DE914247C - Verfahren zur Herstellung von Additionsverbindungen des Thioharnstoffs - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Additionsverbindungen des ThioharnstoffsInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Additionsverbindungen des Thioharnstoffs Es ist bereits beobachtet worden, daB Thicrharnstoff mit Monohalogenkohlenwasserstoffen R - Halogen-Verbindungen der Konstitution einzugehen vermag. Derartige Verbindungen erhält man z. B. beim Erhitzen von Thioharnstoff mit Jodmethyl oder -äthyl im Einschmelzrohr. Diese erleiden beim Erhitzen weitgehende Zersetzung unter Entwicklung von Blausäure und anderen Produkten, deren nähere Zusammensetzung noch nicht ermittelt wurde. Auf alle Fälle wird hierbei das Thioharnstoffmolekül völlig zerstört.
- Im Gegensatz hierzu wurde nun überraschenderweise gefunden, daB Thioharnstoff, fest oder gelöst, mit niederen flüchtigen, mehrfach halogenierten Kohlenwasserstoffen, z. B. Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff, in Wasser schwerlösliche Additionsverbindungen einzugehen vermag, aus denen der flüchtige Halogenkohlenwasserstoff durch einfaches Auslüften, Ausdämpfen, Evakuieren, Stehenlassen an der Luft oder gelindes Erwärmen wieder ausgetrieben werden kann, wobei der Thioharnstoff unverändert zurückbleibt. Allgemein lassen sich von den genannten Halogenkohlenwasserstoffen alle diejenigen benutzen, die unterhalb des Schmelzpunktes des Thioharnstoffs flüchtig oder verdampfbar sind.
- Die Bildung der Additionsverbindungen erfolgt bereits beim einfachen Stehenlassen der Reaktionskomponenten nahe der Zimmertemperatur, doch geht man zweckmäßig nicht über zo° hinaus. Die Reaktion kann erforderlichenfalls durch Rühren, Schütteln und ähnliche mechanische Mittel unterstützt werden. Die genannten Kohlenwasserstoffhalogenide können als Flüssigkeit oder als Gas bzw. Dampf verwendet werden, ebenso läßt sich der Thioharnstoff fest oder als Lösung benutzen.
- Diese Additionsverbindungen haben technisch deswegen große Bedeutung, weil sie ein bequemes Mittel an die Hand geben. aus Lösungen., in denen Thioharnstoff neben anderen (organischen oder anorganischen) Verbindungen vorhanden ist, ersteren zu isolieren. Beim Schütteln derartiger Lösungen mit Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff fällt der Thioharnstoff als schwerlösliche additionelle Verbindung aus, kann durch Filtration von dem übrigen Gelösten getrennt und durch Auslüften, Erwärmen oder beide Maßnahmen als solcher gewonnen werden, während der flüchtige Halogenkohlenwasserstoff entweicht und nach einer der üblichen Methoden, z. B. Abkühlung, Behandlung mit Aktivkohle usw., wiedergewonnen werden kann. Die A:dditionsverbinduiigen stellen in der Regel ein weißes Pulver dar, das physikalisch mit S-chlemmkreide große Ähnlichkeit hat. Dieses Pulver läßt sich zu Formlingen, Pastillen oderStangen verpressen.
- Für die Darstellung von Thioharnstoff durch Erhitzen von Ammoniumrhoda,nid ist diese Trennungsweise besonders vorteilhaft, da sich der Thioharnstoff so aus dem noch unverändertes Ammonrhodanid enthaltenden Reaktionsgemisch leicht abtrennen läßt.
- Aber auch umgekehrt lassen sich die in Rede stehenden Additionsverbindungen dazu benutzen, die vorstehend gemannten Halogenkohlenwasserstoffe aus ilir°n Gemischen mit anderen. Flüssigkeiten, Gasen oder Dämpfen herauszunehmen. Zum Beispiel läßt sich Tetrachlorkohlenstoff aus Gemischen mit Benzol mittels Thioharnstoffs als Thioharnstoffadditionsverbindun,g leicht abtrennen. Da die neuen Additionsverbindungen bei gewöhnlicher Temperatur den Halogenkohlenwasserstoff nur allmählich abgeben" lassen sie sich als Schädlingsbekämpfungsmittel überall da verwenden, wo es darauf ankommt, Räume oder Stoffe, z. B. vom Holzwurm befallenes Holz, längere Zeit mit einem insekticiden Halogenkohlenwasserstoff zu begasen. Beispiel 5 Teile gepulverter Thioharnstoff werden unter Rühren und Kühlen in 5o Teile Tetrachlorkohlenstoff eingetragen. Die gebildete breiige Masse wird bei z8° scharf abgesaugt. Es werden 16,5 Teile der gewünschten: Additionsverbindung aus Thioharnstoff und Tetrachlorkohlenstoff erhalten. Die Mutterlauge wird für einen neuen Ansatz verwendet.
- Das erhaltene Pulver wird zu Schreibkreide verformt und der Tetrachlorkohlenstoff unter Vakuum abgesaugt. Statt dessen können die Formlinge auch an der Luft gelagert werden. Bei lockerer Lagerung ist bereits nach 28 Stunden sämtlicher Tetrachlorkohlenstoff abgegeben. Die erhaltene Kreide schreibt weich, besitzt große Deckkraft und läßt sich mit einem angefeuchteten Schwamm leicht ohne d,it übliche Kreideschmiere abwaschen. Preßkörper, die lediglich aus gepulvertem Thioharnstoff hergestellt sind, lassen sich dagegen nicht als Schreibkreide verwenden, da sie schmierig sind wie Hartwachs.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Additionsverbindungen des Thioharnstofs, dadurch gekennzeichnet, daß man mehrfach halogenierte Kohlenwasserstoffe, die unterhalb rSo° unzersetzt flüchtig sind, insonderhieit Methanabkömmlinge, wie Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff, oder solche enthaltende Flüssigkeiten oder Gase auf Thi.oharnstoff oder solchen enthaltende Lösungen einwirken läßt.
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