DE406191C - Verfahren zur Verwertung von Haus- und gewerblichem Muell, Verbrennungsrueckstaendenoder aehnlichen Abfaellen - Google Patents

Verfahren zur Verwertung von Haus- und gewerblichem Muell, Verbrennungsrueckstaendenoder aehnlichen Abfaellen

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DE406191C
DE406191C DEG57767D DEG0057767D DE406191C DE 406191 C DE406191 C DE 406191C DE G57767 D DEG57767 D DE G57767D DE G0057767 D DEG0057767 D DE G0057767D DE 406191 C DE406191 C DE 406191C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B7/00—Hydraulic cements
    • C04B7/24—Cements from oil shales, residues or waste other than slag
    • Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02—TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02P—CLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES IN THE PRODUCTION OR PROCESSING OF GOODS
    • Y02P40/00—Technologies relating to the processing of minerals
    • Y02P40/10—Production of cement, e.g. improving or optimising the production methods; Cement grinding

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description

  • Verfahren zur Verwertung von Haus- und gewerblichem Müll, Verbrennungsrückständen oder ähnlichen Abfällen. Die Herstellung von Zementen oder zementähnlichen Produkten stößt in der heutigen Zeit insofern auf Schwierigkeiten, als es äußerst kostspielig ist, die zum Brennen der Zemente nötigen Brennmaterialien zu erhalten. Insbesondere die Hochofenzementfabriken sind an die örtlichen Verhältnisse gebunden, so daß die zementverbrauchenden Industrien kaum noch in der Lage sind, die enormen Frachtkosten zu bestreiten, ohne hierdurch die eigene Geschäftsmöglichkeit zu untergraben. Die durch die Verfrachtung entstehenden besonders hohen Unkosten müssen wieder auf die Bauindustrien bzw. auf die auszuführenden Bauten abgewälzt werden, wodurch letzten Endes eine Verteuerung der Wohnhäuser und somit der Mieten unvermeidlich ist.
  • Im volkswirtschaftlichen Sinne läge es somit, wenn die Möglichkeit geschaffen würde, tunlichst innerhalb jeder Stadt ein Zementwerk zu errichten, was zur Voraussetzung hat, daß sich die zur Bereitung des Zementes erforderlichen Rohstoffe innerhalb der Stadt vorfinden.
  • Bekanntlich besteht Hausmüll, Straßenmüll oder gewerbliches Müll zum größten Teil aus Feuerungsrückständen und Küchenabfällen. Die chemische Untersuchung dieser Abfälle ergibt stets als vorwiegende Bestandteile Kieselsäure, Tonerde, Eisen Eisenoxyd und Kalk. Es wären somit zur Herstellung eines Zementes aus den aufgeführten Bestandteilen nur die Ergänzungen an Kalk, Tonerde und Kieselsäure vorzunehmen, die dem Rohstoffe fehlen. Durchweg haben die Versuche gezeigt, daß speziell Kalkstein als Zusatz bereits allein genügt. Kalkstein ist aber in der weitaus größten Anzahl aller Städte bereits in unmittelbarer Nähe in genügenden Mengen vorhanden, so daß es sich bei der Lieferung dieses Zuschlages nur immer um weitaus geringere Frachtkosten handeln kann, als solche durch den Bezug von Zement aus weit abliegenden Zementindustrien hervorgerufen werden.
  • Zum Schmelzen der angegebenen Rohstoffe wird durchweg Koks beansprucht; diese Kokszuschläge lassen sich auf geringe Mengen beschränken, da ja den genannten Abfällen nur der fehlende Heizwert zuzusetzen ist, der zur Erzielung der Schmelztemperatur verlangt wird. Auch diese geringen Kokszuschläge sind innerhalb der Stadtgebiete, z. B. aus den Gasanstalten., stets zu erhalten.
  • In Gegenden, in denen auch heute noch vorzugsweise in der Hauptsache Steinkohlen verbrannt werden, besitzen die Abfälle. bereits einen so großen Heizwert, daß die Verflüssigung der Abfälle auch ohne besonderen Kokszuschlag durchgeführt werden kann. Ähnliche Erscheinungen wurden bereits in Müllverbrennungsanstalten beobachtet.
  • Die vorliegende Erfindung bezweckt nun die Umwandlung der erwähnten Abfallstoffe in ein Bauprodukt, welches nach erfolgter Granulation und Feinmahlurlg bereits als stark kalkhaltiges somit hydraulisches Bindemittel anzusprechen ist. Dies wird dadurch erreicht, daß die zu verschmelzenden Abfälle einen Kalkzusatz in so erheblichen Mengen erhalten, daß das Endprodukt unmittelbar als hydraulisches Bindemittel benutzt werden kann. Bei diesem Schmelzprozeß werden alle noch verbrennlichen Bestandteile der Abfälle verbrannt. Die Verbrennungsrückstände, also die Aschen oder Schlacken, werden hierbei zum Schmelzen ,gebracht, desgleichen. alle metallischen Bestandteile. Die Kohlensäure des zugesetzten Kalkes wird ausgetrieben, während sich das reine Kalziumöxyd mit der flüssigen Schlacke so innig vermischt, daß eine fast vollkommen gleichbleibende und, -,vie erwähnt, stark kalkhaltige Masse verbleibt. Im Schmelzofen scheidet sich dann, wie bekannt, das flüssige Metall von der leichteren Schlacke ab, so daß beide Massen für sich getrennt, das Metall als Nebenprodukt, dem Ofen entnommen werden können.
  • An sich ist es bei der Herstellung von Blökken oder Formsteinen durch Niederschmelzen von Müll bekannt, einem kalk- oder alkaliarmen Schmelzprodukt entsprechende Mengen dieser Stoffe zuzufügen, was jedoch lediglich bezweckt, die fehlenden Kalk- odetr Alkalimengen in jenem Maße zuzusetzen, das zur Erzielung eines wetterbeständigen, harten Gesteins notwendig ist, also etwa dem Kalkgehalt von Basalt oder Sandstein entspricht. Ein derartiges natürliches Gestein enthält aber nur etwa 2o bis 25 Prozent Kalk und würde bei großem Kalkgehalt nicht mehr wetterbeständig sein.
  • Weiter hat man bereits vorgeschlagen, im Müllverbrennungsofen mit dem Müll Kalkstein zu verbrennen, um so die Verbrennungsschlacke mit gebranntem Kalk anzureichern. Praktisch ist die Ausführung eines derartigen Verfahrens aber durch den Heizwert des Mülls begrenzt, d. h. es kann nur so viel Kalkstein dem Müll beigemischt werden, daß die Verbrennung des ganzen Gemisches noch ermöglicht ist. Je höher also der Heizwert des Mülls liegt, um so mehr Kalkstein kann beigemischt werden, während um so wenige Kalkstein zugefügt werden kann, je geringer der Heizwert ist. Durchschnittlich beträgt aber der Heizwert des Mülls ioo W. E. Die bisherige Praxis hat ergeben, daß bei solchem Müll von iooo W. E. im günstigsten Falle 30 Prozent Kalkstein beigemischt werden können, wodurch alsdann an gebranntem Kalk in der Müllschlacke etwa 2o bis 25 Prozent verbleiben. Wird nun die auf solche Weise mit Kalk angereicherte Schlacke zu einem -Bindemittel vermahlen, so entsteht zwar ein kalkhaltiges Bindemittel, das aber nur als minderwertiger Luftmörtel bezeichnet werden kann. Bei dem Verfahren nach der Erfindung besteht jedoch erfahrungsgemäß die Möglichkeit, den Kalksteingehalt bis 6o und mehr Prozent zu erhöhen, so daß in dem Fertigprodukt zwischen 5o und 6o Prozent gebrannter Kalk enthalten ist.
  • Eine weitere Möglichkeit der Verarbeitung besteht noch darin, daß man der feingemahlenen Schlacke etwa 15 bis 3o Prozent Portlandzementklinker und etwa 2 Prozent Gips zufügt und diese Mischung auf Zementfeinheit vermahlt. Das hieraus entstehende Produkt ist dem bekannten Hochofenzement völlig gleichwertig und kann mit der granulierten Schlacke für die Herstellung von Zementwaren beliebiger Art nutzbar gemacht werden.

Claims (2)

  1. PATRNT-ANSPRÜCIiE: i. Verfahren zur Verwertung von Haus-und gewerblichem Müll, Verbrennungsrückständen oder ähnlichen Abfällen durch Niederschmelzen dieser Stoffe unter Zusatz von Brennstoff und Kalk, dadurch gekennzeichnet, daß der Kalkzusatz in so erheblichen Mengen gewählt wird, daß die sich ergebende Masse, die beim Ausfließen aus dem Ofen in an sich bekannter Weise durch Luft, Wasser oder Dampf in ein feinkörniges Produkt zu überführen ist, unmittelbar nach Feinmahlung als hochhydraulisches Bindemittel nutzbar gemacht werden kann.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das feinkörnige Produkt in geeignetem Mengenverhältnis mit Portlandzementklinker und Gips gemischt und das Gemisch auf Zementfeinheit zu sog. Hochofenzement gemahlen wird.
DEG57767D 1922-11-01 1922-11-01 Verfahren zur Verwertung von Haus- und gewerblichem Muell, Verbrennungsrueckstaendenoder aehnlichen Abfaellen Expired DE406191C (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1160218A2 (de) 2000-05-22 2001-12-05 Elvira Buzetzki Verfahren zur Herstellung eines Bindemittels

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1160218A2 (de) 2000-05-22 2001-12-05 Elvira Buzetzki Verfahren zur Herstellung eines Bindemittels
EP1160218A3 (de) * 2000-05-22 2004-05-12 Cay Worldwide Corp. Silver Verfahren zur Herstellung eines Bindemittels

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