DE3721863C2 - - Google Patents
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- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B35/00—Transporting of glass products during their manufacture, e.g. hot glass lenses, prisms
- C03B35/14—Transporting hot glass sheets or ribbons, e.g. by heat-resistant conveyor belts or bands
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- Re-Forming, After-Treatment, Cutting And Transporting Of Glass Products (AREA)
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Biegen einer in
horizontaler Lage auf Biegetemperatur erhitzten
Glasscheibe, bei dem die auf Transportrollen in die
Biegestation transportierte Glasscheibe durch einen auf die
Unterseite der Glasscheibe wirkenden Differenzdruck von den
Transportrollen abgehoben und durch einen von unten gegen
die Glasscheibe gerichteten heißen Gasstrom gegen die
oberhalb der Transportebene angeordnete Biegeform gepreßt
wird.
Ein Verfahren dieser Art ist aus der DE 35 23 675 A1
bekannt. Bei diesem bekannten Verfahren erfolgt das Abheben
der Glasscheibe von den Transportrollen innerhalb der
Biegestation durch den von unten gegen die Glasscheibe
gerichteten heißen Gasstrom, durch den die Glasscheibe
anschließend gegen die Biegeform gepreßt wird.
Bekannt ist ferner ein Biegeverfahren, bei dem eine als
Vakuumbiegeform ausgestaltete Haltevorrichtung als ein auf
der Unterseite offenes Gehäuse ausgebildet ist, dessen
untere lichte Öffnung die Form der gebogenen Glasscheibe
aufweist und die unter Beaufschlagung mit Vakuum mit einem
Ende beginnend fortschreitend unter gleichzeitiger Biegung
der Glasscheibe auf dieser aufgewälzt wird und dabei die
Glasscheibe von einer Transportrollenbahn abnimmt (DE 33 00
388 C1).
Ebenfalls bekannt ist ein Verfahren, bei dem die auf
Biegetemperatur erhitzte Glasscheibe von einer
Haltevorrichtung gehalten wird, die aus einem auf der
Unterseite offenen Unterdruckgehäuse besteht, dessen
untere lichte Öffnung als ebener, der Scheibenfläche
angepaßter Ring ausgebildet ist, und bei dem die
Verformung der Glasscheibe durch Fallenlassen der
Glasscheibe von dieser Haltevorrichtung auf einen Formring
erfolgt (EP 00 05 306 B1).
Ferner gehört ein Vakuum-Biegeverfahren zum Stand der
Technik, bei dem die Vakuum-Biegeform aus einem unter
Unterdruck setzbaren Gehäuse besteht, bei dem die untere
Öffnung die gleiche geometrische Form wie die Glasscheibe,
jedoch mit größerer Abmessung, aufweist. Innerhalb des
Gehäuses ist die Biegeform starr angeordnet. Das Anlegen
der Glasscheibe an die Biegeform erfolgt dabei durch den
auf den Umfang der Glasscheibe wirkenden Unterdruck (DE-OS
21 19 699).
Ausgehend von dem eingangs genannten Verfahren liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Einwirkungszeit des
heißen Gasstroms zu verkürzen.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst,
daß der Differenzdruck zum Abheben der Glasscheiben von
den Transportrollen durch ein die Biegeform umgebendes
unter Unterdruck setzbares Gehäuse mit einer unteren, der
Form der Glasscheibe entsprechenden Öffnung und einer den
Randbereich der Glasscheibe berührenden, die Öffnung
begrenzenden ringförmigen ebenen Kontaktfläche erzeugt
wird, daß durch Anheben des Gehäuses relativ zur
Biegeform die Glasscheibe gegen die Biegeform angehoben
wird, und daß im Augenblick der Berührung der Biegeform
durch die Glasscheibe zum Biegen der Glasscheibe der heiße
Gasstrom eingeschaltet wird.
Im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren erfolgt bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren das Abheben der auf
Biegetemperatur erhitzten Glasscheibe von der Transportbahn
und das Anheben bis zur Biegeform nicht durch den
dynamischen Druck des nach oben gerichteten heißen
Gasstroms, sondern allein durch den statischen
Differenzdruck, der infolge des in dem Gehäuse
eingestellten Unterdrucks auf die untere Oberfläche der
Glasscheibe wirkt. Erst wenn die heiße Glasscheibe mit
Hilfe des Unterdruckgehäuses gegen die Biegeform angelegt
worden ist, wird der Heißgasstrom eingeschaltet, der
nunmehr ausschließlich zum Biegen der Glasscheibe dient.
Auf diese Weise wird einerseits die Phase, in der der
Heißluftstrom eingeschaltet wird, verkürzt und dadurch
eine Verringerung der für den Heißluftstrom notwendigen
Energie erreicht, während andererseits die Vorteile, die
durch die Anwendung des Heißgasstromes zum eigentlichen
Biegen der Glasscheibe erzielt werden, in vollem Umfang
erhalten bleiben.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend anhand
der Zeichnung, die eine für die Durchführung des
Verfahrens geeignete Biegevorrichtung in einer teilweise
aufgebrochenen perspektivischen Darstellung zeigt, näher
beschrieben.
Die Biegevorrichtung umfaßt einen aus aufeinanderfolgenden
Transportrollen 20 bestehenden Horizontalförderer, mit
dessen Hilfe die Glasscheiben 21 durch einen nicht
dargestellten Ofen und von diesem Ofen in die Biegestation
bis unterhalb einer vollflächigen Biegeform 22
transportiert werden. Die Biegeform 22 ist an einem
Halterohr 23 befestigt, das seinerseits an einem Rahmen 24
befestigt ist. Der Rahmen 24 hängt an Ketten oder Seilen
25, die außerhalb des die Biegestation umgebenden
Gehäuses von drehbar gelagerten Wellen 26 betätigt
werden. Die Wellen 26 werden von dem Getriebemotor 28
betätigt, durch den auf diese Weise die Biegeform 22
angehoben und abgesenkt werden kann.
Die Biegeform 22 ist innerhalb eines senkrecht
ausgerichteten Strömungskanals 30 angeordnet, durch den
auf etwa 600°C erhitzte Luft mit einem bestimmten Druck
und einem bestimmten Volumenstrom von unten nach oben
strömt. Die seitliche Begrenzungswand 31 des
Strömungskanals 30 im Bereich der eigentlichen Biegekammer
weist eine Eintrittsöffnung 32 für die Glasscheiben 21
auf. Die Begrenzungswand 33 weist eine Öffnung 34 auf,
durch die die gebogene Glasscheibe aus der Biegestation
hinaustransportiert wird.
Zum Biegen der Glasscheiben dient der aufwärts gerichtete
heiße Gasstrom, der die auf Biegetemperatur befindlichen
Glasscheiben 21 an die nach unten gerichtete Formfläche
der Biegeform 22 anpreßt.
Zum Transport der gebogenen Glasscheibe aus der
Biegestation hinaus dient ein auf Rädern 38 laufender
Wagen 39, auf dem ein Tragring 40 montiert ist, der in Form
und Größe dem Umfang der gebogenen Glasscheibe
entspricht. Der Wagen 39 fährt auf zwei Schienen 42, die
sich bis in die Biegestation hinein erstrecken.
Die Biegeform 22 ist von einem Gehäuse 44 umgeben, das
unabhängig von der Biegeform 22 aufwärts und abwärts
bewegt werden kann. Zu diesem Zweck ist das Gehäuse 44 auf
seiner oberen Seite mit einem Rahmen 45 versehen, der
seinerseits an vier Ketten oder Seilen 46 befestigt ist.
Die Ketten oder Seile 46 durchdringen die obere
Abschlußwand des die Biegestation umgebenden Gehäuses
und werden außerhalb der Biegekammer von drehbaren Wellen
48 betätigt. Die Wellen 48 werden über eine Kette 49 von
dem Getriebemotor 50 betätigt, der auf diese Weise das
Gehäuse 44 anhebt und absenkt.
Gegen das die Biegeform 22 tragende Halterohr 23 ist die
obere Abschlußwand des Gehäuses 44 durch eine die
Relativbewegung zwischen dem Gehäuse 44 und der Biegeform
22 erlaubende Dichtung 52 abgedichtet. Das Gehäuse 44 ist
mit einem Sauggebläse 54 versehen und weist auf seiner
Unterseite eine Öffnung auf, die der Form der Glasscheibe
21 entspricht und geringfügig kleiner ist als diese, so
daß die Glasscheibe 21 entlang ihrem äußersten
Randbereich von der die Öffnung begrenzenden Randfläche
55 des Gehäuses 44 ergriffen und festgehalten werden kann.
Die Arbeitsweise dieser Biegevorrichtung ist wie folgt:
Die auf Biegetemperatur erhitzte Glasscheibe 21 läuft
durch die Öffnung 32 in die Biegestation ein und wird
durch nicht dargestellte Mittel exakt positioniert.
Während dieser Zeit befindet sich das Gehäuse 44 auf
einer Höhe kurz oberhalb der Transportebene, so daß die
ringförmige Randfläche 55 oberhalb der oberen
Oberfläche der Glasscheibe 21 liegt. Die im Innern des
Gehäuses befindliche Biegeform 22 nimmt ebenfalls eine
Lage ein, bei der der unterste Bereich der Biegefläche
einige Zentimeter oberhalb der Glasscheibe 21 liegt.
Sobald die Glasscheibe 21 genau positioniert ist, senkt
sich das Gehäuse 44 bis kurz oberhalb der Glasscheibe 21
ab, wobei das Sauggebläse 54 eingeschaltet ist. Wenn die
Randfläche 55 des Gehäuses 44 in die Nähe der
Glasscheibe 21 kommt, wird diese durch die
Unterdruckwirkung im dem Gehäuse 44 von diesem angesaugt
und festgehalten. Das Gehäuse 44 und die Biegeform 22
fahren nun unter Beibehaltung ihrer gegenseitigen Position
mitsamt der Glasscheibe 21 gleichzeitig nach oben, damit
nun der Wagen 39 mit dem Tragring 40 unter die Biegeform 22
gefahren werden kann. Wenn die Biegeform 22 ihre obere
Endstellung erreicht hat, setzt das Gehäuse 44 seinen Weg
nach oben noch ein Stück fort. Gleichzeitig wird nun der
heiße Gasstrom eingeschaltet. Während der weiteren
Aufwärtsbewegung des Gehäuses 44 relativ zur Biegeform 22
wird die Glasscheibe 21 gegen die Biegefläche der
Biegeform 22 angelegt und löst sich von der Randfläche 55
des Gehäuses 44. Das Gewicht der Glasscheibe 21 wird nun
vollständig von dem heißen Gasstrom übernommen, der
darüber hinaus für einen gleichmäßigen Anpreßdruck
sorgt und die Glasscheibe 21 in die durch die Biegeform 22
vorgegebene Form biegt. Um den Biegevorgang zu
unterstützen und den für die Biegung insbesondere der
Randbereiche der Glasscheibe erforderlichen Differenzdruck
zu erhöhen, kann während des Biegevorgangs das
Sauggebläse 54 eingeschaltet bleiben. Gegebenenfalls kann
während dieser Zeit die Saugwirkung des Gebläses 54 noch
verstärkt werden.
Während dieses Biegevorgangs bzw. unmittelbar danach hat
der Wagen 39 mit dem Tragring 40 seine Position unterhalb
der Biegeform 22 eingenommen. Nun wird die Biegeform 22 bis
kurz oberhalb des Tragrings 40 abgesenkt. Der heiße
Gasstrom wird abgeschaltet bzw. gedrosselt, und die
Glasscheibe 21 legt sich unter der Wirkung ihres
Eigengewichts auf den Tragring 40 ab. Mit diesem wird sie
nun in die nachfolgende Behandlungsstation gefahren, und
die Einrichtung ist für den nächsten Biegezyklus bereit.
Claims (3)
1. Verfahren zum Biegen einer in horizontaler Lage auf
Biegetemperatur erhitzten Glasscheibe, bei dem die auf
Transportrollen in die Biegestation transportierte
Glasscheibe durch einen auf die Unterseite der
Glasscheibe wirkenden Differenzdruck von den
Transportrollen abgehoben und durch einen von unten
gegen die Glasscheibe gerichteten heißen Gasstrom gegen
die oberhalb der Transportebene angeordnete Biegeform
gepreßt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß der Differenzdruck zum
Abheben der Glasscheiben von den Transportrollen durch
ein die Biegeform umgebendes unter Unterdruck setzbares
Gehäuse mit einer unteren, der Form der Glasscheibe
entsprechenden Öffnung und einer den Randbereich der
Glasscheibe berührenden, die Öffnung begrenzenden
ringförmigen ebenen Kontaktfläche erzeugt wird, daß
durch Anheben des Gehäuses relativ zur Biegeform die
Glasscheibe gegen die Biegeform angehoben wird, und daß
im Augenblick der Berührung der Biegeform durch die
Glasscheibe zum Biegen der Glasscheibe der heiße
Gasstrom eingeschaltet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
während des Biegens durch den heißen Gasstrom zur
Unterstützung des die Biegung bewirkenden
Differenzdruckes insbesondere in den Randbereichen der
Glasscheibe die Saugwirkung in dem Gehäuse
aufrechterhalten wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1 oder 2, mit einer aus horizontalen
Transportrollen (20) bestehenden Transportbahn, einer
oberhalb der Transportbahn angeordneten Biegeform (22)
und einem die Biegestation umgebenden Strömungskanal
(30) für einen vertikal nach oben gegen die Biegeform
(22) gerichteten heißen Gasstrom, dadurch
gekennzeichnet, daß die Biegeform (22) von einem unter
Unterdruck setzbaren mit einer eine ebene Kontaktfläche
aufweisenden unteren Saugöffnung versehenen Gehäuse
(44) umgeben ist, wobei die Saugöffnung der Form der
Glasscheibe entspricht und geringfügig kleiner ist als
diese, und daß das Gehäuse (44) relativ zur Biegeform
(22) in vertikaler Richtung verschiebbar gelagert ist.
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