DE4332008A1 - Schneidvorrichtung für dünnwandige Rohre - Google Patents
Schneidvorrichtung für dünnwandige RohreInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung für dünnwandige Rohre, die bei
spielsweise zur Herstellung von Rohrsystemen für Abluft- oder Rauchgasanla
gen verwendet werden.
Für das fugenlose Verschweißen von Rohren ohne Zusatzwerkstoff sind exakt
parallele und gratfreie Stirnflächen erforderlich. Um dazu nicht teuere Trennver
fahren, wie beispielsweise das Lasertrennen, anwenden oder eine ebenfalls
kostenintensive Nachbehandlung der Stirnflächen durchführen zu müssen, wur
den spezielle Schneidvorrichtungen für Rohre entwickelt. So ist es beispielswei
se bekannt, das Rohr über angetriebene Stützrollen in Rotation zu versetzten
und das nicht angetriebene Trennmesser an das Rohr heranzuführen (DE-OS
39 02 244; DE-GM 90 15 916).
Eine andere technische Lösung besteht darin, zwei sich gegeneinander bewe
gende Rollmesser auf die Rohrwandung von außen und von innen einwirken zu
lassen (DE-OS 28 43 372). Diese Schneidvorrichtungen sind zum Trennen
dünnwandiger Rohre nicht geeignet. Bei den beiden erstgenannten Schneidvor
richtungen werden sich dünnwandige Rohre derart verformen, daß die Stirn
flächen anschließend nicht mehr parallel verlaufen. Außerdem wird sich an der
Schnittstelle Grat bilden.
Auch wenn Schneidscheiben sowohl von der Außen- als auch von der Innensei
te her den Rohrmantel trennen, wie es bei der Schneidvorrichtung für Hülsen
und/oder Rohre gemäß DE-OS 28 34 372 der Fall ist, ist kein exakt senkrecht
zur Rohrachse verlaufender Schnitt gewährleistet, so daß das Rohr insbesonde
re von der innen angreifenden Schneidscheibe aus seiner Ausgangslage
gedrückt wird.
Ferner ist ein Rohrschneidapparat bekannt, bei dem sich das Rohr auf mehre
ren in Längsrichtung des Rohres angeordneten Rollen abstützt und darüber hin
aus zur Vermeidung des Eindrückens im Bereich der Schneidvorrichtung mit
einem inneren Halteelement versehen ist. Es ist mit einem flexiblen Seil verbun
den, dessen definiert abgespulte Länge seine Position bestimmt, auf die es mit
tels Druckluft befördert wird (WO- 87/04 656). Auch mit diesem Schneidapparat
wird es kaum möglich sein, bei dünnen Rohren eine parallele gratfreien Trenn
fläche zu erhalten. Zwischen der Außenfläche des Halteelementes und der inne
ren Mantelfläche des Rohres befindet sich ein funktionsbedingtes Spiel zur
Gewährleistung der Beweglichkeit des Halteelementes. Insbesondere bei dün
nen Rohren kann das Halteelement seine stützende Funktion nicht erfüllen.
Außerdem ist mit Gratbildung zu rechnen.
Nicht zuletzt erweisen sich die genannten Rohrschneidvorrichtungen als verhält
nismäßig aufwendig.
Somit ist es das Ziel der Erfindung, eine Schneidvorrichtung zu schaffen, die bei
einem vertretbaren Herstellungsaufwand eine hohe Schneidqualität gewährlei
stet. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannten Schneidvorrich
tungen, bei denen die Rohre auf einem Gegenlager abgestützt sind, im Innern
ein Halteelement aufweisen und mittels einer Schneidrolle getrennt werden,
unter Verwendung einfacher Mittel derart zu verändern, daß sie in einem einzi
gen Arbeitsschritt einen parallelen gratfreien Schnitt ermöglichen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Schneidrolle die
Form eines Kegelstumpfes mit einem Winkel zur Rohrachse von ca. 5° aufweist,
daß das Halteelement ein angetriebener, aus zwei Werkstoffkomponenten mit
deutlich unterschiedlicher Elastizität bestehender Dorn ist, wobei sich im Bereich
gegenüber der in Eingriffsposition befindlichen Schneidrolle, beginnend von der
Schneidkante an, das Material mit der größeren Elastizität befindet,
daß der Dorn das Rohr fest aufnimmt
und daß die Stützrollen des Stützrollensystems pendelnd gelagert sind.
Der Dorn kann aus einem einzigen Teil und aus einem metallischen Werkstoff,
üblicherweise Stahl, bestehen. Die Werkstoffkomponente mit der deutlich größe
ren Elastizität kann ein Elastomer sein, das in dem o. g. Bereich in den Dorn
eingebettet ist, wobei die Mantelflächen beider Werkstoffkomponenten exakt
fluchtend sind. Ebenso ist es auch möglich, den Dorn in diesem Bereich voll
ständig aus einem Elastomer herzustellen, wobei dieses Teil dann mit den übri
gen metallischen Teilen fest verbunden ist.
Die Schneidrolle und der Dorn bilden das allgemein bekannte Schneidsystem,
bestehend aus einem in Bezug auf die Schnittrichtung beweglichen und einem
feststehenden Trennwerkzeug, wobei beide Trennwerkzeuge rotieren. Die
Besonderheit besteht darin, daß das in Bezug auf die Schnittrichtung festste
hende Trennwerkzeug ein aus zwei unterschiedlichen Materialkomponenten
bestehender Dorn ist. In der Ausgangsform ist der Dorn ein Zylinder mit glatter
Mantelfläche. Erst mit Eingriff der Schneidrolle drückt das von derselben ver
formte Material des Rohres das elastische Material zusammen, so daß die
Schneidkante freigegeben wird und damit zur Wirkung gelangt. Nach abge
schlossenem Trennvorgang und Rücknahme der Schneidrolle drückt das elasti
sche Material des Dornes den verformten Bereich des Rohres wieder in Rich
tung seiner Ausgangslage zurück. Die Trennfläche ist nahezu gratfrei.
Der Dorn hat somit drei Funktionen:
- 1. Er versetzt das zu schneidende Rohr in eine Drehbewegung.
- 2. Die Kante des metallischen Teils des Dornes, die sich gegenüber der Schneidkante der Schneidrolle befindet, dient als Gegenschneide beim Trenn prozeß.
- 3. Der unmittelbar an diese Gegenschneide angrenzende elastische Bereich des Dornes drückt das durch den Trennprozeß deformierte Ende des Rohres in Richtung seiner Ausgangslage zurück.
Nachfolgend soll die Erfindung an einem Beispiel näher erläutert werden. In der
zugehörigen Zeichnung zeigen
Fig. 1 den Aufbau einer Ablängmaschine mit der erfindungsgemäßen
Schneidvorrichtung,
Fig. 2 die Ansicht A der Schneidvorrichtung,
Fig. 3 den Dorn mit Schneidrolle und
Fig. 4 die Eingriffszone der Schneidrolle in den Dorn.
Wie aus Fig. 1 zu erkennen, besteht die Schneidvorrichtung aus einem stabilen,
"C"-förmig gestalteten Ständer 1, der die auftretenden Schneidkräfte aufnimmt
und ein Auffedern unter dem Einwirken der Schneidkräfte verhindert. Die stabile
Konstruktion ist erforderlich, um beim Schneiden der vorwiegend dünnwandigen
Materialien einen engen Schnittspalt zu gewährleisten.
Mit einer angetriebenen Welle 2 ist ein dreigeteilter Dorn 3 drehfest verbunden.
Oberhalb des Dornes 3 ist an einer Zustelleinrichtung 4 eine Schneidrolle 5 dreh
bar gelagert. Die Zustelleinrichtung 4 bewegt die Schneidrolle 5 senkrecht zur
Längsachse des Dornes 3. Über eine nicht näher dargestellte Schnittspaltein
stellung ist sie ferner parallel zum Dorn 3 verschiebbar. Fluchtend zu der Schnei
drolle 5 ist unterhalb des Dornes 3 ein Stützrollensystem 6, bestehend aus zwei
Stützrollen 7, angeordnet, das ebenfalls senkrecht zur Längsachse des Dornes 3
verschiebbar ist. Das Stützrollensystem 6 verhindert ein Durchbiegen des Dornes
3 unter Schnittbelastung. Um Fertigungstoleranzen bzw. Unrundheiten im Lauf
des zu trennenden Werkstückes auszugleichen, sind die beiden Stützrollen 7,
wie in Fig. 2 gezeigt, schwenkbar gelagert.
Wie aus den Fig. 3 und 4 zu erkennen, besteht der dreigeteilte Dorn 3 aus einem
zylindrischen Führungsteil 8 und einem zylindrischen Schneidteil 9, zwischen
denen ein ebenfalls zylindrisches Druckkissen 10 aus einem elastischen Material
fest eingespannt ist. Die Mantelflächen des Führungsteils 8, des Schneidteils 9
und des Druckkissens 10 wurden gemeinsam bearbeitet, so daß sie gleichen
Durchmesser besitzen. Der Durchmesser wird so gewählt, daß das Werkstück,
im vorliegenden Beispiel ein Rohr 11, von Hand gleitend über den Dorn 3
geschoben werden kann. Als Maß für die Einstellung der Schnittlänge dient ein
an seinem dem Ständer 1 zugewandten Ende angeordneter Anschlag 12.
Die Stirnflächen des Druckkissens 10 liegen planparallel an den Stirnflächen von
Führungsteil 8 und Schneidteil 9 an. An den beiden Übergangsstellen des Man
tels des Dornes 3 von dem Führungsteil 8 auf das elastische Druckkissen 10
bzw. von dem Druckkissen 10 auf das Schneidteil 9 ist jeweils eine umlaufende
Schnittkante entstanden, die, wie in Fig. 4 zu erkennen, erst mit Eingriff der
Schneidrolle 5 freigegeben wird. Der Eingriff der Schneidrolle 5 erfolgt über die
Zustelleinrichtung 4.
Durch die Drehbewegung des Dornes 3 wird das Rohr 11 gleichermaßen mitbe
wegt. Mit dem Eintauchen der Schneidrolle 5 an der Schnittkante des Schneid
teils 9 wird das Rohr 11 abgeschert. Es ist ferner deutlich zu erkennen, daß das
Druckkissen 10 beim Schneidvorgang den Gegendruck aufbringt und sich dabei
leicht elastisch verformt. Nach Zurückfahren der Schneidrolle 5 federt das
Druckkissen 10 aus der elastischen Verformung zurück und drückt dabei das
beim Schneidvorgang deformierte abgetrennte Ende des Rohres 11 in Richtung
seiner Ausgangslage zurück. Ebenso wird die Gratbildung nach innen nahezu
vermieden.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Beispiel dient der links des Druckkissens 10
befindliche Metallzylinder als Führungsteil 8, während die umlaufende Kante des
rechts angrenzenden Schneidteils 9 die Schneidkante bildet. Durch Schwenken
der Schneidrolle 5 um 180° werden diese beiden Funktionen ausgetauscht, so
daß die Gratbildung gezielt, d. h. da, wo sie nicht stört, entweder außen oder
innen am Werkstück erreicht werden kann.
Claims (3)
1. Schneidvorrichtung für dünnwandige Rohre, bestehend aus einer parallel und
senkrecht zur Rohrachse bewegbaren Schneidrolle, einem Halteelement im
Innern des Rohres und einem gegenüber der Schneidrolle angeordneten
Stützrollensystem, auf dem sich das Rohr abstützt,
gekennzeichnet dadurch,
daß die Schneidrolle (5) die Form eines Kegelstumpfes mit einem Winkel zur Rohrachse von ca. 5° aufweist,
daß das Halteelement ein angetriebener, aus zwei Werkstoffkomponenten mit deutlich unterschiedlicher Elastizität bestehender Dorn (3) ist, wobei sich im Bereich gegenüber der in Eingriffsposition befindlichen Schneidrolle (5), beginnend von der Schneidkante an, das Material mit der größeren Elastizität befindet,
daß der Dorn (3) das Rohr (11) fest aufnimmt
und daß die Stützrollen (7) des Stützrollensystems (6) pendelnd gelagert sind.
daß die Schneidrolle (5) die Form eines Kegelstumpfes mit einem Winkel zur Rohrachse von ca. 5° aufweist,
daß das Halteelement ein angetriebener, aus zwei Werkstoffkomponenten mit deutlich unterschiedlicher Elastizität bestehender Dorn (3) ist, wobei sich im Bereich gegenüber der in Eingriffsposition befindlichen Schneidrolle (5), beginnend von der Schneidkante an, das Material mit der größeren Elastizität befindet,
daß der Dorn (3) das Rohr (11) fest aufnimmt
und daß die Stützrollen (7) des Stützrollensystems (6) pendelnd gelagert sind.
2. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet dadurch,
daß der Dorn (3) durchgehend ein metallisches Teil ist und die Werkstoffkom
ponente mit der größeren Elastizität in den entsprechenden Bereich des
Metallzylinders eingelagert ist.
3. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet dadurch,
daß der Dorn (3) aus den einzelnen Komponenten zusammengesetzt ist, die
fest miteinander verbunden sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934332008 DE4332008C2 (de) | 1993-09-21 | 1993-09-21 | Schneidvorrichtung für dünnwandige Rohre |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934332008 DE4332008C2 (de) | 1993-09-21 | 1993-09-21 | Schneidvorrichtung für dünnwandige Rohre |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4332008A1 true DE4332008A1 (de) | 1995-03-23 |
| DE4332008C2 DE4332008C2 (de) | 1997-10-16 |
Family
ID=6498175
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934332008 Expired - Fee Related DE4332008C2 (de) | 1993-09-21 | 1993-09-21 | Schneidvorrichtung für dünnwandige Rohre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4332008C2 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1996001166A1 (en) * | 1994-07-06 | 1996-01-18 | Jama Beheer Heinenoord B.V. | Pipe-cutting apparatus |
| WO2004035239A3 (en) * | 2002-10-18 | 2004-07-01 | Spiro Sa | Assembly for cutting a tube |
| US6874398B2 (en) | 2002-10-18 | 2005-04-05 | Spiro Sa | Assembly for cutting a tube |
| CN109604706A (zh) * | 2018-10-31 | 2019-04-12 | 天津市丰源达科技发展有限公司 | 一种内支撑式镀锌钢管切管机 |
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| WO1987004656A1 (en) * | 1986-02-11 | 1987-08-13 | Vendmatic Oy | Tube cutting apparatus |
| DE3902244A1 (de) * | 1989-01-26 | 1990-08-02 | Berg Hans Gmbh & Co Kg | Vorrichtung zum spanlosen abtrennen von ringfoermigen teilen von einem rohr |
| DE9015916U1 (de) * | 1990-11-22 | 1991-02-07 | Felten & Guilleaume Energietechnik AG, 5000 Köln | Trennwerkzeug für Metallröhrchen, insbesondere für Edelstahlröhrchen mit innenliegenden Lichtwellenleitern |
-
1993
- 1993-09-21 DE DE19934332008 patent/DE4332008C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4332008C2 (de) | 1997-10-16 |
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