DE49739C - Verfahren zur Darstellung von Jodverbindungen des Thymols und ;J-Naphtols - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Jodverbindungen des Thymols und ;J-Naphtols

Info

Publication number
DE49739C
DE49739C DENDAT49739D DE49739DA DE49739C DE 49739 C DE49739 C DE 49739C DE NDAT49739 D DENDAT49739 D DE NDAT49739D DE 49739D A DE49739D A DE 49739DA DE 49739 C DE49739 C DE 49739C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
iodide
iodine
thymol
iodothymol
alkalis
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT49739D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Farbenfabriken Vorm Friedr Bayer and Co
Publication of DE49739C publication Critical patent/DE49739C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C37/00Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring
    • C07C37/62Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by introduction of halogen; by substitution of halogen atoms by other halogen atoms

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Einwirkung von Jod auf Phenole in alkalischer, alkoholischer oder wässeriger Lösung, mit oder ohne Anwendung eines die frei werdende Jodwasserstoffsäure bindenden Mittels, entstehen nach den bisherigen Literaturangaben nur solche Substitutionsproducte, in welchen allein Wasserstoffatome des Kernes durch Jod ersetzt werden (s. Beilstein, II, S. 436—7, Willgerodt, Journ. f. pr. Chemie, 37, S. 447 — 8).
Ueber die andere mögliche Art von Verbindungen, welche eine Ersetzung des Wasserstoffatoms der Hydroxylgruppe durch Jod verstellen, finden sich in der Literatur keine Angaben.
Uns ist es nun gelungen, durch ein einfaches Verfahren diese Gruppe der noch fehlenden Jodsubstitutionsproducte der Phenole darzustellen, und besteht dasselbe darin, in eine alkalische, wässerige Lösung der Phenole eine Lösung von Jod in Jodalkalien einfliefsen zu lassen. Je nach der Natur der zur Verwendung gelangenden Phenole als auch der angewendeten Menge Alkalien entstehen verschiedene Einwirkungsproducte.
In allen Fällen tritt jedoch stets das Wasserstoffatom der Hydroxylgruppe mit in Reaction und wird dasselbe durch Jod substituirt.
Dieses am Sauerstoff sitzende Jodatom ist sehr lose gebunden und deshalb sehr reactionsfähig. Bei Behandlung mit Alkalien, schwefliger Säure oder unterschwefligsauren Salzen' wandert es bei verschiedenen Verbindungen in den Kern, andere wieder geben es bereits beim Liegen an der Luft, noch leichter in feuchtem Zustande bei kurzem Erwärmen bezw. bei Behandlung mit den oben angeführten Reagentien ab. Auf letzterer Eigenschaft beruht vor allem der Werth der nach vorliegenden Verfahren darstellbaren neuen Jodsubstitutionsproducte, weil dieselben so als geruchlose Körper Ersatzmittel für das Jodoform darstellen.
Taugliche Resultate haben wir bisher bei Anwendung der Phenole: Thymol und ß-Naphtol erhalten.
Je nach der Menge des angewendeten Alkalis entstehen beim Thymol entweder ein Mono- oder Dijodsubstitutionsproduct, ß-Naphtol führt zu einem Monojodderivat.
Das oben im allgemeinen angegebene Verfahren zur Darstellung dieser neuen Jodproducte kann man auch in der Weise abändern, dafs man eine alkalische Lösung der Phenole mit Jodalkalien versetzt und das Jod dann durch irgend ein Mittel, wie Chlorkalk, freimacht.
Bei Darstellung von Jodthymoljodid verläuft die Reaction dann im Sinne folgender Gleichung:
CTJ
C6 H3- C3H1 + Ca OCl2 + 2 JNa + H2 O x OH
Si TT
= C3H2J- C3H7 + Ca Cl2
x OJ
HO.
I. Verfahren zur Darstellung von Jodthymoljodid.
5 kg Thymol werden unter Zusatz von 1,2 kg Stangennatron in 10 1 Wasser gelöst und diese klare Flüssigkeit in eine Lösung von 6 kg Jod in 9 kg Jodalkali und 10 1 Wasser bei 15 bis 20° und fortwährendem Umrühren einfliefsen gelassen.
Es entsteht sofort ein dunkel rothbrauner, voluminöser Niederschlag, welcher Jodthymoljodid vorstellt. Es wird abfiltrirt, sorgfältig mit reinem Wasser nachgewaschen und bei gewöhnlicher Temperatur getrocknet.
Das so erhaltene Product stellt ein amorphes, rothbraunes, geruchloses Pulver dar; es ist unlöslich in kaltem wie in heifsem Wasser, schwer löslich in Alkohol, leicht in Aether.
Im Capillarröhrchen färbt es sich bei 6o° dunkelbraun, sintert bei höherer Temperatur allmälig zusammen und ist bei etwa 11 o° unter Entwickelung von Jod geschmolzen.
Ein Jodatom dieses Dijodproductes sitzt am Sauerstoff, und wird dasselbe schon beim Liegen an der Luft abgegeben, vollständig jedoch bei Behandlung mit Natriumhyposulfit oder schwefligsaurem Natron unter Bildung eines weifsen Jodthymols herausgenommen.
Ueberführung von Jodthymoljodid in Jodthymol.
ι kg Jodthymoljodid wird mit 2 1 Wasser angeschlemmt und mit einer Lösung eines Ueberschusses von unterschwefligsaurem Natron versetzt. Unter fortwährendem Schütteln und Erwärmen auf 500 tritt allmälig vollständige Entfärbung ein.
Das resultirende Monojodthymol wird abfiltrirt und zur weiteren Reinigung in wenig Aether gelöst und aus dieser ätherischen Lösung mit Alkohol gefällt.
So gereinigt, stellt es ein weifses Pulver dar, welches bei etwa iio° zusammensintert, in kaltem wie in heifsem Wasser vollständig unlöslich ist. Es ist geruch- und geschmacklos.
II. Verfahren zur Darstellung von
Thymol j ο did.
1,5 kg Thymol werden in 10 !Wasser unter Zusatz von 1,8 kg Stangennatron gelöst und diese Flüssigkeit zu einer Lösung von 5,1 kg Jod in . 9 kg Jodkalium und 10 1 Wasser bei 15 bis 2O° einfliefsen gelassen.
Es entsteht sofort ein rothbrauner Niederschlag , welcher abfiltrirt, sorgfältig gewaschen und bei Zimmertemperatur getrocknet wird. Das so erhaltene Reactionsproduct stellt Thymoljodid dar. Es ist ein tief rothbraunes, amorphes Pulver.
Abgesehen von der Färbung, unterscheidet es sich von dem Jodthymoljodid charakteristisch durch sein Verhalten im Capillarröhrchen. Während letzteres bei 6o° tiefbraunroth gefärbt wird, wird dieses bei dieser Temperatur hell und erst bei 900 färbt es sich wieder dunkel, um bei etwa 13 50 unter Zersetzung zu einer zähen braunen Masse geschmolzen zu sein.
Mit kaustischen Alkalien oder unterschwefligsauren Salzen behandelt, geht es in ein farbloses Jodthymol über.
Ueberführung des Thymoljodids in
Jodthymol.
Behandelt man Thymoljodid, wie oben für Jodthymoljodid ausführlich angegeben ist, so erhält man ein weifses Pulver, welches ein neues Jodthymol vorstellt.
Dasselbe besitzt dieselben Eigenschaften wie das oben beschriebene, ist unlöslich in heifsem wie in kaltem Wasser, schwer in Alkohol, leicht in Aether. Es sintert abweichend von dem Product Jodthymoljodid erst bei 1350 zusammen und schmilzt dann bei etwa 160 bis 1700 zu einer braunrothen harzigen Masse.
Darstellung von ß-Naphtoljodid.
ι ,4 kg β - Naphtol werden in .11 1 Wasser unter Zusatz von 0,2 kg Stangennatron gelöst und die filtrirte Flüssigkeit in eine Lösung von '2,6 kg Jod in 4,5 kg Jodkalium in 10 1 Wasser bei 15 bis 200 unter fortwährendem Umrühren einfliefsen gelassen.
Es entsteht sofort ein brauner, amorpher Niederschlag, der, abfiltrirt, sorgfältig gewaschen und bei gewöhnlicher Temperatur getrocknet, ein graugrünes Pulver ist, welches ß-Naphtoljodid vorstellt. Dasselbe ist in kaltem wie in heifsem Wasser unlöslich, leicht in Alkohol und Aether. Bei Behandlung mit unterschwefligsauren Salzen. etc. wird es unter Bildung von Jod-ß-naphtol entfärbt.
Diese Producte sollen zu pharmaceutischen Zwecken Verwendung finden.

Claims (2)

Patent-Ansprüche: I. Verfahren zur Darstellung von Thymoljodid, Jodthymoljodid, ß-Naphtoljodid, darin bestehend, dafs man:
1. zu einer wässerigen Lösung von Jod in Jodalkalien eine alkalische Lösung der Phenole: Thymol und ß-Naphtol bei 10 bis 300 einfliefsen läfst;
2. zu einer alkalischen Lösung der Phenole: Thymol, ß-Naphtol, Jodalkalien unter Zusatz eines Jod frei machenden Mittels, wie Chlor, unterschwefligsaure Alkalien oder Chlorkalk giebt.
II. Verfahren zur Ueberführung der durch - Anspruch I. geschützten Jodide: Thymoljodid und Jodthymoljodid in Jodthymole, darin bestehend, dafs man Thymoljodid und Jodthymoljodid mit unterschwefligsauren Salzen, schwefligsauren Salzen oder kaustischen Alkalien behandelt oder kocht.
DENDAT49739D Verfahren zur Darstellung von Jodverbindungen des Thymols und ;J-Naphtols Expired - Lifetime DE49739C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE49739C true DE49739C (de)

Family

ID=324643

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT49739D Expired - Lifetime DE49739C (de) Verfahren zur Darstellung von Jodverbindungen des Thymols und ;J-Naphtols

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE49739C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE49739C (de) Verfahren zur Darstellung von Jodverbindungen des Thymols und ;J-Naphtols
DE842198C (de) Verfahren zur Herstellung von Vinylsulfonen
DE2124904C3 (de) Hydroxy- und Alkoxyacetamido-trijodbenzoesäuren, deren Salze mit physiologisch verträglichen Basen, Verfahren zu deren Herstellung und diese Verbindungen enthaltende Röntgenkontrastmittel
DE621915C (de) Verfahren zur Herstellung von C-Alkyl- und C-Aralkylcyclohexandionen-(1, 3)
CH619946A5 (de)
DE970133C (de) Verfahren zur Herstellung von N-Acylderivaten der 3, 5-Diamino-2, 4, 6-trijod-benzoesaeure
AT117475B (de) Verfahren zur Darstellung von Substitutionsprodukten des ß-Jodpyridins.
DE276976C (de)
DE952169C (de) Verfahren zur Herstellung von 6-Oxycumaron-5-carbonsaeuren
AT149503B (de) Verfahren zur Darstellung von N.N'-Dichlorazodicarbonamidin.
DE537106C (de) Verfahren zur Darstellung von o,o -Diphenylphenolphthalein und o, o-Dioxydiphenolphthalein sowie ihren Acetylderivaten
DE704549C (de) Verfahren zur Herstellung von Pplyjodoxyphenylphenylessigsaeuren
DE117767C (de)
DE157553C (de)
DE347608C (de) Verfahren zur Darstellung von Cyanamiden der ª‡-halogenisierten Saeuren
AT270637B (de) Verfahren zur Herstellung des neuen Piperazinsalzes des 1,2-Diphenyl-4-n-butyl-3,5-dioxo-pyrazolidins
DE2264723C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Salzen des 4,4'-(2-Pyridylmethylen)-bis-(phenylhydrogensulfats)
DE544667C (de) Verfahren zur Darstellung von 2-Oxy-3-aminopyridin-5-arsinsaeure
CH324082A (de) Verfahren zur Herstellung von N-Acylderivaten der 3,5-Diamino-2,4,6-trijod-benzoesäure
DE1468344A1 (de) Ungesaettigte saeuren und verfahren zu ihrer herstellung
DE157554C (de)
DE2516267A1 (de) Verfahren zur herstellung von 2-(4- isobutylphenyl)-propiohydroxamsaeure
DE1006124B (de) Roentgenkontrastmittel
DE1012433B (de) Roentgenkontrastmittel
CH321314A (de) Verfahren zur Herstellung von Röntgenbildern