DE69007712T2 - Verfahren zur Herstellung von Käse oder Käsespezialität. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Käse oder Käsespezialität.

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    • A23C19/02Making cheese curd
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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Käse oder einer Käsespezialität sowie Käse oder Käsespezialitäten, die nach diesem Verfahren hergestellt werden.
  • Nach einer gegenwärtigen Tendenz ist man bemüht, magere Käse bzw. Käsespezialitäten zu konzipieren und herzustellen, d.h. Käse bzw. Käsespezialitäten, deren Fettgehalt gegenüber dem Trockenextrakt weniger oder gleich 30 % beträgt, um dem Wunsch der Verbraucher zu entsprechen, fettärmere Produkte auf diesem Gebiet angeboten zu bekommen.
  • Gegenwärtig sind Käse bzw. Käsespezialitäten bekannt, die dem Kriterium gerecht werden, ein mageres bzw. fettarmes Produkt darzustellen. In einer ersten Variante zeichnet sich der Käse bzw. die Käsespezialität durch eine einheitliche Masse und ein Labkasein aus. In einer zweiten Variante zeichnet sich der Käse bzw. die Käsespezialität durch ein Milch- oder Milch-/Labkasein und eine uneinheitliche Masse aus und wird einer herkömmlichen Reifung zum Eiweißabbau unter der Kruste unterzogen. Ein Käse bzw. eine Käsespezialität nach der zweiten Variante hat zwar den Vorteil, Milchkasein aufzuweisen, andererseits jedoch den doppelten Nachteil, geschmacklich nicht als einheitlich empfunden zu werden und eine fließende Konsistenz aufzuweisen, was z.B. bei Produkten, die beim Verkauf als Schnittware angeboten werden, inakzeptabel ist. Darüberhinaus unterliegt diese Art Käse bzw. Käsespezialität zwei widersprüchlichen und unvereinbaren Phänomenen oder Tendenzen bzw. besitzt zwei widersprüchliche und unvereinbare Merkmale: Die Reifung einerseits und das Vorhandensein der Uneinheitlichkeit in Form einer Körnung bzw. von Modulen bzw. deren Erkennung durch den Verbraucher andererseits. Wenn die Reifung einerseits leicht ist, so ist andererseits der Geschmack mehlig, das Empfinden der Uneinheitlichkeit unangenehm und das Hinunterschlucken dadurch erschwert. Andererseits wird dadurch ein Fließen der Masse verhindert. Wird hingegen die Reifung verlängert, so ist zwar die Masse einheitlicher, aber fließender.
  • Das Problem der geschmacklichen Wahrnehmung der Uneinheitlichkeit der Masse des Käses bzw. der Käsespezialität kann durch Erhöhung des Fettgehaltes verringert werden, womit jedoch der Käse bzw. die Käsespezialität das gewünschte Kriterium verliert, mager bzw. fettarm zu sein.
  • Die Erfindung hat zum Ziel, dieses Problem zu lösen. Zu diesem Zweck wird ein Verfahren zur Herstellung eines mageren Käses bzw. einer mageren Käsespezialität vorgeschlagen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß vor dem Gerinnen der Milch oder des durch Ultrafilterung gewonnenen Milchretentates eine Gelatinelösung bei einer Temperatur über oder gleich 20 ºC der Masse beigegeben und weitgehend einheitlich in ihr verteilt wird, wonach das Verfahren zur Herstellung von Käse oder einer Käsespezialität fortgesetzt wird, wobei die derart verwendete Gelatine die Aufgabe hat, dem Verbraucher einen Eindruck von Einheitlichkeit und Frische der so hergestellten Masse zu vermitteln. Nach einer bevorzugten Variante wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahrens ein magerer Weichkäse mit Milchkasein und dünner Kruste mit einem Fettgehalt von weniger oder gleich 50 % gegenüber dem Trockenextrakt verwendet, bei dem eine leichte Reifung herbeigeführt wird, um in etwa 3/4 der Masse des Käses oder der Käsespezialität einen pH-Wert kleiner oder gleich 5 zu erhalten.
  • Eines der Hauptziele der Erfindung besteht somit darin, einen mageren Weichkäse mit Milchkasein und dünner Kruste zu schaffen, der nicht zu mehlig schmeckt und beim Essen den Eindruck von Einheitlichkeit und Frische wie bei einem Frischkäse erweckt, gleichzeitig jedoch leicht schneidbar und nur geringfügig fließend zu sein, um beim Verkauf als Schmittware ein ästhetisches Äußeres zu besitzen. Weiterhin hat die Gelatine den Vorteil, den Ausschwitzeffekt zu verringern.
  • Dieses Ziel ist erfindungsgemäß durch die Zugabe von Gelatine gelöst.
  • In der Fachliteratur sind verschiedene Anwendungsmöglichkeiten von Gelatine im Lebensmittelbereich beschrieben: In der EP 0033635 wird die Herstellung einer Schmelzkäseart beschrieben, bei der Gelatine als Stabilisierungsmittel verwendet wird. In der FR 1225769 wird vorgeschlagen, Gelatine in Verbindung mit anderen Körpern zum Einhüllen von körnigen Produkten wie Reis, Kaffee, Gerste usw? zu verwenden. In der US 4197325 wird ein Verfahren zum Herstellen von Gelee beschrieben. In der US wird eine Nachspeise beschrieben, die mit einer Gelatine gebildet wird, die bei niederer Temperatur geliert. Das BE 511832 bezieht sich auf einen Überzug für Trockenwurst, Salami usw., in dem unter anderem auch Gelatine enthalten ist. In der US 3669688 wird eine genießbare stabilisierende Zusammensetzung mit Gelatine beschrieben, die als Überzugsmasse für Kuchengebäck verwendet werden kann. In der WO 8605363 wird eine gefärbte Grundzusammensetzung beschrieben, in der Gelatine enthalten sein kann und die zum Dekorieren verwendet werden kann. In der JP 7927780 wird die Verwendung von Gelatine zum Umhüllen eines Lebensmittels beschrieben, um diesem eine geeignete Konsistenz zu verleihen. In der DE 653344 wird die Anwendung eines Gels auf frischen Käse beschrieben, wobei die Reifung vollständig nach dem Überziehen des Käses mit der Gelschicht erfolgt. In der DE 626383 wird die Herstellung einer Pektin-Schicht um einen Schmelzkäse herum beschrieben, bei der die Nachteile bei der Verwendung von Gelatine offenkundig werden. Das EP 86902849.8 betrifft die Verwendung von Gelatine o.ä. an der Oberfläche eines leicht gereiften Produktes.
  • Die GB-A-925 031 betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Neuenburger Käses, d.h. eines hochfetten, fetten oder halbfetten Frischkäses. Aufgrund der Verwendung einer hochfetten Mischung zur Herstellung eines cremigen Käses kann auf die Verwendung von Gelatine zur Schaffung eines nicht fließenden Käses verzichtet werden. Dieses Dokument beschreibt vielmehr die Verwendung von Gummi - vorzugsweise pflanzlicher Herkunft - zur Vorbeugung gegen übermäßigen Feuchtigkeitsverlust während der Herstellung und nicht die Verwendung von Gelatinelösung zur Stabilisierung des Käses im Endzustand bzw. Verringerung von dessen Fließeigenschaften.
  • Die FSTA 80-03-p0603 betrifft eine Verbesserung der Herstellung von Käse während des Salzens, bei der die Milch vor der Käsezubereitung mit einer Lösung behandelt wird, die Pektin, Gelatine oder Agar enthält.
  • Die FSTA 79-09-P1510 betrifft die Zubereitung eines Käses vom Typ "KAREISH", bei der insbesondere ein Arbeitsschritt der Zugabe von Gelatine zur Erhöhung des Feuchtigkeits- und NaCl-Gehaltes sowie zur Verringerung des Fett- und Säuregehaltes im Käse vorgesehen ist.
  • Demgegenüber wurde nach dem gegenwärtigen Stand der Technik bisher noch kein Verfahren entwickelt, nach welchem einem Käse bzw. einer Käsespezialität Gelatine zugegeben wird, um den Eindruck von Einheitlichkeit und Frische zu erwecken, insbesondere nicht bei einem mageren Weichkäse mit Milchkasein und dünner Kruste, dessen Fettgehalt gegenüber der Trockensubstanz kleiner oder gleich 50 % ist und bei dem eine leichte Reifung herbeigeführt wird, um in etwa 3/4 der Masse des Käses oder der Käsespezialität einen pH-Wert kleiner oder gleich 5 zu erhalten.
  • Das Verfahren beinhaltet neben dem Arbeitsschritt der Zugabe und Verteilung einer Gelatinelösung die aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte Arbeitsschritte Zugeben von Milchfermenten, Formen, Abtropfen, Salzen und Reifen beinhaltet. Diese Arbeitsschritte beinhalten klassische Techniken bei der herkömmlichen Herstellung von Käse oder Käsespezialitäten, deren Beschreibung sich hier erübrigt. Hingegen ist darauf hinzuweisen, daß gemäß dieser Erfindung die Zugabe von Gelatinelösung einen Arbeitsschritt im Fertigungsprozeß der Herstellung eines Käses oder einer Käsespezialität darstellt.
  • Die Gelatinelösung ist vorzugsweise eine wäßrige Lösung oder eine Lösung von Gelatine in einem angemessenen Lösungsmittel.
  • In einer bevorzugten Variante erfolgt der Fertigungsprozeß mit einem Milch- oder Milch-/Labkasein. Unter Milchkasein ist hierbei ein Käse bzw. eine Käsespezialität zu verstehen, bei denen eine geringe Wirkung des Labfermentes und eine starke Säurebildung vor dem Abtropfen erfolgt, während unter Milch-/Labkasein Käse bzw. Käsespezialitäten zu verstehen sind, die durch ein gemischtes Koagulierungsmittel hergestellt werden oder solche, die gelegentlich eine Tendenz zur Labfermentierung aufweisen, in welchem Falle eine prägnante Säurebildung beim Abtropfen stattfindet (wie z.B. beim pasteurisierten Camembert).
  • Nach einer weiteren erfindungsgemäßen Variante wird das Verfahren unter Verwendung von Labkasein angewendet, wobei die Käse bzw. Käsespezialitäten dieser Art aus leicht geimpfter Milch gebildet werden und die Säurebildung in begrenztem Umfang und spät am Ende des Abtropfens (wie z.B. beim Cantal) erfolgt.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise bei einem Weichkäse bzw. einer Weichkäsespezialität angewendet, kann jedoch auch bei Frischkäse, Quark oder Schimmelkäse sowie bei Ziegenkäse bzw. bei entsprechenden Käsespezialitäten zur Anwendung kommen. Des weiteren wird das erfindungsgemäße Verfahren vorzugsweise bei einem Käse bzw. einer Käsespezialität mit dünner, gewaschener oder gemischter Kruste angewendet.
  • Die Begriffe bzw. Konzepte "Milchkasein", "Labkasein", "Frischkäse", "Quark", "Weichkäse", "Schimmelkäse", und "dünne Kruste" sind dem Fachmann an und für sich geläufig und erfordern somit keiner weiteren Erklärung.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird bei einem mageren Käse oder einer mageren Käsespezialität mit einem Fettgehalt von weniger oder gleich 50 % gegenüber dem Trockenextrakt angewendet, denn bei mageren bzw. fettarmen Käsesorten bzw. Käsespezialitäten ist die Funktion der Gelatine als Mittel zum Erwecken des Eindrucks von Einheitlichkeit des Produktes beim Verbraucher besonders wirkungsvoll, insbesondere wenn dabei - wie weiter oben beschrieben - die Reifung nur leicht erfolgt.
  • Das Verfahren beinhaltet weiterhin einen Arbeitsschritt der leichten Reifung, um in etwa 3/4 der Masse des Käses oder der Käsespezialität einen pH-Wert kleiner oder gleich 5 zu erhalten. Eine derartige leichte Reifung ist von einer ausgedehnten oder vollständigen Reifung wie z.B. der eines Camemberts zu unterscheiden. Die Bedingungen (Dauer, Temperatur) einer solchen leichten Reifung können je nach Art des Käses bzw. der Käsespezialität schwanken. Sie werden je nach gewünschter Wirkung bestimmt, d.h. begrenzter pH- Wert in einem bedeutenden Teil der Masse des Käses bzw. der Käsespezialität und kein Eiweißabbau unter der Kruste.
  • Die Gelatinelösung kann weitgehend gleichzeitig mit den Milchfermenten bei einer Temperatur über oder gleich 20 ºC in einer Verdünnung, bei der die Lösung nicht geliert auf und in der Milch bzw. dem durch Ultrafilterung erhaltenen Milchretentat zugegeben und verteilt werden.
  • Wie sich aus dem Vorhergehenden ergibt, wurde das erfindungsgemäße Verfahren mit hervorragenden Ergebnissen bei Versuchen eingesetzt, bei denen ein magerer Weichkäse mit Milchkasein und dünner Kruste verwendet wurde, dessen Fettgehalt gegenüber dem Trockenextrakt kleiner oder gleich 50 % betrug, der einer leichten Reifung ausgesetzt wurde, um in etwa 3/4 der Masse des Käses oder der Käsespezialität einen pH-Wert kleiner oder gleich 5 zu erhalten. In einem solchen Anwendungsfall liefert Gelatine als Zusatzmittel ausgezeichnete Ergebnisse.
  • Weiterhin betrifft die Erfindung Käse oder Käsespezialitäten, die durch die Anwendung des Verfahrens hergestellt werden.

Claims (4)

1. Verfahren zum Herstellen von Käse oder einer Käsespezialität, nach welchem ein magerer Käse oder eine magere Käsespezialität mit einem Fettgehalt von weniger oder gleich 50 % gegenüber dem Trockenextrakt verwendet und vor dem Gerinnen der Milch oder des durch Ultrafilterung gewonnenen Milchretentates eine Gelatinelösung bei einer Temperatur über oder gleich 20 ºC der Masse beigegeben und weitgehend einheitlich in ihr verteilt wird, wonach das Verfahren zur Herstellung von Käse oder einer Käsespezialität fortgesetzt und eine leichte Reifung herbeigeführt wird, um in etwa 3/4 der Masse des Käses oder der Käsespezialität einen pH-Wert kleiner oder gleich 5 zu erhalten.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es bei einem mageren Weichkäse mit Milchkasein und dünner Kruste sowie einem Fettgehalt von weniger oder gleich 50 % gegenüber dem Trockenextrakt erfolgt und eine leichte Reifung herbeigeführt wird, um einen pH-Wert kleiner oder gleich 5 in etwa 3/4 der Masse des Käses oder der Käsespezialität zu erhalten, sowie dadurch, daß vor dem Gerinnen der Milch oder des durch Ultrafilterung gewonnenen Milchretentates eine Gelatinelösung bei einer Temperatur, bei der die Lösung nicht geliert, der Masse beigegeben und in ihr verteilt wird, wonach das Verfahren zur Herstellung von Käse oder einer Käsespezialität fortgesetzt wird.
3. Verfahren nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelatinelösung der Milch oder dem Milchretentat praktisch gleichzeitig mit den Milchfermenten beigegeben und darin verteilt wird.
4. Verfahren nach Patentanspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es neben dem Arbeitsschritt Zugeben und Verteilen der Gelatinelösung die aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte Zugeben von Milchfermenten, Formen, Abtropfen, Salzen und Reifen beinhaltet.
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