DE69100559T2 - Verstärkte Chipkarte. - Google Patents

Verstärkte Chipkarte.

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Description

  • Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine verstärkte Chipkarte, d.h. eine Karte, deren Körper besser dazu geeignet ist, den äußeren mechanischen Belastungen zu widerstehen, denen diese Karten unterworfen werden, wenn sie von ihren Benutzern gehandhabt werden. Ihr Gegenstand besteht auch vornehmlich darin, die Technik der Chipkarten mit der der Karten mit Magnetstreifen mit dem Ziel vereinbar zu machen, die kombinierten Leistungen dieser beiden Techniken zu erhöhen.
  • Chipkarten zur Verwendung im Bankwesen sowie zum Zwecke von Vorauszahlungen sind bekannt: z.B. die Vorauszahlung von Fernsprechverbindungen, die Vorauszahlung von Fahrzeugparkzeiten u.a. Solche Chipkarten weisen normalerweise einen Kartenkörper aus einem Kunststoffmaterial auf, in dem eine Ausnehmung vorgesehen ist, in deren Mitte ein elektronischer Mikromodul aufgenommen ist, der mit Kontaktmetallisierungen versehen ist, um die elektrischen Verbindungen des Mikromoduls mit der Außenwelt sicherzustellen. Im übrigen werden Chipkarten ins Auge gefaßt, bei denen der Mikromodul nicht mehr mit Kontaktmetallisierungen versehen ist. Bei diesen Anwendungen geschieht die Verbindung mit der Karte auf dem Funkwege.
  • Eines der Probleme, auf die man bei den Chipkarten stößt, ist das ihrer mechanischen Festigkeit. Zu diesem Zweck müssen sich die Karten erfolgreich Tests mit harten Belastungen unterziehen, damit sie vom Publikum angenommen werden können. Im Verlauf dieser Tests, die Verwendungssituationen simulieren, werden die Karten bestimmte Male senkrecht zu ihrer größeren oder ihrer kleineren Achse gebogen. Es wird angenommen, daß ein Test erfolgreich abgelegt ist, wenn sich einerseits der Mikromodul nach einer Reihe von Biegungen nicht abgelöst hat und wenn andererseits die Belastungen nicht mit dem Effekt zu dem Mikromodul übertragen worden sind, daß dieses zerbrochen ist. Andere Tests betreffen die Biegefestigkeit der Kartenkörper. Bei diesen Tests müssen die hergestellten Karten der größtmöglichen Biegekraft widerstehen. Unter einer gegebenenen Biegekraft werden die Kartenkörper ausgeschieden, darüber werden sie akzeptiert.
  • Demnach ist es aus den Obengenannten Gründen bekannt, Kartenkörper entweder in ihrer Gesamtheit oder in der Nähe des Bereichs dieser Kartenkörper zu verstärken, wo die Ausnehmung zur Aufnahme des Mikromoduls sitzt. Aus der am 9. Februar 1983 veröffentlichten europäischen Patentanmeldung 0 071 255 sind beispielsweise Chipkartenträger bekannt, bei denen das Kunststoffträgermaterial (des Kartenkörpers) glasfaserverstärkt ist. Bei einer solchen Lösung wird im Verlauf der Kolaminierung der Schichten des Kartenkörpers ein Kolaminierungskern aus mit Glasfasern verstärktem Epoxidharz verwendet.
  • Bei den Verwendungen von Karten mit Magnetstreifen ist es bekannt, die Rückseite einer Karte mit einem Magnetstreifen zu bedecken, in dem die Informationen geladen sind. Eine Lesevorrichtung kann solche Karten aufnehmen und die aufgezeichneten Informationen zur Feststellung der Identität des Karteninhabers decodieren. Normalerweise ist die effektiv gespeicherte Informationsdichte in diesen Spuren gering, um starke Verwedungsvariationen zu tolerieren. Der zwischen den Karten mit Magnetstreifen und den Chipkarten bestehende Unterschied kommt daher, daß bei Magnetstreifen die speicherbare Informationsmenge höher als bei den elektronischen Mikromodulen ist, aber daß der Zugang zu diesen Informationen dagegen im ersten Fall langsamer als im zweiten Fall geschieht. Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit bieten die Karten mit Magnetstreifen andererseits überhaupt keine Garantie. Man ist sich nämlich dessen bewußt geworden, daß eine sehr rudimentäre Ausrüstung ausreicht, um die Informationen dieser Karten auf andere Karten zu vervielfältigen, die von Hand gefertigt worden sind, und damit eine Verwendung für diese zu ermöglichen, die dem ihrer Ausgabe zugrundeliegenden Gedanken widerläuft. Allerdings sind gemischte magnetisch-elektronische Chipkarten bekannt: dabei liegt das Ziel bei einer gegebenen Synergie darin, die Leistungen der beiden Informationsträger aufs Beste zu nützen. Gegenwärtig wird diese gemischte Beschaffenheit durch die Probleme mit den Unterschieden in den Verwendungstoleranzen behindert.
  • Im übrigen wurde man sich darüber klar, daß sich aufgrund der Temperaturskala, der die Karten im Laufe ihrer Verwendung unterzogen sind, Probleme mit der Dimensionsstabilität zeigen. Nur eine hohe Dimensionsstabilität zusammen mit hoher mechanischer Steifigkeit kann nämlich eine lange Lebensdauer in Verbindung mit einer hohen Zuverlässigkeit der Karten und insbesondere der gemischten Karten garantieren. Die Herstellung des Kartenkörpers aus einem Kunststoffmaterial führt ferner zur Erscheinung von starken elektrostatischen Entladungen, die sowohl für den elektronischen Mikromodul als auch für den Magnetstreifen gefährlich sind.
  • Die Aufgabe der Erfindung ist es, den genannten Nachteilen abzuhelfen, indem eine Technik zur Verstärkung der Karten vorgeschlagen wird, die zu dieser temperaturunabhängigen mechanischen Stabilität führt und sich an das mechanische Verhalten und/oder die thermische Ausdehnung des Mikromoduls oder des Magnetstreifens anpaßt. Die Ausdehnungen ziehen nämlich Veränderungen des Magnetstreifens nach sich, so daß die sich ergebende Formatierung in bestimmten Fällen die Verwendungsnormen verlassen kann. Bei der Erfindung ist die Verstärkung der Kartenkörper mit wenigstens zwei Lagen aus Materialien mit unterschiedlichen Härten gewählt, um die Verformungswirkungen so anzupassen, daß sie in einem Toleranzbereich gehalten werden, der unabhängig von dem Temperaturwert mit den beiden Techniken vereinbar ist. Jede dieser Lagen ist nach einer Matrixanordnung organisiert, und die beiden Matrixnetze sind ineinander verschachtelt, beispielsweise durch den Versatz einer Lage bezüglich der anderen um einen Halbschritt. Dann ist zu beobachten, daß der Körper der Karte aus Kunststoffmaterial die Differenzkräfte aufgrund der beiden unterschiedlichen Materialien in sich selbst absorbiert, wodurch sich die Karte nicht ablöst, sondern im Gegenteil die Toleranzen perfekt eingehalten werden.
  • Der Gegenstand der Erfindung ist also eine Chipkarte mit einem Kartenkörper aus einem Kunststoffmaterial, dessen Steifigkeit mit härtenden Fasern verstärkt ist, wobei der Kartenkörper ferner mit einer Ausnehmung zur Aufnahme eines integrierten Schaltungschips versehen ist, der mit Mitteln versehen ist, um die Herstellung von Verbindungen zwischen den Schaltungen des Chips und außerhalb zu ermöglichen, wobei die härtenden Fasern wenigstens lokal aus wenigstens zwei unterschiedlichen Materialien bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die härtenden Fasern in dem Kartenkörper in wenigstens zwei Lagen nach zwei Matrixanordnungen liegen, die ineinander verschachtelt sind.
  • Die EP-A-0 211 360 beschreibt eine Chipkarte, die aus zwei unterschiedlichen Materialien hergestellt ist. Dieses Dokument beschreibt auch Verstärkungsschichten in Matrixanordnung.
  • Die Erfindung ist leichter bei der Lektüre der folgenden Beschreibung und beim Prüfen der beigefügten Figuren zu verstehen. Diese sind nur als Hinweis gegeben und schränken die Erfindung in keiner Weise ein. In den Figuren zeigen
  • Fig. 1 eine schematische Darstellung einer verstärkten Chipkarte nach der Erfindung;
  • Fig. 2 einen elektronischen Mikromodul zum Einfügen in den Kartenkörper von Fig. 1;
  • Fig. 3 ein Herstellungsbeispiel für einen Kartenkörper nach der Erfindung unter Verwendung eines Kolaminierungsverfahrens;
  • Fig. 4 einen Schnitt eines Ausführungsbeispiels einer Anwendung der Erfindung auf ein Mikromodulband.
  • Fig. 1 zeigt einen Chipkartenkörper nach der Erfindung. Der Kartenkörper 1 besteht aus einem Kunststoffmaterial, z.B. aus PVC oder ABS, und seine Steifigkeit ist mit härtenden Fasern 2 verstärkt. Der Kartenkörper weist ferner eine Ausnehmung 3 zur Aufnahme eines Chips 4 in integrierter Schaltung wie dem von Fig. 2 auf. Der elektronische Chip 4 ist in einem Mikromodul 30 enthalten, der an seiner Oberfläche mit Metallbereichen wie 5 bis 10 versehen ist, die mit dem Chip verbunden und dazu bestimmt sind, die Herstellung von elektrischen Verbindungen zwischen der Schaltung 4 und außerhalb zu ermöglichen. Die Besonderheit der Erfindung liegt darin, daß die härtenden Fasern 2 wenigstens 2 Lagen aufweisen: eine in durchgezogenen Linien dargestellte Lage 11 und eine gestrichelt dargestellte Lage 12. Die beiden Lagen sind aus Materialien unterschiedlicher Typen realisiert. Bei einem Beispiel ist die Lage 11 eine Lage aus Graphitkohlenstoff, während die Lage 12 eine Lage aus Borfaser ist. Die beiden Lagen 11 und 12 sind nach Matrixanordnungen realisiert. Bei dem dargestellten Beispiel sind die Matrixanordnungen einfache Anordnungen, senkrechte Zeilen-Spalten, deren Schritt zwischen den Zeilen gleich dem Schritt zwischen den Spalten ist. Die beiden Matrixanordnungen 11 und 12 sind bevorzugt durch einen Versatz um einen Halbschritt ineinander verschachtelt. Bei einem Ausführungsbeispiel liegt der Abstandsschritt der Fasern dieser Lagen in der Größenordnung von einem Millimeter. Die Größe des Durchmessers der Fasern liegt dann in der Größenordnung von 0,05 Millimeter.
  • Die Verschachtelung der Lagen ist nicht eine notwendige Bedingung für die Anpassung der Dehnungen des Kartenkörpers an die Belastungen der beiden Techniken. Allerdings ermöglicht diese Verschachtelung auf bevorzugte Weise eine bessere Übertragung der durch die Fasern am Körper der Karte erzeugten Verstärkungskräfte. Nach dem oben angegebenen ist die so hergestellte Karte bevorzugt eine gemischte elektronische und magnetische Karte. Sie weist also unter einer Seite 13 (die in Fig. 1 maskiert ist) einen Magnetstreifen auf, der die ganze Rückseite dieser Karte oder einen Teil davon einnimmt.
  • Fig. 3 zeigt ein Herstellungsverfahren vom Typ der Kolaminierung. Der untere Teil der Figur zeigt das herkömmliche Herstellungsverfahren vor der erfindungsgemäßen Verstärkung, die im oberen Teil der Figur und durch die Anwesenheit eines dicken Pfeils schematisch dargestellt ist. Für die Kolaminierung werden mittels der Rotationpressen 14 und 15 Schichten aus Kunststoffmaterial übereinandergelegt, die nach dem Abrollen von Spulen 16 und 17 flach liegen. Die Stapelung von zwei Schichten ist gezeigt, aber in der Praxis kann ihre Zahl höher sein. Im übrigen ist auf der oberen Schicht 11 schematisch eine Maschine 18 dargestellt, die dazu dient, in diese obere Schicht Aussparungen einzustanzen, die die Ausnehmungen 3 der Karten bilden sollen. Bei der Erfindung werden in dem Kartenkörper in Zwischenposition wenigstens zwei Verstärkungslagen 11 bzw. 12 kolaminiert. Dies bedeutet beispielsweise, daß die Lagen 11 und 12, die auf Spulen 19 bzw. 20 gewickelt sind, nach einer ersten Schicht 17 und vor einer letzten Schicht 16 in den Kolaminierungsvorgang einsteigen. Die beiden Lagen 11 und 12 können jeweils durch natürliche Klebung an einem sehr feinen Film gehalten werden. Mittel, die hier schematisch mit einer Mikrometerschraube 21 zur Beabstandung der Achsen der Spulen 19 und 20 voneinander dargestellt sind, sind zur Einstellung der Halbschrittabstände zwischen den Matrixanordnungen der beiden Lagen vorgesehen.
  • Bei einer Perfektionierung ist eine der Lagen, beispielsweise die Lage 11 breiter als die Lage 12 und sogar breiter als die Schichten, die zur Kolaminierung des Körpers der Karten dienen. Auf diese Weise weist die Lage 11 die in Fig. 1 sichtbaren Fransen 22 auf, die über die Schmalseite der Karten hinausragen. Die Lage 11 besteht dann bevorzugt aus einem elektrisch leitenden Material, vorzugsweise aus Graphit. Unter diesen Bedingungen ermöglichen es diese Fransen, wenn sie in der Folge über die Ränder des Einführschlitzes der Lesevorrichtungen für die Chipkarten streichen, die sie aufnehmen, in dem Kartenkörper selbst eine äquipotentiale elektrische Oberfläche zu erzeugen und vor allem einfacher alle bei möglicherweise auftretenden elektrostatischen Entladungen angesammelten Ladungen zu evakuieren. Zu diesem Zweck könnte das Graphit für die Lage 11 sogar durch eine Anordnung aus Metalldrähten beispielsweise aus Kupfer oder Aluminium ersetzt sein.
  • Mit Verstärkungsmaterialien unterschiedlichen Typs werden die Ausdehnungs- und Härtekoeffizienten so angepaßt, daß diese Koeffizienten einem den beiden Kartentechniken magnetisch- elektronisch gemeinsamen Bereich angehören. Zur Verbesserung dieser Anpassung kann auf folgende Arten vorgegangen werden: entweder wird die Form einer der Matrixanordnungen geändert oder die Kraft einer Lage wird durch eine Änderung des Materials oder des Durchmessers der Fasern erhöht, oder eine dritte Lage wird verwendet. Die Verstärkungswirkungen können ferner in der Karte lokal begrenzt werden, indem auf dem sie tragenden Film das Verstärkungsnetz von wenigstens einer der beiden Lagen nur von einer Stelle zur anderen verteilt wird. Diese lokalen Verstärkungen befinden sich zum Zeitpunkt der Kolaminierung in der Nähe des Ortes der Ausnehmung.
  • Statt der Behandlung des gesamten Kartenkörpers, kann auch ins Auge gefaßt werden, die Verstärkungswirkung auf ein mechanisches Band 31 zu beschränken, das um den Mikromodul 30 realisiert ist, vgl. Fig. 4. Dieses Band wird bevorzugt an dem Mikromodul befestigt, bevor dieser zusammen mit dem Band in die Karte eingesetzt wird. Mit einer Verbund-Bor-Kohlenstoffverstärkung, wie sie oben angesprochen wurde, hat man festgestellt, daß die im Moment der Biegungen zu dem eigentlichen Mikromodul übertragenen mechanischen Belastungen kontrolliert werden konnten. Der Mikromodul mit seinem Band ist dann nicht zu starr, wie er es mit Faserverstärkungen aus einem einzigen, zu harten Typ wäre. Folglich lösen sich der Mikromodul und sein Band bei den Biegetests nicht heraus. Allerdings ist die Verstärkung ausreichend fest, um den Mikromodul selbst zu schützen. Diese Verstärkung ist widerstandsfähiger als diejenige, die mit Fasern eines einzigen, zu weichen Typs erhalten werden kann.
  • Die Zahl der Karten, die den Biegetests erfolgreich unterzogen werden, wird in der Erfindung dadurch erhöht, daß die Steifigkeit mit der Wahl des Verbundmaterials kontrolliert wird.

Claims (6)

1. Chipkarte mit einem Kartenkörper (1) aus einem Kunststoffmaterial, dessen Steifigkeit mit härtenden Fasern (2) verstärkt ist, wobei der Kartenkörper ferner mit einer Ausnehmung (3) zur Aufnahme eines integrierten Schaltungschips (4) versehen ist, der mit Mitteln (5-10) versehen ist, um die Herstellung von Verbindungen zwischen der Schaltung des Chips und außerhalb zu ermöglichen, wobei die härtenden Fasern wenigstens lokal aus wenigstens zwei unterschiedlichen Materialien bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die härtenden Fasern in dem Kartenkörper in wenigstens zwei Lagen (11, 12) nach zwei Matrixanordnungen liegen, die ineinander verschachtelt sind.
2. Karte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einer der beiden Typen Bor ist.
3. Karte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß einer der beiden Typen Graphit ist.
4. Karte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Chipkarte eine gemischte Chipkarte ist, elektronisch wegen der Anwesenheit ihrer integrierten Schaltung und magnetisch wegen der Anwesenheit einer Schicht aus magnetischem Material (13) an wenigstens einem Teil ihrer Flächen.
5. Karte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der Lagen aus einem elektrisch leitenden Material besteht und die Fasern dieser Lage mit Mitteln (12) versehen sind, um elektrisch mit außerhalb verbunden zu werden.
6. Karte nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden härtenden Lagen in einem Band (31) angeordnet sind, wobei das Band an einem den Chip (4) aufweisenden Mikromodul (30) befestigt ist, bevor der Mikromodul mit seinem Band in den Kartenkörper eingesetzt wird.
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