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Flache Kulierwirkmaschine Die Erfindung bezieht sich auf eine flache
Kulierwirkmaschine mit einem durch ein Kettenkulierzeug angetriebenen Grundfadenführer
und mit einem diesem nacheilenden Plattierfadenführer. Bei bekannten Maschinen dieser
Art erfolgt der Antrieb des Plattierfadenführers ausschließlich durch eine parallel
zu den Fadenführern hin- und herlaufende Schiene mittels zweier Bremsen. Die eine
Bremse treibt den Plattierfadenführer in der einen Richtung und, die andere Bremse
in der anderen Richtung. Der Rückhub jeder Bremse ist durch einen ortsfesten, einstellbaren
Anschlag begrenzt. Dabei wirken diese Bremsen auf einen Plattierschlitten, der seinerseits
mit dem Plattierfadenführer verbunden ist. Der Plattierfadenführer muß dem Rößchen
um einen gleichbleibenden Betrag voreilen, der möglichst klein bemessen sein soll.
Je kleiner diese Voreilung eingestellt ist, um so größer ist der Weg, den jede der
von der hin- und herlaufenden Schiene mitgenommenen Bremsen bei Hubbeginn zurücklegen
muß, bis sie auf den Plattierschlitten auftrifft. Daher hat die Bremse im Augenblick
des Auftreffens auf den Plattierschlitten eine verhältnismäßig hohe Geschwindigkeit,
mit der sie den Plattierschlitten samt dem Plattierfadenführer in Bewegung versetzen
muß. Infolgedessen werden der Plattierschlitten und der Plattierfadenführer aus
der Ruhe heraus plötzlich bis zu einer ziemlich hohen Geschwindigkeit beschleunigt.
Um diese Beschleunigung zu ermöglichen, muß die Bremse eine
starke,
stoßartige Beschleunigungskraft ausüben. Diese wirkt sich dahin aus, daß die die
Bremse tragende Schiene um einen gewissen Betrag durch die Bremse hindurchgleitet.
Beim Rückhub der Schiene gelangt dann die Bremse an den ortsfesten, einstellbaren
Anschlag, bevor die Schiene an ihrem Hubende anlangt, so daß die Schiene beim Weiterlaufen
bis zu ihrem Hubende durch die Bremse hindurch von neuem gleitet, wodurch dann die
Bremse wieder in die Anfangslage gegenüber der Schiene gelangt. Mit der Verminderung
der Warenbreite steigert sich das Maß der Verschiebung zwischen Bremsen und Schiene.
Denn je geringer die Warenbreite ist, um so länger ist der Weg der Schiene bis zum
Auftreffen und um so höher ist daher die Geschwindigkeit, mit welcher die Bremse
auf den Kulierschlitten auftrifft. Das hängt damit zusammen, daß die Kuliergeschwindigkeit,
mit der das Rößchen angetrieben wird, bis zur Mitte der Fontur wächst.
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Um nun das Maß zu beschränken, um welches die Bremsen auf der sie
mitnehmenden Schiene gleiten, spannt man die Bremsen verhältnismäßig fest und stellt
sie so ein, daß sie nach dem Gleiten auf der Schiene die richtige Stellung haben.
Das hat aber den Nachteil, daß die Schienen eine starke Antriebskraft erfordern,
um jedesmal nach Auftreffen der Bremsen auf die ortsfesten Anschläge bis zu deren
Hubende zu gelangen. Ein weiterer Nachteil liegt darin, daß sich das Maß der Verschiebung
der Bremsen auf der Schiene mit der Betriebsgeschwindigkeit der Wirkmaschine ändert
und daß sich daher auch der Vorlauf des Plattierfadenführers- gegenüber dem Rößchen
ändert, wodurch leicht Plattierfehler entstehen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Antrieb für den Plattierfadenführer
der flachen hulierwirkmaschine so auszugestalten, daß er mit hoher Geschwindigkeit
auf die ganze Kulierbreite hin betrieben werden kann und gleichzeitig die Gefahr
von Plattierfehlern zu verringern. Dabei soll der Antrieb für den Plattierfadenführer
einfach und zuverlässig ausgestaltet werden, geringem Verschleiß unterliegen und
sich mit billigen Kosten herstellen lassen.
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Erfindungsgemäß wird der Plattierfadenführer in zweifacher Weise angetrieben,
nämlich vom Beginn jedes Hubes an unmittelbar durch den Antrieb des Grundfadenführers
bis zu dessen Hubende und erst dann bis zum Ende seines Hubes durch eine parallel
zu den Fadenführern hin- und herlaufende, unabhängig vom Kettenkulierzeug angetriebene
Schiene mittels Bremsen. Dadurch wird erreicht, daß der Plattierfadenführer, seine
Tragschiene und der gegebenenfalls mit dieser verbundene Plattierschlitten durch
das Kettenkulierzeug fast stoßfrei in Gang gesetzt und erst danach von der Bremse
eingeholt werden, so daß diese Bremse stoßfrei den weiteren Antrieb des Plattierfadenführers
übernehmen kann.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht zwischen
dem den Mitnehmer des Grundfadenführers antreibenden Wechselkopf und dem Mitnehmer
des Plattierfadenführers eine Verbindung mit totem Gang, welcher vorzugsweise einstellbar
ist.
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Der Wechselkopf, der in bekannter Weise durch das Kettenkulierzeug
angetrieben wird und mit einem Mitnehmerfinger den Grundfadenführer antreibt, greift
vorzugsweise mit einem zweiten Mitnehmerfinger mit Spielraum zwischen zwei Anschlagschrauben
ein, die an dem Mitnehmer des Plattierfadenführers angeordnet sind.
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Das den Grundfadenführer antreibende Kettenkulierzeug enthält in bekannter
Weise zwei Schlitten, deren Abstand einstellbar ist und den Hub des Grundfadenführers
bestimmt. Bei Anwendung der Erfindung auf eine derartige Kulierwirkmaschine sind
verstellbare Endanschläge für den Plattierfadenführer je mit einem der beiden Schlitten
des den Grundfadenführer antreibenden Kettenkulierzeuges verbunden. Das bietet den
Vorteil, daß ein und dieselben Mittel zur Einstellung der Warenbreite sowohl den
Hub des Grundfadenführers als auch den Hub des Plattierfadenführers bestimmen.
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Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen
dargestellt. In diesen zeigt Fig. i einen schematischen Aufriß der Plattiereinrichtung
mit dem Kettenkulierzeug, dem Grundfadenführer, dem Plattierfadenführer und den
zugehörigen Fadenführerschienen, Fig. 2 den Grundriß der in Fig. i gezeigten Einrichtung,
insbesondere den Nockenantrieb für das Kettenkulierzeug und für das Rößchen und
die den Plattierfadenführer antreibenden Bremsen, Fig. 3 einen Schnitt nach der
Linie 3-3 der Fig. 2 zur Darstellung des Wechselkopfes mit den beiden Fadenführerschienen,
Fig. q. einen Aufriß des in Fig. 2 gezeigten Nockenantriebes, Fig.5 einen Teilgrundriß
entsprechend dem rechten unteren Teil der Fig. 2 zur Veranschaulichung der Fadenführer
arn rechten Hubende und Fig. 6 den Schnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 2 zur Veranschaulichung
der Rößchenschiene, des Plattierschlittens und der zugehörigen Bremsen.
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In den Zeichnungen ist die Kulierwirkmaschine nur insoweit wiedergegeben,
als ihre Bauart durch die Erfindung beeinflußt ist, während die anderen Elemente
der Maschine, die in der üblichen Weise zusammenwirken, wie die Platinen, das Rößchen
und die Nadeln, nicht gezeigt sind.
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Beim veranschaulichten Ausführungsbeispiel wird der Antrieb sowohl
des Rößchens als auch der Fadenführer in bekannter Weise von einer gemeinsamen,
waagerechten Nockenwelle io abgeleitet, die im Rahmen der Maschine von vorn nach
hinten verläuft. Sie steht über ein Kegelradpaar 11, i2 mit einer waagerechten Längswelle
13 in Verbindung, die in Lagern i:4 läuft, die am Maschinenrahmen 15 befestigt sind.
Die Hauptwelle 13 erfährt ihren Antrieb durch einen Elektromotor 16 über
Welle 2o und einen Riementrieb 17, 18 und i9, so daß sie die Nockenwelle io ständig
in Umlauf
versetzt. Auf dieser Nockenwelle sind zwei Nocken 2i
und 22 befestigt. Der Nocken 2i dient dem Zweck, das später zu erläuternde Kettenkulierzeug
anzutreiben, welches den Grundfadenführern eine Hin- und Herbewegung von einstellbarer
Hublänge erteilt. Ein solcher Grundfadenführer ist bei a3 dargestellt. Der Nocken
22 dient dem Zweck, den Rößchen eine Hin- und Herbewegung im Takt mit den Fadenführern
23 zu erteilen.
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Eine im wesentlichen waagerecht verlaufende Nockenstange 24 (Fig.
4) ist in ihrer Längsrichtung hin- und herbeweglich durch einen Lenker 25 geführt,
der von einer waagerechten Querstange 26 des Maschinenrahmens aus abwärts ragt und
durch einen Gelenkzapfen 27 mit dem rechten Ende der Stange 24 verbunden ist. Weiter
wird die Nockenstange 24 durch einen aufrechten, zweiarmigen Hebel 28 geführt, dessen
unterer Arm durch einen Gelenkzapfen 29 am Maschinenrahmen gelagert ist und dessen
oberes Ende durch einen Zapfen 3o drehbar mit einem Stein 31 verbunden ist.
Mit der Mitte des Hebels 28 ist die Nockenstange 24 durch einen Gelenkzapfen 32
verbunden. Auf der Nockenstange 24 sind zwei Nockenrollen 33 und 34 drehbar gelagert,
die sich an gegenüberliegenden Stellen an den Umfang des Nockens 22 anlegen. Dieser
versetzt daher bei seinem Umlauf den Hebel 28 und den damit verbundenen Stein 31
zwangläufig in eine Pendelbewegung.
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An Konsolen 35 (Fig. 2) des Maschinenrahmens 15 ist eine Stange 36
befestigt, auf welcher ein Block 37 gleitend geführt ist. In diesem Block ist seitlich
eine senkrechte Gleitbahn vorgesehen, in welcher der Stein 31 gleitet. Durch die
Pendelbewegung des Hebels 28 wird daher der Block 37 auf der Stange 36 hin- und
herbewegt. Parallel zur Stange 36 verläuft die Rößchenschiene 38, die im Maschinenrahmen
in ihrer Längsrichtung verschiebbar geführt ist und dem Zweck dient, in den verschiedenen
Fonturen die Rößchen anzutreiben, die in bekannter Weise die Platinen nacheinander
verschieben. Die Rößchenschiene 38 ist durch einen Arm 39 mit dem Block 37 starr
verbunden und wird von diesem hin- und herbewegt.
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Die Teile 24, 33, 28, 31, 37 und 39 bilden also den für die Rößchenschiene
38 vorgesehenen Nockenantrieb, der durch den Nocken 22 in Gang gesetzt wird.
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Der Nocken 21 hingegen dient dem Antrieb des Kettenkulierzeugs. Er
wirkt auf einen ähnlich ausgestalteten Nockenantrieb, welcher aus einer horizontalen
Nockenstange 124, einem Lenker 125 und einem aufrechten, doppelarmigen Hebel 128
besteht. Die Nockenstange i24 trägt zwei Nockenrollen 133 und 134, die beiderseits
an der Nockenscheibe 21 anliegen. An dem oberen Ende des doppelarmigen Hebels 128
ist schwenkbar ein Stein 131 gelagert, der in einer senkrechten Gleitbahn eines
Schlittens 137 geführt ist. Dieser Schlitten hat einen nach hinten vorspringenden
Ansatz 42 und ist gleitend auf der Rückseite des Blockes 37 in einer waagerechten
Gleitbahn geführt. Daher kann sich der Schlitten 137 unabhängig vom Block 37 hin-
und herbewegen. Ihm wird durch den Nocken 21 zwangläufig eine Pendelbewegung erteilt,
.die auf die Pendelbewegung des Rößchenantriebes abgestimmt ist. An dem Ansatz 42
ist eine Stange 43 befestigt (Fig. i), die in Lagern 44 des Rahmens gleitend geführt
ist.
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Wie Fig. i zeigt, dient die Stange 43 dem Zweck, das Kettenkulierzeug
anzutreiben, welches seinerseits den Grundfadenführerschienen eine stoßfreie Hin-
und Herbewegung mit einstellbarem Hub erteilt. Auf waagerechten, parallelen Stangen
des Rahmens, von denen eine bei 47 in Fig. i gezeigt ist, sind zwei Schlitten 45
und 46 verschiebbar, die durch später zu erläuternde Mittel in einstellbarer Lage
festgehalten werden. Zur Einstellung dienen gleichachsig angeordnete, waägerechte
Gewindespindeln 48 und 49, die in einem Konsol 5o des Maschinenrahmens drehbar gelagert
sind.
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Der Schlitten 45, 46 trägt je zwei untere, gleichachsige Kettenräder
51 und 52 und je zwei obere, gleichachsige Kettenräder 53 und 54. An der hin-und
hergehenden Stange 43 sind zwei Haken 55 und zwei Haken 56 befestigt. Von den Haken
55 aus erstrecken .sich zwei Ketten 57 in waagerechter Richtung und um die Kettenräder
52 herum, von dort aufwärts und um die Kettenräder 54 und von dort wieder waagerecht
und um die Kettenräder 53 herum und verlaufen von dort abwärts zu. den Kettenrädern
51 und um diese herum waagerecht bis zu den Haken 56. An diesen Ketten 57 ist etwa
in deren Mitte ein Stein 58 befestigt. Auf den Rahmenstangen 47 gleitet zwischen
den beiden Schlitten 45 und 46 ein Halter 59, welcher mit einem senkrechten Schlitz
6o versehen ist. In diesem Schlitz gleitet der Stein 58. Jeder der beiden Schlitten
45 und 46 besteht aus zwei im Abstand voneinander verbundenen, parallelen Platten,
in deren Zwischenraum der Halter 59 hineinlaufen kann.
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Aus der vorstehenden Erläuterung ergibt es sich. daß die durch den
Hub der Stange 43 der Kette 57 erteilte Hin- und Herbewegung den Stein 58 mitnimmt,
und zwar längs einer Bahn, die aus einer waagerechten, tangential zu den Kettenrädern
53 und 54 verlaufenden Strecke und aus anschließenden Kreisbögen von 9o Bogengraden
besteht, an welche sich senkrechte Strecken anschließen. Die eine dieser senkrechten
Strecken verläuft tangential zu den Kettenrädern 52 und 54 und die andere tangential
zu den Kettenrädern 51 und 53. Dem Halter 59 wird die waagerechte Bewegungskomponente
des Steines 58 erteilt. Während dieser Stein zwischen den Kettenrädern 52 und 54
aufwärts wandert, wird daher der Halter 59 in seiner linken Endstellung festgehalten.
Wenn dann der Stein um die Kettenräder 54 herumläuft, beschleunigt er allmählich
den Halter 59 nach rechts. Wenn der Stein vom Kettenrad 54 zum Kettenrad 53 läuft,
nimmt er den Halter 59 nach rechts mit derselben Geschwindigkeit mit, mit welcher
die Stange 43 durch den Nockenantrieb in Bewegung versetzt wird. Wenn dann der Stein
58 um die Kettenräder 53 herumläuft, wird der Halter 59
allmählich
verzögert, bis seine Geschwindigkeit auf Null verringert ist. Wenn dann der Stein
von den Kettenrädern 53 in Richtung auf die Kettenräder 51 läuft, hält er
den Halter 59 in seiner rechten Endstellung ortsfest, während die Stange
43 ihre Bewegung nach rechts fortsetzt. Nach Bewegungsumkehr der Stange :3 .3 wird
der erläuterte Vorgang umgekehrt. Dabei wird der Halter 59 stoßfrei nach
links bis auf die volle Geschwindigkeit der Stange 43 beschleunigt und dann schließlich
beim Annähern an das linke Hubende stoß-irei bis zum Stillstand verzögert. Die rechte
Endstellung und die linke Endstellung werden dabei durch die Einstellung der Halter
45 und 46 bestimmt.
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Die Grzndfadenführer der Maschine, z. B. 23, sind reit dem Halter
59 bewegungsschlüssig verblinden. Zu diesem Zweck ist in der Längsrichtung
der Maschine ein waagerechter Stab 61 parallel zur Stange 43 verschiebbar gelagert
und am Halter 59 befestigt. Auf diesem Stab 61 ist ein Wechselkopf 62 befestigt,
der auf einer Rahmenstange 63 gleitend geführt ist und zu diesem Zweck aus einem
Stück mit einer auf der Stange 63 gleitenden Buchse 64 besteht. Diese Buchse 64
hat einen waagerechten, nach vorn gerichteten Arm 65 mit einem Ansatz 66, der zwei
senkrechte Führungen aufweist. In jeder Führung ist gleitend ein Mitnehmerfinger
67 bzw. 68 geführt und von Hand einstellbar. Er wird in seiner jeweiligen Einstelllage
durch eine nicht näher gezeigte Raste gesichert. Jeder der beiden Mitnehmerfinger
67 bzw. 68 des Wechselkopfes 62, 64, 65, 66 befindet sich über einer Fadenführerschiene
69 bzw. 70. Diese Fadenführerschienen erstrecken sich waagerecht in der Längsrichtung
der Maschine über deren Länge und sind gleitend in am Rahmen der Maschine angebrachten
Lagern 71 geführt. In jeder Fontur trägt die Fadenführerschiene
69 einen Grundfadenführer 23 und die Schiene 7o einen Plattierfadenführer
72 (Fig. 2). Die Schiene 7o hat einen Abschnitt 73 vergrößerter Breite und Höhe.
Jedes Ende dieses Abschnittes ist mit einer waagerechten, einstellbaren Anschlagschraube
74 versehen, die in der Längsrichtung verläuft. Ferner hat die Oberseite des Abschnittes
73 der Fadenführerschiene eine Aussparung 75, deren einander gegenüberliegende,
senkrechte Wände mit waagerechten Gewindebohrungen zurAufnahme von einstellbaren
Anschlagschrauben 76 und 77 versehen sind, welche in die Aussparung 75 hineinragen.
Zwischen diese beiden Anschlagschrauben 76 und 77 greift nun der Mitnehrrierfinger
68, sofern er in seine untere Stellung gebracht ist, wie es die Fig. i und 3 zeigen.
In entsprechender Weise ist auch die Fadenführerschiene 69 mit einem verbreiterten
Abschnitt 78 größerer Höhe versehen. Dieser Abschnitt hat eine Aussparung, in welche
der Mitnehmerfinger 67 eingreift, sofern er in seine untere Lage gebracht ist. Während
der Mitnehmerfinger 68 mit Spielraum zwischen den Anschlägen 76 und 77 der Plattierfadenführerschiene
7o eingreift, paßt der Miti:@hmerfinger 67 genau in die Aussparung des* Abschnittes
78 und kuppelt daher den Grundfadenführer 23 bewegungsschlüssig mit dem Kettenkulierzeug.
Die Umkehrpunkte der Hin- und Herbewegung des Fadenführers 23 lassen sich durch
Einstellung der Halter 45 und 46 bestimmen.
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Der Wechselkopf mit den Mitnehmerfingern 6; und 68 bildet also mit
den beiden einstellbaren Anschlagschrauben 76 und 77 der Fadenführerschiene 7o eine
Leerlaufverbindung zwischen dem . Grundfadenführer 23 und dem Plattierfadenführer
72. Infolgedessen läuft der Plattierfadenführer dem Grundfadenführer nach, wenn
dieser durch das Kettenkulierzeug in der einen oder der anderen Richtung angetrieben
wird. Der nachlaufende Plattierfadenführer 72 hält dabei von dem Grundfadenführer
23 einen festen Abstand ein. Dieser Abstand wird durch die Einstellung der Stellschrauben
76 und 77 bestimmt. Er beläuft sich auf den Abstand dieser Stellschrauben, vermindert
um die Breite des Fingers 68.
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Es ist nun aber erforderlich, daß der Plattierfadenführer 72 den Grundfadenführer
einholt, wenn dieser an dem einen oder dem anderen Hubende seiner Hin- und Herbewegung
anlangt. Aus diesem Grunde sind nun Bremsen vorgesehen, welche die Plattierfadenführerschiene
70 mit der hin- und hergehenden Rößchenschiene 38 kuppeln, wodurch der Plattierfadenführer
einen zusätzlichen Antrieb erfährt, durch den er über das letzte Ende der Strecke
in der einen und der anderen Richtung bis ans Ziel gebracht wird.
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Wie die Fig. 2 und 6 zeigen, läuft auf der Rahmenstange 36 und auf
einer weiteren waagerechten Rahmenlängsstange 8o ein Schlitten 79 mit einem
Arm 40, der auf der Rößchenschiene 38 angeschraubt ist. Ferner hat der Schlitten
79 einen nach vorn ragenden Ansatz 81, der bei 81' mit einer Schiene 82 verbunden
ist. Diese verläuft in der Längsrichtung der Maschine und gleitet in Lagern 83 am
Rahmen der Maschine. Diese Schiene 82 nimmt also an der Hin- und Herbewegung des
Blockes 37 und der Rößchenschiene 38 teil, die durch den Kuliernocken 22 angetrieben
werden.
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Auf der Schiene 82 sitzen nun gleitend zwei Bremsen 84 und 85, die
durch nicht näher dargestellte Mittel festgebremst sind. Jede dieser Bremsen hat
einen nach vorn ragenden Ansatz 86 bzw. 87, in dessen Bahn ein Plattierschlitten
88 liegt. Dieser ist gleitend auf einer Rahmenlängsstange 89 angeordnet und
hat seinerseits einen nach vorn gerichteten Mitnehmerfinger go, der spielraumfrei
in eine Aussparung eines Blockes gi greift, welcher an der Plattierfadenführerschiene
70 befestigt ist. Gehen die Rößchenschiene 38 und der mit ihr verbundene Schlitten
79 nach - rechts (Fig. 2), so nehmen sie die Schiene 82 finit, die ihrerseits die
Bremse 85 nebst Finger 87 mitnimmt. Der Finger 87 stößt dabei an den Plattierschlitten
88, welcher mit der Plattierfadenführerschiene 72 bewegungsschlüssig verbunden ist.
Diese Bewegung findet aber mit etwa derselben Geschwindigkeit statt, mit welcher
der Stab 61 durch das Kettenkulierzeug angetrieben wird und mit welcher er den Grundfadenführer
23 antreibt. Indessen dauert
die Bewegung des Plattierschlittens
88 an, nachdem der Stab 61 und der an ihm befestigte Wechselkopf dadurch zum Stillstand
gekommen sind, daß der Stein 58 um die Kettenräder 53 herumgelaufen ist und in den
waagerechten Abschnitt seiner Bewegungsbahn einläuft. Dann kommt der Grundfadenführer
23 zum Stillstand und verbleibt in Ruhe, während.der Plattierfadenführer 72 nunmehr
unter Antrieb durch die Bremse 85 seine Bewegung fortsetzt. Dabei wirkt die Bremse
85 auf den Fadenführer 72 mittels des Plattierschlittens 88. Erst wenn der Plattierfadenführer
72 den Grundfadenführer eingeholt hat, wird er dadurch stillgesetzt, daß der Abschnitt
73 der Plattierfadenführerschiene 70 an einen später zu erläuternden Anschlag
92 anstößt.
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Nachdem der Plattierfadenführer 72 in seiner Endstellung stillgesetzt
ist, in der er zum Grundfadenführer 23 ausgerichtet steht, setzt die Schiene 82
ihre Bewegung fort. Es sei nun angenommen, daß diese rndstellung der Fadenführer
die rechte Endstellung ist, dann wird die Bremse 85 durch ihren Finger 87 von dem
Plattierschlitten 88 festgehalten, während die Schiene 82 ihren Hub nach rechts
fortsetzt und dabei durch die an Ort und Stelle bleibende Bremse 85 gleitet. Kehrt
die Schiene 82 aber ihre Bewegung um, so nimmt sie die Bremse 85 nach links mit,
bis -diese Bremse an eine einstellbare Anschlagschraube 94 stößt, die am Maschinenrahmen
vorgesehen ist, z. B. an dem Lager 83. Alsdann wird die Bremse 85 durch die Anschlagschraube
festgehalten, während die Schiene 82 ihren Hub nach links so lange fortsetzt, bis
die ursprüngliche gegenseitige Stellung der Schiene 82 und der Bremse 85 wiederhergestellt
ist. Eine entsprechende einstellbare Anschlagschraube 95, die in dem Rahmen befestigt
ist, wirkt mit der Bremse 84 zusammen. Der Anschlag 92, der die Hin- und Herbewegung
der Plattierfadenführerschiene 70 _ dadurch begrenzt, daß die Anschlagschraube 74
an ihn anstößt, ist an einem Halter 96 angebracht, der in der Längsrichtung des
Maschinenrahmens gleitend geführt ist. Dieser Halter 96 besteht aus einem Stück
mit einer Buchse 97 mit Innengewinde, welche auf die Schraubspindel 49 aufgeschraubt
ist und einen Vorsprung 98 hat, der mit dem Schlitten 45 durch eine Kuppelstange
99 verbunden ist. Eine Drehung der Schraubspindel 49 in der einen oder der anderen
Richtung bewirkt daher, daß der Schlitten 45 und der Halter 96 gemeinsam verstellt
werden. In entsprechender Weise begrenzt ein Anschlag 93 den Hub des Plattierfadenführers
nach links. Dieser Anschlag 93 sitzt an einem Halter ioo, der aus einem Stück mit
einer Gewindebuchse ioi besteht, die auf die Schraubspindel 48 aufgeschraubt ist.
Die Buchse ioi ist mit dem Schlitten 46 durch eine Kuppelstange io2 zu gemeinsamer
Bewegung verbunden. Daher bewirkt jede Änderung der Hublänge s des Grundfadenführers
23 von selbst eine Verstellung der Anschläge 92 und 93, durch welche in entsprechender
Weise die Hublänge des Plattierfadenführers geändert wird. Für den selbsttätigen
Antrieb der Schraubspindel 48 und 49 sind Antriebswerke 103 und i o4 vorgesehen,
die an sich bekannt sind und nicht näher erläutert zu werden brauchen.
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In den Fig. z und 2 nehmen die dargestellten Teile die Stellung ein,
bei welcher der Grundfadenführer 23 bei seinem Lauf nach rechts die Hubmitte durchläuft.
Dabei folgt ihm mit der gleichen Geschwindigkeit und in gleichbleibendem Abstand
der nachlaufende Plattierfadenführer 72. Dieser Abstand entspricht dem Abstand der
Stellschraube 76 vom Finger 68. Auch die Schienen 38 und 82 und die Bremse 85 laufen
etwa mit der gleichen Geschwindigkeit nach rechts wie die Fadenführerschienen 69
und 70, und der Finger 87 liegt entweder am Plattierschlitten E8 an oder folgt ihm
in geringem Abstand, so daß er bereit ist, den Antrieb des Plattierfadenführers
zu übernehmen, sobald der Wechselkopf und die mit ihm verbundene Fadenführerschiene
69 verzögert werden, was der Fall ist, wenn der Stein 58 an den beiden Kettenrädern
53 anlangt und über diese hinwegläuft. Wenn das geschieht, nimmt die Geschwindigkeit
des Wechselkopfes und des Grundfadenführers stoßfrei bis auf Null ab, während der
Plattierschlitten 88 und die damit starr verbundene Plattierfadenführerschiene
70 ihre Bewegung unter Antrieb durch die Bremse 85 fortsetzen. Diese Bewegung
wird schließlich dadurch beendet, daß die Anschlagschraube 74 gegen den Anschlagfinger
92 stößt. Das geschieht etwa in dem gleichen Augenblick, in welchem der Plattierfadenführer
72 den Grundfadenführer 2 eingeholt hat. In diesem Zeitpunkt hat sich der Ab -schnitt
73 der Schiene 7o bis in eine Stellung bewegt, in welcher die Mitte der Aussparung
75 mit dem Finger 68 zusammenfällt, so daß dieser nunmehr von den Anschlagschrauben
76 und 77 einen wesentlich kleineren Abstand hat, als er der Länge des Bogens des
Umfanges der Kettenräder 53 entspricht, der von der Kette umschlungen ist. Die Bremse
8,4 liegt nunmehr am Anschlag 95 (Fig. 5) und ist vom Plattierschlitten 88 um einen
Abstand entfernt, der von der Stellung des Plattierschlittens abhängt, welche ihrerseits
durch die Lage des Anschlages 92 bestimmt ist.
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Bei Bewegungsumkehr der durch den Nocken angetriebenen.Stange .43,
die nunmehr ihren Lauf nach links beginnt, wird auch die Bewegung der Schiene 38
gewendet, wobei diese die Schiene 82 und die Bremse 84 mitnimmt, so daß diese Bremse
sich nunmehr dem Plattierschlitten 88 nähert. Bevor sie indessen den Plattierschlitten
erreicht, ist der Stein 58 bis zu einer Stellung aufwärts gelaufen, in der er seine
Wanderung über die Kettenräder 53 beginnt und dabei allmählich und stoßfrei den
Wechselkopf beschleunigt, so daß der 1litnehmerfinger-67 den Grundfadenführer 23
in Gang setzt, wobei der Finger 68 sich gleichzeitig der Anschlagschraube 76 nähert.
Kurz danach trifft der Mitnehmerfinger 68, der noch immer ziemlich langsam läuft,
auf die Anschlagschraube 76 und nimmt daher ohne erheblichen Stoß die Schiene
70 und den Plattierfadenführer 72 mit und beschleunigt
diese
alsdann bis zur vollen Geschwindigkeit. Wen-n die volle Geschwindigkeit erreicht
ist, hat die Bremse 84 inzwischen den Plattierschlitten 88 eingeholt und folgt ihm
entweder in geringem Abstand oder in Anlage an ihm und ist daher bereit, den Antrieb
zu übernehmen, sobald sich der Wechselkopf und der Grundfadenführer dem linken Ende
ihres Hubes nähern und sich ihr Lauf verzögert.
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Der Plattierfadenführer 72 und die mit ihm zu gemeinsamer Bewegung
gekuppelten Teile werden also durch das Kettenkulierzeug und die dadurch angetriebenen
Teile allmählich beschleunigt, bevor die Bremse 84 den Plattierschlitten 88 erreicht
und mitnimmt, wodurch der nachteilige Stoß vermieden wird, der bei den vorbekannten
Maschinen auftritt, wenn die Bremse 84 auf den Plattierschlitten 88 trifft.
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Werden die Anschläge 92 und 93 auf geringen Abstand eingestellt, so
daß sie die Hublänge des Plattierschlittens entsprechend beschränken, dann muß die
Bremse 84 einen erheblich weiteren Weg zurücklegen, bevor sie den Plattierschlitten
88 erreicht und hat dann eine entsprechend hohe Geschwindigkeit. Das ist der Grund,
weshalb es sich als so bedeutsam erwiesen hat; wenn dieser Stoß vermieden wird,
was durgh die beschriebene Anordnung erreicht wird.
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Da die Bremsen 84 und 85 den Plattierschlitten 88, die Fadenführerschiene
70 und den Plattierfadenführer 72 nicht zu beschleunigen brauchen, da sich
diese Teile, angetrieben durch das Kettenkulierzeug, bereits in voller Bewegung
befinden, wenn ihr Antrieb durch den Plattierschlitten 88 übernommen wird, können
die beiden Bremsen 84 und 85 mit verhältnismäßig geringer Reibung auf ihrer Tragschiene
82 sitzen. Dadurch wird der Nockenantrieb der Rößchenschiene erheblich entlastet
und eine höhere Betriebsgeschwindigkeit der Maschine ermöglicht.