-
Vorrichtung zur Fertigung gemusterter Kunststeinfliesen. Zusatz zum
Patent 269489.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zur selbsttätigen
Herstellung gemusterter Fliesen geiriäß Patent 269489, bei welcher die in
Herstellung begriffene Fliese von einem ringförmigen Tisch getragen wird, der finit
einer aussetzenden Drehbewegung fortgeschaltet wird und die .Fliese nacheinander
den einzelnen Arbeitsstellen zuführt, welche zur Ausführung der einzelnen bekannten
Arbeitsstufen zur Herstellung geinusterter Fliesen dienen.
-
Insbesondere betrifft die Erfindung eine Vorrichtung, welche die Formdeckplatte
unter die Einsiebvorrichtung führt und welche die Formdeckplatte umwendet, nachdem
eine gewisse Menge der Farbmasse in die Form eingeführt ist, um den l-'1>erschuß
an Farbstoff auszukippen.
-
Die Antriebsvorrichtung, welche das Umkippen und die wagerechten Verschiebungen
der Formdeckplatte zwischen der Stellung unter den Sieb bis zu der Kippstelle steuert.
besteht gemäß der Erfindung aus einem Druckzylinder, welcher die Formdeckplatte
in zwei Gleithahnen, welche in der Verlängerung des zuvor erwähnten Druckzylinders
an-"ebracht sind, verschiebt.
-
tTin die den Farbstoff in der Form verteilende Formdeckplatte während
des Einliebens der erforderlichen Färbinen;e fest zu halten und sie der auf denn
Tisch befindlichen Farin zii nähern, liil.it nian gemäß der Erfindung die Formdeckplatte
so abwärts gehen, ('laß ihre beiden Drehzapfen in eine Nut eingreifen, welche am
unteren Teil der beiden Gleitbahnen der Vormdeckplatte angeordnet ist.
-
Verwendet inan mehrere solche Formdeckplatten, so ist gemäß der Erfindung
eine Verteilungsvorrichtung für das Druckmittel mit einem einzigen Sammler und einem
von allen Kippstellen gleich weit entfernten Verteiler angeordnet.
-
In <leg "Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des l:rfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt-. Abb. i die Antriebsvorrichtung für die I'orindeckplatte
in schaubildlicher Darstellung, teilweise geschnitten, Abb. 2 einen Teil dieser
Vorrichtung in kleinerem Maßstab finit im Kippen begriffener Formdeckplatte, Abb.
3 einen Schaltplan des hydraulischen Antriebes, Abb. 4 und 5 Schnitte durch eine
der Gleit-])ahnen bei zwei verschiedenen Stellungen der Formdeckplatte., Abb. 6
eine Ansicht der einen Gleitbahn mit Formdeckplatte in der Kippstellung, und Abb.
7 den Haltebügel mit der Formdeck-' platte von oben gesehen.
-
Eine Formdeckplatte 27 ist unter jeder der »ficht gezeigten Einsiebvorrichtungen
angeordnet und kamt sich unter den Antrieb eines Druckmittels einstellen.
-
Die Formdeckplatte besteht aus einem Rah-»ieir, der durch einen Steg
in zwei Abschnitte unterteilt ist. jeder der Abschnitte kann einen nicht ""zeigten
Einsatz in Form einer gelochten Platte aufnehmen, durch welche der I# arbstoit eingeführt
werden kann. Infolge dieser Anordnung fällt der Farbstoff nur durch die in den Einsätzen
ausgesparten öfsungen, um die in der Form befindliche Masse entsprechend denn Muster
zu färben. Diese Einsätze werden in den durch die Formdeckplatte gebildeten Rahmen
durch eine beliebige Vorrichtung leicht auswechselbar festgehalten, so daß man nach
jedem Füllvorgang jeden Einsatz gegen einen anderen austauschen kann.
-
Die Formdeckplatte 27 ist auf einer quer gerichteten Achse beiderseits
finit Drehzapfen versehen, die in Lagern .I4. und .f5 eines Bügels 33 gelagert sind,
der durch eine Stange 31 mit dem Differentialkolben 32 verbunden ist.
-
Die Verlängerungen der Drehzapfen außerhalb des Bügels bilden Gleitstücke
37 und 37', die in zwei Gleitbahnen 29 und 30 unter der Wirkung des auf den
Bügel 3 3 ausgeübten Druckes verschiebbar sind.
-
Auch der Bügel selbst trägt auf jeder Seite einen Vorsprung 34 bzw.
35, der auch in der Nut der Gleitbahnen 29 und 30 gleitet. Wie ,ich aus Abb.
5 ergibt, haben die Lagerstellen der Drehzapfen in den Lagern 44 und 45 die Form
von Langlöchern mit senkrechter Längsachse. Hieraus ergibt sich, daß, wenn die Formdeckplatte
unter dein Anstoß des Bügels in die Stellung gemäß Abb. 5 gelangt. die Gleitstücke
37 und 37' in Schlitze42 und .I3 herabsinken können, deren Sohle teilweise von den
Armen .46 und 47 der Hebel 48 und -I-9 gebildet wird. In dieser Stellung (Abb. 5
' halten die Vorsprünge 34 und 35 den Bügel 33 wagerecht in der Ebene der Gleitbahnen.
während'
die Formdeckplatte -sich der Form nähern kann, indem ihre Gleitstücke in den Nuten
42 und 43 herabsinken infolge der besonderen Ausbildung der Lager 44 und 45, welche
eine gewisse senkrechte Verschiebung rler Gleitstücke 37, 37' gestattet. In der
so erreichten Stellung entleert die Einsiebv or -richtung die Farbe auf die» Formdeckplatte,
von wo aus sie durch die gelochten Einsätze in die Form gelangt. Sobald die nötige
Farbmenge in die Form eingebracht ist; muß die Formdeckplatte geschwenkt werden,
um den verbleibenden Farbüberschuß auszukippen. Zu diesem Zweck werden die Gleitstücke
der Formdeckplatte aus den Schlitzen 42, ,43 mittels der beiden Ansätze .I6 und
.I7 der Hebel .48 und .I9 unter dem Einfluß der Nocken 5o, 5 r der Welle 53 ausgehoben.
-
Die Hebel 48, 49 sind annähernd in ihrer Mitte auf den-Gleitbahnen
29, 30 schwingbar gelagert und tragen an ihren Enden Rollen 5.I, 55. Diese
sollen den Antri:b der Nocken 5o, 5 1 auf die Hebel 48, 49 übertragen und
gleichzeitig durch Ersetzen der gleitenden Bewegung durch die rollende die Reibung
verringern.
-
Die Gleitstücke 37 und 37' der Forrndeckplattekönnen, -nachdem sie-
aus den Schlitzen 42, 43 -ausgehoben sind,- ihren `Weg unter dein Druck des- Kolbens
32 -fortsetzen, -bis sie- am Ende der Gleitbahnen 29 und 30 in die Nuten
cler Klauen 38 eingreifen.
-
-Die @-orwärtshew egung- der Formdeckplatte wird also stillgelegt
durch den Anschlag der Gleitstücke 37 und 37' am Ende der Nuten von entsprechender
Größe, die in den Klauen 38 so angeordnet sind, .daß die Gleitstücke mit ihrer ganzen
Länge eingreifen können. In -dieseln Augenblick wird die Schwenkbewegung der Formdeckplatte
bewirkt durch die Winkelbewegung der Klaue 38 am Ende der Gleitbahn 29, welche zu
diesem Zweck außen ein Zahnrad 39 trägt, auf welches eine Zahnstange-4o -(Abb. 6)
unter dem Antrieb eines Kolbens 4r (Abb. i) einwirkt. Zu diesem Zweck wirkt -das
Druckmittel auf die obere Stirnfläche des Kolbens 41, bis die Formdeckplatte eine
Winkelbewegung von i8o° ge , macht bat, durch welche der Farbüberschuß ausgekippt
wird. Es ist zu bemerken, <laß die Gleitstücke 37 und 37 einerseits zum Unikippen
der Formdeckplatte an der Kippstelle, aber anderseits auch zum Wagerechthalten dieser
Platte während der Längsverschiebungen dient: Sobald die Klaue 38 nach der Wiederumke-hrung
und Zurückbewegung der Formdeckplatte wieder außer Eingriff mit der I# onndeckplatte
27 ist, bat sie die Neigung, sich infolge der exzentrischen Lage ihres Schwerpunktes
zu drehen, derart, daß ihre Nut senkrecht eingestellt wird.; hierdurch würde der
spätere Eingriff des Gleitstückes 37 in diese Nut und natürlich auch der Eingriff
des Gleitstückes 37' in die entsprechende Klaue verhindert, so daß die Schwenkbewegung
-der Formdeckplatte nicht möglich wäre. L m diesen Mißstand zu beseitigen, wird
die Klaue durch -ein Druckstück 56 in ihrer Stellung gehalten, welches im unteren
Teil der Gleitbahn 30 (A'eb. i) angebracht ist.
-
Dieses Druckstück 56 kann mit seinem unteren Teil in einem an der
Gleitbahn 3o außen angebrachten Gleitlager 57 verschob°n werden. Es steht unter
dem Einfluß einer Feder, die sich-einerseits gegen die Stirnfläche des Gleitlagers
und anderseits gegen die untere Stirnfläche des Druckstücks stützt.
-
Infolge dieses Antriebes dringt das Druckstück in eine kleine kegelige
Öffnung ein, die im unteren Teil der Klaue in ihrer Normalstellung angeordnet ist.
Während des Kippens kann infolge der kegeligen Ausbildung des Loches das Druckstück:
sehr leicht heraustreten, während die Klaue 38 sich unter der Wirkung des Kolbens
.tr dreht.
-
° Die Einstellungen der Formdeckplatte werden von den.-DiffereritIalkolben
32 und- 41 gesteuert, deren beide Stirnflächen j e -verschiedene Größe haben, indem
die eine eine Kreisfläche, die andere eine Ringfläche darstellt. Der Flüssigkeitsdruck
wirkt dauernd nur auf die Ringfläche ein, .welche die kleinere von beiden ist. Hieraus
ergibt .=sich,-daß, sobald derselbe Flüssigkeitsdruck auch auf -die größere äußere
.Gegenfläche - zur Wirkung gebracht wird, der Kolben unter diesem Druck vorgeschoben
wird, während eine entgegengesetzte Verschiebung stattfindet, sobald die Wirkung
-des Druckmittels auf die Gegenfläche aufhört. Hieraus folgt, daß-es, um die Formdeckplatte
in ihre Anfangsstellung zurückzuführen, genügt, daß in einem geeigneten Augenblick
der Druck auf die größeren Flächen -der Kolben 32 aufgehoben wird, so daß der Druck
auf die kleineren Flächen der Kalben diese bis zu ihrem Hubanfang zurückschiebt.
-
Die Änderung der Bewegungsrichtung der Druckkolben 32 und :4r wird
also dadurch bewirkt, daß man zu der größeren Kolbenseite Druckmittel zuläßt oder
diesen Zulaß absperrt: - Diese Wirkung kann durch einen beliebigen -Verteilererzielt
werden: -Wenn -die Vorrichtung mehrere -Einsiebstellen von der oben beschriebenen
Art umfaßt, kann der Verteiler so eingerichtet werden, daß man nur einen einzigen
Verteiler für die gleichwirkenden Kolben der verschiedenen Einsiebstellen gemeinsam
benutzt.
-
In Abb. 3 ist schematisch eine solche Verteilungsvorrichtung für das
Druckmittel gezeigt,
und zwar an einer Maschine mit drei linsiebstellen,
an denen die Längsverschief,ungen der Formdeckplatte und ihre Kipl)-hewegungen durch
die Kolben der Zylinder 3 2 und 41, 3z und 41', 32" und 41" gesteuert werden.
-
Wie weiter oben erwähnt wurde, ist die kleinere Kolbenfläche dieser
Kolben stetig in Verbindung mit der Druckmittelleitung i r r, während der
Zulaß zu der größeren Kolbenfläche der verschiedenen Kolben von zwei Verteilern
geregelt wird.
-
Diese beiden Verteiler 107 und i io, von beliebiger Ausbildung, beispielsweise
als Drehschieber ausgebildet, sind in die Rohrverbindung von der Druckmittelleitung
i i i nach den Druckmittelsaminlern tob und log
eingebaut, welche die verschiedenen
Zylindereinlaßleitungen der Zylinder 3a, 32', 32" und 41, 41', 41" auf der
größeren Kolbenseite bedienen.
-
An Hand der bezüglich einer einzelnen Steuervorrichtung gegebenen
Erläuterung der Wirkungsweise ergibt sich ohne weiteres, daß durch die beiden Verteiler
107 und ilo die gleichzeitige Verschiebung der Kolben in denn Zylindern 32,
32', 32" bzw. 41, 41', 41" bewirkt wird.