverfahren unter Anwendung elektrischer Kraftübertragung und Fortfall des Bohrgestänges

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DE36155C
DE36155C DENDAT36155D DE36155DA DE36155C DE 36155 C DE36155 C DE 36155C DE NDAT36155 D DENDAT36155 D DE NDAT36155D DE 36155D A DE36155D A DE 36155DA DE 36155 C DE36155 C DE 36155C
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C. SCHWEND, Regierungsbaumeister a. D. in Mülheim am Rhein, Düsseldorferstrafse 9'/
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Description

KAISERLICHES
Bei dem vorliegenden Verfahren ist die Anwendung der Diamantbohrkrone mit Kernrohr die gebräuchliche. Das Verfahren unterscheidet sich jedoch in folgenden Hauptpunkten von dem bisherigen Verfahren:
1. Das insbesondere bei grofsen Teufen schwere und lange, vielfachen Brüchen ausgesetzte Bohrgestänge kommt (mit Ausnahme von Kernrohr und Bohrkrone) in Wegfall durch Anwendung einer mittelst Seile in das Bohrloch versenkten, durch Elektricität betriebenen, in einem abgedichteten Metallcylinder arbeitenden Dynamomaschine mit verticaler Drehachse zur Bewegung des rotirenden Diamantkernbohrers.
Die Kraftübertragung in die Tiefe des Bohrloches zur Erzeugung der Rotation des Bohrers erfolgt durch einen elektrischen Strom mittelst isolirter Leitungskabel von der zu Tage befindlichen stromerzeugenden Dynamomaschine aus, die in der Regel durch eine Lokomobile betrieben wird, nach der strömempfangenden, in der Tiefe des Bohrloches befindlichen Maschine.
2. Zum continuirlichen Ausschmanden des Bohrloches kommt eine erheblich unter 00G. abgekühlte wässerige Lösung von Salmiak oder auch eine andere Lösung zur Verwendung, deren Gefrierpunkt erheblich unter dem des Wassers liegt und die zugleich Metalle möglichst wenig angreift.
Die Abkühlung der wässerigen Lösung erfolgt durch eine Eisbereitungsmaschine. Die Verwendung der stark abgekühlten Salmiaklösung statt Wasser zum Ausschmanden des Bohrloches hat den Zweck, die Wellenlager der Dynamomaschine, diese selbst, sowie den Bohrer bei grofsen Teufen wirksam zu kühlen.
Da die Temperatur des Gesteins erfahrungsmäfsig mit der Tiefe zunimmt und warme Quellen im Bohrloch auftreten können, so ist die Verwendung der unter o° abgekühlten· Salmiaklösung zum Schmanden nothwendig, um einen ungestörten Bohrbetrieb zu unterhalten und grofse Teufen zu erreichen. Je gröfser die zu erzielenden Teufen sind, desto mehr mufs die Salmiaklösung oder eine andere zu verwendende Lösung abgekühlt werden, ehe sie zum Schmanden und Kühlen verwendet wird.
Auf beiliegender Zeichnung sind drei verschiedene Anordnungen des Bohrapparates unter Weglassung der zu Tage befindlichen Bohrmaschinerie dargestellt. Die letztere ist der bisher üblichen, im Bohrthurm untergebrachten Maschinerie bei dem Diamantkernbohrverfahren mit Gestänge ähnlich, mit dem Unterschiede, dafs von der Lokomobile die stromgebende Dynamomaschine und die Eismaschine (Ammoniakcompressionssystem) zur Beschaffung der erwähnten Kühl- und Schmandflüssigkeit bezw. zur Abkühlung der Salmiaklösung aufser den Mechanismen zum Heben und Senken des' Bohrapparates und diverser Saug- und Druckpumpen betrieben wird.
Fig. ι stellt im verticalen Durchschnitt des Bohrloches den Bohrapparat und die Zu- und
Ableitung der Flüssigkeit zum Schmanden und Kühlen nach Anordnung I dar. Zu letzterer gehören noch Fig. 2 (Horizontalschnitt a-b durch Bohrloch und Bohrapparat), Fig. 3 (Horizontalschnitt c-d) und Fig. 4 (Unteransicht der Diamantbohrkrone K), sowie Fig. 5 (Verticalschnitt der Bohrkrone in gröfserem Mafsstabe).
A A sind die beiden von oben nach unten stufenweise leichter und schwächer werdenden Förderseile aus Gufsstahldraht. Dieselben sind um eine gemeinsame Fördertrommel gewunden, und dienen dazu, den Bohrapparat bequem zu senken und zu heben. Das bei grofsen Teufen erhebliche Gewicht dieser Seile und des ganzen beweglichen Bohrapparates ist durch Gegengewichte so weit ausbalancirt, dafs nur eine geringe verticale Pressung- von der Bohrkrone auf das Gestein ausgeübt wird.
Der eigentliche in der Tiefe arbeitende Bohrapparat besteht aus der stromempfangenden Dynamomaschine in dem abgedichteten Metallcylinder E mit wasser- und luftdicht aufgeschraubten, mit vier radialen Verstärkungsrippen versehenen Deckeln.
An zwei Verstärkungsrippen des oberen Deckels ist der Cylinder E an den Förderseilen AA in üblicher Weise mittelst Rauschen (Futtern für die Seilösen) bei A1 A1 aufgehängt.
• Der Cylinder E besteht aus Bronze, Messing oder irgend einem anderen zähen und nicht magnetisch werdenden Metall. In diesem Cylinder ist eine stromempfangende Dynamomaschine mit verticaler Drehachse F, dem Hohlraum des Cylinders sich anpassend, gelagert.
Die Achse F aus Gufsstahl ist hohl (ausgebohrt), im oberen Cylinderdeckel mittelst stark konischen Zapfens gelagert, geht gut abgedichtet durch die Stopfbüchse E1 des unteren Cylinderdeckels hindurch und trägt an ihrem unteren Ende J1 das aufgeschraubte Kernrohr / mit der auf letzterem aufgeschraubten Diamantbohrkrone K. Die Verschraubung der letzteren mit dem Kernrohr ist nicht gezeichnet, da sie der üblichen Verschraubung von Rohren ohne Schraubenmuffe gleich ist.
Die Lagerung der Achse F in den Cylinderdeckeln ist so abgedichtet, dafs keine Salmiaklösung oder eventuell Wasser aus dem Bohrloch in den Hohlraum des Cylinders E eindringen und den Betrieb der Dynamomaschine durch Ableitung der Elektricitä't stören kann.
Damit der Betrieb noch sicherer ist, ist der Cylinder E nicht mit Luft, sondern mit Paraffinöl oder einem anderen die Elektricität nicht leitenden OeI gefüllt, in welchem OeIe erfahrungsmäfsig Dynamomaschinen arbeiten können. Die unter hohem Druck stehende, das ganze Bohrloch erfüllende Salmiaklösung kann alsdann noch weniger leicht in den abgedichteten Cylinder E eindringen, da zuvor das OeI daraus durch die Dichtungen hindurch verdrängt sein müfste. Der Flachring der Dynamomaschine (bezw. ein Doppelflachring, ähnlich wie bei den Schuckert'schen Maschinen) sitzt bei G auf der Achse jF, während die Elektromagnete auf der inneren Mantelfläche des Cylinders E montirt sind.
Die Construction der Dynamomaschine ist, weil der Schuckert'schen ähnlich, auf der Zeichnung nicht angegeben.
Die Achse F, welche das erhebliche Gewicht des aufgeschraubten langen Kernrohres mit Bohrkrone zu tragen /hat, ist zur Verminderung der Reibung (in der konischen, ringförmigen Lagerfläche im unteren Cylinderdeckel) auf drei konischen Frictionsrollen H1 gelagert, welche auf einer entsprechenden ringförmigen, konisch abgedrehten Laufbahn E5 rollen. Letztere bildet ein Stück mit dem CylindermantelZi. Die Zapfenlager der Rollen H1 werden von drei im Querschnitt I-förmigen Armen H getragen, welche von einer fest auf Achse F gekeilten Nabe ausgehen bezw. mit dieser ein Stück bilden und aus Stahlgufs bestehen können.
Die Verbindung zwischen der zu Tage befindlichen stromerzeugenden und der in der Tiefe im Cylinder E arbeitenden stromempfangenden Dynamomaschine ist durch die isolirten elektrischen Leitungskabel B1 B2 für den positiven und negativen Strom hergestellt. Die Kabel sind neben den Förderseilen A A herabgeführt und mit diesen leicht lösbar verbunden, da sie getrennt von denselben auf besondere Trommeln aufgewunden werden, wenn der Bohrapparat gehoben wird, um den Bohrkern heraufzubefördern oder Reparaturen am Bohrapparat vorzunehmen.
Die gut isolirten Leitungskabel passiren den oberen Cylinderdeckel mittelst gut gedichteter Stopfbüchsen. Bei Schliefsung der elektrischen Leitung wird die Dynamomaschine mit der Achse F, dem Kernrohr und der Bohrkrone in Bewegung gesetzt. Auf der Zeichnung trägt die Achse F in der Verlängerung das Kernrohr und die Bohrkrone, setzt also letztere direct in Bewegung. Der Bohrer macht dieselbe hohe Tourenzahl wie die Dynamomaschine. Um die Tourenzahl des Bohrers zu modificiren, kann auch in dem Cylinder Ε ύη Frictionsrädervorgelege zur Uebertragung und Uebersetzung der Bewegung von Achse F auf den Bohrer eingeschaltet sein.
Der Cylinder E würde an der Rotation theilnehmen, wenn er nicht durch Festhalten desselben an der festen Bohrlochverrohrung O
oder an der Bohrlochwand selbst daran verhindert würde. Zu diesem Zwecke hat jeder Cylinderdeckel vier Angüsse E2, welche zwischen sich die gehobelten verticalen Stahlleisten O1 fassen; letztere sind auf der inneren Mantelfläche der geschweifsten Stahlröhren O der, Bohrlochverrohrung mit versenkten Nieten befestigt. Hierdurch ist die Drehung des Cylinders E verhindert. Der äufsere Durchmesser des letzteren ist erheblich kleiner als der lichte Durchmesser der Bohrlochverrohrung, so dafs in den hierdurch entstehenden ringförmigen Zwischenraum die das ganze Bohrloch erfüllende Salmiaklösung eintreten kann und somit eine Communication zwischen der Flüssigkeitssäule oberhalb und unterhalb des Cylinders hergestellt und der Druck der Flüssigkeitssäule von oben und unten auf den Cylinder (bis auf den unschädlichen Auftrieb desselben) ausgeglichen und das Heben und Senken des Cylinders E leicht möglich ist.
Der gröfste äufsere Durchmesser der Bohrkrone ist nämlich kleiner als die kleinste lichte Weite der Bohrlochverrohrung 0, so dafs der Cylinder E sammt Dynamomaschine, Kernrohr und Bohrkrone nach vollendeter Abbohrung eines Bohrkernes N von der Länge der Bohrkrone sammt Kernrohr mittelst der Förderseile A A zu Tage gehoben werden kann. (Auf der Zeichnung in Fig. ι und 6 ist aus Versehen das Kernrohr J und die Bohrkrone K mit etwas zu grofsem Durchmesser gezeichnet.)
Soweit die Verrohrung O zum Schutz der Bohrlochwa'nde gegen Einsturz in den weniger festen (oberen) Schichten des Gesteins nothwendig ist, kommt eine Bohrkrone von gröfserem Durchmesser, als die später anzubringende Verrohrung aufsen besitzt, zur Anwendung.
Alsdann wird der Cylinder E, dessen äufserer Durchmesser wieder kleiner sein mufs als der innere des Bohrloches, direct an die Bohrlochwa'nde mittelst einer federnden Vorrichtung angeprefst und dadurch an der Rotation verhindert, nachdem er in die richtige Tiefe versenkt ist. Die eben erwähnte federnde Vorrichtung kann von oben gelöst werden. Dieselbe ist auf der Zeichnung nicht angegeben.
Im letzteren Falle, wenn also der Cylinder E seinen festen Halt gegen Drehung nicht an der Verrohrung O bezw. den Stahlleisten O1 hat, demnach in allen Teufen ohne Verrohrung, ist das Kernrohr J bei J1 nicht fest mit der Achse F verschraubt, sondern lose über ein längeres Stück der letzteren geschoben. Auf eine gröfsere Länge ist die Achse F unten mit einer Längsnuth versehen, in welche eine entsprechende, mit der inneren Mantelfläche des Theiles J1 des Kernrohres fest verbundene Feder lose prefst, so dafs das Kernrohr J mit der Bohrkrone beim Bohrbetrieb, successive an der Achse F sich verschiebend, herabgleiten kann und doch gleichzeitig von letzterer in Rotation versetzt wird. In diesem auf der Zeichnung nicht vorgesehenen, einem besonderen Zusatz - Patente vorbehaltenen Fall bewegt sich der Cylinder E beim Bohren nicht allmälig abwärts, wie dies auf der Zeichnung in Fig. i, 6 und 9 angenommen ist, sondern nur der Bohrer sinkt allmälig tiefer, unabhängig vom Cylinder E. Die Zu- und Ableitung der Kühl- und Schmandflüssigkeit ist bei Anordnung I folgende:
Innerhalb der aus verschraubten Stahlrohren oder auch Kautschuk- oder Lederschläuchen bestehenden Rohrleitung D von gröfserem lichten Durchmesser für den Zuflufs zum Bohrer liegt die engere, ebenfalls aus einzelnen Stücken zusammengeschraubte Rohrleitung G von geringerer Lichtweite für die aufsteigende, mit Bohrmehl vermischte Schmandflüssigkeit. Die Lichtweite des verticalen Theiles des Zu- :flufsrohres D stimmt mit der Lichtweite der ^Bohrung der Achse F der Dynamomaschine !überein. Die Kühl- und Schmandflüssigkeit, in der Regel eine stark abgekühlte Salmiaklösung, wird in dem vom Rohr C übrig gelassenen ringförmigen Hohlraum des verticalen !Rohres D in die Tiefe geprefst, passirt den entsprechenden Hohlraum innerhalb der Achse F und gelangt innerhalb des Kernrohres zur Bohrkrone. Das Zuflufsrohr bezw. die Druckrohrleitung D hat oben eine seitliche Abzweigung , die mittelst beweglichen Kautschukschlauches mit der Druckpumpe in Verbindung steht. Ueber dieser Abzweigung ist die Rohrleitung D mittelst Stopfbüchse abgeschlossen, durch welche das Saugrohr C gedichtet hindurchführt und zu Tage ebenfalls mittelst beweglichen Schlauches mit der' Saugpumpe verbunden ist, so dafs die Salmiaklösung, die mit Bohrmehl vermischt innerhalb des Rohres C in die Höhe geprefst wird, durch Ansaugen eine noch gröfsere Geschwindigkeit aufwärts erhält. Hierdurch wird das Bohrmehl noch sicherer zu Tage befördert. Das Rohr bezw. der Schlauch C ist in der Tiefe ebenfalls durch die hohle Achse F geführt und endigt unten im Kernrohr bei L1, indem dort der hohle Drehzapfen in einer Erweiterung des Rohres C leicht drehbar und doch dicht anschliefsend gelagert ist. Der hohle Drehzapfen bei L1 ist die obere Endigung der oberen kegelförmigen, inneren Wandung des doppelwandigen ausgedrehten Kernrohres J,
Beide Wandungen des Kernrohres sind unten an der Bohrkrone durch die Verschraubung bei Kr1 und durch Nietbolzen J2, die beide Wände und den zwischenliegenden ringförmigen Hohlraum durchdringen, fest mit einander
verbunden. Die durch D herabgedrückte Salmiaklösung passirt den oben erwähnten Hohlraum zwischen den beiden Wandungen des Kernrohres J und tritt über der Bohrkrone durch zwölf schräg abwärts führende Oeffnungen K1 durch die äufsere Wandung des Kernrohres (bezw. der Bohrkrone) in zwölf am äufseren Umfang der Bohrkrone vertical ausgearbeitete Hohlkehlen. Letztere führen zu entsprechenden Hohlkehlen an der Basis der stählernen, mit Diamanten ΚΆ besetzten Bohrkrone (s. Fig. 4 und 5).
Hierdurch wird das unter der Bohrkrone sich bildende Bohrmehl weggeschwemmt. Letzteres steigt alsdann mit der Schmandflüssigkeit durch die am inneren Umfang der hohlen Bohrkrone ausgesparten Hohlkehlen nach dem zwischen Kern N und Kernrohr vermöge des inneren Vorsprungs bei K2 entstehenden Hohlraum und erreicht zwischen dem kegelförmigen Schirm M und der entsprechend gestalteten inneren Wand L des Kernrohres das Steigrohr C und wird in diesem zu Tage gedrückt, wobei durch die Wirkung der Saugpumpen die Geschwindigkeit im Rohr C noch gesteigert wird.
Der Schirm M hat den Zweck, den Durchflufsquerschnitt der zu Tage steigenden Flüssigkeit entsprechend zu beschränken, um die Geschwindigkeit des Durchflusses an dieser Stelle möglichst grofs zu erhalten.
Wie schon angedeutet, ist das ganze Bohrloch sammt der bis zu Tage reichenden Verrohrung mit der Salmiaklösung gefüllt. Um das richtige Niveau derselben im Bohrloch constant zu erhalten, findet durch das Rohr P in demselben Mafse Zuströmung statt, als unterhalb des Cylinders E die Kühlflüssigkeit nach dem rotirenden Bohrer strömt und dort durch die mit grofser Geschwindigkeit aus den Oeffnungen K2 nach unten geprefste Kühlflüssigkeit mitgerissen und nach dem unter geringerem hydraulischen Druck stehenden Saugrohr C abgeführt wird.
Das vorliegende Tiefbohrverfahren ist demnach, im Zusammenhange dargestellt, folgendes:
Der geschlossene Cylinder E mit der darin gelagerten Dynamomaschine mit Kernrohr und Bohrer wird mittelst der Förderseile A A in das Bohrloch versenkt. (Letzteres kann auf geringere Tiefe mittelst des bisher üblichen Diamambohrverfahrens mit rotirendem Bohrgestänge oder auch ganz nach dem neuen Verfahren erbohrt sein.) Während der Bohrapparat allmälig versenkt wird, werden die Rohrleitungen C und D in einzelnen Stücken unter sich und mit dem Cylinder E verschraubt. Nachdem das Eigengewicht der Förderseile AA, des Bohrapparates EJK und der Leitungskabel .B1 B2, sowie der Rohrleitungen durch Gegengewichte, welche auf die Förderseiltrommeln wirken, derart ausbalancirt ist, dafs der Druck der Bohrkrone auf das Gestein nicht mehr als einige hundert Kilogramm beträgt, und nachdem der feste Halt des Cylinders E an der Bohrlochverrohrung oder direct an der Bohrlochwand durch von oben auslösbare, entsprechende Pressung und Friction zwischen Cylindermantel und Bohrlochwand erzeugende Federn hergestellt ist, wird die Schmand- und Kühlflüssigkeit, in der Regel abgekühlte Salmiaklösung, durch die Rohrleitung D nach dem Bohrer geprefst. Da das ganze Bohrloch mit Salmiaklösung gefüllt ist, so steigt die Lösung in dem Rohr C rasch zu Tage, da die Lösung im Rohr C zugleich angesaugt wird.
Da die Rohre C und D ein System verticaler, unten communicirender Röhren darstellen, von welchen das eine Rohr D unter der Wirkung einer Druckpumpe, das andere Rohr C unter der Wirkung einer Saugpumpe steht, so findet eine continuirliche, mit grofser Geschwindigkeit vor sich gehende Strömung von -D nach C statt, so dafs das Bohrmehl im Rohr C in die Höhe gerissen wird.
Sobald diese circulirende Bewegung hergestellt ist, erfolgt durch Schliefsung der elektrischen Kabelleitung B1B2 die Inbetriebsetzung des eigentlichen Bohrapparates in der Tiefe. Die stromempfangende Dynamomaschine im Cylinder E wird von der durch Lokomobile betriebenen, zu Tage befindlichen stromerzeugenden Dynamomaschine in Bewegung gesetzt und die Rotationsbewegung von der Achse der stromempfangenden Dynamomaschine direct, wie gezeichnet, oder auch indirect durch Einschalten eines Frictionsrädervorgeleges in den Cylinder E auf den Bohrer übertragen.
In demselben Mafse, wie die hohle Diamantbohrkrone K sich in das Gestein einschabt und einen Kern erbohrt, der vom Kernrohr / aufgenommen wird, erfolgt das continuirliche Schmanden und die continuirliche Senkung des ganzen Bohrapparates oder nur des Kernrohres mit Bohrkrone. Die in bedeutender Länge auf einmal erbohrten Bohrkerne werden durch Heben des ganzen in der Tiefe befindlichen Bohrapparates mit Hülfe der Förderseile A A zu. Tage gefördert.
Zu Anordnung II gehören die Fig. 6 (Verticalschnitt durch Bohrloch und Bohrapparat), Fig. 7 (Horizontalschnitt i-k) und Fig. 8 (Verticalschnitt m - I in gröfserem Mafsstabe).
Zu Anordnung III gehören Fig. 9 (Verticalschnitt durch Bohrloch und Bohrapparat), Fig. 10 (Horizontalschnitt n-o), Fig. 11 (Verticalschnitt durch die Stopfbüchse A2 in gröfserem Mafsstabe).
Die Anordnungen II und III weichen von Anordnung I im wesentlichen nur bezüglich der Zu- und Ableitung der Schmandflüssigkeit und bezüglich der hieraus sich ergebenden Aenderungen am Kernrohr und der Bohrkrone ab. Die einzelnen Theile der Bohrapparate II und III sind, insofern dieselben die gleiche Function wie bei Anordnung I haben, mit denselben Buchstaben bezeichnet, weshalb in dieser Beziehung auf vorstehende Beschreibung des Bohrapparates I verwiesen werden kann.
Die Zuleitung der Schmandflüssigkeit bei Anordnung II erfolgt bei D. Die Flüssigkeit wird in dem ringförmigen Raum zwischen Bohrlochverrohrung O und dem innerhalb derselben befindlichen Rohr O2 herabgeprefst.
Um dies zu ermöglichen, ist der erwähnte, von den Rohren O und O2 gebildete Zwischenraum oben mit Hülfe des im Querschnitt T-förmigen Ringstückes Q und der beiden L-förmigen Ringe Q1 Q1, sowie der bronzenen Dichtungsringe Q2 Q2 und der eisernen Schraubenzwingen P abgedichtet. Diese Art der Dichtung ist leicht lösbar, so dafs zum Zwecke der Tiefersenkung der Verrohrung O und O2 leicht weitere Rohre oben aufgesetzt werden können. An der Stelle, wo das Druckrohr D auf das T-förmige Ringstück Q aufgesetzt ist, ist letzteres durchbrochen. Da das Saugrohr C allein durch die hohle Achse des Cylinders hindurchführt, so ist die Bohrung der letzteren von geringerer Lichtweite als bei Anordnung I. Die Achse F kann demnach schwächer gemacht werden und die Reibung in den Lagern ist geringer. Das Bohrloch bei Anordnung II ist wie bei I vollständig mit Kühl- und Schmandflüssigkeit gefüllt. Bei Anordnung III, Fig. 9, kommt das Rohr O2, Anordnung II, in Wegfall. Die Bohrlochverrohrung O ist oben durch den Deckel Q und mittelst des im Querschnitt L-förmigen Ringes Q1 und eines bronzenen Dichtungsringes (ähnlich wie bei Anordnung II) vollkommen abgedichtet, indem vermittelst der Angüsse und Schrauben P des Deckels der L-förmige, mit dem Deckel Q verschraubte Ring Q1 mit dem Dichtungsring an das Rohr O von aufsen angeprefst wird. Der Deckel Q ist vom Rohr D durchbrochen; durch letzteres wird die Schmandflüssigkeit in das Bohrloch gedrückt. Das Steig- und Saugrohr C, sowie die Förderseile A A und die Leitungskabel B1 B2 passiren den Deckel Q mittelst Stopfbüchsen. Die Stopfbüchsen A2 A2 für die Förderseile unterscheiden sich von gewöhnlichen Stopfbüchsen nur dadurch, dafs die Lederpackung R derselben durch die Schrauben auf den Boden einer messingenen, cylindrischen Büchse S geprefst wird. Der Boden der Büchse S ist für das Seil durchbohrt. Da die Lederpackung der Stopfbüchse fest gegen die Wände der letzteren und an die schraubenförmig gewundenen Drähte des Drahtseiles geprefst wird, so dreht sich die Büchse S, deren Mantel und Basis sorgfältig abgedreht ist, bei Senkung und Hebung des schraubenförmig aus Litzen und Drähten gewundenen Seiles. Es ist somit eine Dichtung des Seiles in der Stopfbüchse und zugleich Beweglichkeit des ersteren in der letzteren hergestellt.
Die in die abgeschlossene Bohrlochverrohrung eingeprefste Flüssigkeit passirt den Zwischenraum zwischen Cylinder E und Bohrlochverrohrung und gelangt in der aus Fig. 6 ersichtlichen, durch Pfeile angedeuteten Richtung zur Bohrkrone und von dort wieder aufwärts in das Rohr C.
Wie aus Fig. 6 hervorgeht, ist das Kernrohr bei Anordnung II nicht doppelwandig wie bei I, trägt aber innen den Schirm M. Bei Anordnung III ist das Kernrohr genau dasselbe wie bei Anordnung II.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Tiefbohrverfahren mittelst Diamantkernbohrer ohne Bohrgestänge mit elektrischer Kraftübertragung zur Erzeugung der Rotation des Diamantkernbohrers mit Hülfe zweier elektrischen Dynamomaschinen, von welchen die stromerzeugende über Tage sich1 befindet, während die stromempfangende in die Tiefe des Bohrloches mittelst Seile A A versenkt ist, in einem geschlossenen, mit Paraffinöl oder einem anderen die Elektricität nicht leitenden OeI gefüllten Cylinder E aus nicht magnetisch werdendem Metall mit verticaler Drehachse F gelagert ist, mit ersterer durch isolirte Leitungskabel B1 B2 in Verbindung steht, bei Schliefsung der elektrischen Leitung den mit der Achse F direct oder indirect mittelst Frictionsrädervorgelege verbundenen Bohrer, bestehend aus Kernrohr J und Bohrkrone K in Rotation versetzt, während der Cylinder E durch Festhalten an der Bohrlochverrohrung oder Bohrlochwand an der Rotation verhindert wird, jedoch beim Bohrbetrieb mitsammt dem Bohrer, den Seilen und Kabeln allmälig tiefer sinkt oder auch in Ruhe bleibt, wenn der Bohrer nur lose mit der Achse F verbunden ist und unabhängig von dieser tiefer sinken kann.
2. Bei dem unter 1. angeführten Tiefbohrverfahren das Schmandverfahren, d. h. die Entfernung des Bohrmehles aus dem Bohrloch in continuirlicher Weise mittelst einer erheblich unter o° C. abgekühlten Flüssig-
keit, deren Gefrierpunkt möglichst tief j unter dem Gefrierpunkt des Wassers liegt, ; als welche in der Regel eine wässerige 'Lösung von Salmiak (Salmiakgeist) dient, die mit Hülfe einer Eismaschine um so stärker abgekühlt wird, je gröfser die zu erreichenden Teufen sind, wobei das ganze Bohrloch mit der wässerigen Lösung angefüllt ist und mit Hülfe einer Druckpumpe die letztere durch das Druckrohr D in die Tiefe zum Bohrer geprefst wird, von dort durch das Steigrohr C emporsteigt und eine gröfsere Geschwindigkeit durch Ansaugen in dem Rohr C erhält.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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