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Dichtleiste zum Einsetzen in die senkrechten Rauchgaszüge von Gliederkesseln
Die Erfindung bezieht sich auf eine Dichtleiste zum Einsetzen in die senkrechten
Rauchgaszüge von Gliederkesseln über den Stoßstellen der die Rauchgaszüge begrenzenden,
an den Gliedern angegossenen Leisten.
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Derartige Dichtleisten dienen dazu, die undicht gewordenen, an den
Gliedern von gußeisernen Gliederkesseln angegossenen Leisten abzudecken. An diesen
Leisten, welche die Rauchgaskanäle bilden, treten im. Laufe der Zeit Anfressungen.
auf, die durch die Heizgase und durch die von den Heizgasen mitgerissenen Flugaschenbestandteile
verursacht werden. und bis zur vollständigen Zerstörung der angegossenen Leisten
führen können. An solchen undichten Stellen oder Fugen der Leisten können die Rauchgase
auf dem kürzesten Weg zum Kamin :entweichen. Die Leistung des Kessels wird dadurch
sehr herabgesetzt, und der Brennstoffverbrauch steigt dementsprechend, obwohl die
Kesselglieder an sich noch. gut erhalten . sind. Die Abdich@ tung mit Eisenkitt
hat sich nicht bewährt, weil der Eisenkitt nach kurzer Dauer durch die Einwirkung
des Feuers wieder abbröckelt.-Es sind Dichtleisten aus T-Eisen bekannt, die mit
ihrem Steg durch die zwischen den Kesselleisten entstandenen Fugen gesteckt werden,
so daB der Steg in den Feuerraum hineinragt. Die an dem Steg vorgesehenen Lappen
werden im Feuerraum umgebogen, um die Dichtleisten an den Kesselleisten festzuhalten.
Die Dichtleisten werden auch mit Hilfe von Knebelschrauben befestigt, die ebenfalls
vom Feuerraum aus in die Dichtleisten eingeschraubt und festgezogen werden müsisen.
Diese bekannten Vorrichtungen haben im wesentlichen folgende Nachteile: Erstens
kann insbesondere mit den T-förmigen Dichtleisten die Abdichtung erst dann vorgenommen
werden, wenn die Zersetzung der angegossenen Kesselleisten schonerheblich fortgeschritten
ist und die Fugen die zum Durchstecken der Stege bzw. der Schraubenerforderliche
Breite erhalten haben. In der Zwischenzeit ist infolge der Undichtheiten schon viel
Brennstoff vergeudet worden, und der Kessel hat bereits seit langem unwirtschaftlich
gearbeitet. Außerdem schreitet die Zerstörung, sobald erst einmal merkliche Fugenentstanden
sind, immer schneller fort, weil die von den Heizgasen durch die undichten Stellen
mitgerissene Flugasche die Fugen immer mehr ausschmirgelt und die zersetzenden Bestandteile
der Heizgase immer größere Angriffsmöglichkeiten erbalten. .Sollten diese Dichtleisten
schon bei kleineren Zerstörungen angebracht werden, ,so müßten die Fugen künstlich
aufgeweitet oder z. B. besondere Löcher zum Durchstecken der Knebelschrawben
gebohrt
werden. Diese vom Feuerratzn aus vorzunehmende Arbeit ist sehr schwierig und umständlich
und erfordert bei kleineren oder engen Feuerräumen sogar den Abbau des vorderen
Kesselgliedes.
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Zweitens ist der Einbau und die Befestigung der bekannten Dichtleisten
nur bei stillgesetztem Kessel möglich, was insbesondere im Winter zu erheblichen
Unzuträglichkeiten führt und meistens die Ursache dafür ist; daß von der Anbringung
der Dichtleisten ganz Abstand genommen wird. Die Abnahme des Vordergliedes oder
sogar noch weiterer Teile des Kessels; um den Feuerraum gut zugänglich zu machen,
ist eine sehr zeitraubende Arbeit und erfordert größere Kosten. Viele Kesselbesitzer
unterlassen unter diesen Umständen die Ausbesserung, so daß der Kessel schließlich
wegen seiner Unwirtschaftlichkeit ersetzt werden muß.
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Drittens kommt noch hinzu, daß bei den bekannten Dichtleisten die
Befestigungsmittel, wie die umgebogenen Laschen oder die Knebelschrauben, unmütelbarim
Feuerraum liegen und daher der ständigen Einwirkung der Feuerglut ausgesetzt sind.
Die große Hitze und die zersetzende Wirkung der Heizgasbestandteile verursachen
eine baldige Zerstörung dieser im Feuerraum liegenden Befestigungsmittel, wodurch
die Dichtleisten ihren Halt verlieren und die Undichtheiten wieder auftreten.
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Nach der Erfindung ist die der angegos, senen Dichtleiste angepaßte,
am oberen Ende nach bekannter Weise hakenförmig umgebogene Dichtleiste unten mit
einer an der gegenüberliegenden Wand des Rauchgaskanals abstützbaren Klemmvorrichtung
versehen, durch welche die auf der Kesselseite aufgehängte Dichtleiste fest gegen
die Kesselleiste angedrückt wird.
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Der gegenüber dem Bekannten erzielte technische Fortschritt besteht
darin, daß die Dichtleisten auch bei vollem Betrieb des Kesr sels ohne besondere
Schwierigkeit schnell eingebaut werden können. Zu diesem Zweck genügt es, die Dichtleisten
einfach durch die oberen Reinigungsöffnungen- des Kessels von oben in den Rauchgäskanaleinzubringen
und durch die Klemmvorrichtung an beliebiger Stelle gegen die gegenüberliegende
Wand ab, zustutzen. Die Dichtleiste ist unverrückbar festgeklemmt: Die unerwünschte
Befestigung vom Feuerraum aus kommt in Fortfall. Die Dichtleisten gemäß der Erfindung
können ferner ganz unabhängig von dem bereits erreichten Maß der Zerstörung der
angegos, senen Kesselleisten befestigt werden, so daß der Kessel schon bei geringfügigen
Zersetzungserscheinungen und Undichtheiten instand gesetzt werden kann. Dadurch
wird weiteren Zerstörungen vorgebeugt und die Wirtschaftlichkeit sowie die Lebensdauer
des Kessels erhöht. Die Dichtleisten gemäß * der Erfindung lassen sich ebensogut
auch bei weit vorgeschrittenen Störungen. und breiten Fugen anbringen. Die Klemmvorrichtung,
welche zur hefestigung der Dichtleisten dient, liegt nicht im Feuerraum, sondern
in den Rauchgaskanälen, in denen bereits eine niedrigere TemperatuT herrscht. Daher
wird die Klemmvorrichtung nicht unter der Einwirkung der unmittelbaren Feuerhitze
angegriffen und zerstört, so däß ihre Lebensdauer erhöht ist.
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Schließlich können die Dichtleisten trotz ihres festen Sitzes leicht
wieder aus dem Kessel entfernt werden, wenn sie beispielsweise ausgewechselt werden
sollen. Hierfür ist lediglich durch die Reinigungsöffnung hindurch die Klemmvorrichtung
zu lockern, und zu lösen, worauf die Dichtleisten nach oben durch die Reinigungsöffnung
herausgezogen werden können.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
veranschaulicht, und zwar zeigen Abb.-i im Schnitt die Hälfte eines Gliederkessels
mit einer Dichtleiste, Abb.2 die Lage der Dichtleiste, eingesetzt, aber -nicht angeklemmt,
Abb. 3 eine Dichtleiste in Ansicht und Abb. ¢ im Schnitt in vergrößertem Maßstab
den unteren Teil der Dichtleiste mit argelenkten Winkelrahmen.
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Die dargestellte Dichtleiste a besteht aus einem Flacheisen, welches
in seinem oberen Ende hakenförmig umgebogen ist. Die Dichtleiste kann auch aus Gußeisen,
Stahlguß oder sonstigem Baustoff bestehen. Die Gestalt der Dichtleiste a entspricht
der Gestalt der an den Kesselgliedern angegossenen Leisten, welche von den Dichtleisten
abgedeckt werden sollen. Die Dichtleiste a wird am. oberen Ende mit ihrer hakenförmigen
Abbiegung an der Kesselleiste C angehängt. An ihrem unteren Ende ist ein beweglicher
Schenkel oder Winkelrahmen b gelenkig befestigt. Selbstverständlich können die als
Klemmvorrichtung dienenden Schenkel oder Winkelrahmen außer unten an der Dichtleiste
auch noch an beliebigen anderen Stellen angeordnet sein. Die .Anordnung und Anzahl
der Klemmhebel richtet sich ganz nach Art, Größe und Gestalt der abzudichtenden
Kessel.
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Der Einbau einer Dichtleiste gemäß der Erfindung geschieht in folgender
Weise: Die Dichtleiste a wird durch die in der Zeichnung erkennbare- obere Reinigungsöffnung
in den Rauchgaskanal eingeführt, wobei der bewegliche Schenkel oder Winkelrahmen
b an i der Dichtleiste anliegt, wie dies in der Abb. 2 veranschaulicht ist. Sodann
wird die Dichtleiste
mit ihrem oberen hakenförmigen.Ende d eingehängt,
worauf sie sich gegen die Kesselleiste c legt. Der bewegliche Winkelrahmen legt
sich hierbei mit seinem freien Ende gegen die gegenüberliegende Wand des Räuchga-skanals.
Nun wird der Winkelrahmen b fest eingeklemmt, indem z. B. mittels eines Eisen; stabes
durch die Reinigungsöffnung hindurch auf das freie Ende des Winkelrahmens. b ein
Druck ausgeübt wird. Dadurch klemmt sich der Winkelrahmen b fest in deal Rauchgasikanal
ein. Die Dichtleistea legt sich fest gegen die Kesselleiste und ist unverrückbar
in dem Rauchgaskanal befestigt.
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Soll die Dichtleiste herausgenommen werden, so genügt es, mittels
eines Hakens o. dgl. das freie Ende des Winkelrahmens b anzuheben, worauf die Klemmbefbstigung
gelöst wird. Die Dichtleiste a kann dann nach oben herausgezogen werden.