DE4338079A1 - Bilderzeugungsverfahren unter Verwendung einer Abziehschicht und einer lichtempfindlichen polymerisierbaren silberhalogenidhaltigen Schicht - Google Patents

Bilderzeugungsverfahren unter Verwendung einer Abziehschicht und einer lichtempfindlichen polymerisierbaren silberhalogenidhaltigen Schicht

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DE4338079A1
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Hiroaki Yokoya
Koji Shirakawa
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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bilderzeugungs­ verfahren unter Verwendung einer durch Silberhalogenid initiierten Polymerisations-Reaktion. Die Erfindung betrifft auch ein Bilderzeugungsverfahren unter Verwendung eines lichtempfindlichen Materials, auf dem durch Scanning-Belichtung, wie beispielsweise einen Laserstrahl, ein Bild erzeugt werden kann.
Im Zuge der neueren Entwicklungen der Computertechnologie wird beim Drucken weithin eine technische Innovation eingeführt. Auf dem Gebiet des Farbdrucks wird nun unter Verwendung eines Computersystems namens CEPS (Color Electronic Prepress System) digitalisiert. Das CEPS digitalisiert die Druckdaten eines Farbbildes und die Daten des gesamten Vordruckprozesses bis hinunter zum Abziehen. Darüber hinaus gibt das neueste System die digitalisierten Druckdaten an eine vorsensibilisierte Druckplatte mit einer hohen Empfindlichkeit aus, so daß eine Druckform ohne Verwendung eines herkömmlichen Lithofilms hergestellt wird. Die technische Innovation im Druckbereich macht den Lithofilm überflüssig.
Vor dem Anlaufen ist ein Prüflesen zur Überprüfung der endgültigen Druckqualität notwendig. Die Prüfsysteme schließen eine Abdruckprüfung und eine analoge druckfreie Prüfung ("Offpress-Prüfung") ein. Die Abdruckprüfung umfaßt die Herstellung einer Druckform für einen Prüfabdruck und Drucken eines Bildes unter Verwendung einer Prüfpresse. Die analoge druckfreie (offpress) Prüfung setzt ein Bilderzeugungssystem ein, das vom Drucksystem verschieden ist. Das Offpress-System umfaßt die gleichmäßige Belichtung eines lichtempfindlichen Materials durch einen Lithofilm hindurch. Das lichtempfindliche Material enthält ein Photopolymer, und die Lichtquelle ist gewöhnlich ultraviolettes Licht. Diese zwei Prüfsysteme beruhen auf der Voraussetzung, daß das Drucksystem einen Lithofilm verwendet. Das Prüfblatt selbst wird aus dem Bild auf dem Lithofilm hergestellt (M. H. Bruno, Principle of Color Proofing).
Wie oben erwähnt wurde, beruhen die herkömmlichen Prüfsysteme auf der Verwendung eines Lithofilms. Nun ist ein wichtiges Problem, wie die Druckqualität überprüft werden kann, wenn die technische Innovation auf dem Druckgebiet den Lithofilm überflüssig macht. Daher erfordert das neueste Drucksystem ein Prüfsystem der Herstellung eines Prüfblattes direkt aus digitalen Bilddaten ohne Verwendung eines Lithofilms. Das geforderte Prüfsystem wird DDCP genannt (Digital Direct Color Proof). Bezüglich des DDCP wurden verschiedene Systeme vorgeschlagen und einige von ihnen werden praktisch verwendet.
Die DDCP-Systeme wenden ein Elektrophotographie- und ein Wärmeübertragungs-Aufzeichnungssystem an, die von der herkömmlichen analogen, druckfreien Prüfung (offpress proof), bei der ein Photopolymer verwendet wird, vollständig verschieden sind. Die Prüfqualität des DDCP (wie z. B. Auflösungskraft, Farbtönung, Gradation, Reproduzierbarkeit von Halbtönen, Analogie zum Drucken und stabile Bildreproduzierbarkeit) ist im Vergleich mit herkömmlichen Systemen unzureichend. Die Bildqualität des direkten Outputs von einem digitalen Bild reicht nicht aus. Daher ist ein verbessertes Prüfverfahren, das das digitale Bild direkt ausgeben kann, erforderlich, um ein Farbprüfbild von hoher Qualität zu erhalten.
Die japanische Patentschrift Nr. 48(1973)-31323, die japanischen vorläufigen Patentveröffentlichungen Nrn. 59(1984)-97140, 61(1986)-188537, 62(1987)-267736, 2(1990)-244151 und US-PS 3 770 438 offenbaren eine analoge Offpress-Prüfung unter Verwendung eines herkömmlichen Photopolymers. Die japanischen vorläufigen Patentveröffentlichungen Nrn. 59(1984)-97140 und 61(1986)-188537 offenbaren ein Verfahren zur Erzeugung eines Bildes auf einer abziehbaren Schicht, die auf einem temporären Träger aufgebracht ist, und Übertragung des Bildes zusammen mit der abziehbaren Schicht auf einen Permanentträger. In diesem Verfahren kann ein Bild mit hoher Auflösungskraft vollständig unter Verwendung der Abziehschicht übertragen werden.
Wenn die digitalen Bilddaten direkt bei der Offpress- Prüfung unter Verwendung des Photopolymers aufgezeichnet werden, ist die Prüfqualität wahrscheinlich zufriedenstellend. Jedoch sollten die digitalen Bilddaten auf einem lichtempfindlichen Material zur Prüfung durch eine rasterartige Belichtung unter Verwendung einer speziellen Lichtquelle, wie etwa eines Laserstrahls, aufgezeichnet werden. Daher sollte das lichtempfindliche Material eine hohe Empfindlichkeit gegenüber der Wellenlänge des Scanlichts haben. Das herkömmliche lichtempfindliche Material unter Verwendung eines Photopolymers hat eine solch hohe Empfindlichkeit nicht. Darüber hinaus ist es besonders schwierig, das Photopolymer für einen langwelligen Laserstrahl, wie z. B. einen Helium-Neon-Laser und einen Halbleiter-Laser, empfindlich zu machen. Das Photopolymer hat lediglich eine Empfindlichkeit gegenüber kurzwelligen Laserstrahlen. Demgemäß steht die herkömmliche Offpress-Prüfung bei DDCP-Systemen nicht zur Verfügung.
Infolgedessen kann man bei der Offpress-Prüfung unter Verwendung eines Photopolymers die digitalen Bilddaten nicht direkt aufzeichnen, da das Photopolymer keine hohe Empfindlichkeit gegenüber der Wellenlänge des Rasterlichts (insbesondere eines langwelligen Laserstrahls) hat. Andererseits sind die Prüfqualitäten der herkömmlichen DDCP-Systeme (unter Verwendung eines Elektrophotographie- oder eines Thermotransfer-Aufzeichnungssystems) im Hinblick auf ihre Auflösungskraft, Reproduzierbarkeit von Halbtönen oder stabiler Farbreproduzierbarkeit unzureichend. Daher ist ein neues DDCP-Verfahren erforderlich, um ein Hochqualitäts-Farbprüfbild mit hoher Empfindlichkeit gegenüber der Wellenlänge des Rasterlichts aufzuzeichnen.
Im übrigen offenbaren die japanischen vorläufigen Patentveröffentlichungen Nrn. 61(1986)-69062 und 61(1986)-73145 (der Inhalt dieser beiden Veröffentlichungen ist in US-PS 4 629 676 und der EP-A-0 147 634 beschrieben) ein bilderzeugendes Verfahren unter Verwendung eines lichtempfindlichen Materials, das Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel und eine polymerisierbare Verbindung enthält. Das Verfahren umfaßt die Schritte der bildweisen Belichtung des lichtempfindlichen Materials und Erwärmung des Materials zur Entwicklung des Silbers und zur bildweisen Härtung der polymerisierbaren Verbindung. So wird ein Polymerbild auf dem lichtempfindlichen Material erzeugt. Die Empfindlichkeit des Silberhalogenids ist einige 1000 mal so hoch wie die eines Photopolymerisationsinitiators.
In einer repräsentativen Ausführungsform dieses Verfahrens wird das entwickelte lichtempfindliche Material (das ein Färbemittel enthält) auf ein Bildaufnahmematerial zur selektiven Übertragung des Färbemittels mit der unpolymerisierten polymerisierbaren Verbindung auf das Bildaufnahmematerial gepreßt. So wird ein Farbbild auf dem Bildaufnahmematerial erzeugt. In dem Fall, daß ein Mehrfarbenbild auf dem Bildaufnahmematerial erzeugt wird, sollte das lichtempfindliche Material zwei oder mehr Arten von Mikrokapseln (oder verpackten Emulsionen [packet emulsions]), die jeweils voneinander verschiedene Färbemittel enthalten, aufweisen.
Die gegenwärtigen Erfinder richteten ihr Augenmerk auf ein Bilderzeugungsverfahren unter Verwendung einer durch Silberhalogenid initiierten Polymerisationsreaktion und versuchten, das Verfahren zur Erzeugung eines Farbprüfbildes anzuwenden. Jedoch ergeben sich Probleme, wenn dieses Bilderzeugungsverfahren selbst auf das Farbprüfbild angewendet wird.
Beispielsweise ist die Auflösung des lichtempfindlichen Materials auf die Größe der Mikrokapseln (gewöhnlich mehr als 10 µm) beschränkt. Außerdem werden die Mikrokapseln durch Druck zur Erzeugung eines Bildes aufgebrochen. Die Auflösung wird stärker herabgesetzt als die Größe der Mikrokapseln, da sich der Inhalt der Mikrokapseln durch Druck ausbreitet.
Die Erfinder haben weiterhin versucht, eine abziehbare Schicht, die in den japanischen vorläufigen Patentveröffentlichungen Nrn. 59(1984)-97140 und 61(1986)-188537 offenbart ist, bei einem lichtempfindlichen Material, das ein Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel und eine polymerisierbare Verbindung enthält, einzusetzen. Wenn eine Abziehschicht in einem Bilderzeugungssystem unter Verwendung eines Silberhalogenids effektiv ist, kann das klare hochempfindliche und hochaufgelöste Bild, das im lichtempfindlichen Material erzeugt wird, vollständig auf ein Bildaufnahmematerial übertragen werden. Es ist jedoch schwierig, ein Bild vom lichtempfindlichen Material, das die Abziehschicht enthält, zu übertragen. Manchmal wurde kein Bild übertragen. Daher kann die Abziehschicht, die in einem System mit einem Photopolymerisationsinitiator verwendet wird, nicht in einem System, bei dem Silberhalogenid verwendet wird, angewandt werden.
Die oben erwähnten Probleme beruhen auf einem inhärenten Unterschied zwischen einem Bilderzeugungssystem unter Verwendung von Silberhalogenid als Photosensor und einem System unter Verwendung eines Photopolymerisationsinitiators als Photosensor. Es ist daher erforderlich, ein Bilderzeugungssystem unter Verwendung einer Abziehschicht zu entwickeln, die für ein System, bei dem Silberhalogenid verwendet wird, geeignet ist.
Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist, das Bilderzeugungsverfahren unter Verwendung einer Polymerisationsreaktion, die durch Silberhalogenid initiiert wird, zu verbessern und ein Verfahren zur Übertragung eines Bildes mit hoher Empfindlichkeit und hoher Auflösungskraft zur Verfügung zu stellen.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist, ein bilderzeugendes Verfahren zur Verfügung zu stellen, das ein Farbprüfbild (color proof) direkt aus digitalen Bilddaten ohne Verwendung eines Lithofilms erzeugen kann.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist, ein bilderzeugendes Verfahren zur Verfügung zu stellen, durch das ein Farbprüfbild mit hoher Qualität durch rasterweise Belichtung mit einem Laserstrahl, insbesondere einem langwelligen Laserstrahl, erzeugt wird.
Die vorliegende Erfindung stellt ein Bilderzeugungs­ verfahren zur Verfügung, das die folgenden beiden Ausführungsformen umfaßt:
Die erste Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist ein Bilderzeugungsverfahren mit den Schritten (1), (2), (3) und (4):
  • 1) Bildweise Belichtung einer lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht eines lichtempfindlichen Materials, das einen Träger, eine abziehbare Schicht und die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht in dieser Reihenfolge umfaßt, wobei die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht ein Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel und eine ethylenisch ungesättigte polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer enthält, und wobei die abziehbare Schicht eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm hat (Belichtungsschritt);
  • 2) Erhitzen der lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht auf eine Temperatur von 70 bis 200°C zur Härtung der ethylenisch ungesättigten, polymerisierbaren Verbindung oder des vernetzbaren Polymers innerhalb der belichteten Fläche oder, in der Alternative, innerhalb der nicht-belichteten Fläche (Entwicklungsschritt);
  • 3) Aufbringen eines Farbtoners auf die klebrige Oberfläche des ungehärteten Bereichs, wodurch ein Tonerbild darauf gebildet wird (Tonerschritt); und
  • 4) Inkontaktbringen des lichtempfindlichen Materials mit einem Bildaufnahmematerial, wobei das Tonerbild zusammen mit der abziehbaren Schicht auf das Bildaufnahmematerial übertragen wird (Übertragungsschritt).
Die zweite erfindungsgemäße Ausführungsform ist ein Bilderzeugungsverfahren mit den Schritten (1), (2), (3) und (4):
  • 1) Bildweise Belichtung einer lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht eines lichtempfindlichen Materials, das einen Träger, eine abziehbare Schicht und die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht in dieser Reihenfolge umfaßt, wobei die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht ein Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel, eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer und ein Färbemittel (colorant) enthält, und wobei die abziehbare Schicht eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm hat (Belichtungsschritt);
  • 2) Erwärmen der lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht auf eine Temperatur von 70 bis 200°C zur Härtung der ethylenisch ungesättigten, polymerisierbaren Verbindung oder des vernetzbaren Polymers innerhalb der belichteten Fläche oder, in der Alternative, innerhalb der nicht-belichteten Fläche (Entwicklungsschritt);
  • (3) Entfernung des ungehärteten Bereichs unter Verwendung eines Lösungsmittels zum Erhalt eines gehärteten Farbabdruckbildes [color replica image] (Entfernungsschritt); und
  • 4) Inkontaktbringen des lichtempfindlichen Materials mit einem Bildaufnahmematerial, wodurch das gehärtete Farbabdruckbild zusammen mit der abziehbaren Schicht auf das Bildaufnahmematerial übertragen wird (Übertragungsschritt).
Die vorliegende Erfindung stellt weiterhin ein neues lichtempfindliches Material zur Verfügung, das einen Träger, eine abziehbare Schicht und die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht in dieser Reihenfolge umfaßt, wobei die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel, eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer und ein Färbemittel enthält und die abziehbare Schicht eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm hat.
Die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht umfaßt bevorzugt eine lichtempfindliche Schicht, die das Silberhalogenid enthält, und eine polymerisierbare Schicht, die die ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder das vernetzbare Polymer enthält.
Das in der zweiten Ausführungsform verwendete Färbemittel ist in der polymerisierbaren Schicht enthalten. Das Reduktionsmittel kann in der lichtempfindlichen Schicht oder der polymerisierbaren Schicht enthalten sein. Außerdem kann die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht eine lichtempfindliche Schicht, eine polymerisierbare Schicht und eine Überzugsschicht umfassen. Das Reduktionsmittel kann auch in der Überzugsschicht enthalten sein. In der vorliegenden Beschreibung wird die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht, die zwei oder mehr funktionelle Schichten umfaßt, als "eine komplexe lichtempfindliche polymerisierbare Schicht" bezeichnet. Ein lichtempfindliches Material, das die komplexe lichtempfindliche polymerisierbare Schicht enthält, wird als ein "lichtempfindliches Mehrschichtmaterial" bezeichnet. Andererseits wird ein lichtempfindliches Material, das eine einzige lichtempfindliche polymerisierbare Schicht enthält, als ein "lichtempfindliches Einschichtmaterial" bezeichnet.
Wenn ein lichtempfindliches Mehrschichtmaterial in der ersten Ausführungsform verwendet wird, sollte die lichtempfindliche Schicht zwischen dem Entwicklungsschritt und dem Tonerschritt entfernt werden. Wenn ein lichtempfindliches Mehrschichtmaterial in der zweiten Ausführungsform verwendet wird, sollte die lichtempfindliche Schicht zwischen dem Entwicklungsschritt und dem Entfernungsschritt entfernt werden. In dem Fall, daß andere Schichten als die lichtempfindliche Schicht und die polymerisierbare Schicht auf einem Träger vorgesehen sind, sollte die Schicht, die auf oder über der polymerisierbaren Schicht angebracht ist, ebenfalls entfernt werden.
Die oben erwähnten Schritte werden vorzugsweise zwei- oder mehrmals unter Verwendung von lichtempfindlichen Materialien oder Farbtonern, die jeweils eine voneinander verschiedene Farbe haben, wiederholt, um ein Mehrfarbenbild auf dem Bildaufnahmematerial zu erzeugen. Die Farbe wird durch die Art des Färbemittels oder des Farbtoners bestimmt.
In der vorliegenden Erfindung können zwei oder mehr Schritte gleichzeitig ausgeführt werden, vorausgesetzt, daß die oben definierte Reihenfolge nicht umgekehrt wird. Beispielsweise kann der Belichtungsschritt (1) gleichzeitig mit dem Entwicklungsschritt (2) ausgeführt werden. Ein Verfahren, bei dem zwei oder mehr Schritte gleichzeitig ausgeführt werden, ist in den Bereich der vorliegenden Erfindung eingeschlossen.
Das Bilderzeugungsverfahren der vorliegenden Erfindung verwendet ein Silberhalogenid als Photosensor. Daher erzeugt das Verfahren ein klares Bild mit hoher Empfindlichkeit und hoher Auflösungskraft. Weiterhin kann ein Farbprüfbild direkt aus digitalen Bilddaten ohne Verwendung eines Lithofilmes erzeugt werden. Silberhalogenid hat eine hinreichende Empfindlichkeit gegenüber Laserstrahlen, insbesondere gegenüber langwelligen Laserstrahlen.
Das erfindungsgemäße Bilderzeugungsverfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß das Bild mit hoher Empfindlichkeit und hoher Auflösungskraft, das auf dem lichtempfindlichen Material erzeugt wird, vollständig zusammen mit der Abziehschicht auf eine Bildaufnahmeschicht übertragen wird. Daher erzeugt das erfindungsgemäße Verfahren ein klares übertragenes Bild mit hoher Auflösungskraft im Vergleich zu einem herkömmlichen Bilderzeugungsverfahren unter Verwendung von Mikrokapseln.
Außerdem hat die abziehbare Schicht gemäß der vorliegenden Erfindung eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm. Nach Untersuchungen der Anmelder kann die Abziehschicht eines Systems, bei dem ein Photopolymerisationsinitiator verwendet wird, nicht in einem System, bei dem Silberhalogenid verwendet wird, angewandt werden, und zwar aufgrund eines ernsthaften Problems: Das Problem besteht darin, daß die gehärtete Fläche auf der Abziehschicht kaum übertragen wird, während die ungehärtete Fläche gut übertragen wird. Dieses Problem wurde bei einem System mit einem Photopolymerisationsinitiator nicht beobachtet und tritt nur bei einem System mit Silberhalogenid auf. Die Anmelder stellten ferner fest, daß das Problem aufgrund eines Hitzeentwicklungsverfahrens auftritt, das bei einem System mit einem Photopolymerisationsinitiator nicht eingeschlossen ist.
Das oben erwähnte Problem wird nun durch Verwendung einer dicken Abziehschicht gelöst. Daher erzeugt das erfindungsgemäße Verfahren ein klares übertragenes Bild.
Fig. 1 ist eine Querschnittansicht, die schematisch ein lichtempfindliches Einschichtmaterial, das in der zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bilderzeugungsverfahrens verwendet wird, darstellt;
Fig. 2 ist eine Querschnittansicht, die schematisch ein lichtempfindliches Mehrschichtmaterial, das in der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungs­ verfahrens verwendet wird, darstellt;
Fig. 3 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Belichtungsschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt;
Fig. 4 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Entwicklungsschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt;
Fig. 5 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Tonerschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt;
Fig. 6 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Übertragungsschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt;
Fig. 7 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Belichtungsschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt;
Fig. 8 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Entwicklungsschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt;
Fig. 9 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Entwicklungsschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt;
Fig. 10 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Tonerschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt; und
Fig. 11 ist eine Querschnittansicht, die schematisch ein Verfahren zur Messung der Abziehbarkeit darstellt.
Nachstehend werden zunächst bevorzugte erfindungsgemäße Ausführungsformen beschrieben.
  • 1) Die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht umfaßt vorzugsweise eine lichtempfindliche Schicht, die das Silberhalogenid enthält, und eine polymerisierbare Schicht, die die ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder das vernetzbare Polymer enthält.
  • 2) Die Schritte jeder der Ausführungsformen werden vorzugsweise zwei- oder mehrmals unter Verwendung von lichtempfindlichen Materialien oder Farbtonern, die jeweils eine voneinander verschiedene Farbe haben, ausgeführt, um ein Mehrfarbenbild auf dem Bildaufnahmematerial zu erzeugen.
  • 3) Die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht enthält vorzugsweise außerdem eine Base oder den Vorläufer (precursor) einer Base. Bezüglich der komplexen lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht kann die Base oder der Basenvorläufer in der lichtempfindlichen Schicht oder der polymerisierbaren Schicht enthalten sein. Ein Basenvorläufer ist im Vergleich zu einer Base bevorzugt. Die Base oder der Basenvorläufer können in einer Überzugsschicht enthalten sein.
  • 4) Die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht kann weiterhin einen Hitzeentwicklungsbeschleuniger enthalten. Bezüglich der komplexen lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht ist der Hitzeentwicklungsbeschleuniger vorzugsweise in der polymerisierbaren Schicht enthalten. Der Hitzeentwicklungsbeschleuniger kann in einer Überzugsschicht enthalten sein.
  • 5) Die Abziehschicht enthält vorzugsweise ein Matrixpolymer mit einem Fließerweichungspunkt, der höher liegt als die Erwärmungstemperatur.
  • 6) Die Abziehschicht enthält vorzugsweise eine Fluorverbindung in einer Menge von nicht weniger als 1 Gew.-%.
  • 7) Die Abziehschicht enthält vorzugsweise ein Polyvinylacetatharz als Matrix.
Als nächstes wird die Struktur des (Einschicht- oder Mehrschicht-)lichtempfindlichen Materials, das im Bilderzeugungsverfahren der vorliegenden Erfindung verwendet wird, nachstehend unter Bezug auf die Zeichnungen beschrieben.
Fig. 1 ist eine Querschnittansicht, die schematisch ein lichtempfindliches Einschichtmaterial darstellt, das in der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens der vorliegenden Erfindung verwendet wird.
Eine abziehbare Schicht [Abziehschicht] (12) wird auf einem Träger aufgebracht. Eine einzige lichtempfindliche polymerisierbare Schicht (13) wird auf der Abziehschicht (12) vorgesehen. Die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht (13) enthält Silberhalogenid (14), ein Reduktionsmittel (15), eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer (16) und ein Färbemittel (17). Das Färbemittel ist in der ersten Ausführungsform der Erfindung nicht notwendig.
Fig. 2 ist eine Querschnittansicht, die schematisch ein lichtempfindliches Mehrschichtmaterial darstellt, das in der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens verwendet wird.
Eine Abziehschicht (22) ist auf einem Träger (21) vorgesehen. Eine polymerisierbare Schicht (23) ist auf der Abziehschicht (22) vorgesehen und eine lichtempfindliche Schicht (24) ist auf der polymerisierbaren Schicht (23) vorgesehen. Die polymerisierbare Schicht (23) enthält eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer (25), ein Färbemittel (26) und ein Reduktionsmittel (28). Das Färbemittel (26) ist in der ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform nicht notwendig. Die lichtempfindliche Schicht (24) enthält Silberhalogenid (27).
Das Reduktionsmittel kann in der lichtempfindlichen Schicht (24) enthalten sein, obwohl das Reduktionsmittel (28) in der polymerisierbaren Schicht (23) des in Fig. 2 gezeigten lichtempfindlichen Materials enthalten ist. Das Reduktionsmittel kann sowohl in der polymerisierbaren Schicht wie auch in der lichtempfindlichen Schicht in einem beliebigen Mengenverhältnis enthalten sein. Weiterhin kann das Reduktionsmittel in einer Überzugsschicht enthalten sein. In ähnlicher Weise kann das Reduktionsmittel auch in einer beliebigen Schicht der anderen, nachfolgend beschriebenen, lichtempfindlichen Materialien enthalten sein.
Die oben beschriebenen Schichtstrukturen sind Beispiele für das lichtempfindliche Material. Die vorliegende Erfindung ist auf die Beispiele nicht beschränkt. Beispielsweise können gegebenenfalls Schichten, wie beispielsweise eine Unterschicht, eine Überzugsschicht (z. B. eine Schutzschicht oder eine Abdeckschicht), eine Zwischenschicht und eine Verstärkungsschicht (backing layer) im lichtempfindlichen Material vorgesehen sein. Die Unterschicht wird auf dem Träger aufgebracht. Die Überzugsschicht ist als oberste Schicht vorgesehen. Die Zwischenschicht ist zwischen den funktionellen Schichten vorgesehen. Die Verstärkungsschicht ist auf der Rückseite der lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht (der Rückseite des Trägers) vorgesehen.
Die zwei Ausführungsformen des Bilderzeugungsverfahrens der vorliegenden Erfindung werden nachstehend unter Bezug auf die Zeichnungen beschrieben.
Fig. 3 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Belichtungsschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens erläutert.
Ein Silberhalogenid-Latentbild (35) wird innerhalb der belichteten Fläche (33), wo die lichtempfindliche Schicht an Licht (31) exponiert wird, erzeugt. Andererseits wird das Silberhalogenid (34) im nicht-belichteten Bereich (32) nicht wesentlich verändert. Der Belichtungsschritt wird in Fig. 3 unter Verwendung eines lichtempfindlichen Mehrschichtmaterials, wie es in Fig. 2 gezeigt ist, beschrieben. Das in Fig. 1 gezeigte lichtempfindliche Einschichtmaterial kann ebenfalls auf dieselbe Weise belichtet werden.
Fig. 4 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Entwicklungsschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt. Wenn das lichtempfindliche Material erhitzt wird (41), wandert das Reduktionsmittel von der polymerisierbaren Schicht (42, 43) zur lichtempfindlichen Schicht (44, 45). Das Reduktionsmittel entwickelt das latente Silberhalogenid- Bild im belichteten Bereich der lichtempfindlichen Schicht (45). Ein Silberbild (49) wird aus dem entwickelten Silberhalogenid erzeugt, und das Reduktionsmittel gleichzeitig unter Bildung eines Oxidationsprodukts oxidiert. Das Oxidationsprodukt ist im erfindungsgemäßen System instabil und bildet ein Radikal (47). Das Radikal wird nachfolgend als "Oxidationsradikal" bezeichnet. Das Oxidationsradikal des Reduktionsmittels (47) wandert vom belichteten Bereich der lichtempfindlichen Schicht (45) zum belichteten Bereich der polymerisierbaren Schicht (43). Eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer wird durch Wirkung des Radikals gehärtet. So wird die gehärtete Fläche (43) gebildet. Andererseits werden das Reduktionsmittel (46), das im nicht-belichteten Bereich der polymerisierbaren Schicht enthalten ist, und das Silberhalogenid (48), das im nicht-belichteten Bereich der lichtempfindlichen Schicht enthalten ist, nicht wesentlich verändert. Somit wird der nicht-belichtete Bereich der polymerisierbaren Schicht (42) nicht gehärtet.
Der Entwicklungsschritt ist in Fig. 4 unter Verwendung eines Systems, in dem die ethylenisch ungesättigte polymerisierbare Verbindung oder das vernetzbare Polymer im belichteten Bereich gehärtet wird, beschrieben. Ein anderes System, bei dem die Verbindung oder das Polymer im nicht-belichteten Bereich gehärtet werden, steht durch Änderung der Bedingungen, wie etwa der Art des Reduktionsmittels, ebenfalls zur Verfügung. Die Details werden unter dem Punkt "Reduktionsmittel" beschrieben.
Fig. 5 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Tonerschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt.
Farbtoner (51) wird auf die Oberfläche der polymerisierbaren Schicht des lichtempfindlichen Materials aufgebracht. Der Toner wird somit selektiv an die klebende Oberfläche der ungehärteten polymerisierbaren Schicht (52) unter Bildung eines Tonerbildes anhaften. Der Toner wird nicht an die gehärtete Fläche der polymerisierbaren Schicht (53) anhaften.
Fig. 6 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Übertragungsschritt der ersten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt.
Fig. 6 zeigt ein Bildaufnahmematerial (61) und ein lichtempfindliches Material (62) direkt nach Übertragung des Bildes. Das lichtempfindliche Material (62) wird mit dem Bildaufnahmematerial (61) in Kontakt gebracht. So wird das Tonerbild (63) zusammen mit der abziehbaren Schicht (64) vom lichtempfindlichen Material auf das Bildaufnahmematerial übertragen,
Fig. 7 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Belichtungsschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt.
Ein Latentbild aus Silberhalogenid (75) wird im belichteten Bereich (73) gebildet, in dem die lichtempfindliche Schicht Licht (71) ausgesetzt wurde. Andererseits wird Silberhalogenid (74) innerhalb der nicht-belichteten Fläche (72) nicht wesentlich verändert.
Fig. 8 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Entwicklungsschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens darstellt.
Wenn das lichtempfindliche Material erhitzt wird (81), wandert das Reduktionsmittel von der polymerisierbaren Schicht (82, 83) in die lichtempfindliche Schicht (84, 85). Das Reduktionsmittel entwickelt das Silberhalogenid- Latentbild innerhalb der belichteten Fläche der lichtempfindlichen Schicht (85). Ein Silberbild (89) bildet sich aus dem entwickelten Silberhalogenid, und das Reduktionsmittel wird gleichzeitig unter Bildung eines Oxidationsprodukts oxidiert. Das Oxidationsprodukt ist im erfindungsgemäßen System instabil und bildet ein Oxidationsradikal (87). Das Oxidationsradikal (87) wandert vom belichteten Bereich der lichtempfindlichen Schicht (85) zum belichteten Bereich der polymerisierbaren Schicht (83). Eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer wird durch Wirkung des Radikals gehärtet. So wird die gehärtete Fläche (83) gebildet. Andererseits werden das Reduktionsmittel (86), das im nicht-belichteten Bereich der polymerisierbaren Schicht enthalten ist, und Silberhalogenid (88), das im nicht-belichteten Bereich der lichtempfindlichen Schicht enthalten ist, nicht wesentlich verändert. Somit wird der nicht-belichtete Bereich der polymerisierbaren Schicht (82) nicht gehärtet.
Fig. 9 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Entfernungsschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens erläutert. Die ungehärtete Fläche der polymerisierbaren Schicht wird mit einem Lösungsmittel (81) zur Bildung eines Farbabdruckbildes auf der gehärteten Fläche (82) entfernt. Die lichtempfindliche Schicht wird vor dem Entfernungsschritt abgezogen oder wird zusammen mit der ungehärteten Fläche der polymerisierbaren Schicht mit dem Lösungsmittel im Entfernungsschritt entfernt.
Fig. 10 ist eine Querschnittansicht, die schematisch den Übertragungsschritt der zweiten Ausführungsform des Bilderzeugungsverfahrens erläutert. Fig. 10 zeigt ein Bildaufnahmematerial (101) und ein lichtempfindliches Material (102) direkt nach Übertragung des Bildes. Das lichtempfindliche Material (102) wird mit dem Bildaufnahmematerial (101) in Kontakt gebracht. So wird das Farbbild (103), das auf der gehärteten Fläche erzeugt wurde, zusammen mit der Abziehschicht (104) vom lichtempfindlichen Material auf das Bildaufnahmematerial übertragen.
Oben beschrieben wurden repräsentative Ausführungsformen des Bilderzeugungsverfahrens. Im erfindungsgemäßen Bilderzeugungsverfahren können wahlweise weitere Schritte zu den oben beschriebenen Schritten hinzukommen.
Wenn ein lichtempfindliches Mehrschichtmaterial verwendet wird, sollte die lichtempfindliche Schicht und die Schicht, die auf oder über der polymerisierbaren Schicht vorgesehen ist, vor dem Tonerschritt oder dem Entfernungsschritt (nach dem Entwicklungsschritt) oder gleichzeitig mit dem Entfernungsschritt entfernt werden. Die Schichten können zur Entfernung abgezogen werden. Außerdem können die Schichten in einem Lösungsmittel, das die polymerisierbare Schicht nicht auflöst, gelöst werden oder quellen. Darüber hinaus können die Schichten zusammen mit dem ungehärteten Bereich der polymerisierbaren Schicht durch ein Lösungsmittel entfernt werden.
Das ein- oder mehrfarbige Bild, das auf dem Bildaufnahmematerial erzeugt wurde, kann weiterhin auf ein weiteres (sekundäres) Bildaufnahmematerial übertragen werden.
In der vorliegenden Erfindung wird das Bild durch den Übertragungsschritt umgekehrt. Das Umkehrbild ist für den Fall geeignet, daß das endgültige Farbbild auf einem transparenten Träger erzeugt wird. Andererseits sollte das endgültige Bild ein Direktbild (seitenrichtiges Bild) in dem Fall sein, daß das Bild auf einem opaken Träger erzeugt wird. Das Umkehrbild kann zu einem Direktbild durch Umkehrentwicklung oder einen weiteren Übertragungsschritt geändert werden. Die Beziehung zwischen dem Umkehrbild und dem direkten Bild sollte bemerkt werden, wenn das Verfahren weiterhin den oben erwähnten zusätzlichen Übertragungsschritt enthält.
Weitere optionale Schritte können beim Verfahren zusätzlich durchgeführt werden. Beispiele dieser optionalen Schritte schließen einen Schritt der Entfernung von optionalen Schichten (z. B. einer Zwischenschicht, einer Verstärkungsschicht), einen Schritt der Mattierung der Oberfläche des Bildaufnahmematerials, auf dem ein Bild erzeugt wurde, und einen Schritt der Zugabe eines Mattierungsmittels zum Bildaufnahmematerial ein.
Die Hauptschritte der vorliegenden Erfindung werden nachstehend in größerem Detail beschrieben.
Belichtungsschritt
Das lichtempfindliche Material kann bildweise mit Licht von der Oberfläche der Schichten her (der dem Träger abgewandten Seite) belichtet werden. Das Material kann auch bildweise von der Seite des Trägers her belichtet werden. Beispiele der Belichtungsverfahren schließen ein: eine Reflexionsbelichtung, eine Kontaktbelichtung durch ein transparentes Positiv, und eine Scanning-Belichtung. Die Reflexionsbelichtung verwendet eine Xenonlampe, eine Wolframlampe oder eine Fluoreszenzlampe als Lichtquelle. Die Scanning-Belichtung verwendet einen Laserstrahl oder eine Lichtemissionsdiode als Lichtquelle. Die vorliegende Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Bild aus dem lichtempfindlichen Material erzeugt wird, das gegenüber Scanlicht Empfindlichkeit besitzt. Daher ist das Verfahren der vorliegenden Erfindung besonders bei Scanning-Belichtung (rasterweise Exposition) vorteilhaft.
Beispiele für Laserstrahlen schließen einen Helium-Neon- Laser, einen Helium-Cadmium-Laser, einen Argonionen-Laser, einen Kryptonionen-Laser, einen YAG-Laser, einen Rubin- Laser, einen Stickstoff-Laser, einen Farbstoff-Laser, einen Excimer-Laser, einen Halbleiter (z. B. GaAs/GaAlAs, InGaAsP)-Laser, einen Alexandrit-Laser, einen Kupferdampf- Laser und einen Erbium-Laser ein. Eine Lichtemissionsdiode und ein Flüssigkristall-Shutter stehen ebenfalls als Lichtquelle für Scanning-Belichtung zur Verfügung. Die Leuchtdiode und der Flüssigkristall-Shutter schließen ein Lichtemissionsdiodenarray und ein Flüssigkristall- Shutterarray ein, die als Lichtquelle eines Liniendruckers verwendet werden.
Die Wellenlänge des Lichtes entspricht der spektralen Empfindlichkeit von Silberhalogenid. Die Regionen im nahen Ultraviolett, sichtbaren Licht und nahen Infrarot stehen zur Verfügung. Die Belichtungsmenge bestimmt sich im allgemeinen durch die Empfindlichkeit der Silberhalogenidemulsion. Die Menge liegt gewöhnlich im Bereich von 0,01 bis 10.000 ergs/cm2. Im Belichtungsschritt wird ein Silberhalogenid-Latentbild innerhalb des belichteten Bereichs erzeugt.
Entwicklungsschritt
Das lichtempfindliche Material wird durch Erwärmen entwickelt. Der Entwicklungsschritt kann gleichzeitig mit dem Belichtungsschritt ausgeführt werden.
Das belichtete lichtempfindliche Material kann direkt oder indirekt durch bekannte Erwärmungsmittel erwärmt werden. Die Wärmeentwicklung kann dadurch ausgeführt werden, daß man das lichtempfindliche Material in Kontakt mit einem erwärmten Material (z. B. einer erwärmten Plattenwalze) bringt, daß man das lichtempfindliche Material durch Strahlungswärme einer Infrarotlampe erhitzt, daß man das lichtempfindliche Material in eine erhitzte Zone bringt, oder daß man das lichtempfindliche Material durch eine erhitzte Zone hindurchlaufen läßt. Die Oberfläche des lichtempfindlichen Materials kann bedeckt werden, um den Einfluß von Luft auf die Entwicklungsreaktion zu verhindern. Die Erwärmungstemperatur und Erwärmungszeit werden durch die Charakteristika des lichtempfindlichen Materials bestimmt. Die Erwärmungstemperatur liegt im Bereich von 70 bis 200°C. Die Erwärmungszeit liegt vorzugsweise im Bereich von 1 bis 180 Sekunden.
Im Entwicklungsschritt wird das Silberhalogenid-Latentbild entwickelt und ein Oxidationsprodukt des Reduktionsmittels im belichteten Teil gebildet. In dem Fall, daß das Oxidationsprodukt die Wirkung der Beschleunigung einer Polymerisationsreaktion hat, wird eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer im belichteten Teil gehärtet. Im Fall, daß das Oxidationsprodukt eine Inhibierung einer Polymerisationsreaktion bewirkt, wird eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer im nicht-belichteten Teil gehärtet.
In einem System, in dem die nicht-belichtete Fläche gehärtet wird, ist vorzugsweise ein thermischer Polymerisationsinitiator oder ein Photopolymerisationsinitiator im lichtempfindlichen Material enthalten. Wenn der Photopolymerisationsinitiator verwendet wird, wird das lichtempfindliche Material gleichmäßig nach dem Entwicklungsschritt belichtet.
Tonerschritt (erste Ausführungsform)
Der Tonerschritt wird durch Ausbreiten des Farbtoners auf der klebrigen Oberfläche der lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht und Reiben der Oberfläche mit einem Tuch oder einem Schwamm ausgeführt. Eine automatische Tonermaschine (z. B. Typ 2900 von DuPont de Nemours & Co.) steht zur Verfügung. Ein Verfahren des Tonens einer klebrigen Oberfläche ist in den japanischen Patentveröffentlichungen Nrn. 48(1973)-31323, 1(1989)-36611 und der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 59(1984)-104665 offenbart.
Der Toner haftet an die klebrige Oberfläche an, so daß ein Bild erzeugt wird. Der Toner liegt vorzugsweise in Pulverform vor. Die durchschnittliche Partikelgröße des Pulvertoners liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 50 µm. Das Pulver kann aus einem Färbemittel (Pigment oder Farbstoff) oder einer Mischung des Färbemittels mit einem Bindeharz hergestellt werden. Die Mischung kann weiterhin Wahlkomponenten enthalten. Verschiedene bekannte organische oder anorganische Pigmente oder Farbstoffe stehen als Färbemittel zur Verfügung. Die Pigmente und Farbstoffe sind im Farbindex (color index) aufgelistet. Das im lichtempfindlichen Material enthaltene Färbemittel (beschrieben unter dem Punkt "Färbemittel") steht ebenfalls zur Verfügung.
Verschiedene bekannte natürliche oder synthetische Polymere stehen als Bindeharz des Farbtoners zur Verfügung. Beispiele für Bindeharze schließen Polyvinylchlorid, Celluloseacetat, Celluloseacetatbutylat, Polystyrol, Polymethylmethacrylat, Methylcellulose und Carboxymethylcellulose ein. Der Toner kann weiterhin Wahlkomponenten enthalten, wie beispielsweise einen Weichmacher, ein Monomer, ein oberflächenaktives Mittel, ein antistatisches Mittel, ein Dispergiermittel und ein Tensid. Der Farbtoner ist in US-PSen 3 620 726, 4 304 843, 4 397 941, 4 461 822, 4 546 072 und 4 215 193, den japanischen Patentveröffentlichungen Nrn. 1(1989)-36611 und 49(1974)-7750 und der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 59(1984)-104665 beschrieben.
Entfernungsschritt (zweite Ausführungsform)
Nach dem Entwicklungsschritt wird die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht (die polymerisierbare Schicht des lichtempfindlichen Mehrschichtmaterials) im belichteten Bereich oder, in der Alternative, im unbelichteten Bereich gehärtet. Als Ergebnis verändert sich die Löslichkeit der Schicht in einem Lösungsmittel. Die gehärtete Fläche wird vom Lösungsmittel nicht gelöst, während die ungehärtete Fläche im Lösungsmittel gelöst wird. So wird auf dem lichtempfindlichen Material ein gehärtetes Bild erzeugt.
Das Lösungsmittel (eine Ätzlösung) ist vorzugsweise eine alkalische Lösung. Beispiele der alkalischen Lösungen schließen eine wäßrige Lösung einer alkalischen Verbindung, eine organische Lösung einer alkalischen Verbindung oder eine Mischung davon ein.
Verschiedene organische oder anorganische Verbindungen stehen als alkalische Verbindung zur Verfügung. Beispiele für alkalische Verbindungen schließen Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Natriumcarbonat, Natriumsilicat, Kaliumsilicat, Natriummetasilicat, Kaliummetasilicat, Natriumphosphat, Kaliumsilicat, Ammoniak und Aminoalkohole (z. B. Monoethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin) ein.
Wasser oder eine organische Flüssigkeit werden als Lösungsmittel verwendet. Wasser ist im Vergleich zur organischen Flüssigkeit bevorzugt. Wenn eine Mischung von Wasser und organischer Flüssigkeit verwendet wird, ist die Wassermenge vorzugsweise größer als die der organischen Flüssigkeit. Die organische Flüssigkeit ist vorzugsweise ein Alkohol oder ein Ether. Beispiele für Alkohole schließen niedere Alkohole (z. B. Methanol, Ethanol, Propanol, Butanol), Alkohole mit einer aromatischen Gruppe (z. B. Benzylalkohol, Phenethylalkohol), mehrwertige Alkohole (z. B. Ethylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, Polyethylenglykol) und Aminoalkohole (z. B. Monoethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin) ein. Beispiele für Ether sind Cellosolven.
Das Lösungsmittel kann weiterhin andere Zusatzstoffe, wie z. B. ein oberflächenaktives Mittel und ein Schäumungsmittel, enthalten.
Übertragungsschritt
Beim Übertragungsschritt der ersten Ausführungsform wird der Farbtoner auf der Oberfläche des lichtempfindlichen Materials mit einem Bildaufnahmematerial in Kontakt gebracht, um den Toner zusammen mit der (lichtempfindlichen) polymerisierbaren Schicht und der Abziehschicht auf das Bildaufnahmematerial zu übertragen. Der Übertragungsschritt wird durch Druck oder Hitze ausgeführt. Eine weitere Schicht (z. B. eine Klebeschicht, eine Unterschicht) kann auf das Bildaufnahmematerial zusammen mit dem Farbtoner übertragen werden. Die Bedingungen des Übertragungsschritts, wie die Temperatur und der Druck, bestimmen sich durch die Charakteristika des Farbtoners, der Abziehschicht, der lichtempfindlichen Schicht und des Bildaufnahmematerials. Die Temperatur liegt vorzugsweise im Bereich von 10 bis 200°C und der Druck vorzugsweise im Bereich von 0 bis 200 MPa (0 bis 2000 kg/cm2).
Im Übertragungsschritt der zweiten Ausführungsform wird die Oberfläche des bildweise gehärteten lichtempfindlichen Materials mit einem Bildaufnahmematerial in Kontakt gebracht, um das Farbabdruckbild der gehärteten Fläche zusammen mit der Abziehschicht auf das Bildaufnahmematerial zu übertragen. Der Übertragungsschritt wird durch Druck oder Hitze ausgeführt. Eine weitere Schicht (z. B. eine Unterschicht) außer der (lichtempfindlichen) polymerisierbaren Schicht und der Abziehschicht, kann auf das Bildaufnahmematerial zusammen mit der gehärteten Fläche und der Abziehschicht übertragen werden. Die Bedingungen des Übertragungsschritts, wie Temperatur und Druck bestimmen sich durch die Charakteristika der polymerisierbaren Schicht, der Abziehschicht und des Bildaufnahmematerials. Die Temperatur liegt vorzugsweise im Bereich von 10 bis 200°C und der Druck liegt vorzugsweise im Bereich von 0 bis 200 MPa (0 bis 2000 kg/cm2).
Das Bildaufnahmematerial kann aus einem gestrichenen Papier, einem beschichteten Papier, einem Druckpapier und/oder einer Plastikfolie bestehen. Ein Harzbindemittel, ein Weichmacher, ein oberflächenaktives Mittel oder ein Mattierungsmittel können auf das Papier oder die Folie aufgezogen werden.
Die Komponenten und Elemente des im Bilderzeugungs­ verfahren der vorliegenden Erfindung verwendeten lichtempfindlichen Materials werden nachstehend in größerem Detail beschrieben.
Abziehbare Schicht
Die Abziehschicht ist bei Raumtemperatur nicht klebrig, so daß sie leicht von einem Träger entfernt werden kann. Die Schicht ist gewöhnlich bei erhöhter Temperatur klebrig. Erfindungsgemäß hat die Klebeschicht eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm. Im Fall, daß die Abziehschicht zwei oder mehr Schichten umfaßt, beträgt die Gesamtdicke der Schichten nicht weniger als 1,0 µm. Die Dicke ist vorzugsweise nicht geringer als 1,4 µm.
Die Abziehschicht enthält gewöhnlich ein organisches Polymer als Matrix. Beispiele für organische Polymere schließen einen Polyacrylester, ein Acrylester-Copolymer, einen Polymethacrylester, ein Methacrylester-Copolymer, ein Polyacrylamid, ein Acrylamid-Copolymer, Polyvinylacetat, ein Vinylacetat-Copolymer, Polyvinylchlorid, ein Vinylchlorid-Copolymer, Polyvinylidenchlorid, ein Vinylidenchlorid-Copolymer, Polystyrol, ein Styrol-Copolymer, ein Ethylen-Copolymer (z. B. Ethylen/Vinylacetat-Copolymer, Ethylen/Vinylchlorid- Copolymer, Ethylen/Acrylester-Copolymer, Ethylen/Acrylsäure-Copolymer), ein Polyvinylacetal (z. B. Polyvinylbutyral, Polyvinylformal), einen Polyester, ein Polyamid (z. B. Nylon, ein Nylon-Copolymer), einen natürlichen oder synthetischen Kautschuk (z. B. Kautschukchlorid) und ein Polyolefin ein. Ein Polyvinylacetal und ein Polyamid sind bevorzugt. Ein Polyvinylacetal ist besonders bevorzugt. Zwei oder mehr Polymere können in Kombination verwendet werden.
Das Matrix-Polymer hat vorzugsweise einen Fließerweichungspunkt, der höher ist als die zur Entwicklung des Silberhalogenids erforderliche Erwärmungstemperatur. In der vorliegenden Beschreibung wird der Fließerweichungspunkt bei einem Druck von 10 MPa (100 kg/cm2) und mit einer Temperaturerhöhungsgeschwindigkeit von 6 °C/min unter Verwendung einer Düse von 1 mm ⌀ × 10 m nach einem Hochdruck- (hochchemischen) Fließtestverfahren bestimmt. Die Erwärmungstemperatur liegt im Bereich von 70 bis 200°C.
Wie oben beschrieben wurde, wird ein Polyvinylacetal vorzugsweise als Matrix der Abziehschicht verwendet. Das Polyvinylacetal ist ein denaturierter Polyvinylalkohol. Die denaturierten Polyvinylalkohole werden auf Seiten 81 bis 83 von "Synthetic Polymer III", Shunsuke Murahashi, Minoru Imoto und Hisaya Tani, Asakura-shoten (in japanischer Sprache); und Seiten 281 bis 285 von "Proval", 3. Ausgabe, Kobunshi-kankokai (in japanischer Sprache), beschrieben.
Polyvinylacetal wird durch Acetalisierung des größten Teils der Hydroxylgruppen von Polyvinylalkohol, der ein teilweise verseiftes Polyvinylacetat einschließen kann, synthetisiert. Die Acetalisierung schließt die Ketalisierung ein. Der Begriff "Acetal" wird nämlich in der vorliegenden Beschreibung in einem breiten Sinn verwendet. Demgemäß reagiert ein Aldehyd oder Keton mit Polyvinylalkohol unter Bildung eines Polyvinylacetals.
Das Polyvinylacetal umfaßt im allgemeinen die folgenden drei Copolymerisations-Einheiten:
Die Formel (I) stellt die Grundeinheit des Polyvinylacetals dar.
In Formel (I) ist R1 Wasserstoff, eine Alkylgruppe oder eine Alkenylgruppe. R2 ist eine Alkylgruppe oder eine Alkenylgruppe.
Wenn R1 Wasserstoff ist, bedeutet die Einheit ein Acetal im engeren Sinn. Wenn R1 eine Alkyl- oder eine Alkenylgruppe ist, stellt die Einheit ein Ketal dar. R1 ist vorzugsweise Wasserstoff. Die Alkyl- oder Alkenylgruppe von R1 hat vorzugsweise 1 bis 10 Kohlenstoffatome und besonders bevorzugt 1 bis 6 Kohlenstoffatome. Das Polyvinylacetal enthält vorzugsweise Butyral, d. h. R1 ist vorzugsweise Wasserstoff und R2 vorzugsweise Butyl.
Der Molanteil der Einheit der Formel (I) beträgt vorzugsweise 30 bis 90% und besonders bevorzugt 50 bis 80%.
Die Formel (II) stellt verbleibende Vinylalkohol-Einheiten nach der Herstellung von Polyvinylacetal aus Polyvinylalkohol dar. Der Molanteil der Einheit der Formel (II) beträgt vorzugsweise 10 bis 50% und besonders bevorzugt 20 bis 40%.
Die Formel (III) stellt verbleibende Vinylacetat-Einheiten nach der Herstellung von Polyvinylalkohol aus Polyvinylacetat dar. Der Molanteil der Einheit der Formel (III) beträgt vorzugsweise 0 bis 30% und besonders bevorzugt 0 bis 10%. Der durchschnittliche Polymerisationsgrad des Polyvinylacetals liegt vorzugsweise im Bereich von 100 bis 500.
Polyvinylbutyral ist ein gut bekanntes Polyvinylacetalharz. Polyvinylbutyral wird unter Verwendung von Butyraldehyd synthetisiert. Polyvinylbutyral wird vorzugsweise in der vorliegenden Erfindung verwendet. Außer Butyraldehyd stehen Acetaldehyd, Propionaldehyd und Allylaldehyd zur Verfügung. Der Aldehyd kann eine oder mehrere Substituentengruppen enthalten.
Verschiedene Polyvinylacetalharze, insbesondere Polyvinylbutyralharze, sind im Handel erhältlich. Beispiele für im Handel erhältliche Polyvinylbutyralharze schließen Esrek BL-1, BL-2, BL-3, BL-S, BX-L, BM-1, BM-2, BM-5, BM-S, BH-3, BX-1, BX-2, BX-5, BX-55, BH-S (Sekisui Chemical Co., Ltd.); und Denka Butyral #2000-L, #3000-1, #3000-2, #3000-K, #3000-4, #4000-1, #4000-2, #5000-A, #6000-C (Denki Kagaku Kogyo K.K.) ein. Beispiele für aus Butyraldehyd und Propionaldehyd synthetisierte Polyvinylacetalharze schließen Esrek KS-1 und KS-2 (Sekisui Chemical Co., Ltd.) ein.
Zwei oder mehr Polyvinylacetalharze können in Kombination verwendet werden.
Das Polyvinylacetalharz wird vorzugsweise in einer Menge von mindestens 50 Gew.-% der Gesamtmenge der Abziehschicht zur Bildung der Matrix der Schicht verwendet. Die Abziehschicht enthält vorzugsweise eine Fluorverbindung in einer Menge von nicht weniger als 1 Gew.-%. Beispiele für die Fluorgruppen der Fluorverbindungen werden nachstehend gezeigt:
In den obigen Formeln bedeuten n und m jeweils unabhängig eine natürliche Zahl.
Beispiele für die Fluorverbindungen werden nachstehend gezeigt:
Außerdem steht auch Polyfluoroethylen als Fluorverbindung zur Verfügung.
Die Fluorverbindung hat vorzugsweise eine hydrophile Gruppe außer der Fluorgruppe. Demgemäß wird ein fluorhaltiges oberflächenaktives Mittel vorteilhaft verwendet. Die hydrophile Gruppe kann entweder anionisch, kationisch, amphoter oder nicht-ionisch sein. Das fluorhaltige oberflächenaktive Mittel hat die weitere Funktion der Verbesserung der Überzugsoberfläche der Abziehschicht. Das fluorhaltige oberflächenaktive Mittel befindet sich vorzugsweise an der Grenzfläche zwischen dem Träger und der Abziehschicht zur Verbesserung der Abziehbarkeit der Schicht.
Beispiele für hydrophile Gruppen werden nachstehend gezeigt. Die folgenden Gruppen a1 bis a7 sind anionische Gruppen, c1 bis c6 sind kationische Gruppen und d1 bis d4 sind amphotere Gruppen.
In den obigen Formeln bedeuten R1, R2 und R3 jeweils unabhängig eine Alkylgruppe oder eine Acylgruppe und n ist eine natürliche Zahl.
Beispiele für nicht-ionische Gruppen schließen Hydroxyl, Keton und Carbonyl ein.
Beispiele für fluorhaltige oberflächenaktive Mittel mit einer Fluorgruppe und einer hydrophilen Gruppe werden nachstehend gezeigt:
In den obigen Formeln ist n 1, 2 oder 3. Ein weiteres Fluoroligomer oder -polymer mit einer oberflächenaktiven Funktion kann ebenfalls in der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Das Oligomer oder Polymer kann durch Acrylierung von Polyfluoralkylalkohol, der aus Polyfluorethylen hergestellt wird, synthetisiert werden.
Verschiedene Fluorverbindungen sind im Handel erhältlich. Beispiele von im Handel erhältlichen Produkten schließen ein: FC-93, FC-95, FC-98, FC-128, FC-129, FC-135, FX-161, FC-134, FC-170, FC-171, FC-176, FC-430, FC-431, FX-3325, FC-725, FC-721 (Sumitomo 3M Co., Ltd.); Megafac F-110, F-113, F-120, F-141, F-142, F-143, F-144, F-150, F-528, F-171, F-173, F-176, F-177P, F-183, F-184, F-810, F-812, F-824, F-833 (Dai Nippon Printing Co., Ltd.); Defensa MCF-300, MCF-312, MCF-323 (Dai Nippon Printing Co., Ltd.); Surflone 5-111, 5-112, 5-113, F-121, F-131, F-141, F-145, SC-105, SC-10l, SC-381, SC-382 (Asahi Glass Co., Ltd.); Modiber F-100, F-102, F-110, F-120, F-130, F-140, F-150, F-200, F-210, F-220, F-250, F-260, F-300, F-310, F-320, F-500, F-600, F-800, F-820, F-840 (Nippon Oils & Fats Co., Ltd.); Aron GF-300, GF-150 (Toagosei Chemical Industry Co., Ltd.); und Futargent 100, 110, 150, 250, 251, 300, 4005 (Neos Co., Ltd.).
Die Fluorverbindung kann in der Überzugslösung der Abziehschicht gelöst oder dispergiert werden. Die Abziehschicht, die die Fluorverbindung enthält, kann durch Überziehen und Trocknen der Lösung auf einem Träger hergestellt werden.
Die Menge der Fluorverbindung ist nicht kleiner als 1 Gew.-% und liegt vorzugsweise im Bereich von 2 bis 10 Gew.-%. Die Abziehschicht kann wahlweise andere Zusatzstoffe enthalten, wie beispielsweise ein oberflächenaktives Mittel, ein Formablösemittel, einen Modifikator oder ein Klebemittel.
Träger
Es bestehen keine besonderen Beschränkung bezüglich des Trägers des lichtempfindlichen Materials. Beispiele für Trägersubstanzen schließen Polyethylenterephthalat, Polypropylen, Polyethylen, Polyvinylchlorid, Polystyrol, Polycarbonat und Cellulosetriacetat ein. Ein Material, wie beispielsweise Aluminium, kann auf den Polymerfilm zur Herstellung des Trägers aufgedampft werden. Die Oberfläche des Trägers kann behandelt werden, beispielsweise mit einem Mattierungsmittel. Der Träger hat vorzugsweise eine Dicke von 50 bis 300 µm und besonders bevorzugt von 70 bis 150 µm.
Silberhalogenid
Silberhalogenid ist Silberchlorid, Silberbromid, Silberiodid, Silberchlorbromid, Silberchloriodid, Silberiodbromid oder Silberchloriodbromid in Form von Körnern.
Verschiedene Kristallformen von Silberhalogenid- Körnern stehen zur Verfügung. Beispiele für Körner schließen die reguläre Kristallform, wie die hexaedrische, octaedrische oder tetradecaedrische, eine unregelmäßige Form, wie die sphärische oder röhrenförmige Form, eine Form mit Kristalldefekten, wie z. B. Zwillingsebenen, und Mischformen ein.
Die Silberhalogenid-Körnchen können extrem kleine Körnchen mit einem Korndurchmesser (Durchmesser der projizierten Fläche) von weniger als 0,01 µm sein oder können relativ große Körnchen mit einem Durchmesser von mehr als 10 µm sein. Die Silberhalogenid-Emulsion kann eine polydisperse oder monodisperse Emulsion sein. Die monodisperse Emulsion ist beschrieben in den US-PSen 3 574 628 und 3 655 394 und der GB-PS 1 413 748.
Eine röhrenartige Silberhalogenid-Emulsion mit einem Längenverhältnis von nicht weniger als 5 ist ebenfalls erhältlich. Die röhrenförmigen Silberhalogenid-Körner können leicht nach Verfahren hergestellt werden, die beschrieben sind in Gutoff, "Photographic Science and Engineering", Bd. 14, Seiten 248 bis 257 (1970), US-PSen 4 434 226, 4 414 310, 4 433 048 und 4 439 520 und der GB-PS 2 112 157.
Bezüglich der Kristallstruktur der Silberhalogenid-Körner können die individuellen Körner eine homogene Halogen- Zusammensetzung oder eine heterogene Halogen- Zusammensetzung, bei der die Zusammensetzung von der äußeren Oberfläche her zum Inneren hin variiert, haben. Die Körner können eine Multischichtstruktur haben. Weiterhin können die Silberhalogenid-Körner mit anderen Silberhalogenid-Körnern einer verschiedenen Halogen- Zusammensetzung durch epitaxiale Bindung gebunden sein. Die Körner können an anderen Verbindungen außer Silberhalogenid gebunden sein, wie beispielsweise an Silberrhodanat und Bleioxid.
Verschiedene Substanzen in Form eines Salzes können zum Silberhalogenid nach herkömmlichen Verfahren während der Kornbildung oder nach der Kornbildung zugegeben werden. Beispiele dieser Substanzen schließen Kupfer, Thallium, Blei, Kalium, Zink, ein Chalkogen, wie Schwefel, Selen und Tellur, Gold und ein Gruppe(III)-Edelmetall, wie Rhodium, Iridium, Eisen, Platin und Palladium, ein. Das herkömmliche Verfahren ist beschrieben in den US-PSen 1 195 432, 1 191 933, 2 448 060, 2 628 167, 2 950 972, 3 488 709, 3 737 313, 3 772 031, 4 269 927 und "Research Disclosure" (RD) Nr. 13 452 (Juni 1975).
Im Fall, daß das lichtempfindliche Material in kurzer Zeit und mit hoher Lichtstärke belichtet wird, werden dem Silberhalogenid vorzugsweise Iridiumionen in einer Menge von 10-8bis 10-3 Mol und besonders bevorzugt in einer Menge von 10-4 bis 10-5 Mol, bezogen auf 1 Mol Silberhalogenid, zugegeben.
Zwei oder mehrere Arten von Silberhalogenid-Körnern, die in der Halogen-Zusammensetzung, Kristallform, Korngröße oder anderen Merkmalen voneinander abweichen, können in Kombination verwendet werden.
Das Silberhalogenid wird vorzugsweise in Form einer Emulsion verwendet. Die Silberhalogenid-Emulsion kann nach einem bekannten Verfahren hergestellt werden, das in "Research Disclosure" Nr. 17 643, Seiten 22 bis 23 (Dezember 1978) (Emulsion preparation and types); und "Research Disclosure, Nr. 18 716, Seite 648 (November 1979) beschrieben ist.
Die Silberhalogenid-Emulsion wird im allgemeinen verwendet, nachdem sie einer physikalischen Reifung, chemischen Reifung und spektralen Sensibilisierung unterworfen wurde. Verschiedene Zusatzstoffe werden in diesen Stadien verwendet. Die Zusatzstoffe sind beschrieben in "Research Disclosure" Nrn. 17 643 und 18 716. Die chemischen Sensibilisierungsmittel sind beschrieben in Nr. 17 643 (Seite 23) und Nr. 18 716 (Seite 648, rechte Seite). Die spektralen Sensibilisierungsmittel sind beschrieben in Nr. 17 643 (Seiten 23 bis 24) und Nr. 18 716 (Seite 648, rechte Seite). Das Supersensibilisierungsmittel ist beschrieben in Nr. 18 716 (Seite 649, rechte Seite). Andere Zusatzstoffe sind ebenfalls in "Research Disclosure" beschrieben. Beispielsweise ist ein empfindlichkeitserhöhendes Mittel beschrieben in Nr. 18 716 (Seite 648, rechte Seite) und ein Anti-Schleiermittel und ein Stabilisator sind in Nr. 17 643 (Seiten 24 bis 25) bzw. Nr. 18 716 (Seite 649, rechte Seite) beschrieben.
Vorzugsweise werden Silberhalogenid-Körner mit einem relativ niedrigen Schleierwert verwendet. Die Silberhalogenid-Emulsion ist normalerweise vom negativen Typ. Eine Umkehr-Silberhalogenid-Emulsion, die direkt ein positives Bild erzeugt, steht ebenfalls zur Verfügung.
Reduktionsmittel
Das Reduktionsmittel hat die Funktion der Reduktion des Silberhalogenids oder eine Funktion der Beschleunigung (oder Inhibierung) der Polymerisation der polymerisierbaren Verbindung oder des vernetzbaren Polymers. Es gibt verschiedene bekannte Reduktionsmittel, die diese Funktionen haben. Beispiele für Reduktionsmittel schließen Hydrochinone, Catechole, p-Aminophenole, p-Phenylendiamine, 3-Pyrazolidone, 3-Aminopyrazole, 4-Amino-5-pyrazolone, 5-Aminouracile, 4,5-Dihydroxy-6- aminopyrimidine, Reductone, Aminoreductone, o- oder p-Sulfonamidophenole, o- oder p-Sulfonamidonaphthole, 2,4-Disulfonamidphenole, 2,4-Disulfonamidnaphthole, o- oder p-Acylaminophenole, 2-Sulfonamidindanone, 4-Sulfonamido-5-pyrazolone, 3-Sulfonamidoindole, Sulfonamidopyrazolobenzimidazole, Sulfonamidopyrazolotriazole, α-Sulfonamidoketone und Hydrazine ein.
Durch Anpassung der Art oder Menge der obigen Reduktionsmittel kann die polymerisierbare Verbindung in dem Teil polymerisiert werden, in dem ein latentes Silberhalogenidbild gebildet wurde oder, in der Alternative, in dem Teil, in dem kein latentes Silberhalogenidbild gebildet wurde. Beispielsweise kann das folgende System (A), (B) oder (C) eingesetzt werden.
  • A) Wenn das Reduktionsmittel Silberhalogenid entwickelt, wird das Reduktionsmittel selbst unter Bildung eines Oxidationsprodukts oxidiert. Das Oxidationsprodukt wird in der Schicht unter Bildung eines Radikals zersetzt. So läuft eine Polymerisationsreaktion in dem Bereich ab, in dem das latente Silberhalogenidbild erzeugt wurde. In diesem System werden Hydrazine als Reduktionsmittel alleine oder in Kombination mit anderen Reduktionsmitteln verwendet.
  • B) Im Fall, daß das Oxidationsprodukt die Wirkung der Inhibierung der Polymerisation hat, wird die Polymerisation in dem Bereich inhibiert, in dem das Silberhalogenid-Latentbild erzeugt wurde. Die Polymerisation wird durch einen Polymerisationsinitiator in dem Bereich herbeigeführt, in dem das Silberhalogenid- Latentbild nicht erzeugt wurde. In diesem System werden vorzugsweise 1-Phenyl-3-pyrazolidone als Reduktionsmittel verwendet.
  • C) Im Fall, daß das Reduktionsmittel selbst die Funktion der Inhibierung der Polymerisation hat und das Oxidationsprodukt keine oder nur eine schwache inhibierende Funktion hat, wird die Polymerisation in dem Bereich inhibiert, in dem das Silberhalogenid-Latentbild nicht erzeugt wurde. Die Polymerisation wird durch einen Polymerisationsinitiator in dem Bereich herbeigeführt, in dem das Silberhalogenid-Latentbild erzeugt wurde. In diesem System werden vorzugsweise Hydrochinone als Reduktionsmittel verwendet.
In den Systemen (B) und (C) ist ein Polymerisationsinitiator (ein thermischer Polymerisationsinitiator oder ein Photopolymerisationsinitiator) in einer Schicht des lichtempfindlichen Materials enthalten. Die Systeme (B) und (C) sind in US-PS 4 649 098 und der europäischen Patentveröffentlichung Nr. 0 202 490 beschrieben.
Die Reduktionsmittel (einschließlich Verbindungen, die als Entwicklungsmittel oder Hydrazinderivate bezeichnet werden) sind beschrieben in den japanischen vorläufigen Patentveröffentlichungen Nrn. 61(1986)-183640, 61(1986)-183535, 61(1986)-228441, 62(1987)-70836, 61(1987)-86354, 62(1987)-86355, 62(1987)-206540, 62(1987)-264041, 62(1987)-109437 und 63(1988)-254442 und den japanischen Patentanmeldungen 63(1988)-97379, 63(1988)-296774, 63(1988)-296775, 1(1989)-27175, 1(1989)-54101 und 1(1989)-91162. Die Reduktionsmittel sind auch beschrieben in T. James, "The Theory of the Photographic Process", 4. Auflage, Seiten 291 bis 334 (1977), "Research DisclQsurell, Bd. 170, Nr. 17029, Seiten 9 bis 15 (Juni 1978) und "Research Disclosure", Bd. 176, Nr. 17643, Seiten 22 bis 31 (Dezember 1978). Außerdem kann ein Vorläufer eines Reduktionsmittels, der in der Lage ist, ein Reduktionsmittel unter Erwärmen oder in Kontakt mit einer Base freizusetzen, ebenfalls eingesetzt werden. Auch im lichtempfindlichen Material können verschiedene Reduktionsmittel und Vorläufer von Reduktionsmitteln, die in den obigen Veröffentlichungen, Anmeldungen und Literaturstellen beschrieben sind, effizient verwendet werden. Somit schließt der Begriff "das Reduktionsmittel" in der vorliegenden Beschreibung alle Reduktionsmittel und Vorläufer von Reduktionsmitteln, die in den obigen Veröffentlichungen beschrieben sind, ein.
Wenn das Reduktionsmittel basisch ist, d. h. wenn es ein Salz mit einer Säure bildet, kann das Reduktionsmittel in Form eines Salzes mit einer Säure verwendet werden. Die Reduktionsmittel können einzeln oder in Kombination verwendet werden. In dem Fall, daß zwei oder mehr Reduktionsmittel in Kombination verwendet werden, können gewisse Wechselwirkungen zwischen diesen Reduktionsmitteln erwartet werden. Eine der Wechselwirkungen dient zur Beschleunigung der Reduktion des Silberhalogenids (oder eines organischen Silbersalzes) durch sogenannte Superadditivität. Die andere Wechselwirkung dient zu einer Kettenreaktion, in der ein Oxidationsreagens eines Reduktionsmittels, das durch Reduktion von Silberhalogenid (oder eines organischen Silbersalzes) gebildet wurde, die Polymerisation der polymerisierbaren Verbindung durch Redoxreaktion mit einem anderen Reduktionsmittel induziert oder inhibiert. Beide Wechselwirkungen können gleichzeitig auftreten. Somit ist es schwierig zu bestimmen, welche der Wechselwirkungen bei der praktischen Verwendung aufgetreten ist.
Das Reduktionsmittel wird in einer Menge von 0,1 bis 10 Mol, vorzugsweise 0,5 bis 5 Mol, bezogen auf 1 Mol Silberhalogenid, verwendet. Beispiele für Reduktionsmittel werden nachstehend angegeben:
Polymerisierbare Verbindung und vernetzbares Polymer
Die in der vorliegenden Erfindung verwendete polymerisierbare Verbindung enthält eine ethylenisch ungesättigte Gruppe. Beispiele für Verbindungen mit einer ethylenisch ungesättigten Gruppe schließen Acrylsäuren, Salze der Acrylsäuren, Acrylester, Acrylamide, Methacrylsäuren, Salze der Methacrylsäuren, Methacrylester, Methacrylamide, Maleinsäureanhydrid, Maleinsäureester, Itaconsäureester, Styrole, Vinylether, Vinylester, N-Vinyl-heterocyclische Verbindungen, Allylether, Allylester und deren Derivate ein.
Acrylester und Methacrylester sind bevorzugt.
Beispiele für Acrylester schließen n-Butylacrylat, Cyclohexylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, Benzylacrylat, Furfurylacrylat, Ethoxyethoxyethylacrylat, Tricyclodecanyloxyacrylat, Nonylphenyloxyethylacrylat, 1,3 -Dioxolanacrylat, Hexandioldiacrylat, Butandioldiacrylat, Neopentylglykoldiacrylat, Trimethylolpropantriacrylat, Tricyclodecandimethyloldiacrylat, Pentaerythritoltetraacrylat, Dipentaerythritolpentaacrylat, Dipentaerythritolhexaacrylat, Diacrylat von polyoxyethyliertem Bisphenol A, 2-(2-Hydroxy-1, 1- dimethylethyl)-5-hydroxymethyl-5-ethyl-1,3- dioxandiacrylat, 2-(2-Hydroxy-1,1-dimethylethyl)-5,5- dihydroxymethyl-1,3-dioxantriacrylat, ein Triacrylat des Propylenoxid-Additionsprodukts von Trimethylolpropan, ein Polyacrylat von Hydroxypolyether, Polyesteracrylat und Polyurethanacrylat ein.
Beispiele für Methacrylester schließen Methylmethacrylat, Butylmethacrylat, Ethylenglykoldimethacrylat, Butandioldimethacrylat, Neopentylglykoldimethacrylat, Trimethylolpropantrimethacrylat, Pentaerythritoltrimethacrylat, Pentaerythritoltetramethacrylat und Dimethacrylat von polyoxyalkenyliertem Bisphenol A ein.
Die polymerisierbare Verbindung ist im Handel erhältlich. Beispiele für im Handel erhältliche Verbindungen schließen Alonix M-309, M-310, M-315, M-400, M-6100, M-8030, M-8100 (Handelsnamen, alle erhältlich von Toa Gosei Kagaku Kogyo Co., Ltd.) und Kayrad HX-620, R-551, TMPTA, D-330, DPHA, DPCA-60, R604, R684 (Handelsname, alle erhältlich von Nippon Kayaku Co., Ltd.) ein.
Das in der vorliegenden Erfindung verwendete vernetzbare Polymer hat eine funktionelle Gruppe, die mit einem Radikal reagieren kann. Dieses Polymer kann ein Homopolymer oder ein Copolymer mit einem Monomer sein, das keine reaktive Gruppe aufweist. Beispiele des Polymers schließen ein Polymer mit einer Doppelbindung (eine ethylenische oder eine andere ungesättigte Bindung) in seinem Molekül, ein Polymer mit einer Polyoxyalkylen- Einheit in seinem Molekül und ein Polymer mit einem Halogenatom in seinem Molekül ein. Ein Polymer, das ein Polymerradikal durch Dehalogenierung oder Dehydrierung bildet, steht ebenfalls als vernetzbares Polymer zur Verfügung. Weiterhin können zwei Polymerradikale miteinander durch eine Vernetzungsreaktion gekoppelt werden. Außerdem kann ein Polymer durch Reaktion mit einer ethylenisch ungesättigten polymerisierbaren Verbindung vernetzt werden.
Die reaktive funktionelle Gruppe ist in der Seitenkette oder der Hauptkette enthalten. Die funktionelle Gruppe kann in die Seitenkette durch eine Polymerreaktion des Polymeren eingeführt werden. Die funktionelle Gruppe kann auch in die Seitenkette durch Polymerisation von Monomeren, die die Gruppe enthalten, eingeführt werden. Beispiele für Grundeinheiten der Polymere mit einer funktionellen Gruppe in ihrer Seitenkette werden nachstehend gezeigt:
Die anderen Beispiele von Polymeren schließen einen synthetischen Kautschuk (z. B. Polybutadien, Polyisopren, Styrol-Isopren-Copolymer, Styrol-Butadien-Acrylonitril- Copolymer), einen natürlichen Kautschuk, Polyethylenoxid, Polypropylenoxid, Polyvinylchlorid (einschließlich seiner Copolymere), Polyvinylidenchlorid (einschließlich seiner Copolymere), Polyvinylacetat (einschließlich seiner Copolymere), chloriertes Polyethylen, Polyvinylbutyral, Methylcellulose, Ethylcellulose und Butylcellulose ein.
Das vernetzbare Polymer ist auf den Seiten 147 bis 192 in "Polymer Reaction" (herausgegeben von Polymer Society in Japan, Kyoritsu Shuppan, 1978) beschrieben.
In dem Fall, daß eine alkalische Lösung verwendet wird, um die ungehärtete Fläche zu entfernen, enthält das vernetzbare Polymer vorzugsweise eine saure funktionelle Gruppe in seinem Molekül. Beispiele für saure funktionelle Gruppen schließen Carboxylgruppen, Säureanhydridgruppen, phenolische Hydroxylgruppen, Sulfo-, Sulfonamido- und Sulfonimidogruppen ein. In dem Fall, daß ein Bindemittel der Schicht ein Polymer ist, das durch Additionsreaktion hergestellt wurde, kann das vernetzbare Polymer ein Copolymer aus einem Monomer, das eine vernetzbare Gruppe enthält mit einem Monomer, das eine saure Gruppe enthält, sein. Beispiele für Monomere schließen Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure, Maleinsäure, Phthalsäure, Maleinsäureanhydrid, p-Carboxystyrol, p-Hydroxystyrol, p-Hydroxyphenylacrylamid, Hydroxyethylmethacrylat, Hydroxyethylmethacrylamid und p-Vinylbenzolsulfonsäure ein.
Die polymerisierbare Verbindung und das vernetzbare Polymer kann einzeln oder in Kombination von zwei oder mehreren Verbindungen oder Polymeren verwendet werden. Weiterhin kann eine Verbindung, die durch Bindung einer polymerisierbaren funktionellen Gruppe, wie beispielsweise einer Vinylgruppe oder Vinylidengruppe, an die chemische Struktur eines Reduktionsmittels oder einer Farbsubstanz gebildet wird, ebenfalls als polymerisierbare Verbindung verwendet werden. Ein lichtempfindliches Material unter Verwendung einer Verbindung, die sowohl als Reduktionsmittel wie auch als polymerisierbare Verbindung oder sowohl als Farbstoff wie auch polymerisierbare Verbindung dient, kann ebenfalls in die Ausführungsformen des lichtempfindlichen Materials eingeschlossen sein.
Die Menge an polymerisierbarer Verbindung und vernetzbarem Polymer, die in der polymerisierbaren Schicht enthalten ist, liegt vorzugsweise im Bereich von 3 bis 90 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 15 bis 60 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der polymerisierbaren Schicht.
Base und Basenvorläufer
Das lichtempfindliche Material kann eine Base oder einen Basenvorläufer enthalten. Die Base oder der Vorläufer der Base wird vorzugsweise im Hitzeentwicklungsprozeß verwendet. Verschiedene organische oder anorganische Basen und deren Vorläufer (z. B. vom Decarboxylierungs-Typ, thermischen Zersetzungs-Typ, Reaktions-Typ und Komplexsalzbildungs-Typ) stehen zur Verfügung.
Anorganische Basen sind in der vorläufigen japanischen Patentveröffentlichung Nr. 62(1987)-209448 beschrieben. Beispiele für organische Basen schließen tertiäre Amin- Verbindungen (beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 62(1987)-170954), Bisamidin- Verbindungen, Trisamidin-Verbindungen oder Tetraamidin- Verbindungen (beschrieben in der vorläufigen japanischen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-316760) und Bisguanidin-Verbindungen und Trisguanidin-Verbindungen oder Tetraguanidin-Verbindungen (beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 64(1989)-68746) ein. In der vorliegenden Erfindung ist eine Base mit einem pKa-Wert von nicht weniger als 7 bevorzugt.
In der vorliegenden Erfindung ist ein Basenvorläufer gegenüber einer Base unter dem Gesichtspunkt der Lagerstabilität des lichtempfindlichen Materials bevorzugt.
Bevorzugte Beispiele von Basenvorläufern schließen Salze von organischen Säuren mit Basen, die unter Erwärmung decarboxylieren, und Harnstoff-Verbindungen, die Basen unter Erwärmung freisetzen, ein. Beispiele für die Reaktionsmechanismen des Basenvorläufers schließen eine Reaktion zwischen dem Basenvorläufer und einem Salz, das Anionen enthält, die eine höhere Kompatibilität mit Übergangsmetallacetyliden oder Übergangsmetallionen als das Acetylidanion haben, und eine Reaktion des Einbringens in Wasser sowohl einer basischen metallischen Verbindung, die in Wasser kaum gelöst wird, wie auch einer Verbindung, die in der Lage ist, mit Metallionen der basischen metallischen Verbindung in einem wäßrigen Medium unter Bildung eines Komplexsalzes zu reagieren, so daß die Base durch eine Reaktion zwischen diesen zwei Verbindungen in Gegenwart von Wasser freigesetzt wird.
Der Basenvorläufer setzt vorzugsweise eine Base bei einer Temperatur im Bereich von 50 bis 200°C und besonders bevorzugt im Bereich von 80 bis 160°C frei.
Das lichtempfindliche Material, das eine Base oder einen Basenvorläufer einsetzt, ist in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 62(1987)-264041 beschrieben. Ein lichtempfindliches Material, das ein tertiäres Amin als Base einsetzt, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 62(1987)-170954. Ein lichtempfindliches Material, das disperse Körner einer hydrophoben organischen Basen- Verbindung mit einem Schmelzpunkt von 80 bis 180°C einsetzt, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 62(1987)-209523. Ein lichtempfindliches Material, das ein Guanidinderivat mit einer Löslichkeit von nicht mehr als 0,1% einsetzt, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-70845. Ein lichtempfindliches Material, das Hydroxide oder Salze von Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen einsetzt, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 62(1987)-209448.
Ein lichtempfindliches Material, das Acetylid-Verbindungen als Basenvorläufer einsetzt, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-24242. Ein lichtempfindliches Material, das ein Salz der Propiolsäure als Basenvorläufer einsetzt und weiterhin Silber, Kupfer, eine Silber-Verbindung oder eine Kupfer-Verbindung als Katalysator der Basen- Herstellungsreaktion enthält, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-46446. Ein lichtempfindliches Material, das die Salze von Propiolsäure unter der Bedingung enthält, daß sie von Silber, Kupfer, Silber-Verbindungen oder Kupfer- Verbindungen getrennt sind, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen. Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-81338. Ein lichtempfindliches Material, das freie Liganden zusätzlich zu den Salzen der Propiolsäure und dem Silber, Kupfer, der Silber- oder Kupfer-Verbindung enthält, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-97942. Ein lichtempfindliches Material, das Salze der Propiolsäure als Basenvorläufer einsetzt und weiterhin hitzeschmelzbare Substanzen als Beschleuniger der Basen- Herstellungsreaktion enthält, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-46447. Ein lichtempfindliches Material, das ein Salz von Sulfonylacetat als Basenvorläufer einsetzt und weiterhin eine hitzeschmelzbare Verbindung als Beschleuniger zur Basenerzeugung enthält, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-48453. Ein lichtempfindliches Material, das Verbindungen einsetzt, in denen Isocyanat oder Isothiocyanat an eine organische Base gebunden ist, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-96652. Ein lichtempfindliches Material, das ein keimbildendes Mittel als Zersetzungsbeschleuniger der obigen Verbindung enthält, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 63(1988)-173039.
Ein lichtempfindliches Material, das als Basenvorläufer ein Bisamidin- oder Trisamidinsalz einer Carbonsäure einsetzt, das decarboxyliert werden kann, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 64(1989)-9441. Ein lichtempfindliches Material, das als Basenvorläufer ein Bisguanidin- oder Trisguanidinsalz einer Carbonsäure einsetzt, das decarboxyliert werden kann, ist beschrieben in der japanischen vorläufigen Patentveröffentlichung Nr. 64(1989)-68749.
Die Base oder der Basenvorläufer kann in einer Menge von vorzugsweise 0,05 bis 50 Mol und besonders bevorzugt 1 bis 20 Mol, bezogen auf 1 Mol Silberhalogenid, verwendet werden.
Färbemittel
In der zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist im lichtempfindlichen Material ein Färbemittel (colorant) enthalten. Das Färbemittel hat die Funktion der Bildung eines sichtbaren (für das menschliche Auge) Farbbildes (z. B. eines Farbprüfbildes). Es besteht keine spezielle Beschränkung beim Färbemittel, vorausgesetzt, daß das Färbemittel nicht die Härtungsreaktion der polymerisierbaren Verbindung oder des vernetzbaren Polymers, die Empfindlichkeit des Silberhalogenids oder die Entwicklungsreaktion deutlich hemmt. Verschiedene bekannte Pigmente und Farbstoffe stehen zur Verfügung.
Die Pigmente sind im Handel erhältlich. Weiterhin sind Pigmente in verschiedenen Veröffentlichungen beschrieben, wie beispielsweise in "Handbook of Color Index", "New Handbook of Pigments" (Nippon Ganryo Gÿutsu Kyokai (Herausgeber), 1977), "New Applied Technique of Pigments" (CMC Publishing 1986) und "Technique of Printing Ink" (CMC Publishing, 1984).
Beispiele von Pigmenten schließen Rußpigmente, gelbe Pigmente, orange Pigmente, braune Pigmente, rote Pigmente, violette Pigmente, blaue Pigmente, grüne Pigmente, fluoreszierende Pigmente, Metallpulverpigmente und Polymerpigmente ein. Konkrete Beispiele von Pigmenten schließen unlösliche Azopigmente, Azolackpigmente, Kondensations-Azopigmente, Chelat-Azopigmente, Phthalocyaninpigmente, Anthrachinonpigmente, Perylenpigmente, Perynonpigmente, Thioindigopigmente, Chinacridonpigmente, Dioxadinpigmente, Isoindolinonpigmente, Chinophthalonpigmente, farbstoffartige Lackpigmente, Azinpigmente, Nitrosopigmente, Nitropigmente, natürliche Pigmente, fluoreszierende Pigmente und anorganische Pigmente ein.
Das Pigment kann per se verwendet werden oder kann verwendet werden, nachdem es einer Oberflächenbehandlung unterworfen wurde. Als Oberflächenbehandlung kann ein Verfahren des Überziehens der Oberfläche des Pigments mit einem Harz oder Wachs, ein Verfahren der Abscheidung eines oberflächenaktiven Mittels darauf, oder ein Verfahren der Bindung einer reaktiven Substanz (z. B. eines Silan- Kupplungsmittels, einer Oxyverbindung oder eines Polyisocyanats) an die Oberfläche des Pigments eingesetzt werden. Diese Verfahren sind beispielsweise beschrieben in "Nature and Application of Metal Soap" (Saiwai Shobo), "Technique of Printing Ink" (CMC Publishing, 1984) und "New Applied Technique of Pigments" (CMC Publishing, 1986).
Die Partikelgröße des Pigments liegt vorzugsweise im Bereich von 0,01 bis 10 µm, besonders bevorzugt im Bereich von 0,05 bis 1 µm.
Das Pigment kann in die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht (oder die polymerisierbare Schicht) eingeführt werden, indem man es in eine Beschichtungslösung zur Bildung der Schicht zugibt oder darin dispergiert. Zur Dispergierung des Pigments in der Überzugslösung können verschiedene Dispergiertechniken, die gewöhnlich zur Herstellung von Tinten oder Tonern verwendet werden, eingesetzt werden. Als Dispergiervorrichtung kann eine Sandmühle, ein Attritor, eine Perlmühle, eine Supermühle, eine Kugelmühle, ein Rührer, ein Dispergator, eine KD-Mühle, eine Kugelmühle, ein Dynatron, eine Dreiwalzenmühle und ein Preßkneter verwendet werden. Details dieser Geräte sind beschrieben in "New Applied Technique of Pigments" (CMC Publishing, 1986).
Farbstoffe stehen ebenfalls als Färbemittel zur Verfügung. Als Farbstoff, d. h. als ein Material, das selbst farbig ist, können solche verwendet werden, die im Handel erhältlich sind und in verschiedenen Veröffentlichungen beschrieben sind (z. B. "Handbook of Dyes", Yuki Kagaku Kyokai (Herausgeber), 1970). Konkrete Beispiele für Farbstoffe schließen Azofarbstoffe, Metallkomplexsalz- Azofarbstoffe, Pyrazolon-Azofarbstoffe, Anthrachinon- Farbstoffe, Chinonimin-Farbstoffe und Methin-Farbstoffe ein.
Die Obergrenze der Menge des Färbemittels wird mit der Maßgabe bestimmt, daß das Färbemittel nicht die Härtungsreaktion, die Empfindlichkeit des Silberhalogenids oder die Entwicklungsreaktion deutlich hemmt. Die Menge wird vorzugsweise so bestimmt, daß die optische Dichte des erzeugten Bildes analog der des gedruckten Gegenstands ist. Die Farbdichte hängt von der Natur des jeweiligen Pigments oder Farbstoffs ab. Die Menge liegt gewöhnlich im Bereich von 0,01 bis 2 g/m2, und besonders bevorzugt im Bereich von 0,02 bis 1 g/m2.
Zwei oder mehr Färbemittel können in Kombination verwendet werden. Der Farbton (Absorptionsspektrum) des Färbemittels ist vorzugsweise analog dem der Drucktinte. In der vorliegenden Erfindung wird ein Pigment im Vergleich zum Farbstoff bevorzugt, da die Drucktinte gewöhnlich ein Pigment enthält.
Bindemittel der polymerisierbaren Schicht
Ein Bindemittel kann zur polymerisierbaren Schicht des lichtempfindlichen Multischichtmaterials zur Erhöhung der Festigkeit der Schicht zugegeben werden. Das Bindemittel setzt vorzugsweise die Löslichkeit des ungehärteten Bereichs der polymerisierbaren Schicht im Lösungsmittel nicht herab. Das Bindemittel erhöht auch vorzugsweise nicht die Löslichkeit der gehärteten Fläche im Lösungsmittel. Verschiedene natürliche oder synthetische Polymere stehen als Bindemittel zur Verfügung. Das synthetische Polymer kann durch Additionsreaktion (eines Vinylmonomeren) oder durch Kondensationsreaktion gebildet werden. Beispiele für synthetische Polymere schließen Vinylpolymere (z. B. Polystyrol, Polyacrylat, Polymethacrylat), Polyester, Polyamide, Polyurethane, Polyester-Polyamide und Copolymere davon ein.
Im Fall, daß eine alkalische Lösung zur Entfernung der ungehärteten Fläche verwendet wird, enthält das Bindemittel vorzugsweise eine saure funktionelle Gruppe in seinem Molekül. Beispiele für saure funktionelle Gruppen schließen Carboxylgruppen, Säureanhydridgruppen, phenolische Hydroxylgruppen, Sulfo-, Sulfonamido- und Sulfonimidogruppen ein. In dem Fall, daß das Bindemittel ein durch eine Additionsreaktion hergestelltes Polymer ist, kann das Bindemittel ein Copolymer aus einem Polymer mit einer vernetzbaren Gruppe mit einem Monomer, das eine saure Gruppe enthält, sein. Beispiele für Monomere schließen Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure, Maleinsäure, Phthalsäure, Maleinsäureanhydrid, p-Carboxystyrol, p-Hydroxystyrol, p-Hydroxyphenylacrylamid, Hydroxyethylmethacrylat, Hydroxyethylmethacrylamid und p-Vinylbenzolsulfonsäure ein.
Es besteht keine spezielle Beschränkung bei der Menge des Bindemittels, solange das Bindemittel nicht die Härtungsreaktionen der polymerisierbaren Schicht inhibiert. Die Menge liegt gewöhnlich im Bereich von 0 bis 80 Gew.-%, und vorzugsweise im Bereich von 0 bis 79 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der polymerisierbaren Schicht.
Polymerisationsinhibitor
Ein Polymerisationsinhibitor kann zur polymerisierbaren Schicht zugesetzt werden, um die Dunkelreaktion zu verhindern. Verschiedene bekannte Polymerisationsinhibitoren stehen zur Verfügung. Beispiele für Polymerisationsinhibitoren schließen ein Nitrosamin, einen Thioharnstoff, ein Thioamid, eine Harnstoff- Verbindung, ein Phenolderivat, ein Nitrobenzolderivat und ein Amin ein. Konkrete Beispiele schließen das Al-Salz von Cupferron, N-Nitrosodiphenylamin, Allylthioharnstoff, ein Arylphosphat, p-Toluidin, Φ-Toluchinon, Nitrobenzol, Pyridin, Phenathiazin, β-Naphthol, Naphthylamin, t-Butylcatechol, Phenothiazin, Chloranil, p-Methoxyphenol, Pyrogallol, Hydrochinon und ein Alkyl- oder Aryl­ substituiertes Hydrochinon ein.
Organisches Metallsalz
Ein organisches Metallsalz kann zur lichtempfindlichen silberhalogenidhaltigen Schicht zugesetzt werden. Das organische Metallsalz betrifft eine Redoxreaktion bei der Hitzeentwicklung, bei der das Silberhalogenid-Latentbild als Katalysator fungiert. Man vermutet, daß das organische Metallsalz die Funktion der Beschleunigung der Redoxreaktion hat. Das organische Silbersalz ist in den japanischen vorläufigen Patentveröffentlichungen Nrn. 59(1984)-55429 und 62(1987)-3246 beschrieben.
Das Metall der organischen Säure ist vorzugsweise Silber. Die organische Einheit des Salzes ist vorzugsweise eine aliphatische Carbonsäure, eine aromatische Carbonsäure, eine Thiocarbonyl-Verbindung mit einer Mercaptogruppe oder einem α-Wasserstoff, eine Acetylen-Verbindung und eine Imino-Verbindung.
Beispiele für aliphatische Carbonsäuren schließen Essigsäure, Buttersäure, Bernsteinsäure, Sebacinsäure, Adipinsäure, Ölsäure, Linolsäure, Linolensäure, Weinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, Behensäure und Kampfersäure ein. Wenn die Zahl der Kohlenstoffatome klein ist, ist das gebildete Silbersalz instabil, daher sollte die Carbonsäure eine relativ große Anzahl Kohlenstoffatome enthalten.
Beispiele für aromatische Carbonsäuren schließen Benzoesäurederivate, Chinolinsäurederivate, Naphthoesäurederivate, Salicylsäurederivate, Gallussäure, Tanninsäure, Phthalsäure, Phenylessigsäurederivate und Pyromellitsäure ein.
Beispiele für Thiocarbonyl-Verbindungen schließen 3-Mercapto-4-phenyl-1,2,4-triazol, 2-Mercaptobenzimidazol, 2-Mercapto-5-aminothiadiazol, 2-Mercaptobenzothiazol, s-Alkylthioglykolsäure (die Zahl der Kohlenstoffatome in der Alkylgruppe liegt im Bereich von 12 bis 22), Dithiocarbonsäuren (z. B. Dithioessigsäure), Thioamide (z. B. Thiostearamid), 5-Carboxy-1-methyl-2-phenyl-4- thiopyridin, Mercaptotriazin, 2-Mercaptobenzoxazol und 3- Amino-5-benzylthio-1,2,4-triazol ein. Die Mercapto- Verbindungen, die in US-PS 4 123 274 beschrieben sind, stehen ebenfalls zur Verfügung.
Beispiele für Imino-Verbindungen schließen Benzotriazol und dessen Derivate, 1,2,4-Triazol, 1H-Tetrazol, Carbazol, Saccharin, Imidazol und deren Derivate ein. Beispiele für Benzotriazolderivate schließen Alkyl-substituierte Benzotriazole (z. B. Methylbenzotriazol), Halogen­ substituierte Benzotriazole (z. B. 5-Chlorbenzotriazol), Carboimidobenzotriazole (z. B. Butylcarboimidobenzotriazol), Nitrobenzotriazole, Sulfobenzotriazole, Carboxybenzotriazole und dessen Salze und Hydroxybenzotriazole ein. US-PS 4 220 709 beschreibt 1,2,4-Triazole und 1H-Tetrazole.
Ein ähnlicher Effekt kann in dem Fall erhalten werden, daß die organische Einheit des organischen Metallsalzes anstelle des Salzes selbst zur lichtempfindlichen Schicht zugegeben wird. Zwei oder mehr organische Metallsalze können in Kombination verwendet werden.
Das organische Silbersalz wird allgemein in einer Menge von 0 bis 10 Mol, vorzugsweise 0 bis 1 Mol, bezogen auf 1 Mol Silberhalogenid, verwendet. Die Gesamtmenge des Silberhalogenids und des organischen Silbersalzes, die in der lichtempfindlichen Schicht enthalten sind, liegt vorzugsweise im Bereich von 1 mg/m2 bis 5 g/m2, besonders bevorzugt im Bereich von 10 mg/m2 bis 0,5 g/m2, ausgedrückt als Silber.
Bindemittel der lichtempfindlichen Schicht
Vorzugsweise ist ein hydrophiles Bindemittel in der lichtempfindlichen Schicht enthalten. Das hydrophile Bindemittel hat eine hydrophile Gruppe oder eine hydrophile Bindung in seinem Molekül. Beispiele für hydrophile Gruppen schließen Carboxyl-, Hydroxyl- (einschließlich alkoholischen und phenolischen), Sulfo-, Sulfonamido-, Sulfonim 60038 00070 552 001000280000000200012000285915992700040 0002004338079 00004 59919ido- und Amidogruppen ein. Beispiele für hydrophile Bindungen schließen die Urethan-Bindung, Ether-Bindung und Amido-Bindung ein.
Das hydrophile Bindemittel ist vorzugsweise in Wasser löslich oder quillt in Wasser. Das in Wasser quellende Polymer besitzt Wasseraffinität, ist aber in Wasser aufgrund der quervernetzten Polymerstruktur nicht löslich.
Natürliche oder synthetische Polymere können als hydrophiles Bindemittel verwendet werden. Beispiele für natürliche hydrophile Polymere schließen Polysaccharide, wie z. B. Stärkederivate, Cellulosederivate, Algininsäure, Pectinsäure, Gummiarabicum und Pullulan, und Proteine, wie Casein und Gelatine, ein. Denaturierte Polymere stehen ebenfalls zur Verfügung. Bei der Herstellung des lichtempfindlichen Materials (im Stadium des Überziehens oder Trocknens) können diese natürlichen Polymere denaturiert oder vernetzt werden. Das synthetische hydrophile Polymer ist ein Polymer oder Copolymer von wasserlöslichen Monomeren. Die wasserlöslichen Monomere enthalten eine hydrophile Gruppe, wie beispielsweise eine Carboxyl -, Säureanhydrid-, Hydroxyl -, Sulfo- (einschließlich eines Salzes davon), Amido-, Amino- und Ethergruppe. Beispiele für das Monomer sind beschrieben in "Application and Market of Water-soluble Polymer" (CMC, Seiten 16 bis 18). Ein aus den oben erwähnten Monomeren durch Polymerisation oder Vernetzung gebildetes Copolymer (beispielsweise Copolymere, wie beschrieben in US-PS 4 913 998) kann ebenfalls verwendet werden.
Weitere Beispiele für das hydrophile Polymer schließen Polyvinylalkohol, Polyvinylether, Polyvinylpyrrolidon und Derivate davon ein. Polyvinylalkohol ist besonders bevorzugt.
Polyvinylalkohol kann durch Copolymerisation mit einem weiteren Monomer denaturiert werden. Ein Copolymer von Vinylacetat und einem weiteren Monomer wird zur Bildung des denaturierten Polyvinylalkohols verseift. Beispiele für das mit Vinylacetat copolymerisierte Monomer schließen Ethylen, ein höheres Vinylcarboxylat, einen höheren Alkylvinylether, Methylmethacrylat und Acrylamid ein. Polyvinylalkohol kann ebenfalls nach der Verseifung denaturiert werden. Die Hydroxylgruppen im Polyvinylalkohol können durch Etherbildung, Veresterung oder Acetylierung modifiziert werden. Ein vernetzter Polyvinylalkohol steht ebenfalls zur Verfügung. Beispiele für Vernetzungsmittel schließen Aldehyde, Methylol- Verbindungen, Diisocyanate, Divinyl -Verbindungen, Dicarbonsäure-Verbindungen, Borate, Titan und Kupfer ein. Der denaturierte oder vernetzte Polyvinylalkohol ist beschrieben in "Poval", 3. Ausgabe, Kobunshi Kanko-Kai, Seiten 281 bis 285 und 256 bis 260.
Das Molekulargewicht liegt vorzugsweise im Bereich von 3000 bis 500.000. Das hydrophile Polymer-Bindemittel wird vorzugsweise in einer Menge im Bereich von 0,05 bis 20 g/m2 und besonders bevorzugt im Bereich von 0,1 bis 10 g/m2 verwendet.
Die lichtempfindliche Schicht hat vorzugsweise auch die Funktion, Sauerstoff aus der Luft daran zu hindern, in die polymerisierbare Schicht während des Hitzeentwicklungsprozesses einzudringen. Der Sauerstoff wirkt als Polymerisationsinhibitor. Daher hat das hydrophile Polymer vorzugsweise einen niedrigen Durchlässigkeitskoeffizienten für Sauerstoff, d. h. nicht mehr als 1 × 10-11 cm3·cm/cm2·sek·cmHg.
Beispiele für ein hydrophiles Polymer-Bindemittel mit einem niedrigen Sauerstoff -Durchlässigkeitskoeffizienten schließen Polyvinylalkohol und dessen Derivate, Gelatine und Copolymere von Vinylidenchlorid ein. Die Derivate von Polyvinylalkohol schließen die oben erwähnten denaturierten Polyvinylalkohole (gebildet durch Verseifung des Blockcopolymers von Polyvinylacetat und einem weiteren Monomer) ein. Das Molekulargewicht liegt vorzugsweise im Bereich von 3000 bis 500.000.
Polyvinylalkohol hat vorzugsweise einen hohen Verseifungsgrad von nicht weniger als 70%, bevorzugter nicht weniger als 80%, besonders bevorzugt nicht weniger als 95%. Der Polyvinylalkohol mit hohem Verseifungsgrad hat einen sehr niedrigen Sauerstoff- Durchlässigkeitskoeffizienten.
Hitzeentwicklungsbeschleuniger
Das lichtempfindliche Material kann einen Hitzeentwicklungsbeschleuniger enthalten. Der Hitzeentwicklungsbeschleuniger kann in beliebigen Schichten des hitzeempfindlichen Materials enthalten sein. Die Funktion des Hitzeentwicklungsbeschleunigers wurde noch nicht analysiert. Es gibt zwei Annahmen. Nach einer Annahme hat der Hitzeentwicklungsbeschleuniger die Funktion der Erhöhung der Plastizität des Polymers (das in der polymerisierbaren Schicht oder der lichtempfindlichen Schicht enthalten ist). Nach einer anderen Annahme hat der Beschleuniger die weitere Funktion der Beschleunigung der Dispersion der Komponenten in den Schichten, wenn er durch die Hitze des Entwicklungsprozesses gelöst wird. Als Ergebnis werden die Reaktionen (Zersetzung eines Basenvorläufers, Reduktion des Silberhalogenids und Härtungsreaktion) während des Hitzeentwicklungsprozesses beschleunigt.
Der Hitzeentwicklungsbeschleuniger ist als Weichmacher bekannt. Bekannte Weichmacher sind beschrieben in "Plastic Additives (in japanischer Sprache), Seiten 21 bis 63, (Taisei-sha); Plastics Additives, 2. Ausgabe, Hanser Publishers, Kapitel 5, Seiten 251 bis 296; Thermoplastic Additives, Marcel Dekker Inc., Kapitel 9, Seiten 345 bis 379; Plastic Additives, An Industrial Guide, Noyes Publications, Teil 14, Seiten 333 bis 485: The Technology of Solvents and Plasticizers, John Wiley & Sons Inc., Kapitel 15, Seiten 903 bis 1027; Industrial Plasticizers, Pergamon Press; Plasticizer Technology, Bd. 1, Reinhold Publishing Corp.; und Plasticization and Plasticizer Process, American Chemistry.
Der Hitzeentwicklungsbeschleuniger ist auch als Heißschmelz-Lösungsmittel bekannt. Beispiele für Heißschmelz-Lösungsmittel schließen polare Verbindungen ein, die beschrieben sind in US-PS 3 347 675; 1,10- Decandiol, Methylanisat und Biphenylsuberat, beschrieben in "Research Disclosure", Seiten 26 bis 28 (Dezember 1976); Sulfonamidderivate; Polyethylenglykolderivate, cyclische Amide, aromatische Verbindungen, Ester und Amide, Ether und Thioether, Ketone, Carbonate, Sulfoxide, Phosphonate und Phenole.
Bevorzugte Beispiele für Hitzeentwicklungsbeschleuniger schließen Glykole (z. B. Diethylenglykol, Dipropylenglykol), mehrwertige Alkohole (z . B. Glycerin, Butandiol, Hexandiol), Saccharide, Formiate, Harnstoffe (z. B. Harnstoff, Diethylharnstoff, Ethylenharnstoff, Propylenharnstoff), ein Harnstoffharz, ein Phenolharz, Amide (z. B. Acetamid, Propionamid) und Sulfonamide ein. Zwei oder mehr Hitzeentwicklungsbeschleuniger können in Kombination verwendet werden. Die Hitzeentwicklungsbeschleuniger können zu zwei oder mehr Schichten des lichtempfindlichen Materials zugegeben werden.
Die Menge des Hitzeentwicklungsbeschleunigers liegt vorzugsweise bei 0 bis 2 g/m2 und besonders bevorzugt im Bereich von 0 bis 1 g/m2.
Weitere Zusatzstoffe
Das lichtempfindliche Material kann weitere Zusatzstoffe, wie ein Antischleiermittel, einen Silberentwicklungsbeschleuniger, ein Entwicklungsabbruchmittel, ein oberflächenaktives Mittel und ein Dispergiermittel, enthalten.
Das Antischleiermittel, der Silberentwicklungsbeschleuniger und das Dispergiermittel haben oft zwei oder mehr Funktionen. Daher ist es schwierig, diese Verbindungen zu klassifizieren. Beispiele dieser Verbindungen schließen cyclische Amide, Polyethylenglykolderivate, Thiolderivate, Acetylen- Verbindungen, Sulfonamidderivate und Azole oder Azaindene ein, die beschrieben sind in "Research Disclosure,", Seiten 24 bis 25 (1978). Diese Verbindungen werden im allgemeinen in einer Menge von 10-7 bis 1 Mol, bezogen auf 1 Mol Silberhalogenid, verwendet.
Das Entwicklungsabbruchmittel kann im lichtempfindlichen Material verwendet werden, um ein klares Bild konstant zu erhalten, unabhängig von Temperatur und Zeit für das Entwicklungsverfahren. Die Entwicklungsabbruchmittel sind Verbindungen, die eine Base neutralisieren oder mit einer Base reagieren, um die Basekonzentration in der Schicht zu reduzieren und so die Entwicklung stoppen, oder Verbindungen, die wechselweise mit Silber oder einem Silbersalz reagieren, um die Entwicklung in einem geeigneten Entwicklungsstadium zu unterdrücken. Insbesondere schließen Beispiele solcher Entwicklungsabbruchmittel Säurevorläufer ein, die in der Lage sind, Säuren bei Erhitzung freizusetzen, elektrophile Verbindungen, die Substitutionsreaktionen mit einer coexistierenden Base bei Erhitzung eingehen können, Stickstoff-haltige heterocyclische Verbindungen, Mercapto- Verbindungen und deren Vorläufer.
Färbungsstoff (Coloring Agent)
Ein Färbungsstoff kann zum lichtempfindlichen Material als Antilichthof-Mittel zugesetzt werden. Verschiedene Pigmente und Farbstoffe stehen als Färbungsstoffe zur Verfügung, vorausgesetzt, daß die Stoffe nicht die Härtungsreaktion der polymerisierbaren Schicht und die Empfindlichkeit oder die Entwicklungsreaktion des Silberhalogenids hemmen. Wenn der Färbungsstoff als Antilichthof-Mittel verwendet wird, sollte die Farbe des Stoffes das im Belichtungsschritt verwendete Licht absorbieren. Beispiele für den Färbungsstoff sind dieselben wie für das Färbemittel (Colorant).
Der Färbungsstoff kann auch in der lichtempfindlichen Schicht oder einer benachbarten Schicht als Antibestrahlungs-Farbstoff enthalten sein. Der Antibestrahlungs-Farbstoff ist beschrieben in US-PSen 3 697 037, 3 423 207, 2 865 752, GB-PSen 1 030 392 und 1 100 546.
Die Menge an Färbungsstoff wird mit der Maßgabe bestimmt, daß der Färbungsstoff die Härtungsreaktion, die Empfindlichkeit des Silberhalogenids oder die Entwicklungsreaktion nicht deutlich hemmt. Die Menge liegt gewöhnlich im Bereich von 0,01 bis 2 g/m2 und besonders bevorzugt im Bereich von 0,02 bis 1 g/m2.
In der zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann der Färbungsstoff den Farbton des Färbemittels, das in der polymerisierbaren Schicht enthalten ist, stören. Daher wird der Färbungsstoff vorzugsweise in der zweiten Ausführungsform nicht verwendet oder die Menge ist vorzugsweise so klein wie möglich. Andererseits besteht kein solches Problem in der ersten Ausführungsform unter Verwendung eines Farbtoners.
Der Färbungsstoff kann in einer optionalen Schicht, wie z. B. einer Verstärkungsschicht und einer Zwischenschicht, enthalten sein. Der Färbungsstoff kann auch in zwei oder mehreren Schichten enthalten sein. Zwei oder mehrere Färbungsstoffe können in Kombination verwendet werden.
Polymerisationsinitiator
In den Systemen (B) und (C), die unter dem Punkt "Reduktionsmittel" beschrieben wurden, ist ein thermischer Polymerisationsinitiator oder Photopolymerisationsinitiator im lichtempfindlichen Material enthalten. Verschiedene bekannte thermische Polymerisationsinitiatoren und Photopolymerisationsinitiatoren stehen zur Verfügung. Wenn ein Photopolymerisationsinitiator verwendet wird, wird das lichtempfindliche Material gleichmäßig nach dem Entwicklungsschritt belichtet.
Ein thermischer Polymerisationsinitiator ist beschrieben in "Addition Polymerization and Ring Opening Polymerization", Seiten 6 bis 18, herausgegeben von Editorial Committee of High Polymer Experimental Study of the High Polymer Institute, veröffentlicht von Kyoritsu Shuppan (1983). Beispiele für thermische Polymerisationsinitiatoren schließen Azoverbindungen ein, wie beispielsweise Azobisisobutyronitril, 1,1′-Azobis (1- cyclohexancarbonitril), Dimethyl-2,2′-azobisisobutyrat, 2,2′-Azobis (2-methylbutyronitril) und Azobisdimethylvaleronitril; organische Peroxide, wie Benzoylperoxid, Di-t-butylperoxid, Dicumylperoxid, t-Butylhydroperoxid und Cumenhydroperoxid; anorganische Peroxide, wie Wasserstoffperoxid, Kaliumpersulfat und Ammoniumpersulfat; und Natrium-p-toluolsulfonsäure.
Der Photopolymerisationsinitiator ist beschrieben von Oster et al, Chemical Review, Bd. 68, Seiten 125 bis 151 (1968) und Kosar, Light-Sensitive System, Seiten 158 bis 193, John Wiley & Sons (1965). Beispiele für Photopolymerisationsinitiatoren schließen Carbonyl- Verbindungen (z. B. α-Alkoxyphenylketone, polycyclische Chinone, Benzophenonderivate, Xanthone, Thioxanthone und Benzoine), Halogen-haltige Verbindungen (z. B. Chlorsulfonyl- oder Chlormethyl-mehrkernige aromatische Verbindungen, Chlorsulfonyl- oder Chlormethyl- heterocyclische Verbindungen, Chlorsulfonyl- oder Chlormethyl-benzophenone und -fluorenone), Haloalkane, α- Halo-α-phenylacetophenone, Redoxpaare von photoreduzierbaren Farbstoffen und Reduziermitteln, organische Schwefelverbindungen, Peroxide, Photohalbleiter (z. B. Titandioxid und Zinkoxid), metallische Verbindungen (z. B. Eisensalz, Metallsalze von Carbonyl-Verbindungen, Metallkomplex und Uranylsalz), Silberhalogenide, Azoverbindungen und Diazoverbindungen ein.
Konkrete Beispiele für Photopolymerisationsinitiatoren schließen ein: 2-Dimethoxy-2-phenylacetophenon, 2-Methyl- [4-(methylthio)phenyl]-2-morpholino-1-propanon, Benzoinbutylether, Benzoinisopropylether, Benzophenon, Michler′s Keton, 4,4-Diethylaminobenzophenon, Chlormethylbenzophenon, Chlorsulfonylbenzophenon, 9,10- Anthrachinon, 2-Methyl-9,10-anthrachinon, Chlorsulfonylanthrachinon, Chlormethylanthrachinon, 9,10- Phenanthrenchinon, Xanthon, Chlorxanthon, Thioxanthon, Chlorthioxanthon, 2,4-Diethylthioxanthon, Chlorsulfonylthioxanthan, Chlormethylbenzothiazol, Chlorsulfonylbenzoxazol, Chlormethylchinolin, Fluoren und Kohlenstofftetrabromid.
Beispiele für photoreduzierbare Farbstoffe schließen Methylenblau, Thionin, Bengal-Rosa, Erythrocin-β, Eosin, Rhodamin, Phloxin-β, Safranin, Acryflavin, Riboflavin, Fluorescin, Uranin, Benzoflavin, Acryzin-Orange, Acryzin- Gelb und Benzanthron ein.
Beispiele für Reduktionsmittel (Wasserstoffdonoren), die zusammen mit diesen Farbstoffen einsetzbar sind, schließen β-Diketone (z. B. Dimedon und Acetylaceton), Amine (z. B. Triethanolamin, Diethanolamin, Monoethanolamin, Diethylamin und Triethylamin), Sulfinsäuren (z. B. p-Toluolsulfinsäure und Benzolsulfinsäure), Salze dieser Sulfinsäuren, N-Phenylglycin, L-Ascorbinsäure und Salze davon, Thioharnstoff und Allylthioharnstoff ein.
Ein Molverhältnis zwischen dem photoreduzierbaren Farbstoff und dem Reduktionsmittel liegt vorzugsweise im Bereich von 1 : 0,1 bis 1 : 10.
Auch sind als Photopolymerisationsinitiatoren vorzugsweise im Handel erhältliche Stoffe einsetzbar, wie beispielsweise Irgacure-651® und Irgacure-907® (hergestellt von Ciba-Geigy). Der Polymerisationsinhibitor wird in einer Menge von vorzugsweise 0,001 bis 0,5 g, und besonders bevorzugt 0,01 bis 0,2 g, bezogen auf 1 g polymerisierbare Verbindung, verwendet.
Optionale Schichten
Optionale Schichten können zu den lichtempfindlichen Einschicht- oder Mehrschichtmaterialien hinzugefügt werden. Eine Überzugsschicht (oder Abdeckfilmschicht) hat die Funktion des Schutzes der Oberfläche des lichtempfindlichen Materials oder die Funktion, Sauerstoff in der Luft daran zu hindern, die Polymerisationsreaktion zu inhibieren. Eine Verstärkungsschicht kann als Antilichthof-Schicht wirken. Die Verstärkungsschicht kann auch dahingehend wirken, daß sie die Adhäsion zwischen zwei lichtempfindlichen Materialien verhindert, wenn sie gelagert werden. Eine Zwischenschicht kann ebenfalls als Antilichthof-Schicht fungieren. Die Verstärkungsschicht kann auch zur Einstellung der Adhäsion zwischen zwei Schichten fungieren. Eine Schicht mit einem Mattierungsmittel kann auf der Oberfläche, die einem bildaufnehmenden Material zugewandt ist,vorgesehen werden. Das Mattierungsmittel hat die Funktion, das lichtempfindliche Material mit dem Bildaufnahmematerial in engen Kontakt zu bringen, um Blasenbildung zwischen den Materialien zu verhindern. Verschiedene bekannte Mattierungsmittel stehen zur Verfügung. Das Mattierungsmittel kann auch im Bildaufnahmematerial enthalten sein.
Eine Überzugsschicht kann durch Aufziehen einer Lösung eines Polymers auf ein lichtempfindliches Material hergestellt werden. Die Überzugsschicht kann auch durch Laminierung eines Polymerfilms auf einem lichtempfindlichen Material hergestellt werden. Die Überzugsschicht kann durch Laminierung direkt vor dem Bilderzeugungsverfahren erzeugt werden. Die hydrophilen Bindemittel, die unter der Überschrift "Bindemittel der lichtempfindlichen Schicht" beschrieben wurden, stehen als Polymer der Überzugsschicht zur Verfügung. Polyvinylalkohole sind besonders bevorzugt. Der Polyvinylalkohol hat vorzugsweise einen hohen Verseifungsgrad von nicht weniger als 85%, und besonders bevorzugt nicht weniger als 95%. Der Polyvinylalkohol mit einem hohen Verseifungsgrad hat einen sehr niedrigen Sauerstoff-Durchlässigkeitskoeffizienten. Die Überzugsschicht fungiert auch als Schutzschicht. Die Überzugsschicht kann von dem lichtempfindlichen Material direkt vor dem Laminierungsschritt abgezogen werden. Zwei oder mehr Überzugsschichten können auf dem lichtempfindlichen Material vorgesehen werden.
Beispiel 1 Herstellung eines lichtempfindlichen Materials zur Erzeugung eines gelben Bildes
Ein lichtempfindliches Material zur Erzeugung eines gelben Bildes (lichtempfindliches Mehrschichtmaterial) wurde auf die folgende Weise hergestellt.
Bildung der Abziehschicht
Die folgende Überzugslösung wurde auf einen biaxial gereckten Polyethylenterephthalat-Film mit der Dicke von 100 µm aufgezogen und getrocknet, um eine abziehbare Schicht mit einer Dicke von 2,0 µm zu bilden.
Abziehschicht-Überzugslösung
Menge
Polyvinylbutyral (Denka Butyral 5000-A, Denki Kagaku Kogyo K.K., durchschnittlicher Polymerisationsgrad 2000, Butyralisierungsgrad 80 Mol% oder mehr, restliches Vinylacetat 1,5 Mol% oder weniger)|3,75 g
fluorhaltiges oberflächenaktives Mittel (Megafac F177P, Dai Nippon Printing Co., Ltd.) 0,07 g
Methanol 37,50 g
n-Propanol 37,50 g
Herstellung einer gelben Pigmentdispersion
Die folgende Zusammensetzung wurde bei 2000 U/min während 2 Stunden unter Verwendung einer Dynomill zum Erhalt einer gelben Pigmentdispersion mit einer durchschnittlichen Partikelgröße von 0,25 µm dispergiert.
Gelbe Pigmentdispersion
Menge
Das folgende gelbe Pigment (C. I.: Pigment Gelb 14)|30,0 g
Allylmethacrylat/Methacrylsäure-Copolymer (Copolymerisationsverhältnis = 80 : 20) 50,0 g
Propylenglykolmonomethylether 320,0 g
Gelbes Pigment Bildung der polymerisierbaren Schicht
Die folgende Überzugslösung wurde auf der Abziehschicht aufgezogen und getrocknet, so daß eine polymerisierbare Schicht mit einer Dicke im trockenen Zustand von 1,3 µm gebildet wurde.
Polymerisierbare Schicht-Überzugslösung
Menge
Dipentaerythritolhexaacrylat|5,0 g
Allylmethacrylat/Methacrylsäure-Copolymer (Copolymerisationsverhältnis = 80 : 20) 10,0 g
gelbe Pigmentdispersion 40,0 g
Reduktionsmittel (J) 1,0 g
Methylethylketon 30,0 g
Herstellung der Silberhalogenidemulsion
Gelatine, Kaliumbromid und Wasser wurden in ein Gefäß gegeben und bei 55°C gehalten. Eine geeignete Menge Ammoniak wurde in das Gefäß gegeben. Außerdem wurde eine wäßrige Silbernitrat-Lösung und eine wäßrige Kaliumbromid-Lösung, die Hexachloriridat (III) enthielt (Molverhältnis von Iridium zu Silber beträgt 10-7 Mol) in den Behälter durch ein Doppelstrahlverfahren gegeben, während der pAg im Reaktionsgefäß bei 7,60 gehalten wurde. Kaliumiodid wurde dann zur Mischung zur Herstellung einer monodispersen Silberiodbromid-Emulsion mit einer durchschnittlichen Korngröße von 0,25 µm (Silberiodidgehalt: 0,2 Mol-%) zugegeben. In der Emulsion waren 98% der Silberhalogenidkörner im Bereich von ±40% der mittleren Korngröße. Die Emulsion wurde entsalzt und auf pH 6,2 und pAg 8,6 eingestellt. Die Emulsion wurde dann einer Gold- und Schwefelsensibilisierung unter Verwendung von Natriumthiosulfat und Chlorogoldsäure unterworfen. Ferner wurden 200 ml einer methanolischen Lösung des folgenden Sensibilisierungs-Farbstoffs (2,0 M/l) zu 1 kg Emulsion zugegeben. Die Mischung wurde zur Herstellung einer Silberhalogenid-Emulsion 15 Minuten bei 60°C gerührt.
Sensibilisierungs-Farbstoff Bildung einer lichtempfindlichen Schicht
Die folgende Überzugslösung wurde auf der polymerisierbaren Schicht aufgezogen und getrocknet, so daß eine lichtempfindliche Schicht mit einer Dicke im trockenen Zustand von etwa 1,4 µm erzeugt wurde.
Herstellung einer Basenvorläuferdispersion
In 750 g einer 3 gew.-%igen wäßrigen Polyvinylalkohol- Lösung wurden 250 g Pulver des folgenden Basenvorläufers unter Verwendung einer Dynomill-Dispergiervorrichtung dispergiert. Die Partikelgröße des Basenvorläufers betrug nicht mehr als etwa 0,5 µm.
Basenvorläufer Bildung der Überzugsschicht
Mit einer 10 gew.-%igen Polyvinylalkohol-Lösung mit einem Verseifungsgrad von 88,0% (PVA-205, hergestellt von Kuraray Co., Ltd.) wurden 6,25 g der Basenvorläuferdispersion und 4 g einer 5 gew.-%igen wäßrigen Tensid-Lösung zur Herstellung einer Überzugslösung gemischt. Die Überzugslösung wurde auf der lichtempfindlichen Schicht zur Bildung einer Überzugsschicht mit einer Dicke im trockenen Zustand von etwa 3,0 µm aufgezogen und getrocknet.
Beispiel 2
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Dicke der Abziehschicht von 2,0 µm auf 1,5 µm geändert wurde.
Beispiel 3
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Dicke der Abziehschicht von 2,0 µm auf 1,0 µm geändert wurde.
Vergleichsbeispiel 1
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Dicke der Abziehschicht von 2,0 µm auf 0,5 µm geändert wurde.
Vergleichsbeispiel 2
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Dicke der Abziehschicht von 2,0 µm auf 0,3 µm geändert wurde.
Referenzbeispiel 1 Bildung einer photopolymerisierbaren Schicht
Die folgende Überzugslösung wurde auf der in Vergleichsbeispiel 1 hergestellten abziehbaren Schicht (Dicke 0,5 µm) aufgezogen und getrocknet, so daß eine photopolymerisierbare Schicht mit einer Dicke im trockenen Zustand von 1,30 µm erzeugt wurde.
Photopolymerisierbare Schicht-Überzugslösung
Menge
Dipentaerythritolhexaacrylat|5,0 g
Allylmethacrylat/Methacrylsäure-Copolymer (Copolymerisationsverhältnis = 80 : 20) 10,0 g
Gelbpigmentdispersion 40,0 g
Michler's Keton 0,4 g
2-(o-Chlorphenyl)-4,5-diphenylimidazoldimer 0,4 g
Methylethylketon 30,0 g
Bildung der Überzugsschicht
Mit einer 10 gew.-%igen wäßrigen Polyvinylalkohol-Lösung mit einem Verseifungsgrad von 88,0% (PVA-205, hergestellt von Kuraray Co., Ltd.) wurden 4 g der 5 gew.-%igen wäßrigen Tensid-Lösung, die in Beispiel 1 verwendet wurde, zur Herstellung einer Überzugslösung gemischt. Die Überzugslösung wurde auf der photopolymerisierbaren Schicht zur Bildung einer Überzugsschicht mit einer Dicke im trockenen Zustand von etwa 3,0 µm aufgezogen und getrocknet.
Referenzbeispiel 2
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Referenzbeispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Dicke der Abziehschicht von 0,5 µm auf 0,3 µm geändert wurde.
Bewertung der Abziehbarkeit
Bezüglich der in den Beispielen 1 bis 3, Vergleichsbeispielen 1 und 2 und Referenzbeispielen 1 und 2 hergestellten lichtempfindlichen Materialien wurde die optimale Belichtung bestimmt. Die optimale Belichtung der Materialien der Beispiele 1 bis 3 und der Vergleichsbeispiele 1 und 2 betrug 3 µJ/cm2 auf der lichtempfindlichen Oberfläche, wobei Licht, gefiltert mit einem Bandpaßfilter von 500 nm (Halbwertsbreite: 50 nm) verwendet wurde. Die optimale Belichtung der Materialien der Referenzbeispiele 1 und 2 betrug 80 Counts unter Verwendung eines Ultraviolett-Belichtungsapparats (Dainippon Screen Co., Ltd.).
Die in den Beispielen 1 bis 3 und Vergleichsbeispielen 1 und 2 hergestellten lichtempfindlichen Materialien wurden in Stücke geschnitten (Breite 4,5 cm, Länge 12 cm) und mit der oben beschriebenen optimalen Exposition belichtet. Die lichtempfindlichen Materialien wurden vom Träger her auf einer heißen Platte auf 140°C erhitzt, während ein Polyethylenterephthalat-Film (Dicke: 75 µm) auf die Überzugsschicht gepreßt wurde. So wurde Silberhalogenid entwickelt und die polymerisierbare Schicht gehärtet. Das lichtempfindliche Material wurde dann mit Wasser gewaschen, um die lichtempfindliche Schicht und die Überzugsschicht zu entfernen. Die polymerisierbare Schicht wurde 30 Sekunden in eine alkalische Lösung eingetaucht, die durch 3-fache Verdünnung von DN-3C (Fuji Photo Film Co., Ltd.) mit Wasser hergestellt wurde. Das Material wurde bei Raumtemperatur getrocknet. Die polymerisierbare Schicht löste sich in der alkalischen Lösung nicht, da die Schicht gehärtet war (belichtete Probe).
Weiterhin wurde die unbelichtete Probe erhitzt, mit Wasser gewaschen, in eine alkalische Lösung 30 Sekunden eingetaucht und bei Raumtemperatur auf dieselbe Weise getrocknet. Die polymerisierbare Schicht löste sich in der alkalischen Lösung, da die Schicht nicht gehärtet war. So verblieb nur die abziehbare Schicht auf dem Träger (nicht­ belichtete Probe). So wurden belichtete und unbelichtete Proben mit jedem der lichtempfindlichen Materialien hergestellt.
Mit den in den Referenzbeispielen 1 und 2 hergestellten lichtempfindlichen Materialien wurden belichtete und unbelichtete Proben hergestellt. Die belichtete Probe wurde mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Die Proben wurden mit Wasser zur Entfernung der Überzugsschicht gewaschen und in die alkalische Lösung eingetaucht. Die gehärtete photopolymerisierbare Schicht verblieb auf der belichteten Probe. Andererseits verblieb nur die Abziehschicht auf der nicht-belichteten Probe.
Ein Maylar-Klebeband wurde auf der Oberfläche jeder der Proben angebracht. Die Proben wurden in einen Zugreibungstester (Tennsilon UtM-II-20, Orientech Co., Ltd.) gestellt. Die Abziehbarkeit wurde in der 180°- Richtung unter Messung der zum Abziehen der Abziehschicht vom Träger erforderlichen Kraft getestet. Fig. 11. ist eine Querschnittansicht, die schematisch ein Verfahren zur Messung der Abziehbarkeit erläutert.
Wie in Fig. 11 gezeigt ist, wird ein Maylar-Band (114) auf der Oberfläche der polymerisierbaren Schicht (113) des lichtempfindlichen Materials angebracht. Die Abziehschicht (112) wird vom Träger (111) durch die Kraft (F) in der 180°-Richtung abgezogen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 1 dargestellt.
Danach wurden die lichtempfindlichen Materialien bildweise durch einen Lithofilm unter den oben beschriebenen optimalen Bedingungen belichtet. Die Materialien wurden dann entwickelt, wie oben beschrieben wurde, so daß Proben mit gehärteten Bildern hergestellt wurden. Die Proben wurden mit einer bildaufnehmenden Oberfläche eines Bildaufnahmematerials (Bildaufnahmeblatt CR-T3, Fuji Photo Film Co., Ltd.), unter Erwärmen und unter Verwendung eines Laminators (Laminator CA-600T, Fuji Photo Film Co., Ltd.) in Kontakt gebracht. Dann wurde der Träger des lichtempfindlichen Materials entfernt, um das Bild auf das Bildaufnahmematerial zu übertragen. Das übertragene Bild wurde mit bloßem Auge bewertet. Die Ergebnisse werden in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1
Wie aus den in Tabelle 1 gezeigten Ergebnissen hervorgeht, erfordern die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 1 und 2, die einen Photopolymerisationsinitiator verwenden, keine große Kraft zum Abziehen der Abziehschicht. Die Werte für die unbelichteten und belichteten Proben sind im wesentlichen identisch.
Andererseits benötigen die belichteten Proben der Vergleichsbeispiele 1 und 2, die Silberhalogenid verwenden, eine sehr große Kraft zum Abziehen der Schicht. Dieses Problem wird durch Verwendung einer dicken abziehbaren Schicht gelöst, wie in den Beispielen 1 bis 3 gezeigt wird.
Darüber hinaus bilden die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 1 und 2 ein gutes übertragenes Bild. Andererseits wurde nur die unbelichtete Fläche der Proben der Vergleichsbeispiele 1 und 2 übertragen, während die belichteten Flächen nicht übertragen wurden. Daher erzeugen Vergleichsbeispiele 1 und 2 kein übertragenes Bild. Dieses Problem wird ebenfalls dadurch gelöst, daß man eine dicke Abziehschicht verwendet, wie in den Beispielen 1 bis 3 gezeigt wird.
Beispiele 4 bis 6
Die lichtempfindlichen Materialien wurden auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 1 bis 3 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der abziehbaren Schicht von Denka Butyral 5000-A auf Esrek BH-3 (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde.
Vergleichsbeispiele 3 und 4
Die lichtempfindlichen Materialien wurden auf dieselbe Weise wie in den Vergleichsbeispielen 1 und 2 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der abziehbaren Schicht von Denka Butyral 5000-A auf Esrek BH-3 (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde.
Referenzbeispiele 3 und 4
Die lichtempfindlichen Materialien wurden auf dieselbe Weise wie in den Referenzbeispielen 1 und 2 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der abziehbaren Schicht von Denka Butyral 5000-A auf Esrek BH-3 (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde.
Bewertung der Abziehbarkeit
Die lichtempfindlichen Materialien, die in den Beispielen 4 bis 6, Vergleichsbeispielen 3 und 4 und Referenzbeispielen 3 und 4 hergestellt wurden, wurden auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 1 bis 3, Vergleichsbeispielen 1 und 2 und Referenzbeispielen 1 und 2 bewertet. Die Ergebnisse werden in Tabelle 2 wiedergegeben.
Tabelle 2
Wie sich aus den in Tabelle 2 gezeigten Ergebnissen ergibt, erfordern die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 3 und 4 unter Verwendung eines Photopolymerisationsinitiators keine große Kraft zum Abziehen der Abziehschicht. Die Werte für die unbelichteten und belichteten Proben sind im wesentlichen gleich.
Andererseits erfordern die belichteten Proben der Vergleichsbeispiele 3 und 4 unter Verwendung von Silberhalogenid eine sehr große Kraft zum Abziehen der Schicht. Dieses Problem wird dadurch gelöst, daß man eine dicke abziehbare Schicht verwendet, wie in den Beispielen 4 bis 6 gezeigt wird.
Darüber hinaus bilden die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 3 und 4 ein gutes übertragenes Bild. Andererseits wurde nur die unbelichtete Fläche der Proben der Vergleichsbeispiele 3 und 4 übertragen, während die belichtete Fläche nicht übertragen wurde. Daher erzeugen die Vergleichsbeispiele 3 und 4 kein übertragenes Bild. Dieses Problem wird ebenfalls dadurch gelöst, daß eine dicke abziehbare Schicht verwendet wird, wie in den Beispielen 4 bis 6 gezeigt wird.
Beispiel 7 Herstellung von lichtempfindlichen Materialien für schwarze, cyan- und magentafarbene Bilder
Lichtempfindliche Materialien für die Erzeugung von schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Bildern (lichtempfindliches Mehrschichtmaterial) wurden auf dieselbe Weise wie bei der Herstellung des Materials zur Erzeugung eines gelben Bildes von Beispiel 5 hergestellt, mit der Ausnahme, daß das schwarze Pigment (Ruß, C.I. Pigment Schwarz 7) und die folgenden Pigmente anstelle des gelben Pigments verwendet wurden.
Cyanpigment
Magentapigment
Erzeugung eines Farbprüfbildes
Ein Farbprüfbild wurde unter Verwendung der oben hergestellten lichtempfindlichen Mehrschichtmaterialien gemäß der zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erzeugt. Das lichtempfindliche Material zur Erzeugung eines schwarzen Bildes wurde bildweise (für das schwarze Bild) mit einem Licht der Wellenlänge 488 nm durch rasterweise Belichtung (Lichtquelle: luftgekühlter Argonionen-Laser) belichtet. Die Oberflächenexposition betrug 3 µJ/cm3. Das lichtempfindliche Material wurde 40 Sekunden vom Träger her auf einer heißen Platte auf 140°C erhitzt, während ein Polyethylenterephthalat-Film auf die Überzugsschicht mit einer Dicke von 75 µm gepreßt wurde. Das lichtempfindliche Material wurde mit Wasser zur Entfernung der lichtempfindlichen Schicht und der Überzugsschicht gewaschen. Die polymerisierbare Schicht wurde 30 Sekunden in eine alkalische Lösung eingetaucht, die durch 3-fache Verdünnung von DN-3C (Fuji Photo Film Co., Ltd.) mit Wasser hergestellt wurde. Das lichtempfindliche Material wurde mit Wasser gewaschen und bei Raumtemperatur getrocknet. So wurde ein schwarzes gehärtetes Replikabild auf der abziehbaren Schicht erzeugt.
Das lichtempfindliche Material mit dem schwarzen Bild wurde mit einem Bildaufnahmematerial (Bildaufnahmeblatt CR-T3, Fuji Photo Film Co., Ltd.) unter Erwärmung und unter Verwendung eines Laminators (Laminator CA-600T, Fuji Photo Film Co., Ltd.) in Kontakt gebracht. Dann wurde der Träger des lichtempfindlichen Materials zur Übertragung des schwarzen Bildes an ein Bildaufnahmematerial übertragen.
Ein cyanfarbenes Bild wurde auf dem lichtempfindlichen Material auf dieselbe Weise wie bei der Bildung des schwarzen Bildes erzeugt. Das cyanfarbene Bild wurde auf das Bildaufnahmematerial übertragen, auf das das schwarze Bild übertragen worden war.
Ein magentafarbenes Bild wurde ebenfalls auf dem lichtempfindlichen Material auf dieselbe Weise wie bei der Bildung des schwarzen Bildes erzeugt. Das magentafarbene Bild wurde auf das Bildaufnahmematerial übertragen, auf das die schwarzen und cyanfarbenen Bilder übertragen worden waren.
Ein gelbes Bild wurde weiterhin auf dem lichtempfindlichen Material (hergestellt in Beispiel 5) auf dieselbe Weise wie bei der Bildung des schwarzen Bildes erzeugt. Das gelbe Bild wurde auf das Bildaufnahmematerial übertragen, auf das die schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Bilder übertragen worden waren. So wurde ein Mehrfarbenbild auf dem Bildaufnahmematerial erzeugt.
Das Bildaufnahmematerial wurde mit einem gestrichenen Papier unter Erwärmen und unter Verwendung eines Laminators (Laminator CR-600T, Fuji Photo Film Co., Ltd.) in Kontakt gebracht. Dann wurde der Träger des Bildaufnahmematerials zur Übertragung des Farbbildes auf das gestrichenen Papier entfernt. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden in dem Farbprüfbild vollständig reproduziert.
Beispiel 8 Herstellung eines lichtempfindlichen Materials
Ein lichtempfindliches Material (lichtempfindliches Mehrschichtmaterial) wurde wie folgt hergestellt.
Bildung einer Abziehschicht
Die folgende Beschichtungslösung wurde auf einem biaxial gereckten Polyethylenterephthalat-Film mit einer Dicke von 100 µm zur Bildung einer Abziehschicht mit einer Dicke von 2,4 µm aufgezogen und getrocknet.
Polyamidharz (Diamide 452, Daicel Co., Ltd.)|3,75 g
Fluorhaltiges oberflächenaktives Mittel (Megafac F177P,Dai Nippon Printing Co., Ltd.) 0,07 g
Methanol 37,50 g
n-Propanol 37,50 g
Bildung der polymerisierbaren Schicht
Die folgende Beschichtungslösung wurde auf der Abziehschicht aufgezogen und getrocknet, so daß eine polymerisierbare Schicht mit einer Dicke im trockenen Zustand von 1,3 µm gebildet wurde.
Polymerisierbare Schicht-Überzugslösung
Menge
Dipentaerythritolhexaacrylat|5,0 g
Diacrylestermonomer (A-600, Shin-Nakamura Chemical K. K.) 5,0 g
Allylmethacrylat/Methacrylsäure-Copolymer (Copolymerisationsverhältnis = 80 : 20) 10,0 g
Reduktionsmittel (J) 1,0 g
Methylethylketon 70,0 g
Bildung der lichtempfindlichen Schicht
Eine lichtempfindliche Schicht mit einer Dicke im trockenen Zustand von 1,3 µm wurde auf der polymerisierbaren Schicht auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 gebildet.
Bildung einer Überzugsschicht
Eine Überzugsschicht mit einer Dicke von 3,5 µm im trockenen Zustand wurde auf der lichtempfindlichen Schicht auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 gebildet.
Herstellung eines gelben Toners
Ein gelber Toner wurde unter Verwendung der folgenden Zusammensetzung hergestellt.
Gelber Toner
Menge
Pigment Gelb 74 (C. I.: #11741)|4 380,0 g
Celluloseacetat 6 538,0 g
Aceton 27 669,6 g
Wasser 22 680,0 g
Dimethylpolysiloxan 12 253,0 g bezogen auf 11 kg Toner)
Wasser wurde mit Aceton gut gemischt und die Mischung in eine Kugelmühle eingebracht. Die Mühle enthielt rostfreie Stahlkugeln mit einem Durchmesser von 0,049 cm, die mit 150 U/min gerührt wurden. Die Mischung wurde unter einer Stickstoffatmosphäre hergestellt. Etwa zwei Drittel des eingesetzten Gewichts von Celluloseacetat wurden im Verlauf von 3 bis 5 Minuten in die Mühle gegeben. Die Mischung wurde weiter etwa 2 Minuten gerührt. Das Pigment wurde zur Mischung im Verlauf von 2 Minuten zugegeben. Das übrige Celluloseacetat wurde dann zur Mischung zugegeben.
Die resultierende Mischung wurde weiter 4 Stunden bei 150 U/min gerührt. Der Inhalt wurde mit Wasser gewaschen und abfiltriert. Der nasse Toner wurde gesammelt, mit Wasser gewaschen, in einem Ofen bei 115 bis 125°C getrocknet und in einer Hammermühle pulverisiert. Der Toner wurde mit Dimethylpolysiloxan in einem Mischer gemischt, um die Oberfläche des Toners zu behandeln.
Der Toner wurde weiter gemischt und mit Perlen eines ionisierten Kohlenwasserstoff-Copolymers mit einer durchschnittlichen Partikelgröße von 23 µm (derselben Menge wie der des Toners in einem Tischmischgerät (desk blender) behandelt.
Herstellung eines magentafarbenen Toners
Ein Magentatoner wurde auf dieselbe Weise wie bei der Herstellung eines gelben Toners hergestellt, mit der Ausnahme, daß die folgende Zusammensetzung verwendet wurde und die Rührzeit von 4 Stunden auf 6 Stunden verändert wurde.
Magentafarbener Toner
Menge
Pigment Rot 122 (Chidomagenta)|3 315,0 g
Pigment Rot 123 (C. I. #71145) 1 560,0 g
Celluloseacetat 6 929,0 g
Aceton 27 669,6 g
Wasser 22 680,0 g
Dimethylpolysiloxan (1 679,0 g, bezogen auf 11,8 kg Toner)
Herstellung eines cyanfarbenen Toners
Ein Cyantoner wurde auf dieselbe Weise wie bei der Herstellung eines gelben Toners hergestellt, mit der Ausnahme, daß die folgende Zusammensetzung verwendet und die Rührzeit von 4 Stunden auf 6 Stunden geändert wurde.
Cyantoner
Menge
Kupferphthalocyanin (Pigment Blau 15, C. I. #74160)|1 064,0 g
Pigment Grün 7 (C. I. #74260) 943,0 g
Celluloseacetat 7 981,0 g
Aceton 27 669,6 g
Wasser 22 680,0 g
Dimethylpolysiloxan (574,9 g, bezogen auf 10 kg Toner)
Herstellung eines schwarzen Toners
Ein schwarzer Toner wurde auf dieselbe Weise wie bei der Herstellung eines gelben Toners hergestellt, mit der Ausnahme, daß die folgende Zusammensetzung verwendet und die Rührzeit von 4 Stunden auf 6 Stunden geändert wurde.
Schwarzer Toner
Menge
Ruß (Pigment Schwarz 7 C. I. '77266)|6 300,0 g
Celluloseacetat 6 300,0 g
Aceton 27 669,6 g
Wasser 22 680,0 g
Dimethylpolysiloxan (970,0 g, bezogen auf 12,6 g Toner)
Erzeugung eines Farbprüfbildes
Ein Farbprüfbild wurde unter Verwendung des oben hergestellten lichtempfindlichen Materials gemäß der ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erzeugt.
Das lichtempfindliche Material wurde bildweise (für ein gelbes Bild) an Licht einer Wellenlänge von 488 nm durch Raster-Exposition (Lichtquelle: luftgekühlter Argonionen- Laser) belichtet. Die Oberflächenexposition betrug 10 µJ/cm2. Das lichtempfindliche Material wurde 40 Sekunden auf einer heißen Platte auf 130°C erhitzt. Die Überzugsschicht und die lichtempfindliche Schicht wurden dann vom lichtempfindlichen Material abgezogen. So wurde die entwickelte polymerisierbare Schicht freigelegt. Der gelbe Toner wurde auf die Oberfläche der polymerisierbaren Schicht unter Reiben der Oberfläche aufgebracht. Der Toner haftete an die unbelichtete (ungehärtete) Fläche an. So wurde ein gelbes Farbbild auf dem lichtempfindlichen Material erzeugt.
Ein Magentabild wurde auf dem lichtempfindlichen Material auf dieselbe Weise wie bei der Bildung des gelben Bildes erzeugt, mit der Ausnahme, daß der Magentatoner verwendet wurde.
Ein Cyanbild wurde auf dem lichtempfindlichen Material auf dieselbe Weise wie bei der Bildung des gelben Bildes erzeugt, mit der Ausnahme, daß der Cyantoner verwendet wurde.
Ein schwarzes Bild wurde auf dem lichtempfindlichen Material auf dieselbe Weise wie bei der Bildung des gelben Bildes erzeugt mit der Ausnahme, daß der schwarze Toner verwendet wurde.
Das lichtempfindliche Material mit dem gelben Bild wurde in Kontakt mit einem gestrichenen Papier (Bildaufnahmematerial) gebracht und auf etwa 100°C zur Übertragung des gelben Toners mit der polymerisierbaren Schicht und der Abziehschicht vom lichtempfindlichen Material auf das Bildaufnahmematerial erhitzt. Das Magentabild wurde dann vom lichtempfindlichen Material auf das Bildaufnahmematerial, auf das das gelbe Bild übertragen worden war, übertragen. Das Cyanbild und das schwarze Bild wurden auf das Bildaufnahmematerial auf dieselbe Weise unter Bildung eines Farbbildes auf dem Bildaufnahmematerial übertragen. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden auf dem Farbprüfbild vollständig reproduziert.
Beispiel 9
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 5 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der abziehbaren Schicht von Esrek BH-3 auf Esrek BX-1 (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde.
Beispiel 10
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 5 hergestellt mit der Ausnahme, daß die Matrix der abziehbaren Schicht von Esrek BH-3 auf Styrol/ α-Methylstyrol/Acrylnitril-Copolymer geändert wurde, die Abziehschicht 2 Gew.-% eines fluorhaltigen oberflächenaktiven Mittels (Megafac F177P) enthielt und die Dicke der Abziehschicht 1,8 µm betrug.
Beispiel 11
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 5 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Esrek BH-3 auf ein Ethylen/Ethylacrylat-Copolymer geändert wurde, die Abziehschicht 2 Gew.-% eines fluorhaltigen oberflächenaktiven Mittels enthielt (Megafac F177P) und die Dicke der Abziehschicht 2,0 µm betrug.
Beispiel 12
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 5 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Esrek BH-3 auf Esrek BL-1 (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde.
Beispiel 13
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 5 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Esrek BH-3 auf Esrek BM-1 (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde.
Referenzbeispiel 5
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Referenzbeispiel 3 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Esrek BH-3 auf Esrek BL-1 (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde und die Dicke der Abziehschicht 1,5 µm betrug.
Referenzbeispiel 6
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Referenzbeispiel 5 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Esrek BH-3 auf Esrek BM-1 geändert wurde (Polyvinylbutyral, Sekisui Chemical Co., Ltd.).
Messung des Fließerweichungspunkts
Der Fließerweichungspunkt der Matrix der Abziehschicht wurde bei einem Druck von 10 MPa (100 kg/cm2) und mit einer Temperaturerhöhungsrate von 6°C/min unter Verwendung einer Düse von 1 mm ⌀ × 10 m nach einem chemischen Fließtestverfahren gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 3 dargestellt.
Bewertung der Abziehbarkeit
Die in den Beispielen 5 und 9 bis 13 und in den Referenzbeispielen 5 und 6 hergestellten lichtempfindlichen Materialien wurden auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 1 bis 3, Vergleichsbeispielen 1 und 2 und Referenzbeispielen 1 und 2 bewertet. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 3
Wie aus den in Tabelle 3 gezeigten Ergebnissen offensichtlich ist, erfordern die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 5 und 6, die einen Photopolymerisationsinitiator verwenden, keine große Kraft zum Abziehen der Abziehschicht. Die Werte der unbelichteten und belichteten Proben sind im wesentlichen identisch.
Andererseits benötigen die belichteten Proben der Beispiele 12 und 13, in denen Silberhalogenid verwendet wird, eine sehr große Kraft zum Abziehen der Schicht. Dieses Problem wird dadurch gelöst, daß man den Fließerweichungspunkt der Abziehschichtmatrix anpaßt, wie in Beispielen 5 und 9 bis 11 gezeigt wird.
Weiterhin erzeugen die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 5 und 6 ein gutes übertragenes Bild. Andererseits wurde nur der unbelichtete Teil der Proben der Beispiele 12 und 13 übertragen, während der belichtete Teil nicht übertragen wurde. Daher bilden Beispiele 12 und 13 kein klares übertragenes Bild. Auch dieses Problem wird durch Einstellen des Fließerweichungspunkts der Abziehschichtmatrix gelöst, wie in den Beispielen 5 und 9 bis 11 gezeigt wird.
Beispiel 14
Lichtempfindliche Materialien für die Erzeugung von schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Bildern wurden auf dieselbe Weise wie in Beispiel 9 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Pigmente, die in Beispiel 7 verwendet wurden, anstelle des gelben Pigments verwendet wurden.
Ein Farbprüfbild wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 7 hergestellt, wobei die oben hergestellten lichtempfindlichen Materialien und das lichtempfindliche Material zur Erzeugung eines gelben Bildes, das in Beispiel 9 hergestellt wurde, verwendet wurde. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden im Farbprüfbild vollständig reproduziert.
Beispiel 15 Herstellung eines lichtempfindlichen Materials
Ein lichtempfindliches Material (lichtempfindliches Mehrschichtmaterial) wurde auf die folgende Weise hergestellt.
Bildung einer Abziehschicht
Die folgende Überzugslösung wurde auf einem biaxial gereckten Polyethylenterephthalat-Film mit einer Dicke von 100 µm zur Bildung einer Abziehschicht mit einer Dicke von 1,7 µm aufgezogen und getrocknet.
Abziehschicht-Überzugslösung
Menge
Polyvinylbutyral (Esrek BX-5, Sekisui Chemical Co., Ltd., Fließerweichungspunkt: 230°C)|3,75 g
Fluorhaltiges oberflächenaktives Mittel (Megafac F177P, Dai Nippon Printing Co., Ltd.) 0,07 g
Methanol 37,50 g
n-Propanol 37,50 g
Bildung der polymerisierbaren Schicht
Eine polymerisierbare Schicht mit einer trockenen Dicke von 1,3 µm wurde auf der Abziehschicht auf dieselbe Weise wie in Beispiel 8 gebildet.
Bildung der lichtempfindlichen Schicht
Eine lichtempfindliche Schicht mit einer trockenen Dicke von 1,3 µm wurde auf der polymerisierbaren Schicht auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 erzeugt.
Bildung einer Überzugsschicht
Eine Überzugsschicht mit einer trockenen Dicke von 3,5 µm wurde auf der lichtempfindlichen Schicht auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 ausgebildet.
Ein Farbprüfbild wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 8 hergestellt, wobei das oben hergestellte lichtempfindliche Material verwendet wurde. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden im Farbprüfbild vollständig reproduziert.
Beispiel 16
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 2 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Menge des fluorhaltigen oberflächenaktiven Mittels (Megafac F177P) von 0,07 g auf 0,04 g geändert wurde. Die Menge des fluorhaltigen oberflächenaktiven Mittels beträgt 1 Gew.-% der Abziehschicht.
Beispiel 17
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 16 hergestellt, mit der Ausnahme, daß das fluorhaltige oberflächenaktive Mittel nicht verwendet wurde.
Beispiel 18
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 16 hergestellt, mit der Ausnahme, daß ein oberflächenaktives Mittel, das kein Fluor enthielt (Aron A-20, LL, Toagosei Chemical Industry Co., Ltd.) in einer Menge von 1,3 Gew.-% der Abziehschicht anstelle des fluorhaltigen oberflächenaktiven Mittels (Megafac F177P) verwendet wurde.
Beispiel 19
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 16 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Menge des fluorhaltigen oberflächenaktiven Mittels (Megafac F177P) von 1 Gew.-% auf 0,5 Gew.-% geändert wurde.
Beispiel 20
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 16 hergestellt, mit der Ausnahme, daß das fluorhaltige oberflächenaktive Mittel von Megafac F177P (1 Gew.-%) auf Fluorad FC-430 (1,5 Gew.-%) geändert wurde.
Beispiel 21
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 16 hergestellt, mit der Ausnahme, daß das fluorhaltige oberflächenaktive Mittel von Megafac F177P (1 Gew.-%) auf Megafac FC-176 (1,4 Gew.-%) geändert wurde.
Beispiel 22
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 16 hergestellt, mit der Ausnahme, daß das fluorhaltige oberflächenaktive Mittel von Megafac F177P (1 Gew.-%) auf Surflone 5-113 (1,3 Gew.-%) geändert wurde.
Bewertung der Abziehbarkeit
Die lichtempfindlichen Materialien, die in den Beispielen 16 bis 22 hergestellt wurden, wurden auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 1 bis 3, Vergleichsbeispielen 1 und 2 und Referenzbeispielen 1 und 2 bewertet. Die Ergebnisse werden in Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4
Wie aus den in Tabelle 4 gezeigten Ergebnissen hervorgeht, erfordern die Proben der Beispiele 17 bis 19 eine große Kraft zum Abziehen der Abziehschicht. Daher bilden Beispiele 17 bis 19 kein klares übertragenes Bild. Dieses Problem wird ebenfalls durch Verwendung einer Fluor- Verbindung gelöst, wie in den Beispielen 16 und 20 bis 22 gezeigt ist.
Beispiel 23
Lichtempfindliche Materialien für die Erzeugung eines schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Bildes wurden auf dieselbe Weise wie in Beispiel 16 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die in Beispiel 7 verwendeten schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Pigmente anstelle des gelben Pigments verwendet wurden.
Ein Farbprüfbild wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 7 hergestellt, wobei die oben hergestellten lichtempfindlichen Materialien und das in Beispiel 16 hergestellte lichtempfindliche Material zur Erzeugung eines gelben Bildes verwendet wurden. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden im Farbprüfbild vollständig reproduziert.
Beispiel 24
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 8 hergestellt, mit der Ausnahme, daß 0,09 g Fluorad FC-431 anstelle von 0,07 g Megafac F177P verwendet wurden.
Ein Farbprüfbild wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 8 unter Verwendung des oben hergestellten lichtempfindlichen Materials hergestellt. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden im Farbprüfbild vollständig reproduziert.
Beispiel 25
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Denka Butyral 5000-A auf Esrek BH-3 (Polyvinylbutyralharz, Sekisui Chemical Co., Ltd., durchschnittlicher Polymerisationsgrad: etwa 1700, Butyralisationsgrad: etwa 65 Mol-%, restliches Vinylacetat: 3 Mol-% oder weniger) geändert wurde.
Beispiel 26
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Denka Butyral 5000-A auf Esrek KS-1 (Polyvinylacetalharz aus Butyraldehyd und Propionaldehyd, Sekisui Chemical Co., Ltd., durchschnittlicher Polymerisationsgrad: etwa 500, Acetalisierungsgrad: etwa 70 Mol-%, restliches Vinylacetat: 3 Mol-% oder weniger) geändert wurde.
Beispiel 27
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Denka Butyral 5000-A auf Daiamide 430 (Polyamidharz, Daicel Co., Ltd.) geändert wurde.
Beispiel 28
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Denka Butyral 5000-A auf eine Vinylchlorid/Vinylacetat/Maleinsäureanhydrid-Copolymer (MPR-TM, Nisshin Chemical Industry Co., Ltd.) geändert wurde.
Beispiel 29
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Denka Butyral 5000-A auf ein Ethylen/Vinylacetat-Copolymer (Evaflex #210, Mitsui Du Pont Chemicals Co., Ltd.) geändert wurde.
Referenzbeispiel 7
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Referenzbeispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Denka Butyral 5000-A auf Daiamide 430 (Polyamidharz, Daicel Co. Ltd.) geändert wurde.
Referenzbeispiel 8
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Referenzbeispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Denka Butyral 5000-A auf ein Vinylchlorid/Vinylacetat/Maleinsäureanhydrid- Copolymer (MPR-TM, Nisshin Chemical Industry Co., Ltd.) geändert wurde.
Bewertung der Abziehbarkeit
Die in den Beispielen 1 und 25 bis 29 und in den Referenzbeispielen 7 und 8 hergestellten lichtempfindlichen Materialien wurden auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 1 bis 3, Vergleichsbeispielen 1 und 2 und Referenzbeispielen 1 und 2 bewertet. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 wiedergegeben.
Tabelle 5
Wie aus den in Tabelle 5 gezeigten Ergebnissen hervorgeht, erfordern die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 7 und 8, bei denen ein Photopolymerisationsinitiator verwendet wird, keine große Kraft zum Abziehen der Abziehschicht. Die Werte der nicht­ belichteten und belichteten Proben sind im wesentlichen identisch.
Andererseits erfordern die belichteten Proben der Beispiele 27 bis 29, bei denen Silberhalogenid verwendet wurde, eine sehr große Kraft zum Abziehen der Schicht. Dieses Problem wird durch Verwendung eines Polyvinylacetalharzes als Matrix der Abziehschicht gelöst, wie in den Beispielen 1, 25 und 26 gezeigt ist.
Weiterhin bilden die lichtempfindlichen Materialien der Referenzbeispiele 7 und 8 ein gutes übertragenes Bild. Andererseits wurde nur die unbelichtete Fläche der Proben der Beispiele 27 bis 29 übertragen, während die belichtete Fläche nicht übertragen wurde. Daher bilden Beispiele 27 bis 29 kein klares übertragenes Bild. Dieses Problem wird ebenfalls durch Verwendung eines Polyvinylacetalharzes als Matrix der Abziehschicht gelöst, wie in den Beispielen 1, 25 und 26 gezeigt ist.
Beispiel 30
Lichtempfindliche Materialien für die Erzeugung eines schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Bildes wurden auf dieselbe Weise wie in Beispiel 25 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die schwarzen, cyanfarbenen und magentafarbenen Pigmente, die in Beispiel 7 verwendet wurden, anstelle der gelben Pigmente verwendet wurden.
Ein Farbprüfbild wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 7 unter Verwendung der oben hergestellten lichtempfindlichen Materialien und des in Beispiel 25 hergestellten lichtempfindlichen Materials für die Erzeugung eines gelben Bildes hergestellt. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden im Farbprüfbild vollständig reproduziert.
Beispiel 31
Ein lichtempfindliches Material wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 8 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Matrix der Abziehschicht von Polyamidharz auf ein Polyvinylbutyralharz (Esrek BX-5, Fließerweichungspunkt: 230°C, Sekisui Chemical Co., Ltd.) geändert wurde.
Ein Farbprüfbild wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 8 unter Verwendung des oben hergestellten lichtempfindlichen Materials hergestellt. Die Bildqualität des Farbprüfbildes war ausgezeichnet und die digitalen Bilddaten wurden im Farbprüfbild vollständig reproduziert.

Claims (18)

1. Bilderzeugungsverfahren, umfassend die Schritte (1), (2), (3) und (4):
Bildweise Belichtung einer lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht eines lichtempfindlichen Materials, das einen Träger, eine abziehbare Schicht und die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht in dieser Reihenfolge umfaßt, wobei die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel und eine ethylenisch ungesättigte polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer enthält, und wobei die abziehbare Schicht eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm hat;
(2) Erhitzen der lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht auf eine Temperatur von 70 bis 200°C zur Härtung der ethylenisch ungesättigten polymerisierbaren Verbindung oder des vernetzbaren Polymers innerhalb des belichteten Bereichs oder, in der Alternative, innerhalb des unbelichteten Bereichs;
(3) Aufbringen eines Farbtoners auf die klebrige Oberfläche des ungehärteten Bereichs, wodurch ein Tonerbild darauf erzeugt wird; und
(4) Inkontaktbringen des lichtempfindlichen Materials mit einem Bildaufnahmematerial, wodurch das Tonerbild zusammen mit der abziehbaren Schicht auf das Bildaufnahmematerial übertragen wird.
2. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht eine silberhalogenidhaltige lichtempfindliche Schicht und eine polymerisierbare Schicht umfaßt, die die ethylenisch ungesättigte polymerisierbare Verbindung oder das vernetzbare Polymer enthält; das lichtempfindliche Material den Träger, die abziehbare Schicht, die polymerisierbare Schicht und die lichtempfindliche Schicht in der genannten Reihenfolge umfaßt; und die lichtempfindliche Schicht vom lichtempfindlichen Material zwischen den Schritten (2) und (3) entfernt wird.
3. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schritte (1) bis (4) zwei- oder mehrmals unter Verwendung von Farbtonern mit jeweils einer anderen Farbe wiederholt werden, so daß ein Mehrfarbenbild auf dem Bildaufnahmematerial erzeugt wird.
4. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht ein Matrixpolymer mit einem Fließerweichungspunkt enthält, der höher ist als die Erwärmungstemperatur.
5. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht eine Fluor-Verbindung in einer Menge von nicht weniger als 1 Gew.-% enthält.
6. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht ein Polyvinylacetalharz als Matrix enthält.
7. Bilderzeugungsverfahren, umfassend die Schritte (1), (2) , (3) und (4):
Bildweise Belichtung einer lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht eines lichtempfindlichen Materials, das einen Träger, eine abziehbare Schicht und die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht in dieser Reihenfolge umfaßt, wobei die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel, eine ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer und ein Färbemittel enthält, und die abziehbare Schicht eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm hat;
(2) Erhitzen der lichtempfindlichen polymerisierbaren Schicht auf eine Temperatur von 70 bis 200°C zur Härtung der ethylenisch ungesättigten, polymerisierbaren Verbindung oder des vernetzbaren Polymers innerhalb des belichteten Bereichs oder, in der Alternative, innerhalb des unbelichteten Bereichs;
(3) Entfernung des nicht-gehärteten Bereichs unter Verwendung eines Lösungsmittels zum Erhalt eines gehärteten Farbabdruckbildes; und
(4) Inkontaktbringen des lichtempfindlichen Materials mit einem Bildaufnahmematerial, wodurch das gehärtete Farbabdruckbild zusammen mit der abziehbaren Schicht auf das Bildaufnahmematerial übertragen wird.
8. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht eine lichtempfindliche Schicht, die das Silberhalogenid enthält, und eine polymerisierbare Schicht, die die ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder das vernetzbare Polymer und das Färbemittel enthält, umfaßt; das lichtempfindliche Material den Träger, die abziehbare Schicht, die polymerisierbare Schicht und die lichtempfindliche Schicht in dieser Reihenfolge umfaßt und die lichtempfindliche Schicht vom lichtempfindlichen Material zwischen den Schritten (2) und (3) entfernt wird.
9. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schritte (1) bis (4) zwei- oder mehrmals unter Verwendung von lichtempfindlichen Materialien mit jeweils einer anderen Farbe wiederholt werden, so daß ein Mehrfarbenbild auf dem Bildaufnahmematerial erzeugt wird.
10. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht ein Matrixpolymer mit einem Fließerweichungspunkt enthält, der höher ist als die Erwärmungstemperatur.
11. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht eine Fluor-Verbindung in einer Menge von nicht weniger als 1 Gew.-% enthält.
12. Bilderzeugungsverfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht ein Polyvinylcetalharz als Matrix enthält.
13. Lichtempfindliches Material, umfassend einen Träger, eine abziehbare Schicht und die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht in dieser Reihenfolge, wobei die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht Silberhalogenid, ein Reduktionsmittel und eine ethylenisch ungesättigte polymerisierbare Verbindung oder ein vernetzbares Polymer enthält und die abziehbare Schicht eine Dicke von nicht weniger als 1,0 µm hat.
14. Lichtempfindliches Material gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht eine lichtempfindliche Schicht, die das Silberhalogenid enthält, und eine polymerisierbare Schicht, die die ethylenisch ungesättigte, polymerisierbare Verbindung oder das vernetzbare Polymer enthält, umfaßt, und das lichtempfindliche Material den Träger, die abziehbare Schicht, die polymerisierbare Schicht und die lichtempfindliche Schicht in dieser Reihenfolge umfaßt.
15. Lichtempfindliches Material gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche polymerisierbare Schicht außerdem ein Färbemittel enthält.
16. Lichtempfindliches Material gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht ein Matrixpolymer mit einem Fließerweichungspunkt enthält, der höher ist als die zur Entwicklung des Silberhalogenids erforderliche Erwärmungstemperatur.
17. Lichtempfindliches Material gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht eine Fluor-Verbindung in einer Menge von nicht weniger als 1 Gew.-% enthält.
18. Lichtempfindliches Material gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die abziehbare Schicht ein Polyvinylacetalharz als Matrix enthält.
DE4338079A 1992-11-06 1993-11-08 Bilderzeugungsverfahren unter Verwendung einer Abziehschicht und einer lichtempfindlichen polymerisierbaren silberhalogenidhaltigen Schicht Ceased DE4338079A1 (de)

Applications Claiming Priority (3)

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