DE484828C - Verfahren zur Gewinnung von Fermenten, insbesondere fuer technische Zwecke - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Fermenten, insbesondere fuer technische Zwecke

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DE484828C DEL58244D DEL0058244D DE484828C DE 484828 C DE484828 C DE 484828C DE L58244 D DEL58244 D DE L58244D DE L0058244 D DEL0058244 D DE L0058244D DE 484828 C DE484828 C DE 484828C
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes
    • C12N9/14Hydrolases (3)
    • C12N9/48Hydrolases (3) acting on peptide bonds (3.4)
    • C12N9/50Proteinases, e.g. Endopeptidases (3.4.21-3.4.25)
    • C12N9/52Proteinases, e.g. Endopeptidases (3.4.21-3.4.25) derived from bacteria or Archaea

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Fermenten,`_insbesondere für technische Zwecke Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Herstellung von Fermenten, insbesondere für technische Zwecke, und besteht darin, daß peptonisierende Bakterien, z. B. Bacillus pseudobutyricus (Hüppe), Bacillus mesentericus vulgatus, Bacillus subtilis, Bacterium Hartlebii, auf Aufschwemmungen kleieartiger Stoffe gezüchtet werden.
  • Die Verwendung von Kleie als Nährboden ist an sich bekannt, und zwar für Schimmelpilzkulturen, nicht aber für die vorgenannten Spältpilze. Bisher war nicht bekannt, daß man eine beliebige Fermentbildung mit kleieartigen Stoffen erhält, sondern nur mit Hilfe solcher eiweißhaltiger pflanzlicher Stoffe, bei denen das Verhältnis des assimilierbaren Stickstoffes zu den Kohlenhydraten z : 15 beträgt. Da das Verhältnis des Rohstickstoffes zu den Kohlenhydraten in der Kleie nur etwa r :25 beträgt und nur i/4 des Rohstickstoffes der Kleie assimilierbar ist, so ist das Verhältnis des assimilierbaren Stickstoffes zu den Kohlenhydraten in der Kleie etwa z : xoo. Es war daher nicht vorauszusehen und wurde daher auch nicht für möglich gehalten, daß mit Hilfe gegebenenfalls sterilisierter Aufschwemmung von Kleie Fermente durch Züchtung peptonisierender Bakterien auf diesem Nährboden zu erhalten seien. Gegenüber den bekannten Verfahren zur Herstellung von Peptonpräparaten mit Hilfe des in der Teiggärung sich bildenden Fermentes besitzt das Verfahren den wesentlichen Vorteil, daß es die Gewinnung der Fermente in jeder gewünschten Menge ermöglicht. Gegenüber anderen bekannten Verfahren zur Anreicherung von Bakterienkulturen oder Herstellung haltbarer-Trokkenkulturen besteht der weitere Vorteil darin, daß es nicht notwendig ist, die Reinkulturen erst unter anderen Bedingungen zu züchten.
  • Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, einen stickstoffreichen Nährboden zur Herstellung der diastatischen Fermente zu verwenden, die zur Auflösung stärkehaltiger Appretur benutzt werden. Die dabei gewonnene Diastase soll bei einer Temperatur von 75 bis 85' C sehr rasch die stärkehaltige Appretur auflösen. Bei dem bekannten Verfahren handelt es sich im wesentlichen um stärkelösende Diastase, deren Nährboden aus reinem Sojakuchen mit einer bestimmten Würze und einem Zusatz von vollwertigem Roggen besteht, wodurch besonders die diastatischen Fermente entwickelt werden. Im Gegensatz dazu besitzen die nach dem vorliegenden Verfahren erhaltenen Fermente proteolytischen Charakter. Außerdem sind die nach dem neuen Verfahren gewonnenen Fermente nicht imstande, Temperaturen von 75 bis 85' C standzuhalten. Sie haben vielmehr ihre beste Wirkung bei Körpertemperatur.
  • Beispiele z. 40 g Haferkleie werden mit 11 Wasser unter Zufügung von 15 ccm '-I - Natronlauge an zwei verschiedenen Tagen je 2 Stunden im strömenden Dampfe sterilisiert und darauf mit einem peptonisierenden Bacillus beimpft. Bereits nach 8 Tagen kann die Kultur bei einer geeigneten Temperatur zur Trockne verdampft werden. Man kann sie auch flüssig aufbewahren, am besten unter Zusatz von Toluol oder sonstigen geeigneten Mitteln.
  • Vor dem Eintrocknen kann die Lösung auch filtriert und das Filtrat eingetrocknet werden, ebenso kann man dialysieren und das Dialysat in geeigneter Weise eintrocknen.
  • 2. 5o g Bohnenkleie werden mit Zoo g Wasser und z ccm konzentrierter Natronlauge gemischt, z Stunde im strömenden Wasserdampf sterilisiert und nach dem Erkalten mit Bacillus subtilis beimpft; 4 Tage später wird diese Aufschwemmung zur Trockne verdampft. Die Trockensubstanz ist zu technischen Zwecken verwendbar.
  • 3. 40 g Weizenkeimlinge werden mit 11 Wasser unter Zufügung von 15 ccm -Natronlauge an zwei verschiedenen Tagen je 2 Stunden im strömenden Dampfe sterilisiert und darauf mit einem peptonisierenden Bacillus beimpft. Bereits nach 8 Tagen kann die Kultur bei einer geeigneten Temperatur zur Trockne verdampft werden. Man kann sie auch flüssig aufbewahren, am besten unter Zusatz von Toluol oder sonstigen geeigneten Mitteln. Vor dem Eintrocknen kann die Lösung auch filtriert oder dialysiert und das Filtrat oder Dialysat eingetrocknet werden.
  • 4. Ein Einliterkolben wird mit einer 4prozentigen alkalischen Bohnenkleieaufschwemmung 45 Minuten auf z2o° oder eine Stunde auf offener Flamme erhitzt. 8 Tage nach der Impfung mit einem peptonisierenden Bacillus kann filtriert, eingedampft oder destilliert werden. Die so erhaltene Flüssigkeit ist imstande, Kaninchen per os in Mengen von 2o ccm an drei aufeinanderfolgenden Tagen eingegeben, den durch Einspritzung von Adrenalin künstlich hervorgerufenen Zuckergehalt des Kaninchenharns um etwa 500/, herabzudrücken.

Claims (1)

  1. PATRNTANSPRUCli Verfahren zur Gewinnung von Fermenten, insbesondere für technische Zwecke, durch Züchtung peptonisierender Bakterien auf verhältnismäßigkohlenhydratarmen, dagegen stickstoffhaltigen Nährböden, dadurch gekennzeichnet, daß als Nährböden in an sich bekannter Weise gewonnene und gegebenenfalls sterilisierte Aufschwemmungen kleieartiger Stoffe verwendet werden.
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