DE69227146T2 - Gerät und Verfahren zur Beobachtung einer dreidimensionalen Anordnung von Atomen - Google Patents

Gerät und Verfahren zur Beobachtung einer dreidimensionalen Anordnung von Atomen

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Katsuhiro Hachiouji-Shi Tokyo 193-03 Kuroda
Yasuhiro Fuchu-Shi Tokyo 183 Mitsui
Hideo Nitshitama-Gun Tokyo 190-01 Todokoro
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Description

    Hintergrund der Erfindung
  • Die Erfindung betrifft ein Gerät und ein Verfahren zur Beobachtung von Punktdefekten, Fremdstoffatomen und deren Clustern, wie sie an Verbindungsflächen und Kontakten in einem mit Schichtstruktur ausgebildeten integrierten Bauelement wie einem Speicher oder einem Bauelement für schnelle Rechenvorgänge existieren.
  • Wie es in Proc. Mat. Res. Soc. Symp. Vol. 183 (Materials Research Society, San Francisco, 1990), S. 55 beschrieben ist, kann zum Herleiten einer dreidimensionalen Atomanordnung aus mehreren aus verschiedenen Richtungen aufgenommenen Elektronenmikroskopbildern ein herkömmliches Elektronenmikroskop verwendet werden. Außerdem ist in der Japanischen Patentoffenlegung Nr. 61-78041 eine Technik zum Erhalten eines zweidimensionalen Bilds für eine dreidimensionale Atomstruktur offenbart.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Bei den oben genannten herkömmlichen Techniken ist es erforderlich, eine große Anzahl dünner Stücke mit einer Dicke in der Größenordnung von einigen nm durch Zerschneiden einer Probe in verschiedenen Richtungen herzustellen. Wenn in diesem Fall eine Zielstruktur in der Probe eine extrem kleine Größe in der Größenordnung von Nanometern aufweist, ist es unmöglich, die Struktur in mehrere Stücke zu zerschneiden, und demgemäß ist es unmöglich, eine dreidimensionale Beobachtung auszuführen. Selbst wenn die Zielstruktur ausreichend groß dafür ist, dass es möglich ist, dünne Stückchen herzustellen, ist nur ein Teil der Zielstruktur in einem derartigen Stück enthalten, so dass es sich ergibt, dass viel Information verloren gegangen ist, wenn eine dreidimensionale Struktur auf Grundlage der Elektronenmikroskopbilder der Stücke herzustellen ist. Außerdem führt die Technik zu sehr unangemessener Genauigkeit, da der Betrachter eine dreidimensionale Struktur herleiten muss, während der Zusammenhang zwischen Beobachtungsrichtungen und den zugehörigen Elektronenmikroskopbildern der dünnen Stücke zu beachten ist. Die Genauigkeit der Beobachtungsrichtungen ist durch Fehler in der Winkeleinstellung, wenn Probenstücke ausgeschnitten werden, sowie durch Neigungen der auf den Probenhalter des Elektronenmikroskops aufgesetzten Probenstücke beeinflusst. Es ist schwierig, die Beobachtungsbedingungen bei Elektronenmikroskopen für alle Probenstücke völlig gleichmäßig zu machen. Die sich ergebenden Fehler führen so zu Variationen im Bildkontrast. Ein durch gebeugte Elektronen erzeugtes, hergeleitetes Bild, oder ein Gitterbild, variiert u. a. abhängig von der Probendicke und den Elektronenbeugungsbedingungen. Außerdem ist es schwierig, obwohl aus einem Gitterbild Information zur Atomanordnung erhalten werden kann, die Atomarten von Fremdstoffen sowie Punktdefekte zu identifizieren.
  • Außerdem ist es in der Japanischen Patentoffenlegung Nr. 61- 78041 offenbart, dass die Elektronenauftreffrichtung hinsichtlich der Probenoberfläche fixiert ist und alle in der Probe erzeugten reflektierten charakteristischen Röntgenstrahlen durch Ändern der Aufnahmerichtung erhalten werden können. Dadurch wird Information zur Struktur einer dreidimensionalen Atomanordnung nach der Oberfläche erhalten. Jedoch ist die erhaltene Information auf eine bis zwei Atom schichten an der Oberfläche beschränkt, und zwar wegen der Verwendung der gesamten reflektierten charakteristischen Röntgenstrahlen. Außerdem ist es unmöglich, da die charakteristischen Röntgenstrahlen in einem Bereich der Mikrometer- Größenordnung erzeugt werden, eine hohe Auflösung auf atomarem Niveau zu erzielen. So ist es extrem schwierig, aus einem Volumen eine dreidimensionale Atomanordnung mit hoher Auflösung auf atomarem Niveau zu erhalten.
  • Ein Gerät mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 5 ist aus Philips Technical Review, Vol. 43, No. 10, Nov. 1987, Seiten 273 bis 291 bekannt.
  • Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine dreidimensionale Atomanordnung und Atomarten in einem Volumen mit hoher Auflösung auf atomarem Niveau unter Verwendung nur einer einzelnen Dünnschicht-Probe zu erhalten, um es dadurch zu ermöglichen, eine dreidimensionale Atomstruktur innerhalb einer kurzen Zeitspanne genau zu analysieren.
  • Diese Aufgabe ist durch ein Gerät gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 5 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen offenbart.
  • Es wurde ein System mit einem Rastertransmissions-Elektronenmikroskop, einem Proben-Goniometer/Kipp-System, einem mehrkanaligen Elektronendetektor und einem Computer aufgebaut. Das Rastertransmissions-Elektronenmikroskop umfasst eine Einheit zum Abstrahlen eines Elektronenstrahls mit einem Durchmesser, der der Größe eines oder zweier Atome entspricht oder kleiner ist. Das Proben-Goniometer/Kipp-System kann so gesteuert werden, dass es eine Probe um einen Weg in der Größenordnung von Nanometern verstellt. Der mehrkanalige Elektronendetektor ermöglicht es, den Aufnahmewinkelbereich für gestreute Elektronen nach Belieben einzustellen. Der Computer wird dazu verwendet, Software zum Steuern des Elektronenmikroskops sowie Software zur Bildverarbeitung abzuarbeiten. So ist das System mit Maßnahmen zum Beobachten einer dreidimensionalen Struktur versehen. Genauer gesagt, zeichnet sich das System dadurch aus, dass einige Projektionsbilder einer Atomanordnung innerhalb eines Winkelschrittbereichs Θ gegenüber einem vorbestimmten Neigungswinkel erhalten werden. Während die Probe über einen Winkel in einem Bereich, der kleiner als der Winkelschritt Θ ist, gedreht wird, werden n Bilder einer zweidimensionalen Atomanordnung erzeugt. Es ist zu beachten, dass innerhalb des Winkelbereichs, in dem das Projektionsbild der Atomanordnung erhalten wird, der sogenannte Kanaleffekt mindestens einmal auftreten muss. Außerdem hat der Winkelschritt Θ den Wert tan&supmin;¹(d/t), wobei d der Abstand von einem Atom zu einem benachbarten in der Probe ist und t die Dicke der Probe ist. Aus den so erhaltenen n Bildern der zweidimensionalen Atomanordnung werden Atomkoordinaten mit grober Genauigkeit sowie Atomarten identifiziert. Als nächstes wird durch diese Informationen ein zweidimensionales Atomanordnungsbild simuliert.
  • Dann wird das simulierte Bild mit den tatsächlich gemessenen zweidimensionalen Atomanordnungsbildern verglichen. Atomkoordinaten und Atomarten werden insoweit mit hoher Genauigkeit erhalten, als beide Bilder miteinander übereinstimmen. Die genauen Atomkoordinaten und Atomarten werden dazu verwendet, ein dreidimensionales Atomanordnungsbild anzuzeigen.
  • Demgemäß wird nicht nur eine dreidimensionale Atomanordnung beobachtet, sondern unter Verwendung des selben Systems kann auch eine Strukturanalyse ausgeführt werden.
  • Unter Verwendung des Rastertransmissions-Elektronenmikros kops wird eine Dünnschichtprobe unter Verwendung eines Elektronenstrahls mit einem Durchmesser beobachtet, der der Größe eines oder zweier Atome entspricht oder kleiner ist. Die Beobachtung kann zu einem Atomanordnungsbild führen. Durch Beobachten der Probe, während ihre Neigung mittels des Proben-Goniometer/Kipp-Systems variiert wird, können Atomanordnungsbilder aus verschiedenen Richtungen erhalten werden. Durch Anwenden einer Bildverarbeitung auf die für verschiedene Neigungswinkel erhaltenen Atomanordnungsbilder kann eine dreidimensionale Atomanordnung für die Probe aufgebaut werden, und es können aus einer Analyse der Beziehung zwischen den Aufnahmewinkelbereichen für bei der Bildaufnahme verwendete Streuelektronen und den Bildkontrastgraden Atomarten identifiziert werden.
  • Kurze Beschreibung der Zeichnungen
  • Fig. 1 ist eine erläuternde Ansicht, die das Prinzip einer Bilderzeugung unter Verwendung eines Elektronenstrahls mit einem Durchmesser veranschaulicht, der der Größe eines oder zweier Atome entspricht oder kleiner ist. Fig. 1(a) zeigt Zustände durchgestrahlter und gestreuter Elektronenstrahlen sowie ein Elektronenmikroskopbild, wenn ein Elektronenstrahl parallel zur Richtung von Atomsäulen verläuft. Fig. 1(b) zeigt Zustände durchgestrahlter und gestreuter Elektronenstrahlen sowie ein Elektronenmikroskopbild, wenn ein Elektronenstrahl einen Neigungswinkel Θ zur Richtung der Atomsäulen hat.
  • Fig. 2 ist eine erläuternde Ansicht, die Beziehungen zwischen der Intensität gestreuter Elektronen und dem Streuwinkel für Atome mit niedrigen und hohen Atomzahlen zeigt.
  • Fig. 3 ist eine erläuternde Ansicht zur Messung gestreuter Elektronen durch einen Mehrkanal-Elektronendetektor in einem Streuwinkelbereich zwischen γ und δ.
  • Fig. 4 ist eine erläuternde Ansicht, die einen Prozess zum Aufbau von einer dreidimensionalen Atomstruktur durch eine Bildverarbeitung zweidimensionaler Atombilder veranschaulicht, die unter einer Vielzahl von Neigungswinkeln Θn einer Probe beobachtet wurden.
  • Fig. 5 ist ein Diagramm, das den Gesamtaufbau eines Ausführungsbeispiels der Erfindung zeigt.
  • Fig. 6 ist ein erläuterndes Diagramm, das die Beziehung zwischen dem Winkelschritt (Θ) der Probe, dem Abstand (d) von einem Atom zu einem benachbarten sowie der Dicke (t) der Probe zeigt.
  • Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele:
  • Unter Bezugnahme auf die oben kurz beschriebenen Diagramme werden Ausführungsbeispiele der Erfindung wie folgt erläutert. Fig. 5 ist ein Diagramm, das den Grundaufbau eines Elektronenmikroskopgeräts zeigt, wie es bei Ausführungsbeispielen der Erfindung verwendet wurde. Wie es in der Figur dargestellt ist, verfügt das Gerät über eine Feldemissions- Elektronenkanone 8, Kondensorlinsen 9, Elektronenablenkspulen 10, Objektivlinsen 11, ein Proben-Goniometer/Kipp-System 12, einen Elektronendetektor 13, einen Computer 14 zum Abarbeiten von Steuerungs- und Bildverarbeitungs-Software, einen Röntgenstrahldetektor 15, einen Energieanalysator 16, einen Probenvorbereitungsraum 17 und ein Probenübertragungssystem 18. Um einen Elektronenstrahl mit einem Durchmesser der Größe eines oder zweier Atome, oder kleiner, zu erzeugen, wird eine Beschleunigungsspannung von mindestens 200 kV an die Feldemissions-Elektronenkanone 8 angelegt, und es werden Elektronenlinsen mit kleiner Aberration zur Beleuchtung verwendet. Eine Probe 19 wird dadurch mittels der Strahl-Ablenk/Abraster-Spule 10 abgerastert, dass ein Elektronenstrahl auf die Probe 19 gegeben wird. Der Elektronendetektor 13 verfügt über eine mehrkanalige Matrix mehrerer photosensitiver Bauelemente. Die Intensitäten von durch die Probe 19 gestreuten und durch sie hindurchgestrahlten Elektronen können dadurch gemessen werden, dass Beziehungen zwischen den Adressen der photosensitiven Bauelemente in der Matrix sowie den Streuwinkeln und den Elektronenrichtungen identifiziert werden. Obwohl im Elektronendetekaor 13 typischerweise photoempfindliche CCD-Bauelemente verwendet werden, können auch photosensitive Bauelemente anderer Typen mit hoher Empfindlichkeit verwendet werden. Das Proben-Goniometer/Kipp-System 12 umfasst einen Schrittmotor und ein Goniometer, die durch den Computer 14 gesteuert werden. Dies ermöglicht es, die Neigung der Probe 19 in der Größenordnung von Millirad einzustellen. So wird der positionsbezogene Bildfehler in der Größenordnung von Nanometern kompensiert. Der Computer 14 arbeitet Steuerungs- und Bildverarbeitungs-Software ab, was es ermöglicht, Intensität und die Verteilung von Elektronen, wie vom Elektronendetektor 13 gemessen, in einen Speicher einzugeben und einzuspeichern, was synchron mit dem Abrasterbetrieb durch den auftreffenden Elektronenstrahl erfolgt. Außerdem kann der Computer 14 auch eine Vielzahl von Bildverarbeitungsvorgängen ausführen.
  • Als nächstes wird ein Schritt zum Beobachten einer dreidimensionalen Atomanordnung gemäß der Erfindung beschrieben. Fig. 1 zeigt die Wechselwirkung zwischen einem die Dünnschicht-Probe 19 bildenden Atom 2 und einem auftreffenden Elektronenstrahl 1 mit einem Durchmesser, der der Größe eines oder zweier Atome entspricht oder kleiner ist. Fig. 1(a) zeigt einen Fall, bei dem der auftreffende Elektronenstrahl 1 parallel zur Richtung der Atomsäule der Dünnschicht-Probe 19 verläuft. In diesem Fall wird der auftreffende Elektronenstrahl 1 zwischen zwei benachbarten Atomsäulen aufgrund eines Kanaleffekts hindurchgestrahlt, ohne dass er durch die Atome 2 gestreut wird. Es ist zu beachten, dass der Kanaleffekt ein solcher Effekt ist, bei dem ein Elektronenstrahl 1 durchgelassen wird. Ein auftreffender Elektronenstrahl 1, der auf eine Atomsäule trifft, wird durch das erste Atom 2 der Atomsäule gestreut. Durch Messen der Intensität eines durchgestrahlten oder gestreuten Elektrons 4 oder 5 synchron mit dem Abtastvorgang für den auftreffenden Elektronenstrahl 1 durch den Elektronendetektor 13 kann ein Projektionsbild der Atomanordnung 6 beobachtet werden. Als nächstes wird die Dünnschicht-Probe 19 so geneigt, dass sie zu den auftreffenden Elektronenstrahlen 1 einen Winkel Θ bildet. Wie es in Fig. 6 dargestellt ist, ist der Winkel Θ auf einen Wert unter tan&supmin;¹(d/t) eingestellt, wobei d der Abstand von einem Atom zu einem benachbarten in der Dünnschicht-Probe 19 ist und t die Dicke der Dünnschicht-Probe 19 ist. Obwohl der Spalt zwischen zwei benachbarten Atomsäulen, wie aus der Auftreffrichtung der Elektronenstrahlen 1 gesehen, kleiner wird, existiert ein Kanalelektron. Wie es in Fig. 1(b) dargestellt ist, entspricht das Projektionsbild der Anordnung 6 einem Projektionsbild, wie es aus einer schrägen Richtung gesehen wird, die den Winkel Θ zu den Atomsäulen bildet. In diesem Fall unterscheidet sich die Ansicht eines Fremdstoffatoms 3 von der von Fig. 1(a). D. h., dass das Fremdstoffatom 3 in Fig. 1(a) nicht erkennbar ist, da es durch ein unmittelbar über ihm liegendes Atom 2 ausgeblendet ist. Im in Fig. 1(b) dargestellten Fall ist jedoch das andere Atom 3 sichtbar. Demgemäß wird der auftreffende Elektronenstrahl 1 auch durch das Fremdstoffatom 3 gestreut. Beziehungen zwischen dem Streuwinkel und der Intensität eines gestreuten Elektrons sind allgemein in Fig. 2 dargestellt. Wie es in der Figur dargestellt ist, ist die Intensität gestreuter Elektronen über Streuwinkel verteilt, wobei ein Peak bei bestimmten Streuwinkelwerten liegt. Die Verteilungskurven sind für hohe Streuwinkelwerte flacher. Die Verteilungskurven unterscheiden sich auch abhängig von der Atomzahl (Z) voneinander. Je größer der Wert der Atomzahl (Z) ist, umso mehr ist die Verteilungskurve zur Seite großer Streuwinkelwerte verschoben. Demgemäß unterscheidet sich der Streuwinkel β bei der Peakintensität von durch ein Fremdstoffatom 3 gestreuten Elektronen 5 vom Streuwinkel α bei der Peakintensität von durch ein Umgebungsatom 2 gestreuten Elektronen. In diesem Fall weist das Atom 2 eine größere Atomzahl als das Fremdstoffatom 3 auf. Wenn die in Fig. 2 dargestellte Verteilung berücksichtigt wird, wird der Aufnahmewinkelbereich für die gestreuten Elektronen 5, wie er bei der Bilderzeugung durch den Elektronendetektor 13 verwendet wird, zwischen den in der Figur dargestellten Winkeln γ und δ eingestellt. Fig. 3 zeigt einen Betriebszustand des Elektronendetektors 13 für den Erfassungswinkelbereich zwischen γ und δ. Wie es in der Figur dargestellt ist, verfügt der Elektronendetektor 13 über mehrkanalige Matrixkonfiguration, die eine Vielzahl photosensitiver Bauelemente 7 aufweist.
  • Wenn der auftreffende Elektronenstrahl 1 auf die Probe 19 trifft, werden Elektronen 5 unter einer Vielzahl von Streuwinkeln gestreut, und sie treffen am Elektronendetektor 13 ein. Nur Elektronen mit Streuwinkeln zwischen γ und δ werden zum Erzeugen eines Projektionsbilds der Atomanordnung 6 erzeugt. D. h., dass nur die Intensität gestreuter Elektronen 5, wie sie durch photosensitive Bauelemente 7 erfasst werden, die zwischen zwei den Streuwinkeln γ und δ entsprechenden konzentrischen Kreisen liegen, synchron mit dem Abrastervorgang des auftreffenden Elektronenstrahls 1 gemessen werden. Der Erfassungswinkelbereich wird dadurch eingestellt, dass die Adressen der photosensitiven Bauelemente 7 durch den Computer 14 spezifiziert werden. Durch eine derartige Messung kann eine Kontrastdifferez zwischen Atomen im Projektionsbild erkannt werden. In diesem Fall ist das Atom 2 hell, während das unterschiedliche Atom 3 dunkel ist. Durch Ausnutzen desselben Prinzips kann die Differenz selbst dann noch erkannt werden, wenn an der Position des Fremdstoffatoms 3 eine Fehlstelle existiert. Im Computer 14 wird Information zur Verteilung der Intensitäten gestreuter Elektronen für verschiedene Atome gespeichert. Demgemäß können die Aufnahmewinkelbereiche für verschiedene Atome im Elektronendetektor 13 eingestellt werden. So können verschiedene Atome auf Grundlage von Bildkontrastdifferenzen zwischen ihnen unterschieden werden. Außerdem kann, da das Proben- Goniometer/Kipp-System 12 eine Steuerung des Neigungswinkels der Probe 19 in der Größenordnung von Millirad ermöglicht, der Neigungswinkel auf die Bedingungen des Kanaleffekts eingestellt werden. Darüber hinaus kann die Position der Probe 19 unter Verwendung des Computers 14 so eingestellt werden, dass das Beobachtungsziel auf der Probe 19 immer im Zentrum des Beobachtungsbereichs liegt. Die computergestützte Steuerung wird dadurch ausgeführt, dass das Ausmaß eines Bildfehlers an der Position der Probe 19, wie er bei geneigter Probe 19 auftritt, unter Verwendung des Bildverarbeitungsvorgangs herausgefunden wird. Durch kontinuierliches Beobachten von Bildern unter Variation des Neigungswinkels sowie durch Einspeichern von Bilddaten in den Computer 14 können Projektionsbilder der aus einer Vielzahl von Richtungen beobachteten Atomanordnung 6 erhalten werden.
  • Der Bildverarbeitungsvorgang erzeugt eine dreidimensionale Struktur der Atomanordnung auf Grundlage von Projektionsbildern der Atomanordnung 6 (I&sub1;, I&sub2; bis In), die jeweils bei Neigungswinkeln (Θ&sub1;, Θ&sub2; bis Θn) durch einen Ablauf erhalten wurden, wie er in Fig. 4 dargestellt ist. Die dreidimensionale Struktur der Atomanordnung wird auf einer Kathodenstrahlröhre des Computers 14 angezeigt. Bei diesem Ablauf wird als erstes an den Projektionsbildern der Atomanordnung 6 (I&sub1;, I&sub2; bis In) eine dreidimensionale Bildverarbeitung ausgeführt, um dreidimensionale Koordinaten, die Symmetrie und die Regelmäßigkeit der Atome zu identifizieren. Die auf die obige Weise identifizierte Atomanordnung wird dann mit Messdaten von Atomarten kombiniert, um eine dreidimensionale Struktur der Atomanordnung der Probe 19 zu bestimmen. Die zum Erzeugen der dreidimensionalen Struktur verwendete Technik ist dieselbe, wie sie auf Seite 15 von Measurement and Control, einer technischen Zeitschrift, No. 6, Vol. 17, 1978 beschrieben ist. Die Bildverarbeitungs-Software zum Aufbauen der dreidimensionalen Struktur, kann eine dreidimensionale Struktur auf Grundlage von Information Erzeugen, wie sie selbst aus einem Bereich möglicher Neigungswinkel von 0 bis ungefähr 20º für eine Probe erhalten wurde. Z. B. existieren als Software das Fourier-Entfaltungsverfahren und ein Reihenentwicklungsverfahren. Die Bildverarbeitungs-Software wird durch den Computer 14 abgearbeitet, der eine der Techniken entsprechend der Menge zu verarbeitender Information auswählt. Auf Grundlage der Daten zur dreidimensionalen Struktur der Atomanordnung wird dann ein Projektionsbild für die Atomanordnung 6 simuliert. Bei der Simulation verwendete Software verwendet ein typisches Verfahren wie eine Mehrschnitttechnik. Dann wird das simulierte Bild mit dem beobachteten Bild verglichen, um klarzustellen, ob aus der aufgebauten dreidimensionalen Struktur der Atomanordnung ein Projektionsbild der Atomanordnung 6 reproduziert werden kann oder nicht. Wenn eine Reproduktion unmöglich ist, werden die Daten der dreidimensionalen Struktur der Atomanordnung so korrigiert, dass sich ein anderes simuliertes Projektionsbild der Atomanordnung 6 ergibt. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis das simulierte Bild mit dem beobachteten übereinstimmt. Auf diese Weise kann die Genauigkeit für die dreidimensionale Struktur der Atomanordnung verbessert werden. Die als solche bestimmte dreidimensionale Struktur der Atomanordnung wird schließlich als Schrägbild oder als Schnittan sicht, gesehen aus irgendeiner gewünschten Richtung, auf der Kathodenstrahlröhre des Computers 14 angezeigt.
  • Die Zusammensetzung und der Bindungszustand von die Probe 19 bildenden Elementen können durch Messung charakteristischer Röntgenstrahlung durch den Röntgenstrahldetektor 15 und durch Messen der Verlustenergie durchgestrahlter Elektroden durch den Energieanalysator 16 analysiert werden. Im Probenvorbereitungsraum 17 wird ein Rastertunnelmikroskop angeordnet, wobei ein Prozess zum Dünnermachen der Probe 19 dadurch ausgeführt wird, dass ein Feldverdampfungseffekt genutzt wird, wie er auftritt, wenn ein Feld an ein Gebiet zwischen einer Spitze und der Probe 19 angelegt wird. Auf diese Art werden Atome einzeln abgestreift. Demgemäß kann die Dicke der Probe 19 in der Größenordnung als Atomschicht kontrolliert werden, ohne dass die Probe 19 irgendwie beschädigt würde. Durch Ausführen des Vorgangs zum Abstreifen von Atomen als solchen, während die Probe 19 durch das Rastertunnelmikroskop beobachtet wird, kann die Struktur eines interessierenden extrem kleinen Teils sicher mit einer Genauigkeit auf atomarem Niveau in eine Dünnschicht umgewandelt werden. Da die Dünnschicht-Probe 19 durch das Probentransportsystem 18 durch Vakuum in einen Probenbeobachtungsraum transportiert wird, wird die Probe 19 weder verunreinigt noch oxidiert. Im Probenvorbereitungsraum 17 kann die Probe 19 Herstell- und Fertigungsprozessen wie einer Probenreinigung und -veränderung unter Verwendung von Ionenstrahlung und Erwärmung sowie Dünnschichterzeugung unter Verwendung von Aufdampfen und Sputtern unterzogen werden. Daher können Atomstrukturen in einer Vielzahl von Zuständen beobachtet werden. Ferner kann der Probenvorbereitungsraum 17 aus dem Elektronenmikroskop herausgenommen werden und mit der tatsächlichen Dünnschichtausrüstung verbunden werden, wie sie bei einem Halbleiterprozess verwendet wird. Bei einer derartigen Anordnung wird eine durch die Dünnschichtausrüstung hergestellte Probe in das durch die Erfindung geschaffene Gerät transportiert, in dem die Auswertung der Prozessbedingungen für dieselbe ausgeführt werden kann.
  • Wie oben beschrieben, ermöglicht die Erfindung die Beobachtung einer dreidimensionalen Atomanordnung mit hoher Auflösung von mehr als 0,2 nm. Die Erfindung ermöglicht auch die Analyse von Atomarten. Außerdem ermöglicht die Erfindung die Messung der Zusammensetzung und des Bindungszustands. Es können Punktdefekte, Fremdstoffatome und Cluster derselben, die unter Verwendung eines herkömmlichen Elektronenmikroskops schwierig zu untersuchen sind, auf dem Niveau eines einzelnen Atoms beobachtet werden. Demgemäß können die Gründe für Defekte von ULSI-Bauelementen, Bedingungen zur Dünnschichtherstellung und dergleichen mit hoher Genauigkeit ausgewertet werden. Im Fall herkömmlicher Elektronenmikroskoptechniken müssen so viele Proben hergestellt werden, wie zahlreiche Beobachtungsrichtungen existieren, um dreidimensionale Beobachtung zu erzielen. Durch die Erfindung ist jedoch nur eine einzelne Probe erforderlich. Im Ergebnis ist die T. A. T. (Turn-Around-Time = Durchlaufzeit) für den Auswertungsprozess erheblich im Vergleich zu demjenigen bei herkömmlichen Techniken verringert.

Claims (9)

  1. Gerät zur Beobachtung einer dreidimensionalen Atomanordnung auf einer Dünnschicht-Probe (19) mit einer Elektronenkanone vom Feldemissionstyp (8) zum Erzeugen eines Elektronenstrahls, einem Magnetlinsensystem (9, 11) zum Ausleuchten der Probe mit einem Elektronenstrahl, der einen Durchmesser in Atomgröße besitzt, einem Elektronen-Ablenkspulensystem (10) zum Abtasten der Probe mit dem Elektronenstrahl mit dem Durchmesser in Atomgröße, einem Proben-Goniometer/Kipp-System (12) zum Neigen der Probe, einem Elektronendetektor (13) und einem Computer (14) zum Ausführen von Steuerungs- und Bildverarbeitungs-Software, wobei der Computer eine Einrichtung zum Beobachten einer Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung, basierend auf den Signalen des Elektronendetektors, wobei das Signal die gestreuten und durchstrahlten Elektronen aus der Probe beim Abtasten der Probe mit dem Elektronenstrahl mit dem Durchmesser in Atomgröße anzeigt, und eine Einrichtung zum Bilden einer dreidimensionalen Struktur der Atomanordnung mittels Bildverarbeitung der Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung aufweist,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    der Computer (14) eine Einrichtung zum Identifizieren der Atomarten in der Dünnschicht-Probe (19) aus den zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung auf der Grundlage einer Beziehung zwischen dem Aufnahmewinkelbereich der gestreuten Elektronen und einem Bildkontrast des Elektronendetektors (13) und
    eine Einrichtung zum Speichern einer Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung für eine Vielzahl von Neigungswinkeln der Probe, die durch das Proben-Goniometer/Kipp-System (12) mit einer Winkelgenauigkeit, die dem Atomabstand der Probe entspricht, festgelegt werden, aufweist, wobei die Einrichtung zum Bilden einer dreidimensionalen Struktur der Atomanordnung ausgelegt ist, um die Bildver arbeitung der Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung in Zusammenhang mit der Vielzahl von Neigungswinkeln auszuführen.
  2. 2. Gerät nach Anspruch 1, wobei der Elektronendetektor (13) ein Vielkanaldetektor ist, der eine Vielzahl von photosensitiven Bauelementen (7) aufweist, die in Form einer Matrix angeordnet sind und jeweils eine Größe von höchstens einigen Mikrometern aufweisen, so daß der Aufnahmewinkelbereich der gestreuten Elektronen, die zum Bilden der zweidimensionalen Bilder der Atomanordnung verwendet werden, beliebig gewählt werden kann.
  3. 3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Proben-Goniometer/Kipp-System (12) zum Feinsteuern der Neigung der Probe (19) durch Ermitteln der Größe des durch die Probenneigung hervorgerufenen positionsbezogenen Bildfehlers geeignet ist, so daß sich die zu beobachtende Struktur der Probe immer im Zentrum der Beobachtungsfläche befindet.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Computer (14) eine Bildverarbeitungs-Software mit einem Programm zum Wiederherstellen eines Bildes der dreidimensionalen Struktur der Probe (19) aus einer Vielzahl von zweidimensionalen Projektionsbildern, die durch Beobachten der Probe aus einer Vielzahl von Winkeln erhalten werden, ein Programm zum Bilden eines Querschnittsbildes für einen beliebigen Querschnitt der dreidimensionalen Struktur der Probe (19) und ein Programm zum Bilden einer schrägen Ansicht der dreidimensionalen Struktur der Probe (19), wie sie sich für eine beliebige Richtung ergibt, und eine Steuerungs-Software zum Steuern des Gerätes aufweist.
  5. 5. Verfahren zum Beobachten einer dreidimensionalen Atomanordnung einer Dünnschicht-Probe mit den Schritten:
    Abtasten der Dünnschicht-Probe mit einem Elektronenstrahl, der einen Durchmesser in Atomgröße aufweist;
    Aufnehmen von Elektronen des Elektronenstrahls, die durch Zwischenräume zwischen den Atomen der Dünnschicht-Probe hindurchtreten und Elektronen des Elektronenstrahls, die von den Atomen gestreut werden, als Signale;
    Umwandeln der aufgenommenen Signale in eine Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung der Probe; und
    Erhalten eines dreidimensionalen Bildes der Probe mittels Bildverarbeitung der Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung;
    gekennzeichnet durch die weiteren Schritte:
    Identifizieren von Atomarten in der Dünnschicht-Probe aus den zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung auf der Grundlage einer Beziehung zwischen dem Aufnahmewinkelbereich der gestreuten Elektronen und einem aufgenommenen Bildkontrast; und
    Verändern der Neigung der Dünnschicht-Probe mit einer Winkelgenauigkeit, die dem Atomabstand in der Dünnschicht- Probe entspricht, um eine Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung für eine Vielzahl von Neigungswinkeln zu erhalten, wobei die dreidimensionale Struktur der Atomanordnung auf der Grundlage der Vielzahl von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung in Zusammenhang mit dem entsprechenden Neigungswinkel der Probe hergestellt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei der Schritt Identifizieren von Atomarten die Schritte enthält:
    Messen der Intensitätsverteilung der durch die Atome gestreuten Elektronen;
    Speichern der Intensität synchron mit dem Abtastvorgang des auftreffenden Elektronenstrahls;
    Vergleichen der Intensitätsverteilung mit bekannten Verteilungsdaten; und
    Identifizieren der Atomarten auf der Grundlage von Unterschieden zwischen der Intensitätsverteilung und den bekannten Verteilungsdaten.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, weiter aufweisend die Schritte:
    sequentielles Bilden von zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung während des Neigens der Dünnschicht-Probe mit Winkelschritten, die kleiner sind als tan&supmin;¹(d/t), wobei d der Abstand zwischen benachbarten Atomen und t die Dicke der Dünnschicht-Probe ist; und
    Aufzeichnen der zweidimensionalen Bilder der Atomanordnung.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei der Schritt Erhalten eines dreidimensionalen Bildes der Atomanordnung die Schritte aufweist:
    Erkennen des Wertes des Bildfehlers derselben Atome in bezug auf ihre Position zwischen zwei zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung, die vor und nach der Zunahme der Neigung der Dünnschicht-Probe erzeugt wurden;
    Berechnen der dreidimensionalen Koordinaten der Atome aus einer Beziehung zwischen dem Wert des positionsbezogenen Bildfehlers und dem Winkelschritt; und
    Bilden der dreidimensionalen Struktur der Atomanordnung auf der Grundlage der dreidimensionalen Koordinaten der Atome.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8 mit den Schritten:
    Umwandeln der dreidimensionalen Struktur der Atomanordnung, die durch das Verfahren erzeugt wurde, in zweidimensionale Bilder der Atomanordnung mittels einer Elektronen-Streutheorie und einer Theorie der Bildherstellung bei Elektronenmikroskopen; und
    Vergleichen der zweidimensionalen Bilder der Atomanordnung, die sich aus der Umwandlung mit den beobachteten zweidimensionalen Bildern der Atomanordnung ergeben.
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