DEE0008089MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 7. November 1953 Bekanntgemacht am 7. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein photographisches Material mit mindestens einer mit einer Oniumverbindung sensibilisierten
Halogensilberemulsion, insbesondere nach Patentanmeldung E 8073 IVa/syb.
Es ist bekannt, daß photographische Emulsionen, inbesondere hochempfindliche und optische Sensibilisatoren
enthaltende Emulsionen, eine Neigung zeigen, bei der Entwicklung einen Silberniederschlag auch an
unbelichteten Stellen zu bilden. Dieser Niederschlag erstreckt sich mehr oder weniger gleichmäßig über die
gesamte Emulsion und wird als Verschleierung bezeichnet. Dabei lassen sich zwei Arten einerphotographischen
Verschleierung unterscheiden, nämlich eine örtliche und eine allgemeine Verschleierung. Eine örtliche Verschleierung tritt durch fehlerhafte Belichtung des
photographischen Materials, wie sie durch Mängel in dem photographischen Aufnahmesystem zustande
kommen kann, auf. Eine allgemeine Verschleierung kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann beispielsweise
durch längere Lagerung des Materials unter hoher Temperatur und Feuchtigkeit verursacht sein. Durch
die Beschaffenheit der Emulsion selbst kann eine chemische Verschleierung ebenso wie durch ungünstige
Entwicklungsbedingungen der Emulsion, insbesondere durch zu langes Entwickeln oder durch ein Entwickeln
bei zu hohen Temperaturen, hervorgerufen werden.
609 529/4T8
E 8089 IVa/57 b
Es ist bekannt, daß die effektive Empfindlichkeit von photographischen Halogensilberemulsionen durch
Zugabe von Ammoniumsalzen mit aktiver Kationenoberfläche gesteigert werden kann, wie z. B. aus der
USA.-Patentschrift 2 271 623 bekannt ist, oder durch Zugabe Von Sulfoniumsalzen mit aktiver Kationenoberfläche,
gemäß der USA.-Patentschrift 2 275 727, ferner durch Zugabe sogenannter Oniumsalze einschließlich
quartärer Ammoniumsalze oder anderer Oniumsalze, bei denen das Oniumatom durch einen
zweiwertigen organischen Rest an ein Ammoniumoder ein weiteres Oniumatom einer ähnlichen Salzgruppe
gebunden ist (vgl. die kanadische Patentschrift 417 960), weiterhin durch Zugabe bestimmter
■ 15 anderer quartärer öder nicht quärtärer Cyclammoniumsalze,
wie sie aus der kanadischen Patentschrift 420647 bekannt sind. Bei der Verwendung derartiger Verbindungen
zur chemischen Sensibilisierung von Halogensilberemulsionen muß jedoch der wesentliche Nachteil
mit in Kauf genommen werden, daß die Emulsionen bei längerer Lagerung, insbesondere unter erhöhter
Temperatur und Feuchtigkeit,- eine Neigung zu Schleierbildurig zeigen. Die bisher verfügbaren Schleierverhütungsmittel
erwiesen sich zur Unterdrückung dieser Neigung als unzureichend, da sie eine Desensibilisierung
der Emulsion bewirken, wenn sie in solchen Mengen zugegeben werden, daß eine Schleierbildung
bei Lagerung der Emulsion unter erhöhter Temperatur verhütet wird. . ' .
Es ist an und für sich eine große Anzahl von Stabilisatoren beschrieben worden, die sich für photographische
Emulsionen eignen. Diese Stabilisatoren müssen jedoch im allgemeinen in verhältnismäßig
großen Mengen verwendet werden, wenn sie als Schleierverhütungsmittel wirksam sein sollen.
Es sind beispielsweise aus der deutschen Patentschrift 473 000 Tetrazolstabilisatoren bekannt, die
in der Emulsion in einem Mengenverhältnis von 50 mg je 100 g Silbernitrat oder von etwa 80 mg je Mol
Halogensilber verwendet werden. Die Menge des dort angegebenen 5-Methyl-benzotriazols liegt noch höher.
Aus der deutschen Patentschrift 867 355 ist weiterhin beispielsweise bekanntgeworden, Benzothiazole, wie
Mercaptobenzothiazol, als Stabilisatoren für photographische Emulsionen zu verwenden. Diese Stabilisatoren
sind jedoch auch nur in einer Menge von mindestens 50 mg je Mol Halogensilber wirksam.
Weitverbreitet sind auch die aus der USA.-Patentschrift 2 403 927 bekannten Stabilisatoren. Die dort
angegebenen Mercaptotetrazole, beispielsweise i-Phenyl-5-mercaptotetrazol,
müssen jedoch in einer Menge von 8 mg je Mol Halogensilber verwendet werden. Ebenso müssen die aus der deutschen Patentschrift
618 354 bekanntgewordenen Cyanide und Goldchlorwasserstoffsäuren in der Emulsion in einer Menge von
etwa 1,6 g je Mol Halogensilber vorhanden sein.
Da die Stabilisatoren oftmals verhältnismäßig teure
Verbindungen sind, fallen Mengen von 50 mg bis zu 1,6 g Stabilisator (wie beispielsweise bei der GoIdchlorwasserstoffsäure)
je Mol Halogensilber wirtschaft-. lieh erheblich ins Gewicht. Von besonderer Bedeutung
ist j edoch, daß Verbindungen, die in derartigen Mengen verwendet werden, oftmals unerwünschte Nebenwirkungen
auf die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Emulsion oder der verwendeten
Behandlungsbäder zwangläufig ausüben.
Besonders überraschend ist nun, daß gemäß der Erfindung Stabilisatoren verwendet werden können,
bei denen Konzentrationen von etwa 0,05 bis 1 mg Stabilisator je Mol Halogensilber, wie im weiteren
noch ausführlich dargelegt ist, eine ausreichende Schleierverhütüngswirkung ergeben. Konzentrationen
über diese Mengen sind im allgemeinen schädlich oder bringen keine besseren Stabilisierungseffekte mit sich.
In der Hauptpatentänmeldung E 8073 IVa/57 b ist nun ein photographisches Material beschrieben, bei
dem eine Halogensilberemulsion als Stabilisator ein Quecksilbersalz enthält. Unter diese Quecksilbersalze
fallen beispielsweise Quecksilberhalogenide, Quecksilbernitrat, Quecksilberacetat, Mercurosulfat und
ähnliche einfache Verbindungen. Es zeigte sich nun, daß diese und ferner Quecksilberverbindungen' mit
organischen Gruppen ebenfalls als Stabilisatoren bei mit Oniumverbindungen sensibilisierten Emulsionen
besonders wirksam sind.
Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, mit Oniumverbindungen sensibilisierte Emulsionen
zu stabilisieren, d. h., eine Schleierbildung und Empfindlichkeitsänderungen bei unbelichteten oder
unentwickelten photographischen Materialien dieser Art bei längeren Lagerungen derselben unter ungünstigen
Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen, insbesondere bei Tropenlagerung, zu verringern.
Diese Aufgabe wird im wesentlichen dadurch gelöst,, daß einer mit Oniumverbindungen sensibilisierten
Emulsion bestimmte organische Quecksilberverbindungen, in denen das Quecksilberatom wenigstens eine
ionisierbare Bindung aufweist, oder ein einfaches Quecksilbersalz einer anorganischen oder organischen
Säure zugegeben werden.
Die zur Sensibilisierung der Emulsionen verwendeten Oniumverbindungen lassen sich im allgemeinen in
drei Hauptklassen einteilen:
1. Ammonium-, Phosphonium- und Sulfoniumverbindungen
mit aktiver Kationenoberfläche,
2. Oniumsalze mit inaktiver Oberfläche der Gattung der quartären Ammonium-, quartären Phosphonium-
oder ternären Sulfonium-Salzgruppen, die über das Oniumatom durch einen zweiwertigen organischen
Rest an ein Oniumatom einer weiteren quartären Ammonium-, quartären Phosphonium- oder ternären
Sulfonium-Salzgruppe gebunden sind,
3. oberflächenaktive quartäre Cyclammoniumsalze, deren quartäres Stickstoffatom das Stickstoffatom
eines Pyridinkernes ist.
Die Oniumverbindungen mit aktiver Kationenoberfläche
sind, wie bereits angegeben, aus den kanadischen Patentschriften 417 961 und 417 962 bekannt. Derartige
Verbindungen sind beispielsweise Lauryl-triäthyl-ammoniumperchlorat,
Decyl-pyridinperchlorat oder n-Nonyl-dimethylsulfonium-p-toluolsulfonat.
Die sogenannten Polyoniumsalze, die eine quartäre Ammonium-, eine quartäre Phosphonium- oder eine
ternäre Sulfonium-Salzgruppe enthalten, die durch das Oniumatom mittels eines zweiwertigen organischen
Radikals an das Oniumatom einer weiteren quartären
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Ammonium-, quartären Phosphonium- oder ternären Sulfonium-Salzgruppe gebunden ist, sind aus der
bereits angezogenen USA.-Patentschrift 2 288 226 bekannt. Darunter fallen sowohl Oniumverbindungen
mit einer aktiven Kationenoberfläche als auch Oniumverbindungen mit inaktiver Oberfläche. Beide Arten
können zur Sensibilisierung von photographischen Emulsionen' verwendet werden. Die Schleierverhütungsmittel
gemäß der Erfindung sind für alle derartigen Emulsionen geeignet.
Geeignete Verbindungen, die zur Sensibilisierung der photographischen Emulsionen herangezogen werden
können, sind beispielsweise Äthylen-bis-(oxymethyl-pyridinperchlorat), Äthylen-bis-(oxy-methyltriäthylphosphoniumchlorid),
N, N'-Trimethylen-bis-. (2-undecyl-imidazoliniumbromid) usw.
Quartäre Cyclammoniumsalze mit inaktiver Oberfläche des Pyridintypus sind aus der bereits weiter
oben angegebenen kanadischen Patentschrift 420 647
ao bekannt.
Organische Quecksilberverbindungen, die zur Stabilisierung der mit den sogenannten Oniumverbindungen
sensibilisierten Emulsionen geeignet sind, lassen sich in drei Grundklassen einteilen:
i. Molekulare Verbindungen von Quecksilbersalzen mit Aminen oder Aminsalzen,
2. organische · Quecksilberverbindungen, bei denen das Quecksilberatom mittels einer homöopolaren oder
covalenten Bindung an einen organischen Kern, insbesondere an einen heterocyclischen Kern, und mittels
einer polaren oder elektrovalenten Bindung an ein Anion gebunden ist,
3. einfache Salze des Quecksilbers mit organischen oder anorganischen Säuren.
Durch , Zugabe derartiger Verbindungen zu "den Emulsionen gelingt es, deren Empfindlichkeit und Verschleierung,
auch nach längerer Lagerung unter ungünstigen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen,
bei oder in unmittelbarer Nähe der eingestellten optimalen Werte zu halten. Die Schleierverhütungsmittel
können dabei der Emulsion, in jeder Stufe ihres Herstellungsverfahrens, jedoch vor dem Vergießen
der Emulsion, zugegeben werden. Hierzu kann die Quecksilberverbindung mittels irgendeines der üblichen,
die Emulsion nicht nachteilig beeinflussenden Lösungsmittel, beispielsweise Wasser, niedermolekularen Alkoholen
oder Ketonen, gelöst werden.
Es zeigt sich, daß, wenn eine derartige Lösung einer Quecksilberverbindung in einer entsprechenden Konzentration
einer unsensibilisierten oder optisch sensibilisierten Halogensilberemulsion zugegeben wird, sich
die Empfmdlichkeits- und Verschleierungswerte der Emulsion nicht wahrnehmbar ändern, wenn die
Messungen unmittelbar nach dem Vergießen der Emulsion vorgenommen werden. Wenn jedoch derart
behandelte Emulsionen zusammen mit unbehandelten Vergleichsproben längere Zeit unter tropischen oder
trockenen Lagerbedingungen bei erhöhten Temperaturen aufbewahrt werden, zeigen nach der Lagerung
vorgenommene Messungen, daß die vorgeschlagenen Verbindungen die Empfindlichkeit der Emulsion
stabilisieren und die Verschleierung der Emulsion auf einem niedrigen Wert halten.
Unter den angegebenen Quecksilberverbindungen erwiesen sich zur Stabilisierung der Emulsion beispielsweise
eine Verbindung der Formel
J-
— NH,
HJ
HgH2
Bis- (2-Amino-5-j odpyridin-hydro j odid) -Merkurij odid
oder eine Verbindung der Formel
)— HgCl
2-Pyridyl-merkurichlorid als besonders geeignet.
Ebenfalls konnten mit den einfachen Quecksilbersalzen, wie · mit Merkurichlorid, Merkurochlorid,
Merkuribromid, Merkurobromid, Merkurij odid, Merkurojodid, Merkuriacetat, Merkurinitrat, Merkurosulfat
usw., sehr gute Ergebnisse erzielt werden.
Bei der Herstellung von Halogensilberemulsionen lassen sich im allgemeinen drei Haupt Verfahrensstufen
unterscheiden: 1. die Emulgierung und Digerierung oder Reifung des Halogensilbers, 2. die Abtrennung
von wasserlöslichen Salzen von der Emulsion, wie dies im allgemeinen durch Waschen vorgenommen wird,
und 3. die zweite Digerierung oder Nachreifung zur Verbesserung der Empfindlichkeit des photographischen
Materials (s. Mees, »The Theory of the Photographic Process«, 1942, S. 3).
Die Schleierverhütungsmittel gemäß der Erfindung können nun in jeder der angegebenen Verfahrensstufen, beispielsweise nach dem letzten Digerieren,
der Emulsion zugegeben werden.
Die Schleierverhütungsmittel erwiesen sich besonders zur Stabilisierung von, ausentwickelbaren Emulsionen
geeignet. Die besten Ergebnisse wurden mit Bromjodsilber-Gelatine-Emulsionen erzielt. Im allgemeinen
ergaben sich jedoch sehr brauchbare Ergebnisse bei allen Emulsionen mit den verschiedenartigsten Halogeniden.
Die Emulsionen können dabei außer mit den Oniumverbindungen mittels der üblichen Verfahren chemisch
sensibilisiert sein. So können die Emulsionen beispielsweise mittels natürlicher aktiver Gelatine oder mittels
Schwefelverbindungen digeriert sein, wie sie in der kanadischen Patentschrift 259 182 und den USA.-Patentschriften
ι 623499 und 2410689 angeführt sind.
Die Emulsionen können ebenfalls Edelmetallsalze enthalten, wie Ruthenium-, Rhodium-, Palladium-,
Iridium- oder Platinsalze, im allgemeinen alle Salze der Elemente der Gruppe VIII des Periodischen
Systems der Elemente, soweit diese ein Atomgewicht über 100 aufweisen. Geeignete derartige Verbindungen
sind Ammonium-Chlorpalladat, Kaliumchlorplatinat und Kaliumchlorpalladit, die zur Sensibilisierung der
Emulsionen in Konzentrationen verwendet werden, bei denen noch keine wesentliche Schleierverhütungswirkung
auftritt, wie beispielsweise aus der kanadischen Patentschrift 489 791 bekannt ist, oder in höheren
Konzentrationen als Schleierverhütungsmittel, wie
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aus den USA.-Patentschriften 2 566 245 und 2 566 263 bekannt ist.
Die Emulsionen können ebenfalls mittels Goldsalzen chemisch sensibilisiert sein, wie dies aus den USA.-Patentschriften
2399083, 2 597 856 und 2597915
bekannt ist. Geeignete.derartige Verbindungen sind beispielsweise Kaliumchloraurit, Kaliumaurithiocyanat,
Kaliumchloraurat, Auritrichlorid oder 2-Aurosulfobenzothiazol-methochlorid.
.
Die Emulsionen können ebenfalls mittels Reduktionsmitteln, wie Zinnsalzen (s. kanadische Patentschrift
483 565), oder Polyaminen, wie Diäthylentriamin (s. kanadische Patentschrift 482 643), oder Polyaminen,
wie Spermin (s. kanadische Patentschrift 482 644), oder mittels Bis-(/?-Aminoäthyl)-sulfid und
dessen wasserlöslichen Salzen (s. kanadische Patentschrift 487 421) chemisch sensibilisiert sein.
Die Sensibilisierungs- und Stabilisierungswirkung der sogenannten Öniumverbindungen und der Quecksilberverbindungen
tritt ein, gleichgültig, ob in der Emulsion ein optischer Sensibilisierungsfarbstoff verwendet
wird oder nicht. Da jedoch eine optische Sensibilisierung die Stabilität der Emulsionen hinsichtlich
Änderungen der Empfindlichkeit, der Verschleierung und des latenten Bildes beeinflußt, ist die Wirkung der
Verbindungen gemäß der Erfindung nicht vollständig unabhängig von einer optischen Sensibilisierung oder
von anderen Behandlungen der Emulsion. Es ergab sich jedoch, daß sowohl unsensibilisierte als auch
mittels Cyanin- oder Merocyaninfarbstoffen oder beiden sensibilisierte Emulsionen mit Erfolg mit den
sogenannten Öniumverbindungen und den Quecksilberverbindungen gemäß der Erfindung behandelt werden
können.
Als günstigste Konzentrationen der Quecksilberverbindung in der Emulsion ergaben sich Konzentrationen
.von etwa 0,05 bis etwa 1 mg je g-Mol Halogensilber der Emulsion. Es können jedoch auch
höhere Konzentrationen angewendet werden. Im allgemeinen zeigte es sich jedoch, daß keine der
Emulsionen mehr als das Fünffache der oberen Grenze des angegebenen Konzentrationsbereiches ohne starke
Desensibilisierung verträgt. Bei Verwendung von molekularen Verbindungen von Quecksilbersalzen mit
Aminen oder Aminsalzen ergab sich als günstigste Konzentration etwa 1 mg je g-Mol Halogensilber, bei
Verwendung organischer Quecksilberverbindungen, bei denen das Quecksilberatom homöopolär an einen
organischen Kern und polar an ein Anion gebunden ist, 0,1 mg je g-Mol Halogensilber, und bei Verwendung
von einfachen Quecksilbersalzen, wie beispielsweise Quecksilberchlorid oder -jodid, 0,05 bis 0,5 mg.
Die Stabilisierungswirkung der Quecksilberverbindungen wurde durch Inkubieren der Emulsionen
über verschieden lange Zeiträume bei 490 und 20°/Oiger
relativer Feuchte bestimmt. Die Ergebnisse der Reifungsprüfungen sind weiter unten zusammengestellt,
wobei Empfindlichkeit, Gamma und Schleier von Emulsionen mit und ohne die stabilisierenden
Verbindungen einander gegenübergestellt sind.
Eine Bromjodsilber-Gelatine-Emulsion, die 0,24 Mol Halogensilber je Liter enthält, wurde mit einer
Schwefelverbindung (vgl. die kanadische' Patentschrift 259 182) und mit Kaliumchloraurat digeriert
und in zwei Teile geteilt. Einem Teil der Emulsion wurde ein Reduktionssensibilisator, und zwar Triäthylentetramin
(kanadische Patentschrift 482 643), und einem anderen Teil der Emulsion eine Mischung
aus Triäthylentetramin und Äthylen-bis-(oxymethylpyridinperchlorat)
zugegeben. Verschiedene Proben der so sensibilisierten Emulsion wurden mit den in
der nachstehenden Tabelle angegebenen Quecksilberverbindungen versetzt.
Die Proben wurden auf einen geeigneten Träger gegossen und teilweise vor und teilweise nach einer
Inkubierung in einem Sensitometer vom'Typ Eastman Ib belichtet und drei Minuten in einer Lösung der
folgenden Zusammensetzung entwickelt:
N-Methyl-p-aminophenoisulfat 2,2 g
Hydrochinon . 8,8 g
wasserfreies Natriumsulfit 06,0 g
Natriumcarbonat-Monohydrat 56,0 g
Kaliumbromid 5,0 g
Wasser auf 11
Der unentwickelte Teil der Proben mit und ohne die verschiedenen Zusätze wurde 3 Tage bei 49° und
20°/Oiger relativer Feuchte gelagert und anschließend, wie oben angegeben, belichtet und entwickelt. Eine
Messung der Werte für Empfindlichkeit, Gamma und Schleier der verschiedenen Proben hatte folgende
Ergebnisse: n0
Verbindung
Frische Emulsion
Empfindlichkeit Gamma
Schleier
Nach 3 Tagen Inkubierung
Empfindlichkeit
Gamma
Schleier
Kontrollprobe
Triäthylentetramin ........
Γ Triäthylentetramin
I } Äthylen-bis-(oxymethyl-( pyridinperchlorat)
I } Äthylen-bis-(oxymethyl-( pyridinperchlorat)
I + (2-Amino-5-jodpyridin)2
"HJ-HgJ2
"HJ-HgJ2
I + Merkurichlorid
I + Pyridyl-merkurichlorid .
1,85
1,67
1,67
1.57
1,63
1,55
1,60
1,55
1,60
0,11
0,09
0,09
0,21
0,19
0,21
0,16
0,21
0,16
240
315
315
500
500
530
440
530
440
1,82
1,62
1,62
1,50
1,48
1,42
i,54
1,42
i,54
0,11
ο,ΐΐ
0,21
o,i8
0,20
0,16
0,20
0,16
529/478
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Eine Bromjodsilber-Gelatine-Emulsion mittlerer Empfindlichkeit wurde mit 20 mg Allylschwefelharnstoff
je Mol Halogensilber und 1,75 mg Kalium-
Gl 0d chloraurat je Mol Halogensilber sensibilisiert und
20 Minuten bei 70° digeriert. Ein Teil der Emulsion wurde mit 33 mg Decamethylen-bis-(oxymethyl-pyridinperchlorat)
. .
CH2-0 —(CH2)10 —0-CH2 ClO4
je Mol Halogensilber sensibilisiert. Proben der auf diese Weise sensibilisierten Emulsion wurden Quecksilberverbindungen
zugesetzt, wie sie in der nachfolgenden
Aufstellung angegeben sind. Alle Proben wurden auf einen Acetylcelluloseträger gegossen, in einem
Sensitometer vom Typ Eastman Ib belichtet und 3 Minuten in der in Beispiel 1 angegebenen Lösung
entwickelt. Ein Teil der Proben wurde vor der Belichtung und Entwicklung 1 Woche bei 490 inkubiert.
Eine Auswertung von Empfindlichkeit, Gamma und Schleier der Proben zeigte folgende Ergebnisse:
| 20 | Verbindung | mg/Mol | Frische Emulsion | Gamma . | Schleier | Nach | der Inkubierung | Schleier |
| Kontrolrorobe | Empfind lichkeit |
068 | O 07 | Empfind lichkeit |
Gamma | 0 18 | ||
| (I) mit Decamethylen-bis- | «0 | 74.0 | O 72 | |||||
| (oxymethyl-pyridinperchlorat) | 33 | 0,76 | 0,12 | 0,28 | ||||
| I + 2-Chlormerkurithiophen | 0,275 | 650 | 0,8l | 0,12 | 740 | 0,72 | 0,l6 | |
| 30 I + 2-Ghlormerkurithiophen | o,55o | 520 | 0,89. | 0,12 | 860 | 0,70 | 0,09 | |
| I + 8-Chlormerkurichinolin | 0,825 | 380 | 0,76 | 0,12 | 760 | o,59 | 0,17 | |
| 560 | 760 | 0,68 |
Eine Bromjodsilber-Gelatine-Emulsion mittlerer Empfindlichkeit, wie im Beispiel 2 beschrieben, wurde
35 mit a-Picolinium-^-phenyl-äthobromid
— CK H5
(an Stelle des im Beispiel 2 verwendeten Pyridinsalzes) sensibilisiert. Proben der Emulsion wurden in derselben Weise, wie im Beispiel 2 angegeben, behandelt
und ausgewertet, wobei folgende Ergebnisse gefunden wurden:
Verbindung
Frische Emulsion
Empfindlichkeit
Gamma
Schleier
Nach der Inkubierung
Empfindlichkeit
Gamma
Schleier
Kontrollprobe
(I) mit a-Picolinium-ß-phenyläthobromid
I + 8-Chlormerkurichinolin ....
I + Merkurijodid
I + Merkurinitrat
4000
0,825
0,083
0,083 610
0,825
0,083
0,083 610
660
560
740
630
560
740
630
Es ist nicht erforderlich, daß die Schleierverhütungsmittel gemäß der Erfindung unmittelbar der Halogensilberemulsion
zugesetzt werden. Die Schleierver-0,61
o,73
o,73
0,65
0,67
o,73
0,65
0,67
0,07
0,08
0,08
0,08
0,07
0,08
0,08
0,07
630
1500
1550
1789
1650
1550
1789
1650
0,71
0,58 0,51 o,54 o,54
0,10
0,21 0,12 0,18
0,17
hütungsmittel können auch in eine auf einer oder beiden Seiten des photographischen Materials, insbesondere
eines Films, angeordnete Kolloidschicht,
609 52OT78
E8089 IVa/ 57 b
wie eine Gelatineschicht, oder in ein Behandlungsbad des phot'ographischeh Materials, beispielsweise in das
' Entwickler- oder Vorbad, eingebracht werden.
Die angegebenen Schleierverhütungsmittel eignen sich für die verschiedensten Arten von photographischen
Emulsionen. Sie können nicht nur in den üblichen unsensibilisierten Emulsionen, sondern auch in ortho-
' chromatischen, panchromatischen oder Röntgenemulsionen
verwendet werden. Wenn die Emulsion
ίο Sensibilisierungsf arbstoffe enthält, können die Schleierverhütungsmittel
. der Emulsion vor oder nach dem Farbstoff zugegeben werden. Als lichtempfindliche
Salze kommen die verschiedenartigsten Silbersalze, wie Silberbro'mid, Silber j odid, Silberchlorid oder
Halogensilbergemische, in Betracht. Die QuecksilberstabihsatorenoderdiesogenanntenOniumverbindungen
können auch in farbenphotographischen Emulsionen, beispielsweise inFarbkuppler enthaltendenEmulsionen,
oder inEmulsionen verwendet werden, die mit Kuppler enthaltenden Lösungen entwickelt werden.
Als Dispergiefungsmittel für das Halogensilber . . können Gelatine oder andere kolloidale Materialien,
wie Kollodium, Eiweiß, Cellulosederivate oder Kunstharze, verwendet werden.
Der Fachmann ist auf Grund der angegebenen Beispiele jederzeit in der Lage, den Erfmdungsgedanken
den entsprechenden Zwecken anzupassen.
Claims (11)
- Patentansprüche:
- i.
- Stabilisiertes photographisches Material mit mindestens einer mit einer Oniumverbindung sensibilisierten Halogensilberemulsion, insbesondere nach Patentanmeldung E 8073 IVa / 57 b, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in geringer Konzentration eine Quecksilberverbindung enthält, und zwar ein einfaches Quecksilbersalz oder eine homöopolare Verbindung eines Quecksilbersalzes mit Aminen oder Aminsalzen oder eine organische Quecksilberverbindung, bei der das
- 4.0 Quecksilberatom homöopolar an,einen organischen Kern und polar an ein Anion gebunden ist.2. Photographisches Material nach Anspruch 1,.. dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mit einer Oniumverbindung mit aktiver Kationenoberfläche der Klasse der Ammonium-, Phosphonium- und Sulfoniumverbindungen ' sensibilisiert ist und in geringer Menge ein Quecksilbersalz als Stabilisator enthält,3. Photographisches Material nach Anspruch 1; dadurch gekennzeichnet, daß-die Emulsion in an sich bekannter Weise mit einem Oniumsalz mit inaktiver Oberfläche der Klasse der quartären Ammonium-, quartären Phosphonium- und ternären »■ Sulfonium-Salzgruppen sensibilisiert ist, die über das Oniumätom mittels eines zweiwertigen organischen Radikals an ein Oniumätom einer anderen Oniumsalzgruppe derselben Klasse gebunden ist und in geringer Menge ein Quecksilbersalz als Stabilisator enthält.4. Photographisches Material nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mit einem oberflächeninaktiven Cyclammoniumsalz, bei dem das quartäre Stickstoffatom das Stickstoffatom eines Pyridinkernes ist, sensibilisiert ist und in geringer Menge ein Quecksilbersalz als Stabilisator enthält.
- 5. Photographisches Material nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mittels einer Verbindung sensibilisiert ist, bei der eine quartäre Ammoniumsalzgruppe durch ihr Stickstoffatom mittels eines zweiwertigen organischen Restes an eine andere quartäre Ammoniumsalzgruppe gebunden ist, und daß sie ferner in geringer Konzentration eine molekulare Verbindung eines Quecksilbersalzes mit Aminen und/oder eine organische Quecksilberverbindung, bei der das Quecksilberatom homöopolar an einen organischen Kern, und polar an ein Anion gebunden ist, und/oder ein einfaches Quecksilbersalz enthält. So
- 6. Photographisches Material nach Ansprüchen ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mit Äthylen-bis-(oxymethyl-pyridinperchlorat) sensibilisiert ist und in geringer Konzentration eine molekulare Verbindung eines Quecksilbersalzes mit Aminen enthält.
- 7. Photographisches Material nach Ansprüchen ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mit Äthylen-bis-(oxymethyl-pyridinperchlorat) sensibilisiert ist und in geringer Konzentration eine organische Quecksilberverbindung enthält, bei der das Quecksilberatom homöopolar an einen organischen Kern und polar an ein Anion gebunden ist. .
- 8. Photographisches Material nach Ansprüchen ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mit Äthylen-bis-(oxymethyl-pyridinperchlorat) sensibilisiert ist und in geringer Konzentration Bis-(2-Amino-5-jodpyridin-hydrojodid)-Merkurijodid enthält.
- 9. Photographisches Material nach Ansprüchen ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mit Äthylen-bis-(oxymethyl-pyridinperchlorat) sensibilisiert ist und in geringer Konzentration 2-Pyridyl-merkurichlorid enthält.
- 10. Photographisches Material nach Ansprüchen ι bis 5,- dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise mit Äthylen-bis-(oxymethyl-pyridinperchlorat) sensibilisiert ist und in geringer Konzentration Merkurichlorid enthält.
- 11. Photographisches Material nach Ansprüchen ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion in an sich bekannter Weise außer mit der Oniumverbindung mit Schwefelverbindungen und/oder Goldsalzen und/oder Reduktionssensibilisatoren sensibilisiert ist und in geringer Menge ein Quecksilbersalz als Stabilisator enthält.
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