DE69005229T2 - Organopolysiloxane und Verfahren zu deren Herstellung. - Google Patents

Organopolysiloxane und Verfahren zu deren Herstellung.

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Description

  • Die Erfindung betrifft neue Organopolysiloxane und insbesondere ein Organopolysiloxan, das eine Verzweigung benachbart zu einem Ende der Molekülkette aufweist und an jedem der Derivatenden siliciumgebundene Wasserstoffgruppen enthält. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung dieser Organopolysiloxane.
  • Es ist bereits wohlbekannt, daß Organopolysiloxane, die verschiedene Arten von organofunktionellen Gruppen enthalten, hergestellt werden können mit einer Hydrosilylierungsreaktion von SiH-Gruppen enthaltenden Organopolysiloxanen und einer organischen Verbindung, deren Molekül sowohl eine aliphatische ungesättigte Gruppe als auch irgendeine organofunktionelle Gruppe enthält. Bezüglich der auf diese Weise erhaltenen organofunktionellen Organopolysiloxane wird die grundlegende Struktur im Hinblick auf die Anzahl funktioneller Gruppen usw. direkt bestimmt durch das SiH-Gruppen enthaltende Ausgangsorganopolysiloxan.
  • Da die Organopolysiloxane, die für solche Modifikationen verwendet werden, allgemein durch eine Equilibrierungspolymerisationsreaktion zwischen SiH-Gruppen enthaltenden Organopolysiloxanen und SiH-Gruppen freien Organopolysiloxanen hergestellt werden, nimmt das Produkt die Form einer Mischung verschiedener Polymerisationsgrade an. Somit kann die chemische Struktur des Produktes nur ein Durchschnitt sein und demzufolge ist die Anzahl der siliciumgebundenen Wasserstoffgruppen in den einzelnen Molekülen auch nur ein Durchschnitt. Dies wirft das Problem auf, daß die Anzahl an funktionellen Gruppen in dem endgültigen Organopolysiloxanprodukt mit Organofunktionen auch nur ein Durchschnittswert ist.
  • Während jedoch die Modifikation von organischen polymeren Verbindungen mit organofunktionellen Organopolysiloxanen eine weitverbreitete Anwendung auf dem Gebiet der Feinchemikalien gefunden hat, trat zu gleicher Zeit die vermehrte Forderung zu einer genauen Kontrolle der Anzahl funktioneller Gruppen auf. Insbesondere erfordert die Verwendung organofunktioneller Organopolysiloxane für Polykondensationsreaktionen die systematische Einführung von nur zwei funktionellen Gruppen in jedes Molekül. Nichtsdestotrotz sind im Fall von organofunktionellen Organopolysiloxanen auf Basis von SiH-Gruppen enthaltenden Organopolysiloxanen, die durch eine Equilibrierungspolymerisationsreaktion erhalten wurden, sogar wenn zwei funktionelle Gruppen durchschnittlich vorhanden sind, nicht nur Organopolysiloxane vorhanden, die nur zwei funktionelle Gruppen enthalten, sondern auch zum Beispiel solche mit null, einer oder drei oder mehr funktionellen Gruppen. Dies erzeugt Probleme wie ein Gelieren während des Verfahrens oder eine Aktivität als Reaktionsabbruchmittel oder verbleibendes nicht-umgesetztes Material im System.
  • Um diese Probleme zu vermeiden, wurde vorgeschlagen, daß das SiH-Gruppen enthaltende Organopolysiloxan mit einer Nichtequilibrierungspolymerisationsreaktion hergestellt wird. Somit können Organopolysiloxane, die die endständige siliciumgebundene Wasserstoffgruppe enthalten, durch Ringöffnungspolymerisation von Hexamethylcyclotrisiloxan unter Verwendung von Alkyllithium oder Lithiumsilanolat als Polymerisationsinitiator und anschließenden Abbruch der Reaktion unter Verwendung von Dimethylchlorsilan usw. hergestellt werden. Jedoch kann nur eine siliciumgebundene Wasserstoffgruppe an dem entsprechenden Molekülende mit diesem Verfahren eingeführt werden, was demzufolge die Beschränkung bringt, daß nur eine einzelne organofunktionelle Gruppe am Molekülkettenende eingeführt werden kann.
  • Im Gegensatz dazu wäre es wünschenswert, um Pfropfcopolymere von organofunktionellen Organopolysiloxanen und anderen organischen Polymeren zu erhalten, zwei organofunktionelle Gruppen zu haben, die an einem Ende angehäuft oder abgesondert sind. Nichtsdestotrotz waren bis jetzt weder das entsprechende Ausgangsorganopolysiloxan mit zwei siliciumgebundenen Wasserstoffgruppen angehäuft an einem Ende, noch ein Verfahren zur Herstellung solcher Organopolysiloxane zugänglich.
  • Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, die vorher erwähnten Probleme des Standes der Technik zu überwinden durch die Einführung eines Organopolysiloxans, das nicht eine durchschnittliche chemische Struktur aufweist, der man bei Organopolysiloxanen, die mit Equilibrierungspolymerisationsreaktionen hergestellt wurden, begegnet, sondern das eine klare, definierte chemische Struktur hat, d.h. bei dem Position und Anzahl der siliciumgebundenen Wasserstoffgruppen klar definiert sind. Weiterhin führt die vorliegende Erfindung ein Organopolysiloxan ein, das nicht mit einer Equilibrierungspolymerisationsreaktion hergestellt werden kann, da es eine Verzweigungsstruktur benachbart zu einem Ende der Molekülkette aufweist und siliciumgebundene Wasserstoffgruppen an jedem der sich ergebenden Derivatenden hat. Schließlich liefert die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung dieser Organopolysiloxane.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Organopolysiloxan mit der Formel:
  • worin R und R¹ in jedem Fall identische oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen bedeuten, die frei sind von aliphatisch ungesättigten Bindungen, R² gleiche oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen bedeutet, A eine divalente Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet, die frei ist von aliphatisch ungesättigten Bindungen, n eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 100 ist, m eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 10 ist und n > m, außer wenn n und m 0 sind.
  • Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines Organopolysiloxans der Formel:
  • worin R und R¹ in jedem Fall identische oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen bedeuten, die frei sind von aliphatisch ungesättigten Bindungen, R² gleiche oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen bedeutet, A eine divalente Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet, die frei ist von aliphatisch ungesättigten Bindungen, n eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 100 ist, m eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 10 ist und n > m, außer wenn n und m 0 sind; wobei das Verfahren umfaßt, daß man
  • (a) eine Additionsreaktion zwischen einem Organopolysiloxan der Formel R¹R&sub2;SiOR&sub2;SiO(R&sub2;SiO)nR&sub2;SiH, worin R und R¹ gleiche oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen sind, die frei sind von aliphatisch ungesättigten Bindungen, und n eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 100 ist, und einer Organodichlorsiliciumverbindung der Formel BSiRCl(OSiR&sub2;)mCl, worin R wie oben definiert ist, B eine monovalente Kohlenwasserstoffgruppe ist, die eine aliphatisch ungesättigte Bindung enthält, und m eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 10 ist, wobei n > m, außer wenn n und m 0 sind, bewirkt, was ein Organopolysiloxan der Formel
  • R¹R&sub2;SiOR&sub2;SiO(R&sub2;SiO)nR&sub2;SiASiClR(OSiR²)mCl liefert, worin A eine divalente Kohlenwasserstoffgruppe ist, die frei von aliphatisch ungesättigten Bindungen ist;
  • (b) das Produkt von Stufe (a) hydrolysiert, was ein Organopolysiloxan der Formel:
  • R¹R&sub2;SiOR&sub2;SiO(R&sub2;SiO)nR&sub2;SiA R(OSiR&sub2;)mOH
  • liefert, und
  • (c) die siliciumgebundenen Hydroxylgruppen in dem Organopolysiloxan von Stufe (b) mit einem Diorganohydrogenchlorsilan der Formel R²&sub2;SiHCl umsetzt.
  • Um die vorherigen Ausführungen genauer zu erklären, umfassen die Gruppen R und R¹ des Organopolysiloxans der vorliegenden Erfindung in jedem Fall monovalente Kohlenwasserstoffgruppen, die frei sind von aliphatisch ungesättigten Bindungen, und sie können identisch oder verschieden voneinander sein. Beispiele hierfür sind Alkylgruppen wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl-, Pentyl- und Hexylgruppen; Arylgruppen wie Phenyl-, Tolyl- und Xylylgruppen; und Aralkylgruppen wie Benzyl- und Phenethylgruppen. Die Gruppen R² umfassen monovalente Kohlenwasserstoffgruppen und diese sind beispielsweise nicht nur solche wie die obigen Gruppen R und R¹, sondern auch Alkenylgruppen wie Vinyl-, Allyl-, Butenyl- und Hexenylgruppen. R ist vorzugsweise die Methylgruppe wegen der Leichtigkeit der Synthese und aus ökonomischen Gründen. Die Gruppen R¹ und R² sind vorzugsweise Methylgruppen oder monovalente Kohlenwasserstoffgruppen mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen.
  • Die Gruppe A ist eine divalente Kohlenwasserstoffgruppe, die frei ist von aliphatisch ungesättigten Bindungen, und Beispiele hierfür sind Alkylengruppen wie Ethylen-, Propylen- und Butylengruppen. Diese Gruppe kann verzweigt sein. Die Ethylengruppe ist bevorzugt wegen der Leichtigkeit der Synthese und aus ökonomischen Gründen.
  • Der Index n ist eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 100, wobei jedoch Werte von 0 bis 60 bevorzugt sind und Werte von 5 bis 50 besonders bevorzugt sind wegen der Eigenschaften des organofunktionellen Organopolysiloxans. Der Index m ist eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 10, wobei jedoch Werte von 0 bis 6 bevorzugt sind wegen der Leichtigkeit der Synthese und aus ökonomischen Gründen. Der Wert von n soll größer sein als der Wert von m, außer wenn n und m 0 sind.
  • Das präparative Verfahren der vorliegenden Erfindung ist in den folgenden Reaktionsgleichungen dargestellt:
  • Um dies genauer zu erklären, kann das Organopolysiloxan mit der SiH-Gruppe an einem Molekülkettenende (Formel (I), worin n größer als 1 ist) synthetisiert werden mit einer Nichtequilibrierungspolymerisation des cyclischen Hexaorganotrisiloxans unter der Einwirkung einer Organolithiumverbindung, wie zum Beispiel Alkyllithium oder Aryllithium oder einem Lithiummetallsalz, wie zum Beispiel einem Lithiumtriorganosilanolat oder α- Lithiumoxydiorganopolysiloxan, wie es gut bekannt ist. Ein Diorganohydrogenchlorsilan wird als Kettenabbruchmittel verwendet. Es ist möglich, sowohl das Molekulargewicht als auch die Molekulargewichtsverteilung des so erhaltenen Organopolysiloxans mit siliciumgebundenen Wasserstoffgruppen an einem Molekülkettenende zu kontrollieren.
  • Das Organopolysiloxan mit der SiH-Gruppe an einem Molekülkettenende (Formel (I), worin n kleiner als 2 ist) kann synthetisiert werden durch Cohydrolyse der geeigneten Chlorsilane und anschließende Gewinnung der gewünschten Di- oder Trisiloxane mit wohlbekannten Reinigungsverfahren, wie zum Beispiel der fraktionierten Destillation.
  • Die Gruppe B in der Dichlorsiliciumverbindung der Formel (II) ist eine monovalente Kohlenwasserstoffgruppe, die eine aliphatisch ungesättigte Bindung enthält, und Beispiele hierfür sind Alkenylgruppen wie zum Beispiel Vinyl-, Allyl-, Butenyl-, Pentenyl- und Hexenylgruppen; die Styrylgruppe und die Vinylbenzylgruppe. Die Vinylgruppe ist am meisten bevorzugt wegen der Leichtigkeit der Synthese und aus ökonomischen Gründen.
  • Die Dichlorsiliciumverbindung (Formel (II), worin m größer als 2 ist) kann synthetisiert werden durch die Reaktion eines Dichlorsilans der Formel BRSiCl&sub2; mit einem cyclischen Hexaorganotrisiloxan unter der Einwirkung eines Amin enthaltenden Katalysators, wie zum Beispiel Methylamin, gemäß dem Verfahren von Brown et al., US-Patent Nr. 3 162 662. Die Dichlorsiliciumverbindung (Formel (II), worin m kleiner als 3 ist) kann synthetisiert werden durch eine begrenzte Cohydrolysereaktion eines Dichlorsilans der Formel BRSiCl&sub2; mit einem Dichlorsilan der Formel R&sub2;SiCl&sub2;.
  • Bezüglich der Reaktion zwischen Organopolysiloxan (I) und Dichlorsilan oder Dichlorsiloxan (II) sollte letzteres mindestens äquimolar zu ersterem sein und die Verwendung von mindestens 1,2 Äquivalenten ist bevorzugt. Diese Additionsreaktion wird katalysiert durch Übergangsmetallkomplexkatalysatoren der Gruppe VIII des Periodensystems, und platinhaltige Katalysatoren sind besonders wirksam. Bevorzugte Beispiele sind Platinverbindungen wie Chlorplatinsäure und deren Alkohollösungen, die Olefinkomplexe von Platin und Komplexe von Platin und Vinylgruppen enthaltendem Siloxan. Obwohl diese Additionsreaktion ohne Lösungsmittel durchgeführt werden kann, ist ihre Durchführung in Gegenwart eines geeigneten Lösungsmittels bevorzugt. Beispiele für das Lösungsmittel sind aromatische Lösungsmittel wie Benzol, Toluol und Xylol; aliphatische Lösungsmittel wie Hexan und Heptan; Ether wie Tetrahydrofuran und Diethylether; Ketone wie Aceton und Methylethylketon; Ester wie Ethylacetat und Butylacetat; chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorkohlenstoff, Trichlorethan und Chloroform; ebenso wie Dimethylformamid und Dimethylsulfoxid. Die Reaktion kann sogar bei Raumtemperatur durchgeführt werden, aber allgemein ist eine Durchführung bei Temperaturen im Bereich von 50 bis 200ºC vorteilhaft wegen der Reaktionsgeschwindigkeit.
  • Die Hydrolysereaktion des Organopolysiloxans (III) muß sehr sorgfältig durchgeführt werden, um Kondensationsreaktionen zwischen siliciumgebundenen Hydroxylgruppen, die bei der Hydrolysereaktion erzeugt werden, zu unterdrücken. Das empfohlene Verfahren besteht in einer Hydrolyse des Organopolysiloxans (III) unter Verwendung einer verdünnten wäßrigen alkalischen Lösung unter Kühlung.
  • Die Reaktion zwischen dem Diorganohydrogenchlorsilan R²&sub2;SiHCl und dem Organopolysiloxan (IV), das wie oben synthetisiert wurde, verläuft leicht über eine Dehydrochlorierung, was das Organopolysiloxan der Formel (V) in einfacher Weise liefert. Um Kondensationsreaktionen zwischen siliciumgebundenen Hydroxylgruppen in dem Ausgangsorganopolysiloxan (IV) zu hemmen und um irgendeine Equilibrierungsdepolymerisationsreaktion der Organopolysiloxankette zu hemmen, wird empfohlen, daß ein Chlorwasserstoffbindemittel, wie zum Beispiel ein Amin, in der Reaktion verwendet wird.
  • Das so erhaltene Organopolysiloxan kann, da es zwei siliciumgebundene Wasserstoffgruppen in der Nähe eines Molekülkettenendes enthält, als Zwischenprodukt verwendet werden. Insbesondere können Organopolysiloxane, die irgendeine organofunktionelle Gruppe enthalten, leicht hergestellt werden durch Addition durch die Hydrosilylierungsreaktion einer organischen Verbindung, die sowohl eine aliphatisch ungesättigte Gruppe als auch irgendeine funktionelle Gruppe enthält. Es ist daher äußerst nützlich als Zwischenprodukt für Modifikatoren oder Verbesserungsmittel für organische Harze.
  • Die vorliegende Erfindung wird weiter erläutert unter Bezugnahme auf die folgenden Beispiele. In diesen Beispielen ist % = Gew.-%, Me = Methylgruppe, Bu = Butylgruppe, Vi = Vinylgruppe und Ph = Phenylgruppe.
  • Beispiel 1
  • Die folgenden Bestandteile wurden in einen Vierhalskolben gebracht, der mit einer Rührvorrichtung ausgestattet war: 30 g (8,1 mmol) eines Dimethylpolysiloxans der Formel Bu(Me&sub2;SiO)&sub4;&sub9;Me&sub2;SiH (tatsächlicher Wert für SiH-Sauerstoff = 0,027%, dieses Dimethylpolysiloxan wird abgekürzt als H-1), 1,4 g (9,7 mmol) Vinylmethyldichlorsilan und Chlorplatinsäure/Tetramethyldivinyldisiloxan-Komplex (was 20 ppm Platinmetall, bezogen auf die Gesamtmenge an H-1 und Vinylmethyldichlorsilan, liefert). Nach 2-stündigem Erhitzen auf 60 bis 70ºC wurde die Auslöschung der Absorptionseigenschaften von SiH bestätigt an einer Probe mit Infrarotspektralanalyse (IR). Die Destillation des überschüssigen Vinylmethyldichlorsilans im Vakuum lieferte ein Polysiloxan der folgenden Formel Bu(Me&sub2;SiO)&sub4;&sub9;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;MeSiCl&sub2;.
  • 150 g Wasser, 150 g Eis, 50 ml Diethylether und 2,0 g Natriumbicarbonat wurden in einen mit Rührer ausgestatteten Vierhalskolben gebracht und eine Mischung des obigen Polysiloxans mit 50 ml Diethylether wurde unter Kühlen und Rühren eingetropft. Nach der Phasentrennung wurde die Etherphase über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und der Ether wurde dann im Vakuum bei Raumtemperatur abgedampft, was ein Polysiloxan der folgenden Formel Bu(Me&sub2;SiO)&sub4;&sub9;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;MeSi(OH)&sub2; lieferte.
  • 25 g dieses Polysiloxans (entsprechend 6,6 mmol), 1,5 g (15,9 mmol) Dimethylchlorsilan, 2,4 g (23,7 mmol) Triethylamin und 50 ml Toluol wurden in einen Vierhalskolben, der mit einer Rührvorrichtung ausgestattet war, gebracht und eine Reaktion wurde 5 Stunden bei Raumtemperatur durchgeführt. Nach dem Filtrieren wurde ein Polymer erhalten, indem das Lösungsmittel und nicht-umgesetztes Material abgedampft wurde durch Destillation im Vakuum. Dieses Polymer wurde als Polysiloxan der folgenden Formel mit Gelpermeationschromatographie (GPC), kernmagnetischer Resonanzanalyse (NMR), Infrarotspektralanalyse (IR) und iodometrischer Bestimmung der SiH-Gruppe bestätigt:
  • Bu(Me&sub2;SiO)&sub4;&sub9;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;MeSi(OSiMe&sub2;H)&sub2;
  • Beispiel 2
  • Vorgehend wie in Beispiel 1 unter Verwendung von 30 g (16,5 mmol) eines Dimethylpolysiloxans der folgenden Formel Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiH (tatsächlicher SiH-Wasserstoffwert = 0,055%, dieses Dimethylpolysiloxan wird abgekürzt als H-2) und 2,8 g (20,0 mmol) Vinylmethyldichlorsilan wurde ein Polysiloxan der Formel Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;MeSiCl&sub2; erhalten.
  • Vorgehend wie in Beispiel 1 wurde eine Mischung aus diesem Polysiloxan und 50 ml Diethylether in eine Mischung von 150 g Wasser, 150 g Eis, 100 ml Diethylether und 4,2 g Natriumbicarbonat getropft, was ein Polysiloxan der Formel Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;MeSi(OH)&sub2; lieferte.
  • In eine Lösung von 27 g (14,2 mmol) dieses Polysiloxans in 50 ml Toluol wurden 3,2 g Dimethylchlorsilan (33,8 mmol) und 5,2 g Triethylamin (51,4 mmol) eingeleitet und ein Polymer wurde wie in Beispiel 1 hergestellt. Dieses Polymer wurde als Polysiloxan mit der folgenden Formel bestätigt auf Basis von GPC, NMR, IR und iodometrischer Bestimmung der SiH-Gruppen:
  • Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;MeSi(OSiMe&sub2;H)&sub2;
  • Beispiel 3
  • Mit dem Verfahren, das in Beispiel 2 beschrieben ist, wurden aus 30 g (16,5 mmol) H-2 und 7,3 g (20,1 mmol) MeViClSi(OSiMe&sub2;)&sub3;Cl ein Polysiloxan der folgenden Formel, wie in Beispiel 1, erhalten: Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;MeClSi(OMe&sub2;Si)&sub3;cl
  • Die Mischung dieses Polysiloxans in 50 ml Diethylether wurde in eine Mischung von 150 g Wasser, 150 g Eis, 100 ml Diethylether und 4,2 g Natriumbicarbonat getropft und ein Polysiloxan der folgenden Formel wurde erhalten bei gleichem Vorgehen wie in Beispiel 1:
  • Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;Me(OH)Si(OMe&sub2;Si)&sub3;OH
  • 3,2 g (33,8 mmol) Dimethylchlorsilan und 5,2 g (51,1 mmol) Triethylamin wurden in eine Lösung von 30 g (entsprechend 14,1 mmol) dieses Polysiloxans in 50 ml Toluol eingeleitet und ein Polymer wurde erhalten, wie in Beispiel 1. Dieses Polymer wurde als ein Polysiloxan der folgenden Formel bestätigt auf Basis von GPC, NMR, IR und einer iodometrischen quantitativen Bestimmung der SiH-Gruppen:
  • Beispiel 4
  • Ausgehend von 30 g (16,5 mmol) H-2 und 4,1 g (20,2 mmol) Phenylvinyldichlorsilan wurde ein Polysiloxan der folgenden Formel wie in Beispiel 1 erhalten: Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;PhSiCl&sub2;
  • Die Mischung dieses Polysiloxans mit 50 ml Diethylether wurde in eine Mischung von 150 g Wasser, 150 g Eis, 100 ml Diethylether und 4,2 g Natriumbicarbonat getropft und ein Polysiloxan mit der folgenden Formel wurde erhalten mit der gleichen Vorgehensweise wie in Beispiel 1: Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;PhSi(OH)&sub2;
  • 3,1 g (32,8 mmol) Dimethylchlorsilan und 5,0 g (49,4 mmol) Triethylamin wurde in eine Lösung von 27 g (entsprechend 13,8 mmol) dieses Polysiloxans in 50 ml Toluol eingeleitet und ein Polymer wurde wie in Beispiel 1 erhalten. Dieses Polymer wurde bestätigt als ein Polysiloxan mit der folgenden Formel auf Basis von GPC, NMR und IR: Bu(Me&sub2;SiO)&sub2;&sub3;Me&sub2;SiC&sub2;H&sub4;PhSi(OSiMe&sub2;H)&sub2;
  • Das neue Organopolysiloxan der vorliegenden Erfindung ist ein strukturell einzigartiges Zwischenprodukt, da es eine Verzweigungsstruktur in der Nähe eines Molekülkettenendes hat und da die siliciumgebundene Wasserstoffgruppe an jedem der entstehenden Derivatenden vorhanden ist. Das präparative Verfahren der vorliegenden Erfindung ist charakteristisch, da es leicht eine definierte chemische Struktur liefert, die nicht eine durchschnittliche chemische Struktur ist, wie sie bei Herstellung mit einer Equilibrierungspolymerisationsreaktion erhalten werden würde. Da diese mit organischen Verbindungen mit verschiedenen funktionellen Gruppen durch Additionsreaktion umgesetzt werden kann, wobei Organopolysiloxane mit zwei organofunktionellen Gruppen, die an einem Ende angehäuft sind, erhalten werden, ist ein weiteres unterscheidendes Merkmal, daß es einfach wird, bisher nicht zugängliche Pfropfpolymere von organischen Polymeren und Organopolysiloxan zu erhalten.

Claims (3)

1. Organopolysiloxan der Formel:
worin R und R¹ in jedem Fall identische oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen bedeuten, die frei sind von aliphatisch ungesättigten Bindungen, R² gleiche oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen bedeutet, A eine divalente Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet, die frei ist von aliphatisch ungesättigten Bindungen, n eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 100 ist, m eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 10 ist und n > m, außer wenn n und m 0 sind.
2. Organopolysiloxan gemäß Anspruch 1, worin m = 0 ist.
3. Verfahren zur Herstellung eines Organopolysiloxans nach Anspruch 1, umfassend die Schritte, daß man:
(a) eine Additionsreaktion zwischen einem Organopolysiloxan (I) der Formel R¹R&sub2;SiOR&sub2;SiO(R&sub2;SiO)nR&sub2;SiH, worin R und R¹ gleiche oder verschiedene monovalente Kohlenwasserstoffgruppen sind, die frei sind von aliphatisch ungesättigten Bindungen, und n eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 100 ist, und einer Organodichlorsiliciumverbindung (II) der folgenden Formel BSiRCl(OSiR&sub2;)mCl, worin R wie oben definiert ist, B eine monovalente Kohlenwasserstoffgruppe ist, die eine aliphatisch ungesättigte Bindung enthält, und m eine ganze Zahl mit einem Wert von 0 bis 10 ist, wobei n > m, außer wenn n und m 0 sind, durchführt, wobei das Verhältnis von (I) zu (II) mindestens 1:1 ist und wobei die Additionsreaktion von einem Übergangsmetallkomplexkatalysator der Gruppe VIII des Periodensystems katalysiert wird, wobei ein Organopolysiloxan der Formel
R¹R&sub2;SiOR&sub2;SiO(R&sub2;SiO)nR&sub2;SiASiClR(OSiR&sub2;)mCl
gebildet wird, worin A eine divalente Kohlenwasserstoffgruppe ist, die frei von aliphatisch ungesättigten Bindungen ist;
(b) das Produkt von Stufe (a) hydrolysiert unter Bedingungen, bei denen die Kondensationsreaktionen zwischen siliciumgebundenen Hydroxylgruppen unterdrückt werden, was ein Organopolysiloxan der Formel:
R¹R&sub2;SiOR&sub2;SiO(R&sub2;SiO)nR&sub2;SiA R(OSiR&sub2;)mOH
liefert, und
(c) die siliciumgebundenen Hydroxylgruppen in dem Organopolysiloxan von Stufe (b) mit einem Diorganohydrogenchlorsilan der Formel R²&sub2;SiHCl umsetzt.
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