DED0020135MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES PATENTAMT
Tag der Anmeldung: 28. März 1955 Bekanntgemacht am 4HHHBHHÜ
12. April 1956
Im Eisenbahnsicherungswesen verwendet man seit längerer Zeit Fernsteuerzentralen, von denen
aus eine größere Anzahl von Stationen gesteuert werden. Entsprechend den verschiedenartigen Erfordernissen
und Sicherheitsbedingungen, die bei Eisenbahnen verlangt werden, lassen sich solche
Fernsteuereinrichtungen nicht allenthalben nach den auf anderen Gebieten der Technik bekanntgewordenen
Grundsätzen für Fernsteuerung herstellen und betreiben. So hat man z. B. im Eisenbahnbetrieb
dazu übergehen müssen, die auf einem Bahnhof angeordneten Weichen und Signale.in gewissen
Fällen auch an Ort und Stelle zu steuern, insbesondere dann, werin rangiert werden soll oder
die Fernsteuerung versagt.
Die Erfindung beschäftigt sich mit einem Problem, das für den Fernsteuerungsbetrieb besonders
wichtig ist. Fernsteuerungseinrichtungen werden häufig zur Personaleinsparung da angewendet,
wo· ein verhältnismäßig geringer Zugverkehr ist und einfache, vorzugsweise unbesetzte Stationen
vorgesehen sind. Wenn diese oder jene ferngesteuerte Station erweitert werden muß oder z. B.
noch andere Strecken an eine solche Station anzuschließen sind oder sich aus irgendwelchen Gründen
die Verkehrsverhältnisse ändern, kann der Zugverkehr zumindest zu gewissen Zeiten oder für
einige Stunden am Tage so stark werden, daß die Fernsteuerung der Regelform den geänderten Verkehrsverhältnissen
nicht mehr genügt, weil sich
509 629/86
D20135Hj'2Oi
für den Streckenfahrdienstleiter zu viele Bedienungshandlungen, insbesondere auf eingleisigen
Strecken, ergeben. Bei mehreren hintereinander in derselben Richtung und auf demselben Gleis fahrenden
Zügen ist z. B. der selbsttätige Betrieb — ähnlich wie beim selbsttätigen Block — günstiger.
.., ; Gemäß der Erfindung wird daher bei fernge- : ■'■· steuerten Einrichtungen des Eisenbahnsicherungswesens
die Anordnung so getroffen, daß durch entsprechende Schaltmittel bzw. Speichereinrichtungen
,.<■.: irrder-.Zentrale eine oder mehrere Stationen für eine
·, gewisse Zeit auf selbsttätigen Betrieb umgestellt
: -werden können. Dies wird am zweckmäßigsten dadurch.,
erreicht, daß durch entsprechende Tasten oder Hebel in der Fernsteuerzentrale ein Teil der
• . Fernsteuereinrichtungen von den zugehörigen Kom-•y
: mandotästen abgeschaltet Und an ein Speicher- bzw. Schaltwerk angeschlossen werden. Dieses regelt in
Abhängigkeit von den Zuglaufmeldungen einen selbsttätigen Betrieb beispielsweise auf einem Bahnhof,
einer Abzweigstelle od. dgl. so lange, bis durch eine erneute Tasten- oder Hebelbedienung die Umstellung
auf Fernsteuer-Regelbetrieb wieder hergestellt wird.
Die Erfindung ist an Hand der Fig. 1 und 2 beispielsweise
erläutert.
An eine Fernsteuerzentrale Z seien die Stationen vii bis S 5 angeschlossen. In der Station^4
(s. Fig. 2) mündet z. B. eine Strecke 5*6. Hierdurch kann der Bahnhof 5*4 so verkehrsintensiv werden,
daß es zu bestimmten Zeiten zweckmäßig ist, ihn auf. selbsttätigen Betrieb umzustellen. In der Zentrale
Z sind daher außer den Tasten Ti, T 2, T3
usw. bis Tx für die verschiedenen Einrichtungen auf den einzelnen Stationen noch Sondertasten TI,
ΓΙΙ usw., mit denen der'Beamte beispielsweise für
die Station 5"4 einen selbsttätigen Betrieb für die
Einfahrten von S3 und S6 einschalten kann. Wie
aus der Abbildung ersichtlich, sind die Gleise durch Isolierstöße in einzelne Abschnitte Gl 11, Gl12
usw. unterteilt, die über entsprechende Gleisrelais Frei- oder Besetztmeldungen nach der Zentrale
geben.
.In der Zentrale Z ist nun gemäß der Erfindung eine besondere Speichereinrichtung Sp vorgesehen,
die selbsttätig an Stelle der normalerweise benutzten Tasten T1 bis Tx die entsprechenden Kommandos
für die Station S4. auslöst. Dieser selbsttätige
Kommandogeber bzw. Speicher empfängt Meldungen, z. B. Gleismeldungen, Zugnummernmeldung
usw., und gibt entsprechende Kommandos an die Station S4.
Nähert sich z. B. ein Zug von S3 der Station vS"4,
so fährt er entweder über eine Isolierschiene oder einen Impulsgeber /1 und gibt damit die Meldung
an den Speicher Sp, daß das Einfahrsignal S11 auf
Fahrt gestellt werden soll. Wenn nun in der Zentrale Z eine Gleisfreimeldung für die Gleisteile
G/11, Wi, Gl 12, Wj, vorliegt, so wird das
Signalen durch ein entsprechendes Kommando auf Fahrt gestellt. Bedarfsweise kann auch das
Signal 6" 12 gleichzeitig oder später z.B. nach Besetzung
des Abschnittes Gl 11 in gleicher Weise auf Fahrt gestellt werden, wenn der Abschnitt Gl 13
frei ist. Wären dagegen nur die Abschnitte Gl 11 bis W 3 freigemeldet, so würde das Signal S'12 auf
Halt bleiben.
Diese Abhängigkeiten können ohne weiteres durch entsprechende Relais im Speicher £/>
unter Umständen in Verbindung mit Relais in der Fern-Steuerapparatur FS hergestellt werden. Ebenso
kann auch die Einfahrt von S 6 nach Gi 22 durch einen Impulsgeber / 2 freigegeben und eingestellt
werden, wobei .bedarfsweise die Signale ^13
und Si 1 sich in bekannter Weise gegenseitig ausschließen
können.
Genau so kann der selbsttätige Betrieb auch für die andere Richtung von 55 nach 5 3 bzw. S6 oder
in beiden Richtungen eingerichtet werden.
In derselben Weise wie für den Bahnhofsbetrieb kann auch die Stellung einzelner Weichen z. B. bei
Streckenabzweigungen selbsttätig geregelt werden, also von der Fernsteuerzentrale wahlweise durch
den Speicher Sp selbsttätig oder durch Tasten ferngesteuert werden. .
Claims (4)
1. Schaltanordnung für elektrische Stell-
' werke od. dgl., insbesondere auf Strecken mit Fernsteuerbetrieb, dadurch gekennzeichnet, daß
in der Zentrale (Z) Schalteinrichtungen vorgesehen sind, durch weiche eine oder mehrere
Stationen vom manuellen Fernsteuerbetrieb ab- und auf automatischen Fernsteuerbetrieb umgeschaltet
werden können und umgekehrt.
2. Schaltanordnung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Zentrale (Z) Umschalt- bzw. Speichereinrichtungen (Sp)
und besondere Tasten oder Hebel (TI, TII) vorgesehen sind, durch welche jeweils ein Teil
der Kommandotasten (T 1. bis Tx) abgeschaltet und die Speichereinrichtung (Sp) eingeschaltet
wird und umgekehrt.
3. Schaltanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Zentrale
(Z) angeordneten Umschalt- bzw. Speichereinrichtungen (Sp) in der Wirkstellung
in Abhängigkeit von' Zuglaufmeldungen, Gleisbesetztmeldungen, Anforderung für Signalstellung
usw. als selbsttätige Kommandogeber arbeiten.
4. Schaltanordnung nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß für die selbsttätige Einschaltung der Signale vom Zug abhängige
Zugannäherungseinrichtungen, z. B. Isolierschienen oder Impulsgeber (/1, /2) od. dgl.,
vorgesehen sind, durch welche die Kommandoanforderungen an die Fernsteuerstelle gegeben
werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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