DE3724964C2 - Heu-Konservierungsmittel und Verfahren zur Heukonservierung - Google Patents

Heu-Konservierungsmittel und Verfahren zur Heukonservierung

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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Mittel zur Konservierung von Heu, das insbesondere für die Konservierung eines Heus mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt bestimmt ist. Bei Heu mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt besteht eines der Probleme darin, daß es durch die sich spontan entwickelnde Wärme verdorben wird und sich zersetzt.
Die Erhaltung der Nährstoffe in der Luzerne und anderen Grünpflanzen zur Tierfütterung hängt von der Konservierungsmethode ab. Im Idealfalle würde Luzerne zur maximalen Erhaltung der Nährstoffe rasch geerntet und sofort getrocknet. Bei dem gegenwärtigen Stand der Landwirtschaftstechnik ist das jedoch nicht zu verwirklichen. Die Qualität von Luzerneheu hängt jedoch von den gleichen Variablen ab, von denen auch die Qualität eines perfekt konservierten Produkts abhängen würde: der Geschwindigkeit und dem Grad der Feuchtigkeitsentfernung, der Temperatur, bei der die Feuchtigkeit entfernt wurde, der Temperatur der anschließenden Lagerung, dem ursprünglichen Nährstoffgehalt, der mikrobiellen Belastung und der Zeitdauer, für die bestimmte Feuchtigkeitsgehalte während des Trocknens durchlaufen wurden. Alle diese Faktoren hängen wiederum ihrerseits von den Feldbedingungen ab, wie beispielsweise von der Feuchtigkeit, der Temperatur, der Regenmenge, der Windgeschwindigkeit (die die Trocknungsgeschwindigkeit beeinflußt) sowie schließlich von den Eigenschaften der Pflanzen selbst, wie deren Reife, Schnittart, allgemeine Wachstumsbedingungen und schließlich der Luzernenvarietät.
Erfahrungsgemäß würde man vermuten, daß eine extrem schnelles Trocknen auf dem Feld bis zu niedrigen Feuchtigkeitsgehalten vor der Ballenbildung optimale Voraussetzungen bietet. Leider führt ein solcher Prozeß jedoch zu erheblichen Nährwertverlusten in Folge von Blattverlusten und erniedrigten Ausbeuten an Trockenmasse. Nachdem dieser Umstand erkannt worden war, gingen Heuerzeuger dazu über, das Heu bei höheren Feuchtigkeitsgehalten einzuballen. Diese Praxis führt jedoch dazu, daß das Futter schimmelt und an­ schließend von den Tieren nicht angenommen wird, bei ihnen zu Mykotoxikosen führt und insgesamt ihr Gedeihen beein­ trächtigt. Es besteht daher ein reales und anhaltendes Bedürfnis nach Heu-Konservierungsmitteln, die es den Pro­ duzenten ermöglichen, die maximale Qualität ihres Futter­ mittels zu erreichen.
Aus der DE 26 44 351 A1 ist ein Konservierungsmittel für Grünfuttermittel bekannt, das ein wasserlösliches Salz einer organischen Säure, nämlich Ammoniumpropionat, neben Propylen­ glykol enthält. Die Verwendung von Propionsäure und ihren Salzen ist in der genannten Druckschrift im referierten Stand der Technik als grundsätzlich bekannt vorausgesetzt.
Aus der US 45 56 505 A ist ferner ein Trocknungsmittel für Futterpflanzen bekannt, das eine Kombination von schimmel­ verhütender organischer Säure mit Trocknungsmitteln auf der Grundlage anorganischer Verbindungen, insbesondere Alkalicar­ bonaten, -phosphaten und -silikaten sowie den entsprechenden Alkalimetallhydroxiden umfaßt.
Im Idealfall sollte ein Heu-Konservierungsmittel wenigstens die folgenden Eigenschaften aufweisen:
Es sollte bei Feuchtigkeitsgehalten von 20 bis 30% ein Schimmeln der Heuballen verhindern; es sollte die grüne Farbe des Heus konservieren; es sollte den Stickstoff in einer leichtverwertbaren Form konservieren; es sollte die Trocknungsgeschwindigkeit des behandelten Heus beschleunigen; es sollte im Vergleich mit unbehandelten Heuballen, die ähnliche Feuchtigkeitsgehalte aufweisen, das Gedeihen und Verhalten der Tiere verbessern; es sollte die Gesamtwirtschaftlichkeit des landwirtschaftlichen Betriebs dadurch verbessern, daß Ernteverluste und Nachernteverluste vermindert werden; und es sollte schließlich ganz allgemein das Einkommen des landwirtschaftlichen Betriebs dadurch erhöhen, daß mehr qualitativ hochwertige Ballen erzeugt werden.
Es ist daher eine Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Heu-Konservierungsmittel, insbesondere für ein Heu mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt, zu schaffen, das die Qualitäten des Heus als Futtermittel in optimaler Form konserviert, indem es die meisten der oben angegebenen Eigenschaften eines "idealen" Konservierungsmittels aufweist und aufgrund seiner synergistisch zusammenwirkenden Bestandteile die Wärmeentwicklung in einem Heu hoher Feuchtigkeit wirksam vermindert.
Die Wirksamkeit eines diese Aufgabe lösenden Heu-Konservierungsmittels läßt sich daran erkennen, daß ein Heuerzeugnis erhalten wird, das sich im Hinblick auf seine Wärmeentwicklung, die Wiedergewinnung der Trockenmasse, das Stickstoffprofil, die Farbe und die Mikroorganismen- Zahlen, einschließlich der Hefen und Schimmel, als überlegen erweist.
Diese Aufgabe wird durch ein Heu-Konservierungsmittel gelöst, wie es im Patentanspruch 1 wiedergegeben wird.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Ein vorteilhaftes Verfahren zur Behandlung von Heu unter Verwendung eines erfindungsgemäßen Mittels ist in den Ansprüchen 9 und 10 wiedergegeben.
Ein erfindungsgemäßes Konservierungsmittel für ein Heu hoher Feuchtigkeit weist eine Zusammensetzung auf, zu der mindestens zwei, vorzugsweise jedoch mindestens drei Bestandteile gehören. In einer ersten Ausführungsform mit nur zwei der Bestandteile besteht die Zusammensetzung aus einerseits einer Mischung von anorganischen Salzen, die Zinkoxid, Magnesiumoxid und eine wasserlösliche Quelle für Kupferionen, vorzugsweise Kupfersulfat, umfaßt, und andererseits, als zweite Komponente, einer organischen Säure, die ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Essigsäure, Propionsäure und Sorbinsäure besteht. Bei der bevorzugten zweiten Ausführungsform sind als dritte Komponente noch Mikroorganismen von Streptococcus faecium Bestandteil der Zusammensetzung. Zwischen den beiden erstgenannten sowie auch zwischen diesen und dem dritten Bestandteil besteht ein Synergismus im Hinblick auf eine erhebliche Temperaturverminderung und dadurch eine Verminderung von abbauenden Einflüssen auf ein Luzernen-Heu.
Das erfindungsgemäße Heu-Konservierungsmittel liegt in Form einer Trockenmischung vor, die für ihre Verwendung zur Heubehandlung verdünnt und typischerweise durch Versprühen aufgebracht wird. Wenn im Rahmen der vorliegenden Erfindung Angaben über die Zusammensetzung gemacht werden, so beziehen sich diese auf das Trockengewicht, es sei denn, es ist etwas anderes angegeben.
In seiner breitesten Definition enthält das Mittel als ersten Bestandteil eine anorganische Salzmischung aus Zinkoxid, Magnesiumoxid und einer wasserlöslichen, Kupferionen liefernden Verbindung, die mit einer organischen Säure oder einem wasserlöslichen Salz einer organischen Säure als zweitem Bestandteil kombiniert ist, wobei die Säure ausgewählt ist aus Essigsäure, Propionsäure und Sorbinsäure. Die Menge der anorganischen Salzmischung liegt im Bereich von 4 bis etwa 75 Gew.-% der Zusammensetzung, vorzugsweise im Bereich von etwa 35 bis etwa 50 Gew.-%. Es hat sich als kritisch herausgestellt, daß Zink und Magnesium durch keine andere Quelle für diese Metalle als die entsprechenden Oxide eingebracht werden. Wenn somit der Begriff "anorganische Salzmischung" verwendet wird, so ist dieser so zu verstehen, daß er Zink und Magnesium in Form ihrer Oxide umfaßt. Es wurde festgestellt, daß andere Formen und Quellen für Zink und Magnesium keine nennenswerte Verminderung der Wärmeentwicklung bewirken. Anders gesagt wird angenommen, daß es kritisch ist, daß als Zinkquelle Zinkoxid und als Magnesiumquelle Magnesiumoxid gewählt werden. Was dagegen die Quelle für Kupferionen angeht, so ist es für die Zusammensetzung nicht kritisch, daß Kupfer in Form des bevorzugten Kupfersalzes Kupfersulfat vorliegt. Es ist irgendeine wasserlösliche Quelle für Kupferionen geeignet, wobei jedoch das bevorzugte Kupfersulfat außerordentlich befriedigende Ergebnisse liefert.
Was den ersten Bestandteil, die anorganische Salzmischung angeht, so ist es innerhalb dieses Bestandteils bevorzugt, daß das Verhältnis von Magnesiumoxid zu Zinkoxid zu wasserlöslichen Kupferionen im Bereich von 100 : 10 : 1 bis 100 : 50 : 5 liegt. Der am meisten bevorzugte Bereich für das Gewichtsverhältnis von Magnesiumoxid zu Zinkoxid und wasserlöslichem Kupferion liegt in einem Gewichtsverhältnis- Bereich von 100 : 10 : 1 bis 100 : 20 : 2.
Wenn die erwähnte anorganische Salzmischung mit einer organischen Säure, vorzugsweise Sorbinsäure, kombiniert wird, wurde festgestellt, daß die erhaltene Kombination im Hinblick auf eine Konservierung der Heufarbe und auf eine Wärmeregulierung sehr wirksam ist. Dabei wird die Wärmeregulierung von einer Mischung der beiden Oxide im Vergleich zu einer Verwendung der jeweiligen Oxide allein erheblich verbessert. Die organische Säure ist ausgewählt aus Essigsäure, Propionsäure und Sorbinsäure. Dabei können jedoch selbstverständlich auch wasserlösliche Salze der Säuren wie beispielsweise die Kalium- und/oder Natrium-Salze der Säuren verwendet werden, die ebenfalls in den Bereich der vorliegenden Erfindung fallen. Die am stärksten bevorzugte Säure ist Sorbinsäure, da sie in Kombination mit der anorganischen Salzmischung den am stärksten fühlbaren synergistischen Effekt zu liefern scheint. Die Menge der organischen Säure beträgt auf einer Trockengewichtbasis von etwa 25 Gew.-% bis etwa 96 Gew.-% der Konservierungszusammensetzung, vorzugsweise von etwa 50 Gew.-% bis etwa 65 Gew.-%.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß die angegebene Zusammensetzung im Hinblick auf ihre Wirksamkeit als Heu- Konservierungsmittel für ein Heu hoher Feuchtigkeit noch verbessert wird, wenn die Zusammensetzung bestimmte Mikroorganismen enthält. Diese Mikroorganismen sind Mikroorganismen von Streptococcus faecium. Es wurden auch andere untersucht, mit diesen konnte jedoch kein synergistischer Effekt nachgewiesen werden. Wenn jedoch Streptococcus faecium mit dem ersten Bestandteil, der anorganischen Salzmischung, und dem zweiten Bestandteil, der organischen Säure, kombiniert wird, wird die Wirksamkeit des Mittels zur Verminderung der Wärmeentwicklung gesteigert. Anders ausgedrückt scheint der Kühleffekt auf die Heuzusammensetzung größer zu sein. Das ist deshalb überraschend, weil bekannt ist, daß Streptococcus faecium allein bei seiner Anwesenheit in Heu dieses heißer macht.
Die Menge der zugegebenen Mikroorganismen ist eine Menge, die ausreicht, eine Organismenkonzentration von wenigstens 105/g Zusammensetzung zu gewährleisten, vorzugsweise eine Menge, die ausreicht, eine Organismenzahl von 105/g Zusammensetzung bis 1011/g Zusammensetzung zu gewährleisten.
Es gibt bestimmte bevorzugte Stämme von Streptococcus faecium, die isoliert wurden und sich als Bestandteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzung als besonders vorteilhaft erwiesen haben. Diese Stämme wurden bei der American Type Culture Collection in Rockville, Maryland hinterlegt und haben die Hinterlegungsnummern A.T.C.C. 53518, 53519, 53520 bzw. 53521 erhalten. Sie können auf Anfrage auch vom Inhaber der vorliegenden Patentanmeldung erhalten werden, wobei sie bei diesem als die Stämme 248, 202, 451 und 434 gekennzeichnet sind. Man kann dabei eine Mischung der bevorzugten Stämme verwenden, was zu befriedigenden Ergebnissen führt, oder eine Kombination nur einiger der Stämme oder auch einfach einen einzigen Stamm. In den Beispielen wurden Mischungen verwendet, die die Stämme in gleicher Konzentration enthielten.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Behandlung von Heu wird die Zusammensetzung einfach in Wasser gelöst bzw. suspendiert und direkt auf das Heu versprüht. Die Menge des als Suspendiermittel dienenden Wassers ist nicht kritisch, wobei typischerweise die erforderliche Menge gerade die Menge ist, die ausreicht, die gewünschte Menge der trockenen Konservierungszusammensetzung aufzulösen und diese auf bequeme Weise zu versprühen. Die Wassermenge, die zum Auflösen einer typischen Behandlungsmenge für die gegenwärtigen handelsüblichen großen Rundballen, die häufig ein Gewicht von 450 bis 910 kg aufweisen, erforderlich ist, liegt in der Größenordnung von etwa 19 Liter (5 gal) Wasser. Bezogen auf eine Tonne Heu sind typische Behandlungsmengen Mengen von 226 g bis zu 9072 g/t Heu, vorzugsweise von 226 g bis zu 1361 g/t Heu.
Nachfolgend werden konkrete Ausführungsformen der Erfindung und Versuchsergebnisse in tabellarischer Form mit den erforderlichen Erläuterungen angegeben, wobei die Beispiele nicht im einschränkenden Sinne auszulegen sind.
Beispiele
In den folgenden Beispielen wurde wie folgt vorgegangen: Jede Behandlung wurde bei fünf Ballen mit einem Gewicht von etwa 450 bis 910 kg (1000 bis 2000 pounds) durchgeführt. Die exakte aufgebrachte Menge wurde auf einer Basis von 680 g (1500 pounds) berechnet.
Nachdem die Felddaten gewonnen worden waren, wurden sie für eine spätere Analyse auf Standard-Formblättern festgehalten. Jeder Ballen war mit einem numerierten Kunststoff- Tieretikett zur Festlegung seiner Identität markiert.
An jeweils 10 bis 15 unterschiedlichen Stellen wurden sechs Behandlungen an fünf Ballen pro Behandlung durchgeführt. Die Daten wurden am Tag 0, am Tag 30 und am Tag 120 gewonnen. Die Daten betrafen die folgenden Informationen: Tag, Ballennummer, Behandlungsart, Trockenmasse, Hefen und Schimmel, Streptococci, ADF (Maß für die Fasermenge im Futtermittel), Stickstoff und ermitteltes verfügbares Protein.
Die Probengewinnung an den Ballen erfolgte so, daß aus jeder abgerundeten Seite des Ballens eine Kernprobe durch Bohren entnommen wurde, und daß zwei Kernproben an der Oberseite des Ballens genommen wurden, so daß insgesamt sechs Kernproben pro Ballen erhalten wurden. Die Kernproben wurden gesammelt und wie nachfolgend beschrieben untersucht. Eine Gesamtmenge von sechs Kernproben entspricht dabei einer Menge von etwa 120 g Heu. Nachdem jede Kernprobe genommen worden war, wurde die Stelle der Probenentnahme mit einem Isolierschaum wieder abgedichtet. Die tägliche Temperaturanalyse erfolgte so, daß man eine Temperatursonde auf die Oberfläche des Ballens im Schatten aufbrachte und diese eine Minute lang den Gleichgewichtszustand erreichen ließ. Dadurch wurde die Umgebungstemperatur festgelegt. Danach wurde die Umgebungstemperatur auf einem Datenblatt festgehalten, und die Temperatursonde wurde in der Mitte des Ballens angeordnet, wo man sie ebenfalls innerhalb von einer Minute Gleichgewichtsbedingungen erreichen ließ, wonach die Ballentemperatur aufgezeichnet wurde.
Jeder der Datenpunkte wurde nach Standardverfahren ermittelt: Die Trockenmasse wurde nach dem Verfahren Nr. 7002 der Association of Official Analytical Chemists, 1980, Thirteenth Edition, bestimmt. Der Stickstoffgehalt wurde nach dem Kjeldahl-Verfahren bestimmt. ADF (Zellwandmaterial) wurde nach dem Verfahren gemäß dem Agricultural Handbook Nr. 379 Forage Fiber Analysis, Goering and Van Soest, 1970 ermittelt. ADF-N (an die Zellwand gebundener Stickstoff) wurde nach einer Modifikation der Van Soest Technik bestimmt, die beschrieben ist in The Use of Detergents in the Analysis of Fibrous Feeds, Journal of Association of Official Analytical Chemists, 48:785, 1965. Die Farbe wurde dadurch bestimmt, daß man visuell einen Vergleich mit Lackfarben-Bezugsstreifen durchführte.
In den folgenden Tabellen I und II werden Versuche an Ballen zusammengefaßt, die an zwei Orten in Iowa und einem Ort in Indiana lagen. Das gesamte Untersuchungsverfahren lief dabei wie folgt ab: Luzerne in einem 10%igen bis 20%igen Blühstadium wurde mit einem Mäher-Konditionierer geschnitten, wonach man sie auf dem Feld in Schwaden bis auf einen Trockengehalt von 20 bis 28% Feuchtigkeit trocknen ließ. Es wurden 30 runde Ballen, und zwar fünf pro Behandlung, hergestellt, die jeweils durchschnittlich etwa 680 kg wogen. Behandlungsmittel wurden in 94,6 l (25 gallons) Wasser suspendiert und direkt vor der Ballenbildung auf das Heu in den Schwaden versprüht, und zwar in Mengen von 18,9 l (5 gallons) pro Ballen. Zwischen den Behandlungen wurden die Sprühvorrichtungen gut gewaschen. Zwischen jedem Satz von fünf behandelten Ballen wurden unbehandelte Kontrollballen hergestellt.
Die Ballen wurden am Tag 0 auf Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt geprüft, und Kernproben wurden zur Durchführung einer chemischen und mikrobiologischen Analyse an das Labor geschickt (ADF, ADF-N, Hefen und Schimmel, Milchsäurebakterien und Stickstoff). In den ersten 20 Tagen wurde die Temperatur täglich ermittelt, danach jeden fünften Tag. An den Tagen 30 und 90 wurden Kernproben zur Durchführung der chemischen und mikrobiologischen Analysen ins Laboratorium geschickt. Am Ende eines Versuchs (ungefähr nach 90 Tagen) wurden die Ballen geöffnet und das Innere der Ballen auf Schimmelbildungen und zur Bestimmung der Farbe geprüft.
Die Gesamtuntersuchung wurde somit bei einer Anzahl von fünf Ballen pro Behandlung in sechs Behandlungen in drei Schnitten durchgeführt. Kontrollballen, die nicht behandelt worden waren, wurden ebenfalls gemessen und werden als Behandlung Nr. 6 bezeichnet.
Die nachfolgende Tabelle I zeigt die Zusammenfassung der Meßdaten für die Versuche in Iowa, während die Tabelle II die Zusammenfassung der Meßdaten für die Versuche in Indiana wiedergibt.
In den Tabellen I und II bezeichnet "Schnitt" den Heuschnitt. "DM" bezeichnet den Trockenmassegehalt des Heus bei der Ballenbildung. "WT IN" bezeichnet das Durchschnittsgewicht der fünf Ballen, die pro Behandlung an jeder Örtlichkeit verwendet wurden. "TEMP" bezeichnet die mittlere Innentemperatur der Ballen nach einem Lagerzeitraum von 60 Tagen. "ADF" bezeichnet den Fasergehalt des Heus. "ADF-N" bezeichnet die Menge des Stickstoffs, der während der Lagerung an die Fasern gebunden wird und für das das Heu essende Tier nicht verfügbar sein kann. "YM" bezeichnet die Hefen- und Schimmel-Zahlen in dem Heu, und zwar ausgedrückt als Log10 der Zellenanzahl pro Gramm. "STREP" gibt das Ergebnis der Zählung von Streptococcus im Heu an, ausgedrückt als Log10 der Zellenanzahl pro Gramm. "ACTINO" gibt die Zählergebnisse für Aktinomyceten in dem Heu wieder, ausgedrückt als Log10 der Zellenanzahl pro Gramm. "NITRO" bezeichnet den Kjeldahl-Stickstoffgehalt des Heus. "% REC- DM" bezeichnet die prozentuale Zurückgewinnung der Trockenmasse. "% REC-N" bezeichnet die prozentuale Zurückgewinnung des Stickstoffs. "% REC AVAIL PROTEIN" bezeichnet die Zurückgewinnung an löslichem Protein, das für das Tier verfügbar ist. "% AVAIL PRO AN TAG 90" bezeichnet die Menge des Proteins in dem Ballen, die für das Tier verfügbar ist. "% ADF INCR" bezeichnet die Zunahme oder Abnahme (-) bei dem ADF-Wert des Heus während der Lagerung. "SCHIMMEL" gibt das Ergebnis der visuellen Bewertung des Heus am Tag 60 auf Schimmelbildung wieder, und zwar anhand einer Skala von 0 (kein Schimmel) bis 10 (völlig verschimmelt).
Wie zu erkennen ist, wird durch die erfindungsgemäße Behandlung gegenüber den Kontrollproben eine signifikante Verbesserung im Hinblick auf Abbau, Temperatur, verfügbares Protein und Farbe erhalten.
Weitere gewonnene Daten deuten an, daß die beste Zusammensetzung eine Zusammensetzung war, die Zinkoxid, Magnesiumoxid, Kupfersulfat, Sorbinsäure und Streptococcus faecium der Stämme 248, 202, 451 und 434 (interne Bezeichnungen des Anmelders) enthielt. In jedem Falle wurde die jeweilige Behandlung mit den folgenden Zusammensetzungen des Mittels durchgeführt:
Tabelle III
Eine Prüfung der nach der vorliegenden Erfindung gewonnenen Daten im Vergleich mit den Daten für die unbehandelten Ballen läßt klar erkennen, daß durch die vorliegende Erfindung alle gestellten Aufgaben gelöst werden.

Claims (10)

1. Heu-Konservierungsmittel, insbesondere für ein Heu mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, dessen Zusammensetzung in Kombination mindestens umfaßt:
eine geringe, jedoch zur Verminderung der Wärmeentwicklung wirksame Menge einer organischen Säure oder eines wasserlösli­ chen Salzes einer solchen organischen Säure, die ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Essigsäure, Propionsäure und Sorbinsäure besteht,
dadurch gekennzeichnet,
daß es desweiteren eine Menge von etwa 4 bis etwa 75 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung einer anorganischen Salzmischung aus Zinkoxid, Magnesiumoxid und einer wasser­ löslichen, Kupferionen liefernden Verbindung umfaßt, wobei die anorganische Salzmischung Magnesiumoxid, Zinkoxid und wasser­ lösliche Kupferionen in einem Gewichtsverhältnis-Bereich von 100 : 10 : 1 bis 100 : 50 : 5 enthält.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge der anorganischen Salzmischung von etwa 35 bis etwa 50 Gew.-% der Zusammensetzung bildet.
3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge der organischen Säure von etwa 25 bis etwa 96 Gew.-%, vorzugsweise 50 bis etwa 65 Gew.-%, der Zusammenset­ zung des Heu-Konservierungsmittels bildet.
4. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die anorganische Salzmischung Magnesiumoxid, Zinkoxid und wasserlösliche Kupferionen im Gewichtsverhältnis- Bereich von 100 : 10 : 1 bis 100 : 20 : 1 enthält.
5. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn­ zeichnet, daß es zusätzlich Mikroorganismen von Streptococcus faecium in einer Menge von wenigstens 10⁵/g des Gewichts der Zusammensetzung enthält, die in Kombination mit der anor­ ganischen Salzmischung und der organischen Säure die Verhinde­ rung einer Wärmeentwicklung verstärken.
6. Mittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikroorganismen von Streptococcus faecium in einer Menge im Bereich von 106 bis 1011/g der Zusammensetzung vorhanden sind.
7. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Kupfersalz Kupfersulfat ist und die organi­ sche Säure Sorbinsäure ist.
8. Mittel nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikroorganismen von Streptococcus faecium ausgewählt sind aus den Stämmen, die bei der American Type Culture Col­ lection unter den Nummern ATCC 53518, 53519, 53520 und 53521 hinterlegt sind.
9. Verfahren zur Behandlung von Heu mit einem der vorstehend genannten Mittel, dadurch gekennzeichnet, daß die Konservie­ rungsmittel mit einer ausreichenden Menge von Wasser voll­ ständig suspendiert werden und das Heu mit einer Menge der Suspension entsprechend von etwa 226 g Konservierungsmit­ tel/1000 kg Heu bis etwa 9072 g/1000 kg Heu behandelt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Behandlung des Heus verwendete Menge der Zusammen­ setzung im Bereich von etwa 226 g/1000 kg Heu bis etwa 1361 g/1000 kg Heu liegt.
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