DE3685593T2 - Verfahren zur herstellung zuckerinkrustierter methylcellulosepartikel zur verwendung in abfuehrmitteln. - Google Patents

Verfahren zur herstellung zuckerinkrustierter methylcellulosepartikel zur verwendung in abfuehrmitteln.

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DE3685593T2 DE8686101062T DE3685593T DE3685593T2 DE 3685593 T2 DE3685593 T2 DE 3685593T2 DE 8686101062 T DE8686101062 T DE 8686101062T DE 3685593 T DE3685593 T DE 3685593T DE 3685593 T2 DE3685593 T2 DE 3685593T2
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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung zuckerinkrustierter Methylcellulosepartikel, die sich leicht in kalten wäßrigen Flüssigkeiten lösen.
  • Hintergrund der Erfindung
  • Es ist seit langem bekannt, daß Celluloseether, wie Carboxymethylcellulose und Methylcellulose, wirksame Abführmittel sind. Celluloseether befreien von Verstopfung, indem sie die Stuhlmenge vergrößern und den Wassergehalt des Stuhls erhöhen. Weiterhin wird angenommen, daß sie eine Schmierwirkung auf den Stuhl ausüben.
  • Bislang wurden Celluloseether als Abführmittel in Form von Tabletten, Pulvern und Suspensionen in hochkonzentrierten Zuckerlösungen verabreicht. die GB-A-1 094 494 beschreibt ein Schlankheitsmittel, hergestellt aus Methylcellulose und karamelisiertem Zucker in Form harter Lutschtabletten. Jede dieser Verabreichungsarten besitzt merkbare Nachteile, wodurch die Annahmebereitschaft bei den Verbrauchern eingeschränkt wird.
  • Zum Beispiel werden tablettierte Celluloseether in Verdauungstrakt nicht sofort aufgelöst, da diese Celluloseether hochgradig hygroskopisch sind. Der äußere Teil der Tablette erzeugt rasch ein gelartiges Hydrat, welches den Tablettenzerfall verhindert und in erheblicher Weise die Hydration der inneren Teile der Tablette verzögert. Folglich wird die Tablette häufig als unverbrauchte weiche Gelmasse ausgeschieden. Obwohl eine gewisse laxative Wirkung durch solche Gelmassen hervorgerufen wird, verhält sich Celluloseether am wirksamsten, wenn er gleichmäßig im gesamten Stuhl dispergiert ist. Daher besitzen Celluloseether in tablettierter Form nur eine verminderte Wirkung als Abführmittel.
  • Celluloseether können auch oral als Pulver verabreicht werden. Solche Pulver zeigen häufig die gleiche Gelatinierungserscheinung wie Tabletten, d.h. die einzelnen Partikel kleben zusammen und verbleiben teilweise ungelöst, wenn sie durch den Verdauungstrakt gelangen. Darüber hinaus verursacht die Verabreichung von Celluloseethern in Pulverform bei einigen Patienten Übelkeit, Krämpfe und Brechreiz. Celluloseether werden daher in Pulverform nicht vorteilhaft verabreicht.
  • Celluloseether wurden auch in Form von Suspensionen von Celluloseether in Wasser, das hohe Konzentrationen an Saccharose oder anderen Zuckern und Geschmacksstoffe enthält, als Abführmittel verabreicht. Der Zucker gerät in Konkurrenz mit dem Celluloseether um das verfügbare Wasser. Dadurch wird die Hydratisierung des Celluloseethers unter Entstehung von Gelen in befriedigender Weise verhindert. Die Verabreichung von Celluloseethern in dieser Form besitzt den Vorteil, daß der Celluloseether ausreichend dispergiert ist, und nicht merkliche Mengen von Verklumpungen im Verdauungstrakt erzeugt. Leider sind solche Suspensionen jedoch recht dick und halb gelatinös. Sie sind daher visuell wenig anziehend. Erheblich ist jedoch, daß derartige Suspensionen auf grund des schleimigen Gefühls im Mund und der Übersüße ziemlich widerwärtig sind. Folglich haben solche Celluloseethersuspensionen beim Verbraucher keinen besonderen Anklang gefunden.
  • Daher besteht der Wunsch, ein Mittel auf der Basis von Celluloseether bereitzustellen, das als Abführmittel verwendbar ist, angenehm ist und nicht visuell beeinträchtigt ist und das ohne Hervorrufen erheblicher Mengen von Verklumpungen oder Gelen verabreicht wird. Dies kann in leichter Weise durch Zugabe von Wasser oder einer anderen wäßrigen Flüssigkeit zu einem trockenen Pulvergemisch aus einem wasserlöslichen Celluloseether und einem Dispersions-/Süßungsmittel, gewöhnlich Zucker, erreicht werden. Diese Verfahrensweise ist z.B. aus der Südafrikanischen Patentschrift Nr. 84 1044, veröffentlich am 26. September 1984 bekannt.
  • Diese Mittel sind jedoch nicht in vollem Umfange akzeptabel, da eine einzige Dosis gewöhnlich einen Nährwert von etwa 400 Kalorien besitzt, vorwiegend hervorgerufen durch den hohen Zuckergehalt. Ein solcher hoher kalorischer Wert ist ein minderndes Merkmal für den Durchschnittsverbraucher und ist nicht vertretbar für Verbraucher, die an Blutzuckerkrankheiten leiden, einschließlich Diabetikern. Es ist umsoweniger vertretbar, da vor allem ältere Leute, die gewöhnlich an Verstopfung leiden und regelmäßig Benutzer von Abführmittlen sind, auch gewöhnlich an einer Vielzahl von Blutzuckerkrankheiten leiden, die sich durch die Einnahme hoher Zuckermengen verschlimmern.
  • Der kalorische Gehalt dieser Mittel kann dadurch reduziert werden, daß man anstelle der Zugabe granulierten Zuckers zum Celluloseetherabführmittel, den Zucker verwendet, um um jede einzelne Celluloseethergranula herum eine Kruste zu erzeugen. Zuckerinkrustierte Celluloseetherpartikel liefern ein Produkt, das leicht in kalten wäßrigen Lösungen dispergierbar ist. Sie ergeben Abführmittel, die einen wesentlich geringeren Zuckergehalt und einen wesentlich geringeren kalorischen Wert besitzen.
  • Die Anmelder haben zuckerinkrustierte Celluloseetherpartikel zunächst durch Trockenvermischung von Zucker und Celluloseether, nachfolgender Naßgranulierung mit einer geringen Wassermenge und anschließender Trocknung des feuchten Gemisches hergestellt. Die auf diese Weise in geringen Laboratoriumsmengen hergestellten inkrustierten Celluloseetherpartikel lassen sich in der Tat leicht in kalten wäßrigen Lösungen dispergieren. Jedoch ergeben sich bei der Herstellung solcher inkrustierten Partikeln Einschränkungen, falls große Mengen in hoher Geschwindigkeit unter Verwendung modernster Technik im Produktionsmaßstab hergestellt werden sollen. Die Anmelder beobachteten z.B., daß die Bewegung dieser Teilchen in einem Fließbetttrockner offenbar die Zuckerinkrustierung zerstört und ein Endprodukt ergibt, das in kalten wäßrigen Lösungen nicht mehr dispergierbar ist. Werden dieser inkrustierten Partikel darüber hinaus im Produktionsmaßstab mit einer Hochleistungsmühle vermahlen, so verstopft aufgrund des hohen Zuckergehaltes der Sichter und wird an einer wirksamen Arbeitsweise behindert.
  • Die Anmelder fanden heraus, daß, falls anstelle der Zugabe von Wasser zu einem trockenem Gemisch von Zucker und Celluloseether heißer konzentrierter Zuckersirup aus 50 bis 60 Gew.-% Saccharose bei einer Temperatur zwischen 40 und 75ºC zu trockenem pulverisierten Methylcelluloseether gegeben wird, ein zuckerinkrustriertes Methylcelluloseetherteilchen erhalten wird, welches keine Verfahrensstörungen im Produktionsmaßstab hervorruft und das in kalten wäßrigen Flüssigkeiten leicht dispergierbar ist.
  • Zusammenfassung
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung zuckerinkrustierter Celluloseetherpartikel durch Vermischen heißen Saccharosesirups mit pulverisierter Methylcellulose.
  • Ausführliche Beschreibung der Erfindung
  • Der Ausdruck "Celluloseether", der hier verwendet wird, steht für einen wasserlöslichen Methylcelluloseether, der als Abführmittel wirksam ist. Das Molekulargewicht des Methylcelluloseethers ist nicht besonders kritisch. Vorzugsweise besitzt der Methylcelluloseether eine Viskosität von etwa 4800 cP.
  • Der zu inkrustierende Methylcelluloseether sollte sowohl in trockener als auch in pulverisierter Form vorliegen. Unter trocken verstehen die Anmelder nicht wasserfrei im absoluten Sinne, sondern im wesentlichen wasserfrei, so daß die einzelnen Granalien nicht aneinander haften und das Pulver beim Gießen leicht fließt. Unter Pulver verstehen die Anmelder sehr feine staubartige Teilchen, so wie der Ausdruck vom Fachmann verstanden wird. Vergleiche z.B. Remington's Pharmaceutical Sciences, 16. Aufl, Mack Publishing Company (1980).
  • Der Methylcelluloseether kann allein oder in trockener Form vermischt mit anderen Exzipienten zur Inkrustierung der Granalien mit einem Zucker verwendet werden. Falls die zuckerinkrustierten Methylcelluloseetherpartikel als Abführmittel verwendet werden, so sind ein künstliches Süßungsmittel, wie Saccharin oder Aspartan, Geschmacksstoffe, Färbemittel und andere Mittel, die den Celluloseether bei Zugabe zi einer wäßrigen Flüssigkeit dispergieren halfen, geeignete Exzipienten. Derartige Dispersionsmittel sind z.B. aus der Südafrikanischen Patentschrift Nr. 84-1044, veröffentlicht am 26. September 1984, bekannt.
  • Der zur Inkrustierung des Methylcelluloseether verwendete Zucker ist Saccharose. Falls Saccharose-inkrustierte Methylcelluloseetherpartikel für ein Abführmittel verwendet werden, so kann die Saccharose, die für die Kruste verwendet wird, mit anderen geeigenten Exzipienten, wie synthetische Süßungsmittel, einschließlich Saccharin, Natriumcyclamat und Aspartam , Geschmacksstoffe, Färbungsmittel und andere Mittel, die bei der Dispergierung des Celluloseethers nach Zugabe einer wäßrigen Flüssigkeit hilfreich sind, vermischt werden. Derartige Dispersionsmittel sind aus der Südafrikanischen Patentschrift Nr. 84-1044, veröffentlicht am 26. September 1984, bekannt.
  • Die zur Inkrustierung der Methylcelluloseethergranalien verwendete Saccharosemenge sollte ausreichen, um die Celluloseetherpartikel bei Zugabe einer kalten wäßrigen Lösung zu dispergieren, sollte jedoch die erhaltene Dispersion nicht unangenehm süß machen. Vorzugsweise umfaßt die Saccharosemenge 33 % des Gewichts bezogen auf die inkrustierten Teilchen.
  • Die inkrustierten Teilchen werden bei einer Temperatur zwischen 40 und 75ºC durch Vermischen einer heißen wäßrigen Saccharoselösung mit einem beliebigen gewünschten Exzipienten mit trockenen Methylcelluloseethergranalien hergestellt, bis ein gleichmäßig feuchtes Produkt erhalten wird. Dieses feuchte Produkt wird vorzugsweise in einem Fließbett-Trockner getrocknet und anschließend durch eine geeignete Mühle, vorzugsweise eine Hochleistungsmühle geschickt. Die Zuckerlösung oder -sirup besitzt eine Konzentration von mindestens 50 bis 60 Gew.-% Saccharose um eine übermäßige Hydration des Celluloseethers zu verhindern. Die zur Befeuchtung der Celluloseetherpartikel verwendete Sirupmenge enthält natürlich die erforderliche Zuckermenge zur Herstellung inkrustierter Teilchen mit dem erwünschten Zuckergehalt.
  • Falls die hochkonzentrierten Saccharosesirups zur Verwendung im erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt werden, ist es wünschenswert, die wäßrige Phase zu erwärmen, um den Zucker innerhalb eines kurzen Zeitraums vollständig zu lösen. Die Anmelder fanden heraus, daß bei Verwendung des erhaltenen heißen Sirups zwischen 40ºC und 75ºC zum Befeuchten der Methylcelluloseethergranalien die erhaltenen inkrustierten Partikel sich besser zur Verwendung als Abführmittel eignen als inkrustierte Partikel, die z.B. mit einem Sirup bei Raumtemperatur hergestellt werden, vor allem, da die erhaltenen inkrustierten Partikel, hergestellt durch das verbesserte Verfahren, viel leichter in kaltem Wasser dispergierbar sind. Falls der Sirup vor dem Vermischen mit dem Methylcelluloseether abgekühlt wird, wird eine gelatinöse Masse erhalten, die nach dem Trocknen und Vermahlen ein Produkt liefert, das als Abführmittel unbrauchbar ist. Übermäßiges Erhitzen des Sirups äußert sich in einer unerwünschten Karamelisierung und sollte vermieden werden. Temperaturen zwischen 40 und 75ºC werden erfindungsgemäß empfohlen. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird ein 60%iger Saccharosesirup bei 60ºC zur Befeuchtung von MethylcelluloseGranalien verwendet.
  • Beispiel 1 Herstellung von Saccharose inkrustierten Methylcellulosepartikeln
  • Die Teilchen werden wie nachstehend hergestellt:
  • a) Eine 60%ige Siruplösung (Gew./Gew.) wird durch Zugabe von 52,6 kg Saccharose zu 35 kg gereinigtem siedendem Wasser gegeben. Die Temperatur des erhaltenen Sirups beträgt ungefähr 60ºC.
  • b) Der heiße Sirup wird zu 105,3 kg Methylcellulose, 4800 cP, in einem geeigneten Vermischer gegeben, und bis zur gleichmäßigen Befeuchtung behandelt.
  • c) Das erhaltene feuchte Produkt wird in einem Fleißbetttrockner getrocknet.
  • d) Das getrocknete Produkt wird dann eine geeignete Hochleistungsmühle geschickt.

Claims (5)

1. Verfahren zur Herstellung eines Abführmittels aus zuckerinkrustierter Methylcellulose, umfassend des Erhitzen eines Saccharosesirups mit einer Konzentration von 50 bis 60 Gew.-% Saccharose bei einer Temperatur zwischen 40ºC und 75ºC, dessen Vermischen mit pulverisierter Methylcellulose und eine anschließende Trocknung und Vermahlen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die zuckerinkrustierten Methylcellulosepartikel zu 33 Gew.% aus Saccharose bestehen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Temperatur des Saccharosesirups 60ºC beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Konzentration des Saccharosesirups 60 Gew.-% Saccharose beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Saccharosesirups zu 60 Gew.-% aus Saccharose besteht und die Temperatur des Saccharosesirups 60ºC beträgt.
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