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Technisches Gebiet
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Die
hierin beschriebene Erfindung betrifft modifizierte Biotine, die
zur Herstellung von Konjugaten mit Radionukleiden zur Verwendung
bei der menschlichen und tierischen Diagnose und Therapie, insbesondere zur
Diagnose und Behandlung von pathologischen Zuständen wie Tumoren nützlich sind.
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Die
hierin beschriebene Erfindung betrifft das technische Gebiet der
Erzeugung von Medikamenten.
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Die
hierin beschriebene Erfindung gibt Verbindungen, Verfahren zu deren
Herstellung, Verfahren zu deren Verwendung und Zusammensetzungen
an, die diese enthalten, die für
industrielle Anwendung beim pharmazeutischen Gebiet geeignet sind.
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Die
hierin beschriebene Erfindung gibt Verbindungen, Zusammensetzungen
und Verfahren an, die für die
Freisetzung und Abgabe von Substanzen nützlich sind, die zur diagnostischen
und therapeutischen Medizin und bei der Behandlung von pathologischen
Störungen
von Organen und Geweben nützlich
sind.
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Insbesondere,
obwohl nicht exklusiv, betrifft die hierin beschriebene Erfindung
das Gebiet der Antikrebs-Radiopharmazeutika, womit sowohl Substanzen,
die für
diagnostische Zwecke nützlich
sind, als auch Substanzen gemeint sind, die für die Krebsvorbeugung und -therapie
nützlich
sind.
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Hintergrund der Erfindung
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Die
Tumortherapie wird durch die Verwendung von Substanzen hauptsächlich implementiert,
die Krebszellen zerstören
sollen. Dies kann mit cytotoxischen Substanzen erreicht werden,
die in die Tumorzellen eindringen müssen, um ihre vollständige Wirkung
zu entfalten, oder mit Hilfe der Behandlung der Tumorzellen durch
Bestrahlung mit ausreichender Energie, um die Zellen zu töten. In
beiden Fällen
gibt es das Problem der Freisetzung der Substanzen in möglichst
selektiver Art bei den Zielzellen, um so eine mögliche Schädigung der umgebenden gesunden
Zellen zu vermeiden. Bei Radiopharmazeutika, d.h. Substanzen, die
radioaktive Bereiche tragen, wird das Problem der selektiven Abgabe
des aktiven Teils (d.h. des radioaktiven An teils) an die Tumorzielzelle
als besonders wichtig angesehen, wobei möglichst stark die Diffusion
des Radionukleides in den Körper
oder die Interaktion mit gesunden Zellen vermieden werden soll,
die den Tumor umgeben.
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Für eine Diskussion
aller involvierter Punkte und der bisher vorgeschlagenen Lösungen wird
der Leser auf die US-Patente 5,283,342, 5,608,060 und 5,955,605, übertragen
auf Neorex und basierend auf einer Patentanmeldung, die am 9. Juni
1992 angemeldet ist, verwiesen. Diese Patente werden hierin für Referenzzwecke
spezifisch eingefügt.
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In
diesen Dokumenten wird unter anderem das Problem der Resistenz des
Moleküls,
das das Radionukleid trifft, für
metabolische Attacken des Körpers
diskutiert. Spezifisch ist der Fall, der die meiste Aufmerksamkeit
erregte, das Molekül
von Biotin, das eine der ersten Wahl für die Abgabe des Radionuklides
an die Tumorzellen darstellt, und zwar aufgrund seiner gutbekannten
Wechselwirkung mit Avidinen. Biotin ist, soweit wir aufgrund der
bisherigen Praxis schließen,
an dem Radionukleid-chelatisierenden Teil, z.B. einem Molekül von DOTA, über einen
Linker gebunden. Tatsächlich
zeigen die Neorex-Patienten das Problem der Resistenz des Komplexes,
der aus dem Biotinmolekül
besteht, wenn er mit dem Radionuklid über den Linker verbunden ist,
bezüglich
Biotinidasen, Enzymen, die die Peptidbindung brechen, die in dem
Komplex vorhanden ist. Diese Bindung stammt von der Vereinigung
des Chelatisierungsmittels und Biotin.
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Unter
den sehr erwünschten
Eigenschaften muß das
Molekül
vom Körper
schnell und effizient eliminiert werden und muß aus ausreichend klein (Mw < 1000) sein, um
die leichte Verteilung in extrazelluläre Flüssigkeit zu ermöglichen,
wo es an den Tumor bindet. Zusätzlich
muß es
eine erwiesene Stabilität
in vivo mit nur einer minimalen Aufnahme durch Nicht-Tumorzellen
und eine schnelle (renale) Beseitigung zeigen und darf nicht metabolisiert
werden.
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Zu
diesen Charakteristiken sollte man das Bedürfnis für eine bestimmte Menge der
Stabilität
zwischen dem Biotinteil und dem chelatisierenden Anteil des Moleküls hinzufügen.
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Tatsächlich darf
der chelatisierende Anteil nicht in vivo freigesetzt werden, wobei
Teile des Moleküls freigesetzt
werden, die potentiell für
den Körper
schädlich
sind. Experten auf dem Gebiet sind sich des Problems der Freisetzung
des Radionukleotides des chelatisierenden Anteils sehr bewußt, einschließlich Metallionen,
die für
den Körper
vollständig
fremd sind, die mit Radioaktivität
verschiedener Arten und sogar hochenergetischer Strahlung versehen
sein können,
was daher sehr schädigend
ist.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Es
wurde nun festgestellt, daß die
Verbindung mit der Formel (I), die unten angegeben ist, nicht nur die
Erfordernisse für
eine solche Verbindung in der Therapie und Diagnose von Tumoren
oder anderen Erkrankungen erfüllt,
die mit Verbindungen dieser Art ermittelt und behandelt werden können, sondern
ebenfalls den Vorteil präsentiert,
daß sie
keine metabolische Reaktionen eingeht, die den komplexierenden Teil
des Moleküls freisetzen.
Auf diese Weise wird das Molekül
vollständig
durch den Körper
in unveränderter
Form eliminiert, wodurch das Problem der möglichen Freisetzung des chelatisierenden
Teils vermieden wird, der die Metallionen enthält, die darin eingefangen sind.
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Eines
der Ziele der hierin beschriebenen Erfindung ist daher die Verbindung
mit der Formel (I):
worin:
Q eine -(CH
2)
n-Gruppe ist, worin
n eine ganze Zahl von 4 bis 12 ist, wenn R' nicht existiert, oder Q ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus -(CH
2)
a-CH(R')-(CH
2)
b-, worin a und
b unabhängig
voneinander ganze Zahlen von 0 bis n sind und R' wie unten definiert ist, oder Q Cyclohexyl,
Phenyl ist, wenn R' ein
Substitut am Cyclohexyl- oder Phenylring ist;
R Wasserstoff
oder -A ist, worin -A ein Makrocyclus der Formel (II) ist:
worin die verschiedenen Gruppen
Y, die gleich oder verschieden sein können, ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus Wasserstoff, geradkettigem oder verzweigtem
C
1-4-Alkyl, -(CH
2)
m-COOH, worin m eine ganze Zahl von 1 bis
3 ist; X Wasserstoff oder -CH
2-U-Gruppe
ist, worin U ausgewählt
ist aus Methyl, Ethyl, p-Aminophenyl oder X die -(CHW)
o-Z-Gruppe
ist, worin o eine ganze Zahl von 1 bis 5 ist, W Wasserstoff, Methyl
oder Ethyl ist, Z eine heterocyclische Gruppe mit 5 oder 6 Gliedern
ist, umfassend ein oder mehrere Heteroatome ausgewählt aus
O, N-R
1, wobei R
1 ein
Wasserstoffatom oder eine geradkettige oder verzweigte C
1-4-Alkyl-Gruppe ist, und S; oder Z ausgewählt ist
aus -NH
2, -NH-C(=NH)-NH
2 oder
-S-R
2, worin R2 eine geradkettige oder verzweigte
C
1-4-Alkyl-Gruppe ist;
p eine ganze
Zahl von 2 oder 3 ist;
R' ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus Wasserstoff, geradkettigem oder verzweigtem
C
1-4-Alkyl, -(CH
2)
q-T, worin T ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend
aus S-CH
3, -OH oder -COOH und q die ganze Zahl
von 1 oder 2 ist;
R'' die gleiche Bedeutung
wie R hat, mit den folgenden Bedingungen:
wenn R -A ist, ist
R'' Wasserstoff; wenn
R Wasserstoff ist, ist R'' -A, oder R und R'' sind -(CH
2)
r-A (für
R), wenn R eine ganze Zahl von 4 bis 12 ist, bzw. -A (für R''), wobei Q eine -(CH
2)
n-Gruppe ist, worin n eine ganze Zahl von
4 bis 12 ist.
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Mit
einer geradkettigen oder verzweigten C1-4-Alkyl-Gruppe
ist Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sek-Butyl, Isobutyl
oder tert-Butyl
gemeint.
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Mit
einem Heterocyclus mit 5 oder 6 Gliedern ist ein aromatischer oder
nicht-aromatischer Heterocyclus gemeint, der im Ring zumindest ein
Heteroatom enthält,
ausgewählt
aus O, N-R1 oder S wie zum Beispiel 2-,
3- oder 4-Pyridyl
oder 2-, 4- oder 5-Imidazolyl.
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Eine
erste Gruppe von bevorzugten Verbindungen gemäß dieser Erfindung besteht
in Verbindungen der Formel (I), worin R Wasserstoff, Q -(CH2)n-, worin n eine
ganze Zahl von 4 bis 8 ist, bevorzugt 6, R'' -A,
Y immer -CH2-COOH, X Wasserstoff und p 2
sind.
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Ein
weiteres Ziel der hierin beschriebenen Erfindung besteht in Verbindungen
der Formel (I) mit Radioisotopen für die diagnostische und/oder
therapeutische Verwendung. Beispiele dieser Isotopen sind: Fe-52, Mn-52m,
Co-55, Cu-64, Ga-67, Ga-68, Tc-99m, In-111, I-123, I-125, I-131,
P-32, Sc-47, Cu-67, Y-90, Pd-109, Ag-111, Pm-149, Re-186, Re-188,
At-211, Bi-212, Bi-213, Rh-105, Sm-153, Lu-177 und Au-198.
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Eine
erste Gruppe von bevorzugten Komplexen dieser Erfindung sind solche,
worin bei den Verbindungen mit der Formel (I) R Wasserstoff, Q -(CH2)n-, worin n eine
ganze Zahl von 4 bis 8, bevorzugt 6 ist, R'' -A
ist, Y immer -CH2-COOH ist; X Wasserstoff,
p 2 und das Radioisotop Y-90 sind.
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Weitere
Ziele der hierin beschriebenen Erfindung sind Verfahren zur Herstellung
von Verbindungen der Formel (I) und deren Komplexe mit Radiopharmazeutika.
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Weitere
Ziele der hierin beschriebenen Erfindung sind pharmazeutische und/oder
diagnostische Zusammensetzungen, umfassend Verbindungen der Formel
(I) und deren Komplex wie oben angegeben.
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Andere
Ziele der hierin beschriebenen Erfindung sind die Verwendung von
Verbindungen der Formel (I) und deren Komplexen mit Radioisotopen
als Medikamente oder diagnostische Werkzeuge, insbesondere die Herstellung
von Medikamenten, die in der Tumortherapie oder Diagnose nützlich sind.
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Diese
und andere Ziele, die die hierin beschriebene Erfindung betreffen,
werden detailliert in dem nachfolgenden Teil ebenso durch experimentelle
Beispiele beschrieben.
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Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
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Die
Verbindung gemäß der hierin
beschriebenen Erfindung wird entsprechend dem folgenden Schema hergestellt,
umfassend die folgenden Schritte:
- a) Bildung
einer Amidbindung zwischen der Carboxyl-Gruppe von Biotin und einer
primären
Amin-Gruppe von H2N-Q-NH2-Diamin,
wobei die andere primäre
Amin-Gruppe geeignet zum Beispiel mit einer Boc-Gruppe, falls erforderlich,
geschützt
ist;
- b) Abspaltung der Schutzgruppe der primären Amin-Gruppe;
- c) Reduktion der Amid-Gruppe in eine Amin-Gruppe;
- d) Konjugation mit dem gewünschten
Chelatisierungsmittel der Formel (II) -A.
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Biotin
ist ein kommerzielles Produkt. H2N-Q-NH2-Diamine sind auf dem Markt erhältlich und
können
in jedem Fall unter Anwendung bekannter Verfahren hergestellt werden.
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Der
Schutz der primären
Amin-Gruppe wird leicht unter Verwendung von bekannten Schutzgruppen wie
zum Beispiel Boc erzielt, die in jedem Fall in den Verkaufskatalogen
und der allgemeinen Literatur gefunden werden können.
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Alternativ
kann die Verbindung der Formel (I) gemäß der Erfindung entsprechend
dem folgenden Schema hergestellt werden, wenn R Wasserstoff und
R'' ein makrocyclisches
Chelatisierungsmittel -A ist:
- a) Bildung einer
Amidbindung zwischen der Carboxyl-Gruppe von Biotin und einer primären Amin-Gruppe des
H2N-Q-NH2-Diamins,
wobei die andere primäre
Amin-Gruppe beispielsweise mit einer Boc-Gruppe, falls erforderlich,
geeignet geschützt
ist;
- b) Abspaltung der Schutzgruppe der primären Amin-Gruppe, wenn die Schutzgruppe
vom Alkylurethan-Typ ist, die empfindlich für die Behandlung mit BH3-THF ist, wie zum Beispiel eine Boc-Gruppe;
- c) selektiver Schutz der primären Amin-Gruppe mit einer Schutzgruppe,
ausgewählt
aus solchen, die in der Literatur als resistent für die anschließende Reduktion
angegeben sind und die abgespalten werden können, ohne den Biotinring zu
schädigen
(T.W. Greene, P.G.M. Wuts, "Protective
groups in organic synthesis", 3.
Auflage, J. Wiley & Sons,
Inc., New York, 1999; Handbook of Reagents for Organic Synthesis, "Oxidizing and Reducing
Agents", Herausgeber
S.D. Burke und R.L. Danheiser, J. Wiley & Sons, Inc. New York, 1999);
- d) Reduktion der Amid-Gruppe in eine Amin-Gruppe mit BH3-THF;
- e) Schutz der sekundären
Amin-Gruppe mit einem Schutz, der orthogonal zu den oben genannten
Schutzgruppen ist;
- f) Abspaltung der Schutzgruppe der primären Amin-Gruppe;
- g) Konjugation mit dem gewünschten
Chelatisierungsmittel wie oben definiert;
- h) Abspaltung der Schutzgruppe der sekundären Amin-Gruppe;
- i) oder, wenn R ein makrocyclisches Chelatisierungsmittel -A
und R'' Wasserstoff ist,
nach dem Schritt d):
- j) Konjugation mit dem gewünschten
Chelatisierungsmittel -A; k) Abspaltung der Schutzgruppe der primären Amin-Gruppe.
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Der
Schutz der primären
Amin-Gruppe in Schritt a) wurde bereits oben erläutert. Im Hinblick auf den Schutz
der Amin-Gruppe bei Schritt c) und den Schutz der sekundären Amin-Gruppe
ist der Durchschnittsfachmann in der Lage auf der Grundlage seines
oder ihres Wissens auf dem Gebiet, die angemessene Schutzgruppe
auszuwählen.
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Wenn
R -(CH2)r-A und
R'' -A ist, kann die
Verbindung der Formel (I) entsprechend dem folgenden Schema hergestellt
werden:
- a) Aktivierung der -COOH-Gruppe von
Biotin entsprechend bekannten Verfahren der Peptidsynthese (P. Lloyd-Williams,
F. Albericio, E. Giralt, "Chemical
Approaches to the Synthesis of Peptides and Proteins", CRC Press, Boca
Raton, New York 1997);
- b) Konjugation von Biotin, das mit einem Amin mit der allgemeinen
Formel aktiviert ist: BocNH(CH2)nNH(CH2)-qNHBoc, worin n und q unabhängig von
4 bis 12 variieren können;
- c) Abspaltung der Schutzgruppe Boc;
- d) Reduktion des Amides, falls gewünscht, was wie oben durchgeführt werden
kann;
- e) Konjugation mit dem gewünschten
Chelatisierungsmittels -A.
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Eine
Anzahl von sekundären
Aminen, erläutert
in Schritt b), kann auf dem Markt erhalten werden; andere können geeignet
unter Modifizierung von konventionellen Verfahren hergestellt werden
(siehe zum Beispiel J.B. Hansen, M.C. Nielsen, U. Ehrbar, O. Buchardt,
Synthesis, 1982, 404).
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Die
Konjugation der Verbindung gemäß dieser
Erfindung mit dem Radioisotop zur Erzeugung der Komplexe, die im
Kontext der hierin beschriebenen Erfindung bezweckt sind, wird unter
Anwendung der bekannten traditionellen Verfahren auf dem Gebiet
durchgeführt,
wie zum Beispiel in Paganelli, Chinol et al., European Journal of
Nuclear Medicine, Bd. 26, Nr. 4; April 1999, 348-357 beschrieben
ist.
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Beschreibung der bevorzugten
Ausführungsbeispiele
der Erfindung
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Nachfolgend
folgt eine detaillierte Beschreibung der Herstellung der bevorzugten
Verbindungen der Formel (I), d.h. solcher, worin R Wasserstoff,
Q -(CH2)n- ist,
worin n bevorzugt 6 ist, R'' -A ist, Y immer
-CH2-COOH ist; X Wasserstoff und p 2 ist.
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Das
Verfahren umfaßt:
- a) Bildung einer Amidbindung zwischen der Carboxyl-Gruppe
von Biotin und der primären
Amin-Gruppe von Hexamethylendiamin, die geeignet beispielsweise
mit einer Boc-Gruppe, falls erforderlich, geschützt ist;
- b) Abspaltung der Schutzgruppe der Amin-Gruppe von Hexamethylendiamin;
- c) Reduktion der Amid-Gruppe in eine Amin-Gruppe;
- d) Konjugation mit dem gewünschten
Chelatisierungsmittel.
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Der
Schritt a) im Verfahren der hierin beschriebenen Erfindung besteht
in der Bildung einer Amidbindung zwischen der Biotin-Carboxyl-Gruppe und primären Amin-Gruppe
von Hexamethylendiamin-Boc. Das Biotin wurde mit HATU zur Bildung
eines extrem aktiven Esters in situ behandelt, der mit der Amin-Gruppe
von Hexamethylendiamin-Boc reagiert unter Bildung des relevanten
Amides. Dieser Aktivierungsmechanismus, der vor allem für die Peptidsynthese
in der festen Phase verwendet wird, erfordert ein Basismedium. Zur
Verhinderung einer Reaktion der Base mit einem aktiven Ester werden
tertiäre
organische Basen wie Diisopropylethylamin (DIPEA) oder N-Methylmorpholin
(NMM) verwendet. Der Schutz einer der beiden Amin-Gruppen des Hexamethylendiamins
mit Boc (tert-Butyloxycarbonyl) ist notwendig, um zu verhindern,
daß das
Biotin an beide Enden der Diaminkette bindet. Das Endprodukt wird
von dem Reaktionsmedium nach Verdampfung des Lösungsmittels (DMF) und Ausfällung mit
Wasser isoliert. Das Produkt, das mit Propanol rekristallisiert
ist, wurde durch 1H-NMR, Elementaranalyse
und ESI-MS charakterisiert. Die Reaktionsausbeute ist etwa 88 %.
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Beim
Schritt b) wird Biotinyl-Hexamethylendiamin-Boc in einer Mischung
aus AcOEt/HCl, ungefähr
3 M, zum Abspalten der Boc-Gruppe löslich gemacht. Nach Entfernung
der Lösungsmittelmischung
wurde das Produkt zum vollständigen
Eliminieren von HCl lyophilisiert. Die Probe wurde mit Hilfe der
Rekristallisierung mit einer wäßrigen Lösung bei
einem basischen pH gereinigt und durch 1H-NMR
und TLC charakterisiert.
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Beim
Schritt c) erfolgte die Reduktion der Amid-Gruppe mit BH3-THF. Weil das Reduktionsmittel extrem reaktiv
ist, muß das
Verfahren in wasserfreien Verbindungen durchgeführt werden. Das Ausgangsprodukt wurde
im Vakuum vor der Reaktion gehalten und dann in wasserfreiem THF
(destilliert mit Natrium und Benzophenon) löslich gemacht. Die Reaktionsmischung
wurde in einer Stickstoffatmosphäre
unter Rückfluß gehalten,
bis eine vollständige
Reduktion der Amid-Gruppe (wie durch 1H-NMR-Spektren
aufgezeichnet) stattgefunden hat. Nach Verdampfung des Lösungsmittels
unter vermindertem Druck wurde die Reaktionsmischung mit einer wäßrigen Lösung HCl
behandelt. Nach Lyophilisieren der sauren Lösung wurde das Produkt durch Rekristallisierung
von einer wäßrigen Lösung bei
basischem pH und dann durch Umkehrphasen-Säulenchromatographie gereinigt.
Die Analyse des Produktes erfolgte durch analytische TLC, die seine
Reinheit ergab. Die Reaktionsausbeute ist ungefähr 55 %.
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Der
Schritt d) ergibt die Konjugationsreaktion des reduzierten Biotinyl-Hexamethylendiamins
mit DOTA, die mit den spezifischen Reagenzien für die Bildung der Amidbindungen
in einem wäßrigen Medium
durchgeführt
wird: 1-(3-Dimethylaminopropyl)-3-ethylcarbodiimidhydrochlorid (EDC)
und Sulfo-NHS. DOTA wird in Wasser löslich gemacht und auf einen
pH zwischen pKa3- und pKa4-Werten
eingestellt, um hauptsächlich
eine der vier Carboxyl-Gruppen
zu aktivieren. Auf diese Weise können
wir die Wahrscheinlichkeit des Erhalts von Nebenprodukten reduzieren.
Zu der basischen Lösung
wurden Schwefel-NHS und schließlich
EDC gegeben. Nach der Bildung des aktiven Esters in situ wurde das
reduzierte Biotinyl-Hexamethylendiamin zugegeben, wobei geprüft wurde,
daß der
pH der Lösung
bei etwa 8,6 verblieb. Die Reinigung des rohen Produktes erfolgte durch
semipräparative
HPLC (C18; CH3CN/H2O/TFA 0,1 %; CH3CN
von 5 % bis 25 % in 20 min).
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Die
Ziele der hierin beschriebenen Erfindung sind pharmazeutische oder
diagnostische Zusammensetzungen, die als ihren aktiven Bestandteil
zumindest eine Verbindung der Formel (I) ebenso in der Form eines
Komplexes mit einem Radioisotop oder bei der Verbindung mit der
Formel (I) in Assoziation mit anderen aktiven Bestandteilen enthalten,
die bei der Behandlung der in der hierin beschriebenen Erfindung
angezeigten Erkrankungen nützlich
sind, zum Beispiel andere Produkte, die eine Antikrebsaktivität entfalten;
ebenfalls in getrennten Dosierungsformen oder in Formen, die für die kombinierte
Therapie geeignet sind. Der aktive Bestandteil gemäß der Erfindung
liegt in der Form einer Mischung zusammen mit geeigneten Vehikeln
und/oder Exzipienten vor, die allgemein bei der pharmazeutischen
Technologie verwendet werden, wie beispielsweise solche, die in "Remington's Pharmaceutical
Sciences Handbook",
letzte Ausgabe, beschrieben sind. Die Zusammensetzungen dieser Erfindung
sollen eine therapeutisch effektive Menge des aktiven Bestandteil
enthalten. Die Dosierungen werden durch den Experten auf dem Gebiet,
zum Beispiel dem Arzt der Klinik oder der Erstversorgung, entsprechend
der zu behandelnden Erkrankung und dem Zustand des Patienten oder
zusammen mit der Verabreichung mit anderen aktiven Bestandteilen
bestimmt.
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Beispiele
von pharmazeutischen Zusammensetzungen sind solche, die die parenterale
oder loco-regionale Verabreichung erlauben. Pharmazeutische Zusammensetzungen,
die für
den Zweck geeignet sind, sind Lösungen,
Suspension oder lyophilisierte Formen, die zum Zeitpunkt der Verwendung
erzeugt werden.
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Geeignete
Formen für
die industrielle Anwendung der Erfindung sind Kits für die Krebsradiotherapie wie
zum Beispiel in dem europäischen
Patent Nr. 0 496 074, in dem Papier von Paganelli, Chiol et al.,
veröffentlicht
in European Journal of Nuclear Medicine, Bd. 26, Nr. 4; April 1999;
348-357, in dem US-Patent 5,968,405 und in der relevanten Literatur
beschrieben ist.
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Ein
weiteres Ziel der hierin beschriebenen Erfindung ist ein Kit für die Therapie
oder Diagnose von Tumoren mit Hilfe der Radioaktivität, dadurch
gekennzeichnet, daß zumindest
eine der Verbindungen des Kits eine Verbindung der Formel (I) oder
einen ihrer Komplexe mit einem geeigneten Radioisotop enthält.
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Die
Verbindungen gemäß der Erfindung
sind nützlich
für die
Herstellung von therapeutischen und/oder diagnostischen Mitteln
für die
Behandlung und Diagnose von Tumoren.
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Beispielsweise
können
sie bei Tumorbehandlungsverfahren mit Antikrebs-Radiopharmazeutika
wie zum Beispiel solchen verwendet werden, die in dem europäischen Patent
0 496 074, in dem Papier von Paganelli, Chinol et al., veröffentlicht
in European Journal of Nuclear Medicine, Bd. 26, Nr. 4; April 1999;
348-357, in dem US-Patent 5,968,405 und in der relevanten Literatur
beschrieben sind.
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Das
folgende Beispiel erläutert
die Erfindung weiterhin.
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Beispiel
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Die
NMR-Spektren wurden in DMSO-d6-Lösung aufgezeichnet.
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Zu
einer Lösung
aus Biotin (1 g, 4,1 mmol) und NMM (0,451 ml, 1 äq) in wasserfreiem DMF wurde
eine Lösung
aus N-Boc-Hexamethylendiamin-HCl (1,03 g, 1 äq) und NMM (0,451 ml, 1 äq) in wasserfreiem
DMF gegeben. Nach einigen Minuten wurde eine Lösung aus HATU (1,56 g, 1 äq) in DMF
zugegeben. Die Reaktionsmischung wurde über Nacht bei Raumtemperatur
gerührt
und dann unter vermindertem Druck verdampft. Das somit erhaltene Öl wurde
durch Zugabe von Wasser kristallisiert und mit n-Propanol rekristallisiert,
unter Erhalt von 1,6 g (3,6 mmol, 88 % Ausbeute) der Verbindung
1.
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Das
Produkt war aufgrund der TLC-Beobachtung (Eluent: DCM/MeOH = 5:1;
ermittelt durch Fluorescamin oder Cl2/o-Tolidin)
rein.
Smp.: 174-176°C;
1H-NMR, δH:
1,1 – 1,65
[14H, CH(CH2)3 und
NHCH2(CH2)4], 1,34 (s, 9H, tBu), 2,05 t, 2H, CH2CO), 2,54 (d, 1H, HCHS), 2,74 – 3,15 (6H,
2 × CH2N, HCHS und CHS), 4,12 (m, 1H, CHCHNH),
4,28 (m, 1H, CH2CHNH), 6,36 und 6,42 (zwei
5, 2 × BiOtin
NH), 6,74 (t, 1H, Boc NH), 7,74 (t, 1H, Amid-NH);
ESI-MS: m/e
berechnet [M + H]+ 443,1. gefunden 443,1.
Elementaranalyse:
Berechnet für
C21H38N4O4S·O,5H2O: C 55,85; H 8,7; N 12,4; Gefunden: C 56,2;
H 8,8; N 12,4.
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Zu
einer Suspension aus Biotinyl-Hexamethylendiamin-Boc (1) (1,6 g)
in AcOEt wurden 37%iges wäßriges HCl
gegeben, bis eine Lösung
von ungefähr
3 M in HCl erhalten wurde. Die Lösung
wurde unter magnetischem Rühren
30 min lang gehalten und dann unter vermindertem Druck verdampft.
Das ölige
Produkt wurde dann mit Wasser lyophilisiert, mit NaOH 2M auf pH
12 eingestellt und mit Eis gekühlt,
woraufhin die Lösung einmal
erneut lyophilisiert wurde. Der erhaltene Feststoff (Verbindung
2) wurde mehrere Male mit MeOH zum Eliminieren der vorhandenen Salze
behandelt und dann durch Ausfällung
durch Zugabe von Ethylether zu der Methanollösung gereinigt, unter Erhalt
von 1,1 g (90%ige Ausbeute) der Verbindung 2. Die Verbindung war
bei TLC auf Silicagel (Eluent: n-Propanol/AcOH/h20, 1:1:1) rein,
wie mit einer Lösung
von Fluorescamim in Aceton bei 366 nm und mit Cl2/o-Tolidin untersucht
wurde.
Smp,: 179-182°C);
1H-NMR: entsprechend Verbindung 1, wobei
das tBu-Signal nicht vorlag.
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Zu
einer Lösung
aus 8,8 ml 1 M BH3 in THF, gehalten unter
Stickstoffatmosphäre
bei 0°C,
wurde das Amin 2 (1,5 g, 4,3 mmol), das fein pulverisiert und in
15 ml wasserfreiem THF suspendiert war, gegeben. Die Mischung wurde
unter magnetischem Rühren
bei 0°C
für ungefähr 30 min
gehalten und dann unter Rückfluß gebracht,
bis die Reaktion vollständig
war (der Fortschritt der Reaktion wurde durch 1H-NMR
bei Aliquoten der Reaktionsmischung, die heiß mit 3 M HCl behandelt und
unter vermindertem Druck verdampft war, geprüft. Am Ende der Reaktion wurde
3M HCl zugegeben; die Reaktionsmischung wurde 3 Stunden unter Rückfluß gehalten
und unter vermindertem Druck verdampft. Das rohe Reaktionsprodukt
(Verbindung 3) wurde mit Wasser bei einem pH von ungefähr 12 ausgefällt und
durch RP-CC (LiChroprep RP-8, 40-63 μm; Eluent: H2O/CH3CN/TFA-92:8:0,1) gereinigt, unter Erhalt
von 1,3 g (2,3 mmol, 55%ige Ausbeute) der Verbindung 3, die bei
der TLC-Beobachtung rein war (das gleiche Verfahren wurde für die Verbindung
2 verwendet).
1H-NMR, δH:
1,30 – 1,58
[16H, CH(CH2)4 und
NHCH2(CH2)4] und NHCH2(CH2)4], 2,53 (d, 1H,
HCHS), 2,82 (7H, HCHS und 3 × CH2N), 3,05 (m, 1H, CHS), 4,12 (m, 1H, CHCHNH),
4,28 (m, 1H, CH2CHNH), 6,38 (br, 2 × Biotin NH),
8,03 (br, NH3 +),
8,9 (br, NH2 +).
ESI-MS:
m/e berechnet [M + H]+ 328,23; gefunden
328,2.
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Zu
einer Lösung
aus DOTA·3H2O (100 mg, 0,2 mmol) in Wasser, eingestellt
auf pH 9,2, wurde eine Lösung
aus Sulfo-NHS (86,8 mg, 0,4 mmol) in 1 ml Wasser gegeben. Nach einigen
Minuten wurde eine Lösung aus
EDC (76,7 mg, 0,4 mmol) in 0,5 ml Wasser tropfenweise zugegeben
und mit Eis gekühlt.
Die Reaktionsmischung wurde für
ungefähr
20 Minuten gerührt,
danach wurde eine Lösung
aus Amin 3 (111 mg, 0,2 mmol), aufgelöst in 1 ml Wasser bei pH 8,6,
tropfenweise zugegeben. Nach ungefähr 3 Stunden wurde die Reaktionslösung lyophilisiert
und das rohe Produkt 4 wurde durch Umkehrphasen-HPLC (C18,
A: 0,1 % TFA in CH3CN; B: 0,1 % TFA in Wasser;
von 10 bis 15 % B in 20 min; Rt: 12,6 min) gereinigt, unter Erhalt
von 53 mg (20 %) des Produktes, das bei TLC rein war (gleiches Verfahren
für die
Verbindung 2 angewandt). Der Versuch mit Fluorescamin in Aceton
zum Sicherstellen des Vorhandenseins einer primären Amin-Gruppe ergab negative Ergebnisse.
1H-NMR, δH: 1,3 – 1,6
[16H, CH(CH2)4 und
NHCH2(CH2)4], 2,60 (d, 1H, HCHS), 2, – 2,92 (7H,
HCHS und 3 × CH2N), 3,04 (br a, 16H, 8 × DOTA-Ring CH2),
3,11 (m, 1H, CHS), 3,61 (br s, 8H, 4 × DOTA CH2CO),
4,15 (m, 1H, CHCHNH), 4,33 (m, 1H, CH2CHNH),
6,40 und 6,44 (zwei s, 2 × Biotin
NH), 8,27 (br, Amid NH), 8,54 (br NH2 +).
FAB-MS:
[M + H]+ berechnet 715,9; gefunden 715,6;
ESI-MS:
[M + H]+ gefunden 715,4,
Elementaranalyse:
Berechnet für
C32H58N8O8S-4TFA·H2O: C, 40,41: H, 5,43; N, 9,42. Gefunden:
C, 40,48; H, 5,45; N, 9,09.
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Markierungsversuche,
Avidin-Bindeversuche und Serumstabilitätsversuche wurden mit der Verbindung
durchgeführt,
die in dem vorgenannten Beispiel erläutert ist.
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Bindeversuche
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Avidin
wurde mit 90Y-DOTA-Biotin bei zunehmenden
Mengen an markiertem Biotin reagiert. Das Vorhandensein von anderen
radioaktiven Peaks neben dem des Avidin-Biotin-Komplexes wurde durch
FPLC unter Anwendung der isokratischen Bedingungen, die oben beschrieben
sind, überprüft. Der
Radiopeak, der dem 90Y-DOTA-Biotin/Avidin-Komplex
entspricht, zeigte eine Retentionszeit von 9 min, während der
Peak des nicht-gebundenen 90Y-DOTA-Biotin bei 15 min
eluierte.
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Die
Ergebnisse der Affinitätsuntersuchungen
zwischen Avidin und dem 90Y-markierten Biotin-Derivat von
Beispiel 1 bei dem natürlichen
1:4 molaren Verhältnis
und im molaren Überschuß von Avidin
(1:2) sind in Tabelle 1 zusammengefaßt.
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Tabelle
1: Molare Verhältnisse
Avidin/Biotin-DOTA
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Beginnend
mit einem molaren Überschuß an Avidin
wurde nur ein Peak in dem Radiochromatogramm beobachtet, der dem
Avidin-Biotin-Komplex entsprach. Das gleiche FPLC-Profil wurde mit
einer zweifach erhöhten
Menge an 90Y-DOTA-Biotin erhalten, was demonstriert,
daß die
natürliche
Affinität
des Systems aufrechterhalten wurde.
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Affinitätsstudien
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Der
Ersatz von 90Y-DOTA-Biotin von Avidin durch
die Wirkung von natürlichem
Biotin (Vitamin H), ausgehend von einem Verhältnis von 1:4 Avidin:Biotin,
wurde untersucht. Das komplette Binden bei dem molaren Verhältnis von
Avidin:Biotin von 1:4 wurde anfangs durch Größenexklusion-FLPC unter Anwendung
der oben erwähnten
Bedingungen geprüft.
Aliquote von dieser Lösung
wurden mit erhöhenden
molaren Mengen an Vitamin H zugegeben und nach 15 min Inkubation
bei Raumtemperatur wurden diese durch FPLC analysiert. Das Ausmaß des Ersatzes
wurde durch die Reduktion des Avidin-Biotin-Radiopeaks im Vergleich zum Ansteigen
des verschobenen 90Y-DOTA-Biotin-Radiopeaks
berechnet. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.
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Tabelle
2: Affinitätsstudien
mit Biotin
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Die
Ergebnisse < 1
% wurden als unterhalb des experimentellen Fehlers angesehen.
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Es
ist ersichtlich, daß selbst
ein großer
molarer Überschuß an Vitamin
H das 90Y-DOTA-Biotin, das bereits an Avidin
gebunden war, nicht ersetzen konnte.
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Stabilitätsstudien
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50 μl der markierenden
Mischung, entsprechend 1,85 MBq von 90Y
wurden 20-fach mit Saline oder menschlichem Serum verdünnt und
bei 37°C
inkubiert. Lösungen
wurden bei unterschiedlichen Zeitpunkten an bis zu 144 Stunden nach
dem Markieren analysiert. Zur Durchführung der Analyse wurde ein
Aliquot der Inkubationsmischung zu einem molaren Überschuß von Avidin
gegeben. Das 90Y-DOTA-Biotin/Avidin-Komplexverhältnis gegenüber freiem 90Y wurde wie oben beschrieben durch FPLC
bestimmt.
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Die
Stabilitätsstudien
zeigten, daß in
Saline die Radiomarkierung noch vollständig mit dem Avidin-Biotin-Komplex
bis zu 144 Stunden assoziiert war.
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Im
Serum wurde nur ein Radiopeak anfangs in den Chromatogrammen der
Proben, die bis 48 h inkubiert waren, ermittelt, jedoch wurde danach
eine ständige
Dissoziierung von 90Y von DOTA-Biotin beobachtet, wobei
ein Maximum von 55 % bei 144 h erreicht wurde.
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Beginnend
in der Probe, die 72 h inkubiert war, wurde ein zweiter Peak bei
einer niedrigeren Retentionszeit (8,2 min) in dem Radiochromatogramm
beobachtet, was anzeigt, daß die 90Y-Aktivität mit einer hochmolekularen
Spezies assoziiert war, vermutlich Serumtransferrin.