DE39925C - Verfahren zur Darstellung einer neuen Betanaphtylaminsulfosäure - Google Patents

Verfahren zur Darstellung einer neuen Betanaphtylaminsulfosäure

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DE39925C
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C309/00Sulfonic acids; Halides, esters, or anhydrides thereof
    • C07C309/01Sulfonic acids
    • C07C309/28Sulfonic acids having sulfo groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings of a carbon skeleton
    • C07C309/45Sulfonic acids having sulfo groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings of a carbon skeleton containing nitrogen atoms, not being part of nitro or nitroso groups, bound to the carbon skeleton
    • C07C309/47Sulfonic acids having sulfo groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings of a carbon skeleton containing nitrogen atoms, not being part of nitro or nitroso groups, bound to the carbon skeleton having at least one of the sulfo groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring being part of a condensed ring system

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT,
PATENTSCHRIFT
KLASSE 22: Farbstoffe, Firnisse, Lacke.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. April 1886 ab.
Durch die D. R. P. Nr. 20760, 22547 und 29084 sind drei in Wasser schwer lösliche Monosulfosäuren des ß-Naphtylamins bekannt geworden, welche sich durch ihre Salze und Farbstoffe wesentlich von einander unterscheiden.
Während die durch Patent Nr. 20760 der Badischen Anilin - und Soda - Fabrik erhaltene Sulfosäure, welche wir infolge ihrer Beziehungen zur ß-Naphtol-a-Monosulfosäure des Patentes Nr. 18027 (sie entsteht durch Erhitzen der letzteren mit Ammoniak) als ß-Naphtylamin-a-Monosulfosäure bezeichnen wollen, ein in Alkohol schwer lösliches Natronsalz bildet, sind die Alkalisalze der ß-Naphtylamin-ß-Monosulfosäure des Patentes Nr. 22547 von Brönner (gebildet durch Einwirkung von Ammoniak auf Schäffer's ß-Naphtol-ß-Monosulfosäure) und die ß-Naphtylamin-y-Monosulfosäure der Patente Nr. 29084 und 32271 von Dahl & Co., beide in Alkohol leicht löslich; sie unterscheiden sich aber neben der verschiedenen Löslichkeit ihrer Alkalisalze in heifsem oder kaltem Spiritus wesentlich durch die Verschiedenheit ihrer Barytsalze.
Die Brönner'sche ß-Monosulfosäure bildet ein in Wasser schwer lösliches, in prachtvollen , glänzenden Nadeln krystallisirendes Barytsalz und ihre Alkalisalze sind in heifsem Alkohol fünfmal leichter als in kaltem löslich, während die D ah Γ sehe y-Monosulfosäure ein in Wasser leicht lösliches Barytsalz besitzt, das nur aus den concentrirten Lösungen in kleinen, warzenförmigen, undeutlichen Krystallen erhalten werden konnte, und ihre Alkalisalze sich in kaltem und heifsem Alkohol gleich leicht löslich erwiesen.
Aufser dieser Verschiedenheit der drei schwer löslichen Monosulfosäuren des ß-Naphtylamins zeigen die aus denselben gebildeten, zumal die von Benzidin uud Tolidin derivirenden Azofarbstoffe auffallende Unterschiede.
Durch Einwirkung von Tetrazodiphenyl- oder Tetrazoditolylchlorid auf ß-Naphtylamin-a-Monosulfosäure entstehen grüngelbe,-in Wasser leicht lösliche, aber wegen ihrer aufserordentlichen Lichtempfindlichkeit technisch werthlose Farbstoffe. Aus Tetrazodiphenylchlorid und ß-Naphtylamin-ß- oder γ-Monosulfosäuren dagegen bilden sich rothe, in kochendem Wasser schwer lösliche und deshalb zu Färbereizwecken unbrauchbare Producte, während aus Tetrazoditolylchlorid und ß-Monosulfosäure ein schönes, in Wasser leicht lösliches Roth von 2 B. Nuance, mit y-Monosulfosäure dagegen ein wenig werthvolles Orange resultirt.
Es ist uns nun gelungen, durch Einwirkung von viel Schwefelsäure auf ß-Naphtylamin bei hoher, 1700 C. übersteigender Temperatur eine in Wasser schwer lösliche Sulfosäure zu bilden, die, wie uns die Analyse lehrt, eine Monosulfosäure darstellt, sich aber von den bis jetzt bekannten schwer löslichen und oben erwähnten Sulfosäuren wesentlich sowohl durch ihre Salze, wie ihre Farbstoffe unterscheidet.
Diese neue Sulfosäure ist in kaltem Wasser schwer (1 : 620), in heifsem dagegen leichter löslich, leichter als die ß-Monosulfosäure (1: 300), und krystallisirt aus den erkalteten Lösungen in schönen, zarten, langen Nadeln von ge-
(2. Auflage, ausgegeben am 22. Februar i8gj.)
ringem Glänz. Ihre Alkalisalze lösen sich in heifsem 90 proc. Sprit leicht auf, unterscheiden sich also dadurch sehr wesentlich von der a-Monosulfosäure und werden daraus wie aus Wasser in kleinen glänzenden Blättchen mit röthlich blauer Fluorescenz erhalten. Ihr Barytsalz, welches in kochendem Wasser leicht löslich ist, krystallisirt in prachtvollen, glänzenden Blättchen, im Gegensatz zur ß-Monosulfosäure, welche in schönen, 'gut ausgebildeten grofsen Krystallnadeln krystallisirende Barytsalze zu bilden vermag.
Mit Tetrazodiphenylchlorid bildet sie im Gegensatz zur ß- und y-Monosulfosäure einen in Wasser leicht löslichen rothen Farbstoff von ι B. Nuance, mit Tetrazoditolylchlorid aber ein prachtvolles rothes Product, das bedeutend blauer als der entsprechende Körper der ß-Monosulfosäure ist. Zur Darstellung und Reinigung dieser Sulfosäure verfahren wir nun am besten in folgender Weise:
50 kg ß-Naphtylamin werden in 300 kg auf 1700 C. erhitzter Schwefelsäure von 66° B. eingetragen und bei der dadurch auf 180 bis 1900 C. gestiegenen Temperatur so lange gehalten, bis eine Probe derselben mit Tetrazoditolylchlorid jenes oben erwähnte blaurothe Product liefert (die Temperatur ist so zu reguliren, dafs Schwefligsäure-Entwickelung vermieden wird). Darauf giefst man die heifse Lösung sofort auf Eis und läfst die sich nun abscheidende Sulfosäure einige Zeit stehen, filtrirt ab und kocht den Rückstand mit Wasser aus. Es geht dadurch ein grofser Theil der neuen Sulfosäure in Lösung, während die mitentstandene ß-Monosulfosäure unlöslich zurückbleibt.
Durch Darstellung der in kaltem1 Wasser schwer löslichen Baryt- oder Natronsalze und mehrmaliges Umkrystallisiren derselben läfst sich unsere Sulfosäure, die wir d-Monosulfosäure nennen wollen, rein erhalten.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, an Stelle der 66 er Säure noch schwächere Säure, z. B. 65 er, zu verwenden, doch halten wir uns weder an die Menge oder Stärke der Säure, noch an Temperaturen gebunden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch^
    Verfahren zur Darstellung einer neuen β-Naphtylaminmonosulfosäure durch Einwirkung von ca. 3 bis 6 Theilen Schwefelsäure auf ß-Naphtylamin bei 1500 G. übersteigender Temperatur.
DENDAT39925D Verfahren zur Darstellung einer neuen Betanaphtylaminsulfosäure Expired - Lifetime DE39925C (de)

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