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Die
vorliegende Erfindung betrifft neue fungizide Zweikomponentenzusammensetzungen
auf Basis von Metalaxyl mit einem R-Enantiomerengehalt von mehr
als 70 Gew.-% als wesentliche Komponente und einer zweiten fungiziden
Komponente zur Behandlung von phytopathogenen Erkrankungen von Kulturpflanzen, insbesondere
phytopathogenen Fungi, sowie ein Verfahren zur Bekämpfung von
phytopathogenen Erkrankungen auf Kulturpflanzen. Die Metalaxyl-Komponente
wird als Wirkstoff I bezeichnet.
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Das
folgende Fungizid wird als zweite Komponente II der Mischung verwendet:
Verbindung
II (EP-253 213)
Methyl-(E)-2-methoxyimino-[2-(o-tolyloxymethyl)-phenyl]-acetat.
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Diese
Zusammensetzungen sind besonders wirksam bei der Bekämpfung oder
Verhütung
von Pilzerkrankungen auf Kulturpflanzen und zeigen eine synergistische
fungizide Aktivität.
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Insbesondere
betrifft die Erfindung Mischungen umfassend Metalaxyl mit einem
R-Enantiomerengehalt von mehr als 85 Gew.-%, vorzugsweise mehr als
92 Gew.-%, und insbesondere enthaltend reines R-Enantiomer, das
im Wesentlichen frei ist von S-Enantiomerem.
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Metalaxyl
ist Methyl-N-(2,6-dimethylphenyl)-N-(methoxyacetyl)-DL-alaninat
der Formel
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Es
besitzt ein asymmetrisches *C-Atom und kann in die Enantiomeren
auf herkömmliche
Weise (GB-P-1500581) getrennt werden. Seit 1975 ist es dem Fachmann
bekannt, dass das R-Enantiomer dem S-Enantiomer hinsichtlich der
fungiziden Wirkung bei weitem überlegen
ist und es wird in der Praxis als der eigentliche Wirkmechanismus
angesehen. Ebenso wurden Mischungen von Metalaxylracemat über den
Handel oder anderweitig bekannt.
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Die
Komponente I ist als Mefenoxam bekannt. Die Komponente II ist aus
dem Stand der Technik auch unter dem geläufigen Namen Kresoximmethyl
bekannt. Mischungen von Metalaxylracemat und Kresoximmethyl werden
in EP-A-0741970 offenbart.
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Es
wurde nun völlig überraschend
gefunden, dass R-Metalaxyl in reiner oder mehr als 70 %iger Form in
Mischungen mit der fungiziden Komponente II eine synergistisch erhöhte Wirkung
ergibt, die in einigen Fällen
diejenige der zuvor bekannten Mischungen auf Basis des Racemats
um den Faktor 10 übersteigt.
Davon ausgehend, dass die Hälfte
des Racemats aus R-Enantiomerem besteht, waren Faktoren von etwa
2 oder höchstens
3 zu erwarten.
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Mit
diesem völlig
unerwarteten Ergebnis stellt die vorliegende Erfindung eine sehr
erhebliche Bereicherung des Stands der Technik dar und bildet ein
mögliches
Mittel der Reduzierung in umweltschützender Weise die Gesamtmenge
von Fungiziden, die zur Kontrolle von phytopathogenen Fungi, insbesondere
Oomyceten auf Pflanzen, verwendet werden.
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Die
Wirkstoffkombinationen sind gegenüber phytopathogenen Fungi wirksam,
die der folgenden Klasse angehören:
Oomycetes (z.B. Phytophthora, Peronospora, Bremia, Pythium, Plasmopara).
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Zielpflanzen
für die
vorliegend offenbarten Indikationsbereiche umfassen erfindungsgemäß z.B. die folgenden
Pflanzenspezies: Getreide (Reis, Sorghum und verwandte Kulturpflanzen),
Rüben (Zuckerrübe und Futterrübe); Kernfrüchte, Steinfrüchte und
Beeren (Äpfel,
Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Mandeln, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren,
Blaubeeren); Leguminosengewächse
(Bohnen, Linsen, Erbsen, Sojabohnen); Ölpflanzen (Raps, Senf, Mohn,
Oliven, Sonnenblumen, Kokosnuss, Rizinusölpflanzen, Kakaobohnen, Erdnüsse); Gurkengewächse (Kürbisse,
Gurken, Melonen); Faserpflanzen (Baumwolle, Flachs, Hanf, Jute);
Zitrusfrüchte (Orangen,
Lemonen, Grapefruit, Mandarinen); Gemüse (Spinat, Salat, Spargel,
Kohl, Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Pfeffer); Lauraceaen
(Avocados, Zimt, Kampfer); oder Pflanzen wie Mais, Tabak, Nüsse, Zuckerrohr,
Tee, Wein, Hopfen, Durian und natürliche Kautschukpflanzen ebenso
wie Zierpflanzen (Blumen, Sträucher,
breitblättrige
Bäume und
immergrüne
Gewächse
wie Koniferen oder Beetpflanzen).
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Die
aufzubringende Menge der erfindungsgemäßen Zusammensetzung wird von
verschiedenen Faktoren abhängen,
wie der verwendeten Verbindung, dem Behandlungsgegenstand (Pflanze,
Boden, Saat), dem Behandlungstyp (z.B. Sprühen, Stäuben, Saatbeize Einbringen
in den Boden, Stängelbehandlung,
Stamminjektion), dem Zweck der Behandlung (prophylaktisch oder therapeutisch),
dem Typ des zu behandelnden Fungus und der Applikationsdauer.
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Es
wurde gefunden, dass die Verwendung der Verbindung I in Kombination
mit der Verbindung der Formel II die Wirksamkeit der letztgenannten
gegenüber
Fungi überraschend
und erheblich erhöht
und umgekehrt. Zusätzlich
ist das erfindungsgemäße Verfahren
gegenüber
einem breiteren Spektrum von derartigen Fungi, die mit den Wirkstoffen
dieses Verfahrens bei alleiniger Verwendung bekämpft werden können, wirksam.
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Das
Gewichtsverhältnis
von I:II wird so gewählt,
dass man eine synergistische fungizide Wirkung erzielt. Im Allgemeinen
beträgt
das Gewichtsverhältnis
von I:II zwischen 10:1 und 1:20. Die synergistische Wirkung der
Zusammensetzung geht aus der Tatsache hervor, dass die fungizide
Wirkung der Zusammensetzung von I+II größer ist als die Summe der fungiziden
Wirkungen von I und II.
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Das
Gewichtsverhältnis
beträgt
zum Beispiel zwischen 10:1 und 1:10, insbesondere 3:1 und 1:3, und bevorzugter
2:1 und 1:2.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
umfasst das Aufbringen auf die zu behandelnden Pflanzen oder deren
Standort in Mischung oder getrennt einer fungizid wirksamen Aggregatmenge
von Verbindung IAufbringung auf die Kulturpflanzen umfasst das Aufbingen
einer Tankmischung.
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Die
Bezeichnung Standort, wie sie vorliegend verwendet wird, soll Felder
umfassen, auf denen die zu behandelnden Kulturpflanzen wachsen oder
wo die Samen der Kulturpflanzen ausgesät werden, oder den Standort,
wo das Saatgut in den Bogen eingebracht wird. Die Bezeichnung Saatgut
soll der Pflanzenvermehrung dienendes Material umfassen wie Ableger,
Sämlinge,
Samen, gekeimte oder getränkte
Samen.
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Die
neuen Kombinationen sind gegenüber
einem breiten Spektrum von phytopathogenen Fungi, insbesondere aus
den Klassen Fungi imperfecti und Oomycetes außerordentlich wirksam. Einige
von ihnen besitzen eine systemische Wirkung und können als
Blattwerk- und Boden-Fungizide
verwendet werden.
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Die
fungiziden Kombinationen sind von speziellem Interesse bei der Kontrolle
einer Vielzahl von Fungi bei verschiedenen Kulturpflanzen oder deren
Samen, insbesondere Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis, Mais, Rasen,
Baumwolle, Sojabohnen, Kaffee, Zuckerrohr, Früchten und Zierpflanzen in Gartenbau
und Weinkultur, und bei Gemüsen
wie Gurken, Bohnen und Kürbisgewächsen.
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Die
Kombinationen werden aufgebracht durch Behandeln der Fungi oder
der durch Fungus-Befall bedrohten Samen, Pflanzen oder Materialien,
oder des Bodens mit einer fungizid wirksamen Menge der Wirkstoffe.
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Die
Mittel können
vor oder nach Befall der Materialien, Pflanzen oder Samen durch
die Fungi aufgebracht werden.
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Die
neuen Kombinationen sind besonders bei der Kontrolle der folgenden
Pflanzenerkrankungen wertvoll:
Peronospora tabacina auf Tabak,
Bremia
lactucae auf Salat,
Pythium debaryanum auf Zuckerrohr,
Phytophtora
infestans bei Kartoffeln und Tomaten,
Plasmopara viticola bei
Trauben.
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Bei
Aufbingen auf die Pflanzen wird die Verbindung I in einer Menge
von 50 bis 200 g/ha, insbesondere 75 bis 150 g/ha, z.B. 75, 100
oder 125 g/ha, in Assoziation mit 50 bis 1500 g/ha, insbesondere
60 bis 1000 g/ha, z.B. 75 g/ha, 80 g/ha, 100 g/ha, 125 g/ha, 150
g/ha, 175 g/ha, 200 g/ha, 300 g/ha, 500 g/ha oder 1000 g/ha der
Verbindung II aufgebracht. Zum Beispiel werden 50 bis 300 g Wirkstoff/ha
in Assoziation mit der Verbindung I aufgebracht.
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In
der landwirtschaftlichen Praxis hängen die Aufbringungsraten
vom Typ der erwünschten
Wirkung ab, und liegen im Bereich von 0,02 bis 3 kg Wirkstoff je
Hektar.
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Wird
der Wirkstoff zur Behandlung von Samen eingesetzt, sind Raten von
0,001 bis 50, und vorzugsweise von 0,01 bis 10 g je kg Samen im
Allgemeinen ausreichend.
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Die
Erfindung betrifft auf fungizide Zusammensetzungen, die die Verbindung
I und die Verbindung II umfassen.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
in jeder herkömmlichen
Form verwendet werden, zum Beispiel in Form einer Doppelpackung,
eines Instant-Granulats, eines fließfähigen oder benetzbaren Pulvers
in Kombination mit landwirtschaftlich verträglichen Adjuvanzien. Derartige
Zusammensetzungen können
auf herkömmliche
Weise hergestellt werden, z.B. indem man die Wirkstoffe mit geeigneten
Adjuvanzien (Verdünnungsmittel
oder Lösungsmittel
und gegebenenfalls weitere Formulierungsbestandteile wie oberflächenaktive
Mittel) mischt.
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Geeignete
Träger
und Adjuvanzien können
fest oder flüssig
sein und entsprechend den Substanzen, die normalerweise in der Formulierungstechnologie
eingesetzt werden, wie z.B. natürliche
oder regenerierte mineralische Substanzen, Lösungsmittel, Dispergiermittel,
Netzmittel, Tackifier, Verdicker, Bindemittel oder Düngemittel.
Solche Träger
werden zum Beispiel in WO 96/22690 beschrieben.
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Insbesondere
Formulierungen, die in Sprühform
aufzubringen sind, wie wasserdispergierbare Konzentrate oder benetzbare
Pulver, können
oberflächenaktive
Mittel wie Netz- und Dispergiermittel, z.B. das Kondensationsprodukt
von Formaldehyd mit Naphthalinsulfonat, ein Alkylarylsulfonat, ein
Ligninsulfonat, ein Fettalkylsulfat, und ethoxyliertes Alkylphenol
und ein ethoxylierter Fettalkohol enthalten.
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Ein
Saat-Beizformulierung wird auf an sich bekannte Weise auf die Samen
aufgebracht, indem man die erfindungsgemäße Kombination und ein Verdünnungsmittel
in Form einer geeigneten Saat-Beizformulierung einsetzt, z.B. als
wässrige
Suspension oder in Form eines trockenen Pulvers mit guter Haftung
an den Samen. Solche Saat-Beizformulierungen sind aus dem Stand
der Technik bekannt. Saat-Beizformulierungen können die einzelnen Wirkstoffe
oder die Kombination der Wirkstoffe in eingekapselter Form, z.B.
als Slowrelease-Kapseln oder Mikrokapseln enthalten.
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Im
Allgemeinen umfassen die Formulierungen von 0,01 bis 90 Gew-% aktives
Mittel, von 0 bis 20 % landwirtschaftlich verträgliches Tensid und 10 bis 99,99
% festes oder flüssiges
Adjuvanz(ien), wobei das aktive Mittel zumindest aus der Verbindung
der Formel I zusammen mit Verbindung II, und gegebenenfalls weiteren
aktiven Mitteln, insbesondere Guazatin und Fenpiclonil, besteht.
Konzentratformen der Zusammensetzungen enthalten im Allgemeinen
zwischen etwa 2 und 80 %, vorzugsweise zwischen etwa 5 und 70 %,
bezogen auf Gewicht des aktiven Mittels. Die Anwendungsformen der
Formulierung können
zum Beispiel 0,01 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 5 Gew.-%
des aktiven Mittels enthalten.
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Beispiele
für spezielle
Formulierungskombinationen finden sich z.B. in WO 96/22690, z.B.
für benetzbare
Pulver, emulgierbare Konzentrate, Stäube, Extrudergranulate, beschichtete
Granulate, Suspensionskonzentrate.
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Kapselsuspension
mit verzögerter
Freisetzung
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28
Teile einer Kombination der Verbindung I und Verbindung II, oder
von jeder dieser Verbindungen separat, werden mit 2 Teilen eines
aromatischen Lösungsmittels
und 7 Teilen Toluoldiisocyanat/Polymethylen-Polyphenylisocyanat-Mischung
(8:1) gemischt. Diese Mischung wird in einer Mischung von 1,2 Teilen
Polyvinylalkohol, 0,05 Teilen eines Entschäumers und 51,6 Teilen Wasser
emulgiert, bis die gewünschte
Teilchengröße erreicht
ist. Zu dieser Mischung gibt man eine Mischung von 2,8 Teilen 1,6-Diaminohexan
in 5,3 Teilen Wasser. Die Mischung wird gerührt, bis die Polymerisationsreaktion
beendet ist.
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Die
erhaltene Kapselsuspension wird stabilisiert, indem man 0,25 Teile
eines Verdickers und 3 Teile eines Dispergiermittels zugibt. Die
Kapselsuspensionsformulierung enthält 28 % der Wirkstoffe. Der
mittlere Kapseldurchmesser beträgt
8-15 Mikron.
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Die
entstandene Formulierung wird auf Samen einer wässrigen Suspension in einer
für diesen
Zweck geeigneten Vorrichtung aufgebracht.
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Während Handelsprodukte
vorzugsweise als Konzentrate formuliert werden, wird der Endverbraucher normalerweise
verdünnte
Formulierungen einsetzen.
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Biologische
Beispiele
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Eine
synergistische Wirkung existiert immer dann, wenn die Wirkung einer
Wirkstoffkombination größer ist
als die Summe der Wirkungen der einzelnen Komponenten.
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Die
zu erwartende Wirkung E für
eine gegebene Wirkstoffkombination gehorcht der sogenannten COLBY-Formel
und kann wie folgt berechnet werden (COLBY, S.R. "Calculating synergistic
and antagonistic responses of herbicide combination". Weeds, Bd. 15,
Seiten 20-22; 1967):
ppm = Milligramm Wirkstoff (= a.i.) je
Liter der Spray-Mischung
X = % Wirkung von Wirkstoff I unter
Verwendung von p ppm Wirkstoff
Y = % Wirkung von Wirkstoff
II unter Verwendung von q ppm Wirkstoff.
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Entsprechend
Colby beträgt
die zu erwartende (additive) Wirkung der Wirkstoffe I+II unter Verwendung
von p+q ppm der Wirkstoffe
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Ist
die tatsächlich
beobachtete Wirkung (O) größer als
die erwartete Wirkung (E), ist die Wirkung der Kombination über-additiv,
d.h. es besteht ein synergistischer Effekt.
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Alternativ
kann die synergistische Wirkung auch aus den Dosis-Reaktionskurven
entsprechend der sogenannten WADLEY-Methode ermittelt werden. Mit
dieser Methode wird die Wirksamkeit des a.i. bestimmt, indem man
den Grad des Fungus-Angriffs auf den behandelten Pflanzen mit demjenigen
auf den unbehandelten analog inokulierten und inkubierten Prüfpflanzen
vergleicht. Jeder a.i. wird bei 4 bis 5 Konzentrationen getestet.
Die Dosis-Reaktionskurven
werden verwendet, um die EC90 (d.h. Konzentration des a.i., die
90 % Krankheitskontrolle liefert) der Einzelverbindungen ebenso
wie der Kombinationen (EC90
beobachtet) zu
ermitteln. Die auf diese Weise experimentell gefundenen Werte der
Mischungen mit einem gegebenen Gewichtsverhältnis werden mit den Werten
verglichen, die man gefunden hätte,
wenn lediglich eine komplementäre
Wirksamkeit der Verbindungen vorläge (EC90 (A+B)
erwartet).
Die EC90 (A+B)
erwartet wird entsprechend
Wadley (Levi et al., EPPO-Bulletin 16, 1986, 651-657) berechnet:
worin
a und b die Gewichtsverhältnisse
der Verbindungen A und B in der Mischung sind und die Indices (A), (B),
(A+B) sich auf die beobachteten EC90-Werte der Verbindungen A, B
oder der gegebenen Kombination A+B hiervon beziehen. Das Verhältnis EC90
(A+B)
erwartet/EC90 (A+B)
beobachtet drückt den
Wechselwirkungsfaktor (F) aus. Im Fall eines Synergismus ist F > 1.
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Beispiel B-1: Wirkung
gegenüber
Plasmopara viticola bei Trauben
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Weinsämlinge der
Varietät
Gutedel werden unter Gewächshausbedingungen
bei 20 °C
in einem Standard-Boden 5 Wochen aufgezogen. Scheiben von 10 mm
Durchmesser werden dann aus den Blättern herausgeschnitten. Die
Blattsegmente werden auf Petri-Schalen gegeben, wobei ihre Oberseite
nach unten gerichtet ist. Die Schalen enthalten 2 ml 0,2 % Wasser-Agar.
Die Fungizide werden zu dem entmineralisierten Wasser zugesetzt
und geeignet verdünnt.
Die fungizide Behandlung erfolgt einen Tag vor der Inokulation.
Die gesamte Blattscheibenoberfläche
wird dann gleichmäßig bis
zum Tropfpunkt mit einer frisch hergestellten Sporangia-Suspension
(60000/ml) von Plasmopara viticola besprüht. Die Blattscheiben werden
6 Tage bei 18 °C
und einer relativen Feuchtigkeit von 75 % unter künstlichem
Tageslicht während
einer Dauer von 16 Stunden (3000 Lux) inkubiert. Die Bestimmung
des Befalls erfolgt anschließend.
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Der
prozentuale Blattbefall wird bewertet und die prozentuale Wirkung
in Bezug auf die Kontrolle wird berechnet. Der Vergleich zwischen
der prozentualen Wirkung der Mischung R-Metalaxyl (> 95 Gew.-%)/Methyl-(E)-2-methoxyimino-[2-(o-tolyloxymethyl)phenyl]-acetat
(II) und der Mischung Metalaxyl (rac)/Methyl-(E)-2-methoxyimino-[2-(o-tolyloxymethyl)-phenyl]-acetat
ergibt den Vergleichsfaktor.
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Beispiel B-2: Aktivität gegenüber Phytophthora
infestans bei Tomaten
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a) Heilende Wirkung
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Tomatenpflanzen
cv. "Roter Gnom" werden drei Wochen
aufgezogen und hiernach mit einer Zoosporensuspension des Fungus
besprüht
und in einer Kabine bei 28 bis 20 °C inkubiert und gesättigte Pflanzen werden
für 4 Tage
in die Feuchtkammer zurückgeführt. Anzahl
und Größe der typischen
Blattbeschädigungen, die
nach dieser Zeit auftraten, werden als Skala für die Bewertung der Wirksamkeit
der Testsubstanzen verwendet.
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b) Präventiv-systemische Wirkung
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Die
Wirkstoffe, die als benetzbares Pulver formuliert sind, werden in
einer Konzentration von 60 ppm (in Bezug auf das Bodenvolumen) auf
die Bodenoberfläche
der drei Wochen alten Tomatenpflanzen cv. "Roter Gnom" in Töpfen aufgebracht. Nach einem
Zeitraum von drei Tagen wird die Unterseite der Blätter mit
einer Zoosporensuspension von Phytophthora infestans besprüht. Sie
werden dann 5 Tage in einer Sprühkabine
bei 18 bis 20 °C
und unter feuchtigkeits-gesättigter
Atmosphäre
gehalten. Nach diesem Zeitraum sind typi sche Blattbeschädigungen
sichtbar, deren Anzahl und Größe für die Bewertung
der Wirksamkeit der Testsubstanzen verwendet wird.
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Beispiel B-3: Aktivität gegenüber Phytophthora
bei Kartoffelpflanzen
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a) Verbliebene Schutzwirkung
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2-3
Wochen alte Kartoffelpflanzen (Varietät Bintje) werden 3 Wochen aufgezogen
und hiernach mit einer Spray-Mischung (0,02 % Wirkstoffe), die mit
einem benetzbaren Pulver der Wirkstoffmischung hergestellt worden
war, besprüht.
Nach 24 Stunden werden die behandelten Pflanzen mit einer Sporangia-Suspension des
Fungus infiziert. Der Fungus-Befall
wird nach Inkubation der befallenen Pflanzen während 5 Tagen bei einer relativen
atmosphärischen
Feuchtigkeit von 90-100 % und bei 20 °C bewertet.
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b) Systemische Wirkung
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Eine
Spray-Mischung (0,002 % Wirkstoff basierend auf das Bodenvolumen),
die hergestellt worden ist mit einem benetzbaren Pulver der Wirkstoffmischung,
wird neben 2-3 Wochen alten Kartoffelpflanzen (Varietät Bintje),
die 3 Wochen aufgezogen worden waren, vergossen. Es wird darauf
geachtet, dass die Sprühmischung
nicht mit den an der Luft befindlichen Teilen der Pflanzen in Kontakt
gelangt. Nach 48 Stunden werden die behandelten Pflanzen mit einer
Sporangia-Suspension des Fungus infiziert. Der Fungus-Befall wird
bewertet, nachdem die infizierten Pflanzen 5 Tage bei einer relativen
atmosphärischen
Feuchtigkeit von 90-100 % und bei 20 °C inkubiert worden sind.
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Die
Wirksamkeit der Testkombinationen und der einzelnen Wirkstoffe in
den vorstehenden Tests wird bestimmt, indem man den Grad des Fungus-Angriffs
mit demjenigen der unbehandelten, auf ähnliche Weise inokulierten
Kontrollpflanzen vergleicht.
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Beispiel B-4: Aktivität gegenüber Pythium
debaryanum auf der Zuckerrübe
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Der
Fungus wird aus sterilen Haferkörnern
kultiviert und zu einer Boden/Sand-Mischung gegeben. Der so infizierte
Boden wird in Pflanztöpfe
eingebracht und es werden hierauf Zuckerrübensamen gesät. Unmittelbar
nach dem Säen
werden die Testpräparate,
die als benetzbare Pulver formuliert wurden, über den Boden als wässrige Suspension
(20 ppm Wirkstoffe basierend auf dem Bodenvolumen) gegossen. Die
Töpfe werden hiernach
in ein Gewächshaus
bei 20-24 °C
während
2-3 Wochen gegeben. Der Boden wird durch sanftes Besprühen mit
Wasser konstant gleichmäßig feucht
gehalten. Zur Bewertung der Tests werden das Auflaufen der Zuckerrübenpflanzen
und der Anteil von gesunden und kranken Pflanzen bestimmt. Nach
Behandlung mit den Wirkstoffmischungen I+II laufen mehr als 80 %
der Pflanzen auf und besitzen ein gesundes Aussehen. In den Kontrolltöpfen werden
lediglich isolierte aufgelaufene Pflanzen mit kränklichem Erscheinungsbild beobachtet.
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Beispiel B-5: Wirkung
gegenüber
Peronospora tabacina
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In
einem Bereich von Konzentrationen formulierte Wirkstoffmischungen
I+II (10, 1, 0,1 ppm) werden mit Agar gemischt, das mit Wasser hergestellt
worden ist, und die Agar-Mischung
wird in Petri-Schalen gegossen. Nach dem Kühlen werden 100 ml einer Sporangia-Suspension
(106 Sporen/ml) auf die Platte aufgestrichen.
Die Platten werden 16 Stunden bei 18 °C inkubiert.
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Es
wurde gefunden, dass die Mischungen I+II die Keimbildung von Peronospora
tabacina nicht inhibierten.
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Die
erfindungsgemäßen Mischungen
zeigen in diesen Beispielen gute Aktivität.