Die Erfindung betrifft ein Holzbauteil, das zur sichtbaren
Verwendung für Holzkonstruktionen, insbesondere für Fensteroder
Türprofile, Holzbalken, Möbel, u.Ä. verwendbar ist. Die
Erfindung betrifft ferner ein Fenster- oder Türkantel, ein
Fenster- oder Türprofil sowie ein Herstellungsverfahren
hierfür.
Aus dem bekannten Stand der Technik sind Holzbauteile bekannt,
die eine sehr dünne Furnierschicht aufweisen. Derartige
Holzbauteile haben den Vorteil, dass das Trägermaterial
kostengünstig sein kann und lediglich das Furnier ein
hochwertiges Holz ist. Bevor das Furnier auf das
Trägermaterial aufgebracht wird, ist das Trägermaterial zu
bearbeiten. Ein Bearbeiten des Holzbauteils samt Furnier ist
deshalb nicht möglich, da dann das Furnier beschädigt wird.
Bekannte Holzbauteile haben folglich den Nachteil, dass das
Trägermaterial ohne das Furnier zu bearbeiten ist, und erst in
einem letzten Arbeitsschritt, wenn das Trägermaterial seine
vorgesehene Geometrie aufweist, das Furnier auf das
Trägermaterial aufgebracht wird.
Aus der DE 200 11 080 U1 ist eine Kantel mit mindestens zwei
Decklagen aus Massivholz bekannt geworden.
Aus der EP 0 445 663 A1 ist ein verleimtes Holzprofil zur
Herstellung von beispielsweise Fensterlelementen bekannt
geworden, das aus mehreren miteinander verleimten, im
Querschnitt rechteckigen, aus massivem Holz hergestellten
Holzlamellen besteht.
Aus der DE 299 00 623 U1 sind Fenster- / Türrahmen bekannt
geworden, die aus Profilelementen mit mehreren Schichten zur
Aufnahme einer Verglasung bestehen. Dabei ist an wenigstens
einer Seitenfläche der Profilelemente eine Holzleiste
vorgesehen.
Die bekannten Holzbauteile haben den Nachteil, dass der
Holzverbrauch an hochwertigem, im verbauten Zustand sichtbaren
Holz sehr hoch ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde,
ein Holzbauteil, insbesondere eine Fenster- oder Türkantel
bzw. Fenster oder Türprofil , sowie ein Verfahren zur
Herstellung von Holzbauteilen bzw. von Fenster- oder
Türkanteln bereitzustellen, das optimale Eigenschaften
aufweist, das ggf. optisch hochwertig aussieht, das dennoch
kostengünstig ist und dessen Herstellung mit geringem
Arbeitsaufwand verbunden ist. Dabei soll insbesondere auch
eine Bearbeitung vor Ort, ohne dass das Holzbauteils
unbrauchbar wird, möglich sein.
Diese Aufgabe wird mit einem Holzbauteil gemäß des Anspruchs 1
gelöst. Das erfindungsgemäße Holzbauteil hat den Vorteil, dass
es als zu bearbeitendes oder als zu verbauendes Holzbauteil
bereitstellbar ist. Die Seite des Holzbauteils, die nach
dessen Bearbeitung bzw. nach dessen Verbauen sichtbar ist,
weist das Sichtholz auf. Das Sichtholz hat eine solche Stärke,
dass es je nach späterem Verwendungszweck spanabhebend
bearbeitbar ist. Dies hat den Vorteil, dass an den später,
d.h. nach der Bearbeitung und Montage des Holzbauteils,
sichtbaren Oberflächenabschnitten des Holzbauteils
ausschließlich das Sichtholz sichtbar ist. An diesen
Abschnitten kommt folglich der Kern trotz spanabhebender
Bearbeitung nicht zum Vorschein; das Sichtholz ist auch nach
dessen Verarbeitung als einheitliche Oberfläche für den
Betrachter sichtbar. Hierdurch wird der Eindruck erweckt, dass
das Holzbauteil massiv aus einem Holz gebildet wird, wie es
das Sichtholz wiedergibt. Ein Beschädigen des Holzbauteils,
derart, dass es unbrauchbar wird, ist aufgrund der
vorgesehenen Stärke des Sichtholzes nicht möglich. An Stellen,
die nach der Montage des Holzbauteils nicht sichtbar sind, ist
es unschädlich wenn der Holzkern aufgrund einer Bearbeitung
des Holzbauteils zum Vorschein kommt. Diese Stellen
beeinträchtigen die einheitliche optische Wahrnehmung des des
Holzbauteils nicht.
Dabei ist vorgesehen, dass die besonderen Umweltbedingungen
zugewandten Seiten des Holzbauteils den Umweltbedingungen
gerecht werdendes Sichtholz aufweisen. Ist beispielsweise eine
Seite des Holzbauteils einer Witterung ausgesetzt, so kann das
Sichtholz an dieser Seite des Holzbauteils derart ausgebildet
sein, dass es diesen Witterungen gerecht wird. Der Kern kann
hierbei aus einem Holz sein, das an und für sich nicht den
jeweiligen Umweltbedingungen gerecht wird. Durch Vorsehen des
Sichtholzes auf dem Kern schirmt das Sichtholz den Kern vor
den Umweltbedingungen ab.
Als sehr geeignetes und dauerhaft beständiges Sichtholz hat
sich Riftholz und/oder thermisch veredeltes Holz bewährt.
Besonders vorteilhaft ist, wenn die Sichthölzer aus
Riftsichtholz sind und dass die gegenüberliegenden Längsseiten
von zwei gegenüberliegenden Sichthölzern von den beiden
anderen Sichthölzern abgedeckt werden, wobei die Stärke dieser
beiden Sichthölzer näherungsweise dem Abstand der Jahresringe
der Sichthölzern entspricht, deren Längsseiten abgedeckt sind.
Die Nahtstelle zwischen den Sichthölzern ist dabei so gut wie
nicht sichtbar. Außerdem kann beispielsweise keine
Feuchtigkeit in das Holz eindringen und es beschädigen.
Vorzugsweise ist der Kern ein Holzkern. Der Kern kann
allerdings auch aus Kunststoff, wie beispielsweise aus PU,
Syrodur oder einem ähnlich hochdämmendem Material sein.
Besonders vorteilhaft ist, wenn das unbearbeitete Sichtholz
eine Stärke zwischen 1 mm und 50 mm, insbesondere zwischen 3
mm und 15 mm, aufweist. Durch derartige Stärken wird
gewährleistet, dass eine spanabhebende Bearbeitung des
Holzbauteils möglich ist, ohne dass der Kern zum Vorschein
kommt. Das Verhältnis Stärke Kern zu Stärke Sichtholz ist
vorzugsweise größer als 2:1, 5:1 oder 12:1. Durch das Vorsehen
eines derartigen Verhältnisses wird gewährleistet, dass vor
allem der Kern auf das Holzbauteil wirkende Kräfte aufnimmt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der
Kern einen weitgehend rechteckigen Querschnitt auf, wobei das
Sichtholz an sämtlichen Längsseiten des Holzbauteils
vorgesehen ist. Derartige Holzbauteile eignen sich besonders
vorteilhaft zur Bearbeitung bzw. zu einem Verbauen in
Holzkonstruktionen. Die Holzbauteile können beispielsweise im
Handel als Bauteile in Normgrößen erhältlich sein und wie
bisherige Massivholzbauteile, aus einem Holzstück, gehandhabt
und verarbeitet werden. Aufgrund des relativ starken
Sichtholzes kann einem Verziehen oder einem Aufreißen des
Holzbauteils bzw. des Kerns entgegengewirkt werden. Im
Vergleich zu Vollholzbauteilen sind die erfindungsgemäßen
Holzbauteile formstabiler.
Dabei kann der Kern aus qualitativ minderwertigerem und/oder
optisch unschönem Holz sein, insbesondere aus Bauholz,
Kantholz, Brettschichtholz od.dgl.. Vorteilhaft ist, wenn der
Kern so ausgestaltet ist, dass er die auf das Holzbauteil
wirkenden äußeren Kräfte aufnimmt.
Das Sichtholz kann im Gegensatz zu dem Kern aus qualitativ
hochwertigem und/oder optisch schönem Holz sein.
Vorteilhafterweise wirken auf das Holzbauteil einwirkende
äußere Kräfte nicht auf das Sichtholz. Je nach
Verwendungszweck des Holzbauteils kann verschiedenartiges
Sichtholz Verwendung finden.
Als sehr beständiges Sichtholz hat sich Riftholz und/oder
thermisch veredeltes Holz bewährt. Riftholz oder thermisch
veredeltes Holz ist insbesondere witterungsbeständig. Riftholz
ist solches Holz, dessen Jahresringe senkrecht zu der der
Witterung ausgesetzten Seite verlaufen. Thermisch veredeltes
Holz ist solches Holz, das einer thermischen Behandlung von
insbesondere über 100°C ausgesetzt wird. Durch eine solche
Behandlung verändern sich die physikalischen Eigenschaften des
Holzes, was beispielsweise zum Setzen (Abbau) von in dem Holz
vorhandenen Spannungen führen kann. Ferner werden durch die
thermische Behandlung im Holz befindliche Mikroben, Bakterien,
Viren, Pilze usw. abgetötet, so dass das Holz gegen Witterung
und Umweltbelastungen besser resistent ist. Die thermische
Behandlung kann in einem Bereich von ca. 100°C bis 300°C, ohne
dass das Holz verbrennt, stattfinden. Insbesondere bei
Temperaturen oberhalb von 150°C verändern sich die chemischen
und physikalischen Eigenschaften der Zellwände des Holzes,
wodurch das Holz resistenter wird.
Erfindungsgemäße Holzbauteile können auch derart aufgebaut
sein, dass der Kern mehrere, miteinander gefügte Kernteile
umfasst. Ein Fügen der Kernteile findet insbesondere
stoffschlüssig, vorzugsweise durch Leimen, statt.
Das unlösbare Verbinden des Holzbauteils mit dem Sichtholz
erfolgt vorteilhafterweise ebenfalls stoffschlüssig,
insbesondere durch Verleimen.
Um qualitativ hochwertige Holzbauteile aus sortenreinen
Materialien zu erhalten, ist insbesondere erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Holzbauteil und das Sichtholz jeweils aus
entsprechendem Massivholz sind.
Die eingangs genannte Aufgabe wird ferner durch Fenster- oder
Türkanteln zur Herstellung von Fenster- oder Türprofilen
gelöst, die ein erfindungsgemäßes Holzbauteil aufweisen oder
aus erfindungsgemäßen Holzbauteilen bestehen. Derartige
Fenster- oder Türkanteln haben den entscheidenden Vorteil,
dass sie spanabhebend zur Herstellung von beliebigen Fensteroder
Türprofilen Verwendung finden können. Je nach Art der
Profile ist die Dicke des Sichtholzes vorzusehen.
Erfindungsgemäße Fenster- oder Türkanteln sind kostengünstig
herzustellen. Das teure, witterungsbeständige Holz,
insbesondere Riftholz, kann sehr sparsam als Sichtholz
Verwendung finden. Der Kern kann im Gegensatz hierzu aus einem
relativ kostengünstigen Holz sein. Dennoch handelt es sich bei
derart hergestellten Fenster- oder Türprofilen um
Vollholzfensterprofile.
Derartige Fenster- oder Türkanteln sind vorteilhafterweise so
ausgebildet, dass wenigstens die dem Witterungsbereich
zugewandte Seite der Kantel ein thermisch veredeltes Sichtholz
und/oder ein Riftsichtholz aufweist.
Ferner ist vorteilhaft, wenn die dem Innenbereich zugewandte
Seite der Kantel ein optisch schönes Sichtholz, beispielsweise
ein astfreies Sichtholz, aufweist.
Die genannte Aufgabe wird außerdem durch Fenster- oder
Türprofile gelöst, die aus erfindungsgemäßen Fenster- oder
Türkanteln hergestellt werden. Derartige Fenster- oder
Türprofile sind Vollholzprofile, die weitaus preisgünstiger
hergestellt werden können als Fenster- oder Türprofile, die
vollständig aus der Holzart des Sichtholzes bestehen.
Ferner wird die genannte Aufgabe gelöst durch ein Verfahren
zur Herstellung von erfindungsgemäßen Holzbauteilen und/oder
erfindungsgemäßen Fenster- oder Türkanteln, wobei in einem
ersten Arbeitsschritt wenigstens zwei Kerne mit einem
Sichtholz verleimt werden und in einem zweiten Arbeitsschritt
die beiden Kerne durch einen Schnitt durch das Sichtholz
voneinander getrennt werden, so dass zwei Holzbauteile
entstehen. Ein solches Verfahren hat den Vorteil, dass
erfindungsgemäße Holzbauteile bzw. Kanteln auf einfache Art
und Weise bereitstellbar sind. Aus zunächst drei
Holzgrundkörpern, nämlich zwei Kernen und einem Sichtholz,
werden zwei teilfertige Holzbauteile hergestellt. Die Dicke
des vorzusehenden Sichtholzes hängt von der vorzusehenden
Stärke des Sichtholzes der entstehenden Holzbauteile ab. Das
zu verwendende Sichtholz weist vorzugsweise eine Dicke auf,
die den beiden vorzusehenden Stärken plus der Schnittzugabe
entspricht.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann derart weitergebildet
werden, dass in einem dritten Arbeitsschritt ein weiteres
Sichtholz mit noch freien Seiten der beiden Kerne verleimt
wird und dass in einem vierten Arbeitsschritt die Kerne durch
einen Schnitt durch das Sichtholz wieder voneinander getrennt
werden, so dass wieder zwei teilfertige Holzbauteile
entstehen. Folglich werden aus den Arbeitsschritten 1 und 2
resultierenden Holzbauteilen durch Verleimen eines weiteren
Sichtholzes wieder zwei Holzbauteile bereitgestellt. Die Dicke
des zu verwendenden Sichtholzes hängt wiederum von der Stärke
des Sichtholzes ab, wie es weiterverarbeitet werden soll.
Vorteilhafterweise können die Arbeitsschritte 3 und 4 mehrfach
wiederholt werden, und zwar gegebenenfalls so häufig, bis
sämtliche Seiten der Kerne Sichtholz aufweisen.
Ein besonders vorteilhaftes Verfahren ergibt sich dann, wenn
das Sichtholz vor dem Verleimen mit dem Kern thermisch
veredelt wird. Entsprechend ergibt sich ein vorteilhaftes
Verfahren, wenn das Sichtholz in Riftlage mit den jeweiligen
Kernen verleimt wird.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Einzelheiten der
Erfindung sind der folgenden Beschreibung zu entnehmen, in der
die Erfindung anhand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele näher beschrieben und erläutert ist.
In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- ein Fensterprofil im Querschnitt gemäß dem bekannten
Stand der Technik;
- Fig. 2:
- ein weiteres Fensterprofil im Querschnitt gemäß dem
bekannten Stand der Technik;
- Fig. 3:
- ein erfindungsgemäßes Fensterprofil im Querschnitt;
- Fig. 4:
- ein erfindungsgemäßes Holzbauteil im Querschnitt;
- Fig. 5:
- eine perspektivische Ansicht auf ein
erfindungsgemäßes Holzbauteil; und
- Fig. 6.1 - 6.5:
- verschiedene Arbeitsschritte zur Herstellung
eines erfindungsgemäßen Holzbauteils.
In der Fig. 1 ist eine als Fensterprofil 10 verarbeitete
Fensterkantel 12 dargestellt. Die Fensterkantel 12 ist aus
einem massiven Holzbauteil. Die eine Schmalseite 14 der
Fensterkantel 12 grenzt an Mauerwerk 16 an. Die andere
Schmalseite 18 weist eine Längsnut 20 auf, die zur Aufnahme
von Dichtungsmittel 22 sowie einer Glasscheibe 24 vorgesehen
ist.
Die der Außenseite 26 und der Innenseite 28 zugewandten
Längsseiten 30 und 32 sind so gewählt, dass die Jahresringe 34
der Fensterkantel 12 senkrecht zu den Längsseiten 30 bzw. 32
verlaufen. Die Seite des Holzes, die senkrecht zu den
Jahresringen 34 verläuft, ist die sogenannte Riftseite. Sie
hat den Vorteil, dass sie witterungsbeständig ist.
Feuchtigkeit kann nur schlecht in das Holz eindringen,
insbesondere auch dann, wenn es sich bei dem Holz um Spätholz
handelt.
Derartige bekannte Fensterkanteln 12 werden aus äußerlich
schönen und gesunden Bäumen erzeugt, wobei Holzabschnitte, die
nach außen auftretende Fehler aufweisen, ausgekappt werden.
Dies führt zu einer sehr geringen Ausbeute des Holzstamms, da
je größer der Querschnitt der Fensterkantel ist, umso geringer
die Wahrscheinlichkeit ist, ein fehlerfreies und damit
geeignetes Holzstück zu erhalten.
Gemäß der Fig. 2 ist ferner bekannt, sogenannte
Dreischichtkanteln 42 vorzusehen. Die beiden äußeren Schichten
44 und 46 sind als Riftholz ausgebildet. Die mittlere Schicht
48, die eine der Längsnut 20 entsprechende Stärke aufweist,
ist beispielsweise aus teilgezinktem Holz, das nicht
fehlerfrei sein muss.
Durch Verwendung einer Dreischichtkantel 42 erhöht sich die
Ausbeute gegenüber einer Fensterkantel 12 gemäß Fig. 1.
Insgesamt ist die Ausbeute immer noch relativ gering, da die
mittlere Schicht 48 die Breite der Glasscheibe 24 bzw. der
Längsnut 20 aufweist. Ferner nachteilig ist, dass die der
Glasscheibe 24 zugewandten Schmalseiten der beiden äußeren
Schichten 44 und 46 witterungsanfällig sind.
Die in der Fig. 3 dargestellte, zu einem erfindungsgemäßen
Fensterprofil 50 verarbeitete erfindungsgemäße Fensterkantel
52 weist an ihren Schmalseiten 14 und 18 sowie an ihren
Längsseiten 30 und 32 lamellenartige Sichthölzer 54, 56, 58
und 60 auf. Die Sichthölzer 54, 56, 58, 60 sind um einen Kern,
62, der als Holzkern ausgebildet ist, verleimt. Der Holzkern
62 kann aus günstigen teilgezinkten Holzstücken bzw. aus
Bauholz, Kantholz, Brettschichtholz, sägerauhem Holz,
Konstruktionsvollholz oder ähnlichem Holz sein. Die Lage der
Jahresringe des Holzkerns 62 ist unerheblich.
Die Sichthölzer 54, 56, 58 und 60 sind hingegen qualitativ
hochwertigere, insbesondere witterungsbeständige Hölzer.
Vorzugsweise handelt es sich um Rifthölzer, bei denen die
Jahresringe 64 senkrecht zu der jeweils äußeren Oberfläche der
Sichthölzer 54, 56, 58, 60 verlaufen. Hierdurch ergibt sich
eine Witterungsbeständigkeit. Die Sichthölzer 54, 56, 58, 60
können außerdem aus schutzbehandeltem, insbesondere aus
veredeltem Holz sein. Besonders vorteilhaft ist eine
thermische Veredelung. Die Sichthölzer können ferner je nach
Wunsch auch verschiedene Farben aufweisen.
Aufgrund der vollständigen Ummantelung des Holzkerns 62 ergibt
sich erfindungsgemäß eine Fensterkantel 52, deren Oberfläche
aus zum einen witterungsbeständigem Sichtholz und zum anderen
aus ausgewähltem, optisch schön anzuschauendem Sichtholz ist.
Die Stärke der Sichthölzer 54 bis 60 ist hierbei so zu wählen,
dass eine Bearbeitung der Fensterkantel 52 zur Erstellung
eines geeigneten Fensterprofils 50 möglich ist. Beispielsweise
ist die Stärke des Sichtholzes 58 so ausgelegt, dass der
Nutgrund der Nut 20 im Sichtholz 58, und nicht im Holzkern 62
liegt. Dies muss allerdings nicht zwingend der Fall sein, da
der die Nut 20 aufweisende Abschnitt nach der Montage nicht
sichtbar ist. Ein teilweises Bearbeiten des Holzkerns ist in
diesem Bereich unschädlich. Durch Vorsehen von geeignetem
Dichtmittel zwischen Glasscheibe 24 und Sichtholz 58 kann auch
keine Feuchtigkeit in den Holzkern 62 eindringen.
Die Fensterkantel 52 gemäß Fig. 3 hat gegenüber den bekannten
Fensterkanteln 12, 42 den Vorteil, dass insgesamt nur sehr
wenig qualitativ hochwertiges Holz für die Sichthölzer 54 bis
60 zu verwenden ist. Der Hauptbestandteil der Fensterkantel 52
ist der Holzkern 62, der aus minderwertigerem Holz bestehen
kann.
Durch das Aufleimen der Sichthölzer 54 bis 60 auf den Holzkern
62 wird der Verzug der Fensterkantel 52 gesperrt. Dazu trägt
auch die Stärke der Sichthölzer 54 bis 60 bei, die
normalerweise zwischen 1 mm und 50 mm, insbesondere zwischen 3
mm und 15 mm, ist.
Besonders vorteilhaft bei der Ausführungsform nach Fig. 3 ist,
dass die Sichthölzer 54, 56, 58, 60 aus Riftsichtholz sind und
dass die gegenüberliegenden Längsseiten der beiden
gegenüberliegenden Sichthölzern 58, 60 von den beiden anderen
Sichthölzern 54, 56 abgedeckt werden, wobei die Stärke dieser
beiden Sichthölzer 54, 56 näherungsweise dem Abstand der
benachbarten Jahresringe 64 der Sichthölzer 58, 60 entspricht.
Die Nahtstellen zwischen den Sichthölzern sind dabei so gut
wie nicht sichtbar. Außerdem kann beispielsweise keine
Feuchtigkeit in das Holz eindringen und es beschädigen.
In der Fig. 4 ist ein erfindungsgemäßes Holzbauteil 70 in Form
eines Trägers für eine Deckenkonstruktion dargestellt. Das
Holzbauteil 70 ist hierbei abschnittsweise in eine Decke 72
eingefasst. Sämtliche Längsseiten des Holzbauteils 70 sind von
lamellenartigen Sichthölzern 74 umgeben. Die auf das
Holzbauteil wirkenden Lasten werden von dem Holzkern 76
aufgenommen. Der Holzkern 76 besteht vorteilhafterweise aus
einem unschönen, minderwertigen Holz. Die Sichthölzer 74
hingegen sind aus qualitativ hochwertigerem, insbesondere
schön anzuschauendem Holz. Eine Bearbeitung des Holzbauteils
70 beim Verbauen mit der Decke 72 ist aufgrund der
Schichtdecken der Sichthölzer 74 möglich, ohne dass der
Holzkern 76 im verbauten Zustand zum Vorschein kommt. An das
Holzbauteil 70 kann beispielsweise, wie in Fig. 4 gestrichelt
angedeutet, ein weiteres Bauteil 78, beispielsweise ein
Wandsegment o.Ä., angeordnet werden. Auch hierfür kann das
Holzbauteil 70 spanabhebend bearbeitet werden.
Fig. 5 zeigt ein erfindungsgemäßes Holzbauteil 80, wie es
beispielsweise im Handel erhältlich sein kann. Die Außenmaße
des Holzbauteils 80 entsprechen bekannten, erhältlichen Maßen.
Die Sichthölzer 74 sind je nach Anforderungen an das
Holzbauteil 80 mit unterschiedlichen Eigenschaften versehen.
Sie können beispielsweise thermisch veredelt sein, eine
Riftoberfläche aufweisen, farblich behandelt sein und/oder aus
optisch schönem Holz sein. Die Stärke der Sichthölzer 74 ist
hierbei so gewählt, dass eine spanabhebende Bearbeitung
möglich ist. Insbesondere beträgt die Stärke zwischen 1 mm und
5 mm. Das Verhältnis Stärke Holzkern zu Stärke Sichtholz ist
vorteilhafterweise größer als 5:1 und insbesondere größer als
12:1. Dabei können die gegenüberliegenden Sichthölzer 74
vorteilhafterweise jeweils eine gleiche Stärke aufweisen.
Fig. 6.1 bis Fig. 6.5 zeigt verschiedene Verfahrensschritte
zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Holzbauteils.
Gemäß Fig. 6.1 sind Holzkerne 10 und Sichthölzer 92'
bereitzustellen. Die Sichthölzer 92' weisen eine Stärke auf,
die doppelt so groß ist wie die des herzustellenden
Holzbauteils plus Schnittzugabe. Die Holzkerne 90 werden mit
den Sichthölzern 92', die eine gleiche Breite wie die
Holzkerne 90 aufweisen, bündig verleimt. Dies zeigt Fig. 6.2.
In einem nächsten Arbeitsschritt werden die Sichthölzer 92'
entlang den strichpunktiert angedeuteten Linien 82 mittig
durchtrennt. Die getrennten Holzbauteile sind in Fig. 6.3
dargestellt.
In einem nächsten Arbeitsschritt werden die Holzbauteile um
90° verdreht und werden mit weiteren Sichthölzern 96 an den
noch freien Seiten des Holzkerns 90 verleimt. Die Sichthölzer
96' erstrecken sich hierbei auch über die freien Schmalseiten
der Sichthölzer 92. Danach erfolgt eine Trennung der
Sichthölzer 96 entlang den Sägelinien 98.
Letztlich erhält man, wie in Fig. 6.5 im Querschnitt
dargestellt, erfindungsgemäße Holzbauteile 100. Die
Sichthölzer 92' und 96' sind hierbei vorteilhafterweise so.
gewählt, dass es sich um Rifthölzer handelt.
Bei den in den Figuren beschriebenen Kernen muss es sich
erfindungsgemäß nicht um Holzkerne handeln. Es können auch
Kerne aus Kunststoff, wie beispielsweise PU, Syrodur oder
ähnliche Stoffe Verwendung finden.
Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der
Zeichnung dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als
auch in beliebiger Kombination miteinander
erfindungswesentlich sein.