DEL0019647MA - - Google Patents
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Description
Tag der Anmeldung: 17. August 1954 B'ekanntgemacht am 2. August 1956
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung des i-Methyl-17-äthinylöstradiols.
Das i-Methylöstron kann durch Umlagerung von i;4"Androstadien-3, 17-dion mit wäßrigen Säuren,
z. B. konzentrierter Salzsäure (Journ. Amer. Chem. Soc., Bd. 75, 1953, S. 3159) oder durch Umlagerung
von i, 4, 6-Androstatrien-3, 17-dion in Essigsäureanhydrid,
dem eine starke Säure zugefügt worden war, zu dem i-Methyl-i, 3, 5 (10), 6-östratetraen-3-ol-i7-on
(i-Methyl-6-dehydroöstron) und anschließende Hydrierung
der Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen 6 und 7 (Journ. Amer. Chem. Soc, Bd. 72,
1950, S. 4540) hergestellt werden.
Da sich das i-Methylöstron als östrogen wirksam gezeigt hat, ist es möglich, durch die vorstehend genannten
Verfahren östrogene Substanzen dadurch herzustellen, daß man den Ring A der als Ausgangsverbindungen
angewandten Androstane in einen Benzolring umwandelt. Es ist daher möglich, östrogen wirksame
Derivate der Östranreihen ohne Verwendung von Östrariderivaten natürlicher Stoffe als Ausgangsverbindungen
herzustellen. ■
ι 609 577/494 '
L 19647 IVb/12 ο
Es wurde nun gefunden, daß ein bisher unbekanntes
Derivat des i-Methylöstrons, nämlich das i-Methyl-17-äthinylöstradiol,
östrogen wirksam ist, auch dann, wenn es oral verabreicht wird. Diese Eigenschaft ist von
beträchtlichem therapeutischem Wert.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich daher auf ein Verfahren zur Herstellung dieser neuen Verbindung.
CEL
CH
HO
Die Hydrolyse wird vorzugsweise mit einer wäßrigen Lösung einer starken Säure, z. B. der Schwefelsäure,
durchgeführt.
Die Metallverbindung des Acetylens wird vorzugsweise in der Lösung, in der das i-Methyl-17-äthinylöstradid
anschließend hergestellt wird, bereitet. Man kann diese Lösungen von Metallacetylenverbindungen
auf verschiedene Weise herstellen.
Falls die Metallverbindung eine Grignard-Verbindung des Acetylens ist, empfiehlt es sich, das Magnesiumbromidacetylid
(Br — Mg — C^hCH) zu verwenden, dessen Lösung man in bekannter Weise herstellen
kann, z. B. durch Umsetzung von Acetylen mit Phenylmagnesiumbromid in einem organischen Lösungsmittel,
vorzugsweise Äther.
Wenn man als Metallverbindung-des Acetylens ein
Acetylid eines Alkalimetalls verwendet, so. können die Lösungen dieses Acetylids durch Umsetzung von Acetylen
mit einer Lösung des Alkalimetalls entweder in flüssigem, wasserfreiem Ammoniak oder in einem tertiären
Alkohol, z. B. tertiärem Butanol oder tertiärem Amylalkohol, bereitet werden.
Die östrogene Wirksamkeit des i-Methyl-17-äthinylöstradiols
bei oraler Verabreichung wurde nach dem Allen-Doisy-Test (Journ. Amer. Med. Assoc, Bd. 81,
1923, S. 819) bestimmt und mit der Wirksamkeit anderer
östrogener Verbindungen verglichen. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse:
ED50
Östron 50
Östradiol 50
17-Äthinylöstradiol 6
i-Methyl-17-äthinylöstradiol 3
ED50 bedeutet die Menge in γ (ι γ = ο,οοι mg) der
östrogen wirksamen Verbindung, die in der Lage ist, bei 50 % der verwendeten Testtiere Brünsterscheinungen
hervorzurufen. .
Wie zu ersehen, erwies sich bei oraler Verabreichung das i-Methyl-17-äthinylöstradiol als zweimal so wirksam
wie das 17-Äthinylöstradiol.
Die nachstehenden Beispiele erläutern das erfindüngsgemäße
Verfahren.
.
.
Eine Lösung aus 1,35 g Magnesium und 6,9 g Brombenzol
in 75 ecm Äther wurde 20 Stunden zu leichtem Im wesentlichen besteht das neue Verfahren darin, daß.
man das i-Methylöströn in bekannter Weise mit einer
Metallverbindung des Acetylens umsetzt,, worauf das erhaltene Reaktionsprodükt hydrolysiert wird. Die
Ausgangs- und die Endverbindung entsprechen folgenden Formeln:
CH5
CH
HO
Sieden erhitzt, wobei man durch die Lösung laufend einen ,Strom von Acetylen leitete. Sodann wurden
20 mg i-Methylöstron, das in 25 ecm Anisol gelöst worden
war, tropfenweise der Reaktionslösung unter Rühren zugefügt, wobei die Einleitung des Acetylengases
durch das Gemisch weiter fortgeführt wurde. Das Gemisch wurde dann noch weitere 2 Stunden unter
Durchleiten von Acetylen erhitzt, worauf das Reaktionsgemisch noch weitere 24 Stunden ohne Erhitzen
und Durchleiten von Acetylen gerührt wurde. Dann goß man das Reaktionsgemisch in eine Mischung aus
50 g zerstoßenem Eis und 50 ecm 1 n-Schwefelsäure
unter Rühren ein. Die organische Schicht wurde abgetrennt, mit ι η-Schwefelsäure und anschließend mit
Wasser bis zur neutralen Reaktion gewaschen, mit wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und dann im
Vakuum eingedampft. Durch Umkristallisieren des Rückstandes aus wäßrigem Methanol wurde das
i-Methyl-17-äthinylöstradiol mit einem Schmelzpunkt von 138 bis 1390 und einem Absorptionsmaximum bei
285 rau erhalten.
2g in kleine Stücke geschnittenes metallisches Kalium wurden in 100 ecm wasserfreiem, flüssigem
Ammoniak, der mit Acetön-Kohlensäureschnee gekühlt worden war, gelöst. Dann wurde Acetylen, das vorher
zur Reinigung konzentrierte Schwefelsäure durchströmt hat, in die Lösung eingeleitet, bis die blaue
Färbung verschwunden war. Eine Lösung aus ig i-Methylöstron in einem Gemisch aus 50 ecm Dioxan
und 50 ecm Äther wurde dann tropfenweise innerhalb einer Stunde hinzugefügt, worauf das Reaktionsgemisch
in dem Kältebad eine weitere Stunde belassen wurde. Anschließend ließ man das Reaktionsgemisch
noch 12 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, wobei das in diesem enthaltene Ammoniak verdampfte.
Der Rückstand wurde darauf mit Wasser und Eis versetzt, und anschließend wurde Schwefelsäure bis zu
einem ρκ-Wert. von etwa 2 zugegeben, worauf die
Lösung dreimal mit Äther extrahiert wurde. Die ätherischen Extrakte wurden mit Wasser, 5°/oiger Natriumcarbonatlösung
und wieder mit Wasser bis zur neutralen Reaktion gewaschen, mit wasserfreiem Natriumsulfat
getrocknet und dann eingedampft. Der Rückstand wurde aus wäßrigem Methanol umkristallisiert,
. 609 577/494
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wobei ι g i-Methyl-17-äthinylöstradiol mit einem
Schmelzpunkt von 138 bis 1390 erhalten wurde.
In einem Rundkolben, der mit einem Rührer, einem Gaseinleitungsrohr, zwei Tropftrichtern für die Zugabe
von Lösungen und einem Gasableitungsrohr versehen war, wurden 75 ecm wasserfreier Äther eingefüllt, durch
den dann Acetylen, das zuerst durch Durchleiten durch konzentrierte Schwefelsäure gereinigt worden war,
ι Stunde geleitet wurde.
Anschließend wurde innerhalb 45 Minuten eine Lösung aus ι g Kalium in 20 ecm wasserfreiem tertiärem
Amylalkohol aus einem der Tropftrichter zugefügt und gleichzeitig eine Lösung aus 1 g i-Methylöstron in
einem Gemisch aus 25 ecm Dioxan und 25 ecm wasserfreiem
Äther aus dem anderen Tropftrichter hinzugefügt. Während dieser Zugabe und daran anschließend
noch weiterer 6 Stunden wurde Acetylen durch das Reaktionsgemisch in dem Rundkolben hindurchgeleitet,
wobei dieser durch Kühlen mit Wasser auf Zimmertemperatur gehalten wurde.
200 ecm einer 5°/oigen eisgekühlten Schwefelsäurelösung
wurde anschließend unter Rühren in das Reaktionsgemisch eingegossen. Das Gemisch wurde dann in
einen Scheidetrichter übergeführt, die zwei Schichten wurden getrennt und die wäßrige Schicht zweimal,
jeweils mit 50 ecm Äther, extrahiert. Die vereinigten Ätherextrakte wurden mit Wasser, 5°/oiger Natriumcarbonatlösung
und wieder mit Wasser bis zur neutralen Reaktion gewaschen, mit wasserfreiem Natriumsulfat
getrocknet und eingedampft.
Der Rückstand wurde aus Methanol umkristallisiert, wobei 0,9 g i-Methyl-17-äthinylöstradiol mit Schmelzpunkt
138 bis 1390 erhalten wurden.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von i-Methyl-17-äthinylöstradiol,
dadurch gekennzeichnet, daß man i-Methylöstron mit einer Metallverbindung des Acetylens in bekannter Weise umsetzt und das
erhaltene Reaktionsprodukt ebenfalls in bekannter Weise hydrolysiert.
2. Verfahren nach Anspruch ι, dadurch gekenn- - zeichnet, daß man die Hydrolyse in wäßriger Lösung
mit einer starken Säure durchführt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Berichte der dtsch. ehem. Ges., Bd. 71,1938, S. io24ff.
Berichte der dtsch. ehem. Ges., Bd. 71,1938, S. io24ff.
© «09 577/494 7.56
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