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Hintergrund der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft Gewebe- und Organtransplantationen.
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Das
Gebiet der Organtransplantation hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten
wesentlich weiter entwickelt, was zu bemerkenswerten Verbesserungen
bezüglich
des Überlebens
von Kurzzeittransplantaten führte.
Empfänger
von Organtransplantaten sehen sich jedoch noch wesentlichen Risiken
langfristiger Morbidität und
Mortalität
ausgesetzt. Obwohl moderne immunsuppressive Verabreichungen zu einer
dramatischen Verringerung des Vorkommens akuter Abstoßungserscheinungen
führte,
müssen
sie nun auch eine ähnliche
Wirkung für
die chronische Abstoßung
erreichen, welche nach wie vor die Hauptursache des Transplantatverlusts während der
langfristigen Folgeperiode darstellt. Zusätzlich birgt das Erfordernis
einer langlebigen immunsuppressiven Arzneimitteltherapie ein signifikantes
Risiko für
schwere Nebenwirkungen, einschließlich Tumoren, Infektionen
und metabolischen Erkrankungen. Die zuverlässige Induktion einer spenderspezifischen
Toleranz werden beide Probleme lösen,
indem der Bedarf an einer chronischen nicht-spezifischen Immunsuppression vermieden
würde und
indem schädliche
immunologische Reaktionen gegenüber
dem Allo-Transplantat aufgehoben werden.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft die Induktion von Toleranz gegenüber Allo-Antigenen.
Die erfindungsgemäßen Verwendungen
betreffen präparative
Verabreichungsformen, welche die Notwendigkeit einer Thymusbestrahlung
oder T-Zell-inhibierende Antikörper
oder beides minimiert oder eliminiert.
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Demzufolge
betrifft die Erfindung die Verwendung eines Inhibitors der co-stimulatorischen
Interaktion von CD40-Ligand-CD40 zur Förderung von Tole ranz durch
ein Empfängersäugetier,
z. B. einem Primaten, z. B. einem Menschen, gegenüber einem
Transplantat von einem Spendersäugetier
derselben Spezies. Die Erfindung schließt ein: die Verwendung eines
Inhibitors, z. B. eines Blockers, der co-stimulatorischen Interaktion von
CD40-Ligand-CD40 zur Herstellung Biner pharmazeutischen Zusammensetzung,
wobei die pharmazeutische Zusammensetzung an den Empfänger verabreicht
wird (gegebenenfalls kann ein Inhibitor oder Blocker der Interaktion
von CD28-B7 verabreicht werden); durch intravenöse Injektion von hämatopoetischen
Stammzellen, die aus einem anderen Organ als von dem Transplantat
erhalten wurden und nicht direkt von einem menschlichen Embryo gewonnen
wurden, z. B. einer Knochenmarkspräparation in das Empfängersäugetier; und
vorzugsweise wird das Transplantat in den Empfänger implantiert. Von den hämatopoetischen
Zellen wird angenommen, dass sie den Empfänger auf das folgende Transplantat
vorbereiten, indem sie Toleranz sowohl auf den Ebenen der B-Zellen
als auch der T-Zellen induzieren.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
ist die CD40-Ligand-CD40-Interaktion durch einen Antikörper oder einen
löslichen
Liganden oder Rezeptor für
den CD40-Liganden oder CD40, das verabreicht werden soll, inhibiert,
beispielsweise durch einen anti-CD40L-Antikörper, z. B. 5c8- oder einen
Antikörper
mit ähnlicher
Wirksamkeit oder einen Antikörper,
der ein Epitop aufweist, welches mit dem Epitop von 5c8 überlappt
(vgl.
US-PS 5,474,711 ).
Vorzugsweise bindet der Inhibitor den CD40-Liganden.
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In
Ausführungsformen,
bei denen die CD28-B7-Interaktion inhibiert ist, kann sie auch durch
einen löslichen
Liganden oder Rezeptor oder Antikörper gegen das CD28 oder B7
inhibiert sein, z. B. durch einen löslichen CTLA4, beispielsweise
ein CTLA4-Fusionsprotein, z. B. eine CTLA4-Immunoglobulinfusion,
z. B. ein CTLA4/Ig, das verabreicht werden soll. Vorzugsweise bindet
der Inhibitor B7. In bevorzugten Ausführungsformen werden anti-B7-1-
und/oder B7-2-Antikörper verabreicht.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
werden CTLA4-Ig und ein anti-CD40L-Antikörper verabreicht.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
sind sowohl der Spender als auch der Empfänger Menschen.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
wird ein Blocker der CD40/CD40L-Interaktion,
beispielsweise ein anti-CD40L-Antikörper vor der Verabreichung
eines Blockers der CD28/B7-Interaktion verabreicht, z. B. CTLA4/Ig.
Der CD40/CD40L-Blocker kann an dem Tag verabreicht werden, an dem
das Spendergewebe eingeführt
wird, und der CD28/B7-Blocker kann an den Tagen 2, 3, 4, 5 oder
noch mehr Tage später
verabreicht werden.
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Das
Transplantat exprimiert vorzugsweise ein Haupt-Histokompatibilitätskomplex(MHC)-Antigen, vorzugsweise
ein Antigen der Klasse II.
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In
bestimmten Ausführungsformen
wird die Verwendung ohne T-Zell-Depletion oder -Inaktivierung durchgeführt, beispielsweise
ohne die Verabreichung einer Thymusbestrahlung oder anti-T-Zell-Antikörper.
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In
bestimmten Ausführungsformen
wird die Verwendung mit einer T-Zell-Depletion oder -Inaktivierung durchgeführt, beispielsweise
durch die Verabreichung einer Thymusbestrahlung oder anti-T-Zell-Antikörper.
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In
bestimmten Ausführungsformen
wird die Verwendung mit einer partiellen T-Zell-Depletion oder -Inaktivierung durchgeführt, beispielsweise
durch eine Thymusbestrahlung oder durch Verabreichung von anti-T-Zell-Antikörpern in
solchen Mengen, dass sie eine partielle Depletion von Empfänger-T-Zellen
ergeben.
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Es
können
auch eine oder mehrere nachträgliche
Transplantat-Implantation-Verabreichungen
von Spender-Stammzellen, die nicht direkt von einem menschlichen
Embryo gewonnen werden, bereitgestellt werden. Eine nachträgliche Transplantatverabreichung
von solchen hämatopoetischen
Stammzellen kann bereitgestellt werden: mindestens zwei Tage, eine
Woche, einen Monat oder 6 Monate nach der vorhergehenden Verabreichung
von solchen Stammellen; mindestens 2 Tage, eine Woche, einen Monat,
6 Monate oder zu einer beliebigen Zeit in der Lebensspanne des Empfängers nach
der Implantation des Transplantats; wenn der Empfänger Anzeichen
einer Abstoßung
zu zeigen beginnt, was beispielsweise durch einen Abfall der Funktion des
transplantierten Organs, durch eine Änderung der spenderspezifischen
Antikörperantwort
des Wirts oder durch eine Änderung
der Lymphozytenantwort des Wirts auf ein Spenderantigen nachgewiesen
wird; wenn der Spiegel von Chimärismus
abfällt;
wenn der Spiegel von Chimärismus
unterhalb eines vorbestimmten Werts abfällt; wenn der Spie gel des Chimärismus einen
Spiegel erreicht oder darunter fällt,
bei dem die Färbung
mit einem monoklonalen Antikörper,
der spezifisch für
ein Spender-PBMC-Antigen
ist, gleich ist oder weniger ist als die Färbung mit einer isotypischen
Kontrolle, welche nicht an PBMC bindet, beispielsweise, wenn die
spenderspezifischen monoklonalen Färbungen weniger als 1–2% der
Zellen ausmachen, oder im Allgemeinen, wie es benötigt wird,
um eine Toleranz aufrechtzuerhalten oder auf andere Weise die Akzeptanz
eines Transplantats zu verlängern.
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Obwohl
die Verfahren, bei denen Blocker von beiden Wegen verabreicht werden,
gewöhnlich
den Bedarf an weiteren präparativen
Schritten ausschließen
werden, enthalten einige Ausführungsformen
die Inaktivierung von T-Zellen, vorzugsweise von reaktiven T-Zellen
des Empfängersäugetiers
gegenüber
dem Transplantat. Dies kann z. B., durch die Einführung eines
Antikörpers,
der zur Bindung von T-Zellen
des Empfängersäugetiers
fähig ist,
in das Empfängersäugetier
gelöst
werden. Die Verabreichung von Antikörpern oder anderen Mitteln,
um T-Zellen zu inaktivieren, kann vor der Einführung von hämatopoetischen Stammzellen,
die nicht direkt von einem menschlichen Embryo gewonnen wurden,
in das Empfängersäugetier
oder vor der Implantation des Transplantats in den Empfänger, durchgeführt werden.
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Monoklonale
Präparationen
können
in den erfindungsgemäßen Verwendungen
eingesetzt werden.
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Weitere
bevorzugte Ausführungsformen
schließen
ein: die Einführung
eines Spenderspezies-spezifischen Stromagewebes in das Empfängersäugetier,
vorzugsweise hämatopoetisches
Stromagewebe, z. B. fötale
Leber oder Thymus. In bevorzugten Ausführungsformen wird das einzuführende Gewebe
gleichzeitig mit oder vor den hämatopoetischen
Stammzellen, die nicht direkt von einem menschlichen Embryo gewonnen werden,
eingeführt,
wobei solche hämatopoetische
Stammzellen gleichzeitig mit oder vor dem Antikörper verabreicht werden.
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Obwohl
Verfahren, bei denen Blocker von beiden Wegen verabreicht werden,
gewöhnlich
den Bedarf weiterer präparativer
Schritte ausschließen,
enthalten einige Ausführungsformen
die Inaktivierung von Thymozyten oder T-Zellen, welche vor der Transplantation
der hämatopoetischen
Stammzelle oder des Transplantats durchgeführt werden kann. In bevorzugten
Ausführungsformen
schließt
das Verfahren die Verringerung oder Inhibition der Aktivität von Thymozyten
oder T-Zellen ein, vorzugsweise die Aktivität von T-Zellen des Thymus oder
des Lymphknotens durch eine Kurzzeitverabreichung eines immunsuppressiven
Mittels an den Empfänger,
beispielsweise eine Chemikalie oder Arzneimittel, z. B. Cyclosporin,
die ausreicht, um Thymozyten oder T-Zellen, vorzugsweise T-Zellen
des Thymus oder des Lymphknotens, zu inaktivieren.
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Die
Dauer einer Kurzzeitverabreichung eines immunsuppressiven Mittels
ist ungefähr
gleich oder weniger als 30, 40, 60, 120 oder 365 Tage; ungefähr gleich
oder weniger als 8–12
Tage, vorzugsweise ungefähr 10
Tage; ungefähr
gleich oder weniger als zwei, drei, vier, fünf oder zehn mal der 8–12 oder
10-Tageperiode. Die Kurzzeitverabreichung kann vor oder ungefähr zur selben
Zeit als die Behandlung zur Induktion von Toleranz begann anfangen,
zum Beispiel ungefähr
zu der Zeit, bei der die Stammzellen in den Empfänger eingeführt werden; innerhalb 1, 2,
4, 6, 8, 10 oder 30 Tagen vor oder nachdem die Behandlung zur Induktion
von Toleranz begann, beispielsweise innerhalb 1, 2, 4, 6, 8, 10
oder 30 Tagen oder nachdem die Stammzellen in den Empfänger eingeführt werden.
Die Kurzzeitverabreichung eines immunsuppressiven Mittels kann zusammen
mit einem Anti-T-Zell-Antikörper
durchgeführt
werden. Die Kurzzeitverabreichung eines immunsuppressiven Mittels
sollte bezüglich
der Konzentration und der Dauer ausreichend sein, um T-Zellen, z.
B. T-Zellen des Thymus oder des Lymphknotens, zu inaktivieren, welche
ansonsten nicht durch eine Antikörper-basierende
Inaktivierung von T-Zellen inaktiviert werden würden, beispielsweise eine Inaktivierung
durch intravenöse
Verabreichung von Präparationen
des ATG-Antikörpers oder Ähnlichen.
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Andere
bevorzugte Ausführungsformen
schließen
solche ein, bei denen dasselbe Säugetier
der Spender des Transplantats und der hämatopoetischen Zellen, die
nicht direkt von einem menschlichen Embryo gewonnen wurden, oder
beides, ist und der Antikörper
ein anti-humanes-Thymozyten-polyklonales Antiserum ist, was beispielsweise
aus einem Pferd oder Schwein erhalten worden ist.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
betrifft die Verwendung die Einführung
eines von einem Spender gewonnenen Transplantats in einen menschlichen
Empfänger,
welches aus einem anderen Organ als die hämatopoetischen Stammzellen
gewonnen wurde, z. B. einem Herz, Pankreas, Leber oder Niere.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
schließt
die Verwendung die Herstellung eines hämatopoetischen Raums ein, beispielsweise
durch Bestrahlung des Empfängers
mit einer niedrigen Dosis einer Ganzkörperbestrahlung, die ausreicht, um
die Bildung von hämatopoetischen
Misch-Chimären
zu ermöglichen,
beispielsweise weniger als 400, z. B. 300 cGy-Ganzkörperbestrahlung,
um das Knochenmark des Empfängers teilweise
zu depletieren. Andere Mittel zur Herstellung eines hämatopoetischen
Raums, z. B. eine Verabreichung von Antikörpern oder Arzneimitteln, die
einen hämatopoetischen
Raum erzeugen, z. B. Cyclophosphamid oder Busulfan, an den Empfänger, können verwendet
werden. Beispielsweise kann der hämatopoetische Raum durch Verabreichung
eines Inhibitors der Zellproliferation, z. B. DSG oder ein anti-Metabolit,
z. B. Brequinar, oder ein anti-T-Zell-Antikörper, z. B. ein anti-CD4- oder
anti-CDS-Antikörper
oder beide, gebildet werden.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
schließt
die Erfindung ein: die Verwendung eines Inhibitors, z. B. eines
Blockers, der co-stimulatorischen Interaktion von CD40-Ligand-CD40
zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, wobei die
pharmazeutische Zusammensetzung an den Empfänger verabreicht wird (gegebenenfalls
kann ein Inhibitor oder Blocker der CD28-B7-Interaktion verabreicht
werden); durch intravenöse
Injektion von hämatopoetischen
Stammzellen in das Empfängersäugetier,
die nicht direkt aus einem menschlichen Embryo gewonnen wurden,
z. B. eine Knochenmarkspräparation,
und Implantation des Transplantats in den Empfänger.
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Die
Verwendung kann ohne T-Zell-Depletion oder -Inaktivierung durchgeführt werden,
mit T-Zell-Depletion oder -Inaktivierung oder mit partieller T-Zell-Depletion oder -Inaktivierung.
Eine T-Zell-Inaktivierung kann durch die Anwendung einer Thymusbestrahlung
oder durch anti-T-Zell-Antikörper
bewirkt werden.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
wird das Spendergewebe, z. B. hämatopoetische
Zellen, beispielsweise partiell oder ganz, von Spender-T-Zellen
depletiert.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
erfolgt die Verabreichung der costimulatorischen Blockade und vorzugsweise
jede notwendige Bestrahlung oder T-Zell-Depletion innerhalb 48,
bevorzugter innerhalb 24 Stunden nach der Implantation des Transplantats.
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"Transplantat", wie hier verwendet,
bezeichnet ein Körperteil,
Organ, Gewebe oder Zellen. Organe wie Leber, Niere, Herz oder Lunge
oder andere Körperteile
wie Knochen oder Skelettgerüst,
Gewebe wie Haut, Darm, endokrine Drüsen oder Vorläuferstammzellen
verschiedener Typen sind alles Beispiele von Transplantaten.
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"Hämatopoetische Stammzelle", wie hier verwendet,
bezeichnet eine Zelle, z. B. eine Knochenmarkszelle oder eine fötale Leber-
oder Milzzelle, welche in der Lage ist, sich in sämtliche
myeloiden und lymphoiden Linien zu entwickeln und aufgrund der Fähigkeit,
sich selbst zu erneuern, eine langfristige hämatopoetische Rekonstitution
ermöglichen
kann. Gereinigte Präparationen
von hämatopoetischen
Zellen oder Präparationen, welche
andere Zelltypen einschließen,
beispielsweise des Knochenmarks, können in den erfindungsgemäßen Verfahren
verwendet werden. Ohne an eine bestimmte Theorie gebunden zu sein,
wird angenommen, dass die hämatopoetischen
Stammzellen an einer Stelle in dem Empfängersäugetier vorkommen. Die Präparation sollte
unreife Zellen einschließen,
d. h. nicht-differenzierte hämatopoetische
Stammzellen; diese erwünschten Zellen
können
aus einer Präparation
abgetrennt werden oder es kann eine komplexe Präparation verabreicht werden.
Zum Beispiel können
im Fall von Knochenmarksstammzellen die gewünschten primitiven Zellen aus einer
Präparation
abgetrennt werden oder es kann eine komplexe Knochenmarksprobe,
einschließlich
solcher Zellen, verwendet werden. Hämatopoetische Stammzellen können aus
fötalen,
neonatalen, unreifen oder reifen Tieren stammen, werden aber nicht
direkt von einem menschlichen Embryo erhalten. Es können Stammzellen,
die aus dem Blut des Rückenmarks
des Empfängers
oder des Spenders stammen, in den erfindungsgemäßen Verwendungen eingesetzt
werden; vgl. US-PSen 5,192,553 und 5,004,681. Es sind periphere
hämatopoetische
Stammzellen des Bluts bevorzugt.
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"Immunsuppressives
Agens, das zur Inaktivierung von T-Zellen des Thymus oder Lymphknotens
fähig ist", wie hier verwendet,
bezeichnet ein Agens, z. B. ein chemisches Agens, z. B. ein Arzneimittel,
welches, wenn es in einer angemessenen Dosierung verabreicht wird,
in einer Inaktivierung der T-Zellen des Thymus oder Lymphknotens
resultiert. Beispiele solcher Agenzien sind Cyclosporin, FK-506 und Rapamycin.
Es können
auch anti-T-Zell-Antikörper
verwendet werden. Ein Agens sollte in einer ausreichenden Dosierung
verabreicht werden, um eine signifikante Inaktivierung der T-Zellen
des Thymus oder Lymphknotens zu bewirken, welche nicht durch Verabreichung
eines anti-T-Zell-Antikörpers
inaktiviert sind, z. B. durch eine anti-ATG-Präparation. Potentielle Agenzien
und nützliche
Konzentrationen davon können
durch in vitro- oder in vivo-Tests vordurch mustert werden, z. B.
durch Verabreichung des potentiellen Agens an ein Testtier, Entfernen
einer Probe von Thymus oder Lymphknotengewebe und Testen auf das
Vorkommen von aktiven T-Zellen in einem in vitro- oder in vivo-Assay.
Solche vordurchmusterten potentiellen Agenzien können dann in Transplantats-Assays weiter getestet
werden.
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"Thymus- oder Lymphknoten-
oder Thymozyten- oder T-Zelle",
wie hier verwendet, bezeichnet Thymozyten oder T-Zellen, die gegenüber einer
Inaktivierung durch traditionelle Verfahren der T-Zell-Inaktivierung resistent
sind, z. B. Inaktivierung durch eine einzelne intravenöse Verabreichung
von anti-T-Zell-Antikörpern, z.
B. Antikörper,
z. B. eine ATG-Präparation.
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"Thymusbestrahlung", wie hier verwendet,
bezeichnet eine Behandlung, bei der mindestens die Hälfte und
vorzugsweise mindestens 75, 90 oder 95% der verabreichten Bestrahlung
auf den Thymus gerichtet ist. Eine Ganzkörperbestrahlung wird nicht
als Thymusbestrahlung angesehen, selbst wenn der Thymus im Verlauf
der Ganzkörperbestrahlung
bestrahlt wird.
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"MHC-Antigen", wie hier verwendet,
bezeichnet ein Proteinprodukt eines oder mehrerer MHC-Gene; der
Ausdruck schließt
Fragmente oder Analoga von Produkten von MHC-Genen ein, welche eine
Immunantwort in einem Empfängerorganismus
hervorrufen können.
Beispiele von MHC-Antigenen schließen die Produkte (und Fragmente
oder Analoga davon) der menschlichen MHC-Gene, d. h. die HLA-Gene,
ein.
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"Hämatopoetischer Raum-erzeugende
Bestrahlung", wie
hier verwendet, bezeichnet eine Bestrahlung, die auf das hämatopoetische
Gewebe gerichtet ist, d. h. auf Gewebe, in dem sich Stammzellen
befinden, z. B. dem Knochenmark. Sie ist von ausreichender Intensität, um eine
signifikante Anzahl der hämatopoetischen
Stammzellen abzutöten
oder zu inaktivieren. Sehr oft wird sie als eine Ganzkörperbestrahlung
durchgeführt.
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Eine "Kurzzeitverabreichung
eines immunsuppressiven Mittels",
wie hier verwendet, bezeichnet einen vorübergehenden nicht-chronischen
Verlauf einer Behandlung. Die Behandlung sollte vor oder zum Zeitpunkt, nachdem
die Behandlung zur Induktion von Toleranz begonnen hat, anfangen,
z. B. etwa zu dem Zeitpunkt, wenn die Stammzellen in den Empfänger eingeführt werden,
z. B. kann die Kurzzeitverabreichung an dem Tag beginnen, an dem
die Behandlung zum Induzieren von Toleranz begonnen hat, z. B. an
dem Tag, an dem die Stammzellen in den Empfänger eingeführt werden, oder die Kurzzeitverabreichung
kann innerhalb von 1, 2, 4, 6, 8 oder 10 Tagen, bevor oder nachdem
die Behandlung zur Induktion von Toleranz begonnen hat, anfangen, z.
B. innerhalb von 1, 2, 4, 6, 8 oder 10 Tagen, bevor oder nachdem
die Stammzellen in den Empfänger
eingeführt
worden sind. Die Kurzzeitverabreichung kann für einen Zeitraum der gleich
oder weniger als etwa 8–12 Tage,
vorzugsweise etwa 10 Tage, oder eine Zeit, welche etwa gleich oder
weniger ist als 2, 3, 4, 5 oder 10 mal der 8–12- oder 10-Tagesperiode,
dauern. Im optimalen Fall dauert die Kurzzeitverabreichung etwa
30 Tage. Die Dosierung sollte ausreichend sein, um einen Blutspiegel
zu erhalten, der ausreichend ist, um T-Zellen des Thymus oder Lymphknotens
zu inaktivieren. Eine Dosierung von etwa 15 mg/kg/Tag wurde in Primaten
als wirksam gefunden.
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"Stromagewebe", wie hier verwendet,
bezeichnet das Stützgewebe
oder -matrix eines Organs und wird von dessen funktionellen Elementen
oder Parenchym unterschieden.
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"Fördernde Akzeptanz eines Transplantats", wie hier verwendet,
bezeichnet eine beliebige Zunahme an Zeit, für die ein Transplantat akzeptiert
oder funktionell ist, oder welche die Immunantwort gegenüber dem Transplantat
in dem Empfänger
herabsetzt, z. B. durch die Induktion von Toleranz.
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"Toleranz", wie hier verwendet,
bezeichnet eine Inhibition der Immunantwort eines Transplantatsempfängers, welche
ansonsten nicht vorkommen würde,
z. B. als Antwort auf die Einführung
eines nicht-körpereigenen
MHC-Antigens in den Empfänger.
Die Toleranz kann humorale, zelluläre oder beide Antworten beinhalten.
Toleranz, wie hier verwendet, bezeichnet nicht nur eine vollständige immunologische
Toleranz gegenüber einem
Antigen, sondern auch eine teilweise immunologische Toleranz, d.
h. einen Grad von Toleranz gegenüber
einem Antigen, der größer ist
als der, der vorliegen würde,
wenn das erfindungsgemäße Verfahren
nicht eingesetzt worden wäre.
Toleranz, wie hier verwendet, bezeichnet eine antigenspezifische
Inhibition des Immunsystems des Spenders im Vergleich zu dem breiten
Spektrum der Inhibition des Immunsystems, wie es mit Immunsuppressantien
beobachtet wird.
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"Ein Blocker", wie hier verwendet,
bezeichnet ein Molekül,
das ein Mitglied eines Liganden/Gegen-Ligandenpaars bindet und welches
die Interaktion zwischen dem Liganden und Gegen-Liganden inhibiert
und welches die Fähigkeit
des gebundenen Mitglieds, ein Signal zu transduzieren, stört. Der
Blocker kann ein Antikörper
(oder Fragment davon) gegen den Ligand oder Gegen-Ligand, ein löslicher
Ligand (lösliches
Fragment des Gegen-Liganden), ein löslicher Gegen-Ligand (lösliches
Fragment des Gegen-Liganden) oder anderes Protein, Peptid oder anderes
Molekül
sein, welches spezifisch an den Gegen-Ligand oder Ligand bindet, z.
B. ein Protein oder Peptid, welches aufgrund dessen Fähigkeit,
den Ligand oder Gegen-Ligand in einem Affinitäts-Assay zu binden, ausgewählt wurde,
beispielsweise ein Phagen-Anzeigesystem.
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"Partielle T-Zell-Depletion", wie hier verwendet,
bezeichnet einen Zustand, bei dem einige, aber nicht alle der T-Zellen
des Subjekts deletiert sind. In einigen Dosierungsschemen ist die
Verabreichung einer Einzeldosis eines T-Zell-depletierenden Agens zur Erzeugung einer
oartiellen T-Zell-Depletion nützlich.
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Die
Verwendung des Artikels "ein" oder "eine" ist nicht limitierend
bezüglich
der Anzahl, es sei denn, sie wurde eindeutig durch den Zusammenhang
eingeschränkt.
Beispielsweise können
Verwendungen, welche die Verabreichung "eines" Inhibitors einschließen, die
Verabreichung eines oder von mehr als einem Inhibitor einschließen.
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Die
erfindungsgemäßen Verwendungen
minimieren oder eliminieren den Bedarf einer Thymusbestrahlung.
Die Erfindung stellt zuverlässige,
nicht-toxische Mittel zur Induktion von Transplantationstoleranz bereit.
Sie minimiert die Probleme der chronischen Organtransplantatsabstoßung und
einer Immunsuppressions-bezogenen Toxizität. BMT mit CTLA4Ig plus MR1
minimiert oder eliminiert spezifisch spenderreaktive T-Zellen bei
gleichzeitiger Vermeidung der nicht-spezifischen Depletion oder Suppression
von T-Zellen, welches ein Bestandteil von klinisch verfügbaren Immunsuppressionsstrategien
ist und zu schweren Komplikationen führen kann. Dieses Behandlungsprotokoll
ist geeignet sowohl für
eine Tot- als auch Lebend-Organ-Transplantation, da sie die zuverlässige Einführung einer
deletionalen Toleranz mit einer nicht-toxischen Konditionierungs-Dosierungsschema,
beginnend an dem Tag der Transplantation, ermöglicht. Da das Repertoire der
peripheren T-Zellen durch die Konditionierung nicht global depletiert
ist und nur eine niedrige minimal myelosuppressive Dosis einer Ganzkörperbestrahlung
verabreicht wird, ist die klinische Nützlichkeit dieser Verfahrensweise
extrem hoch.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden detaillierten
Beschreibung und aus den Patentansprüchen ersichtlich.
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Detaillierte
Beschreibung
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Zeichnungen
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Die
Zeichnungen werden zuerst kurz beschrieben.
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1 ist ein Plot des Prozentsatzes
von Spender-WBC gegenüber
der Zeit nach BMT. Hohe Spiegel eines Spender-Chimärismus multipler
Linie wurde in peripherem Blut für
34 Wochen nach BMT beobachtet. Die Ergebnisse von einem oder zwei ähnlichen
Experimenten sind als Gruppendurchschnitte gezeigt. Alle Tiere erhielten
3 Gy WBI und 15 × 106
allogenisches BMC am Tag 0. Nur MR1 plus CTLA4Ig zusammen (D) ermöglichte
die zuverlässige
Einführung
eines stabilen Chimärismus
(n = 5) mit hohen Spiegeln von Spenderzellen in der gesamten Nachbehandlung.
Die Verabreichung von MR1 alleine (C) führte zu signifikanten Spiegeln
von Chimärismus,
aber der Chimärismus
senkte sich über
die Zeit (n = 5). Wenn CTLA4Ig alleine gegeben wurde (B), war kein
Chimärismus
durch FCM (n = 4) nachweisbar. Eine Kontrollgruppe (n = 5), die
depletierende Dosen von anti-CD4 und anti-CD8-mAbs an den T-5 und
T-1 (A) erhielt, zeigte wesentliche Spiegel von Spender-Chimärismus mit
Plateauspiegeln von T-Zell-Chimärismus,
die jedoch signifikant niedriger waren als der Chimärismus von
B-Zellen, Granulozyten und Monozyten.
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2 ist ein Plot des Transplantatüberlebens
gegenüber
den Tagen nach der Transplantation. Es wurde ein beständiges Überleben
von spenderspezifischen Hauttransplantaten in Chimären, die
mit 3 Gy WBI und allogenischem (B10.A) BMC hergestellt und mit MR1
plus CTLA4Ig behandelt wurden, beobachtet. Es sind die kombinierten
Ergebnisse von zwei Experimenten gezeigt. Die Empfänger wurden
mit spenderspezifischen (B10.A) und Hauttransplantaten eines Dritten
(A.SW) bei 3, 6 oder 10 Wochen nach BMT transplantiert. Die Mäuse, welche
die Vollbehandlung von BMT und MR1 plus CTLA4Ig erhielten, nahmen
die Spenderhauttransplantate (B) permanent (12 von 14) an, mit der
Ausnahme von zwei Tieren, welche ihre Transplantate an den Tagen
57 bzw. 76 abgestoßen
haben. Neun Transplantate wurden bei einer idealen Bedingung für mehr als 110
Tage angenommen und 5 Transplantate für mehr als 140 Tage. Hauttransplantate
eines Dritten (B) wurden in dem erwarteten Zeitrahmen (MST = 10
T) abgestoßen.
MR1 alleine (A) führte
zu einer Verlängerung
des Überlebens
des spenderspezifischen Hauttransplantats (MST = 42 T), allerdings überlebten
nur 2 von 9 Transplantaten mehr als 100 Tage. CTLA4Ig alleine (A)
konnte das Hauttransplantatüberleben
nicht verbessern (n = 7, MST = 10 T). Kontrollmäuse, die mit 3 Gy WBI plus
BMC (n = 4) behandelt wurden und Mäuse, die 3 Gy WBI und MR1 plus
CTLA4Ig alleine erhielten (ohne BMT, nicht gezeigt), stoßen die
Spenderhaut innerhalb von 2 Wochen ab. Eine Kontrollgruppe, die
mit TCD-mAbs an T-5 und T-1 plus BMT (+3 Gy WBI) (n = 5) hergestellt wurden,
nahmen die Spenderhauttransplantate permanent in 60% der Fälle an.
Die Transplantate der dritten Partei wurden innerhalb von 2 Wochen
in allen Gruppen abgestoßen.
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3 zeigt eine Darstellung
der spezifischen Deletion von spenderreaktiven peripheren T-Zellen
in Empfängern
von BMT und MR1 plus CTLA4Ig. Die Ergebnisse eines von zwei ähnlichen
Experimenten sind gezeigt. Es wurde eine FCM-Analyse zu den angegebenen Zeitpunkten
durchgeführt
mit dem Prozentsatz von Vβ-positiven
Zellen, die unter den selektierten CD4-positiven PBL bestimmt wurden.
Der Hauptprozentsatz von CD4+-Lymphozyten, die Vβ5.1/2 oder Vβ11 exprimieren, war in den Mäusen, die
BMC (+3 Gy WBI) mit MR1 plus CTLA4Ig (n = 10) erhielten, bereits
eine Woche nach BMT (P < 0,01
für Vβ11, P < 0,05 für Vβ5) geringer
als in Empfängern
von BMC (+3 Gy WBI) alleine (n = 4). Die spenderspezifische Deletion
vervollständigte
sich graduell bei 3, 5 und 8 Wochen nach BMT und wurde für die Länge der
Nachperiode aufrecht erhalten. Der Prozentsatz von Vβ8.1/2+-CD4-Zellen
blieb in allen Gruppen beständig,
was die Spezifität
der Vβ5.1/2 oder
Vβ11-Deletion
bei den gemischten Chimären
zeigt. Mäuse,
die BMC (+3 Gy WBI) alleine oder zusätzlich zu CTLA4Ig (n = 4) erhielten,
zeigten keinerlei Deletion, genauso wie Kontrollmäuse, die
mit MR1 plus CTLA4Ig alleine (ohne BMC, nicht gezeigt) behandelt
wurden. MR1 alleine führt
lediglich zu einer leichten und vorübergehenden Deletion bei diesem
Experiment (n = 5). Fehlerbalken zeigen die Standardabweichung an. P-Werte
sind als Vergleich mit der Kontrollgruppe, die 3 Gy WBI plus BMC
erhielten, gezeigt. NL B6 bezeichnet eine naive C57BL/6-Kontrolle,
NL B10.A bezeichnet eine naive B10.A-Kontrolle.
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4 zeigt eine Darstellung
einer extrathymischen klonalen Deletion nach BMT und co-stimulatorische
Blockade mit CTLA4Ig und MR1. A: ATX-Empfänger (n = 6) zeigten eine spezifische
partielle Deletion von Vβ5.1/2
und Vβ11-positive
CD4-Zellen in PBL eine Woche nach BMT plus CTLA4Ig und MR1. Ein ähnlicher
Grad von Deletion wurde in euthymischen Kontrollen (n = 5) beobachtet,
die unter derselben Konditionierung hergestellt wurden. CD4-Zellen
in ATX-Kontrollen, die CTLA4Ig plus MR1 und WBI ohne BMT (n = 4)
erhielten, zeigten keine Deletion von diesen Vβ. Der Prozentsatz von Vβ-positiven
Zellen wurde durch FCM-Analyse
von selektierten CD4-positiven PBL. P-Werte sind zum Vergleich zwischen
ATX BMT-Empfänger,
die CTLA4Ig plus MR1 erhielten, und ATX nicht-BMT-Kontrollen gezeigt. B: In zwei euthymischen
Chimären,
die 20 Wochen nach BMT getötet
wurden (bei Gegenwart von 3 Gy WBI plus Behandlung mit CTLA4Ig plus
MR1), wurden Vβ5.1/2+-
und Vβ11+CD4+-Splenozyten
(SPL) in demselben Ausmaß deletiert,
wie in naiven B10.A-Kontrollen (obere Abbildung). Im Gegensatz dazu
war der Prozentsatz von Vβ5.1/2+-
und Vβ11+CD8+-Splenozyten im Vergleich
zu naiven B6-Mäusen
reduziert, aber war im Wesentlichen höher als in naiven B10.A-Mäusen (mittlere
Abbildung). Reifer Vβ5.1/2+- und Vβ11+-Thymozyten
(THY) zeigten eine mit B10.A vergleichbare Deletion zur selben Zeit
(untere Abbildung). Eine Kontrollmaus, die WBI und CTLA4Ig plus
MR1 (aber kein BMT) erhielt, zeigte keine Deletion, weder in Splenozyten
noch in Thymozyten. Der Prozentsatz von Vβ-positiven Zellen wurde durch
FCM-Analyse in selektierten CD4-positiven (oder CD8-positiven) 34-2-12-negative
Splenozyten bestimmt und in selektierten KH-95high(d. h. Dd high)-Thymozyten
(vgl. Materialien und Methoden). NL B6 bezeichnet eine naive C57BL/6-Kontrolle,
NL B10.A bezeichnet eine naive B10.A-Kontrolle.
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Herkunft der Zellen für eine allogenische
Stammzelltransplantation
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Die
Herkunft von hämatopoetischen
Stammzellen, die nicht direkt aus einem menschlichen Embryo gewonnen
wurden, schließen
Knochenmarkszellen, mobilisierte periphere Blutzellen und, wenn
erhältlich, Blutzellen
des Rückenmarks
ein. Mobilisierte periphere Stammzellen sind für die erfindungsgemäßen Verwendungen
bevorzugt. Es können
in der Erfindung in vitro-expandierte hämatopoetische Zellen verwendet
werden.
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Die Induktion
von Toleranz mit einer Knochenmarkstransplantation
-
Das
folgende Verfahren wurde entworfen, um die Überlebenszeit eines implantierten
Organs in einem allogenischen Wirt vor dessen Abstoßung zu
verlängern.
Das Organ kann ein beliebiges Organ sein, z. B. eine Leber, eine
Niere, ein Pankreas oder ein Herz. Die Hauptstrategien der Verwendung
schließen
ein: die Verabreichung von Inhibitoren des CD40-Ligand-CD40 (und
gegebenenfalls einen Inhibitor der CD28-B7-Interaktion) und Transplantation
von Toleranzinduzierenden Stammzellen, z. B. Knochenmarksstammzellen.
Das Verfahren umfasst irgendeinen oder alle diese Schritte. Vorzugsweise
können
sie in der folgenden Reihenfolge durchgeführt werden.
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Eine
Präparation
eines monoklonalen anti-CD40-Ligand-Antikörpers und gegebenenfalls eines CTLA4-IgG-Fusionsproteins
werden an das Subjekt verabreicht.
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Es
kann auch notwendig oder wünschenswert
sein, beim Empfänger
eine Splenektomie durchzuführen.
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Knochenmarkszellen
(BMC) oder eine andere Quelle von hämatopoetischen Stammzellen
des Spenders, die nicht direkt aus einem menschlichen Embryo gewonnen
wurden, z. B. periphere hämatopoetische Stammzellen
des Spenders, werden in den Empfänger
injiziert. Hämatopoetische
Stammellen des Spenders kommen an geeigneten Stellen des Empfängers vor
und wachsen mit den verbleibenden Wirtszellen gleichmäßig und
proliferieren, wobei es zur Bildung einer chimärischen lymphohämatopoetischen
Population kommt. Durch diesen Prozess werden neu gebildete und
prä-existierende
B-Zellen (und die von ihnen hergestellten Antikörper) an Spender-Antigene präsentiert,
so dass das Transplantat als eigen erkannt wird. Eine Toleranz gegenüber dem
Spender wird auch auf der Ebene von T-Zellen in Tieren beobachtet,
bei denen eine hämatopoetische
Stammzelle, z. B. eine BMC-Einpflanzung durchgeführt worden ist. Wenn ein Organtransplantat
in einem solchen Empfänger
mehrere Monate, nachdem der gemischte Knochenmarks-Chimärismus induziert worden
ist, eingesetzt wird, sollte das Transplantat sowohl durch die humorale
als auch durch die zelluläre Zweige
des Immunsystems akzeptiert werden. Diese Vorgehensweise hat den
zusätzlichen
Vorteil, dass eine Organtransplantation ausreichend lang nach der
Transplantation von hämatopoetischen
Zellen, z. B. BMT, z. B. einer fötalen
Lebersuspension, durchgeführt
werden kann, so dass die normale Gesundheit und Immunkompetenz zum
Zeitpunkt der Organtransplantation wieder hergestellt sein wird.
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Das
Subjekt kann einer Ganzkörperbestrahlung
ausgesetzt sein, um einen hämatopoetischen
Raum zu entwerfen, z. B. 300 cGy-Ganzkörper-Röntgenstrahlen.
-
Schließlich können T-Zellen,
insbesondere T-Zellen des Thymus oder Lymphknotens, weiter durch
die Kurzzeitverabreichung eines immunsuppressiven Mittels, z. B.
Cyclosporin, an den Empfänger
supprimiert werden.
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Während beliebige
dieser Verfahren dazu beitragen können, das Überleben eines implantierten
Organs zu unterstützen,
werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn alle Schritte in Kombination
verwendet werden.
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Die
oben beschriebenen Vorgehensweisen sind so konzipiert, um das Problem
einer Transplantatsabstoßung
in synergistischer Weise zu verhindern.
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Die
erfindungsgemäßen Verwendungen
können
in Kombination, wie beschrieben, oder einzeln angewendet werden.
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Die
Einführung
von Knochenmarkszellen kann verändert
werden, besonders durch (1) Verlängern
des Zeitintervalls zwischen der Injektion von hämatopoetischen Stammzellen
und der Implantation des Transplantats; (2) Erhöhen der Menge von injizierten
hämatopoetischen
Stammzellen; (3) Variieren der Zahl von Injektionen von hämatopoetischen
Stammzellen; (4) Variieren des Verfahrens der Abgabe von hämatopoetischen Stammzellen;
(5) Variieren der Gewebeherkunft von hämatopoetischen Stammzellen,
beispielsweise kann eine fötale
Leberzellsuspension verwendet werden; oder (6) Variieren der Spenderquelle
von hämatopoetischen
Stammzellen.
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Die
Mittel zur Vorbereitung des Empfängers
für die
Transplantation von hämatopoetischen
Stammzellen können
variieren. Zum Beispiel kann an einem Empfänger eine Splenektomie durchgeführt werden.
Das Letztere würde
bevorzugt vor dem nicht-myeloablativen Dosierungsschema verabreicht
werden, z. B. am Tag –14.
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Stromagewebe,
das vor der hämatopoetischen
Zelltransplantation eingeführt
wird, z. B. BMT, kann variiert werden durch: (1) Verabreichung von
der fötalen Leber
und Thymusgewebe als eine flüssige
Zellsuspension; (2) Verabreichung von fötaler Leber oder stromales
Thymusgewebe, aber nicht beides; (3) Einsetzen eines stromalen Implantats
in andere eingekapselte, gut vaskularisierte Stellen oder (4) Verwendung
eines erwachsenen Thymus als Herkunft des Stromagewebes.
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Beispiel 1
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In
diesem Tierversuch induzierte die Behandlung von Mäusen mit
einzelnen Injektionen eines anti-CD40-Ligand-Antikörpers und
CTLA4Ig, eine niedrige Dosis (3 Gy) Ganzkörperbestrahlung, plus eine
vollständige
MHC-fehlgepaarte allogenische Knochenmarkstransplantation zuverlässig hohe
Spiegel (> 40%) einer
stabilen (> 8 Monate)
Spender-Hämatopoese
multipler Linie. Chimärische
Mäuse akzeptierten
durchweg die Spenderhauttransplantate (> 100 Tage) und stoßen schnell die Transplantate
eines Dritten ab. Eine progressive Deletion von spenderreaktiven
Wirts-T-Zellen kam unter peripheren CD4+-Lymphozyten vor, was bereits
eine Woche nach der Knochenmarkstransplantation begann. Eine frühe Deletion
von peripheren spenderreaktiven Wirts-CD4-Zellen fand auch in thymektomierten, ähnlich behandelten
Marks-Empfängern
statt, was eine Rolle von peripherer klonaler Deletion von reaktiven
Spender-T-Zellen nach allogenischer Knochenmarkstransplantation
in der Gegenwart einer co-stimulatorischen Blockade zeigt. Es folgte
eine zentrale intrathymische Deletion von sich neu entwickelnden
T-Zellen, nachdem eine Spender-Stammzelleinpflanzung stattgefunden
hat.
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Eine
Transplantation eines festen Organs (Haut) war in der Induktionsphase
der Toleranz im Modell nicht notwendig. Stattdessen stellte die
permanente Einpflanzung von hämatopoetischen
Spenderzellen die Toleranz von zuvor existierenden T-Zellen des
Wirts und von T-Zellen, welche sich im Anschluss an das Verschwinden
der co-stimulatorischen blockierenden Agenzien von der Zirkulation
entwickelten, sicher. Diese letztgenannte Toleranz findet über intrathymische
Deletionsmechanismen statt (4),
vermutlich als eine Konsequenz der Gegenwart von spenderabgeleiteten
APC in dem Thymus, was in gemischten Langzeit-Chimären gezeigt
worden ist, welche mit anderen Dosierungsschemen hergestellt wurden,
welche eine initiale Depletion des T-Zell-Repertoirs mit mAbs einschließen. Die
hier beschriebene Arbeit zeigt, dass eine co-stimulatorische Blockade
zu einer peripheren Deletion von spenderreaktiven T-Zellen führt, was
dann die Einpflanzung von vollständig
MHC-fehlgepaarten allogenischen plurpo tenten Stammzellen ermöglicht,
welche eine zentrale Toleranz unter den T-Zellen induziert, welche
sich nachfolgend in dem Thymus entwickeln.
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Dies
wird im Nachfolgenden detaillierter beschrieben.
-
Tiere
-
Weibliche
C57BL/6(B6: H-2b)-, B10.A(B10.A: H-2a)- und A.SW(H-2s)-Mäuse wurden
vom Frederick Cancer Research Center (Frederick, MD) oder von "The Jackson Laboratory" (Bar Harbor, ME)
bezogen. Die Mäuse
wurden in einer spezifischen pathogenfreien Mikroisolator-Umgebung
gehalten, wie beschrieben in Sykes M., M. L. Romick, K. A. Hoyles
und D. H. Sachs, 1990, J. Exp. Med. 171: 645–658.
-
Konditionierung
und Knochenmarkstransplantation
-
Gleichaltrige
(6–8 Wochen
alt) weibliche B6-Mäuse
erhielten 3 Gy einer Ganzkörperbestrahlung
und wurden am selben Tag intravenös (T0) mit nicht geteiltem
BM injiziert, welches von MHC-fehlgepaarten weiblichen B10.A-Spendern
(10–12
Wochen alt) gewonnen worden sind. Eine Kontrollgruppe wurde i. p.
injiziert mit depletierenden Dosierungen von Ratten-IgG2b-anti-Maus-CD4-mAb
GK1.5 und anti-Maus-CD8-mAb 2.43 an den Tagen –5 und –1, wie beschrieben in Sharabi
Y. und D. H. Sachs, 1989, J. Exp. Med. 169: 493–502. Murine CTLA4Ig wurde
i. p. injiziert als eine Einzeldosis (0,5 mg) an Tag +2 und Hamster-anti-Maus-CD40L-mAb (MR1)
wurde i. p. injiziert an dem Tag 0 (0,45 mg). CTLA4Ig war eine großzügige Spende
von Bristol-Myers, Squibb Pharmaceuticals, Seattle, WA; das MR1-Hybridom
wurde dankenswerterweise bereitgestellt von Dr. Randolph J. Noelle.
Thymektomien wurden 4 Wochen vor BMT durchgeführt. Die Vollständigkeit
der Thymektomie wurde zum Zeitpunkt der Tötung zwei Wochen nach BMT bestätigt durch
Augensichtung und zweifarbiger FACS-Färbung (CD4-FITC gegen CD8-PE) von mediastinalem
Gewebe. Mäuse,
die irgendein Anzeichen von verbleibendem Thymusgewebe aufwiesen,
wurden von der Analyse ausgeschlossen.
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Durchflusszytometrieanalyse
des Multilinien-Chimärismus
-
Es
wurde eine Durchflusszytometrieanalyse (FCM) des Multilinien-Chimärismus durchgeführt, wie kürzlich beschrieben
in Tomita Y., D. H. Sachs, A. Khan und M. Sykes, 1996, Transplantation
61: 469–477. Kurz
dargestellt wurden die Eigenschaften des Vorwärtswinkels und 90 Grad-Lichtstreuungseigenschaften verwendet,
um Lymphozyten, Monozyten und Granulozyten in peripheren weißen Blutzellen
zu unterscheiden. Eine Zweifarben-FCM wurde eingesetzt, um Spender-
und Wirtszellen von bestimmten Linien zu unterscheiden, und der
Prozentsatz von Spenderzellen wurde berechnet wie beschrieben in
Tomita Y., D. H. Sachs, A. Khan und M. Sykes, 1996, Transplantation
61: 469–477,
durch Substrahieren der Kontrollfärbung von Quadranten, die Spender-
und Wirtszellen enthalten, welche einen bestimmten Linienmarker
exprimieren und durch Teilen des Nettoprozentsatzes von Spenderzellen
durch den gesamten Nettoprozentsatz von Spender- plus Wirtszellen
von dieser Linie. Tote Zellen wurden ausgeschlossen unter Verwendung
von Propidiumiodidfärbung.
Eine nicht-spezifische FcgR-Bindung
wurde durch anti-Maus-FcgR-mAb 2.4G2 blockiert, Unkeless J. C.,
1979, J. Exp. Med. 150: 580–596.
Fluoresceinisocyanat(FITC)-konjugierte-mAbs schließen anti-CD4,
anti-CD8, anti-B220 ein (alle bezogen von PharMingen, San Diego,
CA) und anti-MAC1 (Caltag, San Francisco, CA). Die Negativkontrolle-mAb HOPC1-FITC, die
keine Reaktivität
gegenüber
Mauszellen zeigte, wurde in unserem Laboratorium hergestellt. Die
biotinylierten anti-H-2Dd-mAb 34-2-12 und Kontroll-mAb HOPC1 wurden mit
Phycoerythrin-Streptavidin (PEA) entwickelt.
-
Durchflusszytometrieanalyse
der T-Zell-Rezeptor-Vβ-Familien
-
Periphere
Blutlymphozyten wurden mit anti-Vβ5.1/2-FITC,
Vβ11-FITC
und Vβ8.1/2-FITC-mAb
gegenüber
Phydroerythrin-konjugierten anti-CD4-mAb (alle PharMingen) gefärbt. Nicht-spezifische
Phycoerythrin-konjugierte Ratten-IgG2a (PharMingen) dienten als
Negativkontrolle. Eine Zweifarben-FCM-Analyse wurde durchgeführt auf
selektierten CD4+-Zellen. Splenozyten (SPL) wurden mit anti-Vβ5.1/2-FITC, Vβ11-FITC und Vβ8.1/2-FITC-mAb
gegenüber
Phycoerythrinkonjugierten anti-CD4-mAb (oder anti-CD8-mAb, PharMingen) und
gegenüber
anti-34-2-12-BIO, das mit CyChrom-Streptavidin (CCA, PharMingen)
entwickelt wurde, gefärbt.
Eine Dreifarben-FCM-Analyse wurde durchgeführt auf 34-2-12-negativen, CD4-positiven
(oder CD8-positiven) Zellen. Thymozyten wurden mit anti-TCRβ-FITC (PharMingen),
anti-Vβ5.1/2-FITC,
Vβ11-FITC
und Vβ8.1/2-FITC
gegenüber
anti-KH95-BIO (anti-Db, PharMingen), das mit PEA entwickelt wurde,
gefärbt.
Eine Zweifarben-FCM-Analyse wurde auf selektierten Klasse I (KH95)-High-Zellen durchgeführt und
der Prozentsatz von Vβ-positiven
Zellen in diesem Gate wurde korrigiert gegenüber dem Prozentsatz von TCR-Hochzellen in
demselben Gate, wie beschrieben in Tomita Y., A. Khan und M. Sykes,
1994, J. Immunol. 153: 1087–1098. Eine
Hintergrundfärbung
(wie bestimmt durch nicht-reaktive-mAb
HOPC-FITC) wurde von dem Prozentsatz der Zellen, die mit jedem anti-Vβ-mAb gefärbt sind,
substrahiert. Die P-Werte wurden unter Verwendung eines zweiteiligen
Student-T-Tests berechnet.
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Hauttransplantation
-
Schwanzhaut
mit voller Stärke
aus B10.A(spenderspezifischen)- und vollständig MHC-fehlgepaarten A.SW(dritte
Partei)-Mäusen
wurde auf der lateralen Brustkorbwand transplantiert, mit 5–0 Operationsseidennähten und
Bandagen gefestigt, gefolgt von täglichen Augenschein- und taktilen
Inspektionen für
3 Wochen und dann mindestens jede Woche danach. Die Transplantate
wurden als abgestoßen
angesehen, wenn weniger als 10% des Transplantats lebensfähig blieben.
-
Stabiler hämatopoetischer
Chimärismus
multipler Linien nach Behandlung mit CTLA4Ig plus anti-CD40L-mAb (MR1)
-
Zum
Bestimmen, ob das Blockieren der CD28- und CD40-co-stimulatorischen
Wege das Überleben von
vollständig
MHC-fehlgepaartem Knochenmark ermöglichen könnten und die Induktion von
gemischtem Chimärismus
und Toleranz ermöglichen
könnten,
wurden B6-Mäuse
mit 3 Gy WBI behandelt und erhielten 15 × 106 nicht-aufgetrennte Knochenmarkszellen
(BMC) aus vollständig
MHC-fehlgepaarten
B10.A-Spendern. Eine Einzeldosis eines anti-CD40L-mAb (MR1) und
CTLA4Ig wurde entweder alleine oder in Kombination an den Tagen
0 bzw. +2 verabreicht. Die Spender-Hämatopoese wurde an mehreren
Zeitpunkten nach BMT durch Durchflusszytometrie-Analyse von peripheren
WBC bestimmt. Durch Färbung
mit-mAb der spezifisch für Spender
Klasse I gegenüber
verschiedenen Linienmarkern ist, wurde der Nettoprozentsatz von
Spenderzellen unter diesen Linien bestimmt.
-
Die
kombinierte Verabreichung von CTLA4Ig plus MR1 führte zu hohen Spiegeln von
Chimärismus
in allen hämatopoetischen
Linien, einschließlich
T-Zellen, B-Zellen
und myeloide Zellen (1D).
Die Spenderrekonstitution erreichte durchschnittlich mehr als 40%
bei allen Linien bis 7 Wochen und blieb während der Beobachtungsperiode
von 34 Wochen hoch. Besonders überraschend
war der hohe Spiegel der Spenderrepräsentation unter CD4- und CD8-Zellen
bis 7 Wochen nach BMT, selbst wenn die Wirte keine T-Zell-Depletion bei
ihrer Konditionierung erhielten. Die Spender-T-Zellen-Spiegel in
der Gruppe, die mit MR1 plus CTLA4Ig behandelt wurden, war während der
gesamten langfristigen Nachbehandlung (34 Wochen) stabil und waren
im Durchschnitt höher
als bei denen in einer Kontrollgruppe, die mit anti-CD4- und anti-CD8-depletierenden-mAbs konditioniert
worden sind (1A). 15
der 16 Mäuse,
die mit der Kombination von MR1 und CTLA4Ig behandelt wurden, entwickelten
hohe Spiegel von Chimärismus
(eine Maus zeigte keinen nachweisbaren Chimärismus und wurde von der weiteren
Analyse als ein Ausbrecher ausgeschlossen). Eine Behandlung mit
MR1 alleine führte
zu hohen Spiegeln von Spenderzellen unter den myeloiden Linien und
B-Zellen bei frühen
Zeitpunkten nach BMT und zu niedrigeren Spiegeln von Chimärismus unter
CD4- und CD8-Zellen. Die Induktion des Chimärismus war weniger konstant
als in der Gruppe, die beide co-stimulatorische Blockierungsreagenzien
erhielten, jedoch war der Spender-Chimärismus in dieser Gruppe nicht
stabil (1C). Mäuse, die
CTLA4Ig alleine erhielten, zeigten keinen Chimärismus im peripheren Blut,
was durch FCM nachgewiesen wurde, zu jeder Zeit nach BMT (1B). In gleicher Weise konnten
Kontrolltiere, die WBI und BMC alleine erhielten, keinen hämatopoetischen
Chimärismus
aufweisen.
-
Spenderspezifische Hauttransplantatstoleranz
in Chimären,
die mit CTLA4Ig plus MR1 hergestellt wurden
-
Die
Transplantation von Primärhaut
wird als der am meisten stringente Test von Transplantationstoleranz
angesehen. Daher wurde Schwanzhaut voller Dicke von einem Spender
(B10.A) und eines Dritten (A.SW) in Empfänger zu verschiedenen Zeitpunkten
nach BMT eintransplantiert. Mäuse,
die sowohl CTLA4Ig als auch MR1 erhielten, plus 3 Gy WBI und BMT,
akzeptierten durchgehend Spenderhauttransplantate, die 3, 6 oder
10 Wochen nach BMT eingepflanzt wurden, mit der Ausnahme von zwei
Tieren, welche ihre Transplantate 57 bzw. 76 Tage nach der Transplantatseinpflanzung
abgestoßen
haben (2B). Die Transplantate
eines Dritten wurden leicht abgestoßen (die mittlere Überlebenszeit
(MST) = 10 Tage), was die Spenderspezifität der induzierten Toleranz
zeigt. Dieses Überleben
des Hauttransplantats ist vergleichsweise von Vorteil selbst gegenüber Kontrolltieren,
welche mit T-Zell-depletierenden Antikörpern konditioniert wurden,
bei denen lediglich 60% der Spenderhauttransplantate länger als
100 Tage überlebten
(2A). Mäuse, die
mit MR1 alleine neben 3 Gy WBI und BMT behandelt wurden, zeigten
eine Verlängerung
des Spenderhauttransplantat-Überlebens
(MST = 42 Tage) (2A).
Jedoch wurden nur 2 von 9 Transplantaten für 100 Tage angenommen. Im Gegensatz
dazu zeigten Mäuse,
die BMT, gefolgt von 3 Gy WBI und CTLA4Ig erhielten, in diesem speziellen Protokoll
kein verlängertes Überleben
von Spenderhauttransplantaten (MST = 10 Tage) in Übereinstimmung mit
dem Fehlen von Chimärismus.
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Diese
Ergebnisse zeigen das Vorhandensein einer spenderspezifischen Toleranz über eine
vollständige
MHC-Barriere in Chimären,
die mit MR1 plus CTLA4Ig hergestellt worden sind. Die Fähigkeit
von gemischten Chimären,
die mit MR1 und CTLA4Ig hergestellt wurden, um Hauttransplantate
eines Dritten schnell abzustoßen,
ist ein Beweis für
deren Immunkompetenz.
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Deletion von spenderreaktiven
T-Zellen in Chimären,
die mit CTLA4Ig plus MR1 hergestellt wurden
-
Zur
Untersuchung, ob eine Deletion von spenderreaktiven T-Zellen stattfindet,
wenn der Chimärismus mit
MR1 und CTLA4Ig induziert ist, wurden periphere Blutlymphozyten
auf das Vorkommen von bestimmten Vβ-Untereinheiten auf deren T-Zell-Rezeptoren
analysiert. Der Spenderstamm B10.A exprimiert I-E, welches erforderlich
ist, um Superantigene, die sich vom Brustdrüsentumorvirus (Mtv)-8 und -9
ableiten, endogene Retroviren, die in dem B6/B10-Hintergrundgenom kodiert sind, zu präsentieren.
Sich entwickelnde Thymozyten, deren T-Zell-Rezeptoren Vβ11 oder Vβ5.1/2 enthalten,
welche an diese Superantigene binden, werden in I-E-positiven B10.A-Mäusen deletiert
(Acha-Orbea H. und
E. Palmen, 1991, Immunol. Today 12: 356–361; Tomonari K. und S. Fairchild,
Immunogenetics 33: 157–162;
Dyson P. J., A. M. Knight, S. Fairchild, E. Simpson und K. Tomonari,
1991, Nature 349: 531–532),
nicht aber in B6-Mäusen, da
sie kein I-E exprimieren (Tomonari K. und Fairchild, 1991, Immunogenetics
33: 157–162;
Dyson P. J., A. M. Knight, S. Fairchild, E. Simpson und K. Tomonari,
1991, Nature 349: 531–532;
Bill J., O. Kanagavaa, D. Woodland und E. Palmer, 1989, J. Exp. Med.
169: 1405–1419).
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Eine
teilweise Deletion von Vβ5+-
und Vβ11+-peripheren
CD4-T-Zellen wurde bereits 1 Woche nach BMT in Mäusen festgestellt, welche 3
Gy WBI, gefolgt von MR1 plus CTLA4Ig erhielten (3). Die Deletion wurde in progressiver
Weise vollständiger
im Verlauf der darauf folgenden Wochen und erreichte ähnliche Spiegel
wie jene in Chimären,
welche mit einer T-Zell-Depletion hergestellt wurden (nicht gezeigt).
Eine Deletion von diesen Vβ5+-
und Vβ11+-Zellen
wurde in der gesamten Nachfolgeperiode aufrecht erhalten (> 6 Monate bei dem ersten
Experiment, für
das die Daten des Chimärismus
in 1 gezeigt sind).
Die Prozentsätze von
Vβ8-tragenden
CD4-Zellen, die keine Superantigene auf dem Spender oder Wirt erkennen,
waren zu keinem Zeitpunkt reduziert, was einen unspezifischen Deletionsprozess
ausschließt.
Mäuse,
die mit BMT (plus 3 Gy WBI) und MR1 alleine behandelt worden sind,
zeigten eine frühe
partielle Deletion von Vβ5
und Vβ11,
welche in dem gezeigten Experiment lediglich transient war (3). Jedoch wurde in dem
in 1 gezeigten Experiment
eine Deletion noch zu späteren
Zeitpunkten für
die Gruppe, die BMT (plus 3 Gy WBI) und MR1 alleine erhielten, beobachtet,
was mit den höheren
Anfangsspiegeln des Chimärismus,
welche für
diese Gruppe in diesem Experiment beobachtet wurden, korrelierte.
Kontrolltiere, die 3 Gy WBI plus BMT alleine oder BMT (plus 3 Gy
WBI) mit CTLA4Ig erhielten, zeigten keinerlei Vβ5- oder Vβ11-Deletion. Wie erwartet fand
keine Deletion von Vβ5
und Vβ11
in den Kontrolltieren statt, welche WBI und MR1 plus CTLA4Ig ohne
BMT erhielten (nicht gezeigt). Eine Herunterregulation der Spiegel
der TCR-Expression anstelle der Deletion erscheint eine unwahrscheinliche
Erklärung
für die
Abnahme der Vβ5+-
und Vβ11+-CD4-T-Zellen in Chimären zu sein,
da die Intensität
der Vβ5-
und Vβ11-Färbung auf
den Zellen, die in dem Blut nach 1 oder 3 Wochen nach BMT zurückblieben, ähnlich der
Färbung
in den nicht-transplantierten Kontrollen war (Daten nicht gezeigt).
Somit konnte kein Beweis für
eine TCR-Heruntermodulation festgestellt werden.
-
Diese
Ergebnisse zeigen, dass in BMT-Empfängern, die mit MR1 plus CTLA4Ig
und 3 Gy WBI behandelt wurden, spenderreaktive Wirts-T-Zellen anfangen,
aus der Peripherie schon bald nach BMT zu verschwinden. Weder CTLA4Ig
noch MR1 ist dafür
bekannt, direkt zytotoxisch für
die T-Zellen zu sein, an welche sie binden. 3 Gy WBI verursacht
lediglich eine transiente und milde Leukopenie und nur eine partielle
T-Zell-Depletion. Dieser Zeitverlauf legt nahe, dass die Deletion,
die nach einer Woche beobachtet wird, nicht vollständig auf
intrathymische Mechanismen zurückzuführen ist,
da eine ausreichende Anzahl von Thymozyten wahrscheinlich nicht
aus dem Thymus während
dieser Periode emigrieren würde,
um das bereits bestehende periphere Repertoire so "zu verdünnen", dass es den beobachteten
Abfall bei den Vβ5+-
und Vβ11+-CD4-Lymphozyten in PBL
erklären
könnte.
-
Die extrathymische
klonale Deletion findet in der frühen Periode nach BMT und co-stimulatorischer
Blockade statt
-
Um
direkt zu bestimmen, ob eine periphere Deletion für den frühen Abfall
bei den spenderreaktiven CD4-T-Zellen in Chimären verantwortlich ist, erhielten
thymektomierte (ATC) B6-Mäuse
B10.A BMC nach einer Konditionierung mit 3 Gy WBI und MR1 plus CTLA4Ig.
Wie in 4A gezeigt, wiesen
ATX-Mäuse
eine partielle Deletion von Vβ5+-
und Vβ11+-peripheren
CD4-Zellen des Bluts eine Woche nach BMT auf und der Grad der Deletion
war vergleichbar mit jenem in euthymischen Empfängern. Vβ8+-CD4-Zellen waren nicht vermindert, was
auf die Spezifität
der Deletion für
Superantigene, die durch den Spender präsentiert werden, hinweist. Ähnlich behandelte
ATX-Mäuse,
die kein BMT erhielten, zeigten keine Reduktion bei dem Prozentsatz
von Vβ5+-
oder Vβ11-CD4-Zellen
im Vergleich zu nicht behandelten B6-Mäusen (4A), was zeigt, dass diese periphere
Deletion spezifisch als Antwort auf das Spendermark in BMT-Empfängern vorkommt.
-
Ein
weiterer Beweis, dass eine periphere Deletion eine Rolle in der
frühen
Periode nach BMT in diesem Modell spielt, wurde von Chimären erhalten,
die 20 Wochen nach BMT und CTLA4Ig plus MR1 getötet worden sind. Unter den
Splenozyten von diesen Mäusen
war der Prozentsatz von Vβ5+-
und Vβ11+-Zellen
unter den CD4+-T-Zellen zu ähnlichen
Spiegeln reduziert wie in normalen Kontroll-B10.A-Mäusen. Jedoch waren die Prozentsätze von
Vβ5+- und
Vβ11+-Zellen
unter CD8+-Splenozyten wesentlich höher als unter CD4+-Splenozyten.
Dennoch waren die Prozentsätze
von CD8-Splenozyten, welche diese Vβ verwenden, signifikant geringer
als jene unter den normalen Kontroll-B6-Mäusen (4B). Wie weiter unten diskutiert, spiegelt
dieser Unterschied höchstwahrscheinlich
die Verdünnung
des peripheren CD8-Pools durch neue Emigranten des Thymus wider,
welche durch einen zentralen Deletionsmechanismus in den Chimären toleriert
werden.
-
Es
wurde gezeigt, dass eine periphere Deletion eine Konsequenz der
starken T-Zell-Antworten
in vivo ist, jedoch wurde sie nur nach einer bemerkenswerten Expansion
von Antigen-erkennenden Zellen angetroffen. Obwohl eine Woche nach
der Transplantation der früheste
Zeitpunkt war, an dem spenderreaktive Wirts-T-Zellen untersucht
wurden, konnte kein Anzeichen für
eine solche an fängliche
Expansion beobachtet werden. Kürzlich
haben in vitro-Hinweise gezeigt, dass co-stimulatorische Signale
eine wesentliche Rolle bei der Vermeidung von apoptotischem Zelltod
nach einer TCR-Einbindung spielt. Jedoch wurde eine Apoptose, die
in vivo durch ein Antigen induziert wird, das in der Gegenwart einer
co-stimulatorischen Blockade auftritt, nicht beschrieben.
-
Hinweis für eine zentrale
Deletion von spenderreaktiven T-Zellen in Langzeit-Chimären
-
Reife
Empfänger-T-Zellen
(einschließlich
von CD4- und CD8-Zellen) in dem Thymus zeigten eine bemerkenswerte
Deletion von Vβ5
und Vβ11,
wenn die Tiere 20 Wochen nach BMT (4B)
getötet
wurden, was zeigt, dass sich neu entwickelnde spenderreaktive Thymozyten
effektiv während
der Reifung in dem Thymus in Langzeit-Chimären deletiert werden.
-
Zusammengenommen
legen diese Daten nahe, dass eine extrathymische klonale Deletioni
früh nach der
BMT unter dem Mantel einer co-stimulatorischen Blockade stattfindet.
Es wird somit eine allogenische pluripotente Stammzell-Einpflanzung ermöglicht und
eine nachfolgende Toleranzbarmachung von sich neu entwickelnden
spenderreaktiven Thymozyten findet durch deletionale Mechanismen
in dem Thymus statt ähnlich zu
denen, welche in Tieren stattfindet, die anfangs mit T-Zell-depletierenden-mAbs
behandelt worden sind. Das erklärt
auch die Abweichung bei der Höhe
der Deletion von CD4-Zellen im Vergleich, zu CD8-Zellen in peripheren
Geweben von Langzeit-Chimären.
Vβ5+- und
Vβ11+-CD4-Zellen werden
einer Deletion sowohl intrathymisch als auch in der Peripherie ausgesetzt,
wenn sie ein Superantigen plus Spender MHC-Klasse II erkennen. CD8-Zellen,
welche diese Vβ exprimieren,
werden effizient intrathymisch beim CD8+CD4+-Stadium der Reife deletiert.
Jedoch werden CD8+CD4–-Zellen
nicht sehr effektiv extrathymisch deletiert, selbst wenn eine schwache
proliferative Aktivität
gegenüber
Superantigenen, die durch Klasse II-MHC präsentiert werden, in der Peripherie
beschrieben worden ist. Daraus folgt, dass der wesentliche Unterschied
beim Deletionsgrad zwischen peripheren CD4- und CD8-Zellen sehr wahrscheinlich
auf die stärkere
Verbreitung der extrathymischen Deletion unter den CD4- im Vergleich
zu den CD8-Zellen, die zum Zeitpunkt des BMT vorher vorhanden sind,
zurückzuführen. Diese
Schlussfolgerung wird weiter durch die Beobachtung gestützt, dass
ATX-Empfänger
von BMT plus einer co-stimulatorischen Blockade eine signifikante
Reduktion von Vβ5-
und Vβ11- positiven CD4-Splenozyten
aufwiesen, nicht aber von CD8-Splenozyten zwei Wochen nach BMT.
-
Beispiel 2
-
Eine
Thymusbestrahlung (TI) oder eine wiederholte Verabreichung von T-Zell-depletierenden-mAbs (TCD-mAbs)
ermöglicht
eine allogenische Markseinpflanzung mit einem stabilen gemischten
Chimärismus und
Toleranz. Da beide Behandlungen mit einer Toxizität bei den
klinischen Einstellungen verbunden sein könnten, haben wir beurteilt,
ob eine T-Zell-co-stimulatorische Blockade verwendet werden könnte, um
diese zu ersetzen.
-
C57BL/6-Mäuse erhielten
depletierende anti-CD4 und anti-CD8-mAbs an den Tagen –5, 3 Gy
einer Ganzkörperbestrahlung
(WBI, Tag 0) und 15 × 106 vollständig
MHC-fehlgepaarte B10.A-Knochenmarkszellen (BMC). Zusätzlich wurden
die Wirte mit einem anti-CD154-mAb (Tag 0) und/oder CTLA4Ig (Tag
+2) injiziert. Der Chimärismus
im peripheren Blut wurde gefolgt durch eine FACS-Analyse und die
Toleranz wurde durch Hauttransplantation bestimmt und auch durch
MLR- und CML-Assays. Die Häufigkeit
von bestimmten Vβ-Familien
wurde durch FACS bestimmt, um die Deletion von spenderreaktiven
T-Zellen zu beurteilen.
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Der
Chimärismus
war transient und eine Toleranz war nicht in Tieren vorhanden, welche
TCD-mAbs am Tag –5
ohne eine co-stimulatorische Blockade erhielten. Der Zusatz von
anti-CD154-mAb (CD154 wird auch als CD40-Ligand und gp39 bezeichnet)
und CTLA4Ig, alleine oder in Kombination, verhinderte konstant die
Induktion von hohen Spiegeln eines stabilen (> 6 Monate) Multilinien-Chimärismus,
mit einer spezifischen Toleranz gegenüber Hauttransplantaten und
Spender-Antigenen durch MLR- und CML-Assays. Langzeit-Chimäre zeigten
eine Deletion von spenderreaktiven CD4+pBL, Splenozyten und reifen
Thymozyten. Eine Verabreichung von TCD-mAbs nur ein Tag vor der
Knochenmarkstransplantation (BMT) plus anti-CD154-mAb ermöglichte
auch eine Induktion eines permanenten Chimärismus und Toleranz.
-
Somit
kann eine Injektion von anti-CD154-mAb oder CTLA4Ig den Bedarf an
TI oder einem verlängerten
Wirts-TCD für
die Induktion eines gemischten Chimärismus und einer deletionalen
Toleranz decken und damit weiter die Toxizität dieses Protokolls erniedrigen.
Das Erreichen einer Toleranz bei einer Konditionierung, welche über 24 Stunden
angewandt wird, macht diesen Ansatz sogar noch nützlicher für eine Transplantation von
Leichenorganen.
-
Dieses
Beispiel wird noch genauer unten diskutiert.
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Tiere
-
Die
Herkunft und die Behandlung von Tieren waren im Wesentlichen dieselben
wie in Beispiel 1.
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Konditionierung und Knochenmarkstransplantation
(BMT)
-
Weibliche
B6-Mäuse
desselben Alters (6–13
Wochen alt) erhielten 3 Gy WBI und wurden intravenös am selben
Tag (T0) mit nicht-geteiltem Knochenmark (BM) injiziert, welches
aus den Oberschenkeln und dem Schienbein von vollständig MHC-fehlgepaarten
weiblichen B10.A-Spendern (10–13
Wochen alt) entnommen wurde. Die Empfänger wurden intraperitoneal
(i. p.) mit depletierenden Dosen von Ratten-IgG2b-anti-Maus-CD4-mAb
GK1.5 (etwa 1,8 mg pro Maus) und anti-Maus-CD8-mAb 2.43 (etwa 1,4 mg pro Maus)
an den Tagen –5
und –1
(Gruppe A) oder am Tag –5
allein (Gruppen B, C, D, E) injiziert. Am Tag vor der BMT wurde
der Erfolg der T-Zell-Depletion durch FACS in PBL überprüft und eindeutige
Fehler waren von der weiteren Analyse ausgeschlossen. Bei dem dritten
Experiment wurden GK1.5 und 2.43 am Tag –1 etwa 24 Stunden vor BMT
verabreicht. Murine CTLA4Ig wurden i. p. als eine Einzeldosis (0,5
mg) am Tag +2 injiziert und Hamster-anti-Maus-CD154-mAb (MR1) wurde
i. p. am Tag 0 (0,45 mg) injiziert. CTLA4Ig war eine großzügige Spende
von Bristol-Myers, Squibb Pharmaceuticals, Seattle, WA; das MR1-Hybridom
wurde dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von Dr. Randolph
J. Noelle (Dartmouth Medical School, Lebanon, NH). Ein Hamster-anti-Maus-IgG-mAb
(Cappel, ICN Pharmaceuticals, Aurora, OH) und der murine-mAb L6
(Bristol-Myers, Squibb Pharmaceuticals, Seattle, WA) wurden als
Kontrollen am Tag 0 und Tag +2 bei dem zweiten Experiment injiziert.
-
Druchflusszytometrie-Analyse
von Chimärismus
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Präparation
von Geweben: Etwa 0,4 ml peripheren Bluts wurden in heparinisierte
Gefäße gesammelt und
die roten Blutzellen wurden mit deionisiertem Wasser lysiert. Thymus
und Milz wurden aus den Tieren entnommen und leicht mit dem Unterteil
einer Spritze aufgebrochen. Milz wurde in ACK-Lysepuffer (Biowhittaker, Walkersville,
MD) aufgebrochen, um die roten Zellen zu lysieren. Knochenmarkszellen
wurden aus dem Oberschenkel und Schienbein entnommen, indem die
Knochen mit Medium umspült
wurden. Die Zellen wurden in FAXS-Medium, enthaltend 1 × HBSS,
0,1% Natriumazid, und 0,1% Rinderserumalbumin (Fisher Scientific,
Fair Lawn; NJ) resuspendiert.
-
Die
allogenische Rekonstitution verschiedener Linien in WBC, Milz, BM
und Thymus wurde anhand Zweifarben-FACS bewertet. Kurz gesagt wurden
ein Vorwärtswinkel
und 90 Grad Lichtstreuungseigenschaften verwendet, um Lymphozyten,
Monozyten und Granulozyten in peripherem WBC zu unterscheiden. Eine
Zweifarben-FACS wurde eingesetzt, um Spender- und Wirtszellen von
bestimmten Linien zu unterscheiden und der Prozentsatz von Spenderzellen
wurde berechnet, indem die Kontrollfärbung von Quadranten, die Spender- und
Wirtszellen enthalten, die einen bestimmten Linienmarker exprimieren,
substrahiert werden und indem der Nettoprozentsatz von Spenderzellen
durch den Gesamtnettoprozentsatz von Spender- plus Wirtszellen von dieser
Linie dividiert wird. Tote Zellen wurden ausgeschlossen unter Verwendung
von Propidiumiodid-Färbung. Eine
nicht-spezifische FcγR-Bindung
wurde durch anti-Maus-FcγR-mAb 2.4G2 blockiert.
Fluoresceinisothiocyanat(FITC)-konjugierte-mAbs schlossen anti-CD4,
anti-CD8, anti-B220 (alle bezogen von PharMingen, San Diego, CA)
und Anti-MAC1 (Caltag, San Francisco, CA) ein. Die Negativkontrolle-mAb
HOPC1-FITC, die keine Reaktivität
gegenüber
Mauszellen aufweist, wurde in unserem Labor hergestellt. Biotinylierte
anti-H-2Dd-mAb 34-2-12 und Kontroll-mAb HOPC1 wurden mit Phycoerythrin-Streptavidin
(PEA) entwickelt.
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Durchflusszytometrie-Analyse
von T-Zell-Rezeptor-Vβ-Famillien
-
Diese
Verfahren wurden im Wesentlichen wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt.
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Gemischte Lymphozyten-Reaktionen
(MLR)
-
Splenozyten
wurden dreifach in flachbödigen
Platten mit 96 Vertiefungen, die 4 × 105 Responder
mit 4 × 105 Stimulatoren enthielten (30 Gy bestrahlt, 137Cs-Quelle)
in RPMI 1640-Medium (Gibco, Grand Island, NY), ergänzt mit
15% (vol/vol) kontrolliertem prozessiertem Serumersatz (CPSR-2,
Sigma), 4% Nährstoffgemisch
(7,3 mg/ml L-Glutamin, 4 × nicht-essentielle
Aminosäuren
(Gibco), 2,75 mg/ml Natriumpyruvat, 250 E/ml Penicillin und 250
mg/ml Streptomycin), 1% HEPES-Puffer und 10 mM 2-Mercaptoethanol
bei 37°C
in 5% CO2 für 3 bis 4 Tage kultiviert,
bevor sie mit [3H]-Thymidin pulsmarkiert
wurden und etwa 18 Stunden später
geerntet wurden. Die Stimulationsindices wurden berechnet, indem
die Durchschnittswerte der Zähler
pro Minute (CPM) der anti-Spender- und anti-Drittpartei-Antworten durch
die Durchschnitts-CPM der anti-Wirtantworten, die ähnlich dem
Hintergrund-CPM waren (d. h. CPM mit keiner Stimulatorzellpopulation)
dividiert.
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Zellvermittelter Lympholyse(CML)-Assay
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Splenozyten
von Kontrollen, BMT-Empfängern
und normalen Mäusen
wurden in RPMI 1640 (Mediatech, Herndon, VA), enthaltend 10% fötales Rinderserum
(Sigma, St. Louis, MO), 0,09 mM nicht-essentielle Aminosäuren, 2
mM L-Glutamin, 1
mM Natriumpyruvat, 100 E/ml Penicillin und 0,2 μg/ml Streptomycin, 0,025 mM
2-ME und 0,01 M HEPES-Puffer resuspendiert. Responder- und Stimulatorzellen
(30 Gy bestrahlt, 137Cs-Quelle) wurden bis
zu einer Konzentration von 8 × 106 Zellen/ml verdünnt. 8 × 105 Responderzellen
wurden mit 8 × 105 Stimulatorzellen pro Vertiefung in den
Rundbodenplatten mit 96 Vertiefungen co-kultiviert. Die Kulturen
wurden in zwei Reihen mit jeweils drei Replikaten angesetzt und
nach 5 Tagen Inkubation in 8% CO2 bei 37°C wurden
Zweifach-Serienverdünnungen
aus der zweiten Reihe der Triplikate hergestellt, so dass die zytolytische
Kapazität
bei fünf
verschiedenen Respondern zu den Zielverhältnissen untersucht werden
konnte. 8 × 103 51Cr-markierte,
zwei Tage lang mit Concanavalin A stimulierte Lymphoblaten wurden
zu jeder Vertiefung zugefügt
und für
4 Stunden in 8% CO2 bei 37°C inkubiert.
Die Platten wurden unter Verwendung des Titertek-Überstandssammelsystems
(Skatron, Inc., Sterling, VA) geerntet und die 51Cr-Freisetzung
wurde mit einem automatischen Gammazähler bestimmt. Der Prozentsatz
der spezifischen Lyse wurde mit der folgenden Formel berechnet:
% spezifische Lyse = [(experimentelle Freisetzung – spontane
Freisetzung)/(maximale Freisetzung – spontane Freisetzung)] × 100%.
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Immunhistochemische
Färbung
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Gefrorene
Thymusschnitte (4 μm)
wurden wie kürzlich
beschrieben hergestellt und gefärbt
(21). Kurz gesagt wurden die Schnitte mit ISCR-3 (Maus-IgG2b-anti- MHC-Klasse II I-E,
1 : 200 Verdünnung
von Aszites) und 25-9-17 (Maus-IgG2a-anti-MHC-Klasse II I-Ab,
1 : 50 Verdünnung)
gefärbt.
Aszites, die HOPC-1-mAb (nicht-reaktive Maus IgG2a, 1 : 100 Verdünnung) oder
74-11-10 (Maus-IgG2b-anti-Schwein-MHC-Klasse
I, 1 : 200 Verdünnung)
enthielten, wurden als Negativkontrollfärbungen verwendet. Biotinylierte
Ratten-anti-Maus-IgG2a oder IgG2b-mAbs wurden als Sekundärreagenzien
verwendet. Die Färbung
wurde unter Verwendung des Vectastain ABC-Kits (Vector Corporation,
Burlingame, CA) entwickelt.
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Hauttransplantation
-
Die
Schwanzhaut voller Dicke von B10.A(spenderspezfischen)- und vollständig mHC-fehlgepaarten A.SW(Drittpartei)-Mäusen wurde
auf die laterale Thoraxwand 5 bis 10 Wochen nach BMT transplantiert
und mit 5–10
Seidennähten
und Bandagen gesichert, welche eine Woche später entfernt wurden. Die Transplantate
wurden dann täglich
durch Augenbeschau und Abtasten für die ersten drei Wochen und
mindestens wöchentlich
danach untersucht. Die Transplantate wurden als abgestoßen angesehen,
wenn weniger als 10% des Transplantats als lebensfähig zurückblieben.
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Statistische Analyse
-
Die
statistische Signifikanz wurde mit einem zweiteiligen Student-T-Tests
bestimmt zum Vergleich der Durchschnittswerte mit ungleichen Varianzen.
Die Unterschiede zwischen den Gruppen wurden als signifikant eingestuft,
wenn p < 0,05 war.
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Hämatopoetischer
Multilinien-Chimärismus
in WBC
-
Alle
Mäuse in
den beschriebenen Experimenten erhielten eine nicht-myeloablative Dosis
von 3 Gy WBI und 15 × 106 BMC (mit Ausnahme der Kontrollmäuse, die
eine Konditionierung ohne BM erhielten), mit TCD-Antikörpern und
co-stimulatorisch blockierenden Antikörpern, die zu dieser Konditionierung
wie beschrieben zugefügt
wurden. Die Spender-Hämatopoese
in WBC wurde zu mehreren Zeitpunkten nach BMT bestimmt. Der Nettoprozentsatz
der Spenderzellen bei den unterschiedlichen Linien wurde durch Färbung mit
einem-mAb, der spezifisch für
die Spenderklasse I versus verschiedenen Linienmarkern ist, bestimmt.
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Eine
Gruppe der Empfänger
(Gruppe A) wurde mit dem kürzlich
beschriebenen Dosierungsschema (Tomita et al., 1996, Transplantation
61: 469) von zwei Dosen TCD-mAbs an den Tagen –5 und –1 behandelt. Drei von fünf dieser
Empfänger
entwickelten einen lang anhaltenden Multilinien-Chimärismus,
wobei der durchschnittliche Prozentsatz der Spenderrepräsentation
unter den CD4- und CD8-Zellen
unterhalb des Spender-Chimärismus
unter den B-Zellen und den myeloiden Linien lag. Die verbleibenden
2 Mäuse
entwickelten anfangs hohe Spiegel von B-Zell- und myeloiden Chimärismus,
aber niedrigere Spiegel von T-Zell-Chimärismus
(nach 7 Wochen sichtbar) und der Chimärismus begann in allen Linien
unmittelbar nach BMT abzufallen.
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Eine
andere Kontrollgruppe von Mäusen
erhielt nur eine Dosis von TCD-mAb an dem Tag –5 ohne weitere Behandlung
(Gruppe B). Diese Konditionierung führte zu hohen Spiegeln der
anfänglichen
Spenderrekonstitution unter den B-Zellen und myeloiden Zellen, aber
sie führte
nicht zu substanziellen Spiegeln unter den T-Zellen über die
siebte Woche hinaus. 4 von 5 Mäusen
wiesen danach einen scharfen Abfall bei ihren Chimärismusspiegeln
auf.
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Zum
Untersuchen, ob CTLA4Ig und anti-CD154-mAb eine Induktion von lang
anhaltendem Chimärismus
und Toleranz ohne eine zweite Dosis von TCD-mAbs (oder Thymusbestrahlung)
ermöglichen
könnte,
wurden sie zu dem Konditionierungsdosierungsschema der TCD-mAbs,
die nur an dem Tag –5
verabreicht wurden, hinzugefügt.
Die Verabreichung von CTLA4Ig alleine in einer Einzeldosis an dem
Tag +2 (Gruppe C) führte
zu hohen Spiegeln von einer Spenderrepopulation in allen Linien
in 3 von 5 Mäusen.
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Wenn
eine Einzeldosis von anti-CD154-mAb an dem Tag 0 verabreicht wurde
(Gruppe D), wurden in allen Linien hohe Spiegel eines stabilen Spender-Chimärismus in
allen 5 Empfängern
induziert. 7 Wochen nach BMT war der Prozentsatz der Spenderzellen
größer als
50% unter den T-Zellen, B-Zellen, Monozyten und Granulozyten in
allen Tieren und war für
mehr als 6 Monate stabil, was die Einpflanzung von pluripotenten Stammzellen
zeigt.
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Die
Behandlung von Empfängern
mit einer Kombination von anti-CD154-mAb (Tag 0) plus CTLA4Ig (Tag
+2) (Gruppe E) resultierte in ähnlichen
Chimärismus-Spiegeln wie jene,
die mit anti-CD154-mAb alleine beobachtet wurden. Alle 6 Mäuse entwickelten
hohe Spiegel von stabilem Multilinien-Chimärismus, welche ähnlich waren
zu jenen der Gruppe D, wobei es keinen klaren Vorteil von dieser
Kombination der Behandlung im Vergleich zu der Verabreichung von
anti-CD154-mAb allein
gab.
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In
der Gruppe von Mäusen,
die mit TCD an dem Tag –5
plus einem Hamster-Kontroll-mAb
und einem Maus-Kontroll-mAb konditioniert wurden, folgte der Chimärismus einem
Verlauf, der vergleichbar mit dem der Gruppe B war, mit hohen Anfangsspiegeln
unter den B-Zellen und myeloiden Zellen, welche schnell anfingen, abzufallen.
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Die
Durchschnittsspiegel der Spenderrepräsentation in WBC, die in Mäusen beobachtet
wurden, die eine co-stimulatorische Blockade erhielten (Gruppen
C, D und E), waren nicht nur höher
als der in der Gruppe B, aber war auch höher als in Mäusen, welche
zwei Dosen von TCD-mAbs erhielten (Gruppe A). Speziell hervorzuheben
war der hohe Spiegel des Spender-T-Zell-Chimärismus, welcher zur Vorhersage
der Entwicklung von Toleranz in dem nicht-myeloablativen Modell
dient. In mehreren Mäusen
war der T-Zell-Chimärismus
höher als
der myeloide Chimärismus,
was ein gegensätzliches
Muster zu dem in Mäusen
ist, welche mit zwei Dosen von TCD-mAbs konditioniert worden sind.
Diese Ergebnisse wurden in einem zweiten getrennten Experiment bestätigt, welches
ein vergleichbares Resultat ergab mit einem erhöhten Multilinien-Chimärismus bei den
Empfängern
von CTLA4Ig und/oder anti-CD154-mAb im Vergleich zu der Kontrollgruppe,
die TCD-mAbs an dem Tag –5
und –1
erhielten.
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass CTLA4Ig und anti-CD154-mAb als Einzelagenzien
jeweils wirksam sind, um dem Bedarf einer verlängerten TCD oder TI in diesem
Modell gerecht zu werden, was zu hohen Spiegeln eines stabilen Chimärismus unter
all den getesteten hämatopoetischen
Linien führt.
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Eintägige Konditionierungsdosierungschema
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Da
das oben beschriebene Konditionierungsdosierungsschema 5 Tage vor
BMT beginnt, wäre
sie nicht für
die Verwendung von Spendern von Leichenorganen optimal. Die Konditionierung
wurde modifiziert, indem die TCD-mAbs nur etwa 24 Stunden vor dem
BMT in einem dritten Experiment verabreicht wurden (n = 3). Anti-CD154-mAb
wurde zur Verwendung in diesem Protokoll ausgewählt. Höhere Spiegel von Multilinien-Chimärismus wurden
erreicht nach Konditionierung mit TCD-mAbs an dem Tag –1 und anti-CD154-mAb
an dem Tag 0 ohne irgend einen nennenswerten Wirksamkeitsverlust,
was die klinische Nützlichkeit
dieses Ansatzes weiter erhöht.
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Hämatopoetischer Chimärismus in
Milz, Thymus und BM
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Zum
Zeitpunkt der Tötung
(29 Wochen nach BMT) wurde der Chimärismus in Milz, Thymus und
Knochenmark durch FACS in einer Untergruppe von Mäusen bestimmt,
um das Vorkommen von Multilinien-Chimärismus und somit eine Stammelleinpflanzung
zu bestätigen.
Wie in Tabelle 1 gezeigt, wurden ähnlich hohe Spiegel einer Spenderrepräsentation
unter CD4+-, CD8+-
und B220+-Splenozyten, unter reifen Thymozyten und
unter Knochenmarkszellen, in allen drei Gruppen, die eine co-stimulatorische
Blockade erhielten, beobachtet. Es wurde kein statistisch signifikanter
Unterschied zwischen diesen drei Gruppen für irgendein Gewebe oder Linie
beobachtet. Vergleichbare Ergebnisse wurden 43 Wochen nach BMT in
dem zweiten Experiment gewonnen, was bestätigt, dass eine substanzielle
Einpflanzung von Spenderstammzellen stattgefunden hat.
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Der
Prozentsatz von Spenderzellen unter CD4+-,
CD8+- und B220+-Splenozyten,
Thymozyten und Knochenmarkszellen wurde durch FACS zum Zeitpunkt
der Tötung
29 Wochen nach BMT bestimmt. Die Ergebnisse von einem der zwei ähnlichen
Experimente sind als Durchschnittsprozentsätze der Spenderrepräsentation
gezeigt Gruppe A (n = 1): TCD Tag –5, Tag –1; Gruppe B (n = 1): TCD nur
Tag –5;
Gruppe C (n = 2): TCD Tag –5
plus CTLA4Ig; Gruppe D (n = 2): TCD Tag –5 plus anti-CD154-mAb; Gruppe
E (n = 2): TCD Tag –5
plus CTLA4Ig plus anti-CD154-mAb.
Der P-Wert ist für
den Vergleich zwischen den Gruppen C, D und E nicht signifikant.
NL B6 und NL B10.A bezeichnen normale B6 bzw. normale B10.A.
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Hauttransplantatüberleben
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Zur
Bestimmung, ob eine spenderspezifische Toleranz induziert worden
ist, wurde eine Hauttransplantation, welche den stringentesten Test
für eine
Transplantationstoleranz darstellt, durchgeführt. Es wurde Haut des Spenders
eines Dritten für
10 Wochen, 7 Wochen (zweites Experiment) oder 5 Wochen (drittes
Experiment) nach BMT transplantiert. In der Gruppe, welche zwei
Dosen TCD-mAbs (Gruppe
A) erhielten, akzeptierten die drei erfolgreichen Chimären die
Spenderhauttransplantate durchgehend (> 130 Tage), während alle Mäuse, die
mit TCD-mAbs nur an dem Tag –5
ohne weitere Behandlung erzeugt wurden (Gruppe B), ihre Transplantate
innerhalb von 15 Tagen abgestoßen
haben, was mit dem Fehlen eines Langzeit-Chimärismus übereinstimmt.
-
In
der Gruppe von Empfängern,
die mit TCD-mAbs an dem Tag –5
plus CTLA4Ig alleine (Gruppe C) behandelt wurden, wurden die Spendertransplantate
durchweg von den drei erfolgreichen Chimären angenommen. Eine der zwei
Mäuse konnte
keine hohen Spiegel eines Multilinien-Chimärismus entwickeln und stieß ihr Spendertransplantat
am Tag 9 ab und die zweite starb mit ihrem Transplantat, welches
sich noch in einem guten Zustand befand, 16 Tage nach BMT. Alle
Tiere, die anti-CD154-mAb alleine (Gruppe D) oder anti-CD154-mAb
plus CTLA4Ig (Gruppe E) erhielten, nahmen ihre Spendertransplantate
durchweg an. Das Langzeitüberleben
der Transplantate hielt sie in einem perfekten Zustand mit einer
nachträglichen
Periode von bis zu 160 Tagen.
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Kontrollmäuse, welche
eine Konditionierung ohne BMT oder TCD-mAbs an dem Tag –5 plus
Kontroll-Antikörper
erhielten, haben ihre Spendertransplantate umgehend abgestoßen. Alle
Gruppen haben ihre Transplantate der Drittpartei einheitlich innerhalb
von 2 Wochen abgestoßen,
was zeigt, dass die induzierte Toleranz spezifisch war und dass
die Chimären
immunkompetent waren.
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Das
zweite Experiment zeigte eine ähnliche
spenderspezifische Akzeptanz des Hauttransplantats in Mäusen, die
TCD und eine co-stimulatorische Blockade erhielten. Die Chimären in dem
dritten Experiment, welche TCD-mAbs an dem Tag –1 und anti-CD154-mAb erhielten,
nahmen ihre Spendertransplantate an (> 40 Tage), während sie die Transplantate
der Drittpartei umgehend abgestoßen haben.
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MLR- und CML-Reaktivität
-
Um
weiter die Entwicklung von Toleranz einzuschätzen, wurden MLR- und CML-Assays zum Zeitpunkt der
Tötung
beim ersten Experiment durchgeführt.
4 von 6 getesteten Chimären
aus den Gruppen C, D und E zeigten keine Antwort gegenüber Spender-Antigenen,
während
sie ihre Reaktivität
gegenüber
Antigenen einer Drittpartei aufrecht erhielten (Stimulationsindex > 1,9). Die Chimäre von Gruppe
A, eine von zwei Chimären von
jeweils den Gruppen C und E, die Maus von Gruppe B und eine Kontrolle,
welche die Konditionierung ohne BMT erhalten hat, waren allgemein
hyporeaktiv. Die Ergebnisse der CML-Assays zeigten ein ähnliches
Muster wie das, welches für
die MLR-Reaktivität
beobachtet wurde (Tabelle 2). Eine Chimäre von jeweils den Gruppen C
und D zeigten ein effektives Abtöten
gegenüber
Zielen einer Drittpartei, während
sie nicht Ziele des Spenders abtöteten.
Die verbleibenden Tiere, einschließlich der Kontrollmaus, welche
nicht BMT erhalten hat, zeigten im Allgemeinen eine Hyporeaktivität, obwohl
eine Immunkompetenz in vivo gezeigt wurde, anhand der Fähigkeit,
die Hauttransplantate einer Drittpartei unverzüglich abzustoßen. Obwohl
die Seneszenz der Mäuse eine
in einigen Fällen
beobachtete generalisierte Hyporeaktivität in vitro verursacht haben
kann, stellen diese MLR- und CML-Untersuchungen einen weiteren Hinweis
für das
Vorkommen einer spenderspezifischen Toleranz in Chimären, die
mit einer co-stimulatorischen Blockade hergestellt wurden, dar.
-
Deletion von
spenderreaktiven T-Zellen
-
Eine
zentrale Deletion, ist der Hauptmechanismus für die Erhaltung von Toleranz
in dem gemischten Chimärismusmodell.
Eine Deletion von spenderreaktiven T-Zellen in PBL, Thymus und Milz
wurde durch die Analyse des Vorkommens von bestimmten Vβ-Untereinheiten
auf dem TCR untersucht. Der Spenderstamm B10.A exprimiert I-E, welches
für die
Präsentation
von Superantigenen benötigt
wird, welches sich von dem Brustdrüsen-Tumorvirus(Mtv)-8 und -9
der endogenen Retroviren, die in dem B6/B10-Hintergrundgenom kodiert
sind, ableiten. Sich entwickelnde Thymozyten, deren TCR Vβ11 oder Vβ5.1/2 enthalten,
welche an diese Superantigene binden, sind in I-E-positiven B10.A-Mäusen, aber nicht in B6-Mäusen deletiert,
da sie kein I-E exprimieren. 8 Wochen nach BMT (in dem ersten Experiment)
zeigten alle Mäuse
in den Gruppen A, D und E und 4 von 5 Mäusen in Gruppe C (eine der
Mäuse,
welche abfallende Spiegel von Chimärismus aufwiesen, zeigte eine
unvollständige
Deletion) eine starke Reduktion bei Vβ5–-
und Vβ11+-CD4+-PBL, aber
keinen Abfall bei der Vβ8+-Kontrolle CD4–-PBL.
Die Deletion in den Gruppen D und E war in signifikanter Weise stärker ausgeprägt als in
der Gruppe B, was mit dem allgemeinen Verlust des Chimärismus und
Toleranz in der letzteren Gruppe übereinstimmt. Zum Zeitpunkt
der Tötung
43 Wochen nach BMT (zweites Experiment) zeigten alle getesteten
Tiere in den Gruppen C, D und E eine starke Reduktion in dem Prozentsatz
der Vβ5–-reifen
Wirtstyp-Thymozyten im Vergleich zu einer natürlichen B6-Maus oder einer
Kontrolle, die eine Konditionierung ohne BMT erhalten hat. Zum selben
Zeitpunkt waren auch die Prozentsätze der Vβ5- und Vβ11-positiven Empfänger CD4+-
und CD8+-Splenozyten drastisch reduziert.
Zusammengenommen legen diese Daten nahe, dass eine zentrale Deletion
von spen derreaktiven T-Zellen der Hauptmechanismus von Toleranz
in Langzeit-Chimären, die
mit diesem Dosierungsschema hergestellt wurden, darstellt.
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Spender Klasse II+-Zellen im Thymus
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Zellen
hämatopoetischen
Ursprungs sind wichtige Mediatoren einer negativen Selektion in
dem Thymus mit den kritischen Zellen, welche sich unter den stärksten Subpopulationen
in dieser Hinsicht befinden. Wir haben deshalb nach Spenderzellen
gesucht, die eine dendritische Zellmorphologie in den Thymi von
Chimären
zum Zeitpunkt der Tötung
aufwiesen (29 Wochen nach BMT). Alle getesteten Chimären (zwei
von jeder der Gruppen C, D und E) zeigten das Vorkommen von Spender
Klasse II+-Zellen mit dendritischer Zellmorphologie.
Eine Kontrollmaus, die eine Konditionierung ohne BMT erhalten hat,
war für
die Spender Klasse II+-Zellen negativ. Klasse
II+-Zellen des Wirts waren in allen Empfängern normal
verteilt. Diese Entdeckungen stützen die
Schlussfolgerung, dass eine intrathymische Deletion ein Hauptmechanismus
der Toleranz während
einer Langzeit-Nachbehandlung darstellt.
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Die
vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass eine co-stimulatorische
T-Zell-Blockade
sehr wirksam ist. Sowohl anti-CD154-mAb und CTLA4Ig waren als einzelne
Agenzien beim Ersetzen der Thymusbestrahlung oder der wiederholten
Verabreichung von TCD-mAbs wirksam. Die klinische Relevanz dieser
neu entwickelten Dosierungsschemen für eine Induktion von Toleranz
wird weiter durch die Fähigkeit
erhöht,
die Konditionierungsbehandlung nur 24 Stunden vor BMT zu beginnen,
was sie für
die Transplantation von Leichenorganen anwendbar macht.
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Tabelle
1. Chimärismus
in Milz, Thymus und Knochenmark
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Der
Prozentsatz von Spenderzellen unter den CD4–-,
CD8–-,
B220–-Splenozyten,
Thymozyten und Knochenmarkszellen wurde anhand FACS zum Zeitpunkt
der Tötung,
29 Wochen nach BMT, bestimmt. Die Ergebnisse eines von zwei ähnlichen
Experimenten sind als durchschnittlicher Prozentsatz der Spenderrepräsentation
dargestellt. Gruppe A (n = 1): TCD Tag –5, Tag –1; Gruppe B (n = 1): TCD nur
Tag –5;
Gruppe C (n = 2): TCD Tag –5
plus CTLA4Ig; Gruppe D (n = 2): TCD Tag –5 plus anti-CD154-mAb; Gruppe
E (n = 2): TCD Tag –5
plus CTLA4Ig plus anti-CD154-mAb.
Der P-Wert ist für
einen Vergleich zwischen den Gruppen C, D und E nicht signifikant.
NL B6 bzw. NL B10.A bezeichnen eine normale B6 bzw. eine normale
B10.A.
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Die
Ergebnisse der CML-Assays sind als Prozent der spezifischen Lyse
gegen Eigen(B6)-, Drittpartei(A.SW)- und Spender(B10.A)-Zielen,
29 Wochen nach BMT (erstes Experiment) gezeigt. Das höchste getestete
Responder : Ziel-Verhältnis
(100 : 1) ist dargestellt. NL B6 und NL B10.A bezeichnen normale
B6 bzw. normale B10.A. Kein BMT bezeichnet eine Maus, die eine Konditionierung
(WBI, TCD-mAbs Tag –5, CTLA4Ig plus
anti-CD154-mAb) ohne BMT erhalten hat. Die Gruppenbeschreibungen
sind aus Tabelle 1 zu entnehmen.
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Weitere Ausführungsformen
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Die
hier beschriebenen Verwendungen zur Induktion von Toleranz gegenüber oder
zum Fördern
der Akzeptanz von einem allogenischen Antigen oder allogenischen
Transplantat kann überall
dort verwendet werden, wo zwischen Spender und Empfänger irgendeinen
Grad von fehlender Übereinstimmung
bei MHC-Loci oder anderen Loci, welche eine Transplantatsabstoßung beeinflussen,
vorhanden ist. Es kann eine fehlende Übereinstimmung bei mindestens
einem MHC-Locus
oder bei mindestens einem weiteren Locus, der die Erkennung und
Abstoßung
vermittelt, z. B. ein Locus eines kleineren Antigens, geben. Bezüglich der
Klasse I- und Klasse II-MHC-Loci kann der Spender und Empfänger sein: Übereinstimmung
bei Klasse I und fehlende Übereinstimmung
bei Klasse II; Übereinstimmung
bei Klasse I und Übereinstimmung
bei Klasse II; fehlende Übereinstimmung
bei Klasse I und fehlender Übereinstimmung
bei Klasse II; Übereinstimmung
bei Klasse I, Übereinstimmung
bei Klasse II. In beliebigen dieser Kombinationen können weitere
Loci mit einer Kontrollerkennung und -abstoßung, z. B. Loci eines kleineren
Antigens, übereinstimmen
oder nicht übereinstimmen.
Wie oben ausgeführt,
ist es bevorzugt, dass es eine Übereinstimmung
bei mindestens einem Locus gibt. Eine fehlende Übereinstimmung bei MHC-Klasse
I bedeutet eine fehlende Übereinstimmung
für eine
oder mehrere MHC-Klasse I-Loci, z. B. im Falle des Menschen, eine
fehlende Übereinstimmung
bei einem oder mehreren HLA-A, HLA-B oder HLA-C. Eine fehlende Übereinstimmung
bei MHC-Klasse II bedeutet eine fehlende Übereinstimmung bei einem oder
mehreren MHC-Klasse II-Loci, z. B. in dem Fall des Menschen, eine
fehlende Übereinstimmung
bei einem oder mehreren einer DPα,
einer DPβ,
einer DQα,
einer DQβ,
einer DRα oder
einer DR.
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Die
hier beschriebenen Verwendungen zum Induzieren von Toleranz gegenüber einem
allogenischen Antigen oder einem allogenischen Transplantat kann
dort verwendet werden, wo es zwischen dem Spender und Empfänger irgendeinen
Grad von Reaktivität
in einem gemischten Lymphozyten-Assay gibt, z. B. wenn es keine,
eine niedrige, mittlere oder hohe gemischte Lymphozytenreaktivität zwischen
dem Spender und dem Empfänger
gibt. In bevorzugten Ausführungsformen
wird eine gemischte Lymphozytenreaktivität verwendet, um eine fehlende Übereinstimmung
für Klasse
II zu definieren, und die Erfindung umfasst Verfahren zum Durchführen von
allogenischen Transplantaten zwischen Individuen mit einem beliebigen
Grad einer fehlenden Übereinstimmung
bei Klasse II, wie es anhand eines gemischten Lymphozyten-Assays
definiert ist. Serologische Tests können verwendet werden, um eine
fehlende Übereinstimmung
bei Klasse I- oder II-Loci zu bestimmen, und die Erfindung schließt Verfahren
zum Durchführen
von allogenischen Transplantaten zwischen Individuen mit einem beliebigen
Grad einer fehlenden Übereinstimmung
bei Klasse I und/oder Klasse II ein, wie anhand serologischer Verfahren
gemessen. In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung Mittel
zum Durchführen
von allogenischen Transplantaten zwischen Individuen, welche sowohl
bei Klasse I als auch bei Klasse II keine Übereinstimmung aufweisen, wie
durch einen serologischen und/oder gemischten Lymphozytenreaktivitäts-Assay
bestimmt.
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Die
erfindungsgemäßen Verwendungen
sind besonders nützlich
zum Ersetzen eines Gewebes oder Organs, das von einer neoplastischen
Störung
betroffen ist, insbesondere eine Störung, die gegenüber normalen
Therapieformen widerstandsfähig
ist, z. B. Chemotherapie oder Bestrahlungstherapie. Die erfindungsgemäßen Verwendungen
können
verwendet werden zum Induzieren von Toleranz gegenüber einem
Allotransplantat, z. B. einem Allotransplantat von einem Spender,
der bei einem oder mehreren Klasse I-Loci, bei einem oder mehreren
Klasse II-Loci oder bei einem oder mehreren Loci von jeweils der
Klasse I und Klasse II, keine Übereinstimmung
hat. In bevorzugten Ausführungsformen
schließt
das Transplantat Gewebe des Verdauungstrakts oder des Darms ein,
z. B. Gewebe vom Magen oder Darmgewebe, z. B. des Dünndarms,
Dickdarms oder Enddarms.
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Es
ist möglich,
einen gemischten Chimärismus
mit einer geringeren Bestrahlungstoxizität durch Fraktionierung der
Bestrahlungsdosen zu induzieren, d. h. durch Bestrahlung in zwei
oder mehreren Verabreichungen oder Sitzungen. Dementsprechend kann
in jedem erfindungsgemäßen Verfahren,
das eine Be strahlung eines Empfängers
erforderlich macht, z. B. eines Primaten, z. B. eines Menschen,
Empfänger
eines Allotransplantats, die Bestrahlung entweder in einer einzelnen
Verabreichung abgegeben werden oder bevorzugter kann sie in zwei
oder mehrere Verabreichungen oder Sitzungen fraktioniert werden.
Die Summe der fraktionierten Dosierungen ist bezüglich der Bestrahlungsdosierung
vorzugsweise gleich, z. B. in Rad oder Gy, was einen gemischten
Chimärismus
ergibt, wenn sie in einer Einzelbestrahlung verabreicht wird. Fraktionen
sind bezüglich
der Dosierung vorzugsweise etwa gleich. Auch eine Hyperfraktionierung
der Bestrahlungsdosen kann in den erfindungsgemäßen Verfahren verwendet werden.
Die einzelnen Fraktionen können
am selben Tag abgegeben werden oder können durch Intervalle von einem,
zwei, drei, vier, fünf
oder mehreren Tagen unterbrochen sein. Eine Ganzkörperbestrahlung,
eine Bestrahlung des Thymus oder beides kann fraktioniert werden.
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Eine
Thymusbestrahlung kann auch fraktioniert werden. Zum Beispiel kann
eine Einzeldosis von 700 cGy ersetzt werden mit z. B. zwei Fraktionen
von 350 cGy oder sieben Fraktionen von 100 cGy.
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Die
erfindungsgemäßen Verwendungen
können
eine Splenektomie des Empfängers
einschließen.
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In
jeder der hier beschriebenen Verwendungen, insbesondere die Verwendungen
bei Primaten oder klinische Verwendungen, ist es bevorzugt, einen
gemischten Chimärismus
zu bilden im Vergleich zu einem vollständigen Ersetzen der Stammzellen
des Empfängers
mit Spenderzellen.
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Blocker
der CD40-Ligand-CD40-Interaktion (und gegebenenfalls der CD28-B7-Interaktion) (oder
beide) können
in wiederholter Weise verabreicht werden. Zum Beispiel können Blocker
ein, zwei, drei oder mehrere Male vor der Spender-Knochenmarkstransplantation
verabreicht werden. Typischerweise wird bei der Knochenmarkstransplantation
eine Vordosis an den Patienten bei etwa 0 und –2 Tagen verabreicht. Zusätzlich können auch
frühere
Dosen 6, 7 oder 8 Tage vor der Knochenmarkstransplantation gegeben
werden. Es kann wünschenswert
sein, eine erste Behandlung zu verabreichen und dann die vorherige
Knochenmarksverabreichung alle 1–5 Tage zu wiederholen. Blocker
können
ein, zwei, drei oder mehrere Male nach der Spender-Knochenmarkstransplantation
verabreicht werden. Typischerweise kann eine nachträgliche Knochenmarkstransplantatsbehandlung
etwa 2–14
Tage nach der Knochenmarkstransplantation gemacht werden. Die nachträgliche Knochenmarksverabreichung
kann so viele Male wie benötigt
wiederholt werden. Wenn mehr als eine Verabreichung gegeben wird,
kann zwischen den Verabreichungen etwa 1 Woche liegen. Zusätzliche
Dosen können
verabreicht werden, wenn der Patient eine frühe oder nicht gewollte T-Zell-Erholung
durchzumachen scheint. Vorzugsweise werden die Blocker mindestens
einmal verabreicht (und vorzugsweise zwei, drei oder mehrere Male)
vor der Spender-Knochenmarkstransplantation und mindestens einmal
(und vorzugsweise zwei, drei oder mehrere Male) nach der Spender-Knochenmarkstransplantation.
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CD40-CD40L-Blocker
können
vor den CD28-B7-Blockern verabreicht werden, wenn CD2-B7-Blocker verwendet
werden. Sie können
auch gleichzeitig oder nach den CD2-B7-Blockern verabreicht werden,
wenn CD2-B7-Blocker verwendet werden.
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Einige
der hier beschriebenen Verwendungen schließen die Verabreichung von hämatopoetischen Stammzellen,
die nicht direkt von menschlichen Embryonen gewonnen wurden, an
einen Empfänger
ein. In vielen dieser Verwendungen werden solche hämatopoetischen
Stammzellen vor oder gleichzeitig mit der Einpflanzung eines Transplantats
verabreicht, wobei der Zweck der Verabreichung der hämatopoetischen Stammzellen
in erster Linie die Induktion von Toleranz gegenüber dem Transplantat ist. Die
Erfinder haben herausgefunden, dass eine oder mehrere aufeinander
folgende Verabreichungen (z. B. eine zweite, dritte, vierte, fünfte oder
weitere aufeinander folgende Verabreichung) von hämatopoetischen
Stammzellen wünschenswert bei
der Herstellung und/oder Aufrechterhaltung von Toleranz sein kann.
Somit schließt
die Erfindung auch Verwendungen ein, bei denen hämatopoetische Stammzellen,
die nicht direkt von menschlichen Embryonen gewonnen wurden, an
einen Empfänger,
z. B. einen Primaten, z. B. einen Menschen, verabreicht werden,
dem zuvor hämatopoetische
Stammzellen als Teil in einer der hier aufgeführten Verwendungen verabreicht
worden sind.
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Ohne
an eine Theorie gebunden zu sein, glauben die Erfinder, dass eine
wiederholte Verabreichung von Stammzellen den gemischten Chimärismus und
möglicherweise
auch eine langfristige deletionale Toleranz in Transplantatsempfängern fördern kann.
Demzufolge kann jede hier aufgeführte
Verwendung, welche die Verabreichung von hämatopoetischen Stammzellen
einschließt,
weiter die mehrfache Verabreichung von Stammzellen einschließen. In
bevorzugten Aus führungsformen
wird eine erste und eine zweite Verabreichung von Stammzellen vor
der Implantation eines Transplantats bereitgestellt; eine erste
Verabreichung von Stammzellen wird vor der Implantation eines Transplantats
bereitgestellt und eine zweite Verabreichung von Stammzellen wird
zum Zeitpunkt der Implantation des Transplantats bereitgestellt.
In weiteren bevorzugten Ausführungsformen
wird eine erste Verabreichung von Stammzellen vor oder gleichzeitig
mit der Implantation eines Transplantats bereitgestellt und eine
zweite Verabreichung von Stammzellen wird nach der Implantation
eines Transplantats bereitgestellt. Der Zeitraum zwischen den Verabreichungen
von hämatopoetischen
Stammzellen kann variiert werden. In bevorzugten Ausführungsformen
wird eine aufeinander folgende Verabreichung von hämatopoetischen
Stammzellen bereitgestellt: mindestens 2 Tage, 1 Woche, 1 Monat
oder 6 Monate nach der vorhergehenden Verabreichung von Stammzellen;
mindestens 2 Tage, 1 Woche, 1 Monat oder 6 Wochen nach der Implantation
des Transplantats.
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Die
Verwendung kann weiter die Schritte der Verabreichung einer zweiten
oder folgenden Dosis von hämatopoetischen
Stammzellen einschließen,
wenn der Empfänger
beginnt, Anzeichen einer Abstoßung
aufzuweisen, was z. B. durch einen Abfall in der Funktion des transplantierten
Organs, durch eine Veränderung in
der spenderspezifischen Antikörperantwort
des Wirts oder durch eine Veränderung
in der Lymphozytenantwort des Wirts auf ein Spender-Antigen nachgewiesen
werden kann; wenn der Spiegel des Chimärismus abfällt; wenn der Spiegel des Chimärismus unterhalb
eines vorbestimmten Werts fällt;
wenn der Spiegel des Chimärismus
einen Spiegel erreicht oder darunter fällt, bei dem die Färbung mit
einem monoklonalen Antikörper, der
spezifisch für
ein Spender-PBMC-Antigen
ist, gleich oder geringer ist als die Färbung mit einer isotypischen Kontrolle,
welche nicht an PBMC bindet, z. B. wenn die spenderspezifischen
monoklonalen Färbungen
weniger als 1–2%
der Zellen ausmachen; oder im Allgemeinen, wie es benötigt wird,
um eine Toleranz aufrechtzuerhalten oder anderweitig die Akzeptanz
eines Transplantats zu verlängern.
Somit können
die erfindungsgemäßen Verwendungen
modifiziert werden, um einen weiteren Schritt einzuschließen, zum
Bestimmen, ob ein Subjekt, das eine oder mehrere Verabreichungen
von hämatopoetischen
Stammzellen erhalten hat, eine nachfolgende Verabreichung von hämatopoetischen
Stammzellen benötigt
und, wenn dies der Fall ist, die Verabreichung einer nachfolgenden
Dosis von hämatopoetischen
Stammzellen an den Empfänger
einschließt.
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Jede
der hier aufgeführten
Verwendungen kann die Verabreichung von Agenzien einschließen, z.
B. 15-Desoxyspergualin, Myophenolatmofetil, Brequinamatrium oder ähnliche
Agenzien, welche die Herstellung, Spiegel oder Aktivität von Antikörpern im
Empfänger
inhibieren. Es können
ein oder mehrere dieser Agenzien verabreicht werden: vor der Implantation
des Spendergewebes, z. B. ein, zwei oder drei Tage oder eine, zwei oder
drei Wochen vor der Implantation des Spendergewebes; zum Zeitpunkt
der Implantation des Spendergewebes; oder nach Implantation des
Spendergewebes, z. B. ein, zwei oder drei Tage oder eine, zwei oder
drei Wochen nach der Implantation eines Transplantats.
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Die
Verabreichung des Agens kann eingeleitet werden: wenn der Empfänger beginnt,
Anzeichen einer Abstoßung
aufzuweisen, was z. B. durch einen Abfall der Funktion des transplantierten
Organs, durch eine Veränderung
in der spenderspezifischen Antikörperantwort
des Wirts oder durch eine Veränderung
in der Lymphozytenantwort des Wirts gegenüber einem Spender-Antigen nachgewiesen
werden kann; wenn der Spiegel des Chimärismus abfällt; wenn der Spiegel des Chimärismus unterhalb
eines vorbestimmten Werts fällt;
wenn der Spiegel des Chimärismus
einen Spiegel erreicht oder darunter fällt, bei dem eine Färbung mit
einem monoklonalen Antikörper,
der spezifisch für
ein Spender-PBMC-Antigen
ist, gleich oder geringer ist als eine Färbung mit einer isotypischen
Kontrolle, welche nicht an PBMC bindet, z. B. wenn die spenderspezifischen
monoklonalen Färbungen
weniger als 1–2%
der Zellen ausmachen; oder im Allgemeinen benötigt wird, um eine Toleranz
aufrechtzuerhalten oder anderweitig die Akzeptanz eines Transplantats
zu verlängern.
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Der
Zeitraum, über
den das Agens verabreicht wird (oder der Zeitraum, über den
klinisch wirksame Spiegel in dem Subjekt aufrechterhalten werden),
kann langfristig sein, z. B. für
6 Monate oder mehr als ein Jahr oder länger, oder kurzfristig sein,
z. B. für
weniger als ein Jahr, bevorzugter 6 Monate oder weniger, bevorzugter
ein Monat oder weniger, und bevorzugter 2 Wochen oder weniger. Der
Zeitraum wird im Allgemeinen mindestens etwa 1 Woche und vorzugsweise
mindestens etwa 2 Wochen in der Dauer betragen. In bevorzugten Ausführungsformen
ist der Zeitraum 2 oder 3 Wochen lang.
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Bevorzugte
Ausführungsformen
schließen
die Verabreichung von 15-Desoxyspergualin
(6 mg/kg/Tag) für
etwa 2 Wochen, beginnend an dem Tag der Transplantatsimplantation,
ein.
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Ein
anti-CD2-Antikörper,
vorzugsweise ein monoklonaler, z. B. BTI-322 oder MEDI-507, oder
ein monoklonaler, der gegen ein ähnliches
oder überlappendes
Epitop gerichtet ist, kann zusätzlich
oder anstelle irgendeines anti-T-Zell-Antikörpers (z. B. ATG) in einem
beliebigen hier beschriebenen Verfahren verwendet werden. BTI-322
ist ein monoklonaler anti-CD2-Antikörper der Ratte. MEDI-507 ist
eine humanisierte Version von BTI-322. BTI-322 ist in der
US-PS 5,817,311 beschrieben
und hier durch Bezugnahme eingeschlossen. BTI-322 wurde mit der
ATCC-Hinterlegungsnummer HB 11423 hinterlegt. MEDI-507 ist in der PCT/US97/12645
(WO 9903502, veröffentlicht
am 28. Januar 1999) beschrieben.
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Weitere
Ausführungsformen
werden von den folgenden Patentansprüchen umfasst.