DE3634495C2 - Verfahren zur Herstellung einer Kupfer-Zinn-Legierung und deren Verwendung als Leitermaterial - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Kupfer-Zinn-Legierung und deren Verwendung als LeitermaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Kupferlegierung mit
verbesserten Eigenschaften gemäß Oberbegriff des Hauptanspruchs und deren
Verwendung als Leitermaterial.
Die erfindungsgemäß hergestellte Kupferlegierung ist besonders geeignet für
elektronische Instrumente, und insbesondere zur Ausbildung von Leiterzügen
für elektronische Bauteile, wie Halbleiter etc. indem sie ausgezeichnete Eigenschaften
im Hinblick auf die Festigkeit, die Wärmeleitfähigkeit, die elektrische
Leitfähigkeit, die Plattierbarkeit, die Lötbarkeit, das Bindungsverhalten, die
Korrosionsbeständigkeit, die Wärmebeständigkeit und die Verarbeitbarkeit
und die Herstellbarkeit aufweist. Sie eignet sich besonders gut als Baumaterial
für Präzisionsleiterrahmen.
Für die Herstellung von Teilen von elektronischen Instrumenten, beispielsweise
für Leiterrahmenmaterialien für Halbleiter (Transistoren), ICs, LSIs, VLSIs,
Dioden, etc.) als Wärmeableitermaterial, als Leitermaterial für elektronische
Teile, als Federmaterial für konstruktive Einrichtungen (Verbindungsteile,
Schalter, Relais, etc.) und für die unterschiedlichsten Anschlußmaterialien
sind bereits verschiedenartige Kupferlegierungen eingesetzt worden. In jüngster
Zeit sind im Rahmen zunehmender Anforderungen im Hinblick auf die Miniaturisierung,
die Leistung und die höhere Dichte der einzelnen Teile von elektronischen
Instrumenten Legierungen gefordert, die noch bessere Eigenschaften
aufweisen. Insbesondere ist im Fall der Halbleiter die hohe Integration von
hoher Bedeutung, so daß die hierfür verwendeten Leiterzüge hohe Festigkeit und
ausgezeichnete Leitereigenschaften (elektrische und thermische Leitfähigkeit)
aufweisen müssen. Aus diesem Grunde ist anstelle der Legierung Fe 42-Ni oder Fe
29-Ni 17-CO eine Kupferlegierung mit ausgezeichneter elektrischer und thermischer
Leitfähigkeit erwünscht.
Die Phosphorbronze (des Kupfer-Zinn-Typs), die eine typische Kupferlegierung
mit ausgezeichneter Festigkeit von bis zu 490 bis 686 N/mm² darstellt und in
großem Umfang für Verbindungseinrichtungen, Relais, Schalter und Anschlußeinrichtungen
verwendet wird, ist nicht notwendigerweise für die Leiterrahmen
geeignet, da ihre elektrische Leitfähigkeit lediglich 10 bis 20% IACS
beträgt. Weiterhin neigt diese Legierung zur Spannungsrißkorrosion und, was
noch wichtiger ist, zu einer zeitlichen Änderung der Bindungsfestigkeit der Lötstelle
wegen der Ablösung von Zinn- oder Zinn-Blei-Beschichtungen. Aus diesem
Grund sind Kupfer-Eisen-Legierungen mit einer elektrischen Leitfähigkeit
von 60 bis 65% IACS, einer Zugfestigkeit von 441 bis 539 N/mm² und einer
Dehnung von 2,5 bis 10% verwendet worden, beispielsweise die Legierungen C
194 (Kupfer-Legierung, enthaltend 2,4 Gew.-% Eisen und 0,12 Gew.-% Zink-
Phosphor) - wobei im folgenden der Einfachheit halber Gewichtsprozent mit
Prozent (%) abgekürzt werden - und C 195 (Kupfer-Legierung, enthalten 1,5% Eisen,
0,8% Kobalt und 0,6% Zinn-Phosphor). Diese Legierungen besitzen jedoch
ein Mikrogefüge, in dem eine große Anzahl von Eisen oder Verbindungen aus
Eisen, Kobalt und Phosphor dispergiert sind. Als Ergebnis davon können zum
Zeitpunkt der Präzisionsbiegeverformung des miniaturisierten Leiterbereichs
Mikrorisse auftreten, es ergeben sich schlechte Bindungsfestigkeiten beim Löten
und eine unzureichende Haftung von Silberbeschichtung, etc. Weiterhin
sind Kupfer-Nickel-Zinn-Legierungen als Legierungen mit ähnlichen Eigenschaften
wie den oben beschriebenen bekannt, die jedoch die gleichen Probleme
aufweisen.
Aus der DE-OS 24 37 653 sind bereits Kupferlegierungen bekannt, die 0,18 bis
0,85% Zinn und weiterhin mindestens ein Element wie Chrom, Silicium
und/oder Magnesium in einer Gesamtmenge von 0,1 bis 0,7% enthalten und die
sich für die Herstellung von Gießformen für kontinuierliche Gußvorrichtungen
eignen.
In der Veröffentlichung des Deutschen Kupfer-Instituts "Legierungen des Kupfers
mit Zinn, Nickel, Blei und anderen Metallen", 1965, Seiten 28, 45, 46 und
165, ist angegeben, daß Kupfer-Zinn-Legierungen mit Phosphor in Form von
Phosphorkupfer in der Pfanne desoxidiert werden und bis 0,1% Phosphor enthalten
können.
Die US-PS 43 66 117 schließlich beschreibt Kupferlegierungen zur Verwendung
als Leitermaterial für Halbleiter, die aus 0,04 bis 1% Nickel, 0,01 bis 0,3% Silicium,
0,05 bis 15% Zink sowie eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe
0,001 bis 0,1% Phosphor, 0,001 bis 0,1% Arsen, 0,01 bis 0,5% Titan, 0,01 bis
0,5% Chrom, 0,01 bis 0,05% Zinn, 0,01 bis 0,5 Mangan, 0,01 bis 0,5% Magnesium
und Kupfer als Rest bestehen.
Bei den oben beschriebenen Legierungen machen sich die Nachteile bezüglich
der elektrischen und thermischen Leitfähigkeit und der Verformbarkeit insbesondere
bei der schnellen Miniaturisierung und der hohen Integration der
Halbleiter bemerkbar, insbesondere bei der Oberflächenmontierung von Bauteilen
in hoher Dichte, bei der die Festigkeit der Lötverbindungen mit Ablauf
der Zeit nachzulassen beginnt, was besonders problematisch ist.
Für elektronische Elemente, die Halbleiter enthalten, sind die folgenden Eigenschaften
erforderlich:
- (1) Um bezüglich der Festigkeit und der elektrischen und thermischen Leitfähigkeit als ausgezeichnet bewertet zu werden, müssen sie eine elektrische Leitfähigkeit von mehr als 30% IACS und im Fall der Anwendung als Leiterrahmen bzw. Leiterzüge eine Zugfestigkeit von mehr als 490 N/mm² aufweisen. Bevorzugter besitzen sie eine elektrische Leitfähigkeit von mehr als 70% IACS. Weiterhin ist im Fall der Anwendung als Leiterzüge hoher Dichte wegen der geringen Breite der Leiterzüge eine Zugfestigkeit von mehr als 588 N/mm² erforderlich. Diese Anforderungen sind auch dann hoch, wenn die Legierung nicht für die Ausbildung von Leiterrahmen oder Leiterzügen verwendet wird.
- (2) Sie müssen eine hohe Bindungsstärke beim Löten, eine gute Lötbarkeit und Benetzbarkeit für das Lot aufweisen und dies während langer Zeitdauern.
- (3) Sie müssen ausgezeichnet plattiert oder beschichtet werden können.
- (4) Sie müssen eine hohe Wärmebeständigkeit aufweisen, d. h. ihre Festigkeit selbst bei 300 bis 400°C aufrechterhalten.
- (5) Sie müssen eine hohe Korrosionsbeständigkeit besitzen, d. h. nicht zur Spannungsrißkorrosion neigen und gegenüber Oxidation bei hohen Temperaturen beständig sein.
- (6) Sie müssen mit Drähten verbunden werden können.
- (7) Sie müssen in wirtschaftlicher Weise hergestellt werden können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, ein Verfahren anzugeben,
mit dem eine Kupferlegierung der eingangs angegebenen Gattung hergestellt
werden kann, die einen Anteil an Ausscheidungen oder Einschlüssen mit
einer Größe von 5 µm von nicht mehr als 10³/mm² aufweist und die sich insbesondere
als Leitermaterial für elektronische Teile, wie Halbleiterbauteile,
eignet und ausgezeichnete Eigenschaften bezüglich der Festigkeit, des Strahlungsverhaltens,
der Formbarkeit, der Beschichtbarkeit, der Bindungsfestigkeit
beim Löten, der Korrosionsbeständigkeit, der Wärmebeständigkeit etc. aufweist.
Diese Aufgabe wird nun gelöst durch das Verfahren gemäß Hauptanspruch. Die
Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausführungsformen dieses Erfindungsgegenstandes
sowie die Verwendung der hergestellten Legierung als Leitermaterial
für Halbleiter.
Die erfindungsgemäß behandelte Kupferlegierung besteht aus 0,01 bis 1,0%,
vorzugsweise 0,05 bis 0,5% und noch bevorzugter 0,15 bis 0,4% Chrom, 0,01 bis
8%, vorzugsweise 0,05 bis 6% und noch bevorzugter 0,05 bis 0,5% Zinn und
insgesamt 0,001 bis 5% mindestens eines Vertreters der 0,001 bis 5% Zink,
0,001 bis 0,5% Mangan und 0,001 bis 0,2% Magnesium, bevorzugter 0,01 bis 1%
mindestens eines Vertreters der 0,01 bis 1% Zink, 0,01 bis 0,2% Mangan und
0,005 bis 0,1% Magnesium umfassenden Gruppe, wobei der Sauerstoff-Gehalt
nicht mehr als 0,005%, vorzugsweise nicht mehr als 0,0025% beträgt, und Kupfer
als Rest.
Die erfindungsgemäß behandelte Legierung wird vorzugsweise derart eingestellt,
daß der Phosphor-Gehalt 0,02% und insbesondere 0,001% Phosphor 0,01%
beträgt. Weiterhin ist es erfindungsgemäß von Vorteil, wenn der
Schwefel-Gehalt 0,001% beträgt.
Die erfindungsgemäß behandelte Legierung kann mindestens ein Element der
nachfolgend angegebenen Gruppen in Mengen von insgesamt nicht mehr als 0,5%
enthalten:
Silber 0,2%
Beryllium 0,1%
Calcium 0,1%
Cadmium 0,2%
Bor 0,1%
Aluminium 0,2%
Yttrium 0,1%
Seltene Erdelemente (RE) 0,1%
Indium 0,1%
Thallium 0,1%
Silizium 0,2%
Germanium 0,1%
Blei 0,05%
Titan 0,1%
Zirconium 0,2%
Vanadium 0,05%
Niob 0,05%
Tantal 0,1%
Antimon 0,5%
Arsen 0,1%
Tellur 0,1%
Eisen 0,2%
Kobalt 0,5%
Nickel 0,5%
Beryllium 0,1%
Calcium 0,1%
Cadmium 0,2%
Bor 0,1%
Aluminium 0,2%
Yttrium 0,1%
Seltene Erdelemente (RE) 0,1%
Indium 0,1%
Thallium 0,1%
Silizium 0,2%
Germanium 0,1%
Blei 0,05%
Titan 0,1%
Zirconium 0,2%
Vanadium 0,05%
Niob 0,05%
Tantal 0,1%
Antimon 0,5%
Arsen 0,1%
Tellur 0,1%
Eisen 0,2%
Kobalt 0,5%
Nickel 0,5%
Weiterhin ist es vorteilhaft, daß die Legierung 0,05 bis 0,5% Nickel enthält.
Die erfindungsgemäß hergestellte Legierung hat ein homogenes feinkörniges
Gefüge, wobei der Anteil der Einschlüsse oder Ausscheidungen mit einer Teilchengröße
5 µm oder mehr bis zu 10³/mm² beträgt.
Die Legierung der oben angegebenen Zusammensetzung kann durch Warm- und
Kaltverformen oder auch direkt durch Kaltverformen nach dem Schmelzen und
Vergießen fertiggestellt und in die gewünschte Form gebracht werden. Im letzteren
Fall unterwirft man den beim Stranggießen erhaltenen dünnen und langen
Block einem Kaltwalzvorgang. Natürlich wird während der Kaltverformung ein
Zwischenglühen einmal oder nicht weniger als einmal in Abhängigkeit von
den Anforderungen durchgeführt. Im ersteren Fall wird der durch das Gießen
und durch Wasserkühlen erhaltene großvolumige Block oder Knüppel zunächst
durch Warmverformen, wie durch Heißwalzen, Heißschmieden, Heißpressen,
etc. vorbearbeitet, bevor er der Kaltverformung unterworfen wird.
Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren angewandten Bedingungen sind die
folgenden: Mindestens ein Teil der Warmverformung wird bei 800 bis 950°C
durchgeführt; das Abkühlen erfolgt mit einer solchen Geschwindigkeit, daß der
Temperaturbereich von 800 bis 400°C innerhalb von bis zu 20 Minuten durchlaufen
wird; nach der Kaltverformung erfolgt ein Erhitzen während mindestens
1 Minute bei 400 bis 650°C als Wärmebehandlung. Als besonders vorteilhafte
Bedingungen sind nach der Warmverformung bei 850 bis 950°C das Kühlen
innerhalb eines Temperaturbereichs von 800 bis 400°C innerhalb von bis
zu 20 Minuten, die Kaltverformung um mindestens 30% und eine anschließende
Wärmebehandlung während mindestens 5 Minuten bei 400 bis 550°C durchzuführen.
Die Kaltverformung und die anschließende Wärmebehandlung werden
mindestens einmal durchgeführt.
Nach der oben beschriebenen Wärmebehandlung erfolgt die Kaltverformung
zum Erreichen der gewünschten Größe und der angestrebten mechanischen Eigenschaften.
Weiterhin können zur Beseitigung überschüssiger mechanischer
Spannungen solche Maßnahmen, wie Tieftemperaturglühen, Spannungsausgleichen,
Stabilisieren, Spannungsausglühen, etc. durchgeführt werden.
Weiterhin versteht es sich von selbst, daß bei der oben beschriebenen Warmverformung
das Vorerhitzen, die Weichbehandlung oder die Homogenisierungsbehandlung
vor dem Verformen ebenfalls durchgeführt werden.
Zinn (Sn), der erste Bestandteil, bildet mit Kupfer automatisch eine feste Lösung
und erteilt dieser eine höhere Festigkeit. Da die Formbarkeit und die Verformbarkeit
gut sind und Ausscheidungen als wesentliche Eigenschaft der Legierung
in Form der festen Lösung nicht auftreten, sind das Bindungsverhalten, das
Plattiervermögen, die Ätzeigenschaften,
die Löteigenschaften etc. ausgezeichnet. Die
Wirkung zur Bildung der festen Lösung kann in der Praxis
mit einer Sn-Menge von 0,01 bis 8% und insbesondere von
0,05 bis 6% erreicht werden. Da die elektrische Leitfähigkeit
der Legierung mit höherem Zinn-Gehalt absinkt, ist die
Anwendung eines niedrigen Zinn-Gehalts für jene Anwendungszwecke
notwendig, bei denen die elektrische Leitfähigkeit
und die thermische Leitfähigkeit gut sein sollen. Wenn die
elektrische Leitfähigkeit mehr als 20% IACS betragen
soll, sollte der Zinn-Gehalt nicht mehr als etwa 4% betragen,
während dann, wenn die elektrische Leitfähigkeit mehr
als 60% IACS betragen soll, der Zinn-Gehalt nicht mehr als
etwa 0,5% ausmachen sollte.
Chrom (Cr), der zweite Bestandteil, ist ein Ausscheidungen
bildender Bestandteil, dessen Löslichkeit bei normalen Temperaturen
extrem niedrig ist. Daher bewirkt es zusammen
mit Zinn eine drastische Verbesserung der Festigkeit der Kupfer-
Zinn-Legierung. Da die Festigkeit durch Vermindern des
Sn-Gehalts gesteigert werden kann, ist die Legierung für
elektronische Instrumente geeignet, insbesondere zur Ausbildung
von Leiterrahmen oder Leiterzügen für Halbleiter.
Die oben angesprochene Wirkung des Chroms kann bei Mengen von
0,01 bis 1% in drastischer Weise erreicht werden. Da die
Ausscheidungen jedoch bei einem zu hohen Chrom-Gehalt in ihrer
Menge groß werden, können keine weiteren Verbesserungen
der Festigkeit erreicht werden, sondern eher eine Beeinträchtigung
der Formbarkeit, der Plattierbarkeit, des
Bindungsverhaltens, des Lötverhaltens, etc., so daß die
Chrom-Menge vorzugsweise 0,05 bis 0,5% und insbesondere 0,15
bis 0,4% dann beträgt, wenn die Legierung für elektronische
Präzisionsinstrumente eingesetzt wird. Eine weitere
wichtige Wirkung des Chroms besteht darin, daß die Neigung der Kupfer-
Zinn-Legierung für Spannungsrißkorrosion in bemerkenswerter
Weise vermindert werden kann, so daß sie praktisch
nicht zur Rißbildung neigt.
Zink (Zn), Mangan (Mn) und Magnesium (Mg), die die dritten
Bestandteile darstellen, üben einen gemeinsamen Effekt zusammen
mit den oben angesprochenen Bestandteilen Sn und Cr
aus und stellen wesentliche Bestandteile zur Verbesserung
der Eigenschaften dar. Insbesondere können sie die wirksame
Ausscheidung von Chrom in feindispergiertem Zustand fördern
und die weiter unten beschriebene schädliche Wirkung
des Sauerstoffs inhibieren. Somit können die für die Praxis
erforderlichen Eigenschaften, wie die Formbarkeit, die
Plattierbarkeit, die Lötbarkeit, das Ätzverhalten, das
Bindungsverhalten, etc. in vorteilhafter Weise verbessert
werden. Weiterhin sind sie wesentliche Bestandteile zur
Verbesserung der Verläßlichkeit der Bindung der Lötstellen,
die für elektronische Instrumente in universaler Weise
ausgebildet werden. Wegen der Bildung einer porösen spröden
Schicht in einem Teil der Kupfer-Zinn-Reaktionsschicht, die
sich durch eine Festphasenreaktion des in dem Lotmaterial
vorhandenen Zinns mit Kupfer, Zinn und Chrom in der Legierung mit ablaufender
Zeit ergibt, erfolgt eine allmähliche Abnahme
der Bindungsfestigkeit. Dies tritt, wie oben bereits beschrieben
wurde, bei herkömmlichen Legierungen, wie Phosphorbronze
(Kupfer-Eisen, etc.) auf, so daß es sich in diesem
Fall als erforderlich erwiesen hat, eine zusätzliche Plattierung
mit Kupfer, Nickel, etc. durchzuführen. Da die
eingesetzten dritten Bestandteile dieses Verhalten
verhindern, sind sie insbesondere als Leitermaterial für
oberflächenmontierte Bauteile geeignet. Es versteht sich,
daß ein ähnliches Phänomen auch im Fall der Plattierung
mit Zinn oder einer Zinn-Blei-Legierung auftritt, die in großem
Umfang bei elektronischen Instrumenten angewandt wird, da
diese Materialien zur Ablösung neigen.
Weiterhin verbessern diese dritten Bestandteile die Haftfestigkeit
der Oxidschichten, wodurch die Oxidation bei
hohen Temperaturen vermindert wird. Diese Tatsache ist
für die Praxis besonders bedeutsam, da eine Vielzahl von
Hochtemperatur-Heizprozessen bei der Herstellung der
Halbleiter, etc. notwendig ist.
Die oben angesprochenen Wirkungen ergeben sich in der Praxis
bei einem Zink-Gehalt von 0,001 bis 5%, einem Mangan-Gehalt
von 0,001 bis 0,5% und einem Magnesium-Gehalt von 0,001 bis
0,2%. Übermäßige Mengen von Zink und Mangan vermindern die
elektrische Leitfähigkeit, während überschüssiges Mg die
Herstellung der Legierung als Folge seiner Affinität zu
Sauerstoff erschwert. Vorzugsweise betragen die Gehalte
an Zink, Mangan bzw. Magnesium 0,01 bis 1%, 0,01 bis 0,2% bzw. 0,005
bis 0,1%.
In der erfindungsgemäß hergestellten Legierung sollte der Sauerstoff-Gehalt
nicht mehr als 0,005% und bevorzugter nicht mehr als
0,0025% betragen. Der überschüssige Sauerstoff reagiert
nicht nur mit den Bestandteilen Chrom, Zinn, Magnesium, Kupfer, etc. unter
Beeinträchtigung der Wirkung dieser Zusätze, sondern
führt auch dazu, daß die Anwesenheit der Oxide die praktischen
Eigenschaften, wie die Plattierbarkeit, das Lötverhalten,
das Bindungsverhalten, etc., die für die Verwendung
der Legierung für elektronische Instrumente erforderlich
sind, zusammen mit einer Verschlechterung der
Formbarkeit beeinträchtigt. Die Verminderung der Sauerstoff-Menge
kann durch Adsorption mit Aktivkohle etc. oder durch Anwendung
einer nichtoxidierenden Atmosphäre beim Schmelzen
und Gießen erreicht werden, jedoch wird das Einarbeiten
von unvermeidbarem Sauerstoff durch die Wirkung der oben erwähnten
dritten Bestandteile verhindert.
Die Steuerung der Gehalte von Phosphor (P) und Schwefel
(S) auf P ≦ 0,02% und S≦ 0,001% führt zu wichtigen Effekten
bezüglich der Verbesserung der praktischen Eigenschaften.
Diese Verunreinigungen beeinträchtigen die Homogenität
des Mikrogefüges durch die Bildung von groben
Kristallisaten als Folge der Kombination von Chrom mit einem
Teil der nachfolgend beschriebenen vierten Bestandteile.
Wenn dies auftritt, können die Ätz- und Plattierbehandlungen
nicht in gleichmäßiger Weise durchgeführt werden, was
sich insbesondere im Fall von kleinsten Präzisionsschaltungen
und -teilen manifestiert. Beispielsweise erfolgt
die Drahtverbindung bei der Herstellung von Halbleitern
durch Ultraschallschweißen unter Verwendung von Drähten
aus Gold, Kupfer, Palladium und Aluminium mit einer Breite von 15 bis 50 µm,
so daß eine vollständige Verbindung durch die Anwesenheit
von Kristallisaten gehindert wird. Da Spuren von Phosphor günstige
Wirkungen auf die Fließeigenschaften der Schmelze beim
Vergießen ausüben, ist der Phosphor-Gehalt im Bereich von 0,0001
bis 0,001% besonders bevorzugt. Die dritten Bestandteile
Magnesium und Mangan bewirken ebenfalls eine Verhinderung der schädlichen
Wirkung des Schwefels.
Die vierten Bestandteile sind die oben erwähnten vierundzwanzig
Elemente. Silber (Ag), welches einen Bestandteil
zur Bildung einer festen Lösung darstellt, vermindert die
elektrische Leitfähigkeit nicht und übt eine ähnliche Wirkung
aus wie Zinn, Zink und Mangan. Es macht die Legierung auch
korrosionsbeständig. Beryllium (Be) bildet kleine und feste
Kristalle und inhibiert die Hochtemperaturoxidation.
Calcium (Ca) dient ähnlich wie Magnesium, etc. zur Entfernung von
Schwefel und Sauerstoff. Cadmium (Cd) verbessert die Festigkeit,
die Wärmebeständigkeit, das Lötverhalten, etc.
ohne Beeinträchtigung der elektrischen Eigenschaften,
wenngleich es ein toxisches Element darstellt. Bor (B)
wirkt als Desoxidationsmittel. Aluminium (Al) wirkt ebenfalls
als Desoxidationsmittel und verhindert gleichzeitig
die Hochtemperaturoxidation, ist jedoch bei Anwesenheit
in überschüssigen Mengen für die elektrische Leitfähigkeit
nachteilig. Yttrium (Y), die Seltenen Erdelemente
(RE), Indium (In) und Thallium (Tl) dienen in ähnlicher
Weise zur Beseitigung von Sauerstoff und Schwefel. Sie üben eine Kornverkleinerung
aus und verbessern die Wärmebeständigkeit, die
Oxidationsbeständigkeit und die Festigkeit.
Silicium (Si) verbessert das Gießverhalten und die Oxidationsbeständigkeit.
Titan (Ti) und Zirkonium (Zr) verbessern
die Wärmebeständigkeit und beseitigen Sauerstoff und Schwefel. Insbesondere
Zr ist für die Verbesserung der Wärmebeständigkeit
besonders gut geeignet, ohne daß dadurch die elektrische
Leitfähigkeit vermindert wird, was schließlich zu
einer Verbesserung der Festigkeit führt. Germanium (Ge)
ist ein wirksames Element, welches die Ausscheidung von Chrom
unterdrückt. Blei (Pb) trägt in starkem Maße zur Verbesserung
der Bearbeitbarkeit und des Preßverhaltens bei
hohen Geschwindigkeiten als auch zur Entschwefelung und
zur Verbesserung der Wärmebeständigkeit bei. Vanadium (V),
Niob (Nb) und Tantal (Ta) führen zu einer Ausbildung eines
feinteiligen Korns und beseitigen Schwefel, wodurch das Mikrogefüge
homogenisiert und gefestigt wird. Antimon (Sb) verbessert
die Beständigkeit der Lötverbindungen und verbessert
insbesondere das Plattieren mit Zinn. Arsen (As) und
Tellur (Te) bewirken eine Verkleinerung des Korns und
steigern die Wärmebeständigkeit und verbessern in wirksamer
Weise das Preßverhalten bei hohen Geschwindigkeiten
und die maschinelle Bearbeitbarkeit. Eisen (Fe), Kobalt
(Co) und Nickel (Ni) führen ebenfalls zu einer Verringerung
der Korngröße und zur Verfestigung der Legierung.
Sie sind besonders wirksame Bestandteile, wenn sie zusammen
mit Spuren von Phosphor vorhanden sind. Die Tatsache, daß Eisen, Vanadium,
Niob, Tantal, Titan, Zirconium, Kobalt und Nickel zusammen mit Chrom zur Verbesserung
der Heißbearbeitung beitragen, welche eine der Schwierigkeiten
bei der Herstellung einer Legierung mit hohem
Sn-Gehalt darstellt, ist ein für die Praxis nicht zu vernachlässigender
Vorteil. Die oben angegebenen vierten Elemente
bringen Nachteile, wie eine Verminderung der elektrischen
Leitfähigkeit, die Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit
der Legierung, übermäßige Ausscheidungen,
eine Verminderung der Formbarkeit, etc. mit sich, wenn
sie in übermäßig großen Mengen vorhanden sind, so daß ihre
Anwendung vorzugsweise auf die oben angegebenen Konzentrationsbereiche
beschränkt wird.
Die praktischen Eigenschaften und die Qualität von Kupferlegierungen
der obigen Art werden häufig durch grobe Ausscheidungen
beeinträchtigt. Dies wurde zuvor an einem Beispiel
eines Leitungsrahmens oder an Leiterzügen für Halbleiter
festgestellt. Als Ausscheidungen in der erfindungsgemäß herzustellenden
Legierung findet man Chrom und phosphorisierte und sulfurisierte
Chrom-Verbindungen, einen Teil der vierten Bestandteile
und Verbindungen davon sowie verschiedene Oxide. Insbesondere
sind grobe Substanzen mit einer Teilchengröße von
mehr als 5 µm schädlich, so daß deren Menge
einer Dichte von bis zu oder weniger als 10³/mm² entspricht. Diese
Substanzen werden mit Hilfe eines optischen Mikroskops
oder eines Elektronenmikroskops nach Polieren eines
Schnitts und schwachem Anätzen der Oberfläche in üblicher
Weise bestimmt.
Das Verfahren der Erfindung zur Herstellung der
Legierung mit den oben angesprochenen Eigenschaften
wurde weiter oben genauer beschrieben. Weiterhin bildet
die oben beschriebene detaillierte Erläuterung der
Wirkungen der angegebenen Bestandteile die Basis für die
Auswahl der für die Herstellung anzuwendenden Bedingungen.
Wenn die Warmverformung bei 800 bis 950°C und insbesondere
bei 850 bis 950°C durchgeführt wird, kann ein wesentlicher
Anteil des Chrom-Bestandteils die feste Lösung bilden.
Nicht nur der erste Bestandteil, auch die dritten Bestandteile
und ein Teil der vierten Bestandteile (Silber, Germanium,
Aluminium) verhindern die grobkörnige Ausscheidung durch
Unterdrückung der Bildung von inhomogenen Keimen und Ausscheidungen
von Chrom und ermöglichen weiterhin die Aufrechterhaltung
des Zustands der festen Lösung bei normaler Temperatur
im wesentlichen durch den erfindungsgemäßen Abkühlvorgang
auf 400°C innerhalb von bis zu 20 Minuten. Aus diesen
Gründen kann die Legierung in wirtschaftlicher Weise
ohne die Anwendung spezieller Einrichtungen und Verfahrensweisen,
wie das Abschrecken mit Wasser, etc. hergestellt
werden. Weiterhin wird der Effekt durch eine
Wärmebehandlung während mindestens 1 Minute bei 400 bis
650°C und vorzugsweise während mehr als 5 Minuten bei
400 bis 550°C nach der Kaltverformung, insbesondere mit
einem Verformungsgrad von mehr als 30% erreichen.
Wenngleich übermäßiges Erhitzen zu groben Ausscheidungen
führt, stellt dies für die Praxis selbst bei mehrstündigen
Behandlungen kein Problem dar, da relativ niedrige
Temperaturen angewandt werden.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung
der Erfindung.
Unter Verwendung eines Graphittiegels schmilzt man die in
der Tabelle I angegebenen Legierungen auf und vergießt sie
unter Verwendung einer Metallkokille mit Wasserkühlung zu
Blöcken mit einer Breite von 100 mm, einer Dicke von 40 mm
und einer Länge von 300 mm. Nach dem Planieren der Außenseiten
werden diese Blöcke auf 920 bis 820°C erhitzt und
durch Warmwalzen auf eine Dicke von 5 mm gebracht, wonach
sie an der Luft abgekühlt werden. Die Zeitdauer für den
Walzvorgang beträgt 5 Minuten. Die Temperatur am Ende
des Warmwalzens beträgt 600 bis 720°C, während die
durchschnittliche Abkühldauer auf 400°C 5 bis 10 Minuten
beträgt. Die Einzelheiten der Bedingungen während des
Warmwalzvorgangs sind in der nachfolgenden Tabelle II angegeben.
Nach dem erneuten Planieren der Außenseiten auf
eine Dicke von 4,5 mm werden die Legierungen durch Kaltwalzen
auf eine Dicke von 0,4 mm gebracht, wonach sie während
2 Stunden bei 430°C einer Wärmebehandlung unterzogen
werden. Anschließend erfolgt das Kaltwalzen auf eine Dicke
von 0,25 mm, wonach sich eine weitere Tieftemperaturglühbehandlung
während 0,5 Stunden bei 300°C zur Fertigstellung
anschließt.
Dann werden die Zugfestigkeit, die Dehnung, die elektrische
Leitfähigkeit, das Biegeverhalten, die Lotbindefestigkeit,
die Plattierbarkeit, die Spannungsrißkorrosion
und die Dicke der Oxidschicht gemessen im Vergleich zu
den entsprechenden Eigenschaften der herkömmlichen Legierung
C 195 (Kupfer-Legierung enthaltend 1,5% Eisen, 0,8% Kobalt,
0,6% Zinn und 0,1% Phosphor) und einer Phosphorbronze (Kupfer-Legierung
enthaltend 5,9% Zinn und 0,1% Phosphor). Die hierbei
erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle III zusammengestellt.
Zur Bestimmung des Biegeverhaltens wird das Auftreten von
Mikrorissen nach dem Biegen um 90° bei Anwendung unterschiedlicher
Spitzenradien (R) gemessen, wobei die Ergebnisse
als das Verhältnis von Spitzenradius zu Plattendicke
(t) angegeben ist (R/t). Die Messung erfolgt sowohl
senkrecht (GW) als auch parallel (BW) zu der Walzrichtung.
Die Bindungsstärke nach dem Löten wird in der Weise gemessen,
daß ein zum Ziehen geeigneter Leitungsdraht eutektisch
auf den Bereich mit einem Durchmesser von 12 mm aufgelötet
wird und während 300 Stunden bei 150° gehalten
wird, wonach eine Zugprüfung zur Ermittlung der Festigkeit
durchgeführt wird. Zur Ermittlung der Plattierbarkeit
wird die Oberfläche nach dem elektrolytischen Entfetten
mit einer H₂SO₄-H₂O₂-Ätzlösung bis zu einer Dicke
von 0,3 µm abgeätzt. Dann wird nach dem Neutralisieren
mit einer 5%igen KCN-Lösung eine Versilberung oder Silberplattierung
bis zu einer Dicke von 5 µm bewirkt unter
Verwendung der nachfolgend angegebenen Versilberungsbäder.
Anschließend erfolgt ein Erhitzen während 5 Minuten
auf einer heißen Platte mit einer Temperatur von 475°C
zur Beobachtung des Auftretens von Blasen, wozu ein Stereoskop
verwendet wird. Zur Untersuchung der Spannungsrißkorrosion
(SCC) wird ein Zugtest bei konstanter Belastung von 343 N/mm²
in einem 3%igen Ammoniakdampf nach der Japanischen
Industrienorm JIS C8306 so lange durchgeführt, bis
Risse auftreten.
| Versilberungsbad: | |
| AgCN|3 g/l | |
| KCN | 30 g/l |
| Badtemperatur | 25°C |
| Stromdichte | 5 A/dm² |
| Zeit | 10 s |
| Versilberungsbad: | |
| AgCN|30 g/l | |
| KCN | 40 g/l |
| K₂CO₃ | 20 g/l |
| Badtemperatur | 25°C |
| Stromdichte | 1,5 A/dm² |
Wie aus den Tabellen I, II und III hervorgeht, sind die
erfindungsgemäß hergestellte Legierungen der Nr. 1 bis 12 in sämtlichen
Eigenschaften den herkömmlichen Legierungen Phosphorbronze
und C195 überlegen. So besitzt die Phosphorbronze
zwar eine ausgezeichnete Formbarkeit, zeigt jedoch
eine schlechte Verbindungsstärke beim Löten und bei
schlechter elektrischer Leitfähigkeit eine hohe Spannungsrißkorrosion,
während die Vergleichslegierung C195 eine
schlechte Verformbarkeit, Plattierbarkeit und Bindefestigkeit
beim Löten zeigt, während die elektrische Leitfähigkeit
ebenfalls nicht sehr hoch ist. Diese Tatsache
wird noch offensichtlicher, wenn man berücksichtigt, daß
die Ergebnisse der Legierungen Nr. 11 und 12 den gleichen
Zinn-Gehalt wie Phosphorbronze besitzen. Wenngleich einige
der Legierungen mit hohem Zinn-Gehalt eine elektrische Leitfähigkeit
von 20% nicht erreichen, besitzen viele eine
elektrische Leitfähigkeit von mehr als 30% IACS und eine
hohe Festigkeit von mehr als 539 N/mm².
Von den Legierungen der Vergleichsbeispiele konnten die
Legierungen Nr. 105 und 106 mit überschüssigem Gehalt an Magnesium
und Titan nicht weiter untersucht werden, da zum Zeitpunkt
der Heißbearbeitung eine zu hohe Anzahl von Rissen auftrat.
Die Legierungen der Nr. 101 und 108, die einen überschüssigen
Gehalt an Chrom und Sauerstoff aufweisen, zeigen ebenfalls Rißbildung,
was zu einer schlechten Ausbeute führt. Die Legierung
Nr. 101 mit einem überschüssigen Gehalt an Chrom
zeigt ein schlechtes Verformungsverhalten und ergibt Blasen
beim Erhitzen wegen der schlechten Haftung der Silberbeschichtung.
Die Legierung Nr. 102, die keine dritten Bestandteile enthält,
zeigt nicht nur eine sehr schlechte Festigkeit der
Lötverbindung, sondern auch eine schlechte Verformbarkeit.
Andererseits kann mit den Legierungen der Nr. 103 und 104,
die übermäßige Gehalte an Zink und Mangan aufweisen, keine Verbesserung
der Festigkeit trotz der signifikanten Verminderung
der elektrischen Leitfähigkeit und der Spannungsrißkorrosion
erreicht werden. Die Legierung Nr. 107, die einen
übermäßigen Gehalt an Eisen aufweist, welches zu den vierten
Bestandteilen zählt, zeigt eine schlechte Plattierbarkeit
und Lötbarkeit und weiterhin eine niedrige elektrische
Leitfähigkeit. Die Legierung Nr. 108 mit einem zu hohen
Gehalt an Sauerstoff zeigt schlechte Eigenschaften bezüglich
der Formbarkeit, der Plattierbarkeit und des Lötverhaltens.
Nach der Verfahrensweise des Beispiels 1 bereitet man Blöcke
(40 × 40 × 300 mm) der in der Tabelle IV angegebenen Zusammensetzung.
Nach dem Erhitzen während 15 Minuten bei
875°C werden sie durch Warmwalzen auf eine Dicke von 10 mm
gebracht. Die Behandlungsdauer beträgt etwa 30 Minuten,
wobei die Endtemperatur 670 bis 700°C beträgt. Sie werden
dann mit Wasser abgekühlt, wobei die Temperatur innerhalb
von 5 Minuten auf weniger als 100°C abgesenkt wird. Nach
dem Ätzen werden die Gegenstände auf eine Dicke von 1,2 mm kalt
ausgewalzt und dann während 25 Minuten auf 450°C erhitzt.
Anschließend wird das Walzen bis zu einer Dicke von 0,40 mm
fortgesetzt und das Erhitzen erfolgt erneut während
30 Minuten bei 420°C. Nach dem wiederholten Walzen auf eine
Dicke von 0,20 mm wird das Material durch eine Entspannungseinrichtung
geführt und auf ein Spannungsverhältnis
von 0,2% gebracht, wonach die Wärmebehandlung während 15
Minuten bei 300°C zur Fertigstellung durchgeführt wird.
Die in dieser Weise erhaltenen Gegenstände werden in ähnlicher
Weise untersucht wie in Beispiel 1 beschrieben. Jedoch
erfolgt die Untersuchung des Biegeverhaltens lediglich
in der Walzrichtung (BW). Weiterhin erfolgt eine Silberplattierung
mit einer Dicke von 3 µm nach der Wärmebehandlung
während 5 Minuten bei 425°C in der Atmosphäre,
wobei die hierzu angewandten Bedingungen jenen des Formverbindens
eines Halbleiterherstellungsverfahrens entsprechen,
wobei ein Golddraht mit einer Breite von 23 µm bei
280°C mit Hilfe einer automatischen Wärmeultraschall-
Schweißeinrichtung verbunden wird. Die Untersuchung erfolgt
mit einem Zugprüfgerät unter Verwendung von 1000
Ringproben mit einer Länge von 2 mm, die durch eine Kugelbindung
und eine Stichbindung gebildet worden sind. Dann
berechnet man die Ausbeute, wobei der Bruch im Draht und
nicht der Verbindungsbereich als normal und die Ablösung
im Verbindungsbereich als schlecht bewertet werden. Die
Ablösung erfolgt nur an der Seite der Stichbindung. Die
bei der Bildung der Verbindung angewandten Bedingungen
sind eine Belastung von 50 g, eine Ultraschall-Leistung
von 0,05 W und eine Ultraschall-Behandlungsdauer von 50 ms.
Als Untersuchung der Plattierbarkeit wird eine Plattierung
mit einer Zinn-Blei-Legierung in einer Dicke von 7,5 µm unter
Verwendung eines Fluoroboratbads erzeugt, wonach das plattierte
Material während 2000 Stunden bei 105°C gehalten
wird. Anschließend untersucht man die Haftung durch Beobachtung
der Ablösung der plattierten Schicht in den um
180° gebogenen Bereichen, wozu man ein Mikroskop mit einer
Vergrößerung von 10 verwendet. Zur Bestimmung der Dichte
der Ausscheidungen wird die gewalzte Oberfläche schwach
mit einer NH₄OH-H₂O₂-Lösung geätzt, wonach Ausscheidungen
mit einer Größe von mehr als 5 µm unter einem Rasterelektronenmikroskop
ausgezählt werden. Die Messungen erfolgen
an jeweils vier Positionen auf den oberen und unteren Oberflächen,
wobei die Werte gemittelt werden. Die Ergebnisse
der beschriebenen Untersuchungen sind in der Tabelle V zusammengestellt.
In dieser Tabelle sind zu Vergleichszwecken auch die Ergebnisse
der Legierung C194 (Kupfer-Legierung enthaltend 2,3%
Eisen, 0,015% Zink und 0,04% Phosphor), welche zusammen mit der oben
erwähnten Legierung C195 in großem Umfang als herkömmliche
Legierung eingesetzt wird, angegeben. Diese Legierung
ist nicht nur bezüglich ihrer Festigkeit und ihrer elektrischen
Leitfähigkeit, sondern auch bezüglich ihres Lötverhaltens,
der Plattiereigenschaften und ihres Biegeverhaltens
unterlegen. Es wird angenommen, daß dies eine Folge
der Unterlegenheit in der Silberplattierbarkeit zu sehen
ist, die auch in dem vorhergehenden Beispiel für die
Legierung C195 festzustellen ist, obwohl die Teilchengröße
der meisten Ausscheidungen, wie Eisen, etc. weniger als
3 µm beträgt.
Das Vergleichsbeispiel Nr. 111 ist ein Beispiel einer Legierung
mit einem Phosphor-Gehalt von mehr als 0,02% und zeigt,
daß diese Legierung grobe Ausscheidungen einer Chrom-Phosphor-Verbindung
aufweist, die insbesondere das Bindungsverhalten
beeinträchtigt. Dies trifft auch auf die Legierung Nr. 112
zu mit einem Schwefel-Gehalt von mehr als 0,001%. Die Legierung
Nr. 113 mit einem zu geringen Gehalt an den dritten Bestandteilen
zeigt eine Verminderung der Bindungsfestigkeit
beim Löten, eine starke Ablösung der Zinn-Blei-Plattierung
und die Tatsache, daß die Ausscheidungen (überwiegend
Chrom) ebenfalls grob werden. Die Legierung Nr. 114,
die zu wenig Chrom enthält, ist nachteilig aufgrund der starken
Spannungsrißkorrosion und zeigt eine Neigung zur Verschlechterung
der Festigkeit der Lötverbindung neben einer
geringen Festigkeit, einer schlechten elektrischen
Leitfähigkeit und einer schlechten Formbarkeit, selbst
wenn überschüssiges Ni zugesetzt worden ist.
Zu Vergleichszwecken wird die Legierung Nr. 23 nach dem
Erhitzen während 30 Minuten bei 750°C in ähnlicher Weise
nachbehandelt (Nr. 115). Als Ergebnis davon erfolgt eine
grobkörnige Ausscheidung von Chrom, so daß die Festigkeit
auf unter 490 N/mm² absinkt und die Bindungsausbeute niedrig
ist. Weiterhin wurde die Legierung Nr. 21 nach der
Heißverformung im Verlaufe von 45 Minuten im Ofen auf
400°C abgekühlt und dann in ähnlicher Weise behandelt
Nr. 116). Es ergeben sich ähnliche Ergebnisse wie bei der
Legierung Nr. 115.
Zur Untersuchung der Haftung von oxidierter Schlacke werden
die durch Ätzen gereinigten Legierungen der Nr. 1, 4,
102, 24, 25 und 113 während variierender Zeitdauern auf
einer heißen Platte mit einer Temperatur von 300 bis 400°C
erhitzt unter Bildung von Oxidschichten unterschiedlicher
Dicken. Nach der Erzeugung von gitterförmigen Einschnitten
unter Verwendung eines Schneidemessers wird ein Abziehtest
unter Verwendung eines Polyesterklebstreifens (der Firma
3M Co.) durchgeführt. Bei diesem Test wird die Dicke der
Oxidschicht dort, wo die Oxidschicht abgelöst und auf den
Klebstreifen übertragen worden sind, untersucht. Die Dicke
der Oxidschicht wird durch eine Kathodenreduktionsmethode
bestimmt. Die hierbei erhaltenen Ergebnisse sind in der
folgenden Tabelle VI angegeben.
| Nr. | |
| Dicke nm | |
| 1 | |
| 320 | |
| 4 | 350 |
| 24 | 305 |
| 25 | 290 |
| 102 | 220 |
| 113 | 205 |
Die Ergebnisse der Tabelle VI sind evident. Sie zeigen,
daß bei den erfindungsgemäßen hergestellten Legierungen, die die dritten
Bestandteile enthalten, selbst die Oxidschicht mit
einer Dicke von mehr als etwa 100 nm eine starke
Haftung zeigen. Da bei der Herstellung von Halbleitern
die Preßverbindungen und die Drahtverbindungen in den meisten
Fällen in der Atmosphäre bei 250 bis 450°C gebildet
werden, ist das Auftreten von spröden Oxidschichten eine
erhebliche Beeinträchtigung für anschließende Verfahren,
wie das Versiegeln in einer Harzmasse, etc.
Wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht, sind die praktischen
Eigenschaften der erfindungsgemäß hergestellten Legierungen
zufriedenstellend und erfüllen die hohen Anforderungen
für den Einsatz der Kupferlegierung für elektronische Instrumente,
wie beispielsweise für Leiterrahmen und Leiterbahnen
für Halbleiter, wobei diese Eigenschaften auch für
die Verwendung der Legierung als wärmeableitende Materialien,
Wärmeaustauschereinrichtungen, Federmaterialien,
Verbindungseinrichtungen, elektrisch leitende Materialien
etc. sowie auch als für Leiterrahmen und Leiterbahnen
oder Leiterdrähte für elektronische Bauteile, wie Halbleiter
etc. verwendet werden können, wobei verbesserte Effekte
erreicht werden können und insbesondere eine deutliche
Verbesserung der Verläßlichkeit erzielt werden kann.
Claims (14)
1. Verfahren zur Herstellung einer Kupfer-Zinn-Legierung mit einem
feinkörnigen Gefüge und einem Anteil bis zu 10³/mm² an Ausscheidungen
oder Einschlüssen mit einer Größe von 5 µm oder mehr, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Legierung aus
0,01 bis 1 Gew.-% Chrom,
0,01 bis 8 Gew.-% Zinn,
insgesamt 0,001 bis 5 Gew.-% mindestens eines Vertreters der
0,001 bis 5 Gew.-% Zink,
0,001 bis 0,5 Gew.-% Mangan und
0,001 bis 0,2 Gew.-% Magnesium umfassenden Gruppeund weiterhin nicht mehr als insgesamt 0,5 Gew.-% mindestens eines Vertreters aus der folgenden Gruppe:bis 0,2 Gew.-% Silber,
bis 0,1 Gew.-% Beryllium,
bis 0,1 Gew.-% Calcium,
bis 0,2 Gew.-% Cadmium,
bis 0,1 Gew.-% Bor,
bis 0,2 Gew.-% Aluminium,
bis 0,1 Gew.-% Yttrium,
bis 0,1 Gew.-% Seltene Erdelemente (RE),
bis 0,1 Gew.-% Indium,
bis 0,1 Gew.-% Thallium,
bis 0,2 Gew.-% Eisen,
bis 0,5 Gew.-% Kobalt,
bis 0,5 Gew.-% Nickel,
bis 0,2 Gew.-% Silicium,
bis 0,1 Gew.-% Titan,
bis 0,2 Gew.-% Zirconium,
bis 0,1 Gew.-% Germanium,
bis 0,05 Gew.-% Blei,
bis 0,05 Gew.-% Vanadium,
bis 0,05 Gew.-% Niob,
bis 0,1 Gew.-% Tantal,
bis 0,5 Gew.-% Antimon,
bis 0,1 Gew.-% Arsen und
bis 0,1 Gew.-% Tellur
umfassenden Gruppe, und
Kupfer als Rest,wobei der Sauerstoff-Gehalt nicht mehr als 0,005 Gew.-% beträgt, zu mindestens einem Teil bei 800 bis 950°C warmverformt, dann in der Weise abgekühlt wird, daß der Bereich von 800 bis 400°C in nicht mehr als 20 Minuten durchlaufen wird, und danach mindestens einmal kaltverformt und anschließend während mindestens einer Minute bei 400 bis 650°C wärmebehandelt wird.
0,01 bis 8 Gew.-% Zinn,
insgesamt 0,001 bis 5 Gew.-% mindestens eines Vertreters der
0,001 bis 5 Gew.-% Zink,
0,001 bis 0,5 Gew.-% Mangan und
0,001 bis 0,2 Gew.-% Magnesium umfassenden Gruppeund weiterhin nicht mehr als insgesamt 0,5 Gew.-% mindestens eines Vertreters aus der folgenden Gruppe:bis 0,2 Gew.-% Silber,
bis 0,1 Gew.-% Beryllium,
bis 0,1 Gew.-% Calcium,
bis 0,2 Gew.-% Cadmium,
bis 0,1 Gew.-% Bor,
bis 0,2 Gew.-% Aluminium,
bis 0,1 Gew.-% Yttrium,
bis 0,1 Gew.-% Seltene Erdelemente (RE),
bis 0,1 Gew.-% Indium,
bis 0,1 Gew.-% Thallium,
bis 0,2 Gew.-% Eisen,
bis 0,5 Gew.-% Kobalt,
bis 0,5 Gew.-% Nickel,
bis 0,2 Gew.-% Silicium,
bis 0,1 Gew.-% Titan,
bis 0,2 Gew.-% Zirconium,
bis 0,1 Gew.-% Germanium,
bis 0,05 Gew.-% Blei,
bis 0,05 Gew.-% Vanadium,
bis 0,05 Gew.-% Niob,
bis 0,1 Gew.-% Tantal,
bis 0,5 Gew.-% Antimon,
bis 0,1 Gew.-% Arsen und
bis 0,1 Gew.-% Tellur
umfassenden Gruppe, und
Kupfer als Rest,wobei der Sauerstoff-Gehalt nicht mehr als 0,005 Gew.-% beträgt, zu mindestens einem Teil bei 800 bis 950°C warmverformt, dann in der Weise abgekühlt wird, daß der Bereich von 800 bis 400°C in nicht mehr als 20 Minuten durchlaufen wird, und danach mindestens einmal kaltverformt und anschließend während mindestens einer Minute bei 400 bis 650°C wärmebehandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Chrom-Gehalt 0,05 bis 0,5 Gew.-% beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Chrom-Gehalt 0,15 bis 0,4 Gew.-% und deren
Zinn-Gehalt 0,05 bis 4 Gew.-% betragen.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Phosphor-Gehalt nicht mehr als 0,02 Gew.-%
beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Sauerstoff-Gehalt nicht mehr als 0,0025 Gew.-%
beträgt.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Zinn-Gehalt 0,05 bis 0,5 Gew.-% beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Phosphor-Gehalt 0,0001 bis 0,001 Gew.-%
beträgt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Schwefel-Gehalt nicht mehr als 0,001 Gew.-%
beträgt.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, die 0,05 bis 0,4 Gew.-% Chrom, 0,5 bis 6 Gew.-%
Zinn und 0,005 bis 1 Gew.-% mindestens eines Vertreters der
0,01 bis 1 Gew.-% Zink,
0,01 bis 0,2 Gew.-% Mangan und
0,005 bis 0,1 Gew.-% Magnesium enthält,wobei der Phosphor-Gehalt 0,0001 bis 0,005 Gew.-%, der O₂-Gehalt nicht mehr als 0,0025 Gew.-% und der Schwefel-Gehalt nicht mehr als 0,001 Gew.-% betragen.
0,01 bis 0,2 Gew.-% Mangan und
0,005 bis 0,1 Gew.-% Magnesium enthält,wobei der Phosphor-Gehalt 0,0001 bis 0,005 Gew.-%, der O₂-Gehalt nicht mehr als 0,0025 Gew.-% und der Schwefel-Gehalt nicht mehr als 0,001 Gew.-% betragen.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Zinn-Gehalt 0,05 bis 3 Gew.-% beträgt.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Zinn-Gehalt 0,05 bis 0,5 Gew.-% beträgt.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Legierung
eingesetzt wird, deren Nickel-Gehalt 0,05 bis 0,5 Gew.-% beträgt.
13. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Legierung nach der Warmverformung bei 850 bis 950°C mit einem
Verformungsgrad von mindestens 30% kaltverformt und dann der Wärmebehandlung
während nicht weniger als 5 Minuten bei 400 bis 550°C unterzogen
wird.
14. Verwendung einer nach dem Verfahren gemäß Anspruch 3 hergestellten
Legierung als Leitermaterial für Halbleiter.
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| JP61082746A JPH0816255B2 (ja) | 1986-04-10 | 1986-04-10 | 電子機器用銅合金 |
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