DEN0008087MA - - Google Patents
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 25. November 1953 Bekanntgemacht am 26. Juli 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es sind schon verschiedene Vorschläge .gemacht worden, den verhältnismäßig hohen Zuckergehalt
der Melasse für die Zuckergewinnung nutzbar zu machen.
So wurde beispielsweise nach dem Vorschlag von Margueritte pro kg Melasse ι 1 85%iger Äthylalkohol
und so viel Schwefelsäure zugefügt, daß die gesamten Alkaliverbindungen in Sulfate übergeführt
wurden. Im Durchschnitt wurde hierfür 5 °/o Schwefelsäure benötigt. Im Anschluß daran
wurden die Sulfate entfernt und die dabei erhaltene Flüssigkeit mit dem gleichen Volumen an 95°/oigem
Äthylalkohol vermischt. Dann sollte sich, wie behauptet wurde, innerhalb weniger Stunden der
Zucker in kristallisierter Form abscheiden. Die Zuckerausbeute sollte nach der Reinigung 70 %
betragen (vgl. »Der Praktische Rübenzuckerfabrikant und Rafünadeur«, L. Walkhof f, 4. Auflage
[1872], Bd. 2, S. 441, 442, Verlag Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig). Auch bei
der sorgfältigsten Durchführung des Verfahrens konnten nie diese hohen Zuckerausbeuten bestätigt
werden. Überdies war der dabei erhaltene Zucker durch ausgeflockte Melasse dunkelbraun gefärbt.
Diese Ausflockung ist auf die große Äthylalkoholmenge zurückzuführen. Die verhältnismäßig nied-
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rige Zuckerausbeute wind dagegen durch den Wassergehalt der aus Melasse und Äthylalkohol
bestehenden Mischung verursacht. Margueritte war nämlich gezwungen, in Gegenwart einer so
großen Wassermenge zu arbeiten, da sonst keine homogene Mischung zwischen Melasse und Äthylalkohol
zu erhalten ist.
Nach der deutschen Patentschrift 435 515 wird der eingeengten Melasse Eisessig und Benzol zugegeben.
Nach dem Beispiel werden 60 kg Eisessig und ι kg Benzol auf 100 kg Melasse angewandt.
Das Benzol setzt die Viskosität der Mischung herab und soll die erforderliche Eisessigmenge vermindern.
Wie weiterhin gesagt wurde, kristallisiert der Zucker innerhalb weniger Stunden aus und
kann in einer Ausbeute von mindestens 70% isoliert werden. In diesem Verfahren wird jedoch
eine verhältnismäßig große Eisessigmenge verbraucht, die den ganzen Prozeß unwirtschaftlich
macht. Die Salze bleiben in der Melasse zurück.
In der deutschen Patentschrift 528 564 ist ein gleichartiges Verfahren beschrieben, wonach 50 bis
60 Gewichtsprozent Eisessig einer Melasse zugefügt werden, die soweit wie möglich eingeengt worden
ist. Anschließend wird nahezu das gleiche Gewicht an wasserfreiem Essigester (man kann statt dessen
auch den Essigsäuremethyl-, -propyl-, -isopropyl- oder -butylester verwenden) zugegeben. Nach
einigen Stunden soll der gesamte Zucker auskristallisiert sein. Der Zusatz von Methylalkohol
und Äthylalkohol zu Eisessig zu dem gleichen Zweck soll schon bekannt sein.
Nach der USA.-Patentschrift 2 000 202 wird Melasse mit Äthylalkohol, Schwefelsäure und einem
Lösungsmittel, in dem Zucker unlöslich ist, vermischt. Dabei bilden sich zwei Flüssigkeitsschichten.
Die untere Schicht, die den Zucker und die Salze enthält, wird neutralisiert, mit weiterem 80- bis
go"/aigexn Alkohol vermischt, um den Zucker in
Lösung zu halten, während die Salze abfiltriert werden, und nach der Filtration aus dieser Lösung
der Zucker gewonnen.
Nach dem Verfahren der USA.-Patentschrift 2 109 503 wird Melasse mit einer organischen
Flüssigkeit in Gegenwart eines Gases behandelt, wobei das organische Lösungsmittel nur bei Anwesenheit
des Gases für Zucker ein beträchtliches Lösungsvermögen besitzen soll. Es handelt sich
hierbei um eine Extraktion des Zuckers in die organische Lösungsmittelphase. Die Lösungsmittelschicht
wird anschließend von der Melasseschicht abgetrennt und aus ihr die gasförmige Komponente
entfernt. Hierbei soll aus der organischen Lösungsmittelphase der Zucker auskristallisieren.
Es ist nicht bekanntgeworden, daß eine dieser Methoden in die Praxis übergeführt worden ist.
Die hauptsächlichsten Gründe hierfür sind schon erwähnt worden.
Zur Zuckergewinnung aus Melasse ist auch der, Steffenprozeß angewandt worden. Nach diesem
Verfahren wird aus einer sehr verdünnten Melasselösung mit Calciumoxyd Calciumsaccharat ausgefällt,
das in Sättigungsvorrichtungen mit Kohlendioxyd zersetzt wird. Aus der hierbei erhaltenen
Zuckerlösung isoliert man anschließend den Zucker. An Stelle von Calciumoxyd kann man auch
Bariumoxyd oder Strontiumoxyd verwenden.
Es wurde gefunden, daß man mit Methylalkohol und einer Säure, die mit den in der Melasse vorhandenen
Kationen im wesentlichen in der Melasse-Methylalkohol-Mischung unlösliche Salze bildet,
nicht nur den größeren Teil des in der Melasse vorhandenen Zuckers in einfacher Weise zur
Kristallisation bringen kann, sondern daß der auf diese Weise gewonnene Zucker in Form von
wasserfreien Kristallen anfällt, welche ohne besondere Zwischenceinigung einen sehr hohen Reinheitsgrad
aufweisen. Der Reinheitsgrad ist aus der Farbe ersichtlich. Zu diesem Zweck setzt man der
Melasse so viel Methylalkohol und Säure zu, daß sich eine dann flüssige Melasse mit einem pH von
weniger als 5 bildet. Anschließend filtriert man die ausgefallenen Salze ab und läßt aus dem Filtrat
den Zucker auskristallisieren.
Geeignete Säuren sind beispielsweise Schwefel-, Phosphor- und schweflige Säure. In der Praxis
wird Schwefelsäure der Vorzug gegeben.
Die Untersuchungen haben ergeben, daß sich bei Pj1 5 nur wenig Zucker abscheidet und bei einem
Pjj-Wert von mehr als 6 überhaupt kein Zucker ausfällt. In entsprechender Weise kommt bei einem
niedrigeren pH-Wert mehr Zucker zur Kristallisation.
Der optimale pH-Bereich liegt zwischen 1
und 4. Das Verfahren wird vorzugsweise bei einem Pi1-Wert von etwa 3 durchgeführt. Man kann auch
in pH-Bereichen, die unter 1 liegen, arbeiten. Es hat
allerdings keinen Sinn, beträchtlich größere Säuremengen hinzuzufügen, da die Kationenmenge, die
abgefangen werden soll, doch nur begrenzt ist und darüber hinaus gewisse Aminosäuren, wie Betain,
ausfallen würden. Das Verhältnis zwischen dem pH-Wert der Flüssigkeit und der Menge an kristallisiertem
Zucker, das in zahlreichen Untersuchungen mit Schwefelsäure ermittelt wurde, ist in der
Zeichnung graphisch dargestellt.
Die Säure kann der Melasse, dem Methylalkohol oder der Mischung von beiden zugefügt werden. In
der Praxis hat es sich jedoch gezeigt, daß die Melasse nur unter Schwierigkeiten mit der kleinen
Säuremenge homogen vermischt werden kann, was insbesondere bei Verwendung von Schwefelsäure
der Fall ist (Gefahr einer lokalen Carbonisation).
Der beim Säurezusatz gebildete Niederschlag kann entfernt, z. B. bei gewöhnlicher Temperatur
entfernt, z. B. abfiltriert werden. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß der Niederschlag sehr viel
schneller entfernt werden kann, wenn man die Fällung bei einer Temperatur oberhalb der Raumtemperatur
durchführt oder die Flüssigkeit mitsamt dem Niederschlag auf eine höhere Temperatur als
die Raumtemperatur erhitzt, alles auf Raumtemperatur wieder abkühlt und im Anschluß daran den
Niederschlag von der Flüssigkeit abtrennt. Die Filtration kann selbst dann merklich beschleunigt
werden, wenn man die Flüssigkeit vor oder nach der Fällung nur auf eine Temperatur von etwa 30
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bis 35° erhitzt. Bei weiterer Temperaturerhöhung
wird diese Beschleunigung noch beträchtlich erhöht. Wenn man dagegen die Temperatur über 8o°
erhöht, wird nur ein geringer weiterer Vorteil erzielt. Für die praktische Durchführung ist eine
Temperatur von 40 bis 500 ausreichend.
Um die Zuckerkristallisation zu unterstützen, wird vorzugsweise noch eine zusätzliche Flüssigkeit
zugefügt, die verschiedene Bedingungen zu erfüllen hat'. So soll sie praktisch kein Lösungsvermögen
für Zucker besitzen, mit Methylalkohol mischbar sein und darf die Melasse nicht ausflocken, zumindest
nicht in den Mengen, in denen sie angewandt wird. Für eine gute Ausbeute an verhältnismäßig
reinem Zucker innerhalb eines nicht zu langen Zeitraumes ist die Zugabe dieser zusätzlichen
Flüssigkeit von großer Bedeutung.
Die zugefügte Methylalkoholmenge kann innerhalb weiter Grenzen schwanken. In der Praxis
werden auf 1 kg Melasse nicht mehr als 2 kg Methylalkohol angewandt, da durch eine größere
Methylalkoholmenge das Verfahren nicht günstig beeinflußt wird. Wird eine zu geringe Methylalkoholmenge
zugefügt, dann enthält die Mischung zu viel Wasser, was einen starken Rückgang in
der Zuckerausbeute zur Folge hat. In Anbetracht dieser Tatsache soll auf 1 kg Melasse nicht weniger
als 0,5 kg Methylalkohol verwendet werden. In der Praxis liegt die untere Grenze bei 0,6 kg. Untersuchungen
haben ergeben, daß im allgemeinen dann die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn Melasse
und Methylalkohol im Gewichtsverhältnis von etwa 1:1 angewandt werden.
Der Methylalkohol braucht nicht wasserfrei zu sein. Es soll lediglich daran erinnert werden, daß
eine Erhöhung des Wassergehaltes eine Erniedrigung der Zuckerausbeute zur Folge hat.
Als zusätzliche Flüssigkeiten können die verschiedensten
organischen flüssigen Substanzen gewählt werden. Als Beispiele seien hier Essigester,
Benzol, Chloroform und auch Äthylalkohol erwähnt., Die erforderlichen optimalen Mengen dieser
Substanzen hängen im allgemeinen von der Natur der verschiedenen Stoffe ab. Für die praktische
Durchführung stehen Essigester und Benzol an erster Stelle. Diese beiden Verbindungen können in
nahezu gleichen Mengen angewandt werden.
Die Menge dieser zusätzlichen Flüssigkeit im Verhältnis zu der Methylalkohol-Melasse-Mischung
wird am besten experimentell bestimmt. Sie kann innerhalb weiter Grenzen schwanken. Wird diese
zusätzliche Flüssigkeit in zu großer Menge angewandt, kann die Grenze, bei der die Melasse ausflockt,
erreicht oder gar überschritten werden, was häufig der Fall ist. Diese Ausflockung wirkt sich
ungünstig auf die Farbe des kristallisierten Zuckers aus. Wendet man dagegen die zusätzliche Flüssigkeit
in beträchtlich verringerter Menge an, so wird dadurch die Kristallisationsgeschwindigkeit des
Zuckers nachteilig beeinflußt. Essigester und Benzol als zusätzliche Flüssigkeit werden z. B. in einer
Menge von 45 bis 200 g, vorzugsweise 100 g, pro kg der Methylalkohol-Melasse-Mischung angewandt.
Die Kristallisation des Zuckers kann durch Impfen mit einer kleinen Menge feiner Zuckerkristalle
gefördert werden. Die von Salzen befreite Lösung kann man außerdem kühlen. Es ist nicht
von Bedeutung, wenn der der Melasse zugefügte Methylalkohol noch geringe Anteile der zusätzlichen
Flüssigkeit enthält. Diese Anteile sollten jedoch nicht zu groß sein, da eine der Vorbedingungen
darin besteht, daß die Salze vollkommen aus der Flüssigkeit entfernt sein müssen, bevor der
Zucker auszukristallisieren beginnt. Werden jedoch alle Bestandteile schnell miteinander vermischt und
die Mischung schnell filtriert, so kann sogar die gesamte Menge der zusätzlichen Flüssigkeit zuvor
dem Methylalkohol zugefügt werden.
Die abgetrennten Salze wie auch der Zucker enthalten noch etwas Methylalkohol, der jedoch leicht
von den festen Substanzen entfernt und gewünsch-' tenfalls sogar wieder gewonnen werden kann.
Die nach der Kristallisation des Zuckers verbleibende
Mutterlauge enthält die zu Beginn des Verfahrens zugegebenen organischen Flüssigkeiten.
Diese können durch Destillation oder Rektifikation zurückgewonnen werden, wobei die Melasse zurückbleibt.
Die Melasse kann wunschgemäß noch etwas stärker eingeengt werden, was in der Regel nicht
nötig ist. Sie bildet die »zweite« Melasse, welche g0
praktisch keine Kaliumverbindungen mehr enthält und welche infolgedessen — falls nötig nach dem
Eindampfen — als Viehfutter oder zum Ensilieren hervorragend geeignet ist.
Das beschriebene Verfahren kann zwar mit Vorteil für die Aufarbeitung von Zuckerrübenmelasse
verwendet werden; es ist jedoch auch möglich, Rohrzuckermelasse als Ausgangsmaterial zu verwenden.
Dabei muß allerdings beachtet werden, daß der Zuckergehalt von Rohrzuckermelasse
geringer als der von Rübenzuckermelasse ist.
An Hand der folgenden Beispiele soll das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert werden.
Diesen kann entnommen werden, welchen Einfluß die verschiedenen Faktoren auf die Zuckerausbeute
ausüben. Um stärkere" Vergleichsmöglichkeiten
zu schaffen, wurden in den einzelnen Beispielen dieselben Substanzen benutzt. Ausnahmen bilden
Beispiel 2, worin an Stelle von Essigester Benzol verwendet wurde, und Beispiel 3, bei dem eine u0
andere Art von Rübenzuckermelasse als Ausgangsmaterial benutzt wurde.
2 Gewichtsteile Zuckerrübenmelasse mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 23% und einem Zuckergehalt
von 50% werden mit 2 Gewichtsteilen Methylalkohol so lange verrührt, bis eine vollkommen
homogene dünnflüssige Masse erhalten · worden ist. Hierzu werden 0,13 Gewichtsteile konzentrierte
Schwefelsäure, bezogen auf die Melasse, langsam unter Rühren zugefügt. Die Flüssigkeit
hatte einen pH von 3. Es bildet sich ein Niederschlag von Sulfaten, in der Hauptsache Kaliumsulfat, und
außerdem ein geringer Niederschlag von Proteinen. Der Niederschlag wird abfiltriert, mit Methyl-
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alkohol gewaschen und getrocknet. Sein Gewicht beträgt 0,265 Gewichtsteile.
Dem klaren Filtrat werden 0,3,6 Gewichtsteile Essigester zugefügt, wobei die Flüssigkeit homogen
bleibt. Dann wird sie mit 0,010 Gewichtsteilen feinkristallisiertem Zucker angeimpft und anschließend
in eine Kristallisiervorrichtung gebracht. Nach einigen Stunden hat sich der Zucker in Form
feiner Kristalle .abgeschieden. Der Niederschlag wird abzentrifugiert und getrocknet. Er beträgt
0,698 Gewichtsteile und zeigt eine Polarisation von 98,2.
2,5 Gewichtsteile der im Beispiel 1 verwendeten Melasse werden mit 2,5. Gewichtsteilen Methylalkohol
verrührt, bis sich alles vollkommen gelöst hat.
Wie im Beispiel 1 werden 6,5 Gewichtsteile konzentrierte
Schwefelsäure (auf die Melasse bezogen) zugefügt. Der pH-Wert der Lösung beträgt 3. Es
wird weiter wie im Beispiel 1 verfahren, ,jedoch an Stelle von Essigester Benzol benutzt, und zwar
in einer Menge von 0,44 Gewichtsteilen. Der Zucker wird nach der Kristallisation getrocknet. Er wird
in einer Ausbeute von 0,870 Gewichtsteilen erhalten. Hieraus geht hervor, daß praktisch kein Unterschied
zwischen der Wirkung von Essigester und Benzol besteht.
B e i s ρ i e 1 3
Es wird wie im Beispiel 1 verfahren mit der Ausnahme, daß als Ausgangsmaterial Rübenzuckermelasse
mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 15V0 und einem Zuckergehalt von 53% benutzt wird.
Die Ausbeute an getrocknetem Zucker beträgt 0,778 Gewichtsteile. Infolge des geringeren Feuchtigkeitsgehalts
der Melasse ist die Menge an gewonnenem Zucker größer.
2 Gewichtsteile Melasse mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 230/0 und einem Zuckergehalt von 50%
werden mit 2 Gewichtsteilen Methylalkohol zu einer vollkommen homogenen Masse verrührt. Anschließend werden unter Rühren 0,13 Gewichtsteile konzentrierte
Schwefelsäure, auf die Melasse bezogen; zugefügt. Die Flüssigkeit hat einen pH-Wert von 3.
Man nitriert den dabei gebildeten Niederschlag ab, fügt zu dem klaren Filtrat 0,13 Gewichtsteile Essigester
hinzu und läßt den Zucker auskristallisieren, was etwa 16 Stunden in Anspruch nimmt. Werden
0,36 Gewichtsteile Essigester verwendet, ist die Kristallisation schon nach 7 Stunden beendet. In
beiden Fällen beträgt die Ausbeute etwa 0,69 Gewichtsteile.
Fügt man.dem Filtrat 0,9 Gewichtsteile Essigester hinzu, so kann man beobachten, daß die
Flüssigkeit trüb wird und beim ruhigen Stehen allmählich Melasse ausflockt. Wird diese Masse in
eine Kristallisationsvorrichtung eingebracht, so kristallisiert der Zucker in einer sehr dunkelbraunen
sirupartigen Form, und sein Reinheitsgrad liegt sehr viel tiefer als in den vorhergehenden Fällen.
Die Ausbeute beträgt etwas weniger als die von Beispiel 4, nämlich 0,61 Gewichtsteile.
2 Gewichtsteile Melasse werden mit 1,2 Gewichtsteilen Methylalkohol gemischt und anschließend
0,13 Gewichtsteile konzentrierte Schwefelsäure zugefügt. Die Menge des dabei gebildeten Niederschlags
beträgt 0,187 Gewichtsteile, d.h. sie liegt' wesentlich niedriger als im Beispiel 1, da eine
größere Wassermenge vorhanden ist. Auf. Grund der höheren Viskosität der Mischung kann der
Niederschlag nur schwierig abfiltriert werden. Nach einem Zusatz von Essigester kristallisieren 0,54 Gewichtsteile
Zucker aus.
Auf 2 Gewichtsteile Melasse werden 4 Gewichtsteile Methylalkohol angewendet und nach' Durch- .
mischen 0,13 Gewichtsteile konzentrierte Schwefelsäure
zugefügt. Der sich dabei bildende Niederschlag wird abfiltriert. Nach dem Zusatz von Essigester
wird die Flüssigkeit in eine Kristallisationsvorrichtung eingebracht. Die Zuckerausbeute be-
trägt 0,711 Gewichtsteile, d. h. sie ist praktisch dieselbe wie im Beispiel 1. Hieraus geht hervor,
daß es keinen Sinn hat, die Methylalkoholmenge zu erhöhen, da die mit der Rückgewinnung des
Methylalkohols verbundenen höheren Kosten durch die geringe Erhöhung der Zuckerausbeute nicht
ausgeglichen werden.
B e i s ρ i e 1 7
5 kg Melasse werden mit 5 kg Methylalkohol vermischt und die Mischung auf 500 ,erhitzt. Dann
fügt man 6 Gewichtsprozent konzentrierte Schwefelsäure, auf die Melasse berechnet, hinzu und kühlt
die Mischung schnell auf Raumtemperatur ab. Der gebildete Niederschlag wird über einen Büchnertrichter
mit einer Filterfläche von 5 dm2 abgesaugt. Der Druck unterhalb des Filters beträgt 40 cm Hg.
Die Filtrationszeit beträgt 5 Minuten. Findet die Bildung des Niederschlags und das Absaugen bei
Raumtemperatur statt, dauert die Filtration 15 Minuten.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Gewinnung von kristalli-. siertem Zucker aus Melasse unter Verwendung von Methylalkohol und einer Säure, die mit den in der Melasse vorhandenen Kationen im wesentlichen in der Melasse-Methylalkohol-Mischung unlösliche Salze bildet, dadurch gekennzeichnet, daß man der Melasse so viel Methanol und Säure zusetzt, daß sich eine dünnflüssige Masse mit einem pH-Wert von weniger als 5 bildet, anschließend die ausgefallenen Salze abfiltriert und aus dem Filtrat den Zucker auskristallisieren läßt.576/115N 8087 IVa/89 h
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gegekennzeichnet, daß die Säure in einer solchen Menge angewandt wird, daß die Mischung einen pH-Wert von 1 bis 4, vorzugsweise etwa 3, aufweist.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum Auskristallisieren des Zuckers eine zusätzliche Flüssigkeit zugefügt wird, welche Melasse zumindest in den angewendeten Mengen nicht zur Ausflockung bringt, mit Methylalkohol mischbar ist und Zucker praktisch nicht löst.
- 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als zusätzliche Flüssigkeit Essigester oder Benzol verwendet wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß pro kg der Melasse-Methylalkohol-Mischung 45 bis 200 g Essigester oder Benzol angewandt werden.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fällung der Salze bei erhöhter Temperatur, z. B. bei 35 bis 8o°, vorzugsweise zwischen 40 und 500, durchgeführt, die Mischung bis auf Raumtemperatur abgekühlt und der Niederschlag bei letztgenannter Temperatur von der Flüssigkeit getrennt wird.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung mit dem Niederschlag über Raumtemperatur, z. B. auf eine Temperatur zwischen 35 und 8o°, Vorzugsweise zwischen 40 und 50°, erhitzt, die Mischung wieder auf Raumtemperatur gekühlt und der ■ Niederschlag bei letztgenannter Temperatur von der Flüssigkeit abgetrennt wird.35In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschriften Nr. 2000202, 2109503.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen609 576/115 7.56
Family
ID=
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