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Die
vorliegende Erfindung betrifft pharmazeutische Zusammensetzungen,
die die Mittel 3'-Azido-3'-desoxythymidin und
(2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
zu einer Einzelform kombinieren, die nützlich in der Behandlung von
Infektionen mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) sind.
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Hintergrund der Erfindung
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Retrovir® (Zidovudin),
auch bekannt als 3'-Azido-3'-desoxythymidin,
ist zur Behandlung von HIV-Infektionen in Kombination mit anderen
antiretroviralen Mitteln zugelassen. Es ist auch zur Prävention
der mütterlich-fötalen HIV-Übertragung
als Teil eines Schemas indiziert, das orales Zidovudin beginnend
zwischen der 14. und 34. Schwangerschaftswoche, intravenöses Zidovudin
während
der Wehen und Verabreichung von Zidovudin-Sirup an das Neugeborene nach der Geburt
einschließt.
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Die
Therapie mit Retrovir® hat gezeigt, daß sie bei
Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung das Überleben
verlängert
und das Auftreten von opportunistischen Infektionen verringert und
bei asymptomatischen HIV-infizierten
Patienten das Fortschreiten der Krankheit verzögert.
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Die
empfohlene orale Dosis von Retrovir® beträgt 600 mg
pro Tag in unterteilten Dosen in Kombination mit anderen antiretroviralen
Mitteln. Die empfohlene Dosis bei pädiatrischen Patienten im Alter
von 6 Wochen bis 12 Jahren beträgt
160 mg/m2 alle 8 Stunden in Kombination
mit anderen antiretroviralen Mitteln.
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Zidovudin
wird schnell absorbiert und verteilt, wobei Spitzenserumkonzentrationen
innerhalb von 0,5 bis 1,5 Stunden auftreten. Die Eliminierung ist
schnell mit einer Halbwertszeit von ca. 1,5–2 Stunden. Es wird renal durch
den Leberstoffwechsel eliminiert.
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(2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on (ebenfalls
bekannt als Lamivudin, EPIVIR
®, 3TC
®, -cis-1-[2-(Hydroxymethyl)-1,3-oxathiolan-5-yl]cytosin,
(–)-2',3'-Didesoxy-3'-thiacytidin) hat antivirale Aktivität gegen
das humane Immunschwächevirus (HIV)
und andere Viren wie Hepatitis B gezeigt. (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
und seine Verwendung gegen HIV werden in
EP 0382526 und
WO 91/17159 beschrieben. Kristalline
Formen von (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on werden
in
WO 92/21676 beschrieben.
Kombinationen aus (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on mit anderen reversen
Transkriptaseinhibitoren werden in
WO
92/20344 beschrieben.
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Der
Erfolg von modernen Behandlungen von HIV mit multiplen Wirkstoffen
erfordert häufig
eine strikte Einhaltung eines komplexen Behandlungsschemas, das
die Verabreichung vieler unterschiedlicher Wirkstoffe pro Tag erfordern
kann, die zu zeitlich genau abgestimmten Intervallen bei sorgfältiger Beachtung
der Ernährung
verabreicht werden. Die Nichteinhaltung durch den Patienten ist
ein wohlbekanntes Problem, das solche komplexen Behandlungsschemata
begleitet. Die Nichteinhaltung durch den Patienten ist ein kritisches
Problem in der Behandlung von HIV, weil eine solche Nichteinhaltung
zum Auftreten von mehrfach wirkstoffresistenten Stämmen von
HIV führen
kann.
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Die
vorliegende Erfindung befaßt
sich mit dem Problem der Nichteinhaltung durch Formulieren multipler
Wirkstoffe, 3'-Azido-3'-desoxythymidin und
(2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on, zu
einer einzelnen Tablette zur einmal täglichen Verabreichung. Jedoch
würde das
einfache Kombinieren der zwei Wirkstoffe in therapeutischen Dosen
zur einmal täglichen
Verabreichung in einer einzelnen Tablette zu einer Tablette führen, die
eine zu hohe Größe zum Schlucken
ohne Schwierigkeit hat. Außerdem
werden um so mehr Exzipienten benötigt, je größer die Wirkstoffmenge in der
Formulierung ist, um die Mischung zu einer Tablette zu verpressen.
Erhöhte
Mengen einiger Exzipienten können
nachteilige Wirkungen auf die Tabletteneigenschaften haben und können zu
Problemen von beispielsweise Auflösung, Inhaltsgleichförmigkeit,
Härte und
Entmischung führen.
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Außerdem wurde
angenommen, daß die
kurze Halbwertszeit von 3'-Azido-3'-desoxythimidin im Blut und die bevorzugte
Absorption des Wirkstoffs im oberen Teil des Magen-Darm-Trakts eine
einmal tägliche
Dosierung ausschließen
würden.
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Wir
haben eine pharmazeutische Zusammensetzung gefunden, die Zidovudin
und Lamivudin umfaßt und
die Absorptionsgeschwindigkeit des Körpers für Zidovudin der Fläche des
Magen-Darm-Trakts anpaßt, wodurch
die Blutspiegel von Zidovudin kontrolliert und potentielle Nebenwirkungen
reduziert werden. Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
sehen eine einmal tägliche
Dosierung vor, wodurch das Problem der Nichteinhaltung durch den
Patienten und der Pillenbelastung angegangen wird.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Es
ist ein Merkmal der vorliegenden Erfindung, pharmazeutische Zusammensetzungen,
die die aktiven Bestandteile 3'-Azido-3'-desoxythymidin (Zidovudin)
und (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
(Lamivudin) oder pharmazeutisch akzeptable Derivate davon umfassen,
in Form einer Tablette bereitzustellen, die die unterschiedliche
Freisetzung der aktiven Bestandteile vorsieht.
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Ein
weiteres Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines Verfahrens zur Verwendung dieser pharmazeutischen Zusammensetzungen.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung stellt pharmazeutische Zusammensetzungen,
die die aktiven Bestandteile 3'-Azido-3'-desoxythymidin und
(2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yI)-(1H)-pyrimidin-2-on
oder pharmazeutisch akzeptable Derivate davon umfassen, in Form
einer Tablette bereit, die die unterschiedliche Freisetzung der
aktiven Bestandteile vorsieht.
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Ein
weiteres Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines Verfahrens zur Verwendung dieser pharmazeutischen Zusammensetzungen.
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Die
vorliegende Erfindung liefert eine pharmazeutische Zusammensetzung,
die eine Schicht, die eine sichere und therapeutisch wirksame Menge
von Zidovudin und eine sichere und therapeutisch wirksame Menge
von Lamivudin enthält;
und eine zweite Schicht umfaßt,
die eine sichere und therapeutisch wirksame Menge von Zidovudin
oder einem pharmazeutisch akzeptablen Derivat davon und einen pharmazeutisch
akzeptablen Träger
enthält.
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Der
Begriff "sichere
und therapeutisch wirksame Menge" wie
hier verwendet bedeutet eine ausreichende Menge eines Wirkstoffs,
einer Verbindung, einer Zusammensetzung, eines Produkts oder eines
pharmazeutischen Mittels zur Verminderung, Umkehr oder Behandlung
einer Krankheit in einem Menschen oder anderen Säuger ohne ernsthafte Schädigung der
Gewebe des Säugers,
an den der Wirkstoff oder das pharmazeutische Mittel verabreicht
wird.
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Der
Begriff "pharmazeutisch
akzeptables Derivat" wie
hier verwendet bedeutet jedes (jeden) pharmazeutisch akzeptable(n)
Salz, Solvat, Ester oder Salz eines solchen Esters oder jede andere
Verbindung, die bei Verabreichung an den Empfänger den beabsichtigten aktiven
Bestandteil oder einen aktiven Metabolit oder Rest davon (direkt
oder indirekt) bereitstellen kann.
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Der
Begriff "pharmazeutisch
akzeptables Derivat von Zidovudin" wie hier verwendet bedeutet jedes (jeden)
pharmazeutisch akzeptable(n) Salz, Solvat, Ester oder Salz eines
solchen Esters von Zidovudin oder jede andere Verbindung, die bei
Verabreichung an den Empfänger
Zidovudin oder einen antiviral aktiven Metabolit oder Rest davon
(direkt oder indirekt) bereitstellen kann.
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Der
Begriff "pharmazeutisch
akzeptables Derivat von Lamivudin" wie hier verwendet bedeutet jedes (jeden)
pharmazeutisch akzeptable(n) Salz, Solvat, Ester oder Salz eines
solchen Esters von Lamivudin oder jede andere Verbindung, die bei
Verabreichung an den Empfänger
Lamivudin oder einen antiviral aktiven Metabolit oder Rest davon
(direkt oder indirekt) bereitstellen kann. Beispiele für Lamivudinsalze
sind das Hydrochlorid und das Mesylat.
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Bevorzugt
wird (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
im wesentlichen frei vom entsprechenden (+)-Enantiomer bereitgestellt. "Im wesentlichen frei" wie hier verwendet bedeutet,
daß weniger
als ca. 10 % G/G des (+)-Enantiomers im Vergleich zur Menge von
(2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on vorhanden
ist. Bevorzugt ist weniger als ca. 5 % G/G des (+)-Enantiomers im
Vergleich zur Menge von (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
vorhanden.
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Die
vorliegende Erfindung liefert pharmazeutische Zusammensetzungen,
die eine Formulierung mit kontrollierter Freisetzung von 3'-Azido-3'-desoxythymidin oder einem pharmazeutisch
akzeptablen Derivat davon und eine Formulierung mit unmittelbarer
Freisetzung von 3'-Azido-3'-desoxythymidin oder
einem pharmazeutisch akzeptablen Derivat davon und von (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
oder einem pharmazeutisch akzeptablen Derivat davon umfassen. Vorteilhaft umfassen
pharmazeutische Zusammensetzungen eine Schicht, die eine Formulierung
mit kontrollierter Freisetzung von 3'-Azido-3'-desoxythymidin oder einem pharmazeutisch
akzeptablen Derivat davon enthält;
und eine zweite Schicht, die eine Formulierung mit unmittelbarer
Freisetzung von (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on oder einem pharmazeutisch
akzeptablen Derivat davon und von 3'-Azido-3'-desoxythymidin
oder einem pharmazeutisch akzeptablen Derivat davon enthält. Bevorzugt
umfassen die Zusammensetzungen 3'-Azido-3'-desoxythymidin und
(2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sehen eine unmittelbare
Freisetzung von Zidovudin und Lamivudin für den anfänglichen Freisetzungszeitraum
vor, wodurch Sicherheit in der Verabreichung der Wirkstoffe sichergestellt
wird, gefolgt von einer kontrollierten Freisetzung von Zidovudin
im Dünndarm,
um die Absorption in diesem Teil des Magen-Darm-Trakts zu maximieren,
weil die Absorption von Zidovudin im Dickdarm sehr gering ist. Deshalb
wird Zidovudin zum Erreichen therapeutischer Wirkstoffmengen vorteilhaft aus
der Zusammensetzung innerhalb von 3–6 Stunden, am meisten vorteilhaft
innerhalb von 4–5
Stunden freigesetzt. Die Formulierung mit unmittelbarer Freisetzung
in Kombination mit einer Formulierung mit kontrollierter Freisetzung
gemäß der vorliegenden
Erfindung kann eine Freisetzung von Wirkstoff zum Erreichen therapeutischer
Mengen über
den längsten
Absorptionszeitraum hinweg vorsehen. Die Gesamtfreisetzung von Wirkstoff
kann über
den Zeitbereich von 0 bis 3–6
Stunden, bevorzugt 0 bis 4–5
Stunden sein. Erfindungsgemäße Zusammensetzungen
können
die Wirkstofffreisetzung während
der frühen
und späteren
Stunden dieses Bereichs bereitstellen.
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Eine
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist eine Zweischichttablette. Das heißt eine
Schicht kann eine Formulierung von Zidovudin mit kontrollierter
Freisetzung enthalten, und eine zweite Schicht kann eine Formulierung
von Zidovudin und Lamivudin mit unmittelbarer Freisetzung enthalten.
Andere Ausführungsformen
schließen
eine Tablette innerhalb einer Tablette, mehrfach geschichtete Tabletten
(d.h. mehr als zwei Schichten) und Perlen mit kontrollierter Freisetzung
ein, die Wirkstoff, osmotische Mittel wie in osmotischen Pumpen
und die Geschwindigkeit kontrollierende Filmüberzüge enthalten. Der Teil der
Zusammensetzung mit unmittelbarer Freisetzung kann die aktiven Bestandteile
in amorpher Form, kristalliner Form oder einer Mischung daraus enthalten,
vorteilhaft in einer feingemahlenen oder mikronisierten kristallinen
Form. Die Freisetzungsgeschwindigkeit kann durch die Zugabe von
Hilfsbestandteilen mit guter Wasserlöslichkeit und durch Veränderung
der Teilchengrößenverteilung
der aktiven Verbindung beeinflußt
werden.
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Allgemein
können
50–100
% von Zidovudin und 50–100
% von Lamivudin im Teil der Zusammensetzung mit unmittelbarer Freisetzung
in 0,5–2
Stunden oder weniger, vorteilhaft in ca. 5–30 Minuten oder weniger freigesetzt
werden. Die Auflösungsuntersuchung
von Lamivudin und Zidovudin kann unter Verwendung von USP Apparatus
II (Schaufeln) mit 75 U/min mit 0,1N HCl als Auflösungsmedium,
das zuvor auf 37°C äquilibriert wurde,
durchgeführt
werden.
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Der
Teil der Zusammensetzung mit unmittelbarer Freisetzung kann Exzipienten
enthalten, die zur Erhöhung
der Löslichkeit
und Durchlässigkeit
im Dünndarm
und im Dickdarm helfen können,
wodurch die Bioverfügbarkeit
dieses Teils der Zusammensetzung erhöht wird. Allgemein können Beispiele
für solche
Exzipienten pH-Modifikatoren, die die Löslichkeit modifizieren, hygroskopische
oder zerfließende
Mittel zur Erhöhung
der Wasserverfügbarkeit,
Sprudelbestandteile zur Erzeugung von CO2 und
Wasser, Hydrate zur Erzeugung von Wasser zur Auflösung und/oder
Verschnittmittel, um beispielsweise die Löslichkeit zu erhöhen, einschließen.
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Falls
eine amorphe aktive Verbindung im Teil der Zusammensetzung mit unmittelbarer
Freisetzung eingesetzt wird, kann sie in Wasser oder in einem organischen
Lösungsmittel
oder einer Mischung daraus zusammen mit einem oder mehreren Polymeren
unter Verwendung von Techniken und Polymeren gelöst werden, die den Fachleuten
bekannt sind.
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Wenn
kristalline aktive pharmazeutische Bestandteile im Teil der Zusammensetzung
mit unmittelbarer Freisetzung verwendet werden, kann es wünschenswert
sein, leicht wasserlösliche
Hilfsbestandteile hinzuzugeben, zum Beispiel Lactose. Die Freisetzungsgeschwindigkeit
kann durch Verwendung von Sprengmitteln, zum Beispiel vernetztes
Polyvinylpyrrolidon (PVP), oder oberflächenaktiven Substanzen, zum
Beispiel Natriumlaurylsulfat, beschleunigt werden.
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Die
Herstellung des Teils der Zusammensetzung mit unmittelbarer Freisetzung
kann durch den Fachleuten bekannte Verfahren durchgeführt werden.
Allgemein können
die gewünschten
Bestandteile wie aktiver Bestandteil, mikrokristalline Cellulose
und Magnesiumstearat in einem Granulator oder Walzenkompaktierer, gegebenenfalls
mit Wasser und/oder Wasser, das ein Bindemittel enthält, zu einer
trockenen Pulvermischung oder nassen Granulierung granuliert werden.
Die trockene Mischung oder nasse Granulierung kann ein- oder mehrmals
gemahlen und getrocknet werden, bis sie gesiebt oder verpreßt werden
kann. Alternativ kann ein Direktverpressungsverfahren mit einer
trockenen Mischung verwendet werden.
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Der
Teil der Zusammensetzung mit kontrollierter Freisetzung kann wenigstens
ein Mittel zur kontrollierten Freisetzung enthalten, das aus der
Gruppe ausgewählt
ist, die aus hydrophilen gelbildenden Polymeren, wasserunlöslichen
permeablen Polymeren und Mischungen daraus besteht. Der Teil der
kontrollierten Freisetzung kann ca. 10 bis ca. 70 Gew.% solcher
Polymere enthalten. Geeignete Polymere schließen ohne Beschränkung modifizierte
Stärke
oder celluloseartige Substanzen ein, zum Beispiel Methylcellulose,
Ethylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose, Hydroxypropylethylcellulose,
Hydroxypropylcellulose und Natriumcarboxymethylcellulose. Vorteilhaft
kann Hydroxypropylmethylcellulose verwendet werden.
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Die
vorliegende Erfindung liefert eine pharmazeutische Zusammensetzung,
die eine Formulierung von 3'-Azido-3'-desoxythymidin oder
einem pharmazeutisch akzeptablen Derivat davon mit kontrollierter
Freisetzung und eine Formulierung von 3'-Azido-3'-desoxythymidin oder einem pharmazeutisch
akzeptablen Derivat davon und von (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
oder einem pharmazeutisch akzeptablen Derivat davon mit unmittelbarer
Freisetzung umfaßt,
worin die Formulierung mit kontrollierter Freisetzung eine Mischung
aus Polymeren umfaßt.
Polymere können
nach ihrer Viskosität
und ihren hydrophilen und hydrophoben Eigenschaften ausgewählt werden,
um eine Freisetzungsgeschwindigkeit von Zidovudin von ca. 4 bis
6 Stunden, bevorzugt 4 bis 5 Stunden zu erreichen. Vorteilhaft sind
die Polymere in einer Menge von ca. 10 bis ca. 15 % G/G des Teils
der Zusammensetzung mit kontrollierter Freisetzung vorhanden. Polymere
sind in Mengen vorhanden, die eine kontrollierte Freisetzung des
Wirkstoffs wie oben definiert erlauben, während die Einfachheit der Verarbeitung,
Matrixintegrität
und vernünftige
Tablettengröße zur Verabreichung
an Patienten bewahrt werden. Vorteilhaft können Mischungen von Hydroxypropylmethylcellulose
unterschiedlicher Viskositäten
verwendet werden.
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Die
Herstellung des Teils der Formulierung kontrollierter Freisetzung
kann durch jedes den Fachleuten bekannte Verfahren durchgeführt werden.
Solche Verfahren werden zum Beispiel offenbart in P.J. Sheskey et al., "Use of Roller Compaction
in the Preparation of Controlled-Release Hydrophilic Matrix Tablets
Containing Methylcellulose and Hydroxypropyl Methylcellulose Polymers", Pharmaceutical
Technology, Septemer 1994 und P.J. Sheskey et al., "Comparison of Low-Shear
and High-Shear Wet Granulation Techniques and the Influence of Percent
Water Addition in the Preparation of a Controlled- Relase Matrix Tablet
Containing HPMC and a High-Dose, Highly Water-Soluble Drug", Pharmaceutical
Technology, März
1996.
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Allgemein
werden zur Herstellung des Teils der Zusammensetzung mit kontrollierter
Freisetzung Teilchen des aktiven pharmazeutischen Bestandteils,
zum Beispiel Zidovudin, mit einem Mittel zur kontrollierten Freisetzung
vermischt, zum Beispiel Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC), und
gegebenenfalls mit mikrokristalliner Cellulose. Gegebenenfalls wird
ein Bindemittel, zum Beispiel Polyvinylpyrrolidon oder Hydroxypropylcellulose,
in Wasser zur Bildung einer Granulierungslösung gelöst. Danach kann die Granulierungslösung auf
die vermischten Pulver gesprüht
werden, die dann getrocknet werden können. Gegebenenfalls kann ein Schmiermittel,
zum Beispiel Magnesiumstearat, hinzugegeben und mit den zuvor vermischten
Pulvern mit der darauf getrockneten Granulierungslösung vermischt
werden. Andere geeignete Füllstoffe
schließen
ohne Beschränkung
Lactose, Stärke
und zweibasiges Calciumphosphat ein. Ein Stabilisator oder Bindemittel
kann in den Teilen der Zusammensetzung sowohl für die unmittelbare als auch
die kontrollierte Freisetzung fehlen, oder ein Stabilisator oder
Bindemittel kann in einem oder beiden Teilen der Zusammensetzung
für die
unmittelbare Freisetzung und kontrollierte Freisetzung verwendet
werden.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können zusätzliche Bestandteile enthalten.
Solche Bestandteile schließen
ohne Beschränkung
Bindemittel, Überzugsmaterialien,
osmotische Mittel, Verdünnungsmittel,
Exzipienten, Schmiermittel, Füllstoffe,
Gleitmittel, Weichmacher, Sprengmittel und dgl. ein.
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Bindemittel
können
ohne Beschränkung
modifizierte Stärke,
Gelatine und andere Polymere einschließen. Geeignete Bindemittel
können
Maisstärke,
Kartoffelstärke
oder andere Stärken,
Gelatine, natürliche
und synthetische Gummen, zum Beispiel Gummi arabicum, Natriumalginat,
Alginsäure,
andere Alginate, gepulvertes Tragacanthharz, Guargummi, Cellulose
und ihre Derivate, zum Beispiel Ethylcellulose, Celluloseacetat, Carboxymethylcellulosecalcium,
Natriumcarboxymethylcellulose, vorgequollene Stärke, mikrokristalline Cellulose
und Mischungen daraus einschließen.
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Tabletten
können
auf der Außenseite
filmüberzogen
oder zur Trennung der Teile der Zusammensetzung mit unmittelbarer
Freisetzung und kontrollierter Freisetzung filmüberzogen werden. Magensaftresistente, Identifizierungs-,
Erscheinungsbild- und geschmacksmaskierende Überzüge können ebenso wie Überzüge eingesetzt
werden, die die Fähigkeit
zur unmittelbaren Freisetzung oder kontrollierten Freisetzung steigern. Ein Überzug kann
durch Verpressen oder Sprühtrocknen
aufgetragen werden. Die Sprühtrocknung
des äußeren Überzugs
einer Tablette kann den zusätzlichen
Vorteil der Erzeugung einer kleineren, leichter zu schluckenden
Tablette haben.
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Typische
Filmüberzüge können ohne
Beschränkung
Celluloseether, Ethylcellulose, Celluloseester, zum Beispiel Celluloseacetat,
und Polyvinylalkohol einschließen.
Andere Überzugsmaterialien
können
ohne Beschränkung
wasserlösliche
Polymere einschließen,
zum Beispiel Polyethylenglykol, oder Polysaccharide wie Sorbat-Derivate
können
als filmbildender Überzug
verwendet werden und können
Celluloseether wie Ethylcellulose einschließen.
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Osmotische
Mittel können
ohne Beschränkung
Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Magnesiumsulfat, Magnesiumchlorid,
Natriumsulfat, Lithiumsulfat, Harnstoff, Inosit, Saccharose, Lactose,
Glucose, Sorbit, Fructose, Mannit, Dextrose, Magnesiumsuccinat,
saures Kaliumphosphat und dgl. einschließen.
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Andere
Exzipienten können
ohne Beschränkung
Acrylsäure-Derivate,
Wachse wie Carnaubawachs, wasserunlösliche/wasserhalbdurchlässige Polymere
wie Methylcellulose und mikrokristalline Cellulose, wasserunlösliche/vom
Wasser-pH abhängige
Polymere wie Acrylsäure-Acrylester-Kombinationen
und Methacrylsäure-Methacrylester-Kombinationen
und dgl. einschließen.
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Schmiermittel
können
ohne Beschränkung
Calciumstearat, Magnesiumstearat, Mineralöl, leichtes Mineralöl, Glycerin,
Sorbit, Mannit, Polyethylenglykol, andere Glykole, Stearinsäure, Natriumlaurylsulfat,
Talkum, hydriertes Pflanzenöl,
zum Beispiel Erdnußöl, Baumwollsamenöl, Sonnenblumenöl, Sesamöl, Olivenöl, Maisöl und Sojaöl, Zinkstearat,
Ethyloleat, Ethyllaurat, Agar, Syloid-Kieselgel, koaguliertes Aerosol
aus synthetischer Kieselerde, Cab-o-sil® (Cabot
Co.) oder Mischungen daraus einschließen.
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Füllstoffe
können
ohne Beschränkung
Talkum, Calciumcarbonat, mikrokristalline Cellulose, gepulverte Cellulose,
Dextrose, Kaolin, Mannit, Kieselsäure, Sorbit, Lactose, mikrokristalline
Cellulose, Stärke,
vorgequollene Stärke
und Mischungen daraus einschließen.
Das Bindemittel/der Füllstoff
in den pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
kann in einer Menge von ca. 5 bis 65 % G/G der Zusammensetzung vorhanden
sein.
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Gleitmittel
können
ohne Beschränkung
Siliciumdioxid einschließen,
zum kolloidales Siliciumdioxid.
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Weichmacher
können
ohne Beschränkung
Citratester, Öl,
zum Beispiel Rizinusöl,
Polyalkylenglykol, zum Beispiel Polyethylenglykol, Phthalatester,
zum Beispiel Diethylphthalat, und Zitronensäureester, zum Beispiel Triethylcitrat,
einschließen.
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Sprengmittel
können
ohne Bschränkung
Agar-Agar, Alginsäure,
Calciumcarbonat, mikrokristalline Cellulose, Croscarmellosenatrium,
Crospovidon, Polacrylinkalium, Natriumstärkeglykolat, Kartoffel- oder
Tapiocastärke,
andere Stärken,
vorgequollene Stärke,
Tone, andere Algine, andere Cellulosen, Gummen oder Mischungen daraus
einschließen.
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Ein
anderes Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Vereinfachung
von Behandlungsschemata für HIV
und andere Viren mit dem Ziel der Steigerung der Einhaltung durch
den Patienten durch Bereitstellung einer vereinfachten Arzneiform,
die pharmazeutisch akzeptable Mengen von 3'-Azido-3'-desoxythymidin und (2R,cis)-4-Amino-1-(2-hydroxymethyl-1,3-oxathiolan-5-yl)-(1H)-pyrimidin-2-on
oder pharmazeutisch akzeptablen Derivaten davon enthält.
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Die
vorliegende Erfindung liefert auch ein Verfahren zur Behandlung,
Umkehr, Reduzierung oder Inhibierung von retroviralen Infektionen,
insbesondere HIV-Infektionen, in einem Säuger, insbesondere einem Menschen,
wobei das Verfahren das Verabreichen einer sicheren und wirksamen
Menge einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
an den Säuger
umfaßt.
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Es
wird für
die Fachleute ersichtlich sein, daß sich hier ein Verweis auf "Behandlung" sowohl auf die Prophylaxe
als auch auf die Behandlung einer etablierten Krankheit, Infektion
oder deren Symptome erstreckt.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können 0 bis ca. 5 % Magnesiumstearat;
ca. 0,05 bis ca. 10 % Gleitmittel; 0 bis ca. 15 % Natriumstärkeglykolat;
und ca. 10 bis ca. 60 % mikrokristalline Cellulose einschließen.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können gegebenenfalls
Siliciumdioxid (SiO2), auch bezeichnet als
kolloidale Kieselerde, Quarzstaub, pyrogene Kieselsäure, leichte
wasserfreie Kieselsäure,
Kieselsäureanhydrid,
AEROSILTM oder CAB-O-SILTM;
asbestfreies Talkum, Natriumaluminosilicat, Calciumsilicat, gepulverte
Cellulose, mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Natriumbenzoat, Calciumcarbonat,
Magnesiumcarbonat, Metallstearate, Calciumstearat, Magnesiumstearat,
Zinkstearat, Stearowet C, Stärke,
Stärke
1500, Magnesiumlaurylsulfat, Magnesiumoxid, kolloidales Siliciumdioxid
in Kombination mit mikrokristalliner Cellulose oder ProSolveTM enthalten.
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Verfahren
zur Herstellung von Lamivudin werden u.a. beschrieben in
WO 91/17159 ,
WO 92/21676 ,
WO 92/20669 ,
WO 95/29174 , hier durch Verweis eingeführt.
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Zidovudin
kann zum Beispiel hergestellt werden wie in
US-PS 4,724,232 beschrieben,
hier durch Verweis eingeführt.
Zidovudin kann auch erhalten werden von Aldrich Chemical Co., Milwaukee,
WI 53233, USA.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen der Erfindung werden vorteilhaft
als pharmazeutische Zusammensetzungen angeboten, die zur oralen
Verabreichung geeignet sind. Solche Zusammensetzungen können zweckmäßig als
diskrete Einheiten wie Tabletten, Caplets, Kapseln oder jede andere
Form angeboten werden, die geeignet zur oralen Verabreichung und
kompatibel mit den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
ist, wobei jede Form eine vorgegebene Menge der aktiven Bestandteile
enthält.
Eine besonders geeignete Zusammensetzung kann aus Direktverpressungs-
oder Granulierungsverfahren hergestellt werden. Solche Zusammensetzungen
können
sichere und wirksame Mengen von herkömmlichen Exzipienten wie Bindemitteln,
Füllstoffen,
Schmiermitteln oder Sprengmitteln enthalten. Die Tabletten können auch
gemäß beliebigen,
den Fachleuten bekannten Verfahren überzogen werden, die nicht
mit den Freisetzungseigenschaften der Tabletten oder mit den anderen
physikalischen oder chemischen Eigenschaften der vorliegenden Erfindung
Wechselwirken würden.
Die Tablettenbeschichtung wird ferner beschrieben und umrissen von
Remington, The Science & Practice
of Pharmacy, 19. Auflage, 1995, hier durch Verweis eingeführt. Die
Zusammensetzungen können
auch eine sichere und wirksame Menge von anderen aktiven Bestandteilen
wie antimikrobiellen Mitteln oder Konservierungsmitteln einschließen.
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Diese
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sind geeignet zur Verabreichung
an Menschen oder andere Säuger,
insbesondere über
einen oralen Verabreichungsweg. Jedoch sind andere Wege, wie sie
von Ärzten
und anderen Fachleuten für
die Verabreichung pharmazeutischer Dosierungen, wie Pharmazeuten
und Krankenschwestern, verwendet werden, nicht ausgeschlossen.
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Die
Fachleute werden einsehen, daß die
Menge der aktiven Bestandteile, die zur Verwendung in der Behandlung
erforderlich ist, gemäß einer
Vielzahl von Faktoren variieren wird, die die Natur des behandelten Zustands
und das Alter und den Zustand des Patienten einschließen, und
letztlich in der Verantwortung des behandelnden Arztes, Tierarztes
oder Praktikers des Gesundheitswesens liegen wird.
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Die
derzeitige empfohlene orale Dosis vom Epivir® (Lamivudin)
für Erwachsene
und Heranwachsende beträgt
150 mg zweimal täglich,
verabreicht in Kombination mit anderen antiretroviralen Mitteln.
Für Erwachsene
mit einem niedrigen Körpergewicht
(weniger als 50 kg oder 110 lb) beträgt die derzeitige empfohlene
orale Dosis von Lamivudin 2 mg/kg zweimal täglich, verabreicht in Kombination
mit anderen antiretroviralen Mitteln. Die empfohlene orale Dosis
von Lamivudin bei pädiatrischen
Patienten im Alter von 3 Monaten bis 12 Jahren beträgt 4 mg/kg
zweimal täglich
bis zu maximal 150 mg zweimal täglich,
verabreicht in Kombination mit anderen antiretroviralen Mitteln.
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Die
empfohlene orale Dosis von Retrovir® (Zidovudin)
beträgt
600 mg pro Tag in unterteilten Dosen in Kombination mit anderen
antiretroviralen Mitteln. Die empfohlene Dosis bei pädiatrischen
Patienten im Alter von 6 Wochen bis 12 Jahren beträgt 160 mg/m2 alle 8 Stunden in Kombination mit anderen
antiretroviralen Mitteln.
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Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung können
20–60
% G/G Zidovudin und 20–60
% G/G Lamivudin in einer Schicht und 40–80 % G/G Zidovudin in der
anderen Schicht enthalten. Vorteilhaft können die Zusammensetzungen
40 % G/G Zidovudin und 40 % G/G Lamivudin in einer Schicht und 60
% Zidovudin in der anderen Schicht enthalten.
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Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung ermöglichen
den Patienten eine größere Freiheit von
Medikationsschemata mit multipler Dosierung und eine Vereinfachung
der erforderlichen Sorgfalt, die beim Erinnern der komplexen täglichen
Dosierungszeiten und -schemata erforderlich ist. Durch Kombinieren
von Zidovudin und Lamivudin in einer Einzelarzneiform mit unterschiedlichen
Freisetzungsgeschwindigkeiten können
die gewünschten
täglichen
Dosen in einer Einzeldosis angeboten werden. Die Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung sind besonders geeignet zur Verabreichung
als Einzeldosis einmal täglich.
Vorteilhaft können
die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung einmal täglich verabreicht
werden.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung erlauben zweckmäßig die
Verabreichung von zwei separaten Verbindungen in einer Einheitsarzneiform,
die zum Beispiel ca. 100 bis ca. 750 mg Zidovudin, insbesondere
ca. 450 bis ca. 600 mg Zidovudin und ganz besonders ca. 600 mg Zidovudin
und ca. 50 bis ca. 450 mg Lamivudin, insbesondere ca. 200 bis ca.
400 mg Lamivudin und ganz besonders 300 mg Lamivudin pro Einheitsarzneiform
enthält.
Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann in Kombination mit anderen
pharmazeutischen Formulierungen als Komponente eines Behandlungsschemas
mit mehrfachen Wirkstoffen verwendet werden.
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Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung können
auch als Herstellungserzeugnisse verpackt werden, die eine sichere
und therapeutisch wirksame Menge von Zidovudin oder einem pharmazeutisch
akzeptablen Derivat davon; und eine sichere und therapeutisch wirksame
Menge von Lamivudin oder einem pharmazeutisch akzeptablen Derivat
davon umfassen.
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Alle
der verschiedenen, den Fachleuten bekannten verschiedenen Verfahren
zur Verpackung von Tabletten, Caplets oder anderen festen Arzneiformen,
die zur oralen Verabreichung geeignet sind, die nicht die Komponenten
der vorliegenden Erfindung verschlechtern werden, sind zur Verwendung
in der Verpackung geeignet. Tabletten, Caplets oder andere feste
Arzneiformen, die zur oralen Verabreichung geeignet sind, können in
verschiedenen Verpackungsmaterialien verpackt werden und enthalten
sein, insbesondere Glas- und Kunststoffflaschen, die auch Einheitsdosis-Blisterverpackung
einschließen.
Das Verpackungsmaterial kann auch darauf aufgedruckte Etiketten
und Informationen in bezug auf die pharmazeutische Zusammensetzung
aufweisen. Zusätzlich
kann ein Herstellungserzeugnis eine Broschüre, einen Bericht, eine Notiz,
ein Büchlein
oder einen Zettel enthalten, der/die/das Produktinformationen enthält. Diese
Form der pharmazeutischen Information wird in der pharmazeutischen
Industrie als "Packungsbeilage" bezeichnet. Eine
Packungsbeilage kann einem pharmazeutischen Herstellungserzeugnis
beigelegt oder darin eingeschlossen sein. Die Packungsbeilage und
jedes Herstellungserzeugnisetikett liefern Informationen in bezug
auf die pharmazeutische Zusammensetzung. Die Informationen und das
Etikett liefern verschiedene Formen von Informationen, die von Fachleuten für die Gesundheitsvorsorge
und von Patienten verwendet werden, wobei sie die Zusammensetzung,
ihre Dosierung und verschiedene andere Parameter beschreiben, die
von Zulassungsbehörden
wie der United States Food and Drug Agency gefordert werden.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können unter Verwendung von Verfahren
und Techniken formuliert werden, die für die physikalischen und chemischen
Eigenschaften der Zusammensetzungen geeignet sind und herkömmlich von
Fachleuten bei der Herstellung oraler Arzneiformen unter Verwendung von
Direktverpressungs- und Granulierungsverfahren eingesetzt werden.
Remington, The Science & Practice of
Pharmacy, S. 1615–1623,
1625–1648
und andere zutreffende Abschnitte, 19. Auflage (1995).
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Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung in ihrem Verfahrensaspekt werden an einen
Menschen oder anderen Säuger
in einer sicheren und wirksamen Menge wie hier beschrieben verabreicht.
Diese sicheren und wirksamen Mengen werden gemäß dem Typ und der Größe des behandelten
Säugers
und den gewünschten
Behandlungsergebnissen variieren.
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Beispiele
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Die
folgenden Beispiele beschrieben und zeigen ferner besondere Ausführungsformen
im Umfang der vorliegenden Erfindung.
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Beispiel 1
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Herstellungsformel
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Material für unmittelbare Freisetzung
| Material | Funktion | Einheitsmenge (mg/Tabl.) | %
G/G | Einheitsmenge (kg/Charge) |
| Schicht
für unmittelbare
Freisetzung | | | | |
| Zidovudin | Wirkstoff | 300 | 35,29 | 1,41 |
| Lamivudin | Wirkstoff | 300 | 35,29 | 1,41 |
| Avicel
PH 102 | Verdünnungsmittel/Bindemittel | 215,65 | 25,37 | 1,01 |
| Natriumstärkeglykolat | Sprengmittel | 25,50 | 3,0 | 0,12 |
| Kolloidales
Siliciumdioxid | Gleitmittel | 2,55 | 0,3 | 0,012 |
| Magnesiumstearat | Schmiermittel | 6,38 | 0,75 | 0,03 |
| Gesamt | | 850 | 100 | 4,0 |
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Abwiegen und Vermischen
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- 1. Die geeigneten Mengen (siehe obige Tabelle)
von Zidovudin, Lamivudin, Avicel, Natriumstärkeglykolat und kolloidalem
Siliciumdioxid wurden abgewogen und in der obigen Tabelle aufgezeichnet.
- 2. Kolloidales Siliciumdioxid und Avicel wurden zusammen für Siebzwecke
vermischt.
- 3. Die Materialien wurden in der folgenden Reihenfolge gesiebt:
Mischung
aus Zidovudin, Lamivudin, Avicel und kolloidalem Siliciumdioxid
und Natriumstärkeglykolat.
- 4. Die gesiebten Bestandteile aus dem obigen Schritt 3 wurden
in einen V-Wannenmischer mit 16 Quart gegeben.
- 5. Die Bestandteile wurden für
15 Minuten vermischt.
- 6. Die geeignete Menge Magnesiumstearat wurden abgewogen und
das Gewicht in der obigen Tabelle aufgezeichnet.
- 7. Das Magnesiumstearat wurde gesiebt.
- 8. Das Magnesiumstearat wurde zum gemischten Material hinzugegeben
und für
2 Minuten geschmiert.
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Herstellungsformel
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Material für kontrollierte Freisetzung
| Material | Funktion | Einheitsmenge (mg/Tabl.) | %
G/G | Einheitsmenge (kg/Charge) |
| Schicht
für kontrollierte
Freisetzung | | | | |
| Zidovudin | Wirkstoff | 300 | 60,0 | 3,0 |
| HPMC
K100LVP | Freisetzungskontrolle | 25 | 5 | 0,25 |
| HPMC
E4MP | Freisetzungskontrolle | 25 | 5 | 0,25 |
| Avicel
PH 102 | Verdünnungsmittel/Bindemittel | 143,75 | 28,75 | 1,4375 |
| Kolloidales
Siliciumdioxid | Gleitmittel | 2,5 | 0,5 | 0,025 |
| Magnesiumstearat | Schmiermittel | 3,75 | 0,75 | 0,0375 |
| Gesamt | | 500 | 100 | 5,00 |
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Abwiegen und Vermischen
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- 9. Die geeigneten Mengen (siehe obige Tabelle)
von Zidovudin, K100LVP, E4M, Avicel und kolloidalem Siliciumdioxid
wurden abgewogen und in der obigen Tabelle aufgezeichnet.
- 10. Kolloidales Siliciumdioxid und Avicel wurden zusammen für Siebzwecke
vermischt.
- 11. Die Materialien wurden in der folgenden Reihenfolge gesiebt:
Mischung
aus Zidovudin, K100LVP, E4M und Avicel und kolloidales Siliciumdioxid.
- 12. Die gesiebten Bestandteile aus dem obigen Schritt 10 wurden
in einen V-Wannenmischer mit 16 Quart gegeben.
- 13. Die Bestandteile wurden für 15 Minuten vermischt.
- 14. Die geeignete Menge Magnesiumstearat wurde abgewogen und
das Gewicht wurde in der obigen Tabelle aufgezeichnet.
- 15. Das Magnesiumstearat wurde gesiebt.
- 16. Das Magnesiumstearat wurde zum gemischten Material gegeben
und für
2 Minuten vermischt.
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Verpressen
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Die
Tablettenmischung für
die unmittelbare Freisetzung und die Tablettenmischung für die kontrollierte Freisetzung
wurden unter Verwendung einer geeigneten Zweischichttablettenpresse
oder Mehrschichttablettenpresse zum Erhalt der fertigen Tabletten
verpreßt.
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Alternativ
können
entweder die Schicht für
die unmittelbare Freisetzung oder die Schicht für die kontrollierte Freisetzung
durch Naßgranulierung
verarbeitet werden, wenn die Wirkstoffsubstanzen in der Mischung
aus Exzipienten oder gelöst
oder suspendiert in der Bindemittellösung oder im Granulierungslösungsmittel
sind. Alternativ kann entweder die Schicht für die unmittelbare Freisetzung
oder die Schicht für
die kontrollierte Freisetzung durch Walzenkompaktierung verarbeitet
werden, wenn die Exzipienten und Wirkstoffsubstanzen unter verschiedenen
Drücken
kompaktiert werden, um zur Tablettenverpressung geeignete Granalien herzustellen.
Das Verpressen kann auf einer Standardtablettenpresse oder einer
Zweischichttablettenpresse erreicht werden.