DE4013632A1 - Liposomen mit positiver ueberschussladung - Google Patents
Liposomen mit positiver ueberschussladungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Liposomen mit positiver Überschußla
dung, die als Wirkstoffträger bei der Behandlung von Leberer
krankungen eingesetzt werden können.
Liposomen sind kugelförmige Gebilde aus einer oder mehreren
Lipiddoppelschichten mit wäßrigem Innenraum (Lipidvesikeln).
Derartige Bläschen lassen sich durch mechanische Feinstver
teilung von Phospholipiden (z. B. Lecithin) in wäßrigen Medien
herstellen.
Von Banham et al., J. Mol. Biol. 13 (1965) 238-252, wurde
beobachtet, daß Phospholipide in Gegenwart von Wasser Über
strukturen ausbilden. In Abhängigkeit von physikalischen Pa
rametern wie Druck, Temperatur und Ionenkonzentration formen
sich Mizellen, unilamellare bzw. multilamellare Liposomen
oder auch einfache Lipiddoppelschichten (vgl. Liposomes: From
physical structure to therapeutic application (1981), Knight,
C. G. (Ed.), Elsevier, North Holland Biomedical Press, Kapitel
2: H. Eibl, Phospholipid synthesis, 19-50; Kapitel 3: F. Szoka
und D. Papahadjopoulos, Liposomes; Preparation and
characterization, 51-104). Kleine, unilamellare Liposomen
sind kugelförmige Gebilde mit einem Durchmesser von 20 bis
200 nm (vgl. Barenholtz et al., FEBS Lett. 99 (1979) 210-214).
Ihr Innenvolumen besteht aus Wasser, das durch die
Lipiddoppelschicht nach außen abgegrenzt ist. Je nach Lipo
philie oder Hydrophilie können Wirkstoffe entweder in der
Lipiddoppelschicht oder im wäßrigen Innenvolumen der Liposo
men eingeschlossen und im Organismus über die Körperflüssig
keiten transportiert und verteilt werden.
Aufgrund ihrer Struktur dienen Liposomen in der Biochemie und
Molekularbiologie als Membranmodelle. In den vergangenen Jah
ren sind außerdem zahlreiche Arbeiten über die Eigenschaften
von Liposomen und ihre Verwendung als Arzneistoffträger ver
öffentlicht worden (vgl. z. B. H. Schreiner und M. Raeder-
Schikorr, Pharmazie in unserer Zeit 11 (1982) 97-108). Bisher
publizierte Tierversuche zeigen generell, daß Leber und Milz
bezüglich der Aufnahme von Liposomen über andere Organe domi
nieren. Etwa 8% der Liposomen werden nach einer Stunde und
etwa 15% nach 24 Stunden in der Leber vorgefunden. Die Un
terschiede in der Organverteilung und in der Organanreiche
rung zwischen Liposomen, die neutral sind oder solchen, die
eine 10%ige negative Überschußladung tragen, sind allerdings
gering.
Die mögliche Verwendung von Liposomen in der Medizin zielt im
wesentlichen auf die selektive Behandlung von Krankheiten ab.
Die gewünschten Wirkungen des in Liposomen eingeschlossenen
Wirkstoffes sollen gefördert werden, die unerwünschten Wir
kungen dagegen vermindert werden (Verbesserung des therapeu
tischen Index). Überzeugend ist ein solches Konzept bei der
Behandlung einer isolierten Erkrankung, die auf ein bestimm
tes Organ beschränkt ist, wobei Lebererkrankungen hierbei
eine besondere Bedeutung zukommt. Sofern die eingeschlossenen
Wirkstoffe ausschließlich in die Leber gelangen, nicht aber
unspezifisch über den gesammten Organismus verteilt werden,
wäre die Behandlung des erkrankten Organes eine weitgehend
spezifische. Die nachfolgenden zwei Beispiele aus der inneren
Medizin verdeutlichen diese Vorstellungen und weisen auf die
praktische Bedeutung dieses Prinzips hin:
Bei der Metastasierung von bösartigen Tumoren kann die Leber
den Hauptmetastasierungsort darstellen, z. B. im Falle von
Brustkrebs oder bei Tumoren des Magen-Darm-Traktes. Die Leber
kann aber auch das einzige Metastasierungsorgan darstellen,
z. B. beim operierten Dickdarmkrebs, der später zur Lebermeta
stasierung führt. Demgegenüber sind primäre Leberzellkarzino
me ausschließlich auf die Leber beschränkt.
Mit den Interferonen (Ifn) steht erstmals eine Substanzgruppe
zur Verfügung, die bei der Behandlung der chronischen Virus
hepatitis erfolgversprechend ist. Der Einschluß von Ifn in
Liposomen und deren quantitativer Transport in die erkrankte
Leber läßt eine erhebliche Reduktion von Ifn-spezifische
Nebenwirkungen erwarten. Außerdem dürften die Zeitintervalle
für die Applikation von Ifn wesentlich verlängert werden,
möglicherweise kann von einer 4× wöchentlichen auf eine 1×
wöchentliche Applikation zurückgegangen werden.
Aufgabenstellung der vorliegenden Erfindung ist deshalb die
Bereitstellung von Liposomen, mit denen das vorstehend ange
sprochene Problem eines organspezifischen Wirkstofftranspor
tes gelöst werden kann und mit denen es möglich ist, eine
Verbesserung des therapeutischen Index der in den Liposomen
eingeschlossenen Wirkstoffe zu erreichen.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand der vorliegenden Erfin
dung gelöst.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind neue Liposomen
strukturen, die dadurch gekennzeichnet, sind, daß sie minde
stens 1 Mol-% einer eine positive Überschußladung aufweisen
den Verbindung der allgemeinen Formel (I) enthalten
in der
R₁ Alkoyl oder Alkyl mit je 14 bis 18 C-Atomen, Oleoyl oder Oleyl bedeutet,
R₂ die gleiche Bedeutung wie R₁ besitzt (R₁ aber nicht gleich R₂ sein muß) und außerdem PNN
R₁ Alkoyl oder Alkyl mit je 14 bis 18 C-Atomen, Oleoyl oder Oleyl bedeutet,
R₂ die gleiche Bedeutung wie R₁ besitzt (R₁ aber nicht gleich R₂ sein muß) und außerdem PNN
oder Gly
worin
A = -NH₃⁺, -NH₂CH₃⁺, -CH(CH₃)⁺², N(CH₃)⁺₃ bedeuten kann,
R₃ = -O-R₁, -O-PNN, -O-Gly, NH₃⁺, NH₂CH₃⁺, NH(CH₃)₂⁺ oder N(CH₃)₃⁺ bedeutet,
R eine der für R₁, R₂ oder R₃ angegebenen Bedeutungen be sitzt, und
n eine ganze Zahl von 0 bis 3, und vorzugsweise 0 bedeutet, mit der Maßgabe, daß das Molekül eine der genannten Gruppen mit positiver Ladung enthält.
A = -NH₃⁺, -NH₂CH₃⁺, -CH(CH₃)⁺², N(CH₃)⁺₃ bedeuten kann,
R₃ = -O-R₁, -O-PNN, -O-Gly, NH₃⁺, NH₂CH₃⁺, NH(CH₃)₂⁺ oder N(CH₃)₃⁺ bedeutet,
R eine der für R₁, R₂ oder R₃ angegebenen Bedeutungen be sitzt, und
n eine ganze Zahl von 0 bis 3, und vorzugsweise 0 bedeutet, mit der Maßgabe, daß das Molekül eine der genannten Gruppen mit positiver Ladung enthält.
Aus der DE-A-27 52 553 sind phospholipidartige Verbindungen
und Verfahren zu ihrer Herstellung bekannt, die eine Struktur
aufweisen, die mit der vorstehend genannten Formel (I), worin
einer der Reste R, R₁, R₂ oder R₃ PNN umfaßt, vergleichbar
sind.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß Liposomen aus
Lipidgemischen, die wenigstens 3 Mol-% einer Verbindung der
allgemeinen Formel (I) enthalten, ein organspezifisches Ver
halten als Arzneistoffträger zeigen. Vorzugsweise enthalten
die erfindungsgemäßen Liposomen 1 bis 30 Mol-%, und insbeson
dere 5 bis 15 Mol-% einer Verbindung der allgemeinen Formel
(I), wobei die Liposomen auch Gemische aus einer oder mehre
ren Verbindungen der allgemeinen Formel (I) enthalten kön
nen.
Die nachstehende Tabelle 1 zeigt, daß für [³H]-Inulin mar
kierte erfindungsgemäße Liposomen die eine eine positive
Überschußladung aufweisende Verbindung der allgemeinen Formel
(I) enthalten, der Gehalt an [³H]-Inulin im Blut bereits nach
einer Stunde auf weniger als 1% zurückgegangen ist. Ein außer
ordentlich hoher Prozentsatz an [³H]-Inulin findet sich
dagegen in der Leber: nach 1 Stunde 67%, nach 24 Stunden
54% und nach 72 Stunden immer noch 45%. In Organen wie Lun
ge, Niere, Herz und Gehirn kann Inulin nicht nachgewiesen
werden. Deshalb sind diese Organe in Tabelle 1 nicht aufge
führt. Selbst in der Milz, die als Teil des phagozytierenden
Systems Liposomen normalerweise gut aufnimmt, werden Liposo
men überraschenderweise nicht gefunden. Dies wird mit der
nachstehenden Tabelle 2 verdeutlicht, in der die [³H]-Inulin
aufnahmen für Blut, Leber und Milz pro g Frischgewicht darge
stellt sind.
Die Verteilung in den Organen ist in Prozent der applizierten
Menge an Inulin angegeben. Für einen großen Dosisbereich (bis
1 mMol pro kg Körpergewicht) ist die Aufnahme an [³H]-Inulin
in NMR-I Mäusen fast linear. Freies Inulin hat den Blutkreis
lauf bereits nach 1 Stunde verlassen und wird vollständig
über die Niere ausgeschieden. Die verschiedenen Abkürzungen
bedeuten: Std. = Stunde; PPGPC = 1.2-Dipalmitoyl-sn-glycero-
3-phosphocholin; Chol = Cholesterin; PPGPG = 1.2-Dipalmitoyl-
sn-glycero-3-phospho-sn-1-glycerin, Na⁺-Salz; N⁺ = ein posi
tives, zweikettiges Lipid aus der allgemeinen Formel (I).
Aus den in den vorstehend angegebenen Tabellen 1 und 2 ange
gebenen Werten ist ersichtlich, daß mit den erfindungsgemäßen
Liposomen aus zweikettigen lipophilen Strukturen, die eine
eine positive Überschußladung aufweisende Verbindung der all
gemeinen Formel (I) enthalten, eine ausschließliche Anreiche
rung des Wirkstoffs in der Leber möglich ist. Diese überra
schende Tatsache kann zur Therapie von Lebererkrankungen aus
genutzt werden.
Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist deshalb
auch eine Arzneimittelzubereitung zur Behandlung von Leberer
krankungen in der Leber, die in Liposomen eingeschlossen
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Liposomen mindestens
1 Mol-%, vorzugsweise 1 bis 30 Mol-%, und insbesondere 5 bis
15 Mol-%, an eine positive Überschußladung aufweisenden Ver
bindungen der vorstehenden allgemeinen Formel (I) enthalten,
worin R₁, R₂, R₃, R und n die vorstehend angegebenen Bedeu
tungen besitzen. Die eingeschlossene Wirkstoffmenge ist nach
oben begrenzt durch die Löslichkeit des Wirkstoffs in Wasser
für wasserlösliche Pharmaka.
Weiterer Gegenstand ist auch die Verwendung einer Verbindung
der allgemeinen Formel (I) zur Herstellung eines Arzneimit
tels zur Behandlung von Lebererkrankungen, das einen oder
mehrere Wirkstoffe gegen Erkrankungen im Bereich der Leber in
Liposomen eingeschlossen enthält, und worin die Liposomen
mindestens 1 Mol-% einer Verbindung der Formel (I) enthal
ten.
Die erfindungsgemäße Lipide der allgemeinen Formel (I), die
zur Herstellung von erfindungsgemäßen Liposomen zur Anreiche
rung in der Leber verwendet werden können, lassen sich in
drei Gruppen unterteilen:
- A) Phospholipidartige Strukturen, die den natürlicherweise nicht vorkommenden Rest PNN enthalten;
- B) Glycinester von Glyceriden, die vollständig aus natürli chen Bausteinen aufgebaut sein können und die den Rest Gly enthalten und
- C) Diacyl- oder Dialkyl-ω-aminohydrochloride, vorzugsweise Diacyl- oder Dialkyl-propandiol-(1,2)-3-aminohydrochloride, in denen R₃ die vorstehend für die allgemeine Formel (I) angegebenen Bedeutungen besitzt, ausgenommen -O-R₁, -O-PNN und -O-Gly.
Bevorzugte Lipide sind:
Lipide A:
1,2-MM-sn-G-3-PNN, 1,2-PP-sn-G-3-PNN, 1,2-SS-sn-G-3-PNN, 1,2-TeTe-sn-G-3-PNN, 1,2-HeHe-sn-G-3-PNN und 2,2-OcOc-sn-G-3-PNN; oder die entsprechenden Phospholipide auf der Ba sis von 1,3-Diacyl- oder 1,3-Dialkylglycerinen als Ausgangs produkten.
1,2-MM-sn-G-3-PNN, 1,2-PP-sn-G-3-PNN, 1,2-SS-sn-G-3-PNN, 1,2-TeTe-sn-G-3-PNN, 1,2-HeHe-sn-G-3-PNN und 2,2-OcOc-sn-G-3-PNN; oder die entsprechenden Phospholipide auf der Ba sis von 1,3-Diacyl- oder 1,3-Dialkylglycerinen als Ausgangs produkten.
Lipide B:
Verbindungen der Formel (I), worin R₁ und R₂ einen vorstehend für R₁ angegebenen Rest bedeuten und insbesondere die Bedeutung M, P, S, Te, He, Oc wie unter der Gruppe A angegebenen, Oleyl und/oder Oleoyl bedeuten, und R₃ der Rest Gly ist, und vorzugsweise R₁ und R₂ gleiche Reste bedeuten; sowie die von den entsprechenden 1,3-Diacyl- oder 1,3-Dial kylglycerinen als Ausgangsprodukte abgeleiteten Verbindungen der Formel (I), in denen R₁ und R₃ die vorstehend für R₁ angegebene Bedeutung besitzen und R₂ den Rest Gly bedeutet;
Verbindungen der Formel (I), worin R₁ und R₂ einen vorstehend für R₁ angegebenen Rest bedeuten und insbesondere die Bedeutung M, P, S, Te, He, Oc wie unter der Gruppe A angegebenen, Oleyl und/oder Oleoyl bedeuten, und R₃ der Rest Gly ist, und vorzugsweise R₁ und R₂ gleiche Reste bedeuten; sowie die von den entsprechenden 1,3-Diacyl- oder 1,3-Dial kylglycerinen als Ausgangsprodukte abgeleiteten Verbindungen der Formel (I), in denen R₁ und R₃ die vorstehend für R₁ angegebene Bedeutung besitzen und R₂ den Rest Gly bedeutet;
Lipide C:
Ester und Ether von 1,2-Dihydroxypropylamin, ein schließlich der methylierten Formen der allgemeinen Formel (I), worin R₁ und R₂ die vorstehend unter den Lipiden B ange gebene Bedeutung besitzen, n=0 ist und R₃ die vorstehend für die allgemeine Formel (I) angegebene Bedeutung besitzt, mit der Ausnahme von -O-R₁, -O-PNN und O-Gly.
Ester und Ether von 1,2-Dihydroxypropylamin, ein schließlich der methylierten Formen der allgemeinen Formel (I), worin R₁ und R₂ die vorstehend unter den Lipiden B ange gebene Bedeutung besitzen, n=0 ist und R₃ die vorstehend für die allgemeine Formel (I) angegebene Bedeutung besitzt, mit der Ausnahme von -O-R₁, -O-PNN und O-Gly.
Die Lipide der allgemeinen Formel (I) sind bekannt oder kön
nen analog zu bekannten Lipiden mit ähnlicher Struktur unter
Verwendung von an sich bekannten Reaktionsschritten darge
stellt werden.
Die Verbindungen der Lipidgruppe A können z. B. nach den für
derartige Verbindungen in der DE-A-27 52 553 angegebenen
Verfahren hergestellt werden.
Die Verbindungen der Lipidgruppe B können durch Acylierung
eines entsprechend substituierten Glycerinderivats (z. B. von
1,2-Dialkoyl-sn-glycerin) mit einem durch eine Schutzgruppe
substituierten Glycerin, vorzugsweise mit N-α-Z-Glycerin, Ab
spaltung der Schutzgruppe, insbesondere katalytische Abspal
tung der Z-Schutzgruppe und gegebenenfalls nachfolgende Me
thylierung der Aminogruppe erhalten werden.
Zur Herstellung der Verbindungen der Lipidgruppe C werden zu
nächst, ausgehend von 3-Halogen-1,2-propandiol, vorzugsweise
von 3-Brom-1,2-propandiol, die entsprechenden 1,2-Diester
oder Diether hergestellt, was nach an sich bekannten Vereste
rungs- oder Veretherungsmethoden durchgeführt werden kann;
die so erhaltenen 1,2-Dialkyl- oder -Diacylderivate werden
dann durch Umsetzung mit Ammoniak oder einem entsprechenden
N-Methylamino-, N,N-Dimethylamino- oder N,N,N-Trimethylamino
hydrochlorid hergestellt.
Bei den vorstehend angegebenen Herstellungsverfahren für die
Verbindungen der allgemeinen Formel (I) arbeitet man vorzugs
weise mit den in den Beispielen zur Herstellung erfindungsge
mäßer Verbindungen angegebenen allgemeinen Verfahrensweisen
und unter den dort angegebenen Reaktionsbedingungen.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Liposomen mit positiver
Überschußladung werden die einzelnen Liposomen-Komponenten,
z. B. PPGPC, Chol und N⁺, wobei N⁺ eine oder mehrere erfin
dungsgemäße Lipide der allgemeinen Formel (I) darstellt, in
einem geeigneten Lösungsmittel, vorzugsweise unter Erwärmen,
gelöst, um eine homogene Vermischung der Komponenten zu er
reichen. Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der
feinverteilte Lipidfilm wird mit einer wäßrigen Pufferlösung
(als wäßrige Pufferlösung können alle physiologisch verwend
baren Lösungen eingesetzt werden) versetzt. Anschließend wird
das Gemisch unter milder Agitation ca. 1 Stunde lang auf
einer Temperatur gehalten, die im allgemeinen etwa 5°C über
der Hauptumwandlungstemperatur der Lipide liegt, z. B. bei ca.
50°C.
Die vorgetemperte Lipidsuspension wird dann in die Druckzelle
einer French-Press (Firma Amico, Silver Spring, USA) über
führt. Die French-Press besteht aus einer hydraulischen Presse
und einer Standarddruckzelle aus Stahl mit einem maximalen
Füllvolumen von 40 ml. Nach Verschließen der Druckzelle wird
der Druck auf 20 000 psi erhöht und die Liposomendispersion
unter konstantem Druck durch einen schmalen Auslaß gepreßt.
Der Vorgang wird mindestens dreimal wiederholt. Nach Zentri
fugation der Liposomendisperion (Sorvall RC-5B: 5°C, 30 Mi
nuten bei 27 000 g) wird der Überstand vom Sediment abgeho
ben. Er enthält die Liposomen, die nun für die verschiedenen
Verwendungen und Untersuchungen, z. B. zur Herstellung einer
erfindungsgemäßen Arzneimittelzubereitung (wirkstoffhaltige
Liposomen) zur Verfügung stehen. Die erfindungsgemäßen Lipo
somen können ebenso nach anderen Verfahren hergestellt wer
den.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist deshalb auch ein
Verfahren zur Herstellung von erfindungsgemäßen Liposomen,
die mindestens 3 Mol-% einer eine positive Überschußladung
aufweisenden Verbindung der allgemeinen Formel (I), worin R₁,
R₂, R₃, R und n die vorstehend angegebenen Bedeutungen besit
zen, enthalten, und das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
mindestens 3 Mol-% einer Verbindung der allgemeinen Formel
(I) zusammen mit den weiteren Liposomen-Komponenten in einer
Menge, die zusammen mit der Verbindung der allgemeinen Formel
(I) 100 Mol-% ergibt.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen der Formel (I) werden
dabei vorzugsweise in einer Menge von 1 bis 30 Mol-%, und
insbesondere von 5 bis 15 Mol-% (Gesamtliposomen = 100 Mol-%)
eingesetzt.
Zur Herstellung einer Arzneimittelzubereitung, die einen oder
mehrere Wirkstoffe, die in den erfindungsgemäßen Liposomen
eingeschlossen sind, enthalten, (Herstellung der wirkstoff
haltigen Liposomen) wird wie folgt verfahren:
Zum Einschluß wasserunlöslicher Substanzen wird der Wirkstoff
mit den Lipiden in Methylenchlorid oder Chloroform gelöst;
daran anschließend wird nach dem vorstehend für die Herstel
lung der erfindungsgemäßen Leerliposomen beschriebenen Ver
fahren gearbeitet.
Zum Einschluß wasserlöslicher Substanzen wird, wie vorstehend
zur Herstellung der Leerliposomen beschrieben, der Lipidfilm
mit einer Pufferlösung versetzt, die jetzt aber den wasser
löslichen Wirkstoff enthält. Anschließend wird, wie bei der
Herstellung der Leerliposomen beschrieben, weiter verfahren.
Der Überstand nach der Zentrifugation enthält zusätzlich zu
den gefüllten Liposomen auch den nicht eingeschlossenen was
serlöslichen Wirkstoff. Dieser freie Wirkstoffanteil kann von
dem in Liposomen eingeschlossenen Anteil durch Gelchromato
graphie abgetrennt werden (vgl. Liposomes: From physical
structure to therapeutic application (1981), l. c.). Vorzugs
weise wird eine Aufkonzentrierung der Liposomen durch Ultra
filtration vorgenommen (Firma Amicon oder Sartorius). Zweck
mäßigerweise wird vor der Verwendung der Liposomen eine Ste
rilfiltration mit Membranfiltern durchgeführt (Firma Sartorius,
Porenweiten 0,2 µm).
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist deshalb auch ein
Verfahren zur Herstellung einer Arzneimittelzubereitung, die
einen oder mehrere Wirkstoffe enthält, die in die erfindungs
gemäßen Liposomen eingeschlossen sind, das dadurch gekenn
zeichnet ist, daß man nach dem Verfahren zur Herstellung der
erfindungsgemäßen Liposomen, die mindestens 3 Mol-% einer
Verbindung der allgemeinen Formel (I) enthalten, arbeitet,
und zum Einschluß wasserunlöslicher Wirkstoffe den Wirkstoff
zusammen mit den Lipiden löst und zum Einschluß wasserlösli
cher Wirkstoffe den Lipidfilm mit einer wäßrigen Pufferlösung
versetzt, die den wasserlöslichen Wirkstoff enthält.
Vorzugsweise sollen die Wirkstoffe in die Leber transportiert
werden. Es werden vorzugsweise ein oder mehrere Wirkstoffe
ausgewählt, z. B. aus der Gruppe der Zytostatika (Hexadecyl
phosphocholin, 1-Octadecyl-2-methyl-rac-glycero-3-phosphocho
lin, 5-Fluorourazil, Epirubicin, Adriamycin, cis-Platinkom
plexe, Novantron), aus der Klasse der immunmodulierenden Sub
stanzen (Interferon α, MAF = macrophage activating factor),
antimykotisch wirksame Substanzen (Amphotericin B) und Wirk
stoffe gegen Protozoenerkrankungen (Malaria, Trypanosomen-
und Leishmanien-Infektionen).
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläu
tern, ohne sie darauf zu beschränken.
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich Mengen- und Pro
zentangaben auf das Gewicht, Temperaturangaben auf die
Celsius-Skala.
Zur Herstellung der Verbindungen geht man so vor, daß man
- a) eine Verbindung der allgemeinen Formel (I), worin R₃ eine OH-Gruppe bedeutet (nachfolgend als Verbindung der allgemeinen Formel (II) bezeichnet) mit POCl₃ in an sich bekannter Weise umsetzt,
- b) das Reaktionsprodukt von Stufe a) in an sich bekannter Weise mit einer Verbindung der allgemeinen Formel (III) HO - Alk - Hal (III)in der Hal Cl, Br oder J bedeutet, umsetzt,
- c) das Reaktionsprodukt von Stufe b) mit einer Verbindung der allgemeinen Formel (IV) umsetzt.
Unter den Verbindungen der allgemeinen Formel (III) werden
die bromhaltigen bevorzugt.
Die Umsetzung von Phosphoroxychlorid mit der Verbindung der
allgemeinen Formel (II) in Stufe a) wird vorzugsweise in
einem inerten organischen Lösungsmittel durchgeführt. Bei
spiele für geeignete Lösungsmittel sind halogenierte Kohlen
wasserstoffe, wie Chloroform und Tetrachlorkohlenstoff,
aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzol oder Toluol und
aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Petrolether und der
gleichen. Ebenfalls geeignet sind cyclische organische
Lösungsmittel, wie Tetrahydrofuran. Bevorzugt werden Tri
chlorethylen und Tetrahydrofuran, da hierbei die entstehenden
Salze, wie Triethylamin-hydrochlorid, eine sehr geringe
Löslichkeit aufweisen und daher ausfallen und durch Abfiltrie
ren leicht abgetrennt werden können. Die Umsetzung sollte
möglichst unter Feuchtigkeitsausschluß durchgeführt werden.
Geeignete Temperaturen liegen im Bereich von -10 bis 50°C,
vorzugsweise zwischen 10 und 30°C. Je nach den verwendeten
Substanzen und Lösungsmitteln kommen jedoch in manchen
Fällen auch darüber- und darunterliegende Temperaturen zur
Anwendung.
Die Umsetzung wird vorzugsweise in Anwesenheit einer inerten
organischen Base, wie Triethylamin, Pyridin oder Chinolin
durchgeführt.
Zweckmäßig löst man das Phosphoroxychlorid in dem inerten
Lösungsmittel und gibt die Base zu. Dann wird die Verbindung
der allgemeinen Formel (II), zweckmäßig ebenfalls in einem
inerten Lösungsmittel gelöst, zugesetzt. Dies erfolgt vor
zugsweise durch Eintropfen unter Rühren. Da die Umsetzungen
glatt und eindeutig verlaufen, kann die Temperatur von Fall
zu Fall zu gewählt werden, daß die Umsetzung direkt nach dem
Eintropfen beendigt ist, was durch dünnschichtchromato
graphische Untersuchung leicht festgestellt werden kann.
Die Stufe b) läuft glatt ab, wenn man das Produkt der Stufe
a) mit der Verbindung der allgemeinen Formel (III) mischt.
Vorzugsweise versetzt man hierzu das Reaktionsgemisch mit
einer Lösung der Verbindung der allgemeinen Formel (III) in
Gegenwart einer organischen Base, wie Triethylamin. Bevorzugt
erfolgt die Umsetzung bei Temperaturen zwischen 20 und 60°C
unter Verwendung von Tetrahydrofuran als Lösungsmittel. Je
nach den angewandten Bedingungen beträgt die Reaktionsdauer
im allgemeinen zwischen etwa 20 und 120 Minuten.
Unter den bevorzugten Bedingungen fällt das Hydrohalogenid
der Base aus und wird entfernt. Zur Erzielung bester Aus
beuten wird das Hydrochlorid nachgewaschen und die Wasch
flüssigkeit der Reaktionslösung wieder zugegeben. Dann wird
das Lösungsmittel entfernt. Der Rückstand wird dann gege
benenfalls in Tetrahydrofuran gelöst und mit einer schwach
alkalisch wäßrigen Lösung, beispielsweise Natriumbicarbonat
in Wasser, hydrolysiert, wobei vorzugsweise der pH-Wert
zwischen 5 und 7 gehalten wird. Dann wird mit einem organi
schen Lösungsmittel, wie Diisopropylether oder Chloroform,
extrahiert. Man erhält so die Natriumsalze der Alkyl
phosphatidsäuren, die sich gut umkristallisieren lassen.
Die Reaktion in Stufe c), also die Umsetzung des Produkts
von Stufe b) mit der Aminobase, erfolgt ebenfalls im allge
meinen in polaren Lösungsmitteln, wie beispielsweise Chloro
form, primäre, sekundäre oder tertiäre Alkohole, Dimethyl
formamid, Acetonitril, Nitromethan oder Wasser bzw. Gemischen
davon. Für die Umsetzung kommen je nach der Empfindlichkeit
der verwendeten Ausgangssubstanzen alle Temperaturen im
Bereich zwischen dem Festpunkt und dem Siedepunkt des ver
wendeten Lösungsmittels bzw. Lösungsmittelgemisches in Be
tracht. Bevorzugt erfolgt die Umsetzung bei Temperaturen
zwischen Zimmertemperatur und dem Siedepunkt des Lösungs
mittels. So sind bei 50°C die Umsetzungen in der Regel nach
2 bis 8 Stunden beendet. Das Reaktionsprodukt wird anschlie
ßen isoliert und kann umkristallisiert werden. Auch eine
chromatographische Reinigung ist möglich. Die Ausbeuten
liegen im allgemeinen über 50% der Theorie, bezogen auf
Digylcerid als Ausgangsprodukt.
Die erzielten hohen Ausbeuten an gewünschtem Produkt sind
überraschend, da bei den vielen funktionellen Gruppen in den
Reaktionspartnern das glatte Ablaufen der Reaktion in der
gewünschten Richtung nicht vorhersehbar war.
Die vorstehend angegebenen Verfahrensstufen a), b) und c)
werden vorzugsweise wie folgt durchgeführt:
10 ml Trichlorethylen und 6,6 g POCl₃ (0,044 Mol) werden in
einem Eisbad bei 0 bis 5°C mit 0,04 Mol eines Alkohols der
allgemeinen Formel (II) - gelöst in 40 ml Trichlorethylen
und 9 g Triethylamin - versetzt. Handelt es sich bei dem
Alkohol um ein Diacylglycerin, so wird zur Vermeidung von
Acylwanderung das Acylierungsgemisch nacheinander mit 9 g
Triethylamin in 10 ml Trichlorethylen und dann sofort mit dem
Diacylgylcerin in 30 ml Trichlorethylen versetzt. Man ver
wendet 25 ml Toluol zum Nachwaschen. Man ersetzt das Eisbad
durch ein Wasserbad bei 20°C. Die Reaktion ist schon nach
20 Minuten bei 20°C beendet.
Bei 20°C gibt man zu dem Reaktionsgemisch von Stufe a) 0,048 Mol
Verbindung (III), z. B. gelöst in 75 ml Tetrahydrofuran
und 13 g Triethylamin und verwendet 25 ml Tetrahydrofuran
zum Nachwaschen. Nach 20 Minuten bei 35°C ist die Reaktion
abgelaufen. Man filtriert, wäscht in 50 ml Toluol nach und
engt ein. Die Hydrolyse erfolgt durch Zusatz von nacheinander
30 ml Eiswasser, nach 2 Minuten 30 ml 1 M Natriumacetat und
nach weiteren 2 Minuten 90 ml Tetrahydrofuran. Nach 12 Stunden
ist die Hydroylse beendet. Es entsteht praktisch nur ein
Produkt.
B. 0,04 Mol Produkt von Stufe b) (β-Bromethylester) werden
in 90 ml CHCl₃ gelöst, mit 150 ml Isopropanol sowie mit
200 ml 40% N,N,N,N-Tetramethylethylendiamin in Wasser ver
setzt.
Mit dem vorstehend beschriebenen Verfahren werden die nach
folgenden Verbindungen Nr. 1 bis 8 erhalten:
- 1) 1,2-Dimyristoyl-sn-glycero-3-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′,N′,N′-trimethyl-ethylammonio])-ethylammoniumchlorid,
C₄₀H₈₂ClN₂O₈P (785.5)
Nachweis durch DC-Vergleich mit dem 1,2-Dipalmitoyl derivat (siehe Substanz 2) - 2) 1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′,N′,N′-trimethyl-ethylammonio])-ethylammoniumchlorid,
C₄₄H₉₀ClN₂O₈P (841.6)
ber. (%):
C 62,79, H 10,78, N 3,33, P 3,68;
gef. (%):
C 62,54, H 10,71, N 3,21, P 3,67. - 3) 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′,N′,N′-trimethyl-ethylammonio])-ethylammoniumchlorid
C₄₈H₉₈ClN₂O₈P (897.8)
Nachweis durch DC-Vergleich mit dem 1,2-Dipalmitoylderivat (siehe Substanz 2) - 4) 1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′-N′-dimethyl-ethylamino])-ethylammoium
C₄₃H₈₇N₂O₈P (791.2)
ber. (%):
C 65,28, H 11,09, N 3,54, P 3,92;
gef. (%):
C 65,11, H 11,02, N 3,47, P 3,88. - 5) 1,2-Dihexadecyl-sn-glycero-3-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′,N′,N′-trimethyl-ethylammonio]-ethylammoniumchlorid
C₄₄H₉₄ClN₂O₆P (813.7)
Nachweis durch DC-Vergleich mit dem 1,2-Dipalmitoylderivat (siehe Substanz 2) - 6) 1,2-Dioleyl-rac-glycero-3-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′,N′,N′-trimethyl-ethylamino]-ethylammoniumchlorid
C₄₈H₉₈ClN₂O₆P (865.8)
ber. (%):
C 66259 H 11,41, N 3,24, P 3,58;
gef. (%):
C 66,41, H 11,35, N 3,19, P 3,45. - 7) 1,3-Dihexadecyl-glycero-2-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′,N′,N′-trimethyl-ethylammonio]-ethylammoniumchlorid
C₄₄H₉₄ClN₂O₆P (813.7)
ber. (%):
C 64,95, H 11,65, N 3,44, P 3,81;
gef. (%):
C 64,79, H 11,59, N 3,42, P 3,69. - 8) 1,3-Dioleoyl-rac-glycero-3-phospho-(N,N-dimethyl-N-
[N′,N′,N′-trimethylamino]-ethylammoniumchlorid
ber. (%):
C 66,59, H 11,41, N 3,24, P 3,58;
gef. (%):
C 66,55, H 11,40, N 3,11, P 3,55.
Zur Herstellung dieser Verbindungen werden die N-geschützten
Glycinderivate (N-Z oder N-BOC) in Gegenwart von DCC und
Dimethylaminopyridin mit Diacylglycerinen oder Dialkyl
glycerinen verestert. Die Schutzgruppen werden katalytisch
mit Wasserstoff (Pd/C für die Z-Derivate) oder unter sauren
Bedingungen (für die BOC-Derivaten) entfernt. Die so herge
stellten Amine können in N,N-Dimethylderivate oder N,N,N-
Trimethylderivate umgewandelt werden (für N,N-Dimethyl
derivate: Formaldehyd in Gegenwart von Ameisensäure; für
N,N,N-Trimethylderivate: durch Permethylierung mit Dimethyl
sulfat).
Am Beispiel der Herstellung eines 1,2-Dipalmitoyl-sn-3-
glycerinderivates wird das Herstellungsverfahren nachstehend
beispielhaft erläuert:
1,2-Dipalmitoyl-sn-glyceron (0,1 Mol) und N-α-Z-
Glycerin (0,12 Mol) werden in 200 ml CH₂Cl₂ gelöst. Bei 20
bis 25°C tropft man unter starkem Rühren eine Lösung aus
Dicyclohexylcarbodiimid (0,12 Mol) und 4-Dimethyl-amino-
pyridin (0,02 Mol) in 200 ml CH₂Cl₂ ein. Die Reaktion ist
nach 2 Stunden beendet. Man filtriert den Niederschlag
(Dicyclohexylharnstoff) ab und rotiert das Filtrat ein. Der
Rückstand wird an Kieselgel 60 (Merck 0,2-0,5 mm) chromato
graphiert. Als Fließmittelsysteme haben sich Gemische aus
Hexan/Diisopropylether 10 : 1, 5 : 1, 2 : 1 und 1 : 1 bewährt. Die
Ausbeute an 1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-glycinester-hydro
chlorid betragen 75 bis 85%.
1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-(N-α-Z)-glycinester,
C₄₅H₇₇NO₈ (760.11)
ber. (%):
C 71,11, H 10,21, N 1,84, O 16,84;
gef. (%):
C 70,99, H 10,15, N 1,78.
1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-(N-α-Z)-glycinester,
C₄₅H₇₇NO₈ (760.11)
ber. (%):
C 71,11, H 10,21, N 1,84, O 16,84;
gef. (%):
C 70,99, H 10,15, N 1,78.
1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-(N-α-Z)-glycinester (0,5 Mol)
werden in 400 ml eines Gemisches aus CHCl₃/CH₃OH/Eisessig
300 : 80 : 20 (V/V) gelöst. Nach Zusatz von 5 g 5%igem Pd/C-
Katalysator wird solange in Gegenwart von H₂ gerührt, bis
die H₂-Aufnahme aufhört (Aufnahme von ca. 1,2 l H₂). Man
extrahiert gegen Wasser und befreit die Chloroformphase vom
Lösungsmittel. Der Rückstand kristallisiert nach Zugabe von
Aceton. Die Kristalle werden abgesaugt und getrocknet. Mit
1,3-Diacylglycerinen als Ausgangsprodukt können 1,3-
Derivate erhalten werden.
Entsprechend wird bei der Herstellung der Dialkylverbindun
gen verfahren. Ausgangsprodukte sind hier die 1,2-Dialkyl
glycerine und 1,3-Dialkylglycerine.
Das entsprechende Glycinester-
Hydrochlorid (0,05 Mol) wird ind 400 ml Dioxan und 100 ml
Aminosäure gelöst. Man versetzt mit Paraformaldehyd (1 Mol)
und erhitzt 2 Stunden unter Rühren und Rückfluß. Das Lösungs
mittel wird im Vakuum entfernt und der Rückstand mit Aceton
gefällt. Man erhält 1,2-Dipalmitoyl-sn-3-(N,N-dimethyl)-
glycinester-hydrochlorid in Ausbeuten von etwa 85 bis 95%.
Das entsprechende Glycin
ester-Hydrochlorid (0,05 Mol) wird in 300 ml 2-Propanol und
100 ml CH₂Cl₂ gelöst. Man versetzt mit Dimethylsulfat (0,2 Mol)
und tropft unter Rühren bei 30 bis 40°C eine Lösung von
K₂CO₃ (0,2 Mol) in 200 ml H₂O ein. Nach Eintropfen wird bei
30°C noch 60 Minuten weitergerührt. Man versetzt mit 500 ml
CHCl₃, 500 ml H₂O und 600 ml CH₃OH. Nach kräftigem Schütteln
wird von der Chloroformphase das Lösungsmittel entfernt und
der Rückstand mit Aceton versetzt. Die weiße Kristallmasse
wird abgesaugt und getrocknet. Beispielsweise beträgt die
Ausbeute an 1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-(N,N,N-trimethyl)-
glycinester-hydrochlorid 90 bis 95%.
Nach diesem Verfahren werden die nachstehend angegebenen
Verbindungen Nr. 9 bis 14 hergestellt.
- 9) 1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-glycinester, Hydrochlorid
C₃₇H₇₂ClNO₆ (662.4)
ber. (%):
C 67,09, H 10,96, N 2,12;
gef. (%):
C 66,98, H 10,93, N 2,14 - 10) 1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-N,N-dimethyl-glycinester,
Hydrochlorid
C₃₉H₇₆ClNO₆ (690.5)
ber. (%):
C 67,84, H 11,10, N 2,03;
gef. (%):
C 67,71, H 10,95, N 2,02 - 11) 1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-N,N,N-trimethyl-glycinester,
Chlorid
C₄₀H₇₈ClNO₆ (704.5)
ber. (%):
C 68,19, H 11,16, N 1,99;
gef. (%):
C 68,07, H 11,10, N 1,87. - 12) 1,2-Dihexadecyl-sn-glycero-3-N,N,N-trimethyl-glycinester,
Chlorid
C₄₀H₈₂ClNO₄ (676.6)
ber. (%):
C 71,01, H 12,22, N 2,07;
gef. (%):
C 70,89, H 12,14, N 2,07. - 13) 1,3-Dioleyl-glycero-2-N,N,N-trimethyl-glycinester,
Chlorid
C₄₄H₈₆ClNO₄ (728.6)
ber. (%):
C 72,53, H 11,90, N 1,92;
gef. (%):
C 72,39, H 11,85, N 1,84. - 14) 1,3-Dioleoyl-glycero-2-N,N,N-trimethyl-glycinester,
Chlorid
C₄₄H₈₂ClNO₆ (756.594)
ber. (%):
C 69,85, H 10,93, N 1,85;
gef. (%):
C 69,78, H 10,82, N 1,81.
Die Lipide werden aus 3-Brom-propandiol-(1,2) durch Acylierung
in die entsprechenden Diacylverbindungen umgewandelt und dann
aminiert. Entsprechende 1,3-Verbindungen werden aus 1,3-
Diacylglycerinen in zwei Stufen (Mesylierung, Aminierung)
in an sich bekannter Weise erhalten. Verbindungen mit Ether
ketten werden zweckmäßigerweise in an sich bekannter Weise
über 1,2-Dialkyl- oder 1,3-Dialkoyl-glycerine erhalten; auch
hier erfolgt die Reaktion in zwei Stufen über eine Mesylierung
und Aminierung.
Zur Herstellungf der 1,2-Dipalmitoyl-Derivate verfährt man
beispielhaft wie folgt:
3-Brom-1,2-propandiol (0,1 Mol),
Ölsäure (0,12 Mol) und 4-Dimethyl-aminopyridin (0,02 Mol)
werden in 200 ml Tetrahydrofuran gelöst. Bei 10 bis 20°C
wird unter kräftigem Rühren eine Lösung von Dicyclohexyl
carbodiimid (0,12 Mol) in 200 ml CH₂Cl₂ eingetropft. Nach
2 Stunden ist die Acylierung beendet. Man filtriert gebilde
ten Dicyclohexylharnstoff ab und entfernt das Lösungsmittel
im Vakuum. Das Produkt wird durch Chromatographie gereinigt
(siehe dazu Verbindungen der Gruppe B, Acylierung). Man
erhält 3-Brom-dipalmitoyl-propandiol-(1,2) in 85- bis 95%iger
Ausbeute.
C₃₅H₆₇BrO₄ (631.821)
ber. (%):
C 66,54, H 10,69;
gef. (%):
C 66,46, H 10,61.
C₃₅H₆₇BrO₄ (631.821)
ber. (%):
C 66,54, H 10,69;
gef. (%):
C 66,46, H 10,61.
3-Brom-dipalmitoyl-propandiol-(1,2)
(0,1 Mol) wird in 500 ml eines Lösungsmittelgemisches -
CHCl₃/2-Propanol/25% wäßriger Ammoniaklösung 100 : 400 : 100
(V/V) - für 24 Stunden auf 50°C erwärmt. Das Lösungsmittel
wird im Vakuum abgezogen und der Rückstand mit 300 ml CHCl₃,
300 ml 0,5 N HCl und 400 ml Methanol versetzt. Man schüttelt
gut durch und trennt die untere Phase ab. Nach Entfernen des
Lösungsmittels wird an Kieselgel 60 (Merck 0,2-0,5 mm)
chromatographiert. Zur Chromatographie werden Lösungsmittel
gemische verwendet: CHCl₃/CH₂OH/H₂O 500 : 500 : 40 (V/V). Die
Ausbeute an 1,2-Dipalmitoyl-propandiol-(1,2)-3-amino-
hydrochlorid beträgt etwa 60%, bezogen auf das 3-Bromo-
Derivat.
Entsprechend werden N-Methylaminohydrochloride, N,N-Dimethyl
aminohydrochloride, N,N,N-Trimethylammoniochloride dargestellt,
indem 0,1 Mol der Ausgangsverbindung in 600 ml eines Gemisches
aus CHCl₃/2-Propanol/40%ige wäßrige Methylamin-, Dimethyl
amin- oder Trimethylamin-Lösung 100 : 400 : 100 (V/V) für 24
Stunden auf 50°C erwärmt werden. Die Aufarbeitung erfolgt
wie für den Umsatz mit Ammoniak beschrieben.
In diesem Lösungsmittelgemisch können auch andere Amine zu
entsprechenden positiv geladenen Lipiden umgesetzt werden,
z. B. Dimethylaminoethanol usw. (siehe dazu auch die Liste
der dargestellten Substanzen).
Nach dem vorstehend angegebenen Verfahren wurden die Ver
bindungen Nr. 15 bis 22 hergestellt.
- 15) 1,2-Dipalmitoyl-propandiol-(1,2)-3-aminohydrochlorid
C₃₅H₇₀ClNO₄ (604.4)
ber. (%):
C 69,55, H 11,67, N 2,32;
gef. (%):
C 69,41, H 11,63, N 2,26. - 16) 1,2-Dioleoyl-propandiol-(1,2)-3-N,N,N-trimethyl
ammonium-chlorid
C₄₂H₈₀ClNO₄ (698.6)
ber. (%):
C 72,22, H 11,54, N 2,01;
gef. (%):
C 72,03, H 11,48, N 1,89. - 17) 1,2-Dihexadecyl-propandiol-(1,2)-3-N,N,N-trimethyl
ammonium-chlorid
C₃₈H₈₀ClNO₂ (618.5)
ber. (%):
C 73,79, H 13,04,2N 2,27;
gef. (%):
C 73,65, H 13,01, N 2,15. - 18) 1,2-Dipallmitoyl-propandiol-(1,2)-3-N,N,N-trimethyl
ammonium-chlorid
C₃₅H₇₆ClNO₄ (646.5)
ber. (%):
C 70,60, H 11,85, N 2,17;
gef. (%):
C 70,38, H 11,76, N 2,11. - 19) 1,2-Dipalmitoyl-propandiol-(1,3)-3-N,N-dimethylamino
hydrochlorid
C₃₇H₇₄ClNO₄ (632.5)
ber. (%):
C 70,27, H 11,79, N 2,22;
gef. (%):
C 70,21, H 11,72, N 2,19. - 20) 1,2-Dihexadecyl-propandiol-(1,2)-3-N,N-dimethyl-N-
hydroxyethyl-ammonium-chlorid
C₃₉H₈₂ClNO₃ (648.5)
ber. (%):
C 72,23, H 12,75, N 2,16;
gef. (%):
C 72,11, H 12,66, N 2,09. - 21) 1,2-Dioleoyl-propandiol-(1,2)-3-N,N-dimethyl-N-
hydroxyethylammonium-chlorid
C₄₃H₈₂ClNO₅ (728.6)
ber. (%):
C 70,89, H 11,35, N 1,92;
gef. (%):
C 70,64, H 11,31, N 1,89. - 22) 1,2-Dioleyl-propandiol-(1,3)-3-N,N-dimethyl-N-
hydroxyethylammonium-chlorid
C₄₃H₈₆ClNO₃ (700.6)
ber. (%):
C 73,72, H 12,37, N 2,00;
gef. (%):
C 73,68, H 12,25, N 2,02.
Es werden die in Tabelle 1 angegebenen erfindungsgemäßen
Liposomen PPGPC/N⁺/Chol (50/10/40) hergestellt.
PPGPC (5 mMol), 1,2-Dihexadecyl-rac-glycero-3-phospho-(N,N-
dimethyl-N-[N′,N′,N′-trimethylethyl-amino])-ethyl-ammonium
chlorid (1 mMol) und Cholesterin (4 mMol) werden in 50 ml
CH₂Cl₂ oder 50 ml CHCl₃ unter Erwärmen gelöst, um eine
homogene Vermischung der drei Komponenten zu erreichen.
Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der feinver
teilte Lipidfilm mit 250 ml wäßriger Pufferlösung (es können
alle physiologisch verwendbaren Lösungen eingesetzt werden)
versetzt. Anschließend hält man das Gemisch unter langsamer
Rotation 60 Minuten bei 50°C (im allgemeinen etwa 5°C über
der Hauptumwandlungstemperatur der Lipide).
Die vorgetemperte Lipidsuspension wird nun in die Druckzelle
einer French-Press (Firma Amico, Silver Spring, USA) über
führt. Die French-Press besteht aus einer hydraulischen
Presse und einer Standarddruckzelle aus Stahl mit einem
maximalen Füllvolumen von 40 ml. Nach Verschließen der
Druckzelle wird der Druck auf 20 000 psi erhöht und die
Liposomendispersion unter konstantem Druck durch einen
schmalen Auslaß gepreßt. Der Vorgang wird mindestens dreimal
wiederholt. Nach Zentrifugation der Liposomendispersion
(Sorvall RC-5B: 5°C, 30 Minuten bei 27 000 g) wird der
Überstand vom Sediment abgehoben. Er enthält die Liposomen,
die nun für die verschiedenen Experimente zur Verfügung
stehen.
Herstellung von erfindungsgemäßen Liposomen mit einem
wasserlöslichen Wirkstoff, der zur Leber transportiert werden
soll.
PPGPC (5 mMol), 1,2-Dihexadecyl-rac-glycero-3-phospho-(N,N-
dimethyl-[N′,N′,N′-trimethylethyl-amino]-ethyl-ammonium
chlorid (1 mMol) und Cholesterin (4 mMol) werden in 50 ml
CH₂Cl₂ oder 50 ml CHCl₃ unter Erwärmen gelöst, um eine
homogene Vermischung der drei Komponenten zu erreichen. Das
Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der feinverteilte
Lipidfilm mit 250 ml wäßriger Pufferlösung versetzt (es
können alle physiologisch verwendbaren Lösungen eingesetzt
werden). Anschließend hält man das Gemisch unter langsamer
Rotation 60 Minuten bei 50°C (im allgemeinen etwa 5°C über
der Hauptumwandlungstemperatur der Lipide). Die vorgetemperte
Lipidsuspension wird nun in die Druckzelle einer French-Press
(Fa. Amico, Silver Spring, USA) überführt. Die French-Press
besteht aus einer hydraulischen Presse und einer
Standarddruckzelle aus Stahl mit einem maximalen Füllvolumen
von 40 ml. Nach Verschleißen der Druckzelle wird der Druck
auf 20 000 psi erhöht und die Liposomendispersion unter
konstantem Druck durch einen schmalen Auslaß gepreßt. Der
Vorgang wird mindestens dreimal wiederholt. Nach
Zentrifugieren der Liposomendispersion (Sorvall RC-5B; 5°C,
30 min bei 27 000 g) wird der Überstand vom Sediment
abgehoben. Er enthält die Liposomen, die nun für die
verschiedenen Experimente zur Verfügung stehen.
Zu dieser Lipidsuspension werden 50 ml einer 0,9%igen Lösung
von Natriumchlorid gegeben, die MAF (Makrophage Activating
Factor) in einer Proteinkonzentration von 70 µg/ml enthält.
Dieses Gemisch wird analog zur Herstellung der Leerliposomen
in der Druckzelle behandelt. Nach der anschließenden
Zentrifugation wird der Überstand vom Sediment abgehoben und
einer Gelchromatographie an Sepharose Cl-4B (LKB-Pharmacia,
Gelbettlänge 70 cm) unterworfen. Dadurch wird nicht in die
erfindungsgemäßen Liposomen eingeschlossener MAF von
eingeschlossenem MAF sauber abgetrennt. Letzteres benötigt
aufgrund der Größe der Liposomen ein deutlich geringeres
Elutionsvolumen als nicht eingeschlossenes MAF (MW 30 000).
Die Liposomen werden zur Verwendung aufkonzentriert und
steril filtriert.
Claims (11)
1. Liposomen,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie mindestens 1 Mol-% einer eine positive Über
schußladung ausweisenden Verbindung der allgemeinen
Formel (I) enthalten
in der
R₁ Alkoyl oder Alkyl mit je 14 bis 18 C-Atomen, Oleoyl oder Oleyl bedeutet,
R₂ die gleiche Bedeutung wie R₁ besitzt (R₁ aber nicht gleich R₂ sein muß) und außerdem PNN oder Gly worin
A = -NH₃⁺, -NH₂CH₃⁺, -NH(CH₃)⁺₂, N(CH₃)⁺₃ bedeuten kann,
R₃ = -O-R₁, -O-PNN, -O-Gly, NH₃⁺, NH₂CH₃⁺, NH(CH₃)₂⁺ oder N(CH₃)₃⁺ bedeutet,
R eine der für R₁, R₂ oder R₃ angegebenen Bedeutungen besitzt, und
n eine ganze Zahl von 0 bis 3 bedeutet, mit der Maßgabe, daß das Molekül eine der genannten Gruppen mit positiver Ladung enthält.
R₁ Alkoyl oder Alkyl mit je 14 bis 18 C-Atomen, Oleoyl oder Oleyl bedeutet,
R₂ die gleiche Bedeutung wie R₁ besitzt (R₁ aber nicht gleich R₂ sein muß) und außerdem PNN oder Gly worin
A = -NH₃⁺, -NH₂CH₃⁺, -NH(CH₃)⁺₂, N(CH₃)⁺₃ bedeuten kann,
R₃ = -O-R₁, -O-PNN, -O-Gly, NH₃⁺, NH₂CH₃⁺, NH(CH₃)₂⁺ oder N(CH₃)₃⁺ bedeutet,
R eine der für R₁, R₂ oder R₃ angegebenen Bedeutungen besitzt, und
n eine ganze Zahl von 0 bis 3 bedeutet, mit der Maßgabe, daß das Molekül eine der genannten Gruppen mit positiver Ladung enthält.
2. Liposomen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Formel (I) n 0 ist.
3. Liposomen nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie 1 bis 30 Mol-% einer Verbindung der Formel (I)
enthalten.
4. Liposomen nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie 5 bis 15 Mol-% einer Verbindung der Formel (I)
enthalten.
5. Arzneimittelzubereitung zur Behandlung von Lebererkran
kungen, enthaltend einen oder mehrere Wirkstoffe, die
zur Leber transportiert werden sollen und in Liposomen
eingeschlossen sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Liposomen mindestens 1 Mol-% an eine positive Überschußladung aufweisenden Verbindungen der allgemei nen Formel (I) nach Anspruch 1 enthalten, worin R₁, R₂, R₃, R und n die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung be sitzen.
dadurch gekennzeichnet, daß die Liposomen mindestens 1 Mol-% an eine positive Überschußladung aufweisenden Verbindungen der allgemei nen Formel (I) nach Anspruch 1 enthalten, worin R₁, R₂, R₃, R und n die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung be sitzen.
6. Arzneimittelzubereitung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Formel (I) n 0 ist.
7. Arzneimittelzubereitung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Liposomen 1 bis 30 Mol-% einer Verbindung der
Formel (I) enthalten.
8. Arzneimittelzubereitung nach einem der Ansprüche 5-7
dadurch gekennzeichnet,
daß die Liposomen 5 bis 15 Mol-% einer Verbindung der
Formel (I) enthalten.
9. Verwendung einer Verbindung der in Anspruch 1 angegebe
nen allgemeinen Formel (I), worin R₁, R₂, R₃, R und n
die in Anspruch 1 oder 2 angegebene Bedeutung besitzen,
zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von
Erkrankungen im Bereich der Leber.
10. Verfahren zur Herstellung von Liposomen nach einem der
Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß man mindestens 1 Mol-% einer Verbindung der allge
meinen Formel (I) zusammen mit den weiteren Liposomen
Komponenten in einer Menge, die zusammen mit der Verbin
dung der allgemeinen Formel (I) 100 Mol-% ergibt, in
eine Lipidsuspension überführt, die Lipidsuspension vor
tempert und die so vorgetemperte Lipidsuspension dann
durch Pressen und Zentrifugation in an sich bekannter
Weise in die Liposomen überführt.
11. Verfahren zur Herstellung einer Arzneimittelzubereitung
nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß man nach dem Verfahren gemäß Anspruch 10 zur Her
stellung der erfindungsgemäßen Liposomen, die mindestens
1 Mol-% einer Verbindung der allgemeinen Formel (I) ent
halten, arbeitet, und zum Einschluß wasserunlöslicher
Wirkstoffe den Wirkstoff zusammen mit den Lipiden löst,
und zum Einschluß wasserlöslicher Wirkstoffe den Lipid
film mit einer wäßrigen Pufferlösung versetzt, die den
wasserlöslichen Wirkstoff enthält.
Priority Applications (12)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4013632A DE4013632A1 (de) | 1990-04-27 | 1990-04-27 | Liposomen mit positiver ueberschussladung |
| DK91908541.5T DK0526531T3 (da) | 1990-04-27 | 1991-04-25 | Liposomer med positiv overskudsladning |
| AU77702/91A AU643282B2 (en) | 1990-04-27 | 1991-04-25 | Liposomes with positive excess charge |
| JP91508158A JPH05506661A (ja) | 1990-04-27 | 1991-04-25 | 正の過剰電荷を有するリポソーム |
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